Entspannte Konfliktlinie

Grüne Jugend positioniert sich gegen RKK-Standort

Die Jugendorganisation der Regensburger Grünen stellt sich gegen die Linie von Partei und Fraktion. Stadträtin Margit Kunc sieht das aber entspannt. „Da bin ich niemandem böse.“

GJ-Sprecherin Theresa Eberlein: „Die Stadtbahn wird wegen des Baus des RKK hinten angestellt und eventuell erst nach 2030 überhaupt begonnen.“ Foto: Archiv/ pm

„Warum soll das tragisch sein? Ich lebe damit gut.“ So reagiert Grünen-Fraktionschefin Margit Kunc auf eine Erklärung der Grünen Jugend, sich dem Bündnis gegen ein Kultur- und Kongresszentrum auf dem Ernst-Reuter-Platz anzuschließen und sich damit gegen die Linie von Partei und Fraktion zu stellen.

„ÖPNV vor RKK“

In einer heute verschickten Presseerklärung kritisieren die beiden Sprecherinnen der Jugendorganisation, Theresa Eberlein und Mirjam Körner, insbesondere die von der Stadt durchgeführte Befragung als „sehr zweifelhaft“. Das RKK sei mit den beiden anderen Großprojekten Zentraler Busbahnhof und Stadtbahn verwoben verknüpft worden. „Hier gab es jedoch nicht die Möglichkeit ‚Nein‘ zu sagen, sondern ineinander verwobene und suggestive Aussagen und Vorschläge der Stadt in ihrer persönlichen Wichtigkeit zu bewerten.“ Die bisherigen Ideenschmieden seien für ein Projekt dieser Größenordnung bei weitem nicht ausreichend gewesen.

Anstatt Geld für das RKK auszugeben, solle die Stadt es lieber in einen Bau der Stadtbahn investieren, um essentielle Verbesserungen des ÖPNVs zu erreichen, fordert Eberlein. „Dieses Projekt wird wegen des Baus des RKK hinten angestellt und eventuell erst nach 2030 überhaupt begonnen.“ Auch der drohende Verlust von Bäumen treibt Eberlein und ihre Kollegin Mirjam Körner um. „44 Prozent der Bäume auf dem Areal gelten laut wissenschaftlichen Untersuchungen als sehr wertvoll bzw. wertvoll, wovon nicht wenige gefällt werden müssten“, sagt sie. „Der bereits angekratze Grünstreifen des Alleengürtels würde weiter unterbrochen und die Luft in Regensburg weiter verschlechtert werden.“

„Ich bin da völlig leidenschaftslos.“

Margit Kunc: „Ich bin niemandem böse, der gegen das RKK ist.“ Foto: Archiv/ Staudinger

Einen Konflikt sieht Margit Kunc angesichts dieser ablehnenden Haltung nicht. „Die Grüne Jugend hat öfter eine abweichende Meinung und ich bin auch sonst niemandem böse, der gegen das RKK ist“, sagt sie. „Ich hoffe nur, dass die Gegner sich auch vernünftig informieren.“

Aus der wechselhaften Haltung der Grünen zu dem aktuellen Standort Ernst-Reuter-Platz macht Kunc keinen Hehl. Sie habe erst vor kurzem einen Artikel von regensburg-digital aus dem Jahr 2008 dazu gefunden, als der Grundsatzbeschluss dafür im Stadtrat fiel. „Damals waren alle glücklich darüber, außer die Grünen“, lacht sie. Allerdings habe sich seitdem einiges geändert.

