SOZIALES SCHAUFENSTER

"Aktionstag für das Klima": Ein kleiner Überblick

Eine Menschenkette mit konkreten Forderungen

Am Ende war es für die Organisatoren doch noch ein erfolgreicher Aktionstag. Auch wenn es die komplett autofreie Altstadt am Freitag nicht gab – die Stadtverwaltung hatte interveniert. An die Politik in Stadt und Landkreis haben die Aktivisten acht konkrete Forderungen gerichtet.

An der Menschenkette um die Altstadt herum beteiligten sich neben Schülerinnen und Studenten auch viele Erwachsene. Foto: Bothner

„Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“, schallt es aus den Lautsprechern und hundert Leute springen wild auf und ab. Zum Abschluss dieses Aktionstages sind nun alle, die noch Lust und Energie haben, auf dem Domplatz versammelt. Es ist ein buntes Meer aus Fahnen, Transparenten und den mittlerweile typischen bemalten Kartonagen. Die Stimmung ist ausgelassen. Man freut sich, dass es am Ende doch gereicht hat und die Altstadt mit einer Menschenkette (fast) umschlossen werden konnte. Laut Veranstalter waren es am Ende mehr als 2.000 Menschen, die sich an der Aktion beteiligt haben. Die Polizei spricht von 1.200.

Bereits seit Wochen hatten die Schülerinnen und Studenten den groß angelegten Protest vorbereitet. Etwas einmaliges sollte es in den Augen der Organisatorinnen werden. „So etwas gab es von Fridays for Future unserer Kenntnis nach noch in keiner anderen Stadt“, so Ferdinand Klemm, einer der Organisatoren und an diesem Tag Versammlungsleiter, am Domplatz.

Die Stimmung ist den ganzen Tag über sehr ausgelassen und gut. Am Ende feiert man am Domplatz. Foto: Bothner

Mit acht Kundgebungen an verschiedenen Orten rund um die Altstadt beginnt am Freitag um 15 Uhr offiziell der Aktionstag. Wenige Minuten vorher wird bekannt, dass die Menschenkette und auch einige der Dauerblockaden doch wie geplant stattfinden dürfen. Eigentlich sollte es zu einer völligen Verkehrsberuhigung der Altstadt kommen. Durch besagte Menschenkette und Blockaden an neuralgischen Punkten wie der Maxstraße und dem Dachauplatz.

Auflagenbescheid kam erst wenige Tage vorher

Erst wenige Tage zuvor kam allerdings ein Bescheid der Stadtverwaltung, der diesen Plan durch mehrere Auflagen zum Teil durchkreuzte. Sehr zum Unmut der jungen Leute. „Wir haben bereits vor sechs Wochen angekündigt, was wir vorhaben. Die Verwaltung hatte also genügend Zeit sich damit zu beschäftigen“. Warum die Auflagen dann erst kurz vor dem Aktionstag kamen, verstehen weder Klemm noch der Rest. Die Klimaaktivisten sahen sich durch den Bescheid in ihrem politischen Ausdruck beschnitten und legten Widerspruch ein – zum Teil erfolgreich.

Auch die Polizei muss noch einmal genau überlegen, wo die Menschenkette langgehen und wie der Verkehr umgeleitet werden soll.

Das sorgt auch zu Beginn der Kundgebungen noch etwas für Verwirrung, da vielen Teilnehmern der genaue Ablauf zunächst nicht klar ist. Doch mit der Zeit finden sich an den einzelnen Stationen, die jeweils thematisch bespielt werden, immer mehr Leute ein. Einige haben Instrumente mitgebracht. Am Dachauplatz werden, organisiert von der Initiative für den Radentscheid, weitere Schilder bemalt. Am Ostentor gibt es veganes Essen. Insgesamt herrscht eine ausgelassene und fröhliche Stimmung unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

„Sorry, dass wir so nerven. Aber wir versuchen unsere Erde zu retten“ Foto: Bothner

In den Medien und sozialen Netzwerken wurde der Freitag als großer Aktionstag beworben. Schnell kam es zu kritischen Kommentaren und sogar zu Anfeindungen. Auf einschlägigen Kanälen kam es zu teils heftigen verbalen Angriffen gegen Schüler und Studenten, sowie deren Unterstützer. Darunter waren auch Personen, die den menschengemachten Klimawandel leugnen und eine ideologische Verblendung attestierten. „Ich werde morgen pünktlich meine vier 2-Takter der Marken Kreidler, Zündapp, Victoria und DKW anwerfen und einen rußigen, sowie solidarischem Gruß übermitteln“, kündigte jemand auf der Facebook Seite des Regensburger FFF-Ablegers an. „Werdet Techniker, Ingenieure, Wissenschaftler und ändert selbst etwas am angeblich „Menschengemachten Klimawandel“. Aber quält die Leute nicht mit eurem kindlichen Unfug“, so eine andere Person.

Viel Kritik in den sozialen Medien am Vorhaben der Jugend

Nicht nur in den sozialen Medien sehen sich die meisten in ihrem persönlichen Recht auf das Autofahren beschnitten. Auch während der Aktion kommt es an der einen oder anderen Stelle zu Beleidigungen. Ein SUV-Fahrer gibt vor einer Menschenkette nochmal richtig Gas und reckt den Mittelfinger zum Fenster heraus. Aus einem anderem Auto formt sich eine Hand zur Pistole und symbolisiert Schüsse auf die Demonstranten ab. „Grüne Dreckshure“, brüllt ein vielleicht 40jähriger einer kleinen Gruppe von jungen Frauen entgegen. Kein neues Bild bei diesen Demos.

Kritik kam im Vorfeld aber auch von den Altstadtkaufleuten. Sie fürchteten angesichts der dreistündigen Einschränkungen für den Autoverkehr enorme Umsatzeinbußen. Dass die komplette Sperrung untersagt wurde, hatte dann noch für etwas Erleichterung gesorgt. Am Freitagabend äußern sich Horst Meierhofer (FDP), aber auch die potentiellen OB-Kandidaten der CSU Astrid Freudenstein und Jürgen Eberwein und Dagmar Schmidl bei ihren jeweiligen Parteiveranstaltungen entsprechend kritisch zur Fridays for Future-Bewegung. Regensburg sei eine Autostadt, so Freudenstein. Und wenn es mit BMW mal bergab gehe, dann seien die Eltern jedes dritten Schülers arbeitslos.

In der Dr.-Martin-Luther-Straße ließen die Demosntranten die Autos stoßweise passieren.

Unter der Auflage, dass zu jeder Zeit Anwohner in und alle anderen aus der Altstadt heraus könnten, konnte der Aktionstag dann aber doch zum Großteil wie geplant umgesetzt werden. Am Eingang zur Maxstraße, am Ostentor und dem Minoritenweg blockieren neben Schülern und Studenten auch viele Erwachsene.

