Einstiegsdrogen und Werbelügen

Krank und sauer! So ist die Stimmung in unserer Redaktion. Es grassiert eine Erkältungswelle. Dabei haben wir doch so viel Danone Actimel© geschluckt, bis es uns zu den Ohren herausgekommen ist. Denn wie heißt es so schön: „Actimel – aktiviert Abwehrkräfte!“ Hätten wir doch normalen Jogurt genommen. Der wirkt in etwa genau so gut (oder schlecht), kostet nur ein Viertel von Actimel und ist in aller Regel nur halb so zuckrig. Aber: Danone hat es eben ziemlich drauf: Actimel – aktiviert den Umsatz! Das muss belohnt werden! Für die dreisteste Werbelüge des Jahres verlieh die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch Danone den „Goldenen Windbeutel“. Foodwatch-Sprecherin Anne Markwardt: „Danone hat jetzt das Recht, auf jede Actimel-Flasche das Siegel ‚Goldener Windbeutel 2009′ aufzudrucken – ganz ohne Lizenzgebühren.“ (Mehr dazu: www.abgespeist.de) Tragisch, dass Danone nicht so toll ist, wie behauptet. Gerade für die Kinder, denen Mutter die zuckersüße Jogurtbrühe einflößen durfte und sich dabei noch denken durfte, sie sei besonders gesund. In trauer Einigkeit: Die perfideste Einstiegsdroge und die dreisteste Werbelüge (Fotomontage).Apropos Kinder: Einen ganz persönlichen Preis möchte unsere Redaktion an den Metro-Konzern vergeben. Dieser Tage haben wir uns in der Regensburger Metro eine Pulle leckerer „Quality Metro Eis- und Dessertsauce“ geholt. Und siehe da: Das Standardprodukt für viele Eisdielen enthält ein gerüttelt Maß an Alkohol. Da darf man diesem Qualitätsprodukt wohl mit Fug und Recht den Titel „Perfideste Einstiegsdroge“ verleihen. Der milchgesichtige 16jährige muss in der Kneipe den Ausweis vorlegen, um an sein Bierchen zu kommen, selbiges gilt für den gerade 18jährigen, der gleich zum harten Alkohol greifen möchte. Und mancher Gastronom, der da nicht aufpasst, bekam schon arge Probleme mit Ordnungshütern und Gesundheitsaposteln. Wohl dem Vierjährigen, der ohne Probleme an seinen Alkohol kommen kann: An der nächsten Eisdiele gibt’s die Kugel Vanille mit feiner Sahne und dick Schokosauce aus dem Hause Metro. Mutter könnte sich freilich informieren, ebenso der Eisverkäufer: Der Alkohol-Hinweis ist auf der Saucen-Tube abgedruckt und – mit etwas Mühe und unter Zuhilfenahme einer Lupe – auch klar und deutlich zu lesen. Na ja: Notfalls merkt man’s, wenn der Sprößling an der Eisdiele sauer wird. „Ich will noch Schokosauce – eine doppelte.“ (Ent)spannende Lektüre!

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Kommentare (3)

  • Barbara Junghans

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    Lieber Stefan Aigner,
    Sie wollen uns doch nicht erzählen, dass Sie den ganzen Werbequatsch von der „Extraportion Milch“ und ähnlichen Schwachsinn geglaubt haben?!
    Auf jeden Fall ist es sehr interessant, dass es eine Organissation wie foodwatch gibt (auch wenn ich den Namen gräßlich finde!)
    Könnte man nicht einen ähnlichen Preis wie den „Goldenen Windbeutel“ für die dreisteste (Wahl-)Lüge unserer Politiker ins Leben rufen? Speziell Regensburg hätte dabei einige aussichtsreiche Aspiranten! Allerdings ist der schöne, aussagekräftige Name sicherlich unter
    Schutz des copyright.

  • Starzinger

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    Herr Aigner,

    wie könen Sie nur!

    Wollen Sie behaupten, daß Danone „STREUzucker“ in ihren Joghurt einbaut oder gar „ZuckerBOMBEN“ verkauft? Daß da nicht wieder ein Prozess draus wird!

    Hochachtungsvoll

  • Roland Hornung

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    Lieber Herr Aigner

    zuerst mal “ gute Besserung “ !

    Hilfreicher und wirkungsvoller als irgendwelche
    teueren, angeblich gesunden Produkte sind
    sicherlich klassische, kostengünstige Mittel wie frisches Obst oder “ tee im nana“ ( schwar zer Tee mit frischen Pfefferminzsblättern, wie ihn die Beduinen gerne trinken, und ich auch ), der zudem auch noch köstlich schmeckt.

    Alles Gute
    Ihr Roland Hornung

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