SOZIALES SCHAUFENSTER

Forderung: Verbot von Gas und Solarpflicht

Professor Sterner ruft zur Demo gegen städtischen Energieleitplan auf

Der Planungsausschuss im Regensburger Stadtrat diskutiert am heutigen Dienstagnachmittag eine Vorlage zur energie- und klimapolitischen Ausrichtung der künftigen Bauleitplanung. Deren Inhalt bringt den renommierten Energieexperten Professor Michael Sterner so in Rage, dass er zur Demo vor dem Rathaus aufruft. Er fordert ein Verwendungsverbot für Erdgas bei künftigen Bebauungsplänen und plädiert für eine Solarpflicht.

Der Regensburger Professor Michael Sterner berät unter anderem die Bundesregierung in energiepolitischen Fragen. Foto: Archiv/Bothner

„Regensburg überweist jede Woche 4-5 Mio. € für Gas an Russland (2 Panzer). Damit wird unsere Partnerstadt Odessa angegriffen! Zeit für ein JA zur Solarpflicht und ein NEIN zu Gas + Öl in der Bauleitplanung/Sanierung!“

Man erlebt Professor Michael Sterner selten so aufgebracht, wie am heutigen Dienstagmorgen auf Twitter. Doch der städtische Energieleitplan, der am Dienstagnachmittag im Regensburger Stadtrat vorgestellt wird, bringt den bundesweit renommierten Energieexperten in Rage. Ein Verbot von Erdgas und Öl und eine Solarpflicht bei der städtischen Bauleitplanung hält er für möglich, notwendig und überfällig. Deshalb ruft Sterner im Verbund mit der Fridays for Future-Bewegung im Vorfeld der heutigen Sitzung um 15.30 zu einer Demo vor dem Rathaus auf.

Beschlussvorlage: Festlegung auf Solar möglich, aber zu aufwändig

Laut der Beschlussvorlage, die heute um 16 Uhr im Sitzungssaal des Neuen Rathauses diskutiert wird (hier als PDF), soll es keine grundsätzlichen Festlegungen für oder gegen einen Energieträger in neuen Baugebieten geben. Die Rede ist von einer „ganzheitlichen Betrachtungsweise“. Wörtlich heißt es unter anderem: „Auch wenn das BauGB die Möglichkeit eröffnet, Photovolatik im Bebauungsplan festzusetzen, wird (…) dennoch empfohlen, auf die generelle Festsetzungspflicht einer bestimmten Technologie erneuerbarer Energien – sprich Photovoltaik – zu verzichten.“

Dabei wird in der Vorlage nicht bestritten, dass eine verpflichtende Festlegung auf bestimmte Energien in Bebauungsplänen nach herrschender Rechtsauffassung möglich wäre – dies müsste für jeden Bebauungsplan jeweils im Einzelnen rechtssicher begründet werden. Doch dieses Vorgehen hält Planungsreferentin Chrstine Schimpfermann für zu aufwändig. Wörtlich heißt es: „In jedem einzelnen Bebauungsplan sind (…) die einzelnen Festsetzungen nachvollziehbar zu begründen. Schon aus diesem Grund rät die Verwaltung von einer generellen Verpflichtung, bestimmte Technologien in B(ebauungs)- Plänen festzuschreiben, ab.“

Planungsreferentin: Verbot von Erdgas möglich, aber die bisherigen Konzepte taugen nichts

Eingeräumt wird auch, dass ein Verwendungsverbot bestimmter Energieträger in neuen Baugebieten ausgesprochen werden könnte. Grundlage für ein solches Verwendungsverbot solle aber – um auch hier zusätzlichen Begründungsaufwand zu vermeiden – „ein Klima- bzw. Energiekonzept“ sein.

Nun ist es nicht so, dass die Stadt kein solches Konzept hätte. Seit 2017 gibt es einen Energienutzungsplan für Regensburg, 2017 mündete dieser in ein „Leitbild Energie und Klima“. Abseits davon hat die Stadt Regensburg 2019 den Klimanotstand ausgerufen und 2021 den „Green Deal Regensburg“ auf den Weg gebracht.

Dennoch heißt es in der vom Planungsreferat verantworteten Vorlage: „Ein solches Energiekonzept liegt für die Stadt Regensburg derzeit (…) noch nicht vor“, heißt es. Zwar gebe es den Energienutzungsplan aus dem Jahr 2014, mit allen Teilberichten immerhin knapp 350 Seiten stark, doch dieser sei „hierfür nicht detailliert genug“. Der Plan beinhalte „lediglich grundsätzliche Ziele und Strategien“. „Konkrete Ableitungen für eine bestimmte räumliche Situation im Stadtgebiet sind nicht möglich.“ Das „Leitbild Energie und Klima“, immerhin nochmal knapp 50 Seiten dick, wird in diesem Zusammenhang gar nicht mehr erwähnt. Bereits bei der Wohnbebauung am Nibelungenareal durch die BTT Bauteam Tretzel GmbH hatte die Stadt ohne nähere Begründung auf die dort formulierten Ziele, Solarenergie und Geothermie, verzichtet und eine reine Erdgassiedlung genehmigt.

Verwaltung empfiehlt Klimagutachten und fordert mehr Stellen

Als grundsätzliches Fazit schlägt die Beschlussvorlage vor, Klimagutachten und Energiekonzepte „zukünftig“ verpflichtend für Bauleitplanverfahren vorzuschreiben. „Damit kann der Aspekt des Klimaschutzes, der Klimaanpassung und der energetischen Zielrichtung fachlich bei der Siedlungsplanung unter Berücksichtigung des konkreten Projektes und der örtlichen Verhältnisse zielgenau abgearbeitet werden.“ Auf „allgemeine und grundsätzliche Verpflichtungen auf der Basis von Grundsatzbeschlüssen“ aber „sollte verzichtet werden“.

Flankiert wird das Ganze abschließend mit dem Hinweis, „dass bei einer ganzheitlichen Betrachtung der Themen Energie und Klima künftig neue Aufgaben in einem erheblichen Umfang anfallen werden“. Flankierend zur Vorlage habe man deshalb bereits „entsprechende Stellenanträge für eine personelle Verstärkung in den Bereichen Klimaanpassung und erneuerbare Energien gestellt, um diesen Aufgaben künftig gerecht werden zu können“.

