Interview mit dem SPD-Kandidaten

Warum so zurückhaltend, Herr Wolbergs?

Sozialbürgermeister ist er, Oberbürgermeister will er werden: Joachim Wolbergs (SPD). Doch vom vermeintlichen Vorsprung, den ihm die MZ zunächst bescheinigte, scheint inzwischen nicht mehr viel übrig. Und beim Sozialbericht, einem seiner Kernthemen, wurde Wolbergs zuletzt ein wenig ausgebremst, so der Anschein, ohne dass er darauf reagiert hätte. Warum so zurückhaltend? Wo bleibt der Biss? Ein Gespräch über den Sozialbericht, die CSU und warum der Wahlkampf weitgehend inhaltsleer bleibt.

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Joachim WolbergsHerr Wolbergs, im Juni 2011 ist der Sozialbericht für Regensburg fertiggestellt worden. Bis zum Ende desselben Jahres sollte ursprünglich ein Katalog mit Maßnahmen vorgelegt werden, die daraus abgeleitet werden. Das wurde mehrfach verschoben. Dann wurde versprochen, die Maßnahmen noch im Haushalt 2013 unterzubringen. Das Jahr ist fast zu Ende und nun werden die Maßnahmenvorschläge, die bei der Bürgerbeteiligung erarbeitet und von der Verwaltung gewichtet wurden, nicht einmal im Stadtrat zur Kenntnisnahme gegeben. Warum dauert das alles so lange?

Ursprünglich wollte ich den Maßnahmenkatalog so schnell wie möglich vorlegen, weil ich wusste: Da will man mich politisch treiben und es muss möglichst rasch etwas dabei herauskommen. Im Zuge der Bürgerbeteiligung haben mich aber die Beteiligten gebeten, sie zeitlich nicht unter Druck zu setzen. Dieser Bitte habe ich natürlich entsprochen und Mitte 2012 waren die Beteiligten dann mit ihrer Arbeit fertig. Der Gang durch die einzelnen Ämter, die Rückkopplung untereinander und mit den Arbeitsgruppen hat dann naturgemäß noch einmal länger gedauert, aber es war ein guter und transparenter Prozess. Wir haben währenddessen ja auch nicht die Sozialpolitik eingestellt. Insofern war das ok.

Nur passiert ist bislang noch nichts.

Dass es jetzt keine Kenntnisnahme im Stadtrat gibt, hätte ich zwar anders gemacht – allein aus Wertschätzung gegenüber den Beteiligten, aber ich verstehe auch den Oberbürgermeister. Er hält sich strikt an den ursprünglichen Beschluss und der besagt, dass wir dem Stadtrat einen fertigen Maßnahmenkatalog vorlegen, dem die Bürgerbeteiligung zugrunde gelegt wird. Ich hätte es anders gemacht, aber nur er setzt die Tagesordnung fest und er will eben erst den fertigen Maßnahmenkatalog und keinen Zwischenbericht.

Wo soll da das Problem sein? Bei der Arbeit zum Kulturentwicklungsplan gab es mehrere Zwischenberichte an den Stadtrat.

Ja. Da gab es sogar vier oder fünf.

Warum nicht zum Sozialbericht und den Maßnahmenvorschlägen?

Da steckt wohl auch eine politische Motivation dahinter, wie man den Presseverlautbarungen der CSU entnehmen kann.

Der Oberbürgermeister wird da sehr konkret. Er hat in der letzten Stadtratssitzung vor Weihnachten erklärt, dass die Vorlage der Maßnahmenvorschläge an den Stadtrat von mehreren Referaten nicht unterzeichnet worden sei. Der Subtext: Das taugt nichts oder, um Wahlkampf-Slogan der CSU zu bleiben: „Der kann’s nicht!“

Vom Oberbürgermeister zu einem der einflussreichsten Männer in der Stadtverwaltung ernannt: Maximilian Mittermaier. Foto: Archiv

Vom Oberbürgermeister zu einem der einflussreichsten Männer in der Stadtverwaltung ernannt: Maximilian Mittermaier. Foto: Archiv

Das ist Quatsch. Zunächst hat der Oberbürgermeister es nicht mitgezeichnet. Bürgermeister Gerhard Weber hat es nicht mitgezeichnet, übrigens obwohl dies all seine Amtsleiter getan haben. Damit konterkariert Herr Weber die Arbeit seiner eigenen Ämter. Darüber hinaus hat nur Maximilian Mittermaier (früher persönlicher Referent des Oberbürgermeisters, dann von ihm als Chef des Amts für Steuerung und Koordination eingesetzt, Anm. d. Red.) nicht mitgezeichnet. Alle anderen Ämter haben mitgezeichnet, insbesondere auch das Finanz- und Planungsreferat.

