„Ausnahmen schon jetzt möglich“

Solarverbot im Welterbe aufgeweicht: Kritik an aktionistischer „Feigenblattpolitik“

Die Heimatpfleger von Land, Bezirk und Stadt üben den Schulterschluss: Die Streichung des Verbots für Solaranlagen in der Regensburger Altstadt sei nicht durchdachter und unnötiger Aktionismus. Stadtheimatpfleger Waldherr befürchtet eine Klageflut.

Vor vollendete Tatsachen gestellt: Stadtheimatpfleger Gerhard Waldherr (rechts) kritisiert zusammen mit Rudolf Neumaier und Tobias Appl die Streichung des Solaranlagenverbots aus der Altstadtschutzsatzung. Foto: Aigner

Professor Gerhard Waldherr ist ein höflicher Mann. Deshalb legt der frisch gewählte Stadtheimatpfleger der Stadt Regensburg am Montagvormittag auch Wert darauf, dass es nicht seine Absicht sei, hier irgendjemandem auf die Füße zu treten. Aber eine Verpflichtung, sich zu äußern, sehe er schon, sagt Waldherr, wenn der Stadtrat „voreilig und ohne weiteres konstruktives Vorgehen“ das Verbot für Solaranlagen in der Altstadt aus der Altstadtschutzsatzung streiche.

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„Hier wurde der zweite Schritt vor dem ersten gemacht.“

Schließlich hätte es diese Satzung bereits heute hergegeben, Abweichungen von diesem Verbot zuzulassen, wenn, so steht es dort in §14, „der historische Charakter, die architektonische Besonderheit und die städtebauliche Bedeutung des Gebäudes, des Straßen- oder Platzbildes und des Altstadtgefüges erhalten bleiben“. Die Notwendigkeit, den entsprechenden Passus zu streichen, sei nicht notwendig gewesen, schlussfolgert Waldherr.

Jetzt aber – mit der ersatzlosen Streichung des Verbots – werde ohne Not eine Flanke geöffnet, die nur mehr mit größten Anstrengungen geschützt werden könne. „Der Verlust an Denkmalsubstanz und die Flut an Klagen werden in einem kaum mehr zu bändigendem Maß zunehmen“, befürchtet der Stadtheimatpfleger. „Hier wurde der zweite Schritt vor dem ersten gemacht.“ Das sei „Feigenblattpolitik“.

Mit dem Heimatpfleger sprach im Vorfeld niemand

Von der Entscheidung, die der Planungsausschuss vergangenen Dienstag nach einem Antrag der Regierungskoalition gefasst hat – mit einer Gegenstimme – wurde Waldherr völlig überrascht, ebenso wie seine Kollegen auf Bezirks- und Landesebene. Denn mit ihm als Stadtheimatpfleger hat niemand gesprochen.

Zwar ist im Bayerischen Denkmalschutzgesetz vorgesehen, dass bei solchen Angelegenheiten auch den Heimatpflegern „rechtzeitig Gelegenheit zur Äußerung zu geben“ ist, aber was dem Land Bayern recht ist, muss der Stadt Regensburg offenbar noch lange nicht billig sein.

Stadträte verwundert über „Schnellschuss“ der Koalition

Im Planungsausschuss herrschte am Dienstag nahezu einhellige Zustimmung zur Streichung des Verbots. Zwar zeigten sich Grüne, Brücke und Irmgard Freihoffer (Linke) von diesem „Schnellschuss“ überrascht. Und Stadtrat Hans Teufl (Grüne), selbst Architekt, mahnte an, dass man der Verwaltung genaue Regeln zur Prüfung der Zulässigkeit von Solaranlagen in der Altstadt an die Hand geben müsse. Aber im Grunde sehen dann doch alle ein richtiges Symbol in dieser Entscheidung und stimmen nach knapp einstündiger Debatte zu – mit Ausnahme von Benedikt Suttner (ÖDP).

Er sei zwar nicht per se dagegen, auch in der Altstadt Solaranlagen zuzulassen, so Suttner. Aber so einen Prozess solle man doch besser gemeinsam gehen – zusammen mit dem Welterbesteuerungskomitee, mit ICOMOS und mit zivilgesellschaftlichen Akteuren wie etwa den Altstadtfreunden oder dem Arbeitskreis Kultur.

