"Grundsätzlich neu verhandeln"

RKK-Gegner und -Befürworter wollen Wirsing-Bau (zumindest vorerst) erhalten

Gegen den Abriss des Hochhauses auf dem Ernst-Reuter-Platz regt sich zunehmend Widerstand. In einem fünfseitigen Brief nimmt das „Bündnis für die Zukunft des Keplerareals“ die Argumente der Stadt pro Abbruch akribisch auseinander. Doch auch der Architekturkreis Regensburg fordert, dass „die Zukunft des Ortes grundsätzlich neu verhandelt werden“ müsse.

Das Hochhaus am Ernst-Reuter-Platz wurde 1967 unter Regie des Architekten Werner Wirsing errichtet

Für die Stadt Regensburg ist der weitere Fahrplan eigentlich klar. Spätestens Ende September 2019 soll das Kepler-Areal von der Evangelischen Pfründestiftung übergeben werden – unbebaut. So steht es in dem Erbpachtvertrag, den beide Seiten geschlossen haben, damals noch mit dem Plan dort ein Kultur- und Kongresszentrum (RKK) zu errichten. Entsprechend befindet sich die Pfründestiftung derzeit in intensiven Planungen, wie der Abriss des Wirsing-Hochhauses vonstatten gehen soll – logistisch, aber auch im Hinblick auf den Schutz der Umgebung vor Schadstoffen.

Nach der deutlichen Absage für ein Kongresszentrum beim Bürgerentscheid dient nun eine andere Begründung als Argument für den raschen Abriss: Während der Bauarbeiten für einen Zentralen Omnibusbahnhof brauche es übergangsweise eine andere Fläche für die Busse, die derzeit noch in der Albertstraße verkehren. Und diese solle auf der zukünftigen Brache entstehen, wo derzeit noch das Hochhaus steht.

Interimsbusbahnhof „sicher kein ausreichender Grund für Abbruch“

Andreas Eckl: „Zukunft des Ortes grundsätzlich neu verhandeln.“ Foto: Archiv/ as

Insbesondere deshalb regt sich nun deutlicher Widerstand gegen die Abrisspläne, nicht nur vonseiten der RKK-Gegner, sondern auch der früheren Befürworter. Zu ihnen gehört beispielsweise Andreas Eckl, Vorsitzender des Architekturkreises Regensburg. Nachdem die Option eines RKK auf dem Keplerareal weggefallen sei, müsse über „die Zukunft des Ortes grundsätzlich neu verhandelt werden“, sagt er. Die Notwendigkeit einer Übergangslösung für den ÖPNV sei „sicher kein ausreichender Grund für die Entscheidung zum vollständigen Abbruch“ des Hochhauses. Immerhin seien andernorts bereits Gebäude des Architekten Werner Wirsing, von dem auch das Keplerhochhaus stammt, unter Denkmalschutz gestellt worden.

In eine ähnliche Kerbe stößt auch die frühere Bürgerinitiative gegen ein RKK auf dem Keplerareal, die sich nun – in etwas anderer Zusammensetzung – der „Zukunft des Keplerareals“ verschrieben hat. In einem offenen Brief fordert das Bündnis Stadtspitze und Stadtrat auf, den Abbruch des Gebäudes zurückzustellen und grundsätzlich neu über die Zukunft der Fläche zu verhandeln. Dabei nehmen die Aktivisten insbesondere die Stadtratsvorlage vom Februar 2018 auseinander, in der unter anderem auch der Abbruch des Gebäudes begründet wird – allerdings damals noch unter dem Vorzeichen, dass dort ein RKK entstehen werde.

Bündnis will gesicherte Angaben zu Kosten und Möglichkeiten

Sie argumentieren unter anderem damit, dass bei den von der Stadt organisierten Ideenwerkstätten viele positive Aspekte eines Erhalts des Wirsingbaus herausgearbeitet worden seien, die auch die Stadtratsvorlage hervorhebt. Diese positiven Aspekte hätten – nachdem die RKK-Pläne gescheitert sind – nach wie vor Gültigkeit. Zudem werde der Abbruch Millionen kosten, während es bislang weder gesicherte Angaben zur Schadstoffbelastung des Gebäudes, noch seriöse Schätzungen zu den Kosten und Möglichkeiten einer Sanierung gebe.

