Niemand hatte die Absicht, Schulden zu machen!

„Egal wie Sie es rechnen: Für 161 Millionen Euro haben wir in den neuen Bundesländern acht große Schulen gebaut. Dafür haben wir noch Schulden. Die müssen wir abbezahlen. Aber sonst nichts.“ So erläutert Oberbürgermeister Hans Schaidinger unter der Überschrift „Für die Stammtische“ mit wenigen Worten die – unbestritten – sehr gute Finanzsituation der Stadt Regensburg. Wie das gemeint ist? Ganz einfach! Regensburg hat in diesem Jahr einen „glänzenden Haushaltsabschluss“ hingelegt. Exemplarisch dafür stehen 163 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen – ein beispielloses Rekord-Ergebnis, „beim besten Willen nicht vorherzusehen“, so Wirtschafts- und Finanzreferent Dieter Daminger. Folgen dieses Ausnahmeabschlusses: Die allgemeinen Rücklagen konnten auf rund 93 Millionen Euro erhöht werden. Der Schuldenstand wird durch eine am Donnerstag im Finanzausschuss beschlossene Rückzahlung um 15 Millionen auf 245 Millionen Euro reduziert. Und das bedeutet im Endergebnis: Regensburg hat nicht nur keine Schulden, sondern sogar ein sattes Plus! Hä? Na ja: Regensburg hat schließlich bislang – Stand heute – rund 161 Millionen Euro Solidaritätszuschlag bezahlt. Das sind keine Regensburger Schulden! Das ist für „die da drüben“! Im Osten! Und für 161 Millionen Euro bekommt man acht „richtig große Schulen“, wie Oberbürgermeister Schaidinger weiß. Also müssen diese 161 von den 245 Millionen abgezogen werden. Bleiben noch „eigene“ Schulden von 84 Millionen Euro. Bedenkt man schließlich, dass Regensburg noch Rücklagen von 93 Millionen Euro hat, bleibt am Ende zu sagen: Hätten wir Regensburger denen im Osten nicht acht Schulen bauen müssen, dann hätten wir sogar noch neun Millionen auf unserem Sparbuch. So erklärt man’s zumindest für die Stammtische – jedenfalls in Regensburg. Damit zusammen wächst, was zusammen gehört…

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Kommentare (5)

  • Hannes Mischkowski

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    Immer drauf auf die Ossis! Der Schaidinger ist doch so ein elendiger Hetzer… nur gut, seine Zeit läuft ab!

  • Matthias Beth

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    „Egal wie Sie es rechnen: Für 161 Millionen Euro haben wir in den neuen Bundesländern acht große Schulen gebaut. Dafür haben wir noch Schulden. Die müssen wir abbezahlen. Aber sonst nichts.“

    So erläutert Oberbürgermeister Hans Schaidinger mit wenigen Worten die – unbestritten – sehr gute Finanzsituation der Stadt Regensburg.

    Er vergisst nur, dass diese Finanzlage nicht sein Verdienst ist, sondern dass der Bürger. Das Herr OB Schaidinger Probleme hat die Finanzen richtig einzuschätzen und deren Produkte zu verstehen, hat er als Verwaltungrat der LB bayern bewiesen. Herr Schaidinger, Herr Schmid und Herr Huber habe in ihrer Rolle als Verwaltungsräte versagt und sollten ihre politischen Ämter abgeben! So verlangten es SPD, Freie Wähler und Grüne.
    Diese drei inkompetenen CSU-Politiker sind die letzten der Verwaltungsräte, die heute noch in politischen Führungspositionen tätig sind. Es sind nicht nur Schadensersatzansprüche gegen den früheren Sparkassenpräsident Siegfried Naser, sondern gegen sämtliche ehemaligen Verwaltungsräte zu verfolgen.
    Sie alle haben schuldhaft ihre Pflicht verletzt und müssten dringend von ihren heutigen Ämtern entfernt werden, um Schadne vom Freistaat Bayern abzuwenden.

  • Bronzebogen

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    Die tägliche Dosis Polemik und Populismus am Morgen. RD – immer wieder gut.

  • peter sturm

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    „Für die Stammtische“
    neben welchem misthaufen steht denn dieser stammtisch?!

  • Lothgaßler

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    Damit wird klar, warum Schaidinger bei der Bayern-LB keinen Fehler gemacht hat.
    Die Amis sind schuld(ig) bzw. haben Schuld(en)!
    Da ist zwar ein wahrer Kern dran, hilft aber in der Sache nix.

    Die originelle Rechenweise des OB lässt befürchten, dass er erst jetzt mitbekommen hat, dass der „Soli“ bezahlt werden muss. Jetzt ist ihm schlagartig klar geworden, warum so mancher von „Schulden“ spricht.

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