Vortrag des Stadtmarketing

Von der Umwegrentabiltät und anderen „Location“-Potentialen

Beim Vortrag des Stadtmarketing zu den Potentialen der Stadthallen in Lübeck, Freiburg und Reutlingen erfuhr man zwar manch Wissenswertes, doch was soll daraus für Regensburg folgen?

Etwas zu groß gedacht: Für seine Veranstaltung hatte das Stadtmarketing den großen Saal im marinaforum gebucht.

„Informationsmaterial zum Bürgerentscheid, Informationsmaterial zum Bürgerentscheid.“ Schon ein Weilchen, bevor der Vortrag des Regensburger Stadtmarketings zu „Potentialen von Veranstaltungszentren“ beginnt, sind auch einige Aktivisten der Bürgerinitiative gegen das Regensburger Kultur- und Kongresszentrum (RKK) am Kepler-Areal vors marinaforum gekommen, um ihrerseits die Besucherinnen und Besucher zu informieren. Nur wenige lassen sich die Postkarten, auf denen für ein Ja zum Planungsstopp geworben wird in die Hand drücken. „Ach, immer diese Ewiggestrigen“, murmelt einer im Vorbeigehen.

Wo ist das Wahlvolk?

Es sind größtenteils jene, die ohnehin schon eine Position zum Bau eines Kultur- und Kongresszentrums haben, die der Veranstaltung am späten Dienstagnachmittag beiwohnen, Gegner, die sich bei der BI und Befürworter, die sich bei der Kampagne des Stadtmarketing Regensburg engagieren. Diejenigen, die man informieren will, das Wahlvolk, um dessen Stimmen man wirbt, sind deutlich in der Minderheit, wobei es gar nicht so wenige Menschen sind, die kommen. Hätte man statt des großen Saals im marinaforum eine Nummer kleiner gebucht, dann entstünde auch nicht der Eindruck, dass das Thema kaum jemanden interessiert. Aber sei es drum.

Eine Informationsveranstaltung solle das Ganze sein, sagt Moderator Christian Omonsky, angesichts der Organisatoren vom Stadtmarketing natürlich tendenziös, aber vielleicht doch mit ein paar interessanten Fakten. Nachfragen erlaubt, aber bitte keine Co-Referate oder gar ausufernde Diskussionen – eine Vorgabe, die weitgehend eingehalten wird, auch wenn Omonsky gelegentlich daran erinnern muss, wenn dann doch zu politischen Statements angesetzt wird.

Nachhaltigkeit und andere Platitüden

Am Start, um ihre Kongress-/Konzert-/Stadthallen vorzustellen, stehen Experten aus Freiburg, Lübeck und Reutlingen, die dort in etwa das machen, wofür die Chefin der Regensburg Tourismus GmbH (RTG), Sabine Thiele, hier zuständig ist: für ihre Städte zu werben, Touristen anlocken, Potentiale herauszustellen und natürlich auch Lobbyarbeit für die von ihnen betriebenen Einrichtungen zu leisten. Vorneweg gibt es einen Vortrag von Verena Unden, in dem ganz allgemein der Veranstaltungsmarkt und dessen Potentiale präsentiert werden. Unden ist Nachhaltigkeitsmanagerin des EVVC, also des „Europäischen Verband der Veranstaltungs-Centren“, in dem rund 300 Mitglieder organisiert sind.

Das Fazit ihres Vortrags ist wenig überraschend: Es gibt jede Menge „Locations“ (7.405), in denen zahlreiche „Events“ (2,9 Millionen, davon fast 60 Prozent Kongresse und Tagungen) mit sehr, sehr vielen Teilnehmern (405 Millionen) stattfinden – Tendenz steigend. Das Ganze bringe jede Menge Geld, vor allem über die immer wieder erwähnte „Umwegrentabilität“, und der Großteil der Anbieter rechne mit einer stetig postiven Marktentwicklung, vor allem bei Veranstaltungen über 500 Teilnehmern und vor allem in Bayern, das auf Platz 1 der bevorzugten Bundesländer stehe. Flankiert werden diese nackten Zahlen von etwas sehr viel Marketing-Sprech und – in diesem Rahmen – nicht mit Inhalt gefüllten Begriffen wie Nachhaltigkeit, ein Wort übrigens, das – wie man im Lauf des Nachmittags erfährt – offenbar jedes Veranstaltungszentrum in irgendeiner Form für sich als „Alleinstellungsmerkmal“ in Anspruch nimmt.

Freiburg: Dalai Lama und Tiefgarage

Doch nun mal zu etwas Konkretem. Es beginnt Daniel Strowitzki, Tourismus GmbH Freiburg, der das dortige Konzerthaus vorstellt, 1996 gegenüber dem Hauptbahnhof errichtet, ein Bürgerentscheid dagegen scheiterte um rund 3.000 Stimmen am damals gültigen Quorum von 30 Prozent. Die Kapazität ist mit dem vergleichbar, was bislang in Regensburg geplant ist – rund 1.700 Personen fasst der große Saal. Papst Benedikt war schon da, der Dalai Lama, nur die Chippendales lässt Freiburg nicht ins Konzerthaus, wie man am Dienstag erfährt.