Sterner: Jedes Jahr 233 Millionen für russisches Erdgas

Für Sterner ist hingegen klar: Ein Verbot von Erdgas und Öl ist ebenso möglich und geboten wie eine verpflichtende Verwendung von Photovoltaik – und zwar jetzt. Nicht nur aus ökologischer und klimapolitischer Sicht. Sein Beispiel: Die REWAG bezieht jährlich 2,588 Millionen Megawattstunden Erdgas, 90 Prozent davon aus Russland. Beim momentanen Erdgaspreis von 100 Euro pro Megawattstunde seien das jährlich 233 Millionen Euro, die Regensburg für russisches Erdgas ausgebe, vier bis fünf Millionen Euro die Woche. „Das Beispiel mit den Panzern auf Twitter ist vielleicht zu plakativ“, räumt Sterner gegenüber regensburg-digital ein. „Aber am Ende bleibt doch die Tatsache, dass wir jede Woche vier bis fünf Millionen zum russischen Staatshaushalt beitragen, während unsere Partnerstadt Odessa bombardiert wird.“

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Kommentare (47)

  • Horst

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    Also dann beim Neubau, nur PV aufm Dach, die ja von November bis Anfang März praktisch garnix bringt, und nur mit Wärmepumpe heizen?
    Dann kommen noch die Gesundheits-Jacobiner vom Umweltbundesamt vorbei, die uns die Holzöfen nehmen wollen?
    Was bleibt dann? Ein 2000 Liter Diesel-Tank im Keller und ein 5 kW Dieselaggregat bereithalten, damit das Haus nicht kalt wird, wenn im Winter mal der Strom ausfällt, wenn kein Wind geht?
    Viel mehr mit Strom statt fossiler Energie zu machen (heizen, fahren, Industrie) ist eine tolle Idee. Nur PV bringt 4 Monate im Jahr garnix, also soll das AUSSCHLIEßLICH mit Wind gehen? Tut mir Leid, das glaube ich nicht. Da ist der Blackout programiert. Ein Blackout der Tage dauert, nicht Minuten oder Stunden.
    Mittelfristig Wind und massiver Ausbau der Atomkraft, ja das kann gehen. Ansonsten bleiben wir beim Gas und Kohle. Und dann kann ich das Gas dann auch gleich direkt bei mir im Haus verbrennen.

  • Mr. B.

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    Genau, Herr Prof. Sterner! Erst sollten alle weg vom Öl und auf Gas umsteigen. Jetzt sind viele umgestiegen, ganze Straßenzüge wurden in den vergangenen Jahren aufgerissen.
    An was soll der Bürger noch glauben?
    Und dann werden auch noch die fff-Kids mißbraucht, welche teilweise von zu Hause aus in Geld schwimmen und alles haben und nutzen, was ebenfalls Energie verbraucht!
    Was kommt als Übernächstes (für die Menschen nicht mehr bezahlbar)?

  • Bertold

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    @Mr. B.

    Sie haben den Text schon gelesen, oder?

    Es geht um KÜNFTIGE Bebauungspläne, nicht um irgendwasm, was Sie da (etwas unverständlich) daher fabulieren.

  • Mr. T.

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    Es vergeht kaum eine Woche in der die Regensburger Verwaltung nicht durch vorsätzlich grob vernunftswidriges Agieren auffällt. Man hat die hellsten Köpfe wie Herrn Sterner zur Hand, lässt sich gerne mit ihnen fotografieren, wenn sie wieder mal für ihre wissenschaftlichen Leistungen geehrt werden, gibt aber nicht mal einen feuchten Scheiss auf ihre Expertise. Sind die nicht irgendwann mal haftbar zu machen für dieses allgemeinschädliche Verhalten?

  • Mr. T.

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    Horst, wenn ich Ihre Zeilen so lese, zweifle ich nicht an Ihrer Expertise für Blackouts. Aber bei den erneuerbaren Energien müssen sie da nicht so viel Angst haben. Fragen Sie mal PV-Betreiber nach ihren Erträgen die letzten Monate. Aber hier, nicht in Lappland.

  • Horst

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    Mr. T.
    das ändert nichts daran, dass im Winter ca. 5 h am Tag Solarstrom fließt und die andern 19 h nicht.
    Die Erneuerbaren können nicht daran gemessen werden, wie billig eine kWh Solarstrom Mittag am 14. Juni ist. Sondern was der Strom kostet wenn im Winter, Nachts die Wärmepumpen laufen, die E-Autos laden und wenig Wind geht.
    Fragen sie einen Windparkbetreiber, wieviel er für seinen Strom verlangen muss, wenn er neben seinen Windpark noch Speicher bauen soll, damit 5% statt der üblichen 0,9% seiner installierten Leistung als Grundlastfähig gerechnet werden können.
    Die ersten paar kWh Kohlestrom durch EE zu ersetzen ist sehr einfach und sehr billig. Die letzten paar ist praktisch unbezahlbar, im Hinblick auf die nötige Speicherinfrastruktur. Das ist der Punkt an dem die Atomkraft, wenn es auch nur für 20-30% ist, unausweichlich wird. Wenn wir weg wollen vom CO2.
    Anderenfalls ist natürlich Braunkohle die billigste Lösung für die letzten 20-30%. Die kommt auch ohne Atom-Angst aus.

  • Bertold

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    @Horst

    Dann sind die ganzen großen Unternehmen z.B. auf dem Nibelungenareal, die sich nicht ans Erdgasnetz angeschlossen haben, sondern komplett auf Solar und Geothermie setzen verrmutlich dümmer als Sie. Ein Energieversorgung unabhängig von fossilen Trägern ist bei KÜNFTIGEN Baugebieten möglich, wenn man will – und entsprechende Festlegungen trifft.

  • Auch a Regensburger

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    Ja wenn wer günstigen strom will, dann muss das ewig gestrige Denken und Vorurteile abgelegt werden. Ist ja rein wirstchaftlich schon wahnsinn.
    Windkraftanlagen erzeugen mittlerweile für 5,7ct die kw/h. Freiflächen PV bei 4ct. Dachanlage mit Speicher (Privathaus) irgendwo 10-13ct (10 jahre Abschreibung).

