Stadtbau: Der Neue ist da!

becker-joachim„Nein.” Mehr hat Hans Schaidinger dazu nicht zu sagen. Bei der Besetzung des Geschäftsführerpostens der Regensburger Stadtbau GmbH hat er keine Fehler gemacht, glaubt der Oberbürgermeister. Seiner Meinung sein muss man in diesem Fall beileibe nicht, doch so oder so steht die Stadtbau nun vor einem Neubeginn: Die Affäre um den gefeuerten Geschäftsführer Martin Daut ist endgültig erledigt. Vor Gericht bekam die Stadt in allen Punkten recht. Der Versuch des Oberbürgermeisters, seine Parteifreundin Petra Betz auf den Posten zu hieven, ist gescheitert. Was dabei im Aufsichtsrat gelaufen ist – insbesondere der vehemente Widerstand von SPD-Stadtrat Lothar Strehl – sei aufgearbeitet, so Schaidinger. „Mit Herrn Strehl habe ich mich ausgesprochen.” Bei der Pressekonferenz am Freitagnachmittag war Schaidinger denn auch sichtlich darum bemüht, den Schulterschluss mit Joachim Becker zu üben, der – nach eineinhalbjähriger Vakanz – den Posten des Geschäftsführers übernommen hat. „Er passt gut zu uns. Vor allem deshalb, weil er schon im Vorstellungsgespräch viel über Zukunftsstrategien gesprochen hat.” Unmittelbar vor der Pressekonferenz hatte Schaidinger den neuen Chef im Rahmen einer Betriebsversammlung bei der Stadtbau eingeführt. Ein Novum. Der 46jährige Becker, studierter Betriebswirtschaftler, kommt von einem genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen. Den dortigen Schwerpunkt – Neubau und Modernisierung – will er auch bei der Stadtbau weiter verfolgen. Bezahlbarer Wohnraum für die wachsende Zahl von Ein- und Zwei-Personen-Haushalten wie auch für ältere Menschen sieht er als die großen Herausforderungen seiner Tätigkeit. Derzeit befindet sich die Stadtbau auf der Suche nach entsprechenden Grundstücken für Neubauten. Ein Areal, dass für sozialen Wohnungsbau vorgesehen war, ist jetzt der Standort für den FOS-Neubau. Die „leidvolle Vergangenheit” der Stadtbau – u.a. Unregelmäßigkeiten bei Wohnungs- und Auftragsvergabe, Mobbing, die Affäre um den Geschäftsführerposten – kennt Becker, wie er sagt, nur aus den Medien. „Meine Absicht ist es, einen glücklichen und vorbehaltlosen Neubeginn zu machen.” Hans Schaidinger erklärte in diesem Zusammenhang, dass für Wohnungs- und Bauvergabe mittlerweile neue Verfahren entwickelt worden seien, um Unregelmäßigkeiten zu vermeiden. Als Stellvertreter Beckers steht ihm Klaus Nickelkoppe zur Seite. Er hatte diese Funktion bereits unter Martin Daut inne und war während der eineinhalbjährigen Vakanz des Geschäftsführerpostens für die Geschäfte bei der Stadtbau verantwortlich.

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Kommentare (2)

  • demokratie

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    Man kann dem Neuen nur Glück wünschen, die Begleitumstände seines Anfangs sind schließlich alles andere, als das, was man sich wünschen kann. Wider allen Bekundungen ist der Aufsichtsrat mit seinem Vorsitzenden das Einfallstor für Attacken. Aber man soll die Hoffnung nie aufgeben, dass ein Neubeginn von allen gewollt und gemacht wird. Letztlich wird siche der Neu aber der Loyalität der MA der Stadtbau GmbH versichern müssen, darauf konnten sich seine Vorgänger stützen. Daut hatte lediglich den politischen Fehler begangen, nur den OB aber nicht den Aufsichtsrat über die unsäglichen Vorkommnisses zu informieren. Man sehe sich den Beteiligungsbericht der Stadt Regensurg an und wird feststellen, welch großes Vermögen der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt in diesem Unternehmen gebündelt ist. Es ist des Schweißes der Besten Wert, um entwickelt zu werden. Glück auf!

  • Matthias Beth

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    Die Stadtbau und Ihre Geschichten füllen Bücher.
    – Die Affäre um den gefeuerten Geschäftsführer Martin Daut
    – Der Versuch des Oberbürgermeisters, seine „Parteifreundin“
    Petra Betz auf den Posten zu hieven
    – Der vehemente Widerstand von SPD-Stadtrat Lothar Strehl
    und nicht von Hr. Hartl
    – und nun Mieterhöhungen, von denen der stv. Vorsitzende
    des Aufsichtrates dieser Stadtbau GmbH, Hr. Hartl, nichts
    weis und öffentlich dagegen ist, dafür aber
    Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder kassiert!

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