"Demo für alle"

Gloria, die AfD und „eine Form von Kindesmissbrauch“

Mehrere hundert Regensburger protestierten am vergangenen Samstag gegen den „Bus für Meinungsfreiheit“, der auf seiner Deutschland-Tour in Regensburg Station machte. Gloria von Thurn und Taxis und AfD-Vertreter mischten sich unter die Organisatoren der Tour, die sich gegen eine Sexualpädagogik der Vielfalt und die Akzeptanz von homo- und transsexueller Identität an der Schule wendet. Die Adelige bezeichnet diesen (in ihren Augen nicht adäquaten) Sexualkundeunterricht als „Form von Kindesmissbrauch“.

Gloria von Thurn und Taxis und AfD-Kandidat Benjamin Nolte in gemeinsamer Mission. Foto: Bothner

Es ist kurz vor 13 Uhr am Samstagnachmittag, als der orange „Bus für Meinungsfreiheit“ auf dem Regensburger Domplatz vorfährt und einige wenige Aktivisten in gleichfarbigen T-Shirts herausspringen. Später werden noch eine Handvoll Personen zur Kundgebung hinzustoßen. Alles in allem bleibt die Zahl jedoch überschaubar. Auf der anderen Seite der Absperrung – die Polizei verfolgte erneut ihr mittlerweile bewährtes Konzept einer umfangreichen Absperrung des Domplatzes durch Hamburger Gitter – haben sich bereits seit 12 Uhr etwa 400 Demonstranten unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt“ versammelt. Mehrere Parteien und Organisationen hatten sich schon im Vorfeld dem Aufruf des Hochschularbeitskreises (AK) Queer angeschlossen, um gemeinsam für Toleranz und Gleichberechtigung auf die Straße zu gehen.

„Übergriffiger Sex-Unterricht“

Die Organisatoren haben eine klare Haltung zum „Bus für Meinungsfreiheit“. „Das Weltbild, das diese Leute vertreten ist veraltet und regressiv. In ihren Augen gibt es nur die Liebe zwischen Mann und Frau. Familien können nur heterosexuell geführt werden“, sagt eine von ihnen. Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Margit Wild spricht an diesem Tag zu den Gegendemonstranten und beschwört das bisher Erreichte als hohes Gut unserer Gesellschaft. „Es ist gut, dass Menschen wie der ehemalige Berliner Oberbürgermeister und der ehemalige deutsche Außenminister mit ihren Lebenspartnern öffentlich auftreten konnten. Wir müssen uns für die Gleichheit aller Menschen einsetzen.“

Die „Demo für alle“ ist eine Initiative, die sich deutschlandweit gegen gleichgeschlechtliche Ehe und das Adoptionsrecht von gleichgeschlechtlichen Paaren richtet. Insbesondere im Zuge des Baden-Württembergischen Schulplanes, der eine Modernisierung der schulischen Sexualerziehung vorsieht, gab es viele Proteste aus diesem Umfeld heraus. Mittlerweile hat sich ein breites Netzwerk entwickelt, zu dem auch viele AfD-Politiker gehören. Insbesondere Beatrix von Storch ist hier eine treibende Kraft und Bindeglied zwischen Partei und Netzwerk.

Etwa 400 Regensburgerinnen und Regensburger demonstrierten gegen die Bus-Tour. Foto: Bothner

Die schulische Sexualerziehung sei eine Gefahr für Kinder, lautet eine zentrale These. Entsprechend lautet auch das Motto der Bustour „Stoppt übergriffigen Sex-Unterricht! Schützt unsere Kinder! Aufklärung ist Elternrecht.“

Kindesmissbrauch a la Gloria

Gloria von Thurn und Taxis, die sich kurz nach Beginn der Kundgebung unter die Teilnehmer gemischt hat, spricht in Zusammenhang mit (in ihren Augen nich adäquaten) Sexualkundeunterricht gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung gar von „einer Form von Kindesmissbrauch“ (Nicht wie vielfach kolportiert „Kindesmisshandlung“). Erstaunliche Aussagen einer Frau, die in der Vergangenheit den tatsächlichen sexuellen Missbrauch von Kindern an Einrichtungen der Domspatzen relativiert hatte und Aussagen, die der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Regensburg, Sebastian Koch, später als „neuen Tiefpunkt“ bezeichnet.

Gloria und Organisatorin Beverfoerde (re.) am Transparent. Foto: Bothner

Gegen Ende reiht Gloria sich auch am Transparent mit ein und posiert für Fotos. Neben der Fürstin sind auch – herzlichst begrüßt – AfD-Landtagskandidat Benjamin Nolte und dessen Parteikollege Thomas Deutscher vor Ort. Man gehört sofort dazu und verträgt sich blendend.

„Absurde und realitätsferne Gerüchte“ 

Hedwig von Beverfoerde, Vorsitzende des Vereins „Ehe-Familie-Leben“ und Organisatoren der so genannten „Demo für alle“, mit der der „Bus für Meinungsfreiheit“ durch Deutschland tourt, ist überzeugt: „Wir zeigen Flagge für das Grundrecht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder. Wir wollen, dass die ‚Sexualpädagogik der Vielfalt‘ und ihre schamverletzenden Methoden wieder aus den Schulen und Kitas verschwinden.“

Die Gegendemonstration verlief friedlich und entspannt. Foto: Baumgärtner

Am Samstag dringt sie – abgeschirmt durch Gitter und begleitet von den Protesten – nicht mit ihren Thesen durch und von Regensburger Schülervertretern gibt es dazu eine klare Aussage. Die Regensburger Schülervereinigung (RSV) hatte ebenfalls zur Gegendemonstration aufgerufen und spricht von „absurden und realitätsfernen Gerüchte zu angeblichen Lehrmethoden an Schulen, die von der „Demo für alle“ verbreitet würden.

