SOZIALES SCHAUFENSTER

"Diskussion" zur Altstadt

„Welterbetitel nicht um jeden Preis“

Im Leeren Beutel präsentiert Joachim Wolbergs seine Ideen für die Regensburger Altstadt. Die angekündigte Diskussions- und Fragerunde blieb eher knapp. Die Anwesenden hörten lieber zu. Einige Thesen dürften aber noch für Diskussionen sorgen.

„Ich bin nur Politiker. Ich muss nicht alles zu Ende denken.“ Joachim Wolberg. Foto: Archiv/Bothner

Ein Diskussionsrunde sollte es werden. Man wolle „zuhören“ und „fleißig mitschreiben“, sagt Matthias Walk, „wissen, wo der Schuh drückt“. Am Ende aber ist der knapp zweieinhalbstündige Abend zum Thema Altstadt doch dominiert von den Ausführungen von Joachim Wolbergs, der seine zurückliegenden Verdienste preist und zukünftigen Ideen für den Erhalt des „Zentrums der Regensburger Identität“ vorstellt. Einige seiner Vorschläge dürften kontrovers diskutiert werden, wenn auch nicht am Montagabend.

Wolbergs‘ Wahlverein „Brücke“ hat in den Leeren Beutel geladen, gut 60 Zuhörerinnen und Zuhörer sind gekommen. Dass es zunächst vor allem um die Probleme des Einzelhandels in der Regensburger Altstadt geht, ist dem Umstand geschuldet, dass man (nach Wolbergs‘ halbstündigem Eröffnungsstatement) Ingo Saar zu einem 20minütigen Impulsvortrag aufs Podium geholt hat.

„Die zentrale Anlaufstelle“ für die Altstadt

Saar ist Geschäftsführer des Vereins „Faszination Altstadt“, der 2014 aus der Aktionsgemeinschaft Altstadt hervorgegangen ist, einem Zusammenschluss von Gastronomen und Geschäftsleuten. Für Wolbergs ist „Faszination Altstadt“ „die zentrale Anlaufstelle“, wenn er wissen wolle, wie es um das Wohl und Wehe des Einzelhandels im historischen Welterbe bestellt ist.

Nach seiner Amtsübernahme hatte Wolbergs eine jährliche städtische Förderung von 75.000 Euro für den Verein auf den Weg gebracht – Geld, um eine professionelle Geschäftsführung nebst Assistenzstelle zu finanzieren und so, wie Wolbergs es ausdrückt, eine Art Center-Management, ähnlich wie in einem Einkaufszentrum, auch in der Altstadt hinzubekommen. Das sei nicht viel Geld, so der suspendierte Oberbürgermeister. „In anderen Städten werden da ganz andere Summen aufgerufen.“ Und die wesentlichen Ziele, die man sich im Vorfeld der Förderung gesetzt habe, seien auch erreicht worden.

Der Verein habe nun deutlich mehr Mitglieder als früher – aus etwas mehr als 70 sind rund 190 geworden. 250 waren angepeilt, seit zwei Jahren stagniert die Zahl der Mitglieder. Man habe ein Gutscheinmodell, den sogenannten Altstadt-Zehner, eingeführt (Dessen Umlaufvolumen sich – letzter Stand Ende 2016 – mit rund 180.000 Euro auf eher niedrigem Niveau bewegt.). Und es gebe seitdem regelmäßige Straßenfeste, um mehr Menschen in die Altstadt zu locken. „Ich kann mich über die Faszination Altstadt nicht beklagen“, lautet Wolbergs‘ Fazit. Er sei „voll zufrieden“.

Bis zu 100 Euro pro Quadratmeter

Saar zeichnet allerdings kein besonders optimistisches Bild von der derzeitigen Situation des Einzelhandels. Die Kundenfrequenz gehe nach wie vor schleichend zurück, jährlich um etwa 1,5 Prozent. Geschäftsschließungen wie Basler, Pohland und Gerry Weber, aber auch das Scheitern innovativer Konzepte wie Bo Concept oder Kochhaus seien die sichtbare Folgen dieses Kundenrückgangs. Immer wichtiger würden deshalb die Touristen.