    Muss doch jeder nur auf seine strom und tankrechnung schauen.
    Diesen günstige Strom kann nich viel ausgebaut werden, wo er Abnehmer findet. Tagsüber ist der meiste Strombedarf.

    Hr. Prof. Sterner hat vollkommen Recht. Es geht um Neubauprojekte. Überhaupt nicht ersichtbar wo die Stadt aktiv Projekte treibt um dem Klimawandel gegenüber zu treten.

    Wer auf einem neuen Einfamilienhaus nicht gleich PV macht, verringert den Wert der Immobilie gewaltig. So fährt mein Kollegen mit PV, Speicher und E-Auto für ca 3euro pro 100km. Und nicht vergessen, nach 10 Jahre ist das ganze armotisiert, und dann ist die Tankfüllung quasi umsosnt.

  • Auch a Regensburger

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    Nachtrag: die Batteriekapazität der bis dato in Deutschland zugelassenen e-Autos und Plug Ins hat nun ungefähr die größe unsere Pumpspeicherlraftwerke erreicht. Bidirektionales Laden muss ermöglicht werden.

  • joey

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    faktisch ist ja jetzt schon eine Pflicht zur Wärmepumpe, also Stromheizung. Im Winter sind die Wärmepumpen sehr wenig effizient. Ganz egal, was Sterner rechnet, die Rechnung von der REWAG ist zu zahlen.
    Wer (ich) schon mal Geothermie in mittlerer Tiefe (30-60m) versucht hat, der kennt sich aus: Baukosten völlig unkalkulierbar.

    Sterner soll sich zur Wahl stellen, dann kann er sehen, ob man ihm was zu sagen gibt und seinem Autoritarismus folgt.

  • joey

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    @Auch a Regensburger
    Sie dürfen ja schon auf ihrem Haus eine Fotovoltaikanlage errichten.

  • Gscheidhaferl

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    Offenbar im Gegensatz zu den meisten Kommentatoren hier, bin ich kein ausgesprochenener Experte für regenerative Energien und kann mir daher keine erntszunehmende Prognose diesbezüglich erlauben.

    Ich muss allerdings zugeben, dass mich die Argumentation von Herrn Sterner zutiefst beeindruckt. Menschenfreundliche Civilcourage in dieser Ausdrücklichkeit aufseiten der Wissenschaft habe ich (leider) noch nicht so furchtbar oft erlebt. Ein schmaler Grad, auf dem er da wandelt. Mich hat er damit aber schon mal für sich eingenommen.

    Das gilt umsomehr, als die Verwaltung leider immer wieder unter Beweis gestellt hat, dass ihr nur bedingt zu trauen ist. Und weil sie auch keine erkennbaren Bemühungen unternommen hat, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Das sollte doch eigentlich ein Alarmzeichen sein, dass ihr tatsächlich zugetraut wird, für die künftige Beheizung Regensbruger Haushalte jetzt die massive Schädigung unserer Partnerstadt in Kauf zu nehmen. Hoffentlich wird die OB nicht aus Odessa danach gefragt. Wir könnten wohl nur vor Scham im Erdboden versinken.

  • Roland Hornung

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    Natürlich hat mein Kollege Sterner Recht.

    ….und natürlich braucht man zu den regenerativen Energien auch eine seriöse
    Speichertechnologie.

  • Robert Fischer ÖDP

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    Wer Herr Prof. Sterner kennt, weiß, dass er einer der führenden Köpfe von Power2Gas* ist. Der will Gas nicht per se verbieten, sondern mit Power2Gas ersetzen. Aber Hauptsache ohne Sachkenntnisse mal rumpöbeln hier :D

    Das ist wirkungsgradtechnisch nicht der Wahnsinn, hat aber den Vorteil, dass man alte Infrastruktur noch bedienen kann und Deutschland (theoretisch) riesige Gasspeicher hat, die man nutzen kann für die berüchtigten Wind- und Sonnenflaute, vor der immer Angst gemacht wird. Die aber nie Wochen, sondern meist wenige Tage dauern. Also mit Power2Gas sehr leicht zu überbrücken sind.

    Deshalb ist es wichtig, jetzt zuzubauen, damit wir überhaupt Energie für Power2Gas in den Sommermonaten übrig haben. Und alle neuen Verbraucher müssen effizient sein, damit man in den Wintermonaten nicht zu viel “grünes” Gas benötigt. Energie sparen sollte immer noch Vorrang vor anderen Maßnahmen haben.

    Hätten wir vor 20 Jahren auf Leute wie Herrn Prof. Sterner gehört, wären wir mit dem Gröbsten schon durch. Jetzt wirds aufgrund der fehlenden Zeit halt unbequem. Da müsst ihr euch aber bei der Öl- und Gaslobby bedanken und nicht bei uns Ökos…

    Blackout droht übrigens ständig in Frankreich, weil die alten Meiler ständig ausfallen, sie nicht gekühlt werden können im Hitzesommer und sie Jahrzehnte dauern zum Neubau. Dazu ist jeder Neubau in Frankreich und England bisher zum finanziellen Desaster geworden. BER ist Kindergarten dagegen. In der Ukraine sieht man auch wie praktisch die im Kriegsfall sind …

    Dezentrale Energiewende mit intelligenten Netzen ist die Lösung und es ist schade, dass man das im Jahr 2022 immer noch erklären muss.

    *https://de.wikipedia.org/wiki/Power-to-Gas

  • Bertl

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    Gestern im Handelsblatt: in dem Artikel wird auf das Unternehmen hps Berlin hingewiesen, das die Versorgung mit PV+Wasserstoff+Speicher anbietet, womit die Versorgung von Strom+Heizung+WW gesichert wäre. Ich kenne mich mit Technik nicht so gut aus, aber das Konzept klingt schlüssig. Lt. hps soll die Anlage (Gesamtkosten 75.000 bis 125.000 mit 499 p.a. Wartungskosten auskommen.
    Bei einem Neubau kann man diese Kosten durchaus zumuten. Vielleicht sollten sich die Fachleute der Stadt mal auf den neuesten Stand bringen.

  • Auch a Regensburger

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    Joey: stimmt. Für mich absolut nicht nachvollziehbar wieso bei Neubauten keine PV und Speicher Pflicht. Gerade in Regensburg. Unter 600.000 fängt man da fallen die 10-20.000 € nicht ins Gewicht. Nich dazu, da es langfristig Profit abwirft.

