SOZIALES SCHAUFENSTER

Ein Besuch im "Museum der Bayerischen Geschichte"

Unheimlich bayerisch

Das muss man gesehen haben, wie im neuen grauen „MIA SAMMA MIA“-Museum zu Regensburg an der Donau die Geschichte staatsbayrisch auf CSU-Linie getrimmt wird. Regensburg ist eine Reise wert, ob das Museum den Wert erhöht, ist höchst zweifelhaft. Beachtlich ist jedenfalls, wie mit über 88 Millionen die Geschichte Bayerns höchst offiziell und staatsgetragen abgehandelt wird.

Von Wolfram P. Kastner, Künstler, Autor, Historiker
Institut für Kunst und Forschung München

Vielleicht sollte man die Besichtigung des Museums am Ende des Rundgangs beginnen und das hochfahrende rautierte Foyer mit dem geschlechtslosen Löwenbräulöwen rasch nach ganz oben verlassen. Da grüßt die Besucher dann sofort das erhellende riesige Logo der Staatspartei und der brüllende Atomkraftmeier Strauß, Franz Josef.

Von da geht es dann zurück bis zu den Ölschinken der Ludwigs, mit denen die Geschichte Bayerns rückwärtsgewandt kulminiert. Der größte Raum des Museums ist natürlich dem Auto gewidmet. Wer hätte anderes erwartet? Schließlich ist das die höchste bayerische Kulturleistung und es gibt ja auch eine ganze Reihe bayerischer bescheuerter Autominister. Ein auf Hochglanz poliertes Geschwader von bayerischen Personenkraftwagen ohne jeden historischen braunen Rostfleck. Himmlisch, überirdisch, volksnah, rüstungs- rost- und problemfrei.

Immerhin ist eine ganze Strecke den „Gast“arbeitern gewidmet, natürlich nicht den Zwangsarbeitern. Der Nazibunker unter dem Hauptbahnhof, kalt, feucht und fensterlos erscheint als Empfangshalle. Da wurden die „Makkaronifresser“ eingebunkert bis zu ihrem Weitertransport nach Stuttgart zu Daimler, nach Wolfsburg zu VW, in den Ruhrpott und zu BMW und Siemens. Aber das ist eine andere Geschichte, die nicht museumstauglich erscheint.

Der größte Raum ist natürlich dem Auto gewidmet…

Sehr schön ist die Sammlung ausgestopfter Tiere in einer südbayerischen Landschaft mit Gams und Auerhahn. Die durch die bayerische Landwirtschaft dem Aussterben anheimgefallenen oder fallenden Viecher haben da zu wenig Platz. Probleme mit der Landwirtschaft gibt es bekanntermaßen in Bayern nicht und folglich auch nicht im Museum.

Klar ist selbstverständlich, dass „MIA SAN MIA“ in Verbindung mit dem einzigen bayerischen Fußballverein ein wahres Hochlicht des Museums werden musste. Mit Frank Ribery usw., aber ohne die Geschichte des jüdischen Präsidenten Landauer und ebenso selbstverständlich spielen in der bayerischen Sportgeschichte der FC Nürnberg, FC Augsburg oder Jahn Regensburg eine total zu vernachlässigende Rolle.

Fußball ist echte bayerische Volkskultur und ein reiner bayerischer Volkssport, was man von Literatur, Film und Bildender Kunst wirklich nicht sagen kann. Da sind die Einschaltquoten wesentlich niedriger, also gehören der Blaue Reiter, Kandinsky, Marc und Gabriele Münter nicht ins Geschichtsmuseum und seine acht „Kulturkabinett“e, ebenso wenig wie Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Marie-Luise Fleißer, Mühsam, Koeppen, Erich Kästner oder gar so unbedeutende Filmemacher wie Fassbinder, Herbert Achternbusch, Herzog.

Wohin man schaut: informatorischer Tiefgang.

Das wäre dann ein anderes Bayern, als sich bayerische Ministerpräsidenten, Heimatminister und Staatsausstellungsdirigenten wie Herr Loibl das wünschen und vorstellen.

Denen entsprechend ganz besonders bayerisch gelungen und unglaublich humorvoll sind z.B.:

Kulturkabinett 4 „MIA SAN MIA“ für den FC Bayern aus München

Kulturkabinett 5 „GRÜSS GOTT“ mit dem Heiligen Rock des Papstes Ratzinger aus Marktl

Kulturkabinett 6 „KULTUR“ mit dem netten kleinen U-Boot-Modell des Kriegsberichters Buchheim aus Pappe

Museologisch hervorstechend gelungen ist das Arrangement von 20 Sammelbüchsen des NS-Winterhilfswerks, das hat optischen und informatorischen Tiefgang. Da muss der Widerstand gegen das Nazi-Verbrecherreich auf der Rückseite etwas kurz kommen und das letzte Flugblatt der Weißen Rose so weit hinter einer Glasscheibe liegen, so dass man es nur mit einem Fernglas lesen könnte. Widerstand von Sozialdemokraten, Kommunisten, Gewerkschaftlern und anderen mutigen Menschen hat folglich gar keinen Platz.