Wenn es so nicht klappt, hätten Sie als zuständiger Sozialreferent ja einfach selbst einen Antrag vorlegen können, um ihn im Stadtrat abstimmen zu lassen.

Ich habe darüber nachgedacht, aber dann wäre das Ganze ja auch erst im nächsten Jahr in den Stadtrat gekommen. Und letztendlich geht es um drei Monate. Dann ist die Wahl. Wenn ich die Wahl gewinne, lege ich den Bericht dem Stadtrat unverzüglich vor, wenn nicht, dann muss ein Nachfolger sich überlegen, wie er damit umgeht. Unabhängig davon werden wir als Verwaltung, also der Teil der Verwaltung, für den ich zuständig bin, weiter an den Maßnahmen arbeiten. Insbesondere wird es eine Arbeitsgruppe zum Stadtpass geben.

Apropos Stadtpass. Der Oberbürgermeister hat in der letzten Stadtratssitzung ebenfalls angemerkt, dass Sie als Sozialreferent gegen den Stadtpass seien, der in der Bürgerbeteiligung die höchste Priorität eingeräumt bekam, und deshalb keinen Antrag vorgelegt hätten.

Daran merkt man, dass er mich beim Thema Stadtpass vorführen will. Dass ich bei dem Thema Stadtpass eine andere Auffassung habe, ist bekannt. Ich bin für eine Regensburg-Karte, aber bei mir liegt der Schwerpunkt weniger auf Mobilität, sondern mehr auf sozialer Teilhabe. Das ist der bekannte Meinungsunterschied zwischen mir und den Arbeitsgruppen, aber das ist nicht der Grund dafür, dass ich nichts vorgelegt habe.

Es gab ja auch inhaltliche Kritik an den Maßnahmenvorschlägen. Die CSU etwa hat in einer Pressemitteilung erklärt, dass ein Großteil der Maßnahmen nichts mit Armut zu tun habe, dass es an der Ursachenforschung fehle oder dass ein Großteil der geforderten Maßnahmen schon erledigt sei.

Da sieht man, dass die CSU in der Sozialpolitik weder Ahnung noch Interesse hat. Natürlich hat die Frage, wie man beispielsweise Bildungsversorgung, etwa durch Büchereien, organisiert, etwas mit Armut zu tun. Natürlich ist Behinderung ein Armutsrisiko. Wir haben auch nicht verlangt, dass in der Bürgerbeteiligung großartige Zusammenhänge hergestellt werden. Wir haben gesagt: Bringt Euch ein mit Vorschlägen. Alles andere ist unser Part, die Aufgabe der Verwaltung.

Natürlich gibt es Vorschläge, die schon erledigt sind. Wir haben dies aber trotzdem aufgenommen, um transparent zu machen, was vorgeschlagen wurde, was erledigt ist und was es noch zu tun gibt. Darüber hinaus erfährt man, welche Priorität die Bürgerinnen und Bürger den jeweiligen Maßnahmen einräumen und welche die Verwaltung.

Die CSU hat einen völlig verkürzten Armutsbegriff. Da geht es nur um die Frage: Wer hat augenblicklich wie viel Geld. So definieren sie Armut. Der Sozialbericht hat etwas völlig anderes gezeigt, nämlich zum Beispiel, dass in Gebieten wie am Hohen Kreuz, wo wir inzwischen eine gute soziale Infrastruktur haben, sich die Übertrittzahlen an weiterführende Schulen erhöhen. Deshalb hat alles, was da drin steht, etwas mit Armut zu tun. Manches mehr und manches weniger. Das so in Bausch und Bogen abzukanzeln ist eine Missachtung derjenigen, die sich an dem Prozess beteiligt haben. Diese Pressemitteilung war einfach billiger Wahlkampf.

Die Kritik kam ja nicht nur von der CSU. Der Direktor des Internationalen Instituts für empirische Sozialökonomie, Professor Ernst Kistler hat vor knapp drei Wochen die teilweise Abtrennung des Sozialberichts vom materiellen Armutsbegriff kritisiert. Auch fehle eine großräumige Perspektive.

