Fliegende Kugeln, Pornographie und eine Pflichtübung

Am Karfreitag hatte es der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller entgegen den Bischöfen in fast allen deutschen Bistümern abgelehnt, die Fürbitten des Trierer Bischofs Stephan Ackermann für die Missbrauchsopfer zu übernehmen und sich damit der Empfehlung von Erzbischof Zollitsch verweigert. Ein Auszug aus den empfohlenen Fürbitten:

„Lasst uns beten für die Kinder und Jugendlichen, denen inmitten des Volkes Gottes, in der Gemeinschaft der Kirche, großes Unrecht angetan wurde, die missbraucht und an Leib und Seele verletzt wurden; wir beten auch für diejenigen, die schuldig geworden sind und sich schwer versündigt haben an jungen Menschen, die ihrer Sorge und Obhut anvertraut waren.“

Müller hatte angekündigt, entsprechende Fürbitten am Ostersonntag zu verkünden. Am Rande: Ein Großteil der Geistlichen im Bistum Regensburg hatte sich Müllers Haltung nicht angeschlossen und die empfohlenen Fürbitten bereits am Karfreitag verlesen. Der Text des Regensburger Bischofs vom Ostersonntag (den man auch verschämt versteckt auf den Seiten des Bistums Regensburg findet) hört sich im Vergleich wie eine Pflichtübung an. In seinen Fürbitten stellt Müller den Missbrauch innerhalb von katholischen Einrichtungen in eine Reihe mit Abtreibung, Pornographie und Frauenhandel und übt sich auch ansonsten im Relativieren.

„Wir bitten Dich für alle Opfer von Gewalt, Missbrauch und Unrecht in Familien, Vereinen, kirchlichen und sozialen Einrichtungen, sowie für alle, die daran schuldig geworden sind. Wir bitten Dich für alle Opfer von Abtreibung, Frauenhandel und Pornographie sowie für alle, die daran schuldig geworden sind.“

Ansonsten das übliche Bild. Im Schlusswort seiner Predigt stilisierte der Regensburger Bischof sich zum Verteidiger „seiner“ Domspatzen, seiner katholischen Jugend und seiner Priester hoch. Man könne die Domspatzen nicht verantwortlich machen für das „was vor einem halben Jahrhundert in einem Einzelfall geschehen“ sei.

„Jeder, der sich herausnimmt, in Wort oder in einer suggestiven Weise, wie sie ins Bild gesetzt werden, unseren Domspatzen etwas anzuhaben, der wird mich an der Stelle finden, wo ein Bischof stehen muss, nämlich vor ihnen, wenn die Kugeln von vorne kommen.“

Manche hätten vielleicht noch nicht begriffen und verstünden es auch nicht, „was ein katholischer Bischof ist“, so Müller.

„Ich bin nicht abhängig von irgendwelchen Stimmungsmachern. Ein Bischof muss nicht gewählt werden und sich nach Mehrheitsmeinungen ausrichten. Sondern ein katholischer Bischof ist der Zeuge der Wahrheit Jesu Christi. Und von der Religionsfreiheit, die es in unserem demokratischen Staate gibt, mache ich im vollen Umfang Gebrauch.“

Von der Presse- und Meinungsfreiheit hält Müller dagegen weniger. Seine Medienschelte inklusive Göbbels-Vergleich hat er am Samstag auf der Internetseite des Bistums erneuert. UPDATE: Das Bistum hat nun plötzlich den Text des Hirtenbriefes verändert und den Göbbels-Vergleich entfernt. Uns liegt die englische Version der ursprünglichen Fassung vor. Ebenso wurde der Predigt-Text zum Ostersonntag nachträglich verändert. Auch hier liegen uns die wesentlichen Passagen als Bildschirmfotografie der ursprünglichen Version vor.

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Kommentare (28)

  • Bert

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    Wie lange müssen wir diesen pathologischen Fall Müller noch ertragen?

  • Bernhard

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    der mann spinnt!

  • Einhauser

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    Antidemokrat!

  • Ratisbonicus

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    Gegen den wirkt die Pius-Bruderschaft ja wie „Kindergeburtstag“!