„Die nicht belegten Behauptungen korrespondieren nicht mit der Unterrichtsrealität an Regensburger Schulen. Weder sind sie im Lehrplan gefordert, noch entsprechen sie dem, was in anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg mit dem ‚Aktionsplan für Toleranz, Akzeptanz und Vielfalt‘ durchgesetzt wird.“

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Kommentare (34)

  • mkv

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    „Homosexualität als Teil der von Gott geschenkten Liebesfähigkeit des Menschen“

    Matthias Drobinski brachte es in diesem Kommentar von letzter Woche auf den Punkt. Am Ende bringt er es für den Papst, für Prinzessin Gloria von T+T und für all jene, die das Rad der menschlichen, befreienden Entwicklung mit der AfD zurückdrehen wollen auf den Punkt:

    „Es hilft dem Papst nicht mehr, vom schweigenden Jesus zu predigen. Er muss auch dann aufklären, wenn er sich damit selber verbeult. Er muss wissen: Eine im Innern unglaubwürdige Kirche, in der ein Teil des Spitzenpersonals ein Doppelleben führt, kann kein glaubwürdiges Zeugnis für Menschlichkeit und Menschenwürde nach außen ablegen. Würde sie dagegen Homosexualität als Teil der von Gott geschenkten Liebesfähigkeit des Menschen begreifen, würden Briefe wie der des Erzbischofs Viganò verpuffen.“

    https://www.sueddeutsche.de/panorama/krise-im-vatikan-franziskus-ist-loesung-und-problem-in-einem-1.4117748

  • Peter Friedrich

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    Die Ideologie von Beverfoerde, Storch etc. ist strukturell für unzählige Fälle von Kindesmißbrauch/-mißhandlung im kirchlichen Umfeld verantwortlich. Es zeugt von einer ungeheuerlichen Dreistigkeit, wie diese „Kinderschützer“ in der Öffentlichkeit auftreten.

  • Klaus

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    Schrecklich wie die Menschheit sich selbst zerstört durch absolutes unmoralisches Verhalten.

  • erich

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    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie beim Thema.

  • Jung.M.W.A.

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    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • auch_ein_regensburger

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    Tja, die hellste Kerze auf der Torte war sie halt noch nie, unsere Durchlaucht. Da passt das Motto der Gegendemo doch perfekt: Vielfalt statt Einfalt.

  • Piedro

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    Die Organisatoren wenden sich also gegen „die sich gegen eine Sexualpädagogik der Vielfalt und die Akzeptanz von homo- und transsexueller Identität an der Schule.“ Frau von und einige AfDler finden das toll und unterstützen das. Überraschung!

    An dieser Stelle würden mich Argumente interessieren, die ich diesen Organisatoren unterstellen möchte. Über die erfährt der Leser nichts, wohl aber von denen der Gegendemonstrierer: „„Das Weltbild, das diese Leute vertreten ist veraltet und regressiv. In ihren Augen gibt es nur die Liebe zwischen Mann und Frau. Familien können nur heterosexuell geführt werden.“

    Das wurde tatsächlich auf der Veranstaltung gesagt, und das ließe sich leicht widerlegen, schließlich kann die Gesellschaft etliche gut funktionierende, homosexuelle Ehen – auch mit Kindern – nachweisen. Bei der Veranstaltung geht es allerdings um den Sexualkundeunterricht.

    „Die schulische Sexualerziehung sei eine Gefahr für Kinder, lautet eine zentrale These. Entsprechend lautet auch das Motto der Bustour „Stoppt übergriffigen Sex-Unterricht! Schützt unsere Kinder! Aufklärung ist Elternrecht.“ “

    Hier bleibt der Autor alle Argumente und oder Nachweise der Organisatoren schuldig – oder die Feststellung, dass man darauf verzichtet hat.

    „Wir zeigen Flagge für das Grundrecht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder. Wir wollen, dass die ‚Sexualpädagogik der Vielfalt‘ und ihre schamverletzenden Methoden wieder aus den Schulen und Kitas verschwinden.“

    Wessen Scham wird denn durch wen oder was verletzt durch einen übergriffigen Unterricht, über den sich Frau von am Rande auch noch auslässt.

    „Die Regensburger Schülervereinigung (RSV) hatte ebenfalls zur Gegendemonstration aufgerufen und spricht von „absurden und realitätsfernen Gerüchte zu angeblichen Lehrmethoden an Schulen, die von der „Demo für alle“ verbreitet würden.“

    Kennt jemand einen Journalisten der sich für Gerüchte interessiert?

    „Die nicht belegten Behauptungen korrespondieren nicht mit der Unterrichtsrealität an Regensburger Schulen. Weder sind sie im Lehrplan gefordert, noch entsprechen sie dem, was in anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg mit dem ‚Aktionsplan für Toleranz, Akzeptanz und Vielfalt‘ durchgesetzt wird.“

    Jetzt will auch wissen was diese Organisatoren verkündet haben. Frau von hat ihnen den journalistischen Rang abgelaufen. Ihre Feststellung: die „Kinderschützer“ sind eine kleine Minderheit und die „anderen“ sind so laut, dass man die Argumente gar nicht verstand. Akustisch meint sie wohl.