Die Bürgerinitiative gegen den Bau des RKK hat sich nun zum „Bündnis für die Zukunft des Keplerareals“ neu formiert. Foto: pm

Auch mehrere bauliche Argumente, die in der Stadtratsvorlage für den Abriss genannt werden, zerpflückt das Bündnis in dem offenen Brief. Entweder mangle es an konkreten Angaben und Belegen vonseiten der Stadtverwaltung, oder die Angaben seien schlicht nicht nachvollziehbar – als Beispiel werden die Raumhöhen angeführt. Ein Fazit des offenen Briefs:

„Das Studentenwohnheim des Architekten Wirsing bleibt ein besonderes, erhaltenswertes Bauwerk. Die Idee, es zu erhalten und in den Obergeschossen Wohnnutzungen unterzubringen muss aus baulichen Gründen gerade nicht aufgegeben werden. Das Kosten- und Nutzenargument stellt eine bloße Behauptung dar. Eine belastbare und ordentliche Kalkulation der Sanierungskosten ist vorzulegen und dann erneut abzuwägen. Bei der Neugestaltung des Kepler-Areals sollen die in den Ideenwerkstätten herausgearbeiteten positiven Aspekte eines Erhalts des Studentenwohnheims erneut bewertet werden.“

Neuer Dialog gefordert

Zum Nachlesen

Der offene Brief als PDF

Ähnlich formuliert man es auch beim Architekturkreis. „Mir erscheint es empfehlenswert, die Handlungsoptionen neu zu bewerten“, sagt dazu Andreas Eckl. „Die Frage, ob ein Abbruch von möglicherweise nutzbarer Substanz ohne ein neues Nutzungsszenario für den Ort angemessen ist, gehört abgewogen.“ Auch wenn man mit Schwierigkeiten aus Schadstoffbelastung und baurechtlichen Fragen umgehen müsse, sei eine weitere Nutzung des Gebäudes vermutlich nicht unmöglich. „Es ist wie immer eine Frage der Abwägung von Aufwand und Gegenwert.“

Sowohl das „Bündnis für die Zukunft des Keplerareals“ als auch der Architekturkreis regen einen neuen Dialog unter Beteiligung der Bürger an.

Stadtrat für Weiternutzung

Bislang hat darauf lediglich Stadtrat Christian Janele (CSB) reagiert. Er hat einen Eilantrag für die Sitzung des Grundstücksausschusses am 27. November (15 Uhr, Neues Rathaus) eingebracht. Darin fordert er, vorerst auf den vertraglich geregelten Abriss zu verzichten und das Gebäude weiter zu nutzen. „Ich denke dabei in erster Linie an die Vermietung der dortigen Wohnungen zu günstigen Preisen an Studierende sowie andere Wohnungssuchende.“

Von städtischer Seite bislang keinerlei Signal, dass man auf derartige Bestrebungen eingehen könnte. Dabei wäre eine realistische Darstellung der Schadstoffbelastung des Gebäudes durchaus von Interesse – insbesondere auch mit Blick auf die zurückliegende Nutzung.

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Kommentare (26)

  • dünnster Künstler

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    Ideenfindung, Mitsprache und Meinungsbildung zur Zukunft des Planungsgebiets könnten idealer Weise im Keplerbau selbst entwickelt werden.
    Das Areal bietet, schon weil es zentral gelegen ist, viele Möglichkeiten für Bürgerbeteiligung. Anstatt es wie bisher herunterkommen zu lassen, sollten die vielen unterschiedlichen Räume des von allen Seiten zugänglichen Keplerareals endlich den Regensburger*innen geöffnet, gemeinsam verschönert, belebt und so mit der Stadt verbunden werden. In dem gesamten Komplex lassen sich zeitnah viele Nutzungen möglich, die auch dem umliegenden Stadtraum zugute kommen. Denkbar sind Sozial-und Kulturräume, Probe- und Bastelräume, Ateliers, eine Fahrradwerkstatt, Cafès/Clubs, kleine Bühnen, Galerieräume, Geschäfte, große und kleine Versammlungsräume, Studentenwohnungen, eine Senioren-WG mit gemeinsamer Kantine, Räume, die auch von den Bewohnern mitbetreut werden, öffentliche Toiletten,…etc.)
    Nach einer Zeit der Weiter- und Zwischennutzung könnte durch gezielte Umbau- und Renovierungsmaßnahmen mit vergleichsweise wenig Geld ein weiterhin inspirierender Begegnungsort entstehen, der die Qualitäten der Architektur zur Geltung bringt.
    Andere Städte schmücken sich mit solchen Projekten…