  • Kritische Katholikin

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    Nicht die kritische Presse schadet dem Ansehen der katholischen Kirche, sondern „Hirten“,
    die in Selbstmitleid zerfließend, sich selbst die Märtyrerkrone aufsetzen und sich dabei lächerlich
    machen.
    Was allerdings das Schlimmste ist: Es gibt immer wieder Leute – meist handelt es sich um sehr
    schlicht gestrickte Gestalten – die Bischof und Papst kritiklos alles glauben und dann „in echt christlicher
    Nächstenliebe“ auf diejenigen losgehen, die ihren gesunden Menschenverstand benutzen und sich
    nicht jeden Bären aufbinden lassen.
    Um der zahllosen untadeligen Priester und Ordensleute willen m u ß die Spreu vom Weizen getrennt
    werden, d.h., müssen die Übeltäter und ihre Vertuscher und ‚Wortverdreher zur Verantwortung gezogen
    und mit den entsprechenden Konsequenzen bedacht werden.
    Frau Dr.Käßmann hat – eines kleinen Deliktes wegen – Anstand bewiesen und ihr Amt niedergelegt und
    was machen die katholischen Ober-Fuzzis? Sie kleben an ihrer Macht und versuchen mit allen Mitteln,
    diejenigen, die die Mißstände aufdecken, zu diffamieren und mundtot zu machen.
    So sieht Aufklärung auf katholisch aus!

  • Mike

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    Ich ärgere mich wirklich, dass ich schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten bin. Die Austrittsgründe werden von Jahr zu Jahr besser.

  • Joachim Datko

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    Die CSU hat es vorgemacht!

    Mein Wunsch: Hoffentlich gelingt es den katholischen Priestern ihre Gläubigen so zu verprellen, wie es der CSU gelungen ist ihre Wähler zu verprellen.

    Es geht meiner Ansicht nach um die wichtigen Punkte:

    – Austritt aus der katholischen Kirche

    – Rückgang der Taufen.
    Katholische Eltern brauchen keine Angst davor zu haben, dass im Todesfall ungetaufte Kinder in die katholische Vorhölle kommen, damit haben die Priester den Eltern früher nur Angst gemacht. Die katholische Kirche hat es sich jetzt scheinbar anders überlegt und gibt den Weg direkt in ihren Himmel frei.
    Siehe:
    http://www.focus.de/politik/ausland/…aid_54188.html
    „Vatikan schafft die Vorhölle ab
    Nach jahrelangen Beratungen hat der Vatikan beschlossen, dass ungetaufte Kinder doch ins Paradies dürfen.“

    – Verlassen des Religionsunterrichts
    ====
    Dabei spielen die katholischen Bischöfe und Kardinäle, ja sogar der katholische Papst, aus meiner Sicht eine wichtige Rolle. Mein Wunsch ist es, dass sie zu Katalysatoren für eine Loslösung von möglichst vielen Gläubigen von der katholischen Kirche werden.

    Ist das tatsächlich noch zeitgemäß?
    http://www.regensburg-informationen.de/images/262.gif
    ====
    http://www.datko.de/Datko.gif

  • Sir Sonderling

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    Liebe „kritische Katholiken“, ich freue mich zu sehen wie sehr Eure Kritik doch von Euren Anführern ernst genommen wird. Oder könnte es nicht sein dass Ihr hier einem kleinen Selbstbetrug zum Opfer fallt?
    In der Tat – das christlich/katholische System bleibt totalitär, und Ihr als kleine Gegenstimmen die es zu beschwichtigen gilt haltet es mit am Leben, da Ihr eine wunderbar harmlose innerkirchliche Opposition darstellt, eben den putzigen Gegenpol den jedes System braucht um im Gespräch zu bleiben und breite Identifikationsmöglichkeiten zu bieten.

    „Kritische Katholiken“…..das lässt mich schmunzeln. Das klingt irgendwie wie „kritische Mafiosi“. Ist klar, wir wollen Mafia, aber ohne die ganzen Verbrechen. Und Ihr wollt Kirche ohne den totalitären Allmachtsanspruch eurer Lilakäppiträger? Ist klar, jeder schnitze sich seine Kirche wie er es mag. Leider widerspricht das den elementaren Statuten des Clubs. Und deshalb gibt es nur eine Lösung: Raus aus dem Club. Jeder der weiter einzahlt, hält das System am Leben und ist mitverantwortlich dafür, was sich die Kuttenträger rausnehmen.
    Helft Ihnen, Ihr Armutsideal zu verwirklichen: Tretet aus!

    mfg,
    Sir

  • gifthaferl

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    Es mag ja sein, dass SEINE Schäfchen, nicht wissen was ein katholischer Bischof ist, aber die, die sich solchen „Hirten“ einfach vollkommen entziehen, die haben es sicher verstanden.
    Da würde ich mir an der Stelle des Bischofs überhaupt keine Sorgen machen.
    Die verstehen die Realität schon, auch die eines katholischen Bischofs.