Ich kann die Kritik zum Teil nachvollziehen, wobei wir bewusst etwas anderes wollten. Ich möchte eine Grundlage in Regensburg haben, die wir laufend fortschreiben und der ein statistisches Kapitel vorgeschaltet ist mit konkreten Zahlen zu Grundsicherungs-, Hartz IV- und beispielsweise Wohngeldempfängern. Wir wissen zum Teil auch, wie viele prekäre Beschäftigungsverhältnisse wir haben. Das haben wir aber vorerst alles nicht abgebildet, weil wir diese Zahlen eben ohnehin haben. Wir wollten etwas anderes wissen, nämlich wie wir sozialräumlich agieren könnten, das macht nämlich die tatsächlichen kommunalen Gestaltungsmöglichkeiten klar.

Nun gut. Es gibt jetzt also den Sozialbericht. Es gibt Maßnahmenvorschläge und es gibt die bekannten Zahlen. Wie lange wird es jetzt noch dauern, bis dem Stadtrat jetzt tatsächlich konkrete Maßnahmen mit Zeitplan und Kosten vorgelegt werden?

Das kann ich noch nicht sagen. Einen Maßnahmenkatalog kann ich in einer Stunde vorlegen – anhand der Bürgerbeteiligung und dem was ich selber weiß. Das meiste davon ließe sich auch relativ rasch konkret beziffern. Ich glaube aber, dass es überhaupt keinen Sinn macht, vor der Wahl noch etwas in diesen Stadtrat zu bringen. Das würde dann nur im Wahlkampf instrumentalisiert. Ich würde mir stattdessen wünschen, dass die Parteien im Wahlkampf in einen Wettstreit über die Inhalte der Bürgerbeteiligung treten. Alle sollen sich in ihre Programme schreiben, was sie wollen. Dann können die Bürgerinnen und Bürger darüber abstimmen. Wie schnell wir das dann vorlegen können – ich weiß es nicht. Ich weiß ja nicht mal, ob ich nach der Wahl noch eine Rolle spiele oder nicht. Auch davon hängt es aber ab, ob etwas vorwärts geht.

Dann wäre es doch sinnvoll, jetzt etwas vorzulegen. Damit das Thema im Wahlkampf tatsächlich eine Rolle spielt und es nicht beim Wunsch bleibt.

Das ist die eine Seite der Medaille, aber ich glaube, dass da nichts mehr reell diskutiert wird. Dass ich jetzt nichts vorlege hat im Übrigen nichts mit Koalitionsräson zu tun. Die CSU würde ja wollen, dass ich noch vor der Wahl etwas vorlege. Warum? Weil sie damit den Beweis antreten wollen, dass ich städtische Gelder im Sozialhaushalt , a la Wunschkonzert verheizen und den Wirtschaftsstandort Regensburg so gefährden würde.  Ernsthaft diskutiert würde da nicht mehr werden.

"Ich glaube, dass die Wahl nicht nach Themen gewonnen wird, sondern nach  Sympathie und Vertrauen." Wahlkampf-Broschüre der SPD.

„Ich glaube, dass die Wahl nicht nach Themen gewonnen wird, sondern nach Sympathie und Vertrauen.“ Wahlkampf-Broschüre der SPD.

Warum sind Sie so zurückhaltend? Wäre es nicht Zeit, sich zu positionieren?

Man sieht doch jetzt, wie die CSU auf die Maßnahmenvorschläge reagiert: Mit einer Kritik, die einer Themaverfehlung gleichkommt. Natürlich haben mir auch eigenen Leute aus der SPD geraten, jetzt drauf zu hauen. Aber das ist nicht zielführend. Mir geht es darum, dass das Ergebnis am Ende stimmt. Diejenigen, die in der Sozialpolitik unterwegs sind, wissen was sozialpolitisch in den letzten fünf Jahren geschehen ist. Nur beim Thema Stadtpass gab es unterschiedliche Auffassungen. Hier habe ich aus meiner fünfeinhalbjährigen Erfahrung einfach einen anderen Schwerpunkt. Der liegt für mich bei sozialer Teilhabe.

Machen Sie mit Sozialthemen deshalb ungern Wahlkampf , weil Sie lieber mit Wirtschaftskompetenz in Verbindung gebracht werden wollen?