„Jetzt ist kein Hotel mehr an dem Standort geplant und beim Beteiligungsprozess wurden Planungen angeregt, um die größere Tiefgarage weg vom Ernst-Reuter-Platz hin zum Bahnhof verlagert“, so Kunc. Das verringere den Verlust von Bäumen und die notwendigen Eingriffe in dieie Grünflächen, heißt es dazu in der entsprechenden Beschlussvorlage – allerdings unter dem Vorbehalt weiterer Prüfungen und Planungen. Kunc ist sich aber sicher: „Die früher im Raum stehen Zahl von 150 Bäumen, die gefällt werden müssen, trifft so nicht mehr zu. Das war für uns essentiell.“

„Müssen uns an den Koalitionsvertrag halten.“

Außerdem habe man mit dem einstimmigen Segen des Kreisverbands 2014 den Koalitionsvertrag beschlossen, in dem auch der RKK-Standort festgelegt wurde. „Daran müssen wir uns auch halten.“ Die Jugend dürfe aber gerne anderer Meinung sein, so Kunc. „Die haben ja noch keine so lange Geschichte mit dem RKK wie wir. Ich bin da völlig leidenschaftslos.“

Der äußerst ambitionierte Zeitplan der Stadt für die drei Großprojekte sieht vor, 2019 einen Architekturwettbewerb für das RKK auszuloben. Allerdings dürfte dazwischen mit ziemlicher Sicherheit ein Bürgerentscheid stehen. Aktuell wurden – trotz eher zurückhaltender Öffentlichkeitsarbeit des Bündnisses gegen ein Kultur- und Kongresszentrum am Ernst-Reuter-Platz – bereits über 3.000 Unterschriften gesammelt. Notwendig sind etwas mehr als 5.000.

Der aktuelle städtische Zeitplan. Grafik: Stadt Regensburg

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Kommentare (25)

  • Rosalia Genoveva

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    Lappersdorf hat wegen seinem Goldenen Stadel eine sensationelle Parteiveranstaltung von weiter rechts wie die CSU in den Ort bringen können.

    Das müss euch junge Grüne bewusst sein, wenns in Regensburg kein allerneuestes Kulturzentrum geben wird, könnten der Stadt einmalige Deals wie der in Lappersdorf entgehn.
    Die ganz guten Sachen brauchen eine edle und zeitgemäße Umrahmung, nichts zwei oder drei Jahre Uraltes…!

  • Mr. T

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    Warum MUSS man sich an den Koalitionsvertrag halten? Vor allem wenn man meint, dass da vielleicht etwas drin steht, von dem man nicht so ganz überzeugt ist? Entweder man begründet eine Entscheidung mit seiner Überzeugung und guten Argumenten oder man setzt sich gleich eine Narrenkappe auf.

  • mkv

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    @ Rosalia, sind Sie sicher? Ob der Stellung der CSU im Parteienspektrum? Haben die Schwarzen die Blauen nicht längst, jedenfalls in Teilen, rechts „überholt“?

    Man studiere dazu aufmerksam die ZEIT. Dort findet sich:

    Der neue Law-and-Order-Fetischismus
    Wir sind wir, die anderen sind der Feind: Deutsche Unionspolitiker kapern den Begriff “Rechtsstaat” und schaffen gefährliche politische Realitäten.
    Von Verena Weidenbach

    https://www.zeit.de/kultur/2018-05/rechtsstaat-begriff-cdu-csu-alexander-dobrindt-horst-seehofer-10nach8

  • mkv

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    An einen Koalitionsvertrag muss man sich nicht halten, juristisch gesehen, denn solche Verträge sind nicht verbindlich. Sie enthalten bloße Absichtserklärungen.

    Das weiß auch Innenminister Herrmann, der die vereinbarte (GroKo) Reform im Asylrecht untergräbt. Natürlich aus machtpolitische Gründen (Landtagswahl).

    Wie muss den Schwarzen der „Dings auf Grundeis“ gehen!
    (Dazu: Buch „Ich und das Grundeis“ samt gleichnamiger Dokuserie von Dr. M. B. Grundeis)

    Sehr informativ hierzu
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/asyl-bayern-blockiert-reform-der-asylprozesse-a-1209555.html

  • peter sturm

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    „Ich bin da völlig leidenschaftslos.“
    das heißt wohl: die grüne jugend istmirdochwurscht.