  • Mathilde Vietze

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    Ich wurde mit n e u n Jahren von meiner Mutter aufgeklärt, heute bin ich 77. Meine
    Mutter war eine einfache Frau vom Land und sie sagte immer „wenn ein Kind frägt,
    muß man des (unaufgeregt) aufklären. Wenn sie die Aufklärung im Elternhaus oder
    in der Schule bekommen, ist das allemal besser, als wenn sie es auf der Straße mit-
    bekommen.“ Leider sind manche Eltern bis heute nicht in der Lage oder willens,
    ihre Kinder über die natürlichste Sache der Welt aufzuklären.

  • Eingeborener

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    Diese ,Kinderschützer‘ , die Kinder vor ,schamverletzenden‘ Dingen schützen wollen, sind unreife Menschen, die ein gestörtes Verhältnis zu ihrer eigenen Sexualität haben und das anderen aufzwingen möchten Sie erinnern mich an meine eigenen Eltern. Die katholisch-gestörte Gloria TuT finde ich ein Superbeispiel für gespaltene Persönlichkeit.War ihr Ehemann nicht ein berühmter schwuler Partylöwe? Man merkt bei ihr auch den fließenden Übergang zwischen Erzkatholisch und Rechtsextremismus .

  • Piedro

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    @Mathilde Vietze
    „Leider sind manche Eltern bis heute nicht in der Lage oder willens,
    ihre Kinder über die natürlichste Sache der Welt aufzuklären.“

    Das ist eine Seite des Themas. Eine andere ist, dass manche Eltern gar nicht oder eben mit vorgegebenen Antworten agieren möchten. Warum hat der Basti zwei Pappis und keine Mami? Warum hat die Mama von der Resi eine Frau geheiratet? Das Thema kann, muss aber nicht, im Kindergarten oder in der Grundschule aufkommen. Frau von ist jedenfalls um die Kleinen besorgt. Die sollen sich lieber um die Oma sorgen, die gerade nicht weiß wo sie hin wohin sie soll und ob die Enkel sie noch besuchen können, das ist besser als schamverletzt gedingst zu werden, im Zweifelsfall mit Plüschpimmeln.

    Wenn die Rede von Übergriffigkeit war will ich doch ganz schwer hoffen, dass damit das Antwortrecht der Eltern gemeint wurde, gegen das ein Bildungssystem übergriffig wird. (Nicht die von Frau Festerling dereinst ja schon in ihrer Plüschpimmelrede bei Pegida beschworen). Meines Wissens wurden keinerlei Plüschpimmel in Grundschulen oder Kindergärten nachgewiesen, aber die Angst sitzt offenbar tief.

    Das Thema ist es Wert mal besprochen zu werden, aber mit Vokabeln wie Kindesmissbrauch aufzuwarten führt das schon ad absurdum. Die Veranstalter haben das ja auch nicht getan, das war wieder die Frau von… Auf jeden Fall liefert der Artikel nichts was eine Besprechung ermöglichen könnte. Die Welt ist nicht wie sie mal war, und manches war damals, für uns, eindeutig besser. Rückblickend fühlt es sich jedenfalls ganz gut an, obwohl ich eine Weile nach Ihnen geboren wurde.

    Ich für meinen Teil bin froh wenn die Kids ihre Weichen gestellt kriegen bevor sie die Kindersperre der Eltern überwinden und das Smartphone frei schalten. (Wenn es überhaupt kindersicher gemacht wurde.) Ich bin auch froh, wenn Themen mit Bezug zur Sexualität von Menschen in der Kinderbildung nicht vertagt oder verschwiegen werden. Ob jetzt alle Vorschüler darauf gestoßen werden müssen, dass manch Männlein oder Weiblein nicht die standardisierten Sexualpraktiken bevorzugen, kann man diskutieren, ich halte das für unnötig. Ob das überhaupt der Fall ist wissen wir aber auch nicht, die Schülervertretung hat uns nur auf Gerüchte hingewiesen. Zu „meiner“ Zeit wurden Jungs und Mädchen noch getrennt „aufgeklärt“. Das zu ändern war auch nicht selbstverständlich und blieb nicht unwidersprochen…

    Die wirklichen Kinderschützer, die Pädagogen, sogar das Bildungssystem in seiner ureigenen Form von Lehrkräften und Schulräumen (mit Klo) hat ganz andere Probleme eine eine Zwangssexualisierung von Kleinkindern zum Zweck der Gesellschaftsgestaltung zum psychischen Nachteil der Heranwachsenden und zum rechtlichen Nachteil der Erziehungsberechtigten, die selbst entscheiden müssen ob und wann ihrem Nachwuchs etwas über Fortpflanzung respektive die Unterscheidung zwischen homo- und heterosexuellem Sex (inklusive religiöser oder sonstiger Wertung) erzählen.

    Bestimmt finden wir es beide gut, wenn Pädagogen mit dem Thema umgehen können, und dazu sollten sie geschult werden. Davon, dass sie den Auftrag haben irgendwelche Themen in die Vor- oder Grundschule zu tragen, die Eltern in einen Gewissenskonflikt abseits der Schöpfungstheorie oder einem Verständnis von Elternrechten, die sich zum Glück nicht in unseren Gesetzen spiegelt, wüsste ich nichts.

    Vielleicht sollte man erheben ob „schwule Sau“ schon im Kindergarten nachgeplappert wird. Da wäre ein pädagogischer Handlungsbedarf ableitbar, aber der dürfte den ganz anderen Kindeswohlvertreter auf den Plan rufen. Und bestimmt kann sich die AfD auch da noch profilieren, wird man ja wohl noch sagen dürfen, so mit fünf oder sieben… Zumindest ohne sich gleich einen Schwulenporno anschauen zu müssen.