Überhaupt nicht. Ich glaube, dass die Wahl nicht nach Themen gewonnen wird, sondern auch nach Sympathie und Vertrauen. An großen Kernthemen, die die Leute bewegen, gibt es doch nur wenige: das Thema Wohnen ist eines. Alles andere sind vermeintliche Randthemen, die den Wahlkampf nicht bestimmen werden. Ich habe auch kein Problem damit, dass ich vordringlich mit Sozialthemen in Verbindung gebracht werde. Das ist mein Schwerpunkt. Das wird er auch bleiben. Und dass ich mich auch um die Wirtschaft kümmern kann, das konnten alle, die meine Arbeit ein bisschen verfolgt haben, dem entnehmen, wofür ich im Stadtrat gestimmt und mich in meiner Fraktion eingesetzt habe. Ich mache auch jede Woche Firmenbesuche und führe Gespräche mit Akteuren der Wirtschaft. Nur steht das nicht immer in der Zeitung .

Es gibt aber durchaus ein Potential von Wählern, das sich für Inhalte interessiert und es gibt auch Medien, die darüber berichten. Wäre es nicht wichtig, damit, mit Inhalten, verstärkt Wahlkampf zu machen?

Ich habe schon den Anspruch, dass die Wählerinnen und Wähler wissen, wofür ich stehe und ich glaube auch, dass ich diejenigen erreiche. Wer Inhalte vermittelt, muss sich aber auch der Kritik stellen können. Das sieht man am Beispiel meiner Wahlplakate. Man kann sich über Fotos oder das Design meinetwegen aufregen, aber es standen Inhalte drauf. Andere plakatieren „Erntezeit“ oder „Der kann’s“. Ich verschicke regelmäßig Pressemitteilungen zu unterschiedlichen Themen, aber sie finden wenig Beachtung. Trotzdem werden wir im Januar unser Programm verabschieden, und ich werde mich gerne daran messen lassen.

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Kommentare (25)

  • Frank Rappel

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    Typisches hohles und schwammiges Politikergeschwätz!

  • Hubertus

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    Noch vor Monaten führte Wolli die Beliebtheitsskala an, wenn die Regensburger befragt wurden, wen sie sich als OB wünschen. Entsprechend positiv war auch die Meinung der Bürger, es war eine Art Wechselstimmung zu spüren.
    Geblieben ist davon freilich wenig. Warum nur? Auf die wahltaktische (zeitweise) Befriedung innerhalb der CSU ist dieser Stimmungsumschwung nicht zurückzuführen. Der SPD-Kandidat und seine Partei haben dies zu verantworten: Man spürt bei Wolli keinen Elan mehr, keinen Willen zum Sieg. Wie soll man sojemanden unterstützen, der womöglich selbst nicht mit wirklich OB werden will; jedenfalls spürt man von diesem angeblichen Willen nichts. Auch wenn Wolli im persönlichen Gespräch angibt, sein Ziel für die Stadtratszusammensetzung sei eine „stabile Mehrheit“ (so Wolli zu mir), überkommt mich das Gefühl, dass er mit der derzeitigen Situation nicht unzufrieden ist. Als Sozialbürgermeister hat er ja wenig Verantwortung bei hohen Bezügen und ob er wirklich soviel anders machen will als Schaidinger weiss ich nicht.

    Wenn Wolli und die seinen die Wahl gewinnen wollen, müssen sie jetzt anfangen dafür zu kämpfen! Nichts sollte leichter sein, als die Regensburger CSU und ihre Kandidaten als das darzustellen was sie wirklich sind, nämlich machtgeil, egozentrisch und sicherlich ungeeignet, wenn es darum geht, wichtige Themen wie die Bürgerbeteiligung anzugehen. Apropos „machtgeil“: Leider ist mir und vielen anderen Wählern ein unsauberer „machtgeiler“ Politiker lieber, als ein Schaf, das nicht einmal in der Lage ist (oder zumindest so wirkt) eigene Interessen (OB-Kandidatur) mit dem erforderlichen Nachdruck zu verfolgen. Denn wie kann man von so einem erwarten, sich engagiert für die Bürger einzusetzen, wenn er hierzu nicht einmal um des eigenen Fortkommens in der Lage ist?