  • Barnie Geröllheimer

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    Stadtbahn und oder RKK für wen? In Wutzlhofen entsteht auf Kosten der Stadt künftig ein neues Parkhaus für die Arbeitnehmer*innen einiger verarmter Regensburger Großbetriebe, die sich keine Mitarbeiterparkplätze leisten können. Dafür brauchen wir Geld! Für die 246 Stadtbahn-Millonen könnte man ca. 30 Parkhäuser mit kostenlosen 22500 Stellplätzen für Mitarbeiter Regensburger Firmen bauen. Und die haben auch nur 10% des Flächenverbrauchs einer Bimmelbahn und sind vom Unterhalt her deutlich billiger als Wohnungen mit günstiger Miete.
    Die bunte Sozial-Koalition (ich distanziere mich ausdrücklich von Links-Grün mit angehängter Ja-Sagergruppe) im Rathaus setzt gerade wieder richtige Zeichen…

  • Prof. Dr. Achim Hubel

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    Die „Grüne Jugend“ hat bei der Diskussion um das RKK auf dem Kepler-Areal gründlich nachgedacht und den einzig richtigen Schluss gezogen. Man kann den jungen Leuten nur gratulieren, dass sie sich hier aus der etablierten Regierungskoalition ausgeklinkt haben! Regensburg braucht nach dem „marinaforum“ garantiert nicht noch ein zweites Kongress- und Kulturzentrum, sondern zuerst und vor allem anderen ein rigoros geändertes Verkehrskonzept mit Stadtbahnen, einem erheblich verbesserten ÖPNV, ausgebauten Fahrradwegen und einem konsequent reduzierten motorisierten Individualverkehr. Dafür muss die Stadt erst einmal alles Geld ausgeben, das sie zur Verfügung hat – vom sozialen Wohnungsbau erst gar nicht zu reden!

    Außerdem will die Grüne Jugend den Kahlschlag der Bäume für RKK und ZOB verhindern, was ja die „Mutterpartei“ der Grünen genauso gesehen hatte, bis sie 2014 zum Mitregieren eingeladen wurde und dafür mit einem entschlossenen Wendehalsmanöver die bisherigen Prinzipien über Bord warf. Der Versuch von Stadträtin Margit Kunc, diese politische Kehrtwendung positiv zu deuten, bleibt total unglaubwürdig, weil sie die Tatsachen entweder bewusst verdreht oder offenbart, dass sie gar nicht weiß, wovon sie spricht. Wenn sie behauptet, dass „die größere Tiefgarage weg vom Ernst-Reuter-Platz hin zum Bahnhof verlagert“ werde, dann ist das schlichtweg falsch. Nach den gegenwärtigen Planungen soll vor dem Bahnhof eine Tiefgarage mit maximal 130 Stellplätzen entstehen, die ausschließlich vom Westen – von der Bahnhofstraße her – befahren werden kann. Damit soll der bisherige Autoverkehr nördlich des Bahnhofs unter die Erde geleitet werden. In der Tiefgarage wird es Kurzzeit-Stellplätze für den Zubringer- und Abholverkehr rings um den Bahnhof geben, weiter für Postkunden oder Kunden der Geschäfte im Bahnhof, für den Lieferverkehr, außerdem braucht die Bahn Tagessstellplätze für Bahnfahrer usw. Über eine Wendeplatte werden alle Fahrzeuge wieder zur Bahnhofstraße zurück geleitet.

    Dass Frau Kunz diese Bahnhofs-Tiefgarage mit dem Parkierungsbedarf für das RKK gleichsetzt, ist völliger Unsinn. Das von der Stadt geplante RKK, das Tagungen, Kongresse und Konzerte für bis zu 1.800 Teilnehmer vorsieht, braucht zwangsläufig eine Tiefgarage oder ein Parkhaus mit mindestens 600 bis 800 Stellplätzen in unmittelbarer Nähe des RKK. Es wäre absurd, hierfür auf die kleine Bahnhofs-Tiefgarage zu verweisen, denn die wäre sofort hoffnungslos überfüllt und hat zudem ihre eigenen Nutzer. Im Vergleich zwischen dem Parkplatzbedarf des RKK und der Bahnhofs-Tiefgarage kommt es mir vor, als würde man einem Elefanten einen Hasenstall als Unterkunft anbieten!