    Prinzipiell soll der Prozess offen bleiben. Sollte sich also herausstellen, dass die Bürger eine andere Nutzung des Geländes wollen, so muss auch dies möglich sein.

    Während der Sanierungsarbeiten könnte es freilich notwendig werden, das Kepler Areal für eine gewisse Zeit zu schließen – dann sollten sich die Projekte so weit entwickelt haben, dass sie sich auch in den umliegenden die Stadtteilen neu verorten können. Es wäre ein Impuls zur Entstehung einer Stadtteilkultur, die in Regensburg bisher vermisst wird.

    Der voreilige Abriss des seit 45 Jahren von Bäumen eingewachsenen Kepler-Campus ist also unnötig, dabei aufwändig, teuer und aufgrund der darin gebundenen „grauen Energie“ auch unter bauökologischen Gesichtspunkten nicht vertretbar.

    Zur Eignung des Kepler-Areals für die genannten Nutzungen
    Entgegen den Behauptungen der Stadtverwaltung gibt es bzgl. Trittschall und Brandschutz keine Probleme mit den Raumhöhen. Um den Brandschutzregelungen gerecht zu werden, genügt ein Sicherheitstreppenhaus im Turm. Schadstoffe in den Gebäuden sind bis zu einer Kernsanierung gebunden. Eine energetische Instandsetzung der Gebäude ist ohne weiteres möglich. Da nun kein Kongresszentrums-Raumprogramm mit einem Saal für 1800 Personen und einem Saal für 800 Personen mehr untergebracht werden muss, kann die bestehende Architektur erhalten, umgenutzt und verbessert werden, wie schon während der Bürgerbeteiligung von dem Architekten Prof. Ernst Ulrich Scheffler nahegelegt wurde.

    Der Abriss der Gebäude und die Zubetonierung der Fläche für einen Interims-ZOB und Baustofflager bedeutet vor allem jahrelange Großbaustellen und Kollateralschäden – alternative Ausweichflächen für Busse und Baumaterial wurden offenbar nur ungenügend geprüft. Die Planungen für ein RKK werden offenbar unverändert ohne RKK fortgeführt…

    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
    Hier noch ein Plan vom Keplercampus und mitunter ein paar Aussenfotos:
    http://europabrunnendeckel.de/?p=7442

  • corazondemelon

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    @dünnster Künstler, auch wenn Deine Kommentare hier oftmals ein wenig langatmig geraten, diesmal muss ich Dir in vollem Umfang Recht geben: „Die Planungen für ein RKK werden offenbar unverändert ohne RKK fortgeführt…“. Deiner Liste von möglichen Nutzungen möchte ich noch hinzufügen, eine wirklich moderne zentrale Stadtbibliothek wäre für alle Bürger ein riesiger Gewinn und an der Stelle an einem optimalen Standort. Wer die neue Bibliothek in Salzburg kennt, der ahnt, wie weit das knarzende Ding im Thon Dittmer von den heutigen Möglichkeiten entfernt ist.
    Und ja, der Denkmalschutz sollte durchaus mal überlegen, ob diese Architektur nicht heute schon schützenswert ist. Schlecht ist die nicht nur weil Beton verwendet wurde.
    Also erst überlegen, dann die Bagger bestellen.