Suttner fehlt der Blick aufs große Ganze

Auch sei er verwundert, warum es gerade mit den Dächern in der Altstadt so eilig sei, die gerade einmal zwei Prozent des Regensburger Gebäudebestands ausmacht, während man sich gleichzeitig gegen strengere Regeln in Bebauungsplänen sperre und es nach wie vor keine Solarpflicht für Gewerbebauten gebe oder den Ansatz, Parkplätze mit Photovoltaik zu überdachen.

„Es gibt keine Kosten-Wirkungs-Analyse für die Nutzung von Solarenergie in der Altstadt“, kritisiert Suttner. Er sehe keinen Ansatz, das Thema in größeren Dimensionen bei der Stadtplanung zu denken. Stattdessen sende dieser Antrag der Koalition das Signal, dass es jetzt vor allem um die Altstadt gehen und nicht ums große Ganze.

Für Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer geht Suttner mit diesem Ansatz viel zu weit. „Diese Punkte gehören nicht in diese Debatte“, lässt sie den ÖDP-Stadtrat wissen. Es gehe jetzt nur darum, Solaranlagen nicht mehr grundsätzlich zu verbieten und deren Prüfung im Einzelfall zu ermöglichen. Deshalb werde jetzt nicht die ganze Altstadt mit Photvoltaik zugepflastert. Und wegen diesem einen Punkt müsse man dann auch nicht die „Gesamtdebatte“ um die Nutzung von Solarenergie und Erneuerbare in Regensburg aufleben lassen.

Heimatpfleger: Erstmal um andere Flächen kümmern

Bei den Heimatpflegern, die sich am Montag zum Pressetermin auf den Haidplatz getroffen haben, trifft Suttners einsame Gegenstimme hingegen auf offene Ohren. Dr. Rudolf Neumaier, Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, kritisiert den Aktionismus, der der Regensburger Entscheidung zugrunde liege. Nein, man wende sich nicht grundsätzlich gegen die Nutzung von Erneuerbaren, auch nicht in denkmalgeschützten Bereichen, stellt er heraus. Denkmalpflege und Klimaschutz dürften auch nicht gegeneinander ausgespielt werden.

„Aber ich bitte dringend darum, zu schauen, ob sich Strom nicht erst mal an anderen Stellen genauso gut erzeugen ließen. Und zwar an solchen, die weniger sensibel sind.“ Und wenn man das alles umgesetzt habe, gebe es vermutlich technisch weitaus denkmalverträglichere Möglichkeiten, zur Nutzung von Erneuerbaren im denkmalgeschützten Bereich.

Alleinstellungsmerkmal leichtfertig gefährdet

Schulen, Bäder, Sporthallen, Busgaragen oder das aktuell entstehende Museumsdepot in Burgweinting nennt Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl als Beispiele. Aber auch Freistaat und Bund seien gefordert – etwa an Uni und OTH oder an den Lärmschutzwänden entlang der Autobahn.

Die Dachlandschaft der Regensburger Altstadt sei etwas Einzigartiges, mit dem bei Regensburgern und Touristen geworben werde, so Appl, während er eine Broschüre der „Faszination Altstadt“ aufblättert, in der just diese Dachlandschaft als zentrales Foto im Mittelteil abgebildet ist. Das Regensburger Herbstsymposium im vergangenen Jahr, das weit über Stadt und Region wahrgenommen werde, habe diese Dachlandschaft zum Thema gehabt. Und dieses Alleinstellungsmerkmal werde nun leichtfertig gefährdet.

Denkmäler verschandeln aus schlechtem Gewissen?

Neumaier erscheint die „aktionistische Entscheidung“ der Stadt Regensburg, ebenso wie die derzeit diskutierte Änderung des bayerischen Denkmalschutzgesetzes wie ein Versuch, das eigene Gewissen zu beruhigen, nach dem Motto: „Wir tun uns schwer, die Klimaziele zu erreichen. Dann will man zumindest zeigen, dass man sogar die allerliebsten Denkmäler verschandelt, um den Klimawandel aufzuhalten.“

Er hoffe zumindest, dass die Landespolitik bei der Neufassung des Denkmalschutzgesetzes „nicht so kurzsichtig“ handle wie die Entscheidungsträger in Regensburg.