    Es gehört aber zur Taktik des Stadtrats, die gewaltigen Probleme der Zufahrten zum RKK, des Anlieferverkehrs dort und erst recht die Frage nach den erforderlichen Parkplätzen für die Tagungsteilnehmer oder Konzertbesucher in der Diskussion komplett auszuklammern und so zu tun, als bräuchte man das alles nicht. Nur so kann man auch den Bürgern vorgaukeln, dass es nach der Fertigstellung des RKK auf dem Areal mehr Bäume und mehr Grünflächen geben werde als jetzt. Dabei ist jedem logisch denkenden Menschen klar, dass dies unmöglich sein wird. Nur die Parteien des Stadtrats haben es – mit Ausnahme der ÖDP – vorgezogen, lieber nicht gründlich nachzudenken, sondern geschlossen für das RKK zu stimmen. Geradezu perfide scheint es mir, wenn sich viele Stadträtinnen und Stadträte auf den Koalitionsvertrag berufen, an den sie gebunden seien. MIr haben sogar einige führende Parteimitglieder versichert, dass sie persönlich gegen das RKK seien, aber leider an den Vertrag gebunden sind. Wie praktisch ist es doch für viele Stadträte, dadurch zwei Gewissen haben zu dürfen! Das eine, private Gewissen darf eine eigene Überzeugung haben, das zweite Gewissen wird bei den Abstimmungen im Stadtrat eingeschaltet und dem Fraktionszwang untergeordnet. Haben die Stadträte nicht irgendwann einmal gehört, dass sie ihrem eigenem Gewissen und sonst niemandem verpflichtet sind? Oder ist ihnen dieser Sachverhalt bisher komplett entgangen?

  • Jonas Wihr

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    Dieses ewige Extrapolieren des Koalitionspapiers, man kann und will es nicht mehr hören. Es gibt in Kommunalgremien wie in einem Stadtrat schlichtweg keine Koalitionen. Parteien können untereinander – langfristig oder punktuell – eine Zusammenarbeit vereinbaren, eine Koalition wie in Bundestag oder Landtagen ist hier vom Gestzgeber nicht vorgesehen. Aber Frau Kunc und die anderen Geldverschwender nutzen dieses Regensburger Behelfskonstrukt, um sich wunderbar dahinter zu verschanzen.

  • mkv

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    Das große „Vorgaukeln“. An den Regensburger Grünen sieht man beispielgebend für alle Parteien, dass nicht Haltung, eigene persönliche Überzeugungen, vernunftgemäßes Abwägen des PRO und CONTRA …. , sondern angebliche, aber nicht existente „Koalitions“-Zwänge das „Sein“ zu bestimmen scheinen.

    Im Rahmen seiner Doktorarbeit (1974) hat der vormalige Bundestagspräsident Lammert, nunmehr Chef der KAS, geschrieben:
    „Parteien sind auf kommunaler Ebene nicht oder nur unzureichend in der Lage, konkrete Interessen und Bedürfnisse der Bürger zu artikulieren und zu organisieren.“

    Erneuert hat Lammert diese Erkenntnis in einer Radiosendung zum 59. Jahrestag der Verabschiedung der Grundrechte. Und ergänzt dahingehend, dass nicht nur den Parteien die Neu-gier-de fehle. Hier wohl auf die substantielle Bürger-Arbeit von NoRKK (am ERP).

    Link zur Sendung vom 23. 5. 18 im DLF, ab 11:15 Minute.
    http://www.deutschlandfunk.de/69-jahre-grundgesetz-politik-braucht-auseinandersetzung.2011.de.html?dram:article_id=418455
    (Im Bild, rechts unten anklicken)

  • Mr. T

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    Ein Unding, wenn ein Stadtrat entgegen seinem besten Wissen und Gewissen entscheidet! Was wiegt schwerer, ein Verrat am eigenen Wähler oder an der eigenen Fraktion?