Über 2.000 Menschen riegeln die Altstadt ab

Laut Veranstaltern sind es dann ab 16.30 Uhr über 2.000 Menschen, die sich in einer Menschenkette um die Altstadt herum aufgestellt haben und symbolisch für eine autofreie Altstadt protestieren. Zu Beginn hatte es nach deutlich weniger ausgesehen. Denn nur langsam füllten sich die einzelnen Aktionsorte. In der Maxstraße waren mit über 100 Menschen wohl die meisten versammelt.

„Leute lasst das Auto steh’n, ihr habt Füße, um zu geh’n.“ An der Maxstraße und dem Ostentor durften die Blockaden am Ende doch durchgeführt werden.

Der Aktionstag dient den Aktivisten auch, um ihre seit Wochen ausformulierten Forderungen an Stadt und den Landkreis zu veröffentlichen. In Zusammenarbeit mit Experten und Wissenschaftlern, wie etwa Michael Sterner, Professor für Energiespeicher und Energiesysteme an der OTH Regensburg, wurden acht Punkte entwickelt, die in einem offenen Brief unter anderem an Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Landrätin Tanja Schweiger geschickt wurden. Darin geht die Bewegung deutlich auf Konfrontation mit der Politik:

„Da bisher bei weitem nicht genug getan wird – um nicht zu sagen: da es bisher die Verantwortlichen nicht geschafft haben, die Rettung unserer Lebensgrundlage einzuleiten, geschweige denn dazu gewillt wären, diesen gefährlichen Trend umzukehren, sehen wir junge Menschen unter dem Dach der Umwelt- und Klimaorganisation Fridays for Future – uns gezwungen, Sie und euch dazu aufzufordern, endlich tätig zu werden und diese Probleme zur höchsten Priorität zu machen und unsere Umwelt und Lebensgrundlage zu retten. Deshalb fordern wir:

1. von Stadtrat und Kreistag, die Forderungen des Bürgerbegehrens ‚Radentscheid‘ direkt zu übernehmen;

2. kosten- und emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr auf Straße, Schiene und Wasser und einen Stopp für große Investitionen in den motorisierten Individualverkehr;

3. Innerorts Tempo 30 in Regensburg;

4. Plus-Energie-Standard in der Bauleitplanung sowie eine höhere Sozialquote beim Wohnungsbau;

5. von allen Immobilienbesitzer*innen, insbesondere von den großen Playern mit besonders ausgedehnten Dachflächen (wie BMW, Maschinenfabrik Reinhausen, Continental, Krones, Osram, Siemens, Infineon und Industrie- und Handelskammer und nicht zuletzt der Region Regensburg), Solaranlagen auf allen Dächern und Parkplätzen zu errichten;

6. Umrüstung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED bis Ende 2020;

7. mehr Grün- und Wasserflächen sowie essbare Pflanzen in öffentlichen Grünflächen und das Freihalten thermischer Entlastungsräume, um Hitzewellen abzufangen;

8. von der öffentlichen Hand und dem Studentenwerk, nur noch nachhaltiges Essen (biologisch erzeugt, regional, vorwiegend vegetarisch-vegan) anzubieten.“

Bürgermeisterin zeigt sich gesprächsbereit

Die Bürgermeisterin reagiert noch am Donnerstag Nachmittag mit einem kurzen Antwortschreiben. Sie teile die Werte der Fridays-for-Future-Bewegung und sei selbstverständlich bereit, sich nach ihren Möglichkeiten dafür einzusetzen. „Ich bin aber überzeugt, dass wir diese gravierenden Probleme nur miteinander lösen können. Gerade weil wir in vielen Bereichen unser Verhalten werden ändern müssen, ist es wichtig, die Menschen mitzunehmen“, auch wenn das Zeit erfordere.

Maltz-Schwarzfischer lädt die Verfasser des Briefs zu einem persönlichen Gespräch ein. Stadtpolitiker sind, wie bereits bei den bisherigen Demonstrationen, auch an diesem Freitag kaum vertreten.

Auf dem Domplatz fand die Abschlusskundgebung statt.

Gegen 17 Uhr wird dann die Menschenkette aufgelöst und von mehreren Orten ziehen die Teilnehmer sternförmig in Demonstrationszügen in Richtung Domplatz, wo bereits die Musik aus den Boxen schallt. Bis in den Abend hinein klingt der Aktionstag dann dort aus.

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Kommentare (32)

  • Dugout

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    “ Regensburg sei eine Autostadt, so Freudenstein. Und wenn es mit BMW mal bergab gehe, dann seien die Eltern jedes dritten Schülers arbeitslos.“

    Das ist also die Antwort einer potentiellen Oberbürgermeisterin auf einige der größten Herausforderungen der Zukunft?

    Danke für den Blick in ihr 70jähriges Hirn Frau Freudenstein!

  • frage

    |

    vorab: ich begrüsse es sehr, dass sich junge leute für die zukunft einsetzen! es mag sicherlich in der bewegung auch menschen geben, die nur mitläufer sind weil es gerade „in“ ist sich für das thema zu engagieren, dem großteil unterstelle ich das aber nicht. ebenso sind auch nicht alle gegen die bewegung und reagieren vielleicht deshalb gereizt, weil ihnen ein wichtiger termin durch die lappen ging. einzelfälle wird es auf beiden seiten geben, daher braucht man nicht alles überbewerten. was im internet geschrieben wird, muss man sowieso nicht allzu ernst nehmen. daher erstmal ruhig blut!

    grundsätzlich finde ich, dass durch die bewegung das bewusstsein für unser ausschweifendes leben ein bisschen in frage gestellt wird und man zum nachdenken, manche sogar zum umdenken bewegt werden. sehr gut!

    was mir an der bewegung allerdings nicht gefällt ist, dass so getan wird, als hätte sich in den letzten jahrzehnten niemand um die problematik gekümmert. ich bin heute in den vierzigern und kenne noch das regensburg aus den 80er jahren. dreckig, vermüllt, viel verkehr, kaum radwege, grünflächen die den namen nicht verdienen, schwere industrialisierung und bergbau in der nahen umgebung und nicht zuletzt wackersdorf. das kenne ich zwar grösstenteils nur aus den erzählungen meiner eltern, die mich mit zum zaun genommen haben, aber dafür kann man nachlesen, was eine waa für unsere region bedeutet hätte und was die menschen damals geleistet haben um diese zu verhindern.

    es wurde viel erreicht in den letzten jahrzehnten und darum geht es uns heute auch sehr gut. vielleicht sogar etwas zu gut, denn die bereitschaft selbst etwas von seinem wohlfühlglück zu opfern um eventuell zum klimaschutz beizutragen, endet immer in weiteren forderungen an andere: „ihr müsst aufwachen“, „seht ihr nicht, dass es 5 nach 12 ist“, „ihr beraubt uns unserer zukunft“ usw. (pauschal ausgedrückt).