Er kenne Regensburg ja noch nicht so gut, sagt Strowitzki, aber es sei wohl so ähnlich wie in Freiburg: eine industrielose Stadt, die fast nur von Dienstleistung lebe und für die sei das Konzerthaus ein „enormer Impuls“ gewesen – für Hotellerie, Gastronomie und Handel. Ja, es stimme schon, räumt Strowitzky später auf Nachfrage ein, das Konzerthaus sei ein „absoluter Zuschussbetrieb“. Etwas weniger als vier Millionen Euro seien jährlich nötig, vor allem um die hohe Pacht an die Betreibergesellschaft bezahlen zuönnen. Da gebe es aber diese Umwegrentabilität und die habe in den letzten 22 Jahren über 400 Millionen Euro in diverse Kassen gespült. Auch frühere Gegner hätten sich mittlerweile mit dem Konzerthaus angefreundet.

Ein Punkt, der die anwesenden RKK-Gegner aufhorchen lässt. Unumwunden räumt Strowitzki ein, dass ohne die Tiefgarage mit Platz für 2.500 Autos der Verkehr rund um das Konzerthaus zusammenbrechen würde.

„Lübeck liebt MUK“

„Moin, moin.“ Es folgt Karola Empt vom MUK in Lübeck, eher kein Vergleichsmaßstab für Regensburg. Günstig gelegen an der Trave mit viel Platz, um daneben weiter auszubauen. Eine kleine Brücke führt direkt in die Innenstadt, die damit zwar in unmittelbarer Nähe liegt, aber nicht mit dem Verkehr von Besuchern oder Zulieferern belastet wird. Maximal 3.500 Personen fasst das MUK, allein der Konzertsaal kann 2.000 Menschen beherbergen. Entsprechend seiner Größe und der Bedeutung der Stadt ist das MUK Heimat von zwei Symphonieorchestern, was die hohe Auslastung mit Kulturveranstaltungen bedingt.

Unterwegs in Sachen „Location“: Sandro Zimmermann und Petra Poser von der Stadthalle Reutlingen, Karola Empt von den Lübecker Musik- und Kongresshallen, Verena Unden (EVVC) und Daniel Strowitzki aus Freiburg (v.l.).

Ja, vor einigen Jahren seien dunkle Wolken über dem MUK aufgezogen, der große Saal musste wegen notwendiger Sanierungsmaßnahmen gesperrt werden, sogar über eine Schließung wurde diskutiert. Doch mit viel Imagewerbung, Ideenreichtum und einem weiter laufenden Veranstaltungsprogramm sei die Rettung gelungen und die 22 Millionen teure Sanierung schließlich umgesetzt worden. 2018 werde wohl das beste Jahr der MUK werden und zwischenzeitlich werde der Neubau einer weiteren Halle direkt daneben diskutiert. „Lübeck liebt MUK“, schließt Empt unter Beifall.

Reutlingen: „Halle für alle“ statt KKR

Es folgen Sandro Zimmermann und Petra Poser aus Reutlingen, das sich mit seiner „Halle für alle“ doch deutlich von den beiden anderen abheben kann. Balsam auf die Seelen mancher RKK-Befürworter mag es sein, dass dort schon seit 1926 über eine Stadthalle diskutiert wurde. Auch richtig groß hat man dort einmal gedacht mit einem Projekt namens – Ähnlichkeiten rein zufällig – KKR (Kultur- und Kongresszentrum Reutlingen). Doch das sei 2002 bei einem Bürgerentscheid fast mit Zwei-Drittel-Mehrheit abgelehnt worden und so verlegte man sich auf etwas kleinere Brötchen und konnte, unter engster Einbindung der Bürgerschaft, wie Poser immer wieder betont, auf einer Industriebrache am „Tor zur Innenstadt“ schließlich besagte „Halle für alle“ nebst Park umsetzen.

Die Architektur vermag an dem Nachmittag nicht jeden zu überzeugen. Wie eine zweistöckige Tech-Base mit schwarzer Fassade sieht das Reutlinger Kulturzentrum aus, aber bei der Bürgerschaft scheint man breite Akzeptanz gefunden zu haben. Das mag unter anderem daran liegen, dass es dort jede Menge Veranstaltungen von örtlichen Vereinen und Initiativen gibt. Vom Landesparteitag der Grünen über den Kinderfasching bis hin zu Kongressen, die von ortsansässigen Unternehmen wie Bosch organisiert werden, reicht das Spektrum. Ja selbst der Schiedweckenabend des Reutlinger Geschichtsvereins wird in der „Halle für alle“ abgehalten. Sehr, sehr viel Transparenz und Aufklärungsarbeit habe man leisten müssen. „Unzählige Veranstaltungen“ zu der Frage „Was wollt ihr überhaupt?“ habe man durchgeführt. Und im Rahmen der Umsetzung schließlich hätten über 1.000 Baustellenbesuche mit Bürgern stattgefunden. „Die Einbindung der Bürger ist Teil unseres Erfolgs“, sagt Poser.

Regensburg: Eine Kessel Buntes ohne Bindungswirkung

In Regensburg habe die Stadtverwaltung derzeit den Auftrag, das bislang vorgesehene und in einer Marktanalyse für gut (geradezu alternativlos) befundene Raumprogramm radikal zu überarbeiten, erklärt einer der Besucher am Dienstag am Rande der anschließenden Fragerunde. Wird es dann etwas wie in Lübeck, in Freiburg oder wie in Reutlingen – oder doch etwas typisch Rengschburgerisches, tatsächlich eine Halle für alle? Man weiß es nicht.