  • Radler33

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    @Robert Fischer
    Danke für die wertvollen und leicht verständlichen Zusatzinfos. So wie Sie das erklären hört sich das alles ganz logisch und machbar an.

    Leider flutet man die Aufmerksamkeit der Bürger medial lieber, in dem man “Gegner” und “Befürworter” gegeneinander wie in einer Arena antreten läßt, anstatt einfach mal mit schematischen Bildern und einfachen Worten die Bürger aufzuklären.

  • Auch a Regensburger

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    Herr Fischer, dakor. Frankreich die mit Ihrer Atomkraft in der Kostenfalle stecken und ohne signifikante Investitionen ein unstabiles Netz haben, sind wahrlich kein gutes Beispiel für Energiepolitik.
    Deutschland sollte und könnte schon viel viel weiter sein, was eben einen günstigere und stabilere Energiepreise bedeuten würde.
    Normalerweise sind optimale wirtschaftliche Bedingungen doch das Steckenpferd von CSU und FDP.

    Gegenteilig wurde Wind abgewürgt und die Halbleiterkrise zeigt, wie wichtig es wäre Schlüsseltechnologien im Land zu haben. Industrie 4.0 reduziert den Nachteil höherer Personalkosten im Vergleich zu China.

    Natürlich gehört auch jede einzelne Kommune dazu. Und da muss auch von Regensburg was kommen.

  • Daniela

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    Ich frag mich, wann überhaupt einmal angefangen werden soll, fest zu legen, wie wir künftig Energie und Wärme erzeugen wollen ohne fossile Brennstoffe? Wenn die jetzige Stadtregierung nicht anfangen will, wer und vor allem wann soll angefangen werden? Wer heute Neubau plant, sollte doch gleich über Alternativen nachdenken müssen…

  • joey

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    @Auch a Regensburger
    Warum Pflicht?
    Ich habe eine 30kw Foto auf dem Dach. Jeder darf das, wenn er denn nicht wieder durch Vorschriften irgendeines Papstes (z.B. Denkmalschutz) daran gehindert wird. Ja, es gibt noch andere Anliegen, die irgendein Professor als die einzig richtige Religion deklariert.

    Wir sind ein freies Land. Sterner kann sich zur Wahl stellen und dann versuchen, seine Zwangsvisionen politisch umzusetzen. So eine Mehrheit hat aber keiner hier, deswegen darf weiterhin jeder leben, wie er will oder nicht.

  • Auch a Regensburger

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    Joey: Ja eben nicht. Ein Miteinander ist und muß geregelt sein. Ob jede Regel sinnvoll oder nicht, darüber kann unterschiedlicher Meinung sein.

    Es geht hier auch nicht um Religionen oder irgendsowas…Wissenschaft, Fakten, Wirtschaftlichkeit, politische Unabhängigkeit, usw…

    Sie können da gerne die ganze Umwelt/Klimathematik weglassen. Auch dann ist es unumfänglich ratsam den Umstieg auf zukunftsfähige Technoligien schnell zu vollziehen. Ansonsten haben Andere eben einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.

  • joey

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    @Auch a Regensburger
    Sterne könnte ja informieren, werben. Nein, er braucht Zwang. Warum? Weiß er vielleicht, daß seine Forderungen undemokratisch sind?

  • Tröster

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    @joey
    Natürlich sind wir ein freies Land. Deswegen darf aber noch lange nicht jeder so leben wie er will. Das nennt man Anarchie, und die wollen Sie ja wohl nicht.
    Es gibt Gesetze, Gebote, Verbote und natürlich auch Pflichten:
    Schulpflicht, Gurtpflicht, Fürsorgepflicht, Räum- und Streupflicht, Aufsichtspflicht, Dokumentationspflichten, Rauchmelderpflicht, Krankenversicherungspflicht, Pflichtmodule im Studium, ärztliche Schweigepflicht, Pflicht zur Kontrolle von Feuerstätten, KFZ-Versicherungspflicht…
    So gesehen wäre eine PV-Pflicht auch für Privathäuser (wie es sie in einigen Bundesländern bereits gibt) natürlich ein unglaublicher Eingriff in die Freiheit des Einzelnen.

  • Robert Fischer ÖDP

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    @joey
    Herr Prof. Sterner macht genau das, was in einer Demokratie machbar ist. Er kritisiert, wenn auch scharf, die Politik und versucht ein Umdenken aus einer Art Opposition heraus zu schaffen, mit Einbindung der Medien.

    Warum Leute wie Sie sich gleich wieder getriggert fühlen, darf sich jeder seinen Teil zu denken.

    Na, dann bitten wir zukünftig die Menschen auch Steuern zu zahlen, verstehen die Leute sicherlich, dass es sinnvoll ist, sich Infrastrukturkosten usw. zu teilen. Klappt bestimmt :D Trittbrettfahrerproblem und so.

    Ihre Pseudofreiheit beruht nämlich auch nur daher, dass die volkswirtschaftlichen Folgekosten der fossilen Energien nicht die tragen, die sie verbrauchen, sondern alle.

    Ich habe gestern eine Arte-Doku angeschaut über Portugal und eine über Bangladesch. Beide mit dem selben Problem. In Portugal spült es ganze Küsten weg. In Bangladesch ist 1/4 des Landes regelmäßig überspült den erhöhten Meeresspiegel. Und das jetzt schon. Die Klimawandelfolgekosten werden übler als, alle Krisen, die wir je erlebt haben …

    Und wir diskutieren hier über eine Solarpflicht, die in den meisten Fällen sogar wirtschaftlich sinnvoll ist. Das ist quasi Wohlstandsverwahrlosung, wie so vieles, über das wir uns derzeit aufregen.

    Und ja, es braucht auch eine Pflicht, selbst wenn es sich lohnt. Da Menschen gerne in ihrer Komfortzone leben und wenn man Solar nicht auf dem Schirm hat, dann gezwungen wird, darüber nachzudenken. Vielleicht würde eine Pflichtberatung der Energieagentur oder einfacher zu durchblickende KfW-Förderprogramme auch langen, das kann man aber kommunal nicht regeln.