    Wer Kugeln fliegen sieht, wo nicht mal alte Latschen fliegen, wer DIE Domspatzen angegriffen sieht, wo doch nur das TUN der Peiniger von Domspatzen mal laut ausgesprochen wird und nicht mehr wie seit Jahrzehnten systematisch vertuscht, wer mit dem Einsatz eines verurteilten pädophilen Priesters – keineswegs vor Jahrzehnten – in Riekofen überhaupt nichts zu tun hat, obwohl er nun mal der Oberboss/hirte dieses Bistums ist, der sollte sich mal über die Dimension seiner Realitätsverzerrung Gedanken machen.

    Ach, und was sind eigentlich Neo- Atheisten?
    Solche, denen das dumme Spielchen von Verunglimpfung all derer, die sich nicht jedem Schwachsinn, den Scheinheilige von sich geben klaglos unterwerfen, taub und blind glauben, was ihnen gesagt wird, oder meinen, das sei heute ja alles schon lange nicht mehr so „wild“, und nun endlich austreten aus diesem totalitären Verein?

    Daran Herr Bischof dürften Sie höchstselbst in diesem Bistum immerhin einen gehörigen Anteil haben, dass diese Neo-Atheisten sich ordentlich vermehren – Danke!

    Die nämlich mögen sich der „Diktatur des Relativismus“, der die Opfer von Missbrauch und Gewalt zu Nebensächlickeiten erklärt, nicht mehr fügen.
    Solche Opfer sind offensichtlich Kollateralschäden, die ob der „Reinheit“ des Glaubens bzw. insbesondere der „Würde“ der Verkünder dieses Glaubens dann eben billigend in Kauf genommen werden (müssen).

    Halt nicht von jedem!
    Ein paar Leute, die nicht in kirchlichen Diensten stehen, und denen Sie nicht an die Existenz können, wenn sie austreten aus Ihrem Ideologiekonzern gibt’s ja auch in dieser Stadt.
    Und verbrennen is ja heute nich mehr, blöd nä?

  • Veits M.

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    Tipp: Die Titel-Story der Spiegel-Printausgabe
    u.a mit dem Hinweis, dass ein US-Anwalt eine Klage beim zuständigen Gericht anhängig gemacht hat, die womöglich den Weg um obersten US-Bundesgericht findet.
    Der Anwalt vertritt Missbrauchsopfer und will für seine Mandanten DIREKT beim Vatikan Verantwortung suchen. Dabei geht es auch und gerade darum, in Erfahrung zu bringen, was der heutige Papst wusste, über dessen Schreibtisch alle Missbrauchs-Dossiers seit 2001 liefen. Wie der Spiegel berichtet, läuft das Verfahren damit auch darauf hinaus, den heutigen Papst ggf. gerichtlich vorladen zu lassen. Natürlich stellt sich die Frage seiner Immunität als Staatsoberhaupt des Vatikans – auch darüber wird dann gestritten werden. – Diese neue Dimension macht deutlich, dass – gegen den Regensburger Bischof – sich nichts mehr unter den Teppich kehren lässt.

  • Veits M.

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    Der Gang nach Riekofen

    „Reue ist zugleich Voraussetzung für Veränderung, Verwandlung. Ob die Kirche wirklich auf dem Weg dahin ist? Es ist ihre einzige Chance, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.“
    http://www.sueddeutsche.de/,ra1m1/politik/586/507740/text/

    Dem Regensburger Bischof steht weiterhin ein demütiger Gang bevor, in Demut um Verzeihung zu bitten. Um seiner eigenen und der Glaubwürdigkeit der Verantwortungsträger des Bistums Willen.

    Kein Getöse mag ihn von dieser moralischen und menschlichen Pflicht und Selbstverständlichkeit entbinden.

  • Barbara Junghans

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    @ Veits M.

    Ich bin nicht immer Ihrer Meinung, aber in dem Fall stimme ich Ihnen vorbehaltlos bei!

  • Veronika

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    Ja, ja, da setzt sich ein ehem. Staatssekretär für sein immer noch Staatsoberhaupt, obersten Gesetzgeber und … ein! Sollte einem dies nicht sehr viel zu sagen haben?
    Das war richtig römisch, um nicht zu sagen aus der Zeit eines Caesar (Brutus bitte nicht vergessen!).