Die Ideenwerkstätten haben einen Kessel Buntes mit vielen guten Ansätzen ergeben – allerdings ohne jedwede Bindungswirkung für den Stadtrat, der sich auch in den Testimonials der Befürworter unter Federführung des Stadtmarketing widerspiegelt, die nie und nimmer miteinander in Einklang zu bringen sind, teils mit einem RKK überhaupt nicht zu machen sind, sondern eher ein Messegelände mit mehreren Hallen erfordern würden.

Bislang gibt es abgesehen von dem, was man schon immer wollte, ein Kultur- und Kongresszentrum mit dem immerselben Raumprogramm aus den 90ern, keinerlei neues Konzept, das aus der Bürgerbeteiligung folgen würde und angesichts der Bürgerbefragung ohne echte Entscheidungsmöglichkeiten fällt es vielen schwer, darauf zu vertrauen, dass – wenn man denn „weiter denken und planen“ lässt – tatsächlich eine weitere Einbindung der Bürger mit entsprechenden Ergebnissen erfolgen würde, wie sie in Reutlingen offenbar praktiziert wurde.

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Kommentare (19)

  • Georg Zeidler

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    So wie das Bild 1 symbolisiert ist das RKK tatsächlich zu groß gedacht.

  • Doris Biedermann

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    …“dann entstünde auch nicht der Eindruck, dass das Thema kaum jemanden interessiert.“
    Sehr schade!!! Es geht immerhin um die Planung der wichtigsten Infrastruktur-Maßnahme Regensburgs!

  • Aha, RkK

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    Dann ist der Fall doch klar: Regensburg braucht zwei Sinfonieorchester, und schon klappt’s mit der Stadthalle!

    „Umwegrentabilität“ bedeutet also, dass z.B. in Freiburg die Steuerzahler knapp 4 Millionen im Jahr abdrücken, dafür, dass einzelne Unternehmen dann in den letzten 22 Jahren 400 Millionen Mehreinnahmen hatten. Braucht man in Regensburg unbedingt, anscheinend verdienen Cafes, Hotels und Ramschläden noch nicht genug an den Touristenmassen, die die Altstadt verstopfen.

    Der Hr. Strowitzki hätte sich auch mal besser informieren können, Regensburg als „industrielose Stadt“ zu bezeichnen angesichts von BMW, Siemens, Conti, Osram, … halte ich für bisschen gewagt. Mir wurde immer erzählt, dass es hier durch die Industrie-Ansiedelung aufwärts ging, nicht durch Kongresse oder große Konzerte.

    Übrigens gab es hier schon mal eine „Halle für Alle“, die HVA in der Blumenstraße, 2007. Die war aber ebensowenig für „Alle“, wie die aktuelle „Halle für Alle“, die exakter Weise ja auch „Halle für uns (Parkourler, Skater)* Alle“ heißt. *=ergänzt – eine Halle für wirklich Alle kann es gar nicht geben, erst recht nicht an diesem Standort.

  • Lothgaßler

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    „…Das Fazit ihres Vortrags ist wenig überraschend: Es gibt jede Menge „Locations“ (7.405), in denen zahlreiche „Events“ (2,9 Millionen, davon fast 60 Prozent Kongresse und Tagungen) mit sehr, sehr vielen Teilnehmern (405 Millionen) stattfinden – Tendenz steigend…“

    Die Zahlen alleine sind schon nicht erhellend, weil diese so unsturkturiert nicht viel aussagen. Einzig Durchschnittswerte lassen sich daraus ermitteln: Im Durchschnitt finde je location 391 events/Jahr statt mit je knapp je 140 Teilnehmern. So gesehen war die obige Veranstaltung nicht gut besucht (wenn das Foto nicht lügt).

    Alleine diese „Durchschnittswerte“ zeigen, dass Großevents die absolute Ausnahme sind. Wahr wird sein, dass Kongresse sich in viele kleinere events aufteilen aber einen großen Eröffnungs- und Schlußevent haben möchten.
    Wahr ist aber auch, es gibt im Tagungsgeschäft Traditionen: All jene Veranstaltungen rund um etablierte Messen sind unerreichbar, schwierig auch jene mit langjähriger Bindung an einen Standort. Und ob die „Wanderpokale“ unter den Events das Geschäft lohnend machen?
    Wenn unsere Hochschulen Uni und OTH tatsächlich dringlichen Bedarf für Großevents haben, dann mögen sie diesen formulieren. Beide liegen so nahe beeinander, dass eine gemeinsame Nutzung und ggf. Planung (bzw. auf den Weg bringen) möglich sein müsste.

    „…und der Großteil der Anbieter rechne mit einer stetig postiven Marktentwicklung, vor allem bei Veranstaltungen über 500 Teilnehmern und vor allem in Bayern,…“
    => Diesen Satz würde ich so nicht in einen Businessplan schreiben. Eine „stetig positive Marktentwicklung“ schreit geradezu nach Risikomanagement. Und zudem stellt sich die Frage: Welches Business bzw. welche Events sollen denn hier etabliert werden. Es sind ja offensichtlich die kleineren bis mittleren, welche den Laden übers Jahr retten. Damit tritt diese Location in direkte Konkurrenz zu sehr vielen anderen Locations auch in Regensburg.