  • Rosalia Genoveva

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    Mit dem Talent, ein Mehrwerden von die Bäum zu sehn, wenns insgesamt trotzdem viel weniger werdn solln insgesamt, empfehlt man sich wärmstens für einen Spezialistenposten als Relativitätstheoretikerin auf einem noch zu schaffenden Deutschen Parkszubetonierungsgsamt.

  • mkv

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    ÖPNV – BÄUME – BÜRGERHAUSHALT – BÜRGERBEGEHREN – PLANUNGZELLE/BÜRGERGUTACHTEN – BÜCKLING

    Ein Blick nach Breslau:
    „Direktorin Katarzyna Szymczak-Pomianowska will vor allem das Bürgerengagement stärken. „Sie selbst können am besten zum Beispiel das Potenzial einschätzen, aus einer maroden Substanz eine Grünanlage zu machen“, sagt sie. Vor Kurzem überraschten Seniorinnen und Senioren die Beamten, als sie vorschlugen, eine Brachfläche zwischen Wohnblocks zu einem kleinen Park umzugestalten. Das Projekt gewann einen Wettbewerb und soll nun umgesetzt werden.

    Nicht immer aber klappt es reibungslos mit der Bürgerbeteiligung. Szymczak-Pomianowskas Vorgängerin musste gehen, weil sie ohne das Okay der Anwohner Hunderte von Bäumen in einem Park im Westen der Stadt fällen ließ. „So etwas sollte nicht mehr vorkommen und daraus ziehen wir eine Lehre“, verspricht Vizebürgermeisterin Magdalena Piasecka.“

    Auszug aus einer vergleichenden ZEIT-Serie: Wie gehen andere Städte mit den immer gleichen Problemen um?
    https://www.zeit.de/mobilitaet/2018-05/wroclaw-polen-stau-autoverkehr-strassenbahn-luftverschmutzung/seite-2

    —-

    Links zum Bürgerhaushalt

    Grundsätzliches
    https://www.buergerhaushalt.org/de/modelle_und_verfahren

    Beispiel
    https://www.buergerhaushalt-norderstedt.de/broschuere/34

    Nun hat auch Regensburg Erfahrungen mit Bürgerengagement, z.B. das Bürgergutachten und der auch daraus abgeleitete Regensburg-Plan 2005: Aber wie schaut es aus mit dessen Aktualisierung und vor allem der Umsetzung der von der Bürgerschaft im Wege der PLANUNGSZELLE erarbeiteten Ziele?

    https://www.regensburg.de/fm/121/regensburg_plan_2005.pdf
    Man lege sein Augenmerk u.a. auf die Gliederungspunkte 4, 7 und 10 und die jeweiligen LEITPROJEKTE.

    Wenn die Stadt unverzüglich die Ziele des Bürgerbegehrens per Mehrheitsbeschluss (es muss „nur“ beantragt werden) übernähme, könnten die wichtigsten Fragen und Problemlösungen der Zukunftsentwicklung mit ihren Auswirkungen zunächst in der Altstadt, dort im Areal Maximiliansstraße–Bahnhof, im Wege einer weiteren
    PLANUNGSZELLE von der Bürgerschaft erarbeitet werden und das Ende der konfrontativen, nur Energien verbrauchenden Situation herbeigeführt werden.

    http://www.partizipation.at/planungszelle.html

    —-

    Das Entscheidende bei diesem dann vorliegenden BÜRGERGUTACHTEN (in Verbindung mit einem BÜRGERHAUSHALT) ist dessen Hebelwirkung: Der Stadtrat, das gewählte politische Gremium und grundsätzliche Entscheidungsinstanz, kann vereinbarungsgemäß davon dann nur noch abweichen, wenn er eine substantielle andere und bessere Lösung parat hat. Ein solches Vorgehen hat befriedende Aus-wirkungen und bindet vor allem Wissen und Kenntnisse der Bürger als „Fachleute“ ihres Quartiers mit ein. Und man macht damit Schluss seitens Verwaltung/Politik Bürger-Beteiligung nur als Spielwiese zu betrachten, um dann doch einen Bückling vor den Interessen der neoliberalen Wirtschaft zu machen, der bekanntlich einen „strengen Geruch“ hat.