Hinter einer weiteren Glasscheibe ist eine Fotografie von Oskar Maria Graf in Lederhose links, seine Lederhose unten und Adolf Hitler in Lederhose rechts zu sehen, womit beide zumindest lederhosenmäßig einander nahegebracht werden.

Kurt Eisner wird in einem Text als „Berliner Jude“ charakterisiert, was sicher nicht der antisemitischen Hetze von Kardinal Faulhaber, dem Mörder Arco und anderen Demokratiefeinden gleichzusetzen ist. Man hätte ihn, der nie einer jüdischen Gemeinde angehörte und als Sozialdemokrat, Pazifist, Redakteur, Schriftsteller und politischer Aktivist wirkte, als solchen bezeichnen können, aber das wäre vermutlich zu aufwändig gewesen.

Das Leben von Kurt Eisner a la Bayernmuseum.

Stattdessen wird er in einer Bildsequenz zusammen mit seinem Gegner Auer und seinem Mörder Arco unter „Gesichter der Revolution“ eingereiht. Das ist nun wirklich eine herausragende Kontextualisierung! Da ist es völlig nebensächlich, dass Lebensdaten falsch angegeben werden.

Wichtig ist die Bemerkung, dass Eisner nichts von den marktorientierten oder heutigen inhaltsreichen Wahlwerbekampagnen verstand und gegen die Hetze von konservativer, bis reaktionärer und kirchlicher Seite machtlos war (was aber besser nicht erwähnt wird). Schade, dass die Pistole, mit der Eisner ermordet und die kürzlich anonym aus bayerischen Adelskreisen angeboten wurde, noch nicht im Museum bewundert werden kann.

Sogar Ernst Toller wird im Gegensatz zu Erich Mühsam erwähnt, zwar nicht als der bedeutendste deutsche Theaterschriftsteller der 20er und 30 Jahre – aber immerhin.

Ein wunderbarer Ersatz für die bayerische Kabarett-Szene (wie z.B. das Scharfrichterhaus in Passau, Sigi Zimmerschied, Polt u.a.) ist ein Arrangement hinter einer weiteren Glasscheibe mit dem zentral präsentierten Faschingskostüm des amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten, flankiert von Figuren der Augsburger Puppenkiste und dem bavarischen Kostüm der Luise Kinseher, das sie bei ihrer epochalen Nockherberg-Rede trug. Damit ist der Humor in Bayern wahrlich symptomatisch und umfassend abgedeckt.

Sehr ästhetisch und wirklich gelungen sind die weißen Modelle des Eingangstors zum KZ Dachau, des Schlosses Neuschwanstein, der Nürnberger Kaiserburg und anderer repräsentativer Gebäude auf einer Ebene in einer eindrucksvollen musealen Komposition im „Kulturkabinett 3: MEHR ALS ZWIEBELTÜRME“.

Kulturkabinett 3: „Mehr als Zwiebeltürme“.

Auch die „Lage der arbeitenden Klassen in Bayern“ wird in einem kleinen Foto berücksichtigt, und es hätte die Ausstellungsmacher bayerisch gnadenlos überfordert, mehr sichtbar und nachvollziehbar zu machen von dem, was Bruno Schoenlank 1886 in seinem gleichnamigen Buch aus den Berichten der bayerischen Fabrikinspektoren zusammenfasste.

Wenn man also rückwärtsgewandt durch die Ausstellung wandert, landet man schließlich bei den erhabenen öligen Porträts unserer vielgeliebten monarchischen Häupter, zu denen der Markus S. (ein Nürnberger Evangele?) so gerne gehören täte. Und in einem ganz besonders publikumswirksamen Raum, in dem schriftdeutsche Begriffe und Redewendungen in unsere allseits geliebten bayerischen Regionalsprachen transponiert werden, wie beispielsweise „Käse“, der dann im Museumsbayerischen kurz und bündig „Kas“ lautet. Das ist ein ebenso bedeutungsvoller wie raumgreifender Höhepunkt des Museums – ziemlich schwarz und etwas unheimlich.

Uns ist kein Klischee aufgefallen, das in diesem Museum nicht bedient würde. Darüber freut sich das bayerische und internationale Publikum, lacht bajuwarisiert und bayert gerne ein bisschen mit.

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Kommentare (31)

  • GSH

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    Ja und? Brauchst des?
    Danke für den nutzlosesten Artikel diesen Sommers. Ist denn schon Sommerloch?

  • Ruud Schulten

    |

    Ich komme aus ‚Kasland‘ Holland, besuchte das Museum ende Mai als es noch gratis war.
    Dachte das verdankte ich dem CSU als Bayrische Traditionspartei🤗🌷

  • Robert2Help

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    Die Geschichte schreiben die Sieger, bis sie abgelöst werden!