    Wir sollen der Frau von dankbar sein, ohne sie hätte das Thema gar nichts her gegeben. Ein paar Hanseln haben sich versammelt und da war die AfD dabei. Die haben da irgendwas erzählt, und ein paar andere haben dagegen demonstriert, die hatten auch was zu sagen. Wie das heute so ist. Aber wenn die Frau von von Kindesmissbrauch redet hat man wenigstens eine brauchbare Schlagzeile.

    „wenn ein Kind frägt, muß man des (unaufgeregt) aufklären.“

    Genau dieser Geist ist hier gar nicht mehr möglich. Ihre Mutter musste sich den Fragen, die am besten gar nicht erst gestellt werden sollten, vermutlich nicht stellen. Auf dem Land outeten sich keine Schwulen, zogen keine Lesben zusammen, da war der Kindergarten noch sauber und auf in der Grundschule wurde mehr geflüstert als laut gefragt. Wie gesagt, Jungen und Mädchen wurden getrennt aufgeklärt… Kondome bekamen wir damals nicht, nicht mal zu sehen. Gibt es nicht Gerüchte von Überziehübungen in staatlichen Schulen? Ich schau mal bei youtube, das hat doch dann bestimmt jemand mitgefilmt…

  • R.G.

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    Aufklärung sollte das Privileg der r.k.Kirche (=der reinen keuschen) bleiben.
    Schon verjährt, aber unser Pfarrer (außerhalb Deutschlands) wurde fuchsteufelswild, wenn ein Kind im Vorschulalter nicht beichten „wolllte“, wie es, ganz genau im Detail, sündig Unkeuschheit treibe und dabei Lust verspüre : Das ist Aufklärung!

    Schon verjährt, aber Eltern hatte man auch in Deutschland eindringlich erklärt, ihr Kind sei besonders begabt, nur im kirchlichen Internat erhalte es zu erschwinglichen Preisen eine Elite-Ausbildung. Und dann wurden die Zöglinge von Herren geistlichen Erziehern geschlagen oder sexuell missbraucht: Das ist Aufklärung , Berechenbarkeit und Keuschheit!

    Die gleichen Priester fanden ein Aufwachsen von Kindern in einer Beziehung zweier einander ehegleich verbundener Männer für hoch schädlich und unterstellten diesen Missbrauchsabsicht: Das ist Kinderschutz!

    Schon verjährt, aber ich erfuhr von meinem ersten Beichtpriester und seinen Mitarbeitern, dass ich in einer Hurenstraße wohne, da meine linke Nachbarin einen (nur) knielangen Karomantel trage etc., und die drei angrenzenden Hausbesitzerinnen sich hinter hohen Hecken im eigenen Garten gesonnt hätten. Aber meine Mutter wäre ganz schlecht, ich solle überlegen, wie anders als durch Sünde könne ich entstanden sein, zumal sich meine Zeugung auf einen Bettag rückdatieren lasse – nur Huren gäben sich da dem Ehemann hin ! : Das war Aufklärung!

    Ich erinnere mich, wie ich in einer privaten Bibliothek im Alter von zwölf Jahren von oben bis unten lustvoll gemustert wurde, ob ich fremdrassige Züge trage, und nur weil ich nicht verunreinigt sei, Erwachsenenbücher ausgehändigt erhielt, läppische Architekturbücher: Auch das war Aufklärung!

    Ich erinnere mich an einen „Doktor W.“, der in – unter anderem kirchlichen – Internaten Penismessungen durchgeführt haben soll, um den Fortschritt der Pubertät zu erfassen. Im Mordprozess um den angestifteten Tod an seiner Gattin kam das nebenbei zur Sprache. Aber seine Methode blieb: Medizinische Aufklärung!

    Ich erinnere mich auch an den „Onkel Kapitän“, der mir Kindergartenkind den Zungenkuss zeigen wollte: Das blieb nicht erfolgte Aufklärung.

    Alle erwähnten Aufklärer waren sehr engagiert, den Menschen zu erklären, wer von da draußen in der Welt, ein gefährliches und geiles Wesen sei: Auf jeden Fall seien es die Lehrer, die in der Schule Aufklärung betreiben wollten!

    Aufklärung im Unterricht ist tatsächlich gefährlich, da danach einige Kinder wissen, dass das, was ihnen nahe erwachsene Menschen schmerzhaft antun, NICHT NORMAL UND AUßERDEM STRAFBAR IST!

  • Markus Panzer

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    Die REWAG tritt jährlich als Sponsor für die Schlossfestspiele auf.
    Dadurch profitiert die Fürstin regelmäßig direkt an den Gebühren, die die Regensburger Kunden an den Energieversorger mit städtischer Beteiligung entrichten müssen.
    Da sich die Fürstin durch Ihre Nähe zur AFD zur Schande für Regensburg entwickelt, kann es nicht sein, dass die Bürger unserer weltoffenen und toleranten Stadt, die regelmäßig gegen rechte Ideologie und damit am vergangenen Wochenende auch gegen Ihre Durchlaucht auf die Straße gehen, diese auch noch finanziell unterstützen.
    Von daher müssen die Sponsoringverträge zwischen REWAG und Odeon Konzerte unmittelbar eingestellt werden.

  • Engler

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    Hauptsache Glorias Kinder sind gut geschützt vor all zu freizügigen, zugekoksten Tausendsassas, die ihnen auf Jetset-Parties hinterherhecheln und ihnen dreckigen Sex und jede Menge Stoff anbieten…

  • Josef

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    Wenig Hilfreiches in diesem Thread , aber dafür umsomehr Stuß.