  • mkv

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    Stadtbahn – Die Entscheidung darüber soll laut MZ für den 19.6. anstehen; Frau Schimpfermann veranschlagt eine Zeitspanne von 12-15 Jahren zur Realisierung.

    Ein – geschichtlicher – Vergleichsblick nach Karlsruhe mit zwei Bürgerentscheidungen etc. erscheint angebracht. Dort wurde die bestehende Straßenbahn teilweise ( auch wegen Lärms etc) im Nachhinein (!) in den Untergrund (Kombi-Lösung/Stadtbahntunnel) verlegt.

    Dazu:
    Karlsruhe – Verlauf
    https://ka.stadtwiki.net/Kombil%C3%B6sung
    U-Strab, Berichte darüber in „Umwelt+Verkehr“
    http://umverka.de/hefte/themen.html#city2015

    Auch für R. sollte man sich das geplante Unter-fangen in allen Schattierungen gut überlegen und durchdenken. Auch darüber wie sich binnen einer halben Generation von 15 Jahren das Leben, die Begegnung und der Aufenthalt der Bürger im öffentlichen (demokratischen) Raum potentiell verändern, wie der MIV radikal innerstädtisch zu beschränken und Fußgängern/Radfahrern „Vorfahrt“ zu gewähren sein wird – bei gleichzeitiger starker Begrünung der Innenstadt der zunehmend heraufziehenden klimatische Erwärmung wegen.

  • altstadtkid

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    Kongress Standort ohne Flughafen und Parkplätzen auf einem Areal das für 1800 Mann/Frau Veranstaltungen schon jetzt zu klein ist und auch nicht größer werden kann.
    Vor allem weil nicht schon andere Städte mit wesentlich besserer Verkehrsanbindung vor Jahren auf die selbe Idee gekommen sind, und die Kongress Zentren deutschlandweit vor sich hindümpeln
    Ich freue mich jetzt schon auf die Roten Zahlen, und welche Konzerte mit 1000+ Besuchern sollen da stattfinden, damit ist in Rgbg. noch jeder Veranstalter untergegangen
    Mein Vorschlag
    Altstadt Uni Campus, Wohnen, Kultur, Gastro, Shops im sanierten Wirsing-Bau. Ein junges Herz mitten in der alten Stadt

  • R.G.

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    Die nun bedrohten Bäume im Grüngürtel scheinen entbehrlich zu sein, weil es genug verbleibende Bäume gäbe.
    Eine Alternative wäre gewesen, den Grünanteil noch deutlich zu stärken.

    Das hätte konkret beim Wirsing Hochhauses, durch hängende Gärten an der Fassade und Grünflächen auf den Dächern geschehen können. Die Parkanlagen würden dadurch geschlossener und großzügiger wirken.

    Förderungen für neu errichtete Innengärten, Kletterpflanzen an Zäunen, über Garagen und Wirtschaftsgebäuden, Blumenkisten an Fenstern und Balkonen, Dachbegrünungen, Gemeinschaftsgärten für Bewohner, wären weitere Grünvermehrer.

    Für den Fremdenverkehr hätte die Zuordnungen „Grüne Renessaincestadt, Weltkulturerbe“ Werbewert.

    Stärkung des Öffentlichen Verkehrs sollte ein Erstziel sein, die Stadt belebend wirkten Begegnungszonen, Wohnstraßen, Kleinhandwerkerstraßen, anno 1800-, anno 1900, Kunsthandwerkerplätze und Erfinder/Startup-Ladenzeilen.

    Brachflächen und für Wohnblocks vorbereitete Grundstücke sollten eine Zwischennutzung erfahren.