    Lieber Joachim Wollbergs, liebe Regensburger SPD: Bisher wurde versäumt, die CSU zu attakieren, aber es ist noch nicht zu spät. Legt endlich den „Wahlkampfschalter“ um und greift an! Engagiert Euch, attakiert den politischen Gegner plakativ und stellt seine (mehr als genug vorhandenen) Schattenseiten heraus! Dann kommt ihr auch in die Medien (denn die lieben solche Schlagzeilen). Andernfalls werden viele Wähler – so wie ich – Ihr Kreuz woanders machen. Im ersten Wahlgang wäre Richard Spieß z.B. für mich eine Alternative und im Fall einer Stichwahl ziehe auch ich einen kämpfenden Schlegl einem „weiter-so“-Wolli vor. Aber das könnt Ihr noch ändern, wenn ihr Euch endlich „reinkniet“, wie es Euer Slogan (derzeit leider so unzutreffend) verkündet.

  • Sozialdemokratin

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    Joachim Wolbergs vermeidet es – Gott sei Dank – auf den
    politischen Gegner einzudreschen, sondern sagt vielmehr,
    was die SPD will und nicht, was die CSU falsch macht.
    Warum soll ein fairer Wahlkampf inhaltsleer und lang-
    weilig sein?

  • Uta Ludwig

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    Kein hohles Politikergeschwätz! Vielmehr das Gegenteil und das erscheint erfahrungsgemäß so defensiv oder so entscheidungsunfreudig. Ausgerechnet in dem, was man Wahlkampf nennt, ist das Interview ohne diese üblichen Politiker-Hohlstanzen oder sonstige Polit-Profi-Leersprüche (davon hatten wir ja in den letzten Wochen im Bund mehr als genug) ausgesprochen mutig. Ich will endlich einmal eine Wende hin zur einer Auffassung (oder Vorgehen) demokratische Willensbildung ernst zu nehmen. Und das ist bei Wolbergs in diesem Interview sehr überzeugend: „Dieser Bitte habe ich natürlich entsprochen und Mitte 2012 waren die Beteiligten dann mit ihrer Arbeit fertig. Der Gang durch die einzelnen Ämter, die Rückkopplung untereinander und mit den Arbeitsgruppen hat dann naturgemäß noch einmal länger gedauert, aber es war ein guter und transparenter Prozess. Wir haben währenddessen ja auch nicht die Sozialpolitik eingestellt. Insofern war das ok.“ Und das ist in dem interview durchgängig.

  • Thoralf Will

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    Wolbergs ist wie Schaidinger mit SPD-Parteibuch. Dass zwischen Union und SPD kaum noch ein Unterschied auszumachen ist, sieht man inzwischen ja auch schon auf Bundesebene.

    Um seinen eigenen Parteigenossen zu zitieren: Er ist ein Dampfplauderer.

    Wolbergs will Macht und sonst nichts. Er interessiert sich nicht die Bohne für die Themen – und das kann man auch sehr deutlich in diesem Interview erkennen.

  • Theodor Sinzig

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    Ach Woli, du bist zu gut für diese Welt.
    Bring deinen Job „Direktorium 3 – Bürgermeister“ anständig zu Ende.

  • Fritz

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    Dieses Interview in einem eher wohlgesonnenen Medium, die letzte Aussendung („Hallo Regensburg“), und die letzten Wochen überhaupt zeigen mir eines: Herr Wolbergs hat keinen Plan, was er eigentlich machen will, falls er OB würde.

    Inhaltlich kommt nichts. Die angeblichen Erfolge bauen auf gemeinsamer Arbeit von schwarz-rot auf. Konkrete Pläne für die Zukunft, neue Ideen? Fehlanzeige.

    Zitat:
    „Einen Maßnahmenkatalog kann ich in einer Stunde vorlegen – anhand der Bürgerbeteiligung und dem was ich selber weiß“

    Dann legen Sie ihn doch vor, mit dem, was Sie glauben, zu wissen!

    Zitat:
    „Ich weiß ja nicht mal, ob ich nach der Wahl noch eine Rolle spiele oder nicht.“

    Doch, das weiß Herr Wolbergs schon. Er weiß sehr genau, dass alles andere als eine große Koalition eine große Überraschung wäre. Und er hält sich ganz glatt alle Optionen offen. Als OB, oder „nur“ als Bürgermeister. Nur nicht zu engagiert gegen den möglichen neuen Chef auftreten?