    es wird allen „erwachsenen“ im endeffekt unterstellt, die schöne welt der jugendlichen kaput gemacht zu haben oder kaputt zu machen. das lasse ich nicht gelten, da es etliche errungenschaften gerade in den letzten jahrzehnten gab, die den jugentlichen erst ein schönes leben oder überhaupt ein leben bereitet haben. wäre die waa vor den türen der stadt, dann wären viele dieser heute protestierenden gar nicht auf der welt. ein bisschen recherche und daraus folgend demut schadet nicht und würde eine bessere basis der diskussion bieten, als dieses sich in allen lebenslagen mittlerweile abzeichnende „meine foderung ist richtig und deine falsch gehabe“. so verhärten nur die fronten und man wirkt dadurch sehr altertümlich (nett ausgedrückt).

    auch ist mir nicht so ganz klar, wohin man mit den aufgestellten forderungen möchte. einen „kosten- und emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr“ gibt es bereits. man kann mit dem fahrrad oder zu fuss dinge erledigen. meine eltern wuchsen am land auf und da war es gang und gebe, 10km in die schule und auch wieder zurück zu gehen. damals ging das nicht anders, also wurde es so gemacht. warum braucht man heute wenn man in der stadt lebt, einen kostenlosen öffentlichen nahverkehr? verzicht wäre besser und weitsichtiger. natürlich ist meine aussage provozierend, aber wenn man ein umdenken möchte, dann kann man diese überlegung durchaus einmal in betracht ziehen. man muss morgens nur etwas eher aufstehen.

    „innerorts tempo 30“ begrüsse ich ebenfalls, obwohl es mir nicht gefällt. grundsätzlich ein tempolimit fände ich angebracht. ich gehöre durchaus zu den leuten, die auch mal gerne schneller fahren. allerdings erinnert mich die tankstelle dann wieder daran, dass spritsparendes fahren mich meist in der gleichen zeit zu einem besseren preis ans ziel bringt. daher achte ich meist sehr auf ein spritsparendes verhalten. es gibt also durchaus noch mehr vorzüge von umweltschonender fahrweise, die man als argument gerne verwenden darf. meist sind nämlich diejenigen die eben nicht spritsparend fahren diejenigen, die sich zugleich um die hohen spritpreise beschweren. die argumentation macht die musik, nicht ein hinknallen von verboten.

    „Plus-Energie-Standard in der Bauleitplanung sowie eine höhere Sozialquote beim Wohnungsbau“ – naja, diese forderung hat uns ja das grosse wohnungsdefizit eingebracht. energetisches sanieren war in den zweitausendern der grundstock für das heutige hoce mietniveau und zugleich hindern die hohen preise für energetisches bauen viele, sich eigenes eigentum anzuschaffen. hier sollte man nochmal etwas überdenken, was die forderung, die an sich sehr gut ist, auch für auswirkungen hat. was hier in der klimadebatte allerdings die sozialquote zu suchen hat, erschliesst sich mir nicht. vielleicht kann mir das jemand erklären.

    „von allen Immobilienbesitzer*innen, insbesondere von den großen Playern mit besonders ausgedehnten Dachflächen…“ – gab es nicht sogar umweltpreise für einige der hier genannten firmen, weil die eben genau das gemacht haben? man berichtige mich wenn es anders ist. darum geht es aber auch gar nicht. wenn man sich ökostrom ansieht, dass ist nicht das problem, dass wir zu wenig erzeugen, sondern dass spitzenerträge nicht gespeichert werden können und somit fehlen wenn dieser gebraucht wird. wir haben ein speicherproblem, kein erzeugerproblem. wir haben eventuell noch ein transportproblem, weil auch stromtrassen von nord nach süd fehlen. aber es gibt kein problem in der erzeugung! diese forderung lässt mich langsam an der ernsthaftigkeit der forderungen zweifeln, da man dieses problem schon seit jahren öffentlich diskutiert und an speicherlösungen arbeitet. ich glaube, wenn man hier einen lösungsansatz bieten könnte und z.b. (derzeit noch wenig umweltfreundliche) speicherparks fordern würde, dann käme man der lösung des problems näher. so aber finde ich diese forderung nicht sehr tragfähig.

    „Umrüstung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED bis Ende 2020“ – das findet doch eh schon statt. es wird kein neon mehr verbaut, sondern stück für stück modernisiert. man kann doch nicht bestände die noch funktionieren einfach in den müll werfen. was ist daran nachhaltig und umweltverträglich?

    „mehr Grün- und Wasserflächen sowie essbare Pflanzen in öffentlichen Grünflächen und das Freihalten thermischer Entlastungsräume, um Hitzewellen abzufangen“ – eine sehr gute forderung, die die regionale politik im wesentlichen auch schon umsetzt. hier verweise ich auf den vergleich der 80er jahre mit heute. allerdings: durch die bevölkerungszahlen und zuwanderung wird mehr wohnraum benötigt. man fordert ja selbst mehr engergetischen und sozialen wohnraum. das beisst sich ein bisschen. entweder oder. „rettet die bienen“ war dahingehend auch nur im ersten moment ein erfolg, da die auswirkung dieser forderung derzeit den bestand von obstbäumen drastisch mindert. die forderung müsste daher eher sein, einen stop von zuzug und erweiterung von städten in angriff zu nehmen. wenn es sein muss auch eine geburtenkontrolle in städten, damit sich die bevölkerungszahlen an das vorhandene niveau anpassen kann. das würde dann auch bedeuten, dass man an universitäten über strengere nc´s nachdenken sollte, da man somit die studentenzahlen für ballungsräume drücken kann. wieder sehr überspitzte forderungen von mir, die bestimmt beim ein oder anderen kopfschütteln verursachen. aber ich glaube, man sollte auch über schier unmögliches nachdenken und einfach den gedanken mal freien lauf lassen in der lösungsfindung. bevölkerungswachstum bedeutet weniger fläche, also muss man entweder die fläche erweitern oder das wachstum eindämmen. ein kompromiss wie er von der politik die letzten jahre gegachen wird, hat uns die (vermeintliche) situation gebracht, dass es jetzt demonstrationen gibt.

    „von der öffentlichen Hand und dem Studentenwerk, nur noch nachhaltiges Essen (biologisch erzeugt, regional, vorwiegend vegetarisch-vegan) anzubieten.“ – auch hier meine volle zustimmung. die forderung kann nicht hoch genug gelobt werden, was allerdings spricht schon heute dagegen, nachhaltig zu leben? ok – beim schulessen für kinder braucht es möglicherweise noch einen anschub, aber ab dem 16 lebensjahr kann man sich durchaus schon selbst versorgen und nach dem geforderten leben. was hat das mit einem studentenwerk zu tun? wenn es in der mensa nur noch das geforderte essen geben soll, muss es entweder durch einen höheren kaufpreis in der mensa oder einem politischen zuschuss erzielt werden. diese lebensmittel kosten halt etwas mehr. die forderung an sich finde ich gut, mir fehlt aber der hinweis, wie es finanziert werden soll. was spricht dagegen, sich sein nachhaltiges essen selbst zuzubereitet mit in die arbeit oder zur uni zu nehmen? hier kann der einzelne doch als gutes beispiel voran gehen.