Stadtheimatpfleger: „Welterbe ist nicht nur Label, sondern auch Verpflichtung“

Stadtheimatpfleger Waldherr appelliert nun an den Regensburger Stadtrat, noch einmal umzudenken. Man könne den Eigentümern von Altstadtimmobilien oder auch Mietern in der Altstadt andere Möglichkeiten geben, um auf regenerative Energien zu setzen – etwa Beteiligungsmöglichkeiten an genossenschaftlich organisierten Solarfeldern oder Windparks.

Und was die Altstadt betreffe, deretwegen Regensburg den Titel Weltkulturerbe trage, sei dieser Titel eben nicht nur ein Label oder ein Instrument zum Steigern der Immobilienpreise, sondern auch die „Verpflichtung zum Erhalt und Schutz der nichtwiederbringbaren historischen Substanz“.

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Kommentare (20)

  • Radler33

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    Ich bin ein sehr großer Fan von Photovoltaik, muss aber den Bedenken zustimmen. Es gibt sehr viele, meist besser geeignete Flächen außerhalb der Altstadt, die bisher auch ohne Verbot nicht genutzt wurden. Alleine ein Baumarkt-Flachdach würde mehr Leistung liefern als 20 Altstadt-Häuser.

  • Mr. T.

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    “Aber auch Freistaat und Bund seien gefordert” 🤣
    Der selbe Freistaat, der bislang nur auf rund 5% seiner Dachflächen Photovoltaik hat und bislang regenerative Energien bekämpft hat, wie der Teufel das Weihwasser – zu Gunsten der Abhängigkeit von russischem Gas.

  • Peter Morsbach

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    Die Baudenkmäler in Regensburg machen gerade einmal 4 oder 5 % des Gesamtgebäudebestandes aus. In ganz Bayern sind es sogar nur knapp 1,8 %. Warum sprechen wir nicht über die “restlichen” 96 oder 98 %? Ich kann mir auch Bedenken des Brandschutzes vorstellen. Hat sich von den Entscheidern überhaupt jemand genauere und vor allem sachkundige Gedanken gemacht? Hier will man einfach von einem kollektiven Versagen der Politik ablenken.

  • Meier mit „ei“

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    Zitat:
    „Aber ich bitte dringend darum, zu schauen, ob sich Strom nicht erst mal an anderen Stellen genauso gut erzeugen ließen. Und zwar an solchen, die weniger sensibel sind.“
    Also bitte! Wenn ich in einem Eigenheim in der Stadt wohne, dann will ich auf meinem Dach Strom erzeugen!
    Oder soll ich eine Parzelle in einer Kleingartenanlage mieten, um Strom zu erzeugen?

  • schwan68

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    @Mr.T.
    Welches Bundesland hat mehr Photovoltaik auf Dächern oder sonstwo?
    Können Sie ihren sonstigen Schmarrn irgendwie belegen? Würden Sie mir zustimmen, wenn ich behaupte, das russische Gas wäre unter einem Präsidenten Nawalny oder Chodorkowski sehr wohl willkommen?

  • KW

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    Meier, es geht hier explizit um die Altstadt. Dort nun Dach-Solaranlagen “einfacher” erlauben zu wollen als dies wohl bisher der Fall war, ist natürlich reine Symbolpolitik. Allein schon aufgrund der zerstückelten, verschatteten Flächen dürfte das in vielen Fällen eh uninteressant sein.
    Ich bin auch nicht dafür immer Historisches vor Nützliches zu stellen, aber in dem Fall kann ich es nachvollziehen.
    Wie gesagt, reine Symbolpolitik seitens det Stadt, mangels Willen und Phantasie sinnvollere Projekte ausserhalb der Altstadt anzugehen. Z.B. grundsätzlich Solar-Panels an Aussenfassaden zu erlauben statt sie nur in Ausnahmefällen zu genehmigen. X andere Beispiele wurden ja im Artikel und vorherigen Kommentaren schon genannt.

  • joey

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    vor Jahrzehnten habe ich meine Diplomarbeit genau zu diesem Thema gemacht. Ich habe beispielhaft ein Anwesen in der Altstadt untersucht und vorgeschlagen, die Kollektoren so anzubringen, daß sie von einem vernünftigen Winkel von der Straße aus nicht gesehen werden können. Wer im Hubschrauber sitzt und sich über die solare Dachlandschaft aufregt, ist selber schuld.