    Zitat:
    „Unabhängig davon werden wir als Verwaltung, also der Teil der Verwaltung, für den ich zuständig bin, weiter an den Maßnahmen arbeiten“

    Klasse! Tritt Herr Wolbergs „nur“ als Teil der Verwaltung an, als Zahnrad in der Bürokratie? Oder will er vielleicht auch etwas gestalten? Dann sollte er VOR der Wahl klarstellen, was seine Ziele sind. Bisher kommt da überwiegend Geblubber.

    Es ist ja sehr sympathisch, dass er seine Familie liebt und irgendwie alle armen Menschen in der Stadt unterstützen will. Aber konkrete Pläne, Ziele, Zahlen fehlen.

    Sie sind dran, Herr Wolbergs: ein paar Fakten will ich als Wähler schon sehen, bevor ich mein Kreuzchen links oder rechts mache.

  • erik

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    Die Politiker von SPD und CDU/CSU, für mich vor Wahlen wie Nacktschnecken die im Wettbewerb um ein Salatblatt stehen! Beide haben nur das grüne Salatblatt bzw. den Posten im Auge. Kommt der Wähler ins Blickfeld, werden auch schon die Fühler ausgerichtet und der Wähler wird, ob er will oder nicht, auch schon mit Schleim bespritzt und auf jeden Fall bleibt eine Schleimspur zurück. Wer von den Nackschnecken bzw. Politikern den meisten Schleim schnell produzieren kann, der macht wahrscheinlich das Rennen. Wegen ihrer Artgenossen, die in allen wichtigen Position platziert wurden, besteht kaum die Möglichkeit den Schleimspritzern auszuweichen, denn haben die Fühler einen günstige Stelle ausgemacht, werden auch schon die eingenen Eier und Larven abgelegt, um das eigene Revier abzustecken und zu sichern. Meistens kommt schon nach kurzer Zeit die Ernüchterung, d.h. das Salatblatt ist weg bzw. Versprechungen sind nur noch Schall und Worthülsen gefüllt mit üblem Mundgeruch. Müntefering von der SPD hat es ja gesagt: „dass es „unfair“ sei, die CDU und die SPD an ihren Wahlkampfversprechen zu messen.“ und Röttgen von der CDU sagte:“Bedauerlicherweise entscheiden die Wähler“.

  • desiderata

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    Die SPD und Ihr Kandidat haben sich 2008 aus rein taktischen Überlegungen auf ein politisches Mühlespiel eingelassen und Ihren Gegner unterschätzt. Jetzt haben sie sich permanent mit neuen Zwickmühlen auseinaderzusetzen. Dazu gehören auch die Personalentscheidungen des regierenden OB. Es liegt doch auf der Hand, dass der weisungsabhängige M. nur das tun wird, was sein Vorgesetzter von ihm erwartet. Und darin ist der nicht allein. Was das wirklich bedeutet, wird sich erst nach dem 01.05.2014 so richtig herausstellen. Sachpolitik hängt von Personen ab, die sie umsetzen sollen. Wie Sachpolitik eines OB unterlaufen werden kann, haben die von CSU-Gnaden in Positionen gelangten Personen in der Zeit zwischen 1990 und 1996 gezeigt.

    Was wollen die Regensburger? Sie wünschen sich in der Mehrheit keine durchgreifende Veränderung, weil es ihnen gut geht. Wer nicht arm ist, ist nicht am Armutsbericht interessiert. Dass es gesellschaftspolitisch geboten sein mag, sich auch mit denen auf der Schattenseite lebenden MitbürgerInnen zu beschäftigen, ist nicht Allgemeingut. Die Regensburger wollen jedenfalls keine Verhältnisse mehr wie zwischen 1990 und 1996. Das hat die CSU verinnerlicht und zum zentralen Gegenstand ihres Wahlkampfes gemacht. Die SPD und die anderen Parteien haben kein wirksames Gegenmittel gefunden. Deshalb wird es nichts mit einem Politikwechsel werden. Die SPD muss vielmehr aufpassen, wegen Konturlosigkeit ins Abseits zu rutschen und in der Koalition von den Freien Wählern oder den Grünen abgelöst zu werden.

  • victor lustig

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    wolbergs hat nicht annähernd die statur, die notwendig wäre um die csu abzuhängen. er ist ein inhaltsloser machtmechaniker und in seinem persönlichen ego gefangen.

    christian schlegl grinst dazu und wird einen kapitalen wahlsieg einfahren.

  • Harry Klimenta

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    da mach ich mir die mühe, ein riesig langes politiker interview zu lesen, und am ende bleibt: nix. defensive. mittelmäßigkeit. lavieren. leere. gäääähn. jo mei, so wird dees nix. so. jetzt hab ich auch mal nur so dahergesülzt. ätsch, dass du das gelesen hast.