  • Bertl

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    Die Technik von HPS soll unabhängig machen: Im Sommer steht der Strom, der tagsüber per PV erzeugt wird per Batterietechnik auch nachts zur Verfügung. Darüber hinaus wird im Sommer der nicht benötigte Strom aus der PV in Wasserstoff umgewandelt und gespeichert, um im Winter wieder in Strom umgewandelt zu werden.
    Beim Neubau spart man sich die sonstige Heizungsanlage, die von den Kosten abgezogen werden muss, und zudem wird gefördert mit mindestens 15′.
    Wartung 499 p.a., Herstellergarantie 10 Jahre.
    Für gut € 40 mtl. soll man so von Strom und Gas völlig unabhängig und ohne Kosten sein.

  • joey

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    @Tröster
    die Solardachpflicht ist ja schon in vielen Fällen gekippt worden. Nach unserer Verfassung hat der Staat nur das Recht, die Freiheit einzuschränken, wo er das sicher begründen kann. Etwa 80% der Bebauungspläne sind eigentlich unbegründet – nur wehrt sich meistens keiner.
    Eine Solarpflicht wurde ja schon von dummen Populisten (Söder) eingeführt und dann plötzlich wieder fallen gelassen.

  • idefix

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    In dem Bericht wird deutlich, dass nur im Rahmen von Bebauungsplänen städtebaulich begründete klimarelevante Festsetzungen zur Energieerzeugung, sinnvollerweise mit Technikoffenheit, verpflichtend erlassen werden können. Für das überwiegend bebaute Stadtgebiet mit seinen alten Bestandsbauten fehlt dagegen eine Rechtsgrundlage zum Regelung des Klimaschutzes, für technische Maßnahmen (z.B. Photovoltaik) bzw. zur Einhaltung klimatischer oder energetischer Standards. Lediglich in einem festge-setzten Sanierungsgebiet können auf der Grundlage einen Klima- und Energiekonzeptes energetische und klimatische Vorgaben in einem Sanierungsgebiet getroffen werden.
    Das größte Potential etwa für die Photovoltaik gibt es jedoch im Gebäudebestand. Für eine dezentrale Stromnutzung und Stromversorgung (Speicher) wäre es sinnvoll, dass etwa die Eigentümergemeinschaften von Eigentumswohnanlagen davon überzeugt werden könnten, die geeigneten Dachanlagen für die Photovoltaik zum Eigenstromverbrauch (Speicher) zu nutzen.
    Insgesamt kann mit der Selbstversorgung mit Strom vom eigenen Dach mit Speicher bis zu zwei Drittel des Bedarfes gedeckt werden. In Zahlen ausgedrückt: Ohne zusätzlichen Speicher wird eine Unabhän-gigkeit von maximal 30 % erreicht, mit Speicher hingegen bis zu 70 %. Die Kilowattstunde Solarstrom kostet umgerechnet ca. 10 Cent. Eine erhebliche Einsparung gegenüber dem heutigen KWh-Preis von über 30 Cent, der trotz aller Energieeinsparungen noch weiter steigen wird, wie die folgende Entwick-lung verdeutlicht: Der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte in Deutschland ist seit dem Jahr 2000 von 13,94 auf 34,64 Cent pro Kilowattstunde in 2022 gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 148% beziehungsweise 6,4% pro Jahr.
    Mit der Novellierung des Wohnungseigentumsgesetz ergeben sich jetzt bessere Perspektiven, als Mitei-gentümer bauliche Veränderungen (§ 20 Abs. 1 WEG) für Maßnahmen zu initiieren, die über die ord-nungsmäßige Erhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums hinausgehen und sie von der Eigentümer-gemeinschaft beschließen zu lassen. Nach § 20 Abs. 2 WEG kann jetzt jeder Wohnungseigentümer an-gemessene bauliche Veränderungen etwa die Installation einer Photovoltaikanlage verlangen. Nach dem neuen WEG entscheidet nach § 25 WEG bei der Beschlussfassung über bauliche Veränderungen nunmehr die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Die Zustimmung aller wie früher ist damit nicht mehr notwendig. Einzelne Eigentümer können daher durch ein einfaches Nein etwa klimatechnisch sinnvolle Maßnahmen aus Kostengründen nicht mehr torpedieren. Wenn es allerdings ans gemeinschaftliche Zahlen geht, muss die bauliche Veränderung (Photovoltaikanlage) mit mehr als zwei Dritteln der abge-gebenen Stimmen und der Hälfte aller Miteigentumsanteile beschlossen wurden. Eine nicht zu unter-schätzende Hürde.
    Wenn die ambitionierten Klimaziele erreicht sollen, müssen verstärkt der bestehende Gebäudebereich einbezogen werden. Nur so kann die Energieversorgung auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Dafür müssen das vorhandene Potential der geeigneten Dachflächen von privaten und öffentlichen Gebäuden für Photovoltaikanlagen genutzt werden, um den zunehmenden Strombedarf ohne Gas zu verbrennen decken zu können. Mit der verbesserten Speichertechnik werden Solaranlagen auf dem Dach attraktiv für eine dezentrale Stromversorgung.
    Es ist die dringende Aufgabe der Energieversorger und der Energieagentur im Gebäudebestand über die Eigentumsverwaltungen die Eigentumsgemeinschaften für die notwendigen Investitionen zu gewinnen. Das Brett, das dabei zu bohren ist, ist angesichts der herrschenden Unkenntnis, des Vorbehalts und der fehlenden Bereitschaft für private Investitionen in die Eigenstromerzeugung, äußerst massiv. Es geht jedoch darum, angesichts der heraufziehenden Zeitenwende (Energie, Klima, etc.) die Wohnanlagen klimatechnisch zukunftsfähig zu machen. Dies steigert den Wert jeder Wohnung.
    Zum Schluß: Herr Prof. Steiner sollte sich weniger eitel und publikumswirksam und für einen Wissenschaftler recht effektheischerisch (Bezugnahme auf den aktuellen Krieg) nicht auf eine öffentliche Konfrontation und auf einen Rundumschlag gegen die Verwaltung kaprizieren. Seine Energie wäre hilfreicher, Lösungen zu finden, wie man im großen Gebäudebestand die skeptischen Wohnungseigentümer von der Notwendigkeit von Investitionen in die Photovoltaik zum Eigenstromverbrauch überzeugt. Dies könnte mehr Gas und Öl sparen als die Solarpflicht bei neuen Bebauungsplänen, die angesichts der aktuellen Umstände ohnehin zum Standard ohne gesetzliche Regelung werden wird.