Saar fordert ein integriertes Marktkonzept für die Altstadt. Doch auch die kreative Nutzung von Leerständen und die alternative Nutzung von Erdgeschossflächen seien notwendig, um die Attraktivität der Altstadt zu steigern. Wolbergs wird später die teilweise Umwidmung solcher Flächen in Wohnraum ins Spiel bringen.

Druck verspürten die Einzelhändler insbesondere wegen der steigenden Ladenmieten, so Saar. Gerade in den Top-Lagen gebe es Spreizungen zwischen zehn und 95 Euro pro Quadratmeter und er frage sich, wie Spitzenmieten von 100 Euro – beispielsweise auf dem Neupfarrplatz – überhaupt noch zu erwirtschaften seien. Geschäftsschließungen wie jene des traditionsreichen Feinkost Sarik, dessen Neueröffnung in anderen Räumen bis heute auf sich warten lässt, seien die traurigen Folgen.

„Die Altstadt muss wieder Chefsache werden.“

Hoffnungen setzten die Einzelhändler in die Modernisierung und Begrünung der Fußgängerzone mit mehr Sitzgelegenheiten, mehr Bäumen, mehr Wasser und Spielflächen, so Saar. Dann beklagt er den Zustand des „Sorgenkinds Maxstraße“ und trauert noch einmal kurz den gescheiterten Plänen für ein Kultur- und Kongresszentrum am Ernst-Reuter-Platz hinterher, die „Faszination Altstadt“ unterstützt hatte. Mit Blick auf Fahrradfahrer fordert Saar mehr Kontrollen, freut sich andererseits über den Rückgang des Pkw-Verkehrs um zehn Prozent in den letzten drei Jahren. „Wir bedauern das nicht.“

Kreisen um den Identitätsstifter Altstadt: Joachim Wolbergs, Matthias Walk und Ingo Saar

Mit der Stadt Regensburg sei man nun im Gespräch, um den Altstadtbus kostenlos zu machen, ebenso solle auf der Conti-Arena eine Park & Ride-Fläche eingerichtet werden, mit Busanbindung im Zehn-Minuten-Takt. Maßnahmen, um den Individualverkehr aus dem Stadtkern fernzuhalten. In diesem Zusammenhang beklagt Saar, dass bei der geplanten Mobiltätsdrehscheibe – ein Parkhaus mit Busanbindung am Alten Eisstadion am Unteren Wöhrd – seit geraumer Zeit nichts voran gehe. „Die Altstadt muss wieder Chefsache werden“, schließt er schließlich und Moderator Walk bittet nun um Fragen.

Vom Haus der Vereine zum Samstagsfrühstück

Doch die Diskussion kommt nicht wirklich in Gang. Ein Einzelhändler beklagt, dass die Thundorfer Straße so behandelt werde, als ob sie nicht zur Altstadt gehöre und fordert weniger Busse auf dieser Achse. Eine Dame bringt die Idee eines Hauses der Vereine in der Altstadt aufs Tapet, der OB-Kandidat in spe Jakob Friedl fordert ein soziokulturelles Zentrum und Buchhändler Ulrich Dombrowsky, Vorsitzender von „Faszination Altstadt“, hält ein Samstagsfrühstück in der Altstadt nach dem Vorbild von Quedlinburg für etwas, was „die Bevölkerung von Regensburg gerne möchte“.

Mehrfach meldet sich Wolbergs zu Wort. „Dazu sage ich später noch was“, merkt er immer wieder an. Doch schließlich, nach einer knappen halben Stunde ist es dann so weit, es meldet sich niemand mehr und Wolbergs beginnt mit seinem Schlussvortrag. Einige Schlaglichter.