    Danke für deinen Einblick. Dann spar ich mir den Eintritt :-/

  • Oberbayer

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    Mir sand Oberbayern…
    https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/bayern-2-favoriten/obacht-bairisch-gerald-huber-1-2-3-100.html
    Ich kann schreiben, dass ich in einem geilen Land wohne, Bayern hat etwas!
    Bin in Oberbayern geboren und lebe dort auch seit sehr sehr langer Zeit.
    Als ich noch klein war sagte mein Vater immer Zuhause: Bei uns dahoam wird
    nur die CSU und der Franz Josef Strauss gewählt. Ja mei, mein Vater war halt damals schon so sehr mit Bayern vervbunden!
    Heute im Alter, gibts zum Thema Essen wirklich zahlreiche Köstlichkeiten in unserem Bundesland Bayern.
    Ob der Schweinebraten mit Reibeknödel & Kraut, das Bayerische Bier, das Hofbräuhaus in München, Weisswürsche mit Brezen….unser Land Bayern hat eine Vielzahl von Köstlichkeiten zu bieten.
    Wir alle können wirklich sehr froh sein, in Bayern leben zu dürfen….
    Wie gut schmeckt Bayern! – Dokumentarfilm
    https://www.lecker.de/bayerische-spezialitaeten-mei-san-die-guat-51339.html

  • dünnster Künstler

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    Im NS Dokuzentrum in München ist ein Teil der bayerische Geschichte ab 1900, die im Haus der Bayerischen Geschichte zu Regensburg nur staatstragend geklittert (und wie auch alle anderen Aspekte) nur oberflächlich und touristmusgerecht dargestellt wird gründlich und sehr interessant aufbereitet. Wer sich für neuere Geschichte interessiert, sollte nach München fahren.

    Das Haus der Bayern setzt der eindimensionalen, belanglosen und oft dreist-dummen Gestaltung des regensburger Stadtraums im Sinne des Welterbemarketings die Krone auf. (vergl.z.B. „Fontana Regina“ am Dachauplatz oder den Römer-Radl-Touristen-Rastplatz „Imperium Romanum“, Don Juan, Ungers Inschrift am Pylonentor etc….)

    Wenn z.B. im regensburger öffentlichen Raum eine Auseinandersetzung mit der nationalistischen stadtmarketing- und tourismuskonformen Ludwig I Inszenierung (1904) unter fadenscheinigen Gründen so so weit wie möglich verhindert und verboten wird, kann diese wohl im staatstragend touristischen Museum der Bayern wohl erst recht kaum stattfinden.

    Dabei wäre es z.B. durchaus interessant den imperialen Stil des Ludwig I „Denkmals“ von 1904 mit dem Militarismus im Vorfeld des 1.WK, der Rolle des Fahrrads zu dieser Zeit und der dekonstruktivistischen Form eines Kurt Eisner Denkmals in München in Verbindung zu bringen.
    Im Haus der Bayern steht alles verkürzt, Zusammenhangslos, zensiert und harmlos nebeneinander – so „schön, wie das zufällige Zusammentreffen einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch“ .

    2017 ein Brief an OB Maltz-Schwarzfischer in dem das Ludwig 1 Denkmal kunstgeschichltlich eingeordnet, ausführlich behandelt und hinterfragt wird. (Die Antwort ist belanglos….) :http://europabrunnendeckel.de/download/ludwigweb/LudwigI_verhuellen2017_Anfrage_an_Eigentuemerin_erklaerung.pdf

    “ Man kann sich auch die Frage stellen, warum dieses Denkmal so kurz vor dem Ersten Weltkrieg in Regensburg aufgestellt wurde, ebenso, ob die kriegerische Pose dem Dargestellten überhaupt gerecht wird. “

    „ ….2.5.Kurt Eisner: Der Bund für Geistesfreiheit setzt sich als Auftraggeber der weltanschaulichen Kunstaktion für kontingente und kritische Betrachtungen des Reiterstandbilds König Ludwig I.-Denkmal ein und würdigt in der Installation von Jakob Friedl anstelle des Monarchen und seines „Abbildes“ samt Denkmalinschrift „Der Regensburger Bürger“ von 1900 den Sozialisten, Pazifisten und Begründer des Freistaats Bayern Kurt Eisner, der in der Proklamation des Freistaats sagte: „Jedes Menschenleben soll heilig sein.“Kurt Eisner war ein entschiedener Gegner des Obrigkeitsstaats, Bildungspolitiker, Demokrat und Revolutionär. Er lehnte radikale Konzepte ab. Das dekonstruktivistische Kurt Eisner-Denkmal in München wird mittels kinetischer Projektionen dem König Ludwig I. Denkmal vergleichend entgegengesetzt.Kurt Eisner war so tolerant, das Portrait seines Vorgängers, des friedlich abgedankten Königs Ludwig III., in seiner Amtsstube zu belassen und demokratische Wahlen vorzubereiteten. Kurt Eisner wurde auf dem Weg zu seiner Rücktrittserklärung erschossen, was zu einer Gewaltspirale führte.