  • Westendler

    |

    Was Hr. Steiner hier macht, ist nur Populismus, Symbolpolitik und einfach nur seine FFF Follower bei Laune halten. Deshalb die richtig schwache Argumentation mit den Panzern die wir finanzieren.

    Hr. Steiner könnte aber auch einfach mal den Menschen vorrechnen und erklären um welche Leistungen bzw. Energiemengen es hier geht. Den Menschen erklären was MW, GW und der Unterschied zu MWh und GWh (KWh) ist. Vielleicht mal darstellen, welche Energie und Preis für die MWh notwendig ist um jeden Tag 1500 Autos wirtschaftlich zu lackieren. Ohne günstiges russisches Gas, hätten wir keine Energieintensive Industrie mehr in Deutschland. Die Realität mal akzeptieren. Wir brauchen Zeit für die Umstellung (30 bis 40 Jahre) sonst geht unsere Industrie kaputt. Und wenn die Industrie kaputt ist, können wir auch keinen Umstieg mehr finanzieren. BMW (z. B.) vergleicht seine Werke international, wenn Deutschland zu hohe Energiepreise hat, bauen Sie eben in China. Wem ist dann geholfen?

    Und die Kritik an der Stadt und/ Rewag, einfach mal nach München schauen. München kann durch seine günstige geographische Lage mit Geothermie arbeiten, Regensburg leider nicht. Was sind die Erfahrungen mit Geothermie? Sehr ernüchternd, sehr zeit- sehr und kostenintensiv (die Münchner wären gerne schon weiter). Der Umbau der Energieversorgung benötigt Zeit und keine hektischen Entscheidungen (Fähnchen im Wind).
    Hr. Steiner kann sicherlich mal erklären warum sein Power-to-Gas nicht aus den Kinderschuhen kommt und durchstartet.

    Es ist das Eine, mal hier über ein paar Häuser zu quatschen (low hanging fruits) und das andere mal über Realitäten zu diskutieren.
    Nur zur Info, ich möchte auch den Umstieg und arbeite aktiv daran aber der Umstieg muss auch nachhaltig sein. Wenn Werke von BMW oder Krones zusperren, sparen wir auch Energie aber ist das sinnvoll?

  • Andreas

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    Auf Gas insgesamt zu verzichten, wäre eigentlich ausgesprochen dämlich.

    Gas hat bei der Wärmeerzeugung einen hervorragenden Wirkungsgrad und wenn man Brennstoffzellen systematisch weiter entwickeln würde, könnte man nebenbei auch noch Strom erzeugen.

    Noch dazu haben wir eine große Infrastruktur an Speichern, Leitungen und Heizanlagen, die dann vollkommen wertlos würde und teuer durch etwas Anderes ersetzt werden müsste.

    Bei aller verständlichen Rage gegen das “Russengas” sollte man nicht vergessen, das es reichlich andere Quellen für Gas gibt und noch geben könnte. Ganz vorneweg ist da natürlich die Biogaserzeugung zu nennen, deren Möglichkeiten global gesehen noch längst nicht ausgereizt sind.

    Es erstaunt doch sehr, dass sich jemand mit so unausgereift-rabiaten Vorschlägen Professor nennen darf.

  • Erich Koller

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    schon interessant dass es einen Energieleitplan geben soll. Wahlenstraße, obere Bachgasse und jetzt dann Obermünsterstraße wurden komplett erneuert mit allen Leitungen neu, bis auf eine Nahwärmeleitung, die dann evtl vom Peterswegparkhaus über ein BHKW (biomethan? Wasserstoff ?) die Einzelheizungen ersetzen hätte können zzgl Stromerzeugung.?

  • Auch a Regensburger

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    Westendler:
    Zum einen ist Gas nicht günstiger, sindern teurer wie regenerative Energien. Die benötigten Flächen sind nicht das Problem, die sind vorhanden. Wenn wir bei teurem Gas, Kohle und noch teruerem Atomstrom bleiben, wird sich unsere Indsutrie freuen.
    China baut ein 450GW PV in der Wüste Gobi und wird damit den Strom für 1ct pro Kw/h herstellen. Wir sollten lieber die Sorge haben, genügend PV Hardware in den nächsten Jahren zu bekommen.

  • Daniela

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    Ich verstehe jetzt die Tänzelei zwischen Industrie und privat nicht ganz.

    Das die Industrie so schnell nicht ohne Gas zurecht kommen kann, ist doch nicht umstritten.

    Wenn ich Herrn Sterner recht verstanden habe, geht es primär um die zu Wohnzwecken gebauten Neubauten der Zukunft. Und hier verstehe ich nicht, warum ein Häuslebauer nicht die höchste Priorität auf Energieeffizienz und Öko setzen sollte? Es gibt reichlich Alternativen zu herkömmlichen Heizmitteln wie Gas und Strom. Man muss immer standortrelevant sehen, was und wie etwas möglich ist. Aber die Sonne scheint und insofern ist PV auf dem Dach nutzbringend auch für den Geldbeutel.

    Gut bei Neubauten mit mehreren Eigentumswohnungen muss halt im Vorfeld geplant werden. Aber letztendlich, wenn man dann so eine Eigentumswohnung kauft, weiß man doch, was man kauft.

    Jeder regt sich im Moment über Öl und Gaspreise auf, aber zukünftig bauen, möglichst ohne darauf angewiesen zu sein, dass wird diskutiert?!

    Ich ärgere mich seit 20 Jahren über den Denkmalschutz, warum, weil es mir versagt blieb in Solar auf dem eigenen Dach zu investieren…, Da würde ich mir wünschen, dass das zügig reguliert wird, dass auch bei Denkmalpflege Solar möglich ist…

    Ich, wenn heute neu bauen würde, oder sanieren, wäre die erste Frage, was ist an Alternativen zur Energie und Wärme Erzeugung möglich? Ich würde doch mit Gas und Öl am besten gar nicht mehr anfangen.