    Wes Geistes Kind muß man sein, daß bereits Kinder unter zehn Jahren mitgeteilt werden muß, was man unter sexueller Vielfalt versteht ? Muß ein solches Zwergerl wirklich mit schamgerötetem Gesicht erfahren, was ein Dildo, ein Kondom ist oder was man unter Oralsex vesteht ? Mit nichten !

    Ich vertrete die Auffassung, das Aufklärung die zu förderst liegende Pflicht der Eltern ist und nicht irgendwelcher mit Schwulen küngelnden Schwulen- und Lesbenverbänden.

    … Und laßt die Kinder ihre eigenen sexuellen und spannenden Erfahrungen machen, wie wir das auch durften. Dazu braucht es keine Anleitung von niemand !

    Josef

    „Der große Basar“ von Daniel Cohn-Bendit läßt grüßen.

    Josef

  • PattiRift

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    Gloria scheint‘s, ist das Bindeglied von CSU und AfD.

  • Uwe Werner

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    Das ist die marianische schrille Fürstin von Thun und Taxis, eng befreundet mit Erzbischof Gänswein und Kardinal Müller und wie wir jetzt sehen auch von der Afd.
    In meinen Augen ist sie eine Person mit enormer Bewusstseinsspaltung und engelsgleich abgehoben.
    Alle drei hier genannten Personen gehören einer elitären Marianischen Vereinigung in Regensburg an. Man könnte sie auch als „Geheimloge“ bezeichnen.
    Diese Schrille wagte es auch, die sexuellen Missbrauche der Regensburger Domspatzen zu „relativieren“.
    Ach ja, und sie gehört dem Aachener Orden „Wider dem tierischen Ernst“ an.
    Gut, dann nehmen wir sie auch nicht ernst und lassen sie sich in ihr eigenes Gebet einschliessen.

  • R.G.

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    @Josef
    Sie haben ja grundsätzlich eine gute Idee. Die mögliche Sexualisierung durch Aufklärungstexte darf angesprochen werden.

    Meine Erfahrungen mit Kindern unter zehn Jahren waren jedoch so, dass ich aufgeklärt wurde durch ihre selbst verfertigten Zettelchen und Texte.
    Ich wusste nämlich nicht, wie schrecklich groß und drohend sich Schüler Teile des erwachsenen Körpers vorstellen, ich kannte bei Gott viele Verrenkungen nicht, die die Kleinen gesehen zu haben behaupten. Teils in Comic Sendungen für Kinder.
    Als mir ein Vierjähriger erzählte, der Hase im Zoo mühe sich umsonst, den anderen Herrn Hasen zu schwängern, erfuhr ich als Quelle des exakt vorgetragenen aber hier nicht wiederholten Wissens, das sei in der Universum – Sendung erklärt worden, „bei den Fischen“.

    Da schauen wir Eltern blöd aus der Wäsche.
    Die wilde und familienferne Aufklärung wartete nicht, bis wir finden, das richtige Alter sei da.

  • Familienvater

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    Ziemlich grotesk, so eine Veranstaltung „Demo für alle“ zu nennen – wo „Demo für eine Minderheit“ doch viel passender wäre…

    @Josef
    Ich weiß auch nicht, „wes Geistes Kind“ man sein MUSS, um mit Kindern in besagtem Alter über sexuelle Vielfalt zu sprechen. Aber ich würde davon ausgehen, dass man eines wohlwollenden, liberalen, modernen, fürsorglichen, aufgeklärten, toleranten und respektvollen Geistes Kind sein könnte. Für mich jedenfalls eher positiv besetzte Attribute.
    Die Antwort auf ihre zweite Frage (die sie schon selbst geben und die daher wohl ähnlich rhetorisch gedacht ist, wie vermutlich auch schon die erste) möchte ich gerne ergänzen, auch wenn ihre Antwort „Mitnichten!“ freilich zutrifft: nein, ein solches „Zwergerl“ (wenn ich mir meine gerade zehn Jahre alt gewordene Nichte so vor Augen führe, finde ich allerdings, dass sie das Alter, in dem man sie als „Zwergerl“ bezeichnen könnte, schon lange hinter sich gelassen hat) muss natürlich nicht mit schamgerötetem Gesicht erfahren, was ein Dildo oder ein Kondom ist oder was man unter Oralsex versteht. Sollte es auch nicht. Schamesröte steigt einem doch nur ins Gesicht, wenn man sich wegen irgend etwas schämt – wofür sollten sich ihrer Meinung nach die „Zwergerl“ denn schämen müssen, was sollte ihnen den peinlich sein? Was ist aus Ihrer Sicht denn peinlich daran, zu lernen, wofür ein Dildo benutzt wird, wie und weshalb man ein Kondom verwendet oder was man unter Oralsex versteht?
    Abgesehen davon dass es durchaus Eltern gibt, die ihre Kinder lieber gar nicht selbst aufklären – möglicherweise aus Angst, dass es Ihnen die Schamesröte ins Gesicht treibt (u.U., weil sie selbst nie einen unverkrampften Umgang mit Sexualität erlernen durften). Da hilft es auch nichts, wenn das aus Ihrer Sicht dennoch deren „Pflicht“ wäre. Wenn sie die nicht erfüllen, dann doch umso besser, wenn es wenigstens in der Schule passiert.