    Das Reiterstandbild wollten wir durch 2 Lastenräder ersetzen – wäre der Stadtrat (und somit die Gesellschaft) 1904 so weit gewesen ein Fahrad auf einen Herrschersockel zu heben, hätte man sich den 1. WK sparen können: 2.4 „Jurierung des passendsten Lastenrades, das den länglichen Denkmalsockel in eine zeitgemäße Form überführen könnte“ Ein kurzer Abriss über die industrielle Entwicklung der Fahrradfertigung und die Wandlung des Fahrrads vom Prestigeobjekt zum alltäglichen Transportmittel für den Arbeitsweg in die Fabrik im Zeitraum zwischen 1948 und 1900. Parallel dazu die Entwicklung des Maschinengewehrs. Utopischer Vorschlag: Das Reiterstandbild könnte auf das Wirsinghochhaus (am Ernst -Reuter_Platz) gestellt werden und von dort zum Dom blicken; zwei lange, flache, entgegengesetztaufgestellte Lastenräder überführen den Reiterstandbildsockel in eine zeitgemäße Form. (Schöner Gedanke an einen solchen Zaubertrick! Ganz ohne Massen-Hypnose wird uns solch ein Meisterstück, das die Kunstmarke Regensburg international bekannt machen würde, allerdings nicht dauerhaft gelingen.)These: Wäre die Gesellschaft 1904 schon so weit gewesen, die Bedeutung des Fahrrads gegenüber alten nationalistischen Herrschaftssymbolen und neuen schweren Waffen entsprechend zu würdigen, dann hätte man sich den 1. WK sparen können! (Vergl. z.B. „Der Übermann“ von Alfred Jarry 1902) “

    Die Ludwig Denkmal Verhüllung 2015 konnte nicht stattfinden, da dies durch OB Wolbergs (aus Rücksicht auf Unger?) verunmöglicht wurde.

    Aus einem Brief an OB Wolbergs: „… Von meiner Seite aus ist geplant, das Reiterstandbild von Donnerstag, den 10.12.d. J, bis zum Sonntag, den 13.12., zu verhüllen.
    Ziel der Kunstaktion ist es, ein Nachdenken über die Form und Inhalt von Denkmälern im öffentlichen Raum anzuregen: Ich werde mittels einer kinetischen Lichtinstallation veranschaulichen, dass durch die Form des Reiterstandbilds ein bestimmtes, nämlich ein autoritäres Politikmodell ausgedrückt und positiv bewertet wird und dass andererseits ein demokratischer Politiker – hier Kurt Eisner – nicht durch die Form eines Herrschaftssockels geehrt werden kann. Dazu bediene ich mich des Mittels der Dekonstruktion.(Wussten Sie, dass in Mazedoniens Hauptstadt Skopje 2014 über 20 Reiterstandbilder aufgestellt wurden? Können Sie sich vorstellen, wie schwer es in Länder wie Ungarn oder der Türkei sein dürfte, diese nationalen und undemokratischen Symbole künstlerisch zu hinterfragen?) Es mag sein, dass das König-Ludwig Denkmal eher aus stadthistorischen wie auch touristischen Gründen restauriert und wieder vor den Dom platziert worden ist. Es muss jedoch möglich sein, sich kritisch mit dieser monumentalen, im Grunde anachronistischen Statue auseinanderzusetzen. Als Sozialdemokrat werden Sie mir sicher zustimmen….“

    Der Sozialdemokrat Wolbergs schrieb in seinem wohl bewußt fehlinterpretierenden Antwortschreiben von einer von uns beabsichtigten „damnatio memoriae“ wie sie schon die Nazionalsozialisten versucht hätten.

    Mehr zur rotierenden Dekonstruktion des Herrschersockels* zu ehren von Kurt Eisner 2015.

    vergl.: http://europabrunnendeckel.de/?p=5150

    Hier die Dolchstoßlegende am Ludwig I Denkmal (1904)veranschaulicht: http://europabrunnendeckel.de/download/ludwigkarteForderseite_8klanimiert_datum.gif

  • Samson

    |

    Ja so nimmt jeder etwas mit hinschauen sollte man schon zweimal.
    Eine komische Zeit, in der Graf Arco mit fünf Jahren Lagerhaft für einen heimtückischen Mord davon gekommen ist. Beschwert hat er sich auch noch.
    Im Nachhinein macht man ihn zum Helden denn es soll über Hitler gesagt haben: den kann ich auch noch über den Haufen schießen.
    Gegenüber dem riesengroßen CSU Logo ist die Anti WAA Bewegung dokumentiert.

    Den abfotografierten Text finde ich gut.
    100 Jahre Freistaat Bayern 100 Jahre Revolution,
    Was bleibt Eisner 3% und eine Kugel im Kopf.

    Ich empfehle dem Autor aber noch mal hinzugehen und genauer hinzuschauen.
    Das empfehle ich übrigens jedem.
    Wem es nicht gefällt, der kann ja dann im Anschluss in schönen klimatisierten Toiletten im Erdgeschoss in Ruhe „darauf scheissen“

  • Lothgaßler

    |

    Verehrter Herr Kastner, Sie als Fachmann haben den Sinn und Zweck dieses Museums nicht verstanden. Das war ein Jux, eine Dollerei auf politischer Ebene ohne fachlichen Anspruch, zwengs dem Standort, damit wenn schon keine Kongresshalle dann wenigstens eine Halle darauf steht. Alles andere ist Fastfood für die Gehirnzellen, museales Dschungelcamp, bzw. Kunst und Krempel (hat schon ein Fachmann in Regensburg digital so kommentiert).
    Die Macher habens nicht so leicht. Was muss rein: Kini, CSU, FCB, Bier, Lederhosen, Dirndl, Oktoberfest, Autos … echt boarische Schmankerl eben.