  • Prof. Dr. Achim Hubel

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    Leider haben die Referenten bei ihren Vorträgen alles ins schönste Licht gerückt und wesentliche Informationen entweder beschönigt oder verschwiegen. Die MUK (Musik und Kongresshalle) Lübeck war 1998 mit Kosten in Höhe von 148 Millionen DM gebaut worden, und der Konzertsaal musste bereits 2015 wegen Baufälligkeit wieder geschlossen werden. Es hatten sich so viele technische Fehler herausgestellt, dass der Stadtrat lange nicht bereit war, die insgesamt mit 22 Millionen Euro veranschlagte Sanierung zu bezahlen. Man suchte in Lübeck lange nach einem Investor, der die ungeliebte MUK übernehmen wollte – aus verständlichen Gründen hat man keinen gefunden. So hat sich der Stadtrat schweren Herzens doch zur Sanierung entschlossen. Der Konzertsaal konnte 2017 wieder eröffnet werden, die weiteren Arbeiten werden sich noch bis 2022 hinziehen (und die letzten Schätzungen gehen mittlerweile von 26 Millionen Euro aus). Dazu kommt das jährliche Defizit von knapp 4 Millionen Euro, das sowieso anfällt.

    In Freiburg können große Kongresse (wie der Deutsche Ärztetag 2017 mit 3.000 Teilnehmern) nur durchgeführt werden, weil außer den Plenarsitzungen in der Konzerthalle alle anderen Veranstaltungen in der „Messe Freiburg“ stattfinden. Das ist ein Messezentrum, wo in mehreren Hallen bis zu 10.000 Teilnehmer Platz haben, so dass alle Sektionssitzungen und die wichtigen Ausstellungsflächen(z.B. für die Pharmafirmen) problemlos möglich waren. Derartige Ausstellungsflächen sind im RKK bisher gar nicht vorgesehen, obwohl sie zwingend zu Fachkongressen gehören. Werden wir als nächstes eine „Messe Regensburg“ brauchen – möglichst nah am Kepler-Areal?

    Außerdem hat man bei allen drei Referenten nichts zu den tatsächlichen Größenverhältnissen erfahren. Die Freiburger Konzerthalle und die MUK Lübeck haben jeweils eine Bruttogeschoßfläche in Höhe von etwa 30.000 m², die Stadthalle Reutlingen 21.000 m². Zum Vergleich: das Museum der Bayerischen Geschichte in Regenburg hat eine Bruttogeschoßfläche von 10.900 m². Die zukünftig als große Konkurrenz zu Regensburg auftretenden Kongresszentren Freiburg und Lübeck sind also jeweils dreimal größer als das Museum der Bayerischen Geschichte! Wie groß sollen wir uns jetzt im Vergleich das RKK vorstellen?

    Das Dilemma kennt natürlich auch die Stadt Regensburg. Obwohl die Befürworter des RKK immer davon sprechen, dass nichts entschieden sei und man ja mit den Bürgern weiterdenken möchte, hat das Planungsreferat die erforderlichen Flächen für das RKK ständig vergrößert. Während die Machbarkeitsstudie vom Juni 207 noch eine Nutzfläche von 7.200 m² nannte, hatten die Planungsteams Nord und Süd von der Stadt bereits die Vorgabe bekommen, für 9.350 m² zu planen. Als dann am 20. September 2017 die Ergebnisse präsentiert wurden, benötigte das Team Süd bereits 10.020 m² Fläche (ohne Tiefgarage), um die Vorgaben erfüllen zu können. Das Team Nord gab vorsichtshalber erst gar keine Quadratmeterzahlen bekannt, so dass deren Plan nicht beurteilt werden kann. Hier wieder der Vergleich: Das Museum der Bayerischen Geschichte hat eine Nutzfläche von 5.600 m².
    Die Planer von Team Nord gingen nicht über die vorgesehene Grundfläche auf dem Kepler-Areal hinaus, wie dem Grundriss zu entnehmen ist, den das Stadtmarketing Regensburg in seinem großen Prospekt mit dem vielen Grün farbig abgebildet hat. Nicht gezeigt hat man aber Aufriss und Schnitt des RKK im Plan des Teams Nord. Denn dann hätten die Regensburger Bürger gesehen, dass die Planer die vorgesehene Fläche nur einhalten konnten, weil sie das RKK mit 6 Geschossen nach oben auftürmen mussten (wobei Garderobe und WCs noch in das erste Untergeschoß neben die Tiefgarage versetzt wurden). Man muss z.B. bis in das 5. Obergeschoß hoch, wenn man eine Veranstaltung in dem kleineren Saal mit 800 Plätzen besuchen will. Von der Garderobe im Untergeschoß über das EG bis zum 5. Obergeschoß handelt es sich folglich um 7 Geschosse, die überwunden werden müssen. Dafür wird man riesige Aufzüge brauchen, welche die Besucher in den Plenarsaal (bis zum 4. Obergeschoß) oder in den kleineren Saal hochfahren müssen – denn es wird nicht gelingen, den Teilnehmern einen Fußmarsch über alle Treppen zuzumuten. Das RKK würde zudem eine Gesamthöhe von etwa 25 m erreichen, das ist 8 m höher als der höchste Punkt beim Museum der Bayerischen Geschichte!