    ich sehe (noch) keine konzepte, wie man das ganze umsetzen könnte. idealismus in allen ehren, aber iwan kollidiert dieser mit der realität. dann heisst es anpacken und einer forderung auch eine nachhaltige lösung nachschieben.

    allerdings bin ich mir sicher, dass es zu lösungen kommen wird. die demonstrationen haben den blick auf wesentliche fehlentwicklungen angestossen und früher oder später werden auch tragfähige konzepte zur verfügung stehen. vielleicht sogar entwickelt von den leuten, die heute bei fridays for future mitlaufen, denn eines muss man ihnen lassen: sie sind mutig und bei weitem nicht so unklug wie sie manche gerne hätten. eine generation die sich gedanken macht ist mir lieber als eine, die nur party machen möchte. daher: dran bleiben, verbessern, verfeinern, lösungen erarbeiten, weiter druck ausüben. es schadet uns allen mit sicherheit nicht!

    ein kleines „aber“ zum abschluss hab ich dann aber doch noch: zu einer forderung gehört auch ein lösungsansatz oder konzept. macht es nicht wie die von euch kritisierten politiker, sondern bietet diskussionsgrundlagen! gerne auch queerdenken!

    danke!

  • Andreas Zirngibl

    |

    @frage
    Viele von denen, die damals die WAA verhindert haben, standen vergangenen Freitag wieder in der Menschenkette. Seite an Seite mit den Younsters von Fridays for Future. Eine neue Art von Generationenvertag.

  • frage

    |

    @Andreas Zirngibl
    viele ist relativ. und die waa ist bei uns in der region auch (aber nicht nur) durch den protest verhindert worden, aber sie wurde dafür in la hague gebaut. das problem wurde also verlagert. ich hoffe das passiert beim klimaschutz nicht. wie gesagt, ich hoffe die ideellen forderungen münden in tragfähige reale konzepte. und da wird einiges richtig weh tun, auch was den umweltschutz (sprich speicherkonzepte, stromtrassen etc.), vorallem aber, was die eigene weltanschauung betrifft.

  • Lotte E.

    |

    @frage
    Auch wenn ich noch ein Stück älter bin, kann ich Ihnen voll zustimmen.

    @dugout
    Wir sollten nicht vergessen, dass Regensburg der Automobilindustrie viel zu verdanken hat. Regensburg war früher wirklich keine reiche Stadt. Und wie schnell es auch wieder bergab gehen kann, wenn eine Industrie schwächelt, sehen Sie eindrucksvoll in der Geschichte des Ruhrpotts….. und nix gegen die 70 jährigen, von denen kann man durchaus auch noch was lernen..

  • Giesinger

    |

    „7. mehr Grün- und Wasserflächen sowie essbare Pflanzen in öffentlichen Grünflächen und das Freihalten thermischer Entlastungsräume, um Hitzewellen abzufangen;“
    —–

    Warum jetzt nicht mehr rauchbare Pflanzen?

  • Giesinger

    |

    Täte Euch vielleicht gar nicht mal so schlecht…

  • Dieter

    |

    Arbeitsplätze sind seit jeher das Totschlagargument des Neoliberalismus. Aus „Sozial ist was Arbeit schafft“ wird dann wohl „Klimaverträglich ist was Arbeit schafft“.
    Natürlich immer nur die Arbeitsplätze bei großen Konzernen, trifft es zahlreiche kleine Unternehmen, nennt man das Fortschritt. Die tausenden vor kurzem von BMW ausgestellten Leiharbeiter interessieren im übrigen auch niemanden.

    Letztendlich entscheiden aber nicht wir in Deutschland wie es mit der Automobilindustrie weitergeht, sondern die 2 größten Absatzmärkte USA und China. Dies auszublenden ist Größenwahn.

    Eigentlich gehen mir die Forderungen von FFF nicht weit genug, da sind hauptsächlich regional sind, aber es ist zumindest ein Anfang.

  • peter

    |

    @frage
    ein wirklich sehenswerter beitrag über die speicherung von strom aus erneuerbaren enegien:
    https://www.youtube.com/watch?v=ptno0Uz5Y0U

    besoders hervorzuheben ist an dieser stelle das, was prof. m. sterner ab 4.35min sagt

  • Günther Herzig

    |

    @Giesinger
    Das mit den rauchbaren Pflanzen überzeugt mich. Lizensierte Dealer wären notwendig, weil das ja sonst jeder machen würde :)

  • Roland Hornung

    |

    Einem großen Teil der Forderungen von FFF stimme ich zu!

  • Mr. T.

    |

    Die ungehinderte Zufahrt für Autos zur Altstadt ist für BMW sicherlich systemrelevant. Da sind sicher die Aktien steil nach oben gegangen, als bekannt wurde, dass letzten Freitag doch nicht die ganze Innenstadt lahmgelegt wird. Wie blöd muss man eigentlich sein, wenn man das in Zusammenhang bringt? Und wie blöd, wenn man es glaubt?
    Die deutschen Automobilhersteller haben ganz andere, hausgemachte Probleme als die freie Zufahrt zum Haidplatz.

  • joey

    |

    Beleidigungen und obszöne Gesten sind nicht der richtige Weg, die zahlreichen Paradieswünsche zu kritisieren.

    Meine Anmerkungen:
    1. ‚Radentscheid‘ sollte erst mal demokratisch diskutiert werden.
    2. Stopp für große Investitionen in den motorisierten Individualverkehr: das könnt Ihr recht schnell haben… wenn es so weitergeht, dann zahlt BMW in Budapest Steuern und Ihr könnt die Umrüstung auf LED nicht mehr zahlen.
    3. Innerorts Tempo 30 in Regensburg. Was bringt das?
    4. Bauleitplanung ist keine Ermächtigung für alle möglichen politischen Ideen. Eine neue ENEV wird auf Bundesebene entschieden und nicht von einem mickrigen Stadtrat.
    5. Solaranlagen auf allen Dächern und Parkplätzen zu errichten: das kann auch jetzt schon jeder Betrieb… wenn es jemand zahlt. Siehe Punkt 2.
    6. Umrüstung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED bis Ende 2020: Hektik kostet immer viel Geld. Siehe Punkt 2.
    7. Essbare Pflanzen… damit Veggies die Grünanlagen abweiden können?
    8. nur noch vegetarisch-vegan anzubieten: grüne Gouvernanten.