  • Mr. T

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    Josef, an Ihnen sieht man sehr gut das Ergebnis dieser ganzen Falschinformationen. Es ist nicht so, dass da kleine Kinder praktischen Unterricht in allen Spielarten der Sexualität bekommen oder zur Homosexualität erzigen werden sollen oder was auch immer solche Irren hier reininterpretieren, um in die Luft gehen zu können. Es geht nur darum, dass eben andere Familienmodelle und Neigungen im Sexualkundeunterricht nicht ausgespart werden. Da geht es um einen gewissen Mindeststandard an Bildung auf diesem Feld für alle Kinder. Ins Detail gehen dürfen dann gerne die Eltern. Dadurch lernen Kinder wertfrei, dass es zum Beispiel auch Homosexualität gibt und dies nichts Perverses oder eine Krankheit ist, sondern eine stinknormale Laune der Natur wie vielleicht Linkshändigkeit oder Rothaarigkeit.
    Was fehlende Bildung hier anrichten kann, sieht man sehr gut an Ihnen.
    Bei ID Gloria wundert mich es umso mehr, da sie ja früher keinerlei Berührungsängste mit allen Facetten der Lebenslust hatte, mittlerweile aber selbst schlimmste Katholiban auf den Knien rutschend mit dem Rosenkranz durch die Finger ratternd rechts überholt.
    Zu ihr bleibt noch zu erwähnen, dass jegliche Nähe zu Leuten wie dem Bananen-Nolte absolut gegen sie spricht und tief blicken lässt. Wer so jemandem näher als einen Meter kommt ohne ihm eine kräftige Schellen zu geben, geschweige denn auch noch lacht, muss fast schon als Unterstützer gelten!

  • Engler

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    Man muss kein sonderlich intelligenter Profiler sein, um zu erkennen, dass Euer Durchlaucht (Josef von Thurn und Taxis?) wohl selbst geantwortet hat… Wenn man gar nicht aufgeklärt wird (und das ist mitnichten so abstrus, wie Ihr und Euer rechter Klüngel es Euch in Euren verschwörungstheoretischen Köpfen so zusammen reimt) dann bekommt man eben ganz naiv und christlich als deutsches Mädel mit 12 ein Kind und muss halt dann eine schöne Vernunftehe eingehen. Aber danach einfach beten, oder auf ein erlösendes Leben im Jenseits oder auf Vergebung aller Sünden hoffen, und es wird alles wieder besser… TIPP: Machen Sie mal eine ordentliche psycholytische Psychotherapie oder lesen Sie Wilhelm Reich, oder was auch immer… Erst wenn die letzte Generation von Euch erzkonservativen Fundamentalisten ausgestorben ist, wird es so was ähnliches wie Frieden auf Erden geben. AMEN

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Josef“ – Sie plappern genau den Mist, den die Ewiggestrigen verzapfen, gedanken-
    los nach. In keinem Aufklärungsunterricht stehen Schwulen- und Lesbenverbände
    am Pult, sondern ausgebildete Pädagogen. Und außerdem ist es auch für Klein-
    kinder nicht schädlich, wenn sie auf sachliche Weise erfahren, daß es ganz unter-
    schiedliche Arten der Partnerschaft gibt.

  • Ulrich Perchermeier

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    Lieber Gott,
    bitte erlöse uns.
    Lieber Albert,
    komm und mach Deinen Job. Bitte.

  • joey

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    Lieblingsfeind konservative Christen? Immer wieder frage ich bei solchen Erregungen, welche politische Wirkung diese denn praktisch haben? Sie spielen keine Rolle in der Sexualpraxis und anderen politischen Fragen.
    Mir ist keine einzige Religion bekannt, die Homosexualität gut findet. Den Kirchen wurde die Macht aus vielen guten Gründen 1805 und 1870 in Deutschland genommen, Sexualität wurde gesellschaftlich frei und offen (erst) in den 68ern (in den meisten Themen völlig richtig). Päderastie der 68er wurde dann vor einigen Jahren „aufgedeckt“ und recht leise und schamhaft abgeheftet, nur die Odenwaldschule konnte das nicht so leicht wegstecken.

    Diese sexuelle Befreiung gabs aber nur im Westen der 1. Welt. In der 3. Welt, den sozialistischen Staaten und Islamischen Ländern hat diese Entwicklung nicht stattgefunden. Mit der Migration kommt nun dieses immer mehr zu uns – in wesentlich wirksamerer Weise als durch irgendwelche katholische Päpste oder eine Gloria. Deswegen darf man Migration nicht ablehnen, aber man sollte hier wachsam und ggf. konsequent sein.
    Hier ausnahmsweise von mir ein Link:
    https://www.queer.de/detail.php?article_id=28480
    Kurzangabe: ein ditib Imam hetzt, die ditib verweist auf den kulturellen Zusammenhang und den „von Vielen“ wörtlich ausgelegten Koran.

    Nein, es geht nicht nur um den Islam, sondern auch um christliche Parallelgesellschaften, die in ihrer „Fremdsprachigkeit“ in ihren Familienfeiern und Gottesdiensten auf polnisch, kroatisch, serbisch… russisch überhaupt nicht dem entsprechen, was sich hier fast das gesamte Forum wünscht. Nein, keine Phantasie: ein Bericht von Feiern in meiner Nachbarschaft, wo ich eingeladen war.

  • Piedro

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    Josef
    „Wenig Hilfreiches in diesem Thread , aber dafür umsomehr Stuß.“

    Deshalb ist ja jeder sachliche Beitrag wichtig!