    Natürlich ist dem Planungsreferat klar, dass ein Kongresszentrum niemals über so viele Geschosse hochgeführt werden kann. Es gibt meines Wissens kein Kongresszentrum in Deutschland, das mehr als zwei (oder höchstens drei Geschosse) hat. Dies wäre von der Benutzung her einfach nicht möglich – denn man bräuchte viele riesige Aufzüge, um 1.800 Teilnehmer eines Kongresses rasch in die verschiedenen Ebenen der Säle, zum Catering, zu den Kaffeepausen, zu den Garderoben oder zu den WCs bringen zu können. Da dies nicht zumutbar wäre, wird man auch in Regensburg das RKK nicht in die Höhe, sondern in die Fläche planen müssen. Und das bedeutet noch viel mehr Verlust an Grünflächen als bis jetzt vorhergesagt wurde! Das ganze andere Gerede, dass man bestimmt keine 100 Bäume fällen müsse und dass das Kepler-Areal mit dem Bau des RKK grüner und verkehrsberuhigter sein werde, können wir absolut vergessen!

  • Prof. Dr. Achim Hubel

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    zu Lothgaßler:
    Frau Unden vom EVVC hat in ihrem Referat großspurig behauptet, dass Kongresse ab 500 Teilnehmern kontinuierlich steigende Zahlen aufweisen würden. Obwohl sie für ihre Angaben das Veranstaltungsbarometer des Europäischen Instituts für TagungsWirtschaft der Hochschule Hartz benutzte, hat sie verschwiegen, dass dies so nicht stimmt. Laut diesem Barometer mussten gerade die Tagungen im Bereich zwischen 1.000 und 2.000 Teilnehmern, auf die man in Regensburg so spekuliert, vom Jahr 2016 mit 3,3 % bis zum Jahr 2017 mit 2,2 % eine Einbuße in Höhe von 1,1 % hinnehmen. Dies ist bei den sowieso sehr niedrigen Prozentquoten für Großveranstaltungen ein gewaltiger Rückgang! In Regensburg erfährt der Bürger davon aber nichts.

    Zu den Universitätsstädten Freiburg und Lübeck muss noch ergänzt werden: Das Audimax der Universität Freiburg hat eine Kapazität von maximal 788 Plätzen, das Audimax der Universität Lübeck hat nur 576 Plätze! Das entspricht in Regensburg dem großen Saal des marinaforums mit 750 Plätzen. In Freiburg und Lübeck müssen deshalb größere Kongresse in das Konzerthaus bzw. in die MUK verlegt werden. In Regensburg kann die Universität dagegen mit ihrem tollen Audimax Kongresse bis 1.500 Teilnehmern problemlos durchführen – und die wissenschaftlichen Tagungen sind dort noch dazu kostenlos!

  • mkv

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    Dass die Leute vom Stadtmarketing mit ihrer In-Sicht auf das immer Gleiche die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben, ergibt sich aus einer – globalen – Analyse eines erfahrenen klugen Mannes, der beispielhaft dem autoritären Neoliberalismus die Stirn bietet und uns auffordert, gemeinsam neue progressive Wege (lokal, national, international) zu gehen, wozu gewiss kein RKK gehört. Denn die Probleme der Mehrheit der Bürger, auch in Regensburg, liegen ganz wo anders. Dass hat die Mehrheit des Stadtrats nicht verstanden; Seehofer nicht im Rahmen seiner Zuständigkeit; die AfD und deren Unterstützer schon gar nicht, sie wollen gar das Bestehende zum Einstürzen bringen.

    Zitat:

    Das Ziel der autoritären Achse ist es, die globale Nachkriegsordnung zu zerstören, von der sie meinen, dass sie ihren Zugang zu Macht und Reichtum beschränkt. Es reicht daher nicht, nur die jetzt bestehende Ordnung zu verteidigen.

    Wir müssen uns ehrlich damit auseinandersetzen, dass diese Ordnung viele ihrer Versprechen nicht gehalten hat und die Vertreter des Autoritären dieses Versagen geschickt ausgenutzt haben, um Unterstützung für ihre Sache zu mobilisieren. Wir müssen die Gelegenheit ergreifen, ein neues Konzept für eine progressive Weltordnung zu erarbeiten. Dieses Konzept muss auf der Überzeugung basieren, dass wir alle Menschen sind; dass wir alle wollen, dass unsere Kinder gesund aufwachsen, eine gute Bildung erhalten und anständige Jobs bekommen, sauberes Wasser trinken, saubere Luft einatmen und in Frieden leben.

    Unsere Aufgabe ist es, alle Menschen auf der ganzen Welt anzusprechen, die diese Werte teilen und für eine bessere Welt kämpfen.