  • Horst

    |

    Der Artikel beschreibt exakt meine Eindrücke nach dem Museumsbesuch. Das dortige Sammelsurium erzeugt ein Bayern-Bild bestehend aus Oberbayern, FC Bayern, CSU, BMW und dem „Kini“ – dafür braucht man kein 90-Millionen-Gebäude im Parkhausstil in prominenter Donaulage. Wäre es nicht günstiger gewesen, wenn man die Ausstellung direkt in den politischen Aschermittwoch in Passau integriert hätte?

  • Kernel

    |

    Danke für die lustige und ironische Führung durch das Museum.

    Aus Wikipedia: Ziel eines Museums ist es materielle und immaterielle Zeugnisse zu einem bestimmten Thema fachgerecht und dauerhaft aufzubewahren und den Besuchern zugänglich zu machen.

  • Eingeborener

    |

    Danke für diese bissig-profunde Museumsbegehung. Das also hat die Stadt mit 20 Millionen bezuschusst:.

  • Meier mit "ei"

    |

    Nachdem Abensberg mit dem Hundertwasserturm und den Weissbierzwergen vorgelegt hatte, war Regensburg natürlich in Zugzwang!

  • joey

    |

    Das bayerische Publikum (in meinem Sichtkreis) freut sich gar nicht. Die Architektur des Museums wird abgelehnt, der Inhalt verachtet. Das ist nicht deren Realität, klischeehaft, belangloses Zeug.

    Der Lobartikel hier auf Regensburg Digital über die Architektur (davon verstehe ich was) hat mich nicht motiviert, da hinein zu gehen. Bekannte, die das doch getan haben, sind mit dem von mir erwarteten Resultat wieder raus. Ein 88 Millionen Fiasko.
    Man wird noch eine Zeit lang Schulklassen dort hin sponsern, bevor man die Ausstellung „aktualisiert“.

  • dünnster Künstler

    |

    Wer die Regensburger Altstadt aus der denkbar langweiligsten Perspektive wahrnehmen will, tut sich den stummen Blick aus dem Panoramafenster auf 1/2 Domtürme, fade Fassaden und Betonpflaster an…. Draussen vor dem Museum weht ein Lüftchen von der Donau, es brummen die Motoren und es fällt garnicht so stark auf wie greißlich das alles ist.

  • Giesinger

    |

    Textitat:

    Robert2Help

    30. Juli 2019 um 10:55 | #

    Die Geschichte schreiben die Sieger, bis sie abgelöst werden!
    ——————————–

    Wie soll ich das verstehen?
    Meinen Sie, falls die CSU als (Mit)Regierungspartei mal abgelöst werden sollte bzw. mal ganz verschwindet?

    Das wird aber dann wohl erst nach dem nächsten Bürgerkrieg bzw. der Auflösung dieser BRD der Fall sein.

    Wie dem auch sei:

    Gibt vom Herrn Architekten bereits eventuelle Vorschläge für eine zukünftige Umnutzung bzw. eines Umbaus für andere Nutzungen, als die des „Lächerlichsten Museums aller Zeiten“?

    Falls nicht, gibt es noch Architekten-Profs, die ihre Studenten vielleicht mit solchen Diplom/Bachelor/Master-Arbeiten beauftragen würden?

    Es gäbe womöglich auch kurzfristige (Übergangs)lösungen.

    Als etwa klar war, daß der Palast der Republik abgerissen werden sollte, konnten sich dort vorher noch zwei Jahre lang alle möglichen Kulturschaffenden/Künstler tummeln.

    Die Exponate des „Lächerlichsten Museum aller Zeiten“ könnten schnell verscherbelt werden. Aber außer für die Autos, wird man für mach anderen Krempel nicht viel kriegen.

    Jetzt steht das „Architekten-Werk“ schon mal.
    Vielleicht bei einem Politik-Wechsel nicht gleich wieder abreißen, immerhin ist es ja nicht Asbest-verseucht.

    Zur „lustigen Idee“ eines Künstlers und Architekten, den „Palast der Republik“ in Leipzig wieder aufzubauen, bitte selber die Suchmaschine bemühen, oder den Link mal anklicken.
    http://pdr-leipzig.de/

    Schlußbemerkung an alle:

    Wir schreiben hier auf „rosa“!