  • peter

    |

    @joey
    anmrkungen zu den anmrkungen:

    zu 4
    nachden am dem gesetz in kondens entschieden wurde, wurde überall grossflächig styropor an alte häuser geklebt, und neue (luftdichte) fenster eingebaut.
    das war super für die leute, die den kram verkauft haben, und bei den mietern, die eine mieterhöung schultern mussten haben plötzlich die wände geschimmelt.

    zu 5:
    voll daccord->
    es sollte also einen konsens darüber geben das erneuerbare energien zu fördern sind (subtext: warum kriegt nestle einen grossen teil der EU-Agrarföderung)

    zu 6:
    wenn man weiss, wo man hinwill, kommt man da auch an,also wann immer was altes kaputt geht, was neues dranbauen-> ergebniss: es sehen in der strasse die laternen VERSCHIEDEN AUS
    – ich kann damit sehr gut leben.

    zu 7:
    perfekter kommentar

  • Jürgen

    |

    @joey
    Meine Anmerkungen zu deinen Anmerkungen:
    Zu 1. „Radentscheid“: Es wird Zeit dass der nicht motorisierte Verkehr gleichermaßen subventioniert wird wie der motorisierte.
    Zu 2. Wenn man sich nur auf eine Industrie verlässt und nicht mehrgleisig fährt, mag das stimmen. Die Signale sind spätestens sein Rot-Grün, also 1998 deutlich sichtbar. Damals wurde das 100000-Dächer-Programm müde belächelt und massiv kritisiert! Straßen und Parkplätze gibt es zu viel. Durch so eine extrem gut ausgebaute Infrastruktur kommen nur wenige auf die Idee sich einmal anders durch oder in die Stadt zu bewegen. Für Fahrradfahrer gibt es hingegen nur eine unzureichende Infrastruktur. Auf neue Innovationen wie das Akku betriebene Fahrrad bzw. Rolle wurde überhaupt nicht reagiert. Wo sind die wirklich breiten Radwege? Es fehlt im Landkreis und in der Stadt ein durchdachtes Radwegenetz das eine Alternative zum motorisierten Verkehr darstellt. Nicht motorisierter Individualverkehr muss im Verkehr Priorität haben und nicht durch Umwege, schlechtem Zustand, fehlenden Verknüpfungen und schlechtem Ausbau gegängelt werden.
    Man kann durchaus mit dem Rad zur Arbeit fahren. Gerade innerhalb der Stadt ist das Auto völlig unlogisch (Stichwort „Utecht: https://www.bikecitizens.net/de/bicycle-first-radverkehr-utrecht/). Solange Radfahren umständlich und teilweise lebensgefährlich ist, stellt es keine wirkliche Alternative dar. Also lassen wir uns lieber von der netten Autoindustrie mit Arbeitsplätze erpressen. Daumen hoch für diese geniale (neue) Idee!°
    Zu 3. „Innerorts Tempo 30 in Regensburg. Was bringt das?“
    Nicht ernsthaft gefragt, oder? Es bringt weniger Abgase. Es macht Fahrradfahren sicherer und vor allem attraktiver!
    Zu 4. „Bauleitplanung“: Ich dachte du bist vom Fach? Anscheinend doch nicht so ganz. Man kann in einer Bauleitplanung als Gemeinde Vorgaben machen, die auch in Richtung Energieverbrauch und Energiekonzept gehen. Ist nicht neu und wurde schon oft gemacht. Warum nicht in Regensburg?
    Zu 5. „Solaranlagen auf allen Dächern“ Das, „wer zahlt das“ ist nicht das Problem. Es gibt sogar Firmen die Dächer für den Betrieb von Photovoltaikanlagen mieten und somit diese auch bezahlen. Leider geht es der Industrie einfach zu gut und sie haben es wohl nicht nötig. Irgendwie ist der Gedanke zu den Börsengesteuerten Hirnen noch nicht vorgedrungen.
    Zu 6. „Umrüstung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED bis Ende 2020: Hektik kostet immer viel Geld.“: Ähm, LED Straßenlampen benötigen 75% weniger Energie als Natriumdampf- oder Neonlampen. Nach 4 bis 6 Jahren haben sich die Investitionskosten durch die Einsparungen im Verbrauch amortisiert.
    Zu 7. „Essbare Pflanzen… damit Veggies die Grünanlagen abweiden können?“ Immer noch besser als nicht heimische, teils giftige Pflanzen. Beides wächst, beides sieht gut aus. Also was solls? Du wirst nicht gezwungen es zu essen. Also nicht dein Problem!

    @Peter
    Meine Anmerkungen zu deinen Anmerkungen zu Joeys Anmerkungen:
    zu 4: „…grossflächig styropor… … die wände geschimmelt…“
    Hören Sagen! Den Quatsch bekomme ich sehr oft zu hören. Fundiertes Baumarkthalbwissen. Es hat sich leider noch nicht herumgesprochen, dass man täglich seine Wohnung zwei bis drei Mal lüften muss. Fenster kippen ist übrigens damit nicht gemeint! Nicht nur wegen dem Sauerstoffmangel, sondern ganz besonders, weil Feuchtigkeit in Form von Dampf durch die Bewohner und auch durch Kochen (manchmal auch durch Wäsche Trocknen) an die Wohnungsluft abgegeben wird. Früher, als die Fenster und Türen noch undicht waren, hat man es halt nicht gemerkt. Ein gewisser kleiner Prozentsatz geht auf konstruktive Fehler beim Sanieren zurück. Z.B. wenn mit zu geringer Dämmstärke am Fensterstock angeschlossen wird. Dann schimmelt es in der Fensterleibung, aber nicht, weil das Fenster zu dicht ist, sondern weil nicht richtig gedämmt wurde!

  • Harald Klimenta

    |

    Liabe Leit‘,
    das größte Problem liegt in der Angst, durch Wandel etwas zu verlieren. Das Gewohnheitstier Mensch verteidigt selbst die Sklaverei, wenn er-sie dabei verlässlich genug zu futtern bekommt. Mit Zähnen und Klauen wird an einer zerstörerischen Gegenwart festgehalten, obwohl so viel zu gewinnen wäre. Unsere Stadt ist genau da eine Perle, wo sie gebaut wurde, als es noch keine Blechdosen äh Autos gab. Der Rest ist vergleichsweise gäääähn. Liest man die FFF-Forderungen aus dieser Sicht, sind sie nichts anderes als die Forderung, etwas mehr Mut zur Gestaltung einer schönen, menschenfreundlichen, zukunftstauglichen Stadt zu haben. Bestes Beispiel ist der Radentscheid: Dass der Stadtrad ( :-) das nicht einfach mal schnell umsetzt ist weiterer Beleg der Mutlosigkeit selbst bei ganz schön einfachen Dingen. Beharren selbst bei den aufgeklärtesten Köpfen.
    Noch eine Bemerkung zum Artikel von Michael Bothner: Wenn du schon den bornierten Autofahrern und Web-Trollen so viel Raum widmest, dann gehört doch da dagegengestellt, dass die allerallerallermeisten Autofahrer völlig normal waren. Und sehr viel mehr Autofahrer bei solchen Aktionen eher sehr nett sind, z.b. beim flyer-entgegennehmen, etc.. Mir kommt es sogar so vor, als wünschen sich auch viele auf das Auto angewiesene Leute deutliche Veränderungen (Tempo 30 / ÖPNV / …), die sie mit sanften Druck dazu bringen, endlich wieder ein gutes Gewissen haben zu dürfen.