    Zitatende

    Das, was Benrie Sanders hier im großen Maßstab analysiert, gilt freilich auch im Lokalen. Es fängt damit an, dass bei der Leistungs- und Filterfähigkeit des uralten Baumbestands im Alleengürtel gar nicht daran zu denken ist, in die fragliche Allee – Teile davon – einzugreifen und den uralten Baumbestand zu fällen. Geboten ist, die alten Sünden in der Allee zu tilgen und umfänglich aufzuforsten. Dazu gehörte ein modernes Verkehrskonzept, das innerhalb des Alleengürtels den motorisierten Indiviudalverkehr schrittweise ausschließt, aber gleichzeitig die Erreichbarkeit sichert. Umdenken also und „um“-handeln ist das Gebot der Stunde.

    —–

    Sanders
    https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/bernie-sanders-zukunft-internationale-linken

    Umsteigen aufs Rad
    https://www.sueddeutsche.de/auto/verkehrsplanung-nur-das-fahrrad-kann-den-stau-kollaps-abwenden-1.4078546

    Leistungskraft nur eines Baumes
    http://www.kosa21.de/attachments/article/1373/Was_ein_Baum_leistet.pdf

  • mkv

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    Hubels jüngste Darlegungen lassen, will man überhaupt, wie nicht, an einem RKK festhalten, nur den Schluss zu: Ab mit dem RKK samt Messe zum Pürkelgut! Insoweit hat der Bürgerverein Regensburg Süd-Ost vor Jahren schon konkrete Vorarbeiten geleistet. Dessen Vorsitzenden mag gerne diese hier kurz skizzieren.

  • Bernd

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    @Prof. Dr. Achim Hubel, @RD
    Danke für diese Ausführungen. Ich stelle mir aktuell die Frage, wie viele Projekte sich die Bürger einer Stadt leisten wollen (lassen müssen), die sich nur über „Umwegrentabilität“ lohnen, letztlich aber nur defizitär betrieben werden können.
    Ist solch ein Projekt vage und nur über einen Persilschein zu haben, muss ich also einen Blankoscheck ausstellen, bekommen die „Gegner“ meine Stimme.
    Da ist es für mich viel relevanter, auf das Abwerben der großen Regensburger Unternehmen durch unsere Nachbarn (Ungarn, Polen usw.) zu reagieren, die mit Steuergeschenken und Subventionen zum (unbeachteten) Großangriff blasen. Unsere Unternehmen haben andere Sorgen oder Interessen als eine Stadthalle („nice to have“), ebenso unsere maroden Schulen, Straßen, Uni usw.

  • R.G.

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    Mich wundert am meisten, dass man verstärkt auf das mutmaßlich toteste Pferd, den Tagestourismus, setzen möchte.
    In von Fluplätzen abelegenen Städten, mit noch dazu einem Kongresszentrum in der historischen Stadtmitte, wo Staus und daher grauslich stickige Luft rundum zu erwarten sind, setzen Veranstalter zunehmend auf Zusatzleistungen, damit überhaupt jemand dorthin reist.
    Man holt beispielsweise Kongressgäste aus München vom Flughafen ab, selbstredend mit erstklassigen Bussen oder Taxis des eigenen oder befreundeten Unternehmens, lässt in konzerneigenen Bettenburgen nächtigen, führt in eigene oder befreundete Konsumationsbetriebe etc.
    Die „Umwegrentabiltät“ erreicht ganz wenige, meist hauptsächlich auswärts versteuernde Komplettanbieter, wiewohl für sie die Gewinnzahlen hoch sind.
    Deshalb mehren sich die Proteste der für Tagestourismus „missbrauchten“ Städte. Man versucht wieder an echte Gäste zu kommen, die ihr Geld bei mehrtägigen Aufenthalten tatsächlich im Ort lassen, bei heimischen mittelständischen Betrieben; die mit echten Taxis von lokalen Anbietern mitfahren und in einem der vielen kleineren Gastrobetriebe essen, und sich auf innerstädtischen Märkten wohlfühlen.

    Was Regensburg dringend benötigt, ist eine wieder lebenswertere Gestaltung der Außenflächen; kleine, allen Gästen und Bürgern zugängliche Sport- und Wellnessangebote für trübe Tage, Renaturierung und Begrünung wo immer möglich (statt Abholzung historischger Bäume), und vor allem Maßnahmen zur Verbesserung der Luft (ein Tageszentrum imStadtinnern bewirkt das gerade Gegenteil!).

    Stellen Sie sich einen der trüben Tage vor, an dem die Dunstglocke mit widrigem Geruch typisch ist, nun plant man noch hunderte in der stickigsten Zone zum Tagungszentrum fahrende und ins Parkhaus zu- und abfahrende Wagen dazu.
    Welcher Geruch ist dann der erste Eindruck von der Stadt?

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  • lost in hammock

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    „ewiggestrig“ wirkt auf mich eher diese unsägliche Arroganz, mit der nun schon das 3te Mal versucht wird, den Bürger für ein Projekt zu gewinnen, dass er vielleicht sogar schlucken würde, hätten nur diese „Ewiggestrigen“ endlich Mal die Einsicht, dass die Innenstadt halt voll ist. voll Autos, voll Menschen, voll Häuser, voll Busse. Gerade habe ich die Stellungnahme des Stadtrates gelesen und bin befremdet, mit was für grotesken Argumentationen dort rumjongliert wird.. „Tiefgarage für alle“ … geil.. da kann ich dann mein Radel parken oder mich als Fußgänger darin auf eine Park.. ups Tiefgaragenbank setzen?!.. und sicher als für lau, oder ?!

    oder :

    “ der neue Busbahnhof und die künftige Straßenbahn verbessern den öffentlichen Nahverkehr“ . schön wär s.. so optimistisch würde ich auch gern sein können, gibt es bisher weder für das eine noch das andere überhaupt irgendwelche konkreten Planungen.. Mal ganz abgesehen, dass das nur in den Träumen der Planer das RKK dafür irgendeine Relevanz hätte..