  • Bürgerblick

    |

    Kultur der Bayern. Bayern und Kultur was sagt uns das nur? Gesehen in den aufgestellten Museen Regensburg hier – Nürnberg da- München dort – gibt es noch einen weiteren Ort? Die Bayern und deren Kultur wucherte im Boden aus Agrar, das ist aber in den Museen nirgends darstellbar.Die Industrie hat alles übernommen so ist auch mitunter unsere Kultur verkommen als Produkt des Verbrauchens das wird als Kultur vernommen ohne eins zu sehen, was ist mit den Wurzeln geschehen? Sind wir alle schon verbraucht und vom Rausch genormt oder haben wir uns deshalb gar verformt? Ich hoffe die Kultur taucht wieder ein in unser stämmiges „ Bayernsein“

  • R.G.

    |

    Wer selbst im Glashaus sitzt. sollte nicht mit Steinen werfen…
    Gemeint bin ich selbst.

    Vor einigen Generationen trennten sich zwei verwandtschaftliche Linien, eine ging nach Amerika. Nachkommen von ihnen wünschten sich von mir ihrem ihrer Meinung nach sehr nahe stehenden Menchen typische Boarische Sachen für ihr Oktoberfest, bei dem vorwiegend russische Einwandererinnen in übertief ausgeschnittenen Dirndln (Arbeitskleidung!) vor einem von Kareliern geschnitzen boarischen Glockenspiel boarische Würscht und alkoholarmes Bier an männliche boarische Amis servieren dürfen.

    Ich suchte traditionsbewusst in Geschäften zusammen, Bierkrüge, Maßkrüge, Seidentücher und Schürzen für die Dirndln, Lederhosen mit Stickerei, Tischtücher und Servietten mit hellblauer Raute, Bilder von den führenden Politikern und Königen der vergangenen Jahrzehnte/Jahrhunderte, CDS mit unterschiedlichster traditioneller Musik und der Klischees mehr.
    Es hatte eine Stange Geld gekostet, das Porto war unverschämt hoch.

    Zurück kam die völlig umverblümte Frage, ob ich dennn obdachlos sei und im Abfall gesucht hätte, die Hose alt und aus schlechtem Stoff, der richtig eklig rieche (Hirschleder!), die Bierkrüge unschön so ohne Malerei.
    Sie schickten mir, damit ich meinen Fehler verstehen sollte, Links mit, was sie sich eigentlich erwartet hätten: Echte Traditional Clothes, dazu das Beispiellbild von Skifahrern vor schneebedeckten Dreitausendern in bunten Lycra-Anzügen, und echte Boarische Musik, wie die … Zillertaler Schürzenjäger! Ja und eine farbenfrohe Kuckucksuhr hätte es noch sein sollen…

    Ich gebe die Vorwürfe jetzt einfach beinahe unverändert an die Kuratoren der Regensburger Ausstellung weiter.
    Kein getragenen Lederhosen austellen, sonst wissen die Touris, wir suchen im Müll! Und wenn schon Kitsch, dann bitte bunteren vor der Kulisse höherer Berge!

  • Giesinger

    |

    Ich frage jetzt mal konkret den Herrn Architekten, Stefan Traxler, ob er bei seinen Planungen eventuell schon mögliche Umwidmungen/Umbauten berücksichtigt hat.

    Herr Stefan Traxler, für die Exponate können Sie ja nichts.

    Sie sagen hier https://www.regensburg-digital.de/heimlich-am-museum/12052019/ ja selber, Die graue Farbe des Baus sei einerseits an die römische Mauerstücke des Castra Regina angelehnt, andererseits solle es auch neutral im Kontrast zur mittelalterlichen Stadt stehen. „Eine Spur wärmer wäre mir persönlich noch lieber gewesen“, räumt Traxler ein. Die jeweilige Wirkung hänge aber auch von der Sonneneinstrahlung ab.“

    Hmm…Sie kennen sicher die Forderungen der (jugendlichen) Klima-Aktivisten in Regensburg:

    Ich nenne nur Punkt 7. der Menschenkette Anfang Juli in Regensburg:
    7. mehr Grün- und Wasserflächen sowie essbare Pflanzen in öffentlichen Grünflächen und das Freihalten thermischer Entlastungsräume, um Hitzewellen abzufangen;

    Quelle, https://www.regensburg-digital.de/fridays-for-future-eine-menschenkette-mit-konkreten-forderungen/09072019/

    Nun haben sie ja eine „griffige, geriffelte Oberfläche“ mit eingebaut, Herr Architekt (die Sie sonst auch irgendwie sauber halten müßten).

    Würde diese Oberfläche sich nicht optimal dazu eignen, sie mit Efeu, wildem Wein und andren Kletterpflanzen zuwuchern zu lassen?

    Würde das nicht vielleicht sogar eine neuere, zeitgerechtere und meiner Meinung nach sinnvollere Umsetzung der Verpackungskunst von Christo und Jeanne-Claude bedeuten?

    Und zwar etwas dauerhafter bzw. sich entwickelnder!

    Ich glaube ja allerdings, das würde zuletzt alles von Ihrer Zustimmung abhängen.

    Wobei, heutzutage ist es bei Politikern ja populär, sich über Verträge und Gesetze hinwegzusetzen. Hauptsache man erschnappt noch den aktuellen Gretel-Trend.

    Hechel, Hechel… wo liegt nur die Wählergunst??…Hechel…!