  • altstadtkid

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    Wusste gar nicht dass Frau Freudenstein schon 70 ist, hat sich aber gut gehalten :o)

  • Barnie Geröllheimer

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    Alle Achtung, die Forderungen der Aktivisten (darf man die überhaupt so nennen, wenn deren einzige Aktivität darin besteht sich einen lustigen Nachmittag zum Nachteil des Rests der Gesellschaft zu machen) sind der große Wurf für das zukünftige Leben.
    Hervorragende Konzepte, ganz neu gedacht. Echte Innovation, wohin man nur sieht. Endlich mal Lösungen, die nicht von alten weißen Männern stammen (von jungen farbigen Frauen allerdings auch nicht). Und bei Musik am Domplatz hat man sich mit Sicherheit bis in den Abend hinein die Gehirne zermartert, was man der Umwelt sonst noch gutes tun könnte. Zuhause bleiben zum Beispiel.

  • Eingeborener

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    Die CSU ist also weiterhin die Partei der Umweltzerstörer. Die altbekannte Angstmache nit dem Arbeitsplatzverlust. Diese Leute sind für mich Umweltkriminelle.
    Die SPD blinkt auch beim Umweltschutz links und verbietet dann die fridays-Strassenblockade, um es sich mit dem Altstadtkaufleute-Verein nicht zu verderben (Sind das SPD-Spender?) biegt also wie üblich rechts ab
    . Wenn ich die Durchsage bei der Strassenblockade richtig verstanden habe , hat dann das Verwaltungsgericht eine halbe Stunde Altstadt-Blockade genehmigt.
    Die Grünen ? Nix gehört. Kassieren die Wahlstimmen der fridays-Bewegung, und werden dann in irgendeiner Koalition deren Ziele verkaufen für ein bisschen Posten ,siehe rkk-Befürwortung. Oder täusche ich, Grüne ?

  • Ex Regensburger

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    Wenn so etwas passiert (und es passiert häufig): „Aus einem anderem Auto formt sich eine Hand zur Pistole und symbolisiert Schüsse auf die Demonstranten ab. „Grüne Dreckshure“, brüllt ein vielleicht 40jähriger einer kleinen Gruppe von jungen Frauen entgegen“, dann sieht man auf welchem Niveau viele politisch Rechte agieren u. wie menschenverachtetend einige drauf sind. Aber „die Deutschen retten wollen“!
    Zum Glück kriegt das Bürger Normalotto mit u. wendet sich mit Abscheu von solchen Leuten bzw. politischen Strömungen ab.
    Einige wenige Ewiggestrige hingegen werden versuchen sich eine Knarre zu besorgen um Deutschland zu retten indem sie (deutsche!) Grüne und Linke abknallen wollen. Wie war das mit dem Spruch: „Wer hier Gast ist, soll sich an die Gepflogenheiten anpassen“. Wie!? Ist das der „typische deutsche Umgang miteinander“?
    Sollen die Flüchtlinge sich jetzt auch menschenverachtend aufführen, deutsche Frauen als „Dreckshure“ beschimpfen oder sich Knarren besorgen?

  • joey

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    @Jürgen

    Bauleitplanung ist oft juristisch fehlerhaft, wird halt vom Bürger schlicht hingenommen, wie halt viel in Deutschlands Geschichte hingenommen wurde. Die Regelungskompetenz einer Kommune geht nur über speziell lokale Themen, z.B. Fragen der Infrastruktur (z.B. Energie), des örtlichen Landschaftsschutzes etc. … und ist immer ausführlich zu begründen, deswegen ist das immer viel Papier. Persönlicher Geschmack oder politische Grundeinstellung eines Gemeinderats hat da nichts zu suchen. Wenn es einen spezifisch begründbaren Grund für Regensburg gibt, nur Plusenergiehäuser zuzulassen, dann darf das rein. Die Klimasache ist aber global. Sowas regelt nach der Verfassungsordnung der Bundestag bzw die EU – und das hat einen Sinn.

    Pflanzlisten gibt es schon seit den 80ern. Pflanzen werden schon immer nach ihrem ökologischen Wert festgesetzt. Es ging doch neulich um die Insekten und nicht um Veggie…
    Anbieter von Nahrungsmitteln haften für „ihre Produkte“, z.B. für Keime aus Tierexkrementen auf den essbaren Blättern. Sogar öffentliche Trinkbrunnen werden abgesperrt, wenn der Trinkwasser Prüfintervall nicht eingehalten wurde.

    Ja, ich bin vom Fach (Bau), Du doch auch…?

    Ich verteidige immer Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht. Die andere Meinung ist wertvoller als die eigene (die hab ich ja schon).
    Die Forderungsliste hier ist leider in vielen Punkten aus dem Kindergarten, die oftmalige Radikalität des Vortrags aber hysterisch.

    Aus Gründen der Lesbarkeit / Kürze führe ich zahlreiche Themen z.B Individualverkehr in diesem post nicht auf, wir können ja später weiterdiskutieren. … kleiner Reiz: man könnte doch Rikschafahrer als Fachkräfte einwandern lassen, dann hätten wir Lastenräder als neue Bio Betonmischer!

  • altstadtkid

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    Ich muss noch schnell die Welt retten, einmal rundherum jetten und schnell noch alle meine Accounts checken……
    Aber nett sind sie schon wenn Sie so springen mit Ihren Plakaten
    Die Frage ist nur ob Sie wissen was auf Sie zukommt, wenn das Alles so umgesetzt wird
    Wer A fordert muss B auch so handeln, egal wie alt er ist

  • R.G.

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    @Eingeborene
    „Die SPD blinkt auch beim Umweltschutz links und verbietet dann die fridays-Strassenblockade, um es sich mit dem Altstadtkaufleute-Verein nicht zu verderben (Sind das SPD-Spender?)“

    Könnte ich mit den Jugendlichen des Regensburger Freitags für die Zukunft in einer Denkwerkstatt arbeiten, würde ich mit ihnen Wege zu erarbeiten versuchen, wie den Innenstadtkaufleuten, die ja hohe Mieten bezahlen müssen, die durch Demos oder Verkehrsberuhigungsmaßnahmen verursachten Verdienstausfälle und Umsatzeinbußen wieder ausgeglichen werden können. Als Erstmaßnahme vielleicht, indem vom Demoteilnehmern bewusst danach dort eingekauft wird.

    In jeder mir bekannter gewesenen Fremdenverkehrsstadt bedeutete die Aussperrung des Autoverkehrs, und Errichtung einer Fußgeherzone, das Aus für den größten Teil der alteingesessenen Läden, weil zwar die Kunden großteils ausblieben, aber die Geschäfts- und bald auch die Wohnungsmieten gleichzeitig rasant stiegen. (Ich bin wirklich großer Dr. Knoblacher Fan. Diesen Aspekt, dass verkehrsberuhigte Innenstädte mit ihren neuen Fußgeherzonen für die Einheimischen weitgehend verlustig gingen, blendet er leider aus. Er ist eben Verkehrsexperte)
    @Piedro
    Den Umbau einer Straße zur Spielwiese für nur mehr die größten internationalen Kozerne und Investoren, erlebten Sie und ich – wie wir heute wissen – zufällig aus gerade mal fünfzig Meter räumlicher Distanz mit. In wenigen Jahren waren alle vorherigen Familien- und Kleinbetriebe weg, nur mehr große Ketten können sich halten…

    Einzelne Regionen Mitteleuropas versuchten mit Gesetzen den der „Attraktivierung der Innenstadt für den Fremdenverkehr“ folgend nötigen Einkaufsfahrten der Einheimischen vor die Stadt gegenzusteuern, beispielsweise mit Verboten für Supermarkt- Neuwidmungen an der Peripherie.