  • Markus Frowein

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    @ dünnster Künstler (21. November 2018 um 17:24)

    Zitat: „Schadstoffe in den Gebäuden sind bis zu einer Kernsanierung gebunden.“

    Dazu hätte ich ein paar Fragen:

    1.) Welche Belege gibt es dafür, dass sich Schadstoffe in den Gebäuden befinden?
    2.) Um welche lt. Punkt 1 belegten Schadstoffe handelt es sich im Einzelnen genau?
    3.) In welchen Gebäudeteilen befinden sich diese lt. Punkt 1 belegten Schadstoffe?
    4.) Kann man die lt. Punkt 1 belegten Schadstoffe rückstands-/gefahrlos beseitigen?
    5.) Wie teuer ist die rückstandslose Entsorgung der lt. Punkt 1 belegten Schadstoffe?

    Ich weiß, ich beschäftige mich oft mit Korinthen, aber manchmal sind sie wichtig …

  • Lothgaßler

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    Wäre es möglich den bestehenden Bau zu erweitern? Mir scheint doch einiges an Platz nicht genutzt zu sein. Die Sanierung des Baus dürfte (vermute ich mal als nicht aus dem Baugewerbe Stammender) teuer werden.
    Ein Abriss allerdings wäre ein Zeichen dafür, dass der Bürgerwille nur ein oder zwei Jahre (bis nach ZOB Fertigstellung) respektiert würde, und dann das RKK nochmals an diesem Ort präsentiert würde.
    Ich glaube eher nicht, dass an diesem Sahnestückchen Grund und Boden eine Wohnanlage für sozial Benachteiligte bzw. Studenten entstehen wird. Obwohl: Die Evangelischen dürfen ruhig mal ihre soziale Ader entdecken, reich genug sans und Abbitte wegen Verfehlungen habens auch zu leisten (zumindest andernorts, auch wegen der Missbrauchsfälle).
    Und was wird aus dem von der Stadt angekauften und für einen Hotel-Investor vorgehaltenen Bau in der Maximilianstraße?

  • Chris

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    Das ist eines der hässlichsten Bauten in Regensburg. Ich weiß echt nicht was an diesem 70er Jahre Plattenbau erhaltenswert sein soll.
    Eine Entfernung wertet diesen Bereich mehr als auf. Eine Sanierung kann ich mir nicht sinnvoll vorstellen und selbst dann wäre die Nutzung fraglich oder soll dann doch noch eine Art Stadthalle draus gemacht werden?

  • Mr. T

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    Chris, dieser Bau ist vor allem häßlich, weil er ziemlich heruntergekommen ist und in einem derzeit nicht so attraktiven Umfeld steht. Er hat aber durchaus eine gewisse Ästhetik. Man kann da sicher mehr draus machen, als ihn nur abzureißen. Eine Art Stadthalle soll sicher nicht daraus gemacht werden. Gute Ideen kann man oben genug lesen und es schwirren sicher noch weitere herum. Wichtig ist, dass es den Bürgern zugute kommt und nicht kommerzialisiert wird. Ich würde Räume begrüßen, die einer Subkultur Platz zur ungesteuerten Entfaltung bieten.

  • Christian

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    In einer Zeit, in der das Studentenwerk die Regensburger Bürger dazu aufruft, private Unterkünfte/ Zimmer an Studenten zu vermieten, lässt die Stadtverwaltung von Studenten genutzten Wohnraum abreissen. Beispiele dafür sind die Otto-Hahn-Str., wo viele Studenten in WGs lebten und nun der Wirsing-Bau, der ebenfalls Studenten beherbergt hat. Die Uni (in der gleichen Ära entstanden, wie der Wirsing-Bau) wird ausgebaut, aber Studentenwohnungen werden zurückgebaut. Neue Stadtteile werden gebaut, aber die Kapazitäten der anliegenden Schulen werden nicht erweitert. Die Einwohnerzahl steigt, aber sozialer Wohnungsbau entsteht nicht. Man muss sich fragen, welche Art von vorrausschauender Stadtplanung hier umgesetzt wird. „Überfordert“ ist vermutlich die beste Beschreibung der aktuellen Stadtentwicklungspolitik.