    Ein bisschen Ruhe. Der Bischof muss seinen Hofstaat in Schutz nehmen, wenn er auch immer wieder betont, dass da jeder (Priester) selbst seines Glückes Schmied ist.
    Auch dies ist doch vielsagend, oder?

    Berücksichtigt man jetzt, dass dem GLM bislang bei allen dessen Streitigkeiten niemand aus dem O. den Rücken gestärkt, analog S.E. KK. Angelo Sodano ihm noch nicht einmal das Domkapitel zur Seite gestanden ist, weiss man warum sich dieser Mann einfach verfolgt fühlen muss.
    Das „Getöse“ scheint notwendig, schliesslich ist wegen Regensburg nun auch Santa Papa ins Schussfeld geraten. Das Geklage und „Mundtotmachen“ scheint dagegen weniger von GLM, denn von anderen Personen zu kommen. Die fürchten nur, dass noch mehr ans Tageslicht kommt. Da brauchen die aber wohl nicht mehr lange warten.

  • grenzenlos2

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    Sicherlich nicht streng, aber dennoch katholisch erzogen, habe ich über Jahrzehnte diese Kirche fast kritiklos hingenommen.

    Herr Bischof, Sie als Vertreter dieser Kirche und ihre Unterstützer in diesem ihrem Kirchenstaat, haben mich, letztendlich durch Ihre diesjährige Ostersonntagspredigt, insbesondere durch Ihr Schlusswort, davon überzeugt, dass Sie nicht der Kirche angehören können, an die ich bisher geglaubt habe.

    Nunmehr gilt für mich nach fast 56 Jahren:

    CHRISTUS JA, KIRCHE NEIN!!!!

    Ich werde deshalb, wenn auch mit seeeeeeehr schlechtem Gewissen, aus dieser, ihrer Kirche austreten.

  • Helmut Matias

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    Ich verstehe sehr wohl, dass Müller seine Vasallen/Mitläufer schützen will, muss (vielleicht von Rom aus befohlen). Hat denn der in seinem Studium nur geschlafen?
    Ungeschickter kann man sich nicht verhalten. MfG

  • peter Petry

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    Sogar wenn man aus der Kirche austritt, zahlen wir diesen …………. mit unseren Steuergeldern .Der Müller ist in meinen Augen ein arrogantes ………….

  • Veronika

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    @Helmut Matias:

    Zum Thema „ungeschickt“ gäbe es über diesen Bischof sehr viel zu schreiben. Andererseits denke ich da aber auch an S.E. Manfred Müller. Der ist – ausser dass er wegen seiner CSU-Freunde in München die WAA in Wackersdorf befürwortet hat, und sich im Palais ein „Schwimmbad mit Gegenstromanlage“ einbauen liess – überhaupt nicht aufgefallen. Stellen Sie sich nur einmal vor, Sie wüssten dass um Sie rum seit Anbeginn Ihrer Zeit in Regensburg nur versucht wird, Sie loszuwerden. Sogar einige Ihrer Mitbrüder stimmen – da schweigend, oder bestenfalls gegen Sie redend – mit ein. Da würde Ihnen so langsam auch die Galle hochkommen.
    Ich muss es mal deutlich schreiben: Eigentlich äusserst sich in allen diesen Fällen nicht der Bischof selbst, der immer den treusorgenden, verständnisvollen Hirten abzugeben hat, sondern der Generalvikar. So wurde und wird mir sehr südlich immer wieder erzählt. Bei Manfred funktionierte dies hervorragend, bei Dr. Müller wollen die Leute um ihn rum nicht mehr, habe ich mir von einem Vögelein pfeifen lassen. Nun ja, da sind Sie nun, gut besoldet und versorgt. Haben sich in Dogmatik weltweit einen Namen gemacht, aber als Bischof sind Sie der A…. vom Dienst.
    Aber warten Sie mal ab, dem Mann kann und wird geholfen werden. Wir wollen doch nicht befürchten, dass ihm – nach Rom abwandernd – einer derjenigen „Schweigenden“ aus seinem Umfeld auf den Regensburger Bischofsstuhl nachfolgt, oder?

