Verlosung

HELLBENDER Tour: ZEKE am 22. November in Regensburg

ZEKE kommen nach Regensburg! ZEKE, Highspeed-Punkrocker aus Seattle hören sich an, als würdest du knapp, also wirklich knapp, an einer Kettensäge vorbei fallen, und du schwörst noch beim Wegkrabbeln, dass Sägespäne fliegen und es nach Öl und Diesel riecht. Wir verlosen zwei Karten.

Von Ingo Knott

ZEKE sind so hart und so heftig wie die Rennen und die Turbos, die sich durch ihre Texte ziehen, oder wie das white trash-Leben, das in ihrer entgrenzten Welt droht. Hot Rods, Dirt Bikes, 4-Jet Power all night long als polytoxer Alptraum schwer verwirrter Autoschrauber, die ihre Asozialität besingen: „I’m a motherfucker when I get behind the wheel/ I’m a loser I’m an asshole, don’t know how to feel, yeah.“ (302 cubic inch v-8 powered blues, auf dem Album „Super Sound Racing“, 1993, Relapse.)

Von der „West Seattle Acid Party“, dem ersten Output der Band, bis zum neuen Sprengsatz, dem Album „Hellbender“, ist es eine überschaubare musikalische Tour, im positiven Sinn. Ihre Songs waren und sind kurze Rock-Knüppler, rausgeknallt ohne Warnung, „Loco live“ nur ohne „onetwothreefour“, aber eben auch im Studio so brüllend schnell wie es die Ramones nur auf ihrem legendären, ob der Drastik aber auch wenig mainstreamtauglichen Album waren. Kommt alle zum ZEKE-Konzert am 22. November in die Mälze.

ZEKE wurden vor 25 Jahren gegründet; Sänger, Schreiber und Gitarrist Blind Marky Felchtone hat für seine neuen Aufnahmen alte Bekannte wieder eingesammelt: Bassist Kurt Colfeld hat Drummer Dayne Porras „mitgebracht“ (ein tolles Interview von Wolfram Hanke hier) und mit Kyle Whitefoot wurde ein junger Gitarristen geholt. Es konnte also wieder losgehen, zumal mit dem Label Relapse Records ein angesehener Laden dahinter stand und steht. Und Relapse hat die letzten Alben der Band wieder veröffentlicht, in hervorragenden Editionen – ein neues Album? Nach gut 14 Jahren? Her damit! „Hellbender!“ wurde geboren. Ab nach Europa, ZEKE tritt 2017 beim Rotterdamer ScumBash-Festival als Headliner auf und triumphiert; zurück in den Staaten wird das Album fertig gestellt. Diesen Herbst ist es in den deutschen Läden angekommen, immerhin – beim Müller steht es regulär. Get it.

„Hellbender“ ist kein Alterswerk; es scheint, als habe es seit dem hervorragenden „Till the Living End“ kein Jahr Studiopause gegeben: Vollgas von Anfang bis Ende, 15 Songs in 20 Minuten, bis die Ohren bluten; produziert von Jack Endino, (Nirvana, Therapy?, Mudhoney, L7, Supersuckers, mit denen sie 2003 als „special Guest“ durch Deutschland tourten), gibt es natürlich nichts zu meckern. (Er hat sie bereits für ihr erstes Epitaph-Album produziert.) Felchtone ist als Sänger ein durchgedrehter Roboter auf Meth, ein Presslufthammer, vorangetrieben von einem Wall of Rock, der wie ein ungebremster Zug durch die Landschaft rast.

Es gibt ja genügend Lärm auf dieser Welt, auch solcher, der sich musikalisch versteht – was natürlich Quatsch ist, man braucht Melodien; wer keine hat, soll Bücher schreiben, aber keine Songs. ZEKE schütteln Melodien aus dem Ärmel, als gäbe es die am Strand der Besinnungslosigkeit zum Aufsammeln, und ihre Musik ist so exakt wie ein Hochleistungsmotor, wenn du das Gassignal gibst. Peng! und ab; Piste runter, Metall kracht, Knochen jubeln, Gummi stinkt und es ist so laut – kein Wunder, irgendwo: die Musik ist noch heftiger als die Soundkulisse eines Stockcar-Spektakels und ein Downhill-Racer könnte mit ZEKE zur Selbstüberschätzung neigen; ZEKE ähneln, ein immer wieder gern geschriebener und etwas humpelnder Vergleich, Motörhead. Die zackigen Gitarren und der (textliche) Abgrund von z.B. The Exploited sind wesentlich näher. Vergleichbar sind sie mit der Lemmy-Truppe dennoch, aber auch: Dwarves, Bad Religion (zu „No Control“-Zeiten)

Die musikalische Entsprechung zum Überfall – ZEKE. Beware. Im Mälze-Keller.

In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Veranstalter verlosen wir zwei Eintrittskarten zum ZEKE-Konzert am 22. November im Keller der Alten Mälzerei Regensburg. Schreibt bis 18. November eine eMail an verlosung@regensburg-digital.de (Betreff: Hellbender) und mit Name und Telefonnummer; wir losen dann aus. Fragen erübrigen sich, ihr habt ja diesen tollen Text gelesen.

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Kommentare (5)

  • semmeldieb

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    Ist das nicht ein bisschen zu aufregend für die heutige Jugend?

    Vielleicht sollten zeitgenössische Musikanten eher beschauliches und retardierendes erschaffen, anstatt diese ganze Aggro, die in der aktuellen Gemengelage steckt auch noch durchzuheizen…

  • Giesinger

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    Habe es soeben an meinen Neffen und seiner Frau weitergeleitet.
    Denen taugt das!

    Womöglich sogar auch noch mir…

    Nur, ich trau mich mit 52 Jahren nicht mehr in die Mälze!?

  • Ingo Knott

    |

    …also ich bin 49 und gehe schamlos und unerrötet da hin. :-)

  • dünnster Künstler

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    Ganz ähnlich nur ohne Benzingestank:
    Herrmann Joseph Silbereisen bestäubt die Deutsche Frau
    https://youtu.be/jBnCSvkLYoY

  • Ingo Knott

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    Silbereisen im Misfits-Fieber, nicht schlecht, „dünner Künstler“, haha.

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