  • RichardHeigl

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    Das ist übrigens ein echt schönes Format. Endlich mal wieder ein längeres Interview, das richtige Fragen stellt, dran bleibt dem Gesprächspartner aber auch Raum gibt, sich zu äußern. Für Regensburg Digital ist das ein echter Gewinn.

    Die Kommentare dazu sind ja auch Feedback für Wolbergs, mit dem er weiterarbeiten kann. Web 2.0 in seiner besten Form.

    Darf es ruhig öfters geben :-)

  • Dolittle

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    Sicher ist Joachim Wolbergs der bessere OB für Regensburg. Besser als Schaidinger und besser als sein Gegenkandidat. Ihm ist Soziales und ihm ist Kultur wichtiger, eine großkotzige Arroganz der Macht fremder und er ist auch glaubhafter und -würdiger. Doch das ist noch keine große Kunst. Das Interview legt nämlich seine größte Schwachstelle offen: Kann er so für die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler vertrauenswürdig sein?

    Das größte Kapital in der Politik ist Vertrauen. Vertrauen gewinnt nur der, der überzeugen kann. Überzeugen kann nur der, der Überzeugungen hat.

    Warum und wozu will er OB werden? Welche Überzeugungen tragen ihn dabei, welche werden ihn leiten? Wird er seine Ziele auch gegen Widerstände durchsetzen? Hat er die Kompetenz und das Team, CSU-verseuchte Verwaltungen für sich zu nutzen und die Regensburger zu überzeugen?

    Das bleibt trotz vieler Worte seltsam schwer greifbar. Der Kandidat verliert sich im Kleinklein pragmatischer Realpolitik für die nächsten vier Wochen. Eine Perspektive darüber hinaus entwickelt er nicht. Im Gegenteil, er vermeidet jede Festlegung auf Themen, Ziele, Absichten.

    Hierzu eine kleine Geschichte: Kurz nach dem Wahlsieg von Gerhard Schröder im Jahre 1998 gab das junge aufstrebende Polittalent Joachim Wolbergs via MZ bekannt, er wolle nun SPD-Stadtverbandsvorsitzender werden. Neue Zeiten bräuchten neue Köpfe. Kurz darauf stellte er sich den Stadtverbandsdeligierten der SPD. Doch er konnte dort nicht erklären, was er anders oder besser machen würde als der amtierende Vorsitzende. Mit ihm würde es halt anders und besser. Diese Selbstgewissheit konnte er jedoch nicht ausreichend vermitteln und er zog die Kandidatur zurück. Kurz darauf war wieder via MZ zu erfahren, dass er sich nunmehr seinem Studium mit voller Aufmerksamkeit widmen werde.

    Es bleibt der Eindruck, Herr Wollbergs kandidiert vor allem, damit es für ihn weiter eine politische Zukunft gibt. Vertrauen stärkt das nicht. Das ist schade, denn Regensburg hätte neuen Wind verdient!

  • Miethai

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    Warum setzt er sich nicht vehementer für eine solidarische Wohn- und Stadtentwicklungspolitik ein, wo es doch seiner Ansicht nach ein wahlentscheidendes großes Kernthema ist?

    Warum sagt der OB Kandidat der Regensburger SPD nichts zu der wahnwitzigen Situation auf dem hiesigem Immobilienmarkt? Seit 2008 sind die Kaufpreise für Immobilien um 63,4 Prozent gestiegen.

    Warum setzt er sich nicht für den Ankauf der GBW-Wohnungen ein, wo er doch weiß, dass in solch einer Boomtown bestehender günstiger Wohnraum hochpreisigem Neubau weichen wird?

    Warum lässt sich der amtierende Sozialbürgermeister bei der Grundsteinlegung des Karmeliten mit Bauhelm und Logo der Spekulanten, die die Preise für Baugrund erfolgreich in die Höhe treiben, von der Presse ablichten?

    Herr Wolbergs allein ist für diesen Wahlkampf und das Wahlergebnis verantwortlich. Über seine Rolle nach der Wahl sollte er sich bereits jetzt ernsthaft Gedanken machen.

  • Asterix

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    Wolbergs bereitet seinen geordneten Rückzug vor. Wofür er steht, weiß selbst der geneigte Leser nach diesem Interview immer noch nicht genau….