  • Mitglied des Kath. Frauenbundes

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    Das einzige „Leiden“ von Gerhard Ludwig besteht
    darin, daß er nicht endlich befördert wird, wo er
    sich doch laufenden beim Vatikan anbiedert und
    noch immer nicht kapiert hat, daß ihn die dort
    so wenig wollen, wie die meisten in Regens-
    burg (ein paar einfältige alte Weiber ausgenom-
    men).
    Daß es ausschließlich an ihm und seinem Ver-
    halten liegt, daß er nicht „weiter“ kommt, da-
    rauf würde er – der Unfehlbare – nie kommen.

  • Veronika

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    @Mitglied des KDFB:

    Sicher, so direkt als „Leiden“ würde ich es auch nicht bezeichnen, dazu wird er erstens zu gut besoldet, und zum zweiten wollte er ja Bischof von Regensburg werden, obwohl er im Bistum Regensburg „aufräumen“ sollte. Wohlgemerkt nicht bei den Laien, sondern im eigenen Umfeld.
    Dies scheint mir auch das von Ihnen angesprochene Problem zu sein, dass man ihn „im Vatikan nicht will“, denn da – insb. in der Präfektur der Glaubenskongregation (dem früheren Hl. Offizium!!!) – kommt man wohl nicht alleine mit grosser Gelehrsamkeit, sondern eher mit Tatkräftigkeit am weitesten.
    Da scheint mir GLM gegenüber dem eigenen Umfeld jeweils dennoch zu mild zu sein.
    Warum man ihn in Regensburg nicht mag, ist mir ausser rückblickend auf die Sache mit „WsK“ nicht ganz verständlich. Eigentlich bin ich da nicht so firm, aber die damalige Satzungsänderung ging ja 100%ig nicht gegen die Laien, sondern hat den jeweiligen Ortspfarrern mehr Pflichten, nämlich keinerlei Exkulpation zu Lasten der mitarbeitenen Laien, auferlegt. Da es auch bei Kirchen immer auch ums Geld geht, und auch hier mancher Geistlicher in der Vergangenheit nicht an sich halten konnte, war die Satzungsänderung eigentlich eine gute Sache. Hätte WsK wirklich gegen die Zurückdrängung der Laien oponieren wollen, dann hätten die sich beim „Chef“, resp. anlässlich des Papstbesuches demonstrierend auftreten müssen. In der R.-K. Kirche hatten die Laien noch nie viel zu sagen (ausser grösstenteils ehrenamtliche Mitarbeit zu leisten). Da kann GLM nichts für, und dies schon gar nicht zugunsten der Laien ändern. Da findet sich im deutschsprachigen Raum aber auch sonst kein Bischof der gegen Rom handelt. Also verstehe ich nicht, warum GLM in Regensburg nicht gemocht wird, während das gesamte Domkapitel scheinbar nahezu abgöttische Liebe erfährt. Haben mir einige Bekannte gesteckt, die aber mit dieser Klientel wohl öfter zu tun haben dürften, wie der „gemeine“ Diözesegläubige

  • Veits M.

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    Eine treffliche Kurzanalyse:

    „Um die Kirche »politisch« vor den Folgen der Verfehlungen ihrer Priester zu schützen, hat sie den Tätern »pastoral« vor allem Schutz und Fürsorge angedeihen lassen. Dazwischen hat sich eine Kluft aufgetan, in die am Ende immer die Opfer gestürzt wurden: Sie verschwanden aus dem Bild. Ihr Leid, ihre Geschichte fielen der doppelten Loyalität des Vatikans zum Opfer – der zu den Tätern und zu sich selbst.“
    http://www.zeit.de/2010/15/01-Kirche-Vatikan

  • Veronika

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    @maddin:

    Dieser Link ist echt in Ordnung, und die Aussage dieses Pater Prior nicht zu übertreffen!
    Wie ich ja schon einmal bemerkt hatte:
    Wer sich entschuldigt, gibt zu dass er schwach ist! So etwas ist in der Röm.-Kath. Kirche nicht akzeptabel, wenn man ein wie auch immer geartetes „Amt“ bekleiden will.
    Deshalb scheint man wohl die Gläubigen, von denen ein Schuldbekenntnis (In der Ohrenbeiche sogar gegenüber einem Menschen) gemeinhin auch als „Schafe“ zu bezeichnen, denen das Attribut „dumm“ dann gar nicht mehr abzusprechen ist.
    ———————————————
    Da sieht man mal wieder, dass der „Oberhirte“ Dr. Müller wenigstens noch etwas sagt, und nicht dem „vergessenden Schweigen“ den Vorrang gibt.

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