    Die Altstadt wird die Welt nicht retten, ja, das ist ideologische Symbolpolitik. Aber: Die Altstadt ist auch sonst oft nicht mehr mittelalterlich, so haben fast alle Gebäude eine Elektroinstallation und Spül WCs. Ich habe damals für eine vernünftige Lösung plädiert und mache das auch heute.
    Es lebe Recht und Freiheit. Sie darf nur eingeschränkt werden, wenn dringende öffentliche Belange das erfordern. Ein Dach, das keiner sieht, ist kein öffentlicher Belang.

  • Meier mit „ei“

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    @KW
    Schon klar. Und deswegen sollte man als Heimatpfleger etwas entspannter sein und nicht so überängstlich reagieren!

  • Spartacus

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    Jede Fläche sollte für erneuerbare Energien genutzt werden!
    Wer sich da dagegen ausspricht hat einfach den Schuss nicht gehört!
    Wir steuern auf die größte Katastrophe die unsere Art endgültig auslöschen wird mit vollem Tempo zu! Gewisse Kipppunkte sind schon jetzt erreicht und irreversibel! Menschen können sich kaum noch etwas leisten weil Politiker*innen von vorgestern bis vor einem halben Jahr noch dachten es ist sinnvoll auf Gas vom Despoten zu setzen und so seinen Imperialismus und Krieg überhaupt erst möglich gemacht zu haben.
    Dieser Heimatpfleger und was weiß ich was für Scheuklappen Joes die nichtmal in der Lage sind 10 Jahre in die Zukunft zu denken sollten schleunigst ihren Job verlieren! Die historische Altstadt interessiert in 100 Jahren bei 50 Grad im Sommer oder optional Atomkrater keine Sau mehr.
    Als unter 60 jähriger kann man über derartige Denkweisen nichtmal mehr den Kopf schütteln, diese Denkweise zerstört meine Zukunft und die aller nach mir kommenden Generationen!
    U N F A S S B A R ! ! !

  • Junger Regensburger

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    Kommentar gelöscht. Bitte sachlich bleiben.

  • Michl Mayer

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    Allein schon wegen dem Brandschutz bzw. wegen dem Risiko bei einem etwaigen Brand eines Altstadthauses mit einer solchen Anlage müsste man das Anliegen ablehnen. Gerade auch weil die zentral gelegene Schnupfe als möglicher Standort einer Altstadtanlage genannt wurde. Die Bebauung dort ist einfach zu dicht, das Risiko einer Ausbreitung bei einem etwaigen Feuer viel zu groß und unberechenbar.

  • Daniela

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    Tatsache ist, die Sonne scheint, mal mehr mal weniger. Tatsache ist, man muss hin zu erneuerbaren Energien. Tatsache ist auch, die alten Gemäuer müssen in Ihrer Substanz erhalten werden und in die Zukunft mitgenommen werden. Wir treffen Entscheidungen das Weltkulturerbe zu erhalten, indem wir es auch bewohnbar und finanzierbar machen.
    Viele Dachflächen bieten Ressourcen, auf ihnen eben günstig Energie zu erzeugen. Nutznießer sind doch alle!
    Es stimmt auch, dass nicht jede Dachfläche geeignet ist, eben auch nicht jede Wand, dies hat bautechnische Gründe und ist auch abhängig von anderen Faktoren.
    Ein generelles Verbot ist kontraproduktiv! Da Solaranlagen genehmigt werden müssen, sehe ich erst einmal das Problem nicht. Die Denkmalschutzbehörde wird deswegen trotz allem bei baulichen Veränderungen mit zu reden haben. Was defacto bedeutet, das Verbot aufheben, bedeutet nicht gleich, alle Dächer haben Solarpanel drauf. Die Aufhebung des Verbotes bedeutet doch erst einmal nur, dass Eigentümer gezielt über die Nutzung ihrer Dächer zur Energiegewinnung nachdenken können. Wie die Umsetzung aussieht, steht doch noch gar nicht fest.
    Und noch eines, wir reden davon, klimaneutral und klimapositiv werden zu wollen, zu müssen auch wegen der künftigen Generationen! Das ist ein klassisches Beispiel dafür, wie ernst wir das nehmen!

  • xy

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    Den “Welterbe”-Titel wird man ja wohl abschreiben können, wenn es zu PV auf den Regensburger Altstadt-Dächern kommt. Hat man das im Stadtrat erwogen?

  • joey

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    @xy
    erwogen hat man vielleicht so: mal sehen, ob sich die UNESCO Kreise melden. Wenn, dann gibt man der zugehörigen Beratermafia Aufträge = Geld. Wenn das nichts nützt, streicht man die Initiative wieder, ist dann aber nicht schuld am Weltuntergang. Aber man war in der beauftragten Rolle als Grüner tätig.