  • Jürgen

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    @corazondemelon: Eine Bibliothek. Eine gute Idee und ein Ansatz das Gelände sinnvoll, für alle zu nutzen.
    @Lothgaßler: Eine Sanierung scheint wohl nicht möglich zu sein. Eine Erweiterung wäre sicher architektonisch interessant, wenn eine Sanierung möglich wäre.
    @Mr. T: Danke zu deinen Ästhetikausführungen, ich wurde endlich erhört.
    @Christian: Richtig erkannt. Ich bin mal gespannt wann irgend ein Bauträger für die nötige Erweiterung der Infrastruktur sorgt (‚Tschuldigung Ironie)
    @Chris: Nicht alles ist hässlich was hässlich erscheint. Nicht alles was momentan als schön empfunden wird, ist tatsächlich schön. Und, nein, nicht alles ist „Geschmackssache“, um diesen Offenbarungseid der jegliche Diskussion über Ästhetik unterbindet, Vorschub zu leisten.

  • Jürgen

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    @Markus Frowein: Es gibt keine Belege für Schadstoffe. Es werden solche Entscheidungen grundsätzlich aus persönlichen Erwägungen heraus gefällt. Es werden in Deutschland auch grundsätzlich keine Gebäude, die vor dem Abriss stehen, untersucht. Schadstoffkartierungen werden vermieden, damit Anwohner und Handwerker höchsten gefahren ausgesetzt werden. Nur so ist das Leben interessant.
    — Ironiemodus AUS —
    Heutzutage muss jedes Teil, jeder Schutthaufen, jeglicher Müll vor der Beseitigung beprobt und klassifiziert werden. Vor einem Abriss müssen die Bauteile, von denen Gefährdungen ausgehen, wie z.B. Asbest bekannt sein. Asbest kann im Beton, in Abhängdecken und Fassadenteilen sein. Zu dieser Zeit wurden auch gerne Wasserrohre und Pflansche aus Asbest eingebaut. Soweit ich weiß hat das Gebäude so ziemlich jede Form davon. Der Abriss wird in Vollschutz und unter Beregnung stattfinden müssen.

  • Markus Frowein

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    @ Jürgen (22. November 2018 um 08:17)
    Zitat: „Soweit ich weiß hat das Gebäude so ziemlich jede Form davon.“ (*Asbest)

    Ich würde auch gerne in die Loge der Insider eintreten, die allein im Vorbeigehen
    beurteilen können, ob und wie viel Asbest in diesem Gebäude verwendet wurde.
    Sie haben nicht zufällig Belege für Ihre Behauptung? Die würde ich gerne sehen.

    So weit ich informiert bin, ist in rund einem Viertel aller Gebäude Asbest verbaut.
    (Zumindest in den Gebäuden, die bis zum Verbot in 1995 (?) gebaut worden sind.)

  • Markus Frowein

    |

    @ Chris (21. November 2018 um 21:53)

    Zitat: „Das ist eines der hässlichsten Bauten in Regensburg.“

    Sie haben vollkommen Recht, die evangelische Kirche hat sich jahrzehntelang
    wirklich Mühe gegeben, die Gebäude sowie das Gelände drum herum so schäbig
    wie nur möglich aussehen zu lassen, vermutlich ganz bewusst, um Kosten zu sparen.
    Ich wohne auch in einem Haus, in dem der Vermieter seit Ende der 80er nur hier
    und da das Nötigste repariert hat und dadurch hat der Mann jetzt eine Ruine.
    So ist das halt, wenn man nur an den kurzfristigen Profit denkt, jedoch
    wäre es gerade jetzt angebracht, auch den Nachhaltigkeitsaspekt
    wieder in das richtige Licht zu rücken, auch wenn das Haus
    (vorübergehend) ein wahrhaft hässliches Entlein ist.
    Wenn man will, kann man alles aussehen
    lassen, als wenn es nagelneu wäre.
    Das ist meine Erfahrung.

  • Markus Frowein

    |

    Warum fragt man wegen der Fassadengestaltung nicht diesen Malermeister, der
    an der Frankenstraße sein Haus so schön bunt anmalte, das sieht doch super aus.
    Die Stadt hat das wohl damals nicht so gut gefunden, aber was sagt das schon aus?
    Ich stelle mir den Wirsing-Bau gerade mit diesen bunten Klecksen vor. Begeisterung!