    ——–
    Persönliche Anmerkung noch @Herrn Traxler:

    Ich habe ich den späten Achtzigern/Anfang Neunziger privat auch viel mit zwei Titanic-Redakteuren zu tun gehabt. Mit einem war ich auch gut befreundet. Leider ist er schon lange verstorben.
    Jedenfalls haben die echt immer die voll lustigen Aktionen geliefert, an die ich mich mein Leben lang erinnern werde.

    Es grüßt, da Giesinger

  • Lol

    |

    @ R.G.

    köstlich ;)

    beim nächsten mal 6 auf Kraut werde ich sicher an das Museum denken.

    And what the f… ist bayrisch (boarisch) ? Die diversen Mundarten die (fast) „ausgestorben“ sind oder das möchtegern „Mia san mia“ ?
    Die fränkischen und alemannischen (schwäbisch) Mundarten zählen da ja nicht dazu, aber wir können uns Österreich (ohne Vorarlberg ) „einverleiben“…

  • Giesinger

    |

    Zitat:
    Meier mit „ei“
    30. Juli 2019 um 13:31 | #

    Nachdem Abensberg mit dem Hundertwasserturm und den Weissbierzwergen vorgelegt hatte, war Regensburg natürlich in Zugzwang!
    —————

    Da haben sie schon irgendwie Recht, Herr/Frau Meier.

    Aber mit dem ganz großen Unterschied:

    Der Kuchlbauer-Chef hat sein Projekt privat finanziert, er vermarktet sein Turm, seine Zwerge, sein „Kunsthaus“ auch selber höchst erfolgreich privat.

    In Regensburg hingegen wurde verschwenderisch ohnegleichen ein aus Steuergeldern zu finanzierender Bau hingestellt!

  • R.G.

    |

    Ein Problem war bisher unlösbar.
    Man stellt in ein Gebrauchtportal einen Computer oder eine Blumenampel ein, kaum nimmt die Frau die Gespräche ab, fragen immer mal welche nach getragenen Höschen. Sie würden gut bezahlen.
    Echt störend.

    Die Fetischisten kann man endlich an einen Ort schicken, wo ihr Problem verstanden wird.
    Auf ins Museum für GetrageneHosen Freaks!

    (Wer darf für den Audio Guide die zugehörigen Geräusche eins….(prechen)

  • Jürgen

    |

    zu Kurt Eisener:
    Er war Bayerns erster Ministerpräsident!
    Er hat für Stabilität in diesen Zeiten gesorgt.
    Er hat den Freistaat Bayern ausgerufen!
    Er hat die ersten demokratischen Wahlen in Bayern ermöglicht!
    Bei den Wahlen hat die USPD, eine Absplitterung der SPD wegen interner Kämpfe zwar tatsächlich nur 2,5%, aber die SPD hatte 33%. Zusammen waren sie die stärkste Fraktion nach der BVP die, nach der Nazizeit wegen deren Nähe zu selbiger, zur CSU umbenannt wurde.
    So eine verdrehte Darstellung Bayerischer Geschichte hat nichts mehr mit Seriosität zu tun!

  • joey

    |

    @Oberbayer
    ja, die Zahlen.
    Man sollte eine Umfrage machen bei den Leuten, die rauskommen: ob sich der Eintritt bzw Aufwand gelohnt hat.

  • Jürgen

    |

    @ Herr Giesinger / 30. Juli 2019 um 16:25 | #
    Herr Giesinger, Sie haben da schon seltsame Fragen an den Architekten. Ich glaube Sie kennen seine Aufgaben bzw. Befugnisse überhaupt nicht!
    Sie sagen: „… Die graue Farbe des Baus sei einerseits an die römischen Mauerstücke des Castra Regina angelehnt, andererseits solle es auch neutral im Kontrast zur mittelalterlichen Stadt stehen. „Eine Spur wärmer wäre mir persönlich noch lieber gewesen“, räumt Traxler ein. Die jeweilige Wirkung hänge aber auch von der Sonneneinstrahlung ab. Hmm…Sie kennen sicher die Forderungen der (jugendlichen) Klima-Aktivisten in Regensburg: … mehr Grün- und Wasserflächen sowie essbare Pflanzen in öffentlichen Grünflächen und das Freihalten thermischer Entlastungsräume, um Hitzewellen abzufangen;“ Zitat Ende
    -> Der Architekt ist weder für die Fassadenfarbe, noch für die Stadtplanung (thermische Entlastung usw…) noch für die Bepflanzungsart (essbare Pflanzen) zuständig. Er hat allenfalls die Möglichkeit Vorschläge zu unterbreiten.
    Zitat: „Nun haben sie ja eine „griffige, geriffelte Oberfläche“ mit eingebaut, Herr Architekt (die Sie sonst auch irgendwie sauber halten müßten). Würde diese Oberfläche sich nicht optimal dazu eignen, sie mit Efeu, wildem Wein und andren Kletterpflanzen zuwuchern zu lassen?“ Zitat Ende
    -> Das ist Sache der Museumsleitung bzw. des Betreibers. Ganz zu schweigen, dass Efeu die dumme Eigenschaft besitzt ins Dunkle zu wachsen. Das heißt er würde kurzfristig Abdichtungen und langfristig sogar die Fassade zerstören!
    Lieber Herr Giesinger, ich wünsche mir mehr Substanz als der populäre Mainstream alles schlecht zu finden was neu ist.