    Die erfolgreichste Methode, eine Jugendgeneration mit ihren Ideen zum Scheitern zu bringen oder ihre Absichten in der Praxis ins Gegenteil zu kippen , ist: Sie auf die Folgen im regionalen Umfeld undurchdachte Forderungen stellen lassen!

  • Dugout

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    @ R.G.

    An den Problemen des Altstadtgewerbes sind Amazon und co schuld und nicht Verkehrsberuhigung. Eine „Autostadt“ wie Frau Freudenstein behauptet war Regensburg nämlich nie.
    Was Amazon nicht schafft, das schaffen diese Bauern ohne Bulldog selber. Im Jammern ganz groß aber nicht in der Lage sich auf die Veränderungen einzustellen. Ich bin gezwungen mir mehr und mehr Dinge im Internet zu bestellen, obwohl ich das eigentlich nicht will(!), weil mir auch der Fachhandel keine Auswahl mehr bieten will und teils nicht willens ist mir die gewünschten Artikel wenigstens zu bestellen damit ich sie später abholen kann. Ich könnte ihnen drei vier Beispiele allein in den letzten 6 Monaten nennen.
    Zu den Aktivisten: Ich finde es fast schon schade dass sich die Jugendlichen nun doch auf ein klein/ klein einlassen. Dies geschieht auf ständigen Druck der Öffentlichkeit und der Presse.

    Es wäre genauso legitim, wenn sie bei ihrer ursprünglichen Linie blieben und sich nicht auf ein zerreden unwichtiger Detailfragen einließen. Sie könnten euch auch entgegenschreien: “ Es ist uns scheissegal wie schnell man in der Stadt fahren darf, aber damit ihr endlich mal ruhig seid sagen wir halt 30km/h.

    Was diese Generation fordert sind die großen Dinge, die die großen Macher an den Schalthebeln ändern können. Um die kleinen Dinge geht es nicht mehr. Da brauchen sie auch keinerlei Belehrungen oder Unverschämtheiten hinnehmen. Von niemanden.

  • Piedro

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    @Barnie Geröllheimer
    Wow, da haben Sie sich ja wieder voll ins Zeug gelegt um Polemik abzulassen ohne auch nur auf einen Punkt konkret einzugehen. Wirklich beeindruckend. Und dabei auch noch so einen Blödsinn in die Tastur zu kriegen, alle Achtung! Die vergnügen sich zum Nachteil der Gesellschaft, sowas aber auch! Nur schade, dass Sie uns Ihre innovativen, zukunftweisenden Visionen nicht teilhaben lassen. Zu viel Vergnügen oder zu nachteilig für die Gesellschaft?

  • R.G.

    |

    @Dugout
    „An den Problemen des Altstadtgewerbes sind Amazon und co schuld“
    „Ich bin gezwungen mir mehr und mehr Dinge im Internet zu bestellen, obwohl ich das eigentlich nicht will(!), weil mir auch der Fachhandel keine Auswahl mehr bieten will und teils nicht willens ist mir die gewünschten Artikel wenigstens zu bestellen damit ich sie später abholen kann. “
    Da bin ich ganz bei Ihnen.

    „Zu den Aktivisten: Ich finde es fast schon schade dass sich die Jugendlichen nun doch auf ein klein/ klein einlassen. Dies geschieht auf ständigen Druck der Öffentlichkeit und der Presse.
    Es wäre genauso legitim, wenn sie bei ihrer ursprünglichen Linie blieben und sich nicht auf ein zerreden unwichtiger Detailfragen einließen.“
    Die Haltung hat was, denn wenn sie sich auf Detailfragen herunterlassen, wird es alleine, ohne Hilfe erfahrener Erwachsener, nicht machbar.
    Gut argumentiert von ihnen!

    „Was diese Generation fordert sind die großen Dinge, die die großen Macher an den Schalthebeln ändern können.“

  • Piedro

    |

    @RG
    “ In wenigen Jahren waren alle vorherigen Familien- und Kleinbetriebe weg, nur mehr große Ketten können sich halten…“
    In Regensburg hatte ich diesen Eindruck nicht, allerdings waren diese Betriebe überwiegend Antiquitäten oder Kunsthandwerk gewidmet. Es gab aber auch Restaurationsbetriebe, die zu dieser Gruppe gehören.

    „Die erfolgreichste Methode, eine Jugendgeneration mit ihren Ideen zum Scheitern zu bringen oder ihre Absichten in der Praxis ins Gegenteil zu kippen , ist: Sie auf die Folgen im regionalen Umfeld undurchdachte Forderungen stellen lassen!“
    Dann wäre im Umkehrschluss die bestmögliche Förderung das zu verhindern. Nö, das kann’s nicht sein. Die „Forderungen“ gehören betrachtet und besprochen, was praktikabel und zielführend ist gehört umgesetzt. Natürlich ist da auch mal unausgegorenes dabei, worauf man sich in irgendeinem Plenum geeinigt hat. Wem das reicht zu diskreditieren, der setzt sich eh nicht konstruktiv mit den Vorschlägen auseinander, sondern ergeht sich in Polemik. Und? Diese „Bewegung“ hat es von null auf hundert in die öffentliche Aufmerksamkeit geschafft und eine Dynamik angenommen, die kaum jemand für möglich gehalten hat. Ob da jetzt ein paar eher dumme „Forderungen“ auf den Tisch kommen ist da völlig wurscht. Es ist doch schon bemerkenswert, dass Schüler es schaffen auf die Agenda der Regierenden einzuwirken, zumindest in den Städten. Ich halte es für wesentlich wie die politischen Anbieter damit umgehen. Mit Polemik werden sie sich mehr schaden als der „Bewegung“. Teils haben die bald-Wähler ja schon gemerkt was sie von ihren parlamentarischen Vertretern zu halten ist. Da blamieren sich die Parteien durch die Bank, sei es mit idiotischen Quizfragen, auf die sachlich falsche oder platt manipulative Antworten folgen, sei es durch selbstgefälliges Gequatsche, das allen Argumenten fern bleibt.

    Auch eine dumme Idee zur Problemlösung ist besser als die Problemlösung über Jahrzehnte zu verschleppen, zu verweigern oder ihre Notwendigkeit zu bestreiten, um dann im Eiltempo irgendwas zu veranlassen, was vor allem nicht „der Wirtschaft“ schaden darf, respektive der Industrie, respektive deren Eignern. Auf Dauer kann das so nix werden, und auf die Schnelle auch nicht. FfF ist da ein erfreulicher Impuls, auch wenn manche meinen die Aktionen seien gegen die Gesellschaft gerichtet.