  • thomas otto

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    wasch mich, aber mach mich nicht nass…

  • Fred

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    Wenn Solaranlage nachträglich angebracht werden, müssen dann die früheren Zuschüsse für Sanierungen ans Denkmalamt zurück gezahlt werden?

  • Gscheidhaferl

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    Na ja, die übliche Regensburger Augenwischerei und sofort verfallen wieder (fast) alle in kurzsichtige Schnappatmung. Um in 98% der Fälle nichts tun zu müssen, wird der Schutz von 2 Prozent gelockert, was dann aber laut OB nicht als Startsignal zum Verbauen der denkmalgeschützten Dächer verstanden werden darf. Und abgestimmt ist offenbar auch nix. Weder mit UNESCO, noch mit der Heimatpflege. Die eigene Unproduktivität, welche die Regierungskoalition wohl langsam selbst nicht mehr aushält, war wohl ausschlaggebend für diesen Schnellschuss aus dem Nichts. Schade, dass diesem an Dürftigkeit nur schwer zu unterbietenden Manöver gleich wieder soviele auf den Leim gehen und sich in überhitzten Debatten ergehen, statt von der Stadtregierung endlich mal überzeugende Politik einzufordern. Dafür wurden sie nämlich eigentlich gewählt. Es muss uns doch mal langsam zu denken geben, dass die Politikansätze der meisten Spaßparteien inzwischen im Grunde ein Vielfaches substanzieller sind, als das dümmliche Zeig, das uns von angeblich ernstzunehmenden Parteien vorgesetzt wird. Kein Plan, keine bereichsübergreifende Konzeption. Nur ein Lärchalschaas da und ein aufgstellter Mausdreck dort. Das ist doch keine Politik!

  • Madame

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    Kommentar gelöscht. Bitte wenigstens halbwegs verständliches deutsch verwenden.

  • Wilfried Süß

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    Die Kommentare zeigen, wie schwer es manchem fällt, das große Ganze im Blick zu behalten. Damit meine ich einerseits den Umgang mit einem einmalig angelegten, weitgehend lebenswerten Stadtkern und andererseits der Priorisierung unstrittig überfälliger Strategien zur Energiegewinnung innerhalb von Stadtgrenzen. Das Ehrenamt von Dr. Waldherr ist dem Schutz und dem Erhalt des kulturellen Erbes in Regensburg gewidmet. Ihn deshalb als Altvorderen abzustempeln, lässt auf den lässigen Umgang mit immateriellen Gütern und deren Bedeutung für die Zukunft auch einer jungen Generation schließen. Eine Dachlandschaft ist genauso prägend für Städte und gewachsene Dörfer, wie es auf dem Land die Flusstäler, Berge oder markanten Brücken sind. Es braucht in Regensburg keinen Rundflug, um dieses Erlebnis zu begreifen. Eine Besteigung des Turms der Dreieinigkeitskirche, ein Kaffee auf der Dachterrasse der Galeria oder ein Gang auf die Winzerer Höhen erschließt die Großartigkeit unserer Stadt.
    Ich greife jetzt auch zu einer Vereinfachung: Viele Haubesitzer in der Altstadt drücken flüssige Mittel, die sich ziemlich einfach auf dem Dach ihrer alten Burgen rentierlich anlegen ließen. Dass dabei Strom erzeugt wird, ist in der aktuellen Marktlage eher ein ökonomischer Glücksfall und wäre dabei ökologisch leicht zu rechtfertigen. Da muss man sich nicht mit Alternativen, wie der Beteiligung an genossenschaftlich betriebenen Anlagen abmühen, oder komplizierte Finanzkonstrukte entwickeln.
    Es bleibt zu hoffen, dass zusammen mit dem Denkmalschutz, dem Heimatpfleger und der Energiemanagerin geeignete Spielregeln erdacht und dann auch durchgezogen werden, um die objektiv geeigneten Gebäude zu identifizieren.
    Kann sich zum gedanklichen Einstieg jemand vorstellen, das Dach des Südflügels vom Schloss als Solarfeld zu nutzen? Da bräuchte man nur ein paar Dachgauben schleifen und wegen des Schattenwurfs ein paar Bäume fällen…

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drin