  • Herbert Guendler

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    >„Vorschläge zur Förderung des Wohnungsbaus in Regensburg…“ deshalb darauf hingewiesen, dass die Identifizierung von größeren Baulücken und Nachverdichtungs-  bzw. Umnutzungspotenzialen zusätzliche Spielräume beim Wohnungsbau eröffnen könnte.<
    https://srv19.regensburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=11294
    Durch die o.g. 'zusätzlichen Spielräume' wird insgesamt wesentlich mehr Grün vernichtet wie beim RKK, leider kümmert sich darum keiner.

  • KON

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    RKK
    Die Grünen im Regensburger Stadtrat kommen mir vor wie ein Radio, das es in Elektronik-Geschäften zu kaufen gibt und auf dem immer noch mit Logo Grundig geworben wird, obwohl es die Firma Grundig schon lange nicht mehr gibt.

  • Andreas Eckl

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    Junge Grüne,

    ist das so, dass ein RKK eine Stadtbahn verzögern würde? Das ginge natürlich nicht!
    Ein Indiz dazu ist aber für mich nicht zu finden, wie kommt Ihr denn darauf?

    Herr Hubel,

    ich will PLÄNE dazu sehen was dort wie gehen könnte, oder was dort NICHT geht, was Sie zwar scheinbar schon wissen, aber niemand zeigen können.
    Deswegen ärgert mich das geplante Bürgerbegehren weil es keine kluge Frage stellt, sondern das was man erstmal braucht um zurecht dagegen zu sein zu können verhindern will.

    MKV,

    der richtige Hinweis: gemeinsam weiter planen und diese kindische Energieverschwendung durch etwas produktives ersetzen…

  • Jonas Wihr

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    Ach, Herr Architekt Eckl, wer braucht denn eine Stadthalle? Und wozu? Für das moderne Kongressgeschehen, das weitgehend via Streaming abgewickelt wird, dient so eine Halle nie und nimmer? Das Marinaforum steht leer, kostet den Steuerzahler aber Unsummen. Das Museum der Bayerischen Geschichte reicht als weiteres Beispiel für schlechte Architektur im Welterbe.

  • Dieter

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    Eine Stadtbahn ohne eigene Trasse ist und bleibt verkehrstechnischer Unfug. Mit einer verträumten Bimmelbahn hat diese genauso wenig zu tun wie das RKK mit Kultur und Konzerten.
    Statt städtebaulichem und verkehrstechnischem Größenwahn wäre mir bezahlbarer Wohnraum lieber. Aber auch da sind die Grünen wohl mittlerweile leidenschaftslos.

  • Hansemann52

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    Margot Kunc,-
    …soll heißen, was interessieren mich die Aussagen der Jungen Grünen.
    Anstatt den wertvollen und nicht mehr ersetzbaren Alleengürtel rings um den Bahnhof zu erhalten, soll eine“verlustreiche“ Kongress(Beton)Halle entstehen. Im Übrigen, widerspricht dies der Gesinnung der Grünen, wofür Sie doch eigentlich immer in der Vergangenheit gewählt und gestanden sind.
    Der ÖPNV sollte mit dem Geld viel mehr gefördert und gestärkt werden, das war doch jeher schon mmer ein Ziel.

  • Jens

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    Sind Aachener selbst Schuld? Die Bürger entschieden sich 2002 deutlich gegen eine Stadtbahn, obwohl der Stadtrat fast einhellig dafür geworben hatte (Bürgerklatsche für den Stadtrat soll es in Regenburg auch mal gegeben haben).

    Dieselfahrverbote wie in Aachen sind kaum noch vermeidbar, wie das Aachener Urteil gegen die Stadtspitze zeigt. Das Verwaltungsgericht blickt nämlich zurück auf halbherzige Luftreinhaltemaßnahmen. Verkehrsreiche Straßen wird es bei uns treffen: die Weißenburgstr., die Amberger, die Prüfeninger, die Lutherstr. , … Das wird Gesundheit schützen. Ein wenig Schutz.

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