    „Wes Geistes Kind muß man sein, daß bereits Kinder unter zehn Jahren mitgeteilt werden muß, was man unter sexueller Vielfalt versteht ? Muß ein solches Zwergerl wirklich mit schamgerötetem Gesicht erfahren, was ein Dildo, ein Kondom ist oder was man unter Oralsex vesteht ? Mit nichten !“

    Und mit neffen auch ! Aber wo wird denn den Zwegerln aufgedrückt was man sich wo reinstecken kann, was man wo drüberziehen kann und was ein Mund so anstellen kann? In Regensbugern Kindergärten? In den Grundschulen? Ich weiß nichts davon, deshalb kann ich mir dieses schamroten Zwergerln nicht vorstellen. Wenn sie was von Dildos und Oralsex wissen, dann eher nicht aus dem Kindergarten. Kann aber gut sein, dass ein Kind was plappert. Oder gar fragt. Und dann? Kein Thema, weil das Recht der Eltern auf Aufklärung verletzt wird? Ich muss erst deine Eltern fragen was ich dir sagen darf. Frag sie doch besser gleich selbst. Aber das Wort Schwanzlutscher nimmst du nicht mehr in den Mund, sonst reden wir mal mit dem Papa über Sowas. Und schon ist Ruhe im Karton.

    „Ich vertrete die Auffassung, das Aufklärung die zu förderst liegende Pflicht der Eltern ist und nicht irgendwelcher mit Schwulen küngelnden Schwulen- und Lesbenverbänden.“

    Es zerreißt mich förmlich, aber da bin ich ganz bei Ihnen! Die haben zum einen anderes zum tun, zum anderen kann es ja wohl nicht sein, dass irgendwelche Verbände einen Bildungsauftrag übernehmen. Deshalb bin ich so froh wie Sie, dass „Aufklärung“ in den Schulen nicht von Sexualagenten homosexueller Organisationen geleistet wird. Sie können durchatmen.

    „… Und laßt die Kinder ihre eigenen sexuellen und spannenden Erfahrungen machen, wie wir das auch durften. Dazu braucht es keine Anleitung von niemand !“

    Glauben Sie mir: jede Generation hat ihre eigenen Erfahrungen gemacht, und keiner, der sich Gedanken über die Aufklärung macht und schon Bedenken hat wenn es darum geht das pädagogische Problem hinsichtlich möglicher Fragen oder Situationen zu schulen wird die individuellen Erfahrungen der Kinder verhindern. Wenn Sie da anderer Meinung sind wünsche ich den Kindern in ihrem Umfeld alles Gute. Sie werden ihre Erfahrungen machen, wie alle anderen. Über eine Anleitung werden die wenigsten verfügen, und wenn, dann haben sie die nicht aus dem Kindergarten. Darüber müssen wir nicht wirklich reden, oder belegen Sie mal irgendwas von dem was sie da so fürchterbar empört.

    Wir müssen verhindern, wir dürfen nicht zulassen… Das ist eine Sache. Aber zu behaupten, dass den Kindern im Kindergarten von Staatswegen die Schamesröte ins Gesicht geschrieben wird, weil jemand über Oralsex und Dildos referiert hat für mich hohe, kabarettistische Qualität. Das ist einfach nur absurd. Aber Sie behaupten das, also darf man unterstellen, dass sie das auch glauben. Oder sie glauben es nicht. Hat Frau Festerling an Plüschpimmel geglaubt, als sie diese Wortschöpfung hinaus schaubte?

    Sie nehmen die Eltern in die Pflicht. Ihr müsst aufklären! Und wenn sie das nicht tun? Nicht wollen? Gar nicht mitkriegen, dass der vierjährige öfter schwule Sau sagt als der Papa, vorzugsweise im Kindergarten zum Franzl, weil der zwei Papas hat? Die Papa muss dem Franzl sagen was Sache ist. Die Kindergärterin darf nicht.

    Der Staat, in dessen Obhut sich die Franzl der Nation befinden (und natürlich nicht nur die) sieht das hoffentlich anders. Man sollte darüber reden wie er das auf die Reihe kriegt, keine Frage. Aber dazu muss an auch was zu sagen haben was darüber hinaus geht dass die Zwergerl besser nicht zu früh über Dildos und Oralsex aufgeklärt werden, und wenn überhaupt dann zuhause, respektive dem Schulhof, auch dem virtuellen. Da bleibt dann keine Frage unbeantwortet.

  • Mathilde Vietze

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    Den Reaktionären ist jedes Mittel recht, um Stimmung zu erzeugen. Da blüht dann
    mitunter schon auch die Phantasie. Da wird z.B. Initiativen, die aufklären, unter-
    stellt, sie gingen in die Klassen und würden den 10jährigen Buben Kondome „an-
    probieren“ usw. usf.
    Die schulische Aufklärung ist ein Segen für die Kinder, weil sie hier in sachlicher
    und korrekter Weise informiert werden und nicht auf dreckige Weise auf der
    Straße.

  • Aufklärer

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    Die goldenen 5 Regeln

    Eine Tante Frieda, geboren um 1960, hat mir mal aus ihrem Lebenslauf berichtet.

    Die hat sich nämlich mit jungfräulichen 19 Jahren – ja, damals war des so, daß man vorher net schnakseln durft – also, die hat mit ihren jungfräulichen 19 Jahren sich so nen gaaanz alten, herzkranken Typen, der fast 3 x so alt war wie sie selbst, geangelt, weil der immer so viel Kohle hat, hat sie gsagt.

    D’Oma – also ihre – hat immer wieder gsagt: Mädel, Du mußt schaun, daß Du ausgsorgt hast.