  • Markus Frowein

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    @ Markus Frowein (22. November 2018 um 10:07)
    „So weit ich informiert bin, ist in rund einem Viertel aller Gebäude Asbest verbaut.“

    Damit meine ich natürlich auf ganz Deutschland bezogen, nicht auf das Kepler-Areal.

  • joey

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    Dieses Gebäude hat mehr Ästhetik als viele andere Weißkisten unserer Tage. Es sollte trotzdem kritisch und frei untersucht werden, ob das Ding noch unsere heutigen Anforderungen und der aktuellen Marktlage entspricht. Das dort ist ja die beste Wohngegend oder?

  • R.G.

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    Da es sich um einen historischn Grüngürtel handelt, das Haus zur Nutzung als günstiger Wohnraum grundsätzlich noch tauglich wäre, und sowohl den Regensburgern als auch den Touristen Räume für Regentage fehlen, würde ich z.B. einen Wintergarten am/um das Objekt vorschlagen.
    An einer Gebäudeecke die Installierung einer betreuten Kletterwand. In der Nähe mehrere Recks, Balancebalken etc., um Gratissport im Park zu fördern.

  • Regine Wörle

    |

    Ob ästhetisch oder schön – das wird jeder anders beurteilen. Ich finde das Gebäude renoviert oder unrenoviert einfach scheußlich und unpassend für den Eingang in die Altstadt.
    Aber unabhängig davon: Dieses Gebäude ist aus energetischer Sicht absolut nicht haltbar. Um es auf vernünftige Werte zu bringen müsste es isoliert werden. Das ist bei den vielen Balkonen nicht möglich. Vor allem würde es das Erscheinungsbild verlieren, das es ausmacht.
    Manchmal muss man sich von etwas trennen – und bei diesem Gebäude ist es an der Zeit.

  • R.G.

    |

    @Markus Frowein

    Wenn man alle asbestfreien Ziegel-Mehrfamilienbauten, Einfamilienhäuser, Klohäusel, Vogelhäuschen etc. ehrlich wegrechnet, ist der Prozentsatz an Asbestschleudern unter den Stahlbetonbauten bestimmter Jahrgänge gewiss höher als bei einem Viertel der bisher in die Studie eingerechneten Gebäude anzusetzen.

  • X

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    Kann es nicht fassen: als ich einst mit dem Zug nach R zur Arbeit fuhr empfing mich ein Betonhaus zum Entree der Stadt wie zu Zeiten der DDR, neben Bäumen und einer uralten Kapelle und überbauten römischen Relikten: soll das alles sein oder bleiben?

  • Eingeborener

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    Für mich ist das eine pest-oder-cholera-entscheidung. Das Gebäude ist hässlich, aber ein wohngebäude. Hier zeigt sich nur beispielhaft ,die stadtregierung ist unfähig-unwillig, den notwendigen Wohnraum zu schaffen .
    Eigentlich müsste die stadtspitze abgerissen werden, dann hätten wir -GroKo ?

  • Sir Sonderling

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    Ich habe bei der Lektüre des Artikels und der Kommentare Tränen gelacht.
    Jetzt formiert sich in der Stadt also eine Phalanx für den Erhalt des hässlichsten Hauses am hässlichsten Platz der Stadt. Inklusive dümmstem Künstler höchstpersönlich.
    Regensburger Realsatire…..wie immer unerreicht. :-) :-)

  • Joachim Datko

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    Busbahnhof in der Albertstraße lassen!

    Zitat: “ Während der Bauarbeiten für einen Zentralen Omnibusbahnhof brauche es übergangsweise eine andere Fläche für die Busse, die derzeit noch in der Albertstraße verkehren.“

    Jede Verlagerung des Busbahnhofs der städtischen Busse in Richtung Bahngleise führt zu einem längeren Weg in die Innenstadt.