  • Piedro

    |

    @Dugout
    „Zu den Aktivisten: Ich finde es fast schon schade dass sich die Jugendlichen nun doch auf ein klein/ klein einlassen. Dies geschieht auf ständigen Druck der Öffentlichkeit und der Presse.“

    Ist das so? Das eine wie das andere? Ich sehe, dass hier erstmals lokal „Forderungen“ aufgestellt werden, also die vor Ort Verantwortlichen einen Katalog von Vorschlägen erhalten, mit dem sie sich auseinandersetzen können und vermutlich auch müssen, um ihre Glaubwürdigkeit nicht zu beschädigen.

    Was für einen Druck die Presse oder die „Öffentlichkeit“ ausüben könnte, damit Gremium und Sprecher der örtlichen FfF-Aktivisten sich mit „klein-klein“ begnügen erschließt sich mir nicht.

    „Sie könnten euch auch entgegenschreien: “ Es ist uns scheissegal wie schnell man in der Stadt fahren darf, aber damit ihr endlich mal ruhig seid sagen wir halt 30km/h.“

    Dazu sind sie zu klug. Im ganzen Stadtgebiet 30 wäre okologisch nicht sinnvoll. Ich fahre einen Wagen der 2018 vom Band gerollt ist, ein Benziner, der als Kleinwagen höhere C0²-Emissionen hat als der 10 Jahre ältere Diesel-Bruder als Kombi. Bei 30 will der im dritten Gang gefahren sein. Dabei geht der Verbrauch erkennbar runter. Aber im dritten Gang lässt der sich nicht dauerhaft 30 fahren, schon gar nicht, wenn immer wieder gebremst wird und beschleunigt werden muss.

    „Was diese Generation fordert sind die großen Dinge, die die großen Macher an den Schalthebeln ändern können. Um die kleinen Dinge geht es nicht mehr. Da brauchen sie auch keinerlei Belehrungen oder Unverschämtheiten hinnehmen. Von niemanden.“

    Nun, derweil sie die Schalthebelmachtwerauchimmer mit dem Gedanken vertraut machen, dass sie zu schalthebeln haben ehe die „Kids“ aus der Schule sind, können die sich durchaus Gedanken über lokale Erfordernisse machen, für die jene Schalthebelmachtwerauchimmer nicht zuständig sind, sondern die Schalthebelchenmachtausüber mit Gesicht und Namen im eigenen Stadtrat. Mit deren Reaktion können sich dann auch andere auseinander setzen, denn sie werden reagieren. Das ganze führt zu einem Disput vor Ort, der vielleicht besser, aber auch gar nicht geführt werden könnte, was nicht besser wäre.

  • Eingeborener

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    Sie sind ein professioneller Deeskalierer ,@ frage 9.7.,auch Schön- und Kleinredner genannt,oder ? Der professionelle Deeskalierer tritt als Freund auf, der es gut mit einem meint, aber doch zahlreiche ,fragen‘ hat: Es sei doch alles gar nicht so schlimm, sondern viel besser geworden, siehe das dreckige Regensburg in den 80igern uswusf.schreiben Sie .,Und wir können doch alle täglich zu Fuß und mit dem Rad…
    Am Schluss lehnt sich der Leser entspannt zurück, jaja, ist alles doch auf dem Weg ,wozu die ganze Aufregung der Umweltaktivisten ?
    Die Verantwortlichen der Umwelt- und Klimazerstörung werden von Ihnen nicht genannt.
    Nein, nichts ist gut, und die Forderungen der Regensburger fridays for future sind harmlos angesichts dessen, was uns die Habgier der ,Wirtschaft‘ und ihrer Komplizen in den regierenden Parteien an Umweltzerstörung in Stadt und Land schaden und was uns an Klimakatastrophe droht. Ich wette, Sie sind so ein Komplize, @ frage.

  • frage

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    @Eingeborener

    ich bin weder ein professioneller deeskalierer, noch möchte ich etwas schön reden. der klimawandel an sich ist nicht menschengemacht und auch nicht aufzuhalten, denn den hat es immer schon gegeben. der schnelle klimawandel der letzten jahre ist auf die industrialisierung zurückzuführen, den hat der mensch also durchaus beeinflusst und hier sollte und kann man etwas tun. ob der mensch allerdings dazu tatsächlich auch die macht hat, wir sich zeigen. das klima und die natur reden nicht mit uns, aber ich bin mir sicher, beides wird uns überleben.

    ich finde grundsätzlich alles, was mit klima- bzw. umweltschutz zu tun hat gut. man muss zweigleisig denken: zum einen wird man lernen müssen mit den folgen umzugehen, zum anderen müssen allerdings auch strategien entwickelt werden, wie man es in zukunft besser machen kann. deswegen finde ich fridays for future gut und richtig, weil man über die probleme nun in einer breiten masse diskutiert.

    auf die forderungen bin ich schon eingegangen und halte sie auch nicht so überragend, aber darauf kommt es doch gar nicht an. wenn nur einige darüber nachdenken, ob ein kaffee im wegwerfbecher, eine spazierfahrt ohne grund, die plastiktüte im supermarkt uvm. wirklich nötig ist und dadurch einiges vermieden werden kann, dann hat sich das ganze schon rentiert.

    und wenn die industrie erkennt, dass ein umweltverträgliches verhalten ihnen aufträge bescheert aufgrund der ideologie, dann werden sie sehen, wie schnell sich hier etwas ändert. mit einer hau-drauf politik kommt man da aber nicht weit und verbittert nur.

    sie möchten anscheinend gleich von heute auf morgen alles abändern, haben natürlich auch über die konsequenzen nachgedacht und würden alles ohne rücksicht auf verluste sofort abändern und auch ihr eigenes leben geben, um den planeten zu retten. lassen sie uns doch an ihrem konzept und ihren vorschlägen teilhaben und darüber diskutieren!

  • Monetäre Kriterien

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    Mir war bisher nicht bewusst, dass es auf r-d ein so miserables Kommentar-Niveau geben kann, wie hier; und auch wie schmerzhaft das teilweise ausfällt war mir neu.

    Die Kinder haben halt BMW etc. ihre Existenz zu verdanken, also sollen sie gefälligst ihre Klappe halten. So oder so ähnlich stelle ich mir gerade die Denkweise von so Ausfallendwerdenden (Passanten) oder Verzögerungstaktikern (Politikern) vor.

    Außerdem meine ich, dass es in der Gesellschaft eine Art logisches Verständnisproblem (vielleicht gibt es auch einen Fachbegriff dafür, k. A.) gibt. Nämlich einerseits das Ding mit der Erderwärmung und andererseits „die nächste Eiszeit kommt bestimmt“. So wie ich unsere Vorgenerationen kenne, geht es nur darum wer am Schluss recht haben wird.

    Eigentlich ist es schon ziemlich zum Mäusemelken alles.

    Teurerer Mone

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