    Weil eine Tante Frieda in so einem Kloster, also so einer Mädel-Schule, also sowas, wo nur Mädels nei dürfen, war, war die so toll aufgeklärt, daß die des alles scho gwußt hat.

    Also hat eine Tante Frieda dacht – hat sie gsagt – der wär doch was. Drum hat sie den ganz schnell geheiratet, sonst hätt sich des der Alte vielleicht nochmal anders überlegt.

    Vorher hat d’Oma – also ihre – sie noch schnell aufgeklärt. Also, eine Tante Frieda hat gsagt, daß d’Oma gsagt hat:

    Mädel, laß den die ersten 3 Jahr *ja need* öfter als 1 x pro Jahr drübersteigen. Des geht sonst net gut.

    Und wie halt eine Tante Frieda so war, hat sie sich an des, was d’Oma – also ihre – gsagt hat, auch dran ghalten.

    Danach hat *er* nimmer möng. Hat sie gsagt, eine Tante Frieda.

    Da war sie froh, hat‘s gsagt.

    Gsagt hat’s no, daß d’Oma – also ihre – auch immer wieder gsagt hat:

    Die goldenen 5 Regeln einer aufgeklärten Frau sind:

    1. Ned drüber reden
    2. Staad halten und einfach ertragen und aushalten
    3. Hoffen, daß nimmer sooo lang dauert
    4. Wenn’s nimmer geht, einfach abspalten, dissoziieren und eine neue Persönlichkeit annehmen, in der Hoffnung, daß die dann mehr aushält
    5. Von vorn ofanga

    Ich glaub, eine Tante Frieda hat glei nach der Hochzeit mit Punkt 4. angfangen. Kann man, glaub ich, überall nachlesen.

    Wollt sich halt die ersten 3 ersparen.

    Hat’s halt net ganz gschafft. Hat’s halt nochmal ofanga müssen. Eine Tante Frieda.

    Recht hat’s ghabt, d’Oma. Mit ihre Regeln. Also die von einer Tante Frieda. Also d’Oma davon. Die Regeln von ihr halt.

    Was soll man jetzt von einer Tante Frieda halten? Wo die Regeln ihrer Oma doch sooo gut funktioniert ham? Eine Tante Frieda hat gsagt, daß jeder davon profitieren soll, und daß sie sich jetzt für die Aufklärungs-Regeln von ihrer Oma einsetzt, daß jeder was davon hat. Weil sie jeden so liebt. Also jeden „Nächsten“ halt. Also, zumindest, wenn er Kohle hat.

    Aufklärung is halt doch scho ne ganze Menge.

  • Barnie Geröllheimer

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    Tante Frieda hat Glück gehabt, dass dem Goldi seine Sache mit dem Doppelherz schief gegangen ist, sonst hätte Sie wohl noch zwei Runden drehen müssen…
    @ Aufklärer: You made my day.

  • R.G.

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    @Aufklärer
    Falls Sie noch/wieder ledig sind, mir tat ihre Weisheit gfalln…

    Wenn man denkt, die Frieda wäre in der Schule über die Bechermethode aufgeklärt worden, hätte sie sich das Gemurks ein- bis zehn Mal im Jahr sparen können.
    Spricht ganz stark für schulische Frühinformation mit der Parole: Sammle Joghurtbecher, bleibe keusch!
    Das passt gar in den Religionsunterricht.

  • Mathilde Vietze

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    Ich habe noch vergessen zu erwähnen, daß ich auch auf keinen Fall möchte, daß ein
    reaktionärer Lehrer den Kindern erzählt, daß praktizierte Homosexualität „Frevel“
    oder „Todsünde“ ist. Möglicherweise sitzen in der Klasse Kinder, die in einer gleich-
    geschlechtlichen Beziehung aufwachsen. Die kriegen dann einen Schock fürs Leben.

  • MF

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    Besser ist doch die Nichtaufklärung.
    Ich, jahrgang 59, hab von meiner mutter ein paar büchlein aus der kirche bekommen in denen stand, dass onanieren blind macht.
    hurra ich sehe noch.
    Mein Vorschlag: zunächst mal kostenloser Sexualaufklärungsunterricht für alle Priester, Kardinäle und Päpste.
    Zu unsrer aller Fürstin: Vom christlichen Punk zur christlichen Afd.
    Hauptsache die Afrikaner „schnackseln“ nicht mehr soviel.
    Ist´s überraschend ?

  • R.G.

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    Ihr „Hurra, ich sehe noch!“ beweist nur, dass Sie die verwerflichen Übungen nicht exakt so ausführten, wie die moralischen Lehrer sie in ihrem Negativbeispiel vorsahen.
    Es soll auch Menschen geben, die beim Purzelbäume schlagen denken, das wäre jetzt ein dreifacher Salto…

  • Josefe

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    Kommentar gelöscht. Überdenken Sie Ihre Wortwahl.

  • Regensburger Kontakt Klub

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    Ältere, wohlhabende Sie aus dem Raum R., unaufgeschlossen und katholisch,
    sucht unaufgeklärten Arier für jährlichen Festspielbesuch,
    sonntäglichen Kirchgang und Wohnungsentrümpelung.
    Falls es bei Dir jetzt geschnackselt hat, dann melde Dich!

  • MF

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    Servus R.G.

    ja, ja, irgendwas hab ich in meinem Leben falsch gemacht bzw. die „reine“ Lehre nicht richtig befolgt.
    Sehen ist aber nach wie vor vorteilhaft im Leben.

    Grüsse

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