    Mein Vorschlag: Die Betonhäuser zwischen Albertstraße und Ernst-Reuterplatz abreißen. Einen Großteil der Fläche begrünen und einen kleinen Teil für zusätzliche Bushaltestellen verwenden.

    Das ist ökologisch, praktisch für die Busfahrgäste und eine billige Lösung.

  • dünnster Künstler

    |

    Ich bin gespannt, ob der Antrag ÖDP STADTRATSFRAKTION REGENSBURG vom 20. November 2018 in einer öffentlichen Sitzung behandelt wird.

    „ Kein voreiliger Abbruch des Wirsingbaus am Kepler-Areal

    Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer,
    bitte legen Sie folgenden Antrag dem zuständigen Gremium, bzw. dem betreffenden Ausschuss zur Beratung und Beschlussfassung vor:
    ANT

    BESCHLUSS
    1. Die Verwaltung erstattet Bericht über die mögliche Schadstoffbelastung des Gebäudes und informiert über die zu erwartenden Kosten bei fachgerechter Entsorgung.
    2. Der Abriss des Wirsingbaus findet nicht, wie geplant, Anfang 2019 statt.
    3. Der Erhalt des Gebäudes wird in die Neuplanungen im Bereich des Bahnhofsumfeldes als eine Möglichkeit miteinbezogen. Im Rahmen des Planungsprozesses werden dem Stadtrat die verschiedenen Möglichkeiten einschließlich Kostenschätzungen vorgestellt. Erst dann wird über einen Abbruch entschieden.
    4. Die Stadt verhandelt mit der Evangelischen Stiftungsverwaltung, ob im Falle des Wunsches der Weiternutzung eine Vertragsänderung möglich wäre.

    BEGRÜNDUNG
    Der Bürgerentscheid am 14.10.18 „Kein RKK am Kepler-Areal“ hat die Rahmenbedingungen für die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes maßgeblich verändert.
    Die Säle und Tagungsräume des RKK müssen in dieser Form nicht mehr in einer Neubebauung des Areals untergebracht werden. Daher ergeben sich für die Planungen zahlreiche neue Möglichkeiten. Auch die Integration des sogenannten „Wirsingbaus“ käme in Frage. Gebäude des namhaften Architekten wie die „Wohnheimsiedlung Maßmannplatz“ in München stehen inzwischen unter Denkmalschutz. Die Bausubstanz bindet Ressourcen, z.B. im Beton die endliche Ressource Sand („Derzeit verbraucht die Menschheit jährlich doppelt so viel Sand, wie alle Flüsse dieser Erde an Nachschub liefern.“ – Deutschlandfunk, 20.11.16). Vor einem Abbruch sollten daher alle planerischen Möglichkeiten geprüft werden.
    Auch die vertraglichen Möglichkeiten bezüglich eines Nicht-Abbruchs sollten mit der Evangelischen Stiftungsverwaltung geklärt und im Stadtrat vorgestellt bzw. diskutiert werden. Dazu gehört auch die Prüfung, inwieweit ein Interims-ZOB um den Gebäudekomplex herum entstehen könnte. In die Analyse soll einbezogen werden, dass der Gebäudekomplex derzeit auch massiv „graue Energie“ bindet. Auch insofern könnte es bauökologisch sinnvoll sein, das Gebäude zu erhalten.“

  • Markus Frowein

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    @ Sir Sonderling (23. November 2018 um 09:46)

    Dass die Stadt (nicht nur hier) wertvollen Wohnraum einfach völlig sinnlos vernichtet,
    die Stadtbau absichtlich kleinhält sowie in Mittäterschaft verschiedener Bauträger
    ärmere Menschen an den Stadtrand verdrängt, finde ich widerum zum Weinen …

  • Traudl Nier

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    ZOB am DOM.
    Wäre fußläufig zu erreichen und der Touri tät sich leichter beim suchen.

  • semmeldieb

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    Was…?!

    Jetzt wird nach jahrzehntelangen aesthetikgejammer und schadstoffpanik FÜR den erhalt dieses „wundervollen“ Ensembles gekämpft??

    Geil^^

    (des derfst koan nicht-rengschburger erzählen…)

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