Archiv für 29. Oktober 2018

Obwohl der Vertrag mit ihm noch fast ein Jahr läuft, hat der Aufsichtsrat der Stadtbau GmbH Joachim Becker „mit sofortiger Wirkung“ von seinen Dienstpflichten entbunden. Der Geschäftsführer der städtischen Wohnbaugesellschaft hatte kurz zuvor in einer Sitzung mit der Regensburger Stadtpolitik abgerechnet. In der Suada, die Becker am 17. Oktober als Tischvorlage präsentierte, hat er außerdem Oberbürgermeister Joachim Wolbergs mit Aussagen zur Nibelungenkaserne belastet, die den Ermittlungsbehörden noch neu sein dürfte. Wird Becker nun noch als Zeuge geladen?

Auf sieben Seiten hat Stadtbau-Geschäftsführer Joachim Becker in nichtöffentlicher Sitzung mit der Regensburger Stadtpolitik abgerechnet. Es folgte die sofortige Freistellung von den Dienstpflichten. Eine Episode in Beckers Schilderungen belastet auch Joachim Wolbergs.

Einen Tag, nachdem die Nachricht in der Welt ist, bleibt Joachim Becker wortkarg. „Ich bin befristet angestellt und weiß, dass mein Vertrag zum Ablauf der jeweiligen Befristung enden kann“, so der Geschäftsführer der Stadtbau GmbH. „Dass dies nun so geschieht und dabei jedwede Begründung fehlt, erscheint mir aber doch etwas willkürlich.“ Zwei Tage zuvor – ungewöhnlicherweise an einem Samstag – hatte der mit Stadträten besetzte Aufsichtsrat der städtischen Wohnungsbaugesellschaft getagt und mehrheitlich beschlossen, was die Pressestelle dann am Sonntag in einer knappen Erklärung mitteilt:

„Der Aufsichtsrat der Stadtbau Regensburg hat in einer außerordentlichen Sitzung am Samstag, 27. Oktober 2018, beschlossen, den im Jahre 2019 auslaufenden Vertrag des Geschäftsführers Joachim Becker nicht zu verlängern und ihn mit sofortiger Wirkung von seinen Dienstpflichten freizustellen. Die Position wird nun zeitnah ausgeschrieben. Bis die Stelle wieder besetzt werden kann, werden die Geschäfte der Stadtbau von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die Vertretungsvollmacht besitzen, weitergeführt.“

Reaktionen auf die MHG-Studie

Bistum Regensburg zwischen „Lug und Trug“ und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen

Eines hat die Ende September veröffentlichte MHG-Studie deutlich gemacht: Sexueller Missbrauch durch katholische Geistliche ist nicht mit sündig gewordenen Einzelnen zu erklären. Die katholische Kirche sieht sich vielmehr mit grundsätzlichen Fragen zu ihren missbrauchsbegünstigenden und –vertuschenden Strukturen konfrontiert. Während in Regensburg die Staatsanwaltschaft in der Folge der Studie Vorermittlungen aufgenommen hat, soll ein Vertreter des Bischofs von „Lug und Trug“ gesprochen haben.

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