    Sitz schon wieder Mal in einem Fernbus, und Wisch da auf meinem Device rum.. Von daher hör ich jetzt auf, bevor ich mich in Rage Wisch und den Urlaub mit nem defekten Tablet beginn…

  • BÜSO

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    @mkv
    „Insoweit hat der Bürgerverein Regensburg Süd-Ost vor Jahren schon konkrete Vorarbeiten geleistet. Dessen Vorsitzenden mag gerne diese hier kurz skizzieren.“
    Antwort: Der Bürgerverein hat sich nie um ein RKK oder ähnliches bemüht.
    Vielmehr ging und geht es dem BÜSO um einen hochwertigen Park- erweiterte Grünzone rund um das Pürkelgut.
    HIer aus unserem neuesten Flyer zitiert:
    „Zwischenzeitlich gab es große Hoffnung, dass eine Landesgartenschau das restaurierte Wasserschloss zum Glanzpunkt der Gesamtanlage machen könnte. Doch dieser Traum ist vorerst geplatzt.
    Für die zusammenwachsenden Stadtteile Süd-Ost und Burgweinting bleibt auch nach dem Erwerb durch einen privaten Bauträger die Forderung nach einem hochwertigen Bürgerpark. Dazu wurden bereits vor Jahren Vorschläge erarbeitet.
    Es ist Zeit, auch für Randbezirke eine große, zusammenhängende, ökologisch wertvolle Grünanlage als hochwertige Naherholungsfläche zu schaffen. Die volle Konzentration des städtischen Interesses auf den historischen Altstadtkern wird den Bürgern in den anderen Stadtteilen nicht gerecht.“

    Die Vorschläge bezogen sich auf eine erweiterte bürgernahe Nutzung wie Stadtbauernhof, Nutzungder Wasserflächen (schwimmen, Eisstockschiessen, Schlittschuhlaufen, Restauration etc. Ein RKK auf dem Gelände des Pürkelgut wäre sicher nicht im Sinne des BÜSO. Die Frage lautet eher braucht Regensburg überhaupt ein RKK?

  • Sigi Weber

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    Der Stadtsüden wird künftig von der Innenstadt praktisch abgehängt. Wie dies sich das bereitsheute auswirkt kann jeder erkennen der über die Galgenberg Brücke will. Die Fahrspuren für den Individualverkehr wurde auf je 1 Spur pro Richtung beschränkt.

  • andreas eckl

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    Der Herr Prof. Hubel weis immer ganz genau was nicht geht, ob die Zahlenspiele dafür wirklich reichen?Mich würde durchaus interessieren was ginge, ein inspirierendes grünes Begegnungs- und Tagungshochhaus, ausgeschlossen?

  • Eingeborener

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    @ Eckl, was definitiv nicht geht, ist das ,welterbe Altstadt‘ noch weiter auszuschlachten und die Altstadt noch überfüllter zu machen, indem man nach dem Parkhaus für bayerische geschichte noch einen weiteren besuchermagnet reinbaut. Das ist keine Frage der gestaltung, sondern des ,ob‘

  • Lothgaßler

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    @andreas eckl:
    Was verstehen Sie unter einem inspirierenden grünen Begegnungs- und Tagungshochhaus?
    Ist das schon wieder so eine Idee, die eingebracht wird um Bedarf zu suggerieren! Werden Sie konkret: was soll es leisten, für wen und für welche Zwecke, und was macht es „inspirierend“ und „grün“?

  • Rita Lell

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    Regensburg in die Zukunft führen

    Hat denn in der Stadtverwaltung niemand ein Gefühl für Regensburg. Die Zerstörung des einzigartigen Alleengürtels am Bahnhof auch nur anzudenken, ist eine Barbarei, die ich mir niemals hätte vorstellen können.
    Dass diese Verwaltung zu derartigen Planungen fähig ist, sagt alles über sie aus. Der Park am Bahnhof gehört den Bürgern, ist Welterbe und eine der schönsten Sehenswürdigkeiten von Regensburg. Eine lebendige Attraktion von unsagbarem Wert. Ein Kulturgut, das niemals vernichtet werden darf und niemals veraltert oder abstirbt, weil es gepflegt, nachgepflanzt und beschützt wird.
    So einen Baumbestand in Kategorien einzuteilen ist barbarisch, jeder Baum und jeder Busch oder Grashalm ist wertvoll. Absterbende Bäume müssen durch Neupflanzungen ausgeglichen werden, ein Park ist immer schön und erbaulich für die Menschen. Wer ihn verkommen lässt und zerredet versündigt sich an den Bürgern von Regensburg.
    Die Allee vor dem Bahnhof ist extrem geschändet, man wagt es sogar, jetzt von minderwertigen Restbäumen zu sprechen, die auch noch beseitigt werden können. Diese „Planer“ fügen Regensburg einen unvorstellbaren Schaden zu.
    Ja der Bahnhofsvorplatz ist hässlich und von unausgegorenen, hilflosen Verkehrsplanungen zerstückelt. Das einzig Schöne ist der Park, den lässt man verkommen um noch mehr Chaos anzurichten.
    Man braucht kein großer Verkehrsplaner zu sein, um zu erkennen, dieses „Verkehrsgeschlampe“ vor dem Regensburger Bahnhof muss endlich beseitigt werden. Unsere Stadtplaner erkennen das nicht, sie wollen noch viel mehr Chaos vor den Bahnhof.