  • Helmut Moeller

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    Mein erster Gedanke beim Familienbild der Wahlkampf-Broschüre der SPD war, was denkt sich Herr Wolbergs seine minderjährigen Kinder in den Wahlkampf mit rein zu ziehen.

    Aber dann wurde mir klar, alles i.O.! Die politische Ziehmutter von Bürgermeister Joachim Wolbergs ist die Pädagogin Christa Meier, sie organisiert auch die “inhaltliche Wahlkampfleitung” und hat sicherlich alles abgewogen.

    http://www.regensburg-digital.de/spd-meier-organisiert-inhaltliche-wahlkampfleitung/11022013/

  • Superman

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    @Helmut Moeller

    Finde das auch unmöglich und verantwortungslos, wie Herr Wolbergs seine vorpubertierenden Kinder vor jede Kamera und auf jede Bühne zerrt. Vor allem sieht man denen dann auch oft an, dass sie da “ richtig Bock“ darauf haben…Da hat Herr Schlegl den besseren Weg gefunden, er spricht zwar viel von seiner Tocher, schiebt diese aber nicht vor jedes Objektiv

  • Wilhelm Langgut

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    @Sozialdemokratin „Warum soll ein fairer Wahlkampf inhaltsleer und langweilig sein?„
    Die richtige Frage wäre doch gegenüber dem Kunden (Wähler): Warum soll ein inhaltloser und langweiliger Wahlkampf fair sein?

  • Lothgaßler

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    Wo sind die alten Sozis? Erklärt dem Wolbergs mal was Wahlkampf ist!
    Wenn Hartl und Wolbergs so weiter machen, dann gibts ein rabenschwarzes Wahlergebnis.
    Die SPD will alles besser und gerechter machen, nach der Wahl, wenn sie regiert. Jetzt allerdings muss sie pragmatisch sein und sich dem stärkeren Koalitionspartner beugen. Na dann, wozu braucht es euch jetzt als Mitregenten?

    Wolbergs hat mit Glück einen sehr gut bezahlten Job auf Zeit ergattert. Er ist kein angestellter Referatsleiter, er ist Kraft repräsentativer Demokratie in ein politisches Amt gewählt worden, dass ihm Gestaltunsmöglichkeiten einräumt. Und das muss man mit Leben füllen, d.h. Gestaltungswille und Gestaltungskraft zeigen.
    Wolbergs hat nicht aufgezeigt, dass er diesen Job weiter behalten sollte und auch nicht, dass er mehr Verantwortung tragen kann. Nein, er sollte endlich gehen!

  • Toni Koch

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    Reds no olle gscheit daher, ihr Gscheithaferl.
    Kon ma oana an bessern Kandidatn in Rengschburg song als an Wolli ?
    Da Wolli konns !

  • blauäugig

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    @Toni Koch: Schlegl, Artinger , …

  • Sessel Franz

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    Wolbergs sollte sich aus der Politik zurückziehen. Ich habe ihn 2008 noch gewählt, nehme davon aber jetzt weiten Abstand.
    Er hat es versäumt politische Inhalte zu setzen und steht jetzt, da die Sympathiewerte erodieren, mit leeren Händen da.
    Ich werde es so halten wie @Hubertus. Im ersten Wahlgang Spieß oder eventuell auch Huber, im zweiten Schlegl. Den kann man wenigstens einschätzen.

  • Bianca Tretter

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    Ich werde als OB Wolbergs wählen. Als Partei die CSU. Mein Wunsch ist eine Gestaltungsmehrheit wie weiland Ziehmutter Christa Meier anno 1990-1996 ;-)

  • Weltscherbe

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    Der Wahlkampf, ein Krippenspiel!
    3 scheinheilige Könige bringen die Geschenke:
    Schlegl (Grüße und Lieder)
    Unger (was zum lesen: KEP)
    Schaider (nix zu lesen: Sozialbericht, Ehrung für Dr. Proper)
    Und Wolbergs packt nicht aus ……
    Richtig schlimm hier……..

  • Kerstin Lange

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    Na ja, der Wolbergs mit seinen Hanteln versprüht auf seinen Wahlplakaten den Charme von Meister Proper, während der andere immerhin verspricht, 10.000 Wohnungen zu bauen! Vermutlich eigenhändig, denn wie wir wissen: er kann’s! Von arrogantem Autokraten empfohlen…

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