  • Auch a Regensburger

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    Andreas: Biogas ist nur bedinkt eine Alternative. Die dafur verwendeten Flächen sind dafür viel zu Schade. Ein Bruchteil der Fläche mit PV hat den xfachen Stromertrag.
    Auch viel zu teuer.
    Biogas kann nur einen kleinen Teil ausmachen, den man sich leisten will um bei Spitzen zu reagieren. Alles andere ist wirtschaftlich und ökologisch Unfug

  • WA

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    Grundsätzlich ein sehr guter Beitrag, Idefix.

    Ich möchte noch eine andere Perspektive ins Spiel bringen:
    Den Ausschluss von fossilen Energieträgern bzw. Pflicht von PV Anlagen finde ich grundsätzlich den richtigen Weg. Her Fischer hat hier ganz gut ausgeführt, warum.

    Jetzt kommt das Aber. Meine Familie verbraucht wahnsinnig wenig Strom, weit unter dem Durchschnitt. Durch die derzeitige gesetzliche Lage verleitet das System dazu, bei Nutzung von PV am eigenen Dach mehr Strom zu verbrauchen, da dieser „gratis“ ist. Eine Einspeisung bringt wenig. Das führt zu Rebound Effekten, heißt, es wird bspw. ein E-Auto angeschafft und mit diesem kann viel mehr gefahren werden, weil „günstig und grün“…
    Wenn jetzt im WEG eine PV Anlage von den Nachbar*innen gewünscht wird, haben diejenigen, die wenig Strom brauchen, noch weniger davon (Investitionskosten ohne Nutzen)!

    Ich bin Ihrer Meinung, dass die bestehenden Dächer (vor allem Gewerbe!) von den örtlichen Energieunternehmen ins Boot geholt werden sollten. Der Preis für die verwendete kw/h sollte aber immer gleich sein, egal, ob er von „meinem Dach“ kommt oder vom Windrad beim Waldrand etc. Hier bin ich klar der Meinung: Eigentum verpflichtet!!!

  • joey

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    @Robert Fischer ÖDP
    es gab ja auch schon die Pflicht, in die kath. Kirche zu gehen. Weil viele Leute einfach nicht an ihr Seelenheil denken… man muß sie aus Fürsorge zwingen, sonst droht ihnen die Hölle!

    Wenn Sie die Welt retten wollen, dann soll Sterner Lösungen entwickeln und Robert Fischer ein Unternehmen gründen, das diese Lösung von Indien bis Burgweinting kosteneffizient einführt. Robert Fischer wird dadurch reich und kann damit eine Stiftung für wohnungslose Wühlmäuse oder so gründen. Wenn Sterner Recht hat, gehts ja oder?

    Sie stellen sich zur Wahl (ehrenhaft) und haben damit nur geringen Erfolg (tja). Sterner jedoch nutzt den Titel Wissenschaft für Politik und schadet der Wissenschaft damit.
    “Leute wie ich” kämpfen gegen eine aufziehende Technokratie. Werben Sie seriös für Nachhaltigkeit (bitte ohne Hölle) und ich unterstütze Sie (pro Demokratie). Falls Sie für autoritäre Politik werben und Kinder aufhetzen würden, bekämpfe ich Sie (pro Demokratie).

  • joey

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    @Daniela
    vor ca. 25 Jahren habe ich meine Diplomarbeit mit Solarenergie in (auf) der Altstadt Regensburg gemacht. Die Reaktion der Denkmalschutzbehörden war: könnte manchmal gehen. Mein Konzept: Flächen, die nicht öffentlich sichtbar sind kann man verwenden. Weil es keiner sieht.
    Damals war noch eine “liberale” Zeit. Heute leben wir in völlig verschärften Totalforderungen mit “wissenschaftlicher” Unfehlbarkeit (außer sie spenden für eine Partei…).

  • Bernd

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    @joey
    Nicht die Wissenschaft ist unfehlbarer geworden, sondern die Leute schlauer. Über die Umsetzung im Detail lässt sich natürlich streiten, aber klar ist doch auch: Der politische Verhinderungskurs der letzten 16+ Jahre führte doch erst dazu, dass jetzt unter Zeitdruck alles noch anstrengender zu organisieren, diskutieren und zu verhandeln ist.
    Mit falsch verstandener Liberalität würden wir immer noch unsere Kinder mit Zigarettenrauch vergiften oder Atomkraftwerke für Glühbirnen betreiben.

  • Schwan68

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    Hhm. Klingt für mich jetzt so: Bauen wird noch teurer. Weil das Solar alleine wird nicht funktionieren, kommt aber noch dazu. Es wird bestimmt Privatleute geben, die sich das leisten können\werden. Und Investoren, die solche Mietshäuser bauen werden und die Mehrkosten dann auf die Mieten umlegen, gibts bestimmt auch. Vor allem, weil das bestimmt auch staatlich gefördert werden wird.
    Aber, wenn sich das ganze dann nach 10 Jahren amortisiert haben wird, gibt der Eigentümer die Energie bestimmt kostenlos an seine Mieter ab, gell,🤣
    Mitdiskutieren tun hier anscheinend nur Eigentümer und solvente Investoren, die hoffen an so einer Entwicklung verdienen zu können.
    Aber Spass beiseite: Eine solche Bauleitplanung ist für die Zukunft sicher sinnvoll. Ich plädiere aber dafür die Energieversorgung künftig komplett zu verstaatlichen oder zu kommunalisieren. Die Stadt baut dann die Solaranlagen aufs Dach und der Staat baut die Windräder im Wald. Durch die hohen Abnahmemengen bei der hardware könnten günstige Konditionen erreichen werden und abzüglich Erhaltungsaufwendungen und Neuinvestitionskosten die Energie kostengünstig zum Einheitspreis an den Bürger abgegeben werden.
    Das ist ein ernst gemeinter Vorschlag, aber ich hab bestimmt irgend was übersehen oder falsch verstanden.

  • joey

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    @Bernd
    wenn die Leute schlauer sind, bräuchte es ja keinen Zwang.