    Man hat sogar ein Frachtzentrum nicht nur geplant, sondern auch gebaut, um dann festzustellen, dass es dort verkehrstechnisch nicht betrieben werden kann. So darf es mit unserer Allee nicht passieren, eine Zerstörung könnte nie mehr rückgängig gemacht werden.
    Regensburg wächst und soll sich entwickeln, aber bitte positiv.
    Ein Bahnhofsvorplatz mit einem wunderschönen Park, mit erbaulichen, parktauglichen Einrichtungen wie Ruhezonen, Kneipanlangen, Kaffees usw. ist modern, zukunftstauglich, erbaulich, eine Freude für Reisende und Bürger.
    Man spricht überall von Verdichtung, hier wäre sie am Platz, das Gleisareal des Bahnhofs muss überdeckelt werden. Der öffentliche Nahverkehr fließt über die Friedenstraße ab. Durch die Stadt transportiert ein kurz getakteter kostenloser Bus die Fahrgäste und verbindet die dezentralen Busknotenpunkte außerhalb der Altstadt.
    An der Friedenstraße ist ein großes Gleisareal frei, das Platz für einen zukunftsorientierten großzügigen Busterminal für Nah- und Fernbusse bietet. Die stillgelegten Regionalzugverbindungen könnten wieder belebt werden. Vernunft könnte einziehen, die Zugreisenden auf dem überdeckeltem Gleisareal Tickets lösen, Kaffee trinken, Ruhezonen aufsuchen, auf Fußgänderförderbändern fahren, oder in den kostenlosen Stadtbus einsteigen usw.
    Ein großzügiges Denken solle auch Regensburg erreichen, dann könnte es sogar schöner und bedeutender wachsen, sozusagen zukunftsorientiert.
    Nebenbei bemerkt, eine Stadthalle oder ein sogenanntes RKK braucht auch ein großzügiges Konzept an einem geeigneten Standort, z.B. neben der Conti Arena, dort könnte es einen neuen Busknotenpunkt geben. Vor dem Bahnhof ist es eine Lachnummer und völlig deplaziert.
    Bitte liebe Stadtverwaltung (wer immer das auch sein mag) hört auf mit dem klein-klein-Gepfusche, das nur den Investoren dient.

  • JB

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    @ Rita Lell,
    Bravo! Sehr gut argumentiert und mit Herzblut geschrieben.

  • Andreas Eckl

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    @Eingeborener, ich weis nicht ob es wirklich eine Frage des „ob“ ist. Ich war der Meinung die Regensburger Bürger hätten sich bereits dafür ausgesprochen, also ist das „ob“ doch schon verhandelt, es bleibt eine Frage des „wo“ und des „wie“. Vielleicht irre ich mich ja, aber hat nicht nur der Stadtrat beschlossen, sondern auch ein Bürgerbegehren ergeben, dass die Regensburger „sowas“ mehrzählig wollen? Sicher ist das „ob“ aber auch mit den Möglichkeiten des „wie“ und „wo“ und weshalb dort „wie“ verknüpft, um zu sehen ob es „wo“ gut oder nicht so gut geht hätte ich gerne eine aktuelle und belastbare Planung gesehen.

    @Lothgassler, nur eine kleine Ironie…man sollte halt aus meiner Sicht lieber überlegen, was man an diesem Ort haben möchte und nicht seine Energie verschwenden um zu verhindern, dass an diesem Ort geplant wird.

    Nur Planung kann Möglichkeiten und auch Fakten zeigen, erst die können dann sinnvoll diskutiert und gemeinsam bewertet werden, ohne Planung, falls „Stop“ eintritt, wissen wir weiter nicht über was wir eigentlich reden.

    Auf Seite der Kein – RKK Initiative ist man sich aus meiner Sicht angeblicher Fakten zu sicher, oder verkauft eine Sicherheit, das wird zu groß, sicher hässlich, über soundsoviele Ebenen geht das nicht, diese Einrichtung an anderer Stelle hätte soundssoviel Fläche (gute Frage ob der Wikipedia-Eintrag präzise ist, andere Quellen sagen anderes, und wenn, brauchen wir das automatisch auch so wie woanders), etc., etc..

    Selbst Frau Schaudt hat inzwischen in einem Post mitgeteilt, dass man noch gar nicht wissen könne, wie viele Bäume nun wirklich durch das RKK betroffen wären, es wäre aber derzeit nicht auszuschließen, dass es 100 wären.

    Stimmt, ist es nicht – es braucht eine Planung um das beurteilen zu können.

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