  • R.G.

    |

    Jürgen schrieb:
    “ ich wünsche mir mehr Substanz als der populäre Mainstream alles schlecht zu finden was neu ist.“

    Das sagen Sie zu einem User, der konkrete „neue“ Bauten sehr mag?

  • Giesinger

    |

    @Herr Jürgen: Fassadenbegrünung ist der neue Trend, gerade wegen der Überhitzung in Großstädten. Über das „wie“, da wissen gute Architekten sicher Bescheid. In Regensburg dauerts halt noch ein wenig.

    @Frau R.G.
    Dort wo sie hinpassen, dort finde ich sie wirklich ganz passend.
    (Oh…zweimal das gleiche Wort im Satz, Günther wird mich gleich schimpfen…)

  • X

    |

    Sehr trefflich – ein solches Museum werde ich nicht betreten, es langt mir schon die Verunstaltung des Stadtbildes – die Touristen mögen sich freuen.

  • joey

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    @Jürgen
    Es gibt verschiedene Efeu. Wilder Wein wächst nicht (lange) ins Dunkel, verträgt keine Blechbänke. Es gibt noch viele andere gute Pflanzen. Der jeweilige Bundesverband informiert gerne. https://www.gebaeudegruen.info/

  • wahon

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    Laut Bayerischer Verfassung ist Bayern ein Kulturstaat, der „dem Guten, Wahren und Schönen“ verpflichtet ist. Unter diesem Aspekt ist das Museum verfassungswidrig.
    Vor seinem Besuch sollten v.a. Schulen und Bildungseinrichtungen gewarnt werden.
    Um den o.g. Verfassungsauftrag zu erfüllen, sollte der Freistaat Bayern das „Museum“ möglichst bald privatisieren und für 88 Mio der CSU verkaufen, die sicher diese als „Museum“ getarnte Folklore-Einrichtung als beliebte Touristenfalle erfolgreich vermarkten wird.

  • onki

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    Vielen Dank für einen der erfrischendsten und bissigsten Artikel seit langer Zeit! Die lauten Lacher haben tatsächlich meinen gebrauchten Tag gerettet!
    Für mich, als jemand der noch nicht die Ehre eines Museums-Besuchs hatte, ein interessanter und erschreckender Bericht zugleich.

    Offensichtlich wurde am Ende das schier Unmögliche vollbracht,
    und das hässliche Nichts der Außen-Fassade 1:1 ins Innere (Inhaltliche) des Museums übertragen.
    Ich wünsche mir hierzu von Christoph Maltz dringend die passende Kasperletheater-Aufführung zu dieser Tragikkomödie!

    Und mit dem, was das Museum offenbar über die bayerische Geschichte NICHT erzählt, bauen und füllen wir dann locker ein zweites Museum (bitte Bauteam Tretzel!).

  • Maly

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    Der Beitrag spricht mir aus der Seele. Als Regensburgerin habe ich das Haus der Bayerischen Geschichte bereits zweimal besucht. Nach dem ersten Besuch hat das wilde Sammelsurium in einzelnen Kabinetten bei mir hauptsächlich Kopfschütteln und Ärger ausgelöst. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Wenn die Kostüme von Markus Söder und Luise Kinseher, eingerahmt von Figuren der Augsburger Puppenkiste und den Handpuppen aus Christophs Süß ‚Quer“ bayerische Kultur symbolisieren sollen, dann kommt bei eher Schamgefühl auf. Armes Bayern, wenn wir keine anderen Kulturgüter haben, die der Ausstellung im Haus der Bayerischen Geschichte würdig sind! Regelrecht erzürnt hat mich das Kabinett der CSU. Für mich kommt das einer „Huldigung“ der CSU und vor allem FJS gleich. Hat sich das die CSU mit diesem Museumsbau, über dessen Ästhetik man streiten kann, aus Steuergeldern ein Denkmal gesetzt? Als Steuerzahlerin fühle ich mich da echt veräppelt. Museumspädagogische gelungen finde ich jedoch, dass gegenüber der „CSU Huldigung“ der WAA Widerstand positioniert ist. Wenngleich dieser Teil der Ausstellung nach meinem Empfinden vergleichsweise klein ausgefallen.
    Bei meinem zweiten Besuch habe ich mir vor allem die Darstellung der Zeit nach dem 1. Weltkrieg genauer angesehen. Hier habe ich als verstörend wahrgenommen, dass die NS Zeit in meinen Augen ziemlich oberflächlich repräsentiert wird. Ein Museum soll auch einen Bildungsauftrag haben. Diesen sehe ich in diesem Haus nur punktuell erfüllt. Fazit und abschließende offene Frage: Wollte sich hier jemand mit viel Steuergeld ein Denkmal setzen?

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