  • idefix

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    Das grundsätzliche Problem ist, dass viele Eigentümer von Gebäuden und Wohnungen trotz aller Förderungen mit unseren Steuergeldern viel Geld in die Hand nehmen müssen, um ihre noch nicht abgeschriebenen Heizungsanlagen schon nach kurzer Zeit etwa auf Wärmepumpen, die wiederum nur von Strom betrieben werden können, umzustellen.
    Woher also das Geld dafür hernehmen, wenn man sein Gebäude auch noch für den Betrieb eines E-Autos, ein E-Fahrrads etc. fit machen soll und gleichzeitig die Inflation das Ersparte auffrisst? Woher weiter den hohen Strombedarf dafür nehmen, der ja nicht mit Gas, Kohle und Atomkraft erzeugt werden soll? Photovoltaik und Windkraft alleine reicht sicherlich nicht. Allenfalls kann man über eine Photovoltaikanlage mit Speicher für den notwendigen Betrieb einer Wärmepumpe mit Strom unabhängiger werden.
    Es wäre ratsam, die mit der Energiewende verbundenen Probleme endlich einmal realistisch vom Ende her zu denken und nicht mit überzogenen ideologischen ökologischen Forderungen Menschen, die mit harter Arbeit Eigentum für sich und ihre Lieben geschaffen haben, zu verunsichern, in den Ruin zu treiben und sie damit zu Gegnern der Energiewende zu machen.. Dazu gehört ständige Überzeugungsarbeit, nicht vom eigenen wissenschaftlichen Elfenbeinturm aus und durch publikumswirksame Proteste ohne besondere Wirkung, sondern in der direkten geduldigen aufklärenden Kommunikation etwa mit den Hauseigentümern. Hier besteht großer Nachholbedarf, die man nicht einfach durch Gesetzeszwang ersetzen kann.

  • Stefan Egeli

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    @Schwan 68, ich gebe Ihnen hier vollkommen recht. Energieversorgung darf nicht mehr profitorientiert gehandelt werden, sondern muss in staatliche Hände.
    @Joey, Ihre Einlassungen kann ich nicht nachvollziehen. Man wird die Energiewende nur schaffen, wenn die Menschen unter Zwang mitgenommen werden. Ansonsten sieht jeder nur seinen eigenen Vorteil, bis dann eben eine einigermaßen kostengünstige Energieversorgung nicht mehr möglich ist. Warum soll es nicht verpflichtend werden, Egal ob bei Industrie oder privat, eine PV- und/oder Solaranlage zu montieren? Es wäre ja nur ein Teil von vielen möglichen Maßnahmen. Ich kenne ein Ehepaar, das hat sich wenigen Monaten noch eine neue Ölheizung einbauen lassen. Unseren gutgemeinten Rat, einfach mal einen Berater kommen lassen und sich Alternativen aufzeigen lassen, haben sie in den Wind geschlagen. Manchmal muss man die Menschen schon vor sich selber schützen.

  • Auch a Regensburger

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    Idefix: Um zukünftige massive Investitionen in Gebäude zu vermeiden, sollte es eben verbindlich sein, zukunftsfähige Technologie zu verbauen. Um genau das geht es doch in diesem Artikel.
    Die Energiewende ist schon seit langen durchdacht und die Handlusngsfelder sind bekannt. Das ist nicht das Problem. Die Umsetzung!!!!

  • Daniela

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    @joey

    Ich war einfach nur genervt wegen dem Denkmalschutz. Ich bin der Meinung, man muss auch hierbei einmal Prioritäten setzen, geht doch nicht an, dass es heißt Klima vs. Denkmalpflege.

    Hilft doch nix, wenn die Dachseite, die man eventuell nutzen dürfte, so liegt, dass da PV nicht lohnt…., Weil zu schattig, zu wenig Sonnenschein.

    Gerade Denkmalpflege ginge besser, wenn für die Gebäude energieeffizientere Lösungen möglich wären…

    Politisch gesehen, gäbe es reichlich Potential zum Handeln,… , aber ich glaube ist die letzten 20 Jahre nix voran gegangen, wird es noch mal 20 Jahre bis zur Einsicht brauchen.

  • J S

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    Es sollte zumindest eine PV-Dachflächenvermietungspflicht geben. So könnte die REWAG oder Bürgerenergiegenossenschaften die Flächen nutzen um darauf eine PV-Anlage zu errichten. Bei WEG gestaltet sich die Errichtung einer PV-Anlage leider noch etwas kompliziert. Bei Neubauten sollten nur noch Wärmepumpen oder Nahwärme-Anschlüsse möglich sein, die REWAG nutzt zumindest in BHKW über die Hälfte Bio-Gas. Ich denke für die Nahwärme sollte aber auch auf Geothermie gesetzt werden. Bei meinem Arbeitgeber am TechCampus wirds zumindest trotz Geothermie im Winter nicht kalt im Büro.

  • Hthik

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    @joey 23. März 2022 um 12:11

    “wenn die Leute schlauer sind, bräuchte es ja keinen Zwang.”

    Der joey den ich kannte, hat, wenn ich mich richtig erinnere auch mal darauf hingewiesen, dass es auch Leute gibt, die egoistisch sind. Es reicht ja wenn die anderen die Anstrengungen machen, die Welt und einem den Ar*** zu retten.

  • Wilfried Süß

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    Zum Zwang von Solaranlagen auf Dächern:
    Wenn jemand für sich beschlossen hat (Vernunft, Geldmangel, Geiz…) sein Haus kleiner zu bauen und statt zwei Vollgeschoßen sich mit einem Erdgeschoß und ausgebautem Dachgeschoß begnügt, spart er Ressourcen, muss weniger Kubikmeter beheizen und verursacht weniger Schatten. Die Dachflächen braucht er aber, um Dachgauben und Dachflächenfenster oder auch einmal eine Loggia unterzubringen. Da bleibt dann nichts für Module. Dem könnte man ermöglichen, alternativ seine Garage oder sein Carport für Solarenergie zu nutzen oder auch die Fassade. Wenn dies noch immer nicht reicht, könnte er den Nachweis führen, dass er sich proportional zu seiner Grundrissgröße an einem Solarpark beteiligt hat.
    Das gilt auch für den allgemein befürworteten nachträglichen Ausbau von bisher nicht genutzten Dachgeschoßen zur Gewinnung von Wohnraum ohne Flächenverbrauch und für Mehrfamilienhäuser. Hervorragend würden sich auch die fensterlosen Fassadenflächen von Supermärkten, Lager- und Produktionshallen für die Erzeugung von Solarstrom eignen. Dies sollte in der Diskussion nicht unberücksichtigt bleiben.

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