„Altstadt bis 2030 autofrei“

„Die Altstadt wird nicht überleben, wenn sie nicht bis 2030 autofrei ist.“ Man müsse aber dabei vorsichtig vorgehen, das habe viel mit Psychologie zu tun. Um Probleme und deren Lösungen zu besprechen, setzt Wolbergs auf zwei Gremien: einen Runden Tisch, der beim Oberbürgermeister angesiedelt sein soll, und eben „Faszination Altstadt“. Das „Kardinalproblem“ der hohen Mieten könne nur dadurch angegangen werden, indem sich der Oberbürgermeister, „jede Woche einen Vermieter persönlich vornehmen muss“.

Um die Erreichbarkeit der Altstadt zu gewährleisten brauche es mehr Fahrräder und mehr ÖPNV und die Pläne, eine Stadtbahn erst in 15 Jahren zu verwirklichen seien „zu unambitioniert“. Das müsse schneller gehen.

„Die Frage der Vitalität einer Altstadt ist höher zu bewerten als ein Titel.“

Neben den bereits im Gespräch befindlichen Plänen für den kostenlosen Altstadtbus und eine kostenlose Busanbindung der Conti-Arena in Richtung Altstadt brauche es eine Parkhaus mit 3.000 Stellplätzen auf dem Alten Eisstadion um Unteren Wöhrd. „Das muss in dreieinhalb Jahren stehen.“ Er wisse, dass es da derzeit Probleme mit dem Welterbekomitee gebe, aber im Zweifel werde er auch die Gefahr eingehen, den Titel zu verlieren. „Die Frage der Vitalität einer Altstadt ist höher zu bewerten als ein Titel.“ Den würde Wolbergs zwar gerne behalten, „aber nicht um jeden Preis“.

Für angehende Einzelhändler will Wolbergs eine Gründerförderung einrichten – 60 Prozent Mietförderung für drei Jahre, sofern „die Experten“ eine Geschäftsidee für aussichtsreich halten. Das Obermünsterviertel will der suspendierte Oberbürgermeister verkehrsfrei machen – das ist die letzte Chance und im ehemaligen Evangelischen Krankenhaus ein drittes Rathaus ansiedeln, um mehr Arbeitsplätze in die Altstadt zu holen.

„Die Bewohner in allen Ehren, aber…“

Verlängern will Wolbergs die Öffnungszeiten für Freisitzflächen – von 22 auf 23 Uhr, am Wochenende auf 24 Uhr. „Die Bewohner in allen Ehren, aber ich halte es für schwer erträglich, dass wir an schönen Sommertagen um 22 Uhr rein müssen.“ Ebenso spricht er sich gegen Verbote am Donauufer oder auf der Jahninsel aus. 98 Prozent der jungen Leute seien „schwer in Ordnung und zwei Prozent Deppen“. Da erreiche man nur etwas durch Reden oder aber auch durch einen Kiosk auf der Jahninsel, dessen Inhaber ein Stück Verantwortung dort übernehmen müsse.

Erneut erwähnt Wolbergs seien Idee von einem „Haus der Künstlichen Intelligenz“ am Ernst-Reuter-Platz, „und daraus müssen oben Bäume wachsen“. So schaffe man einen Magneten am Stadteingang.

Er schleudert seine Ideen im Stakkato in den Raum, gestikuliert, deutet, ballt die Faust und es sprudelt nur so aus ihm heraus. „Vieles ist nicht zu hundert Prozent zu Ende gedacht. Ich bin nur Politiker. Ich muss nicht alles zu Ende denken. Ich muss Ideen entwickeln und dann andere weiterdenken lassen. Das ist mein Job“, schließt Wolbergs.

Er erntet freundlichen, wenngleich nicht frenetischen Applaus. Fast gerührt meldet sich dann noch ein Einzelhändler zu Wort: „Alles, was er gesagt hat, dem kann ich nur zustimmen“, sagt er. Ein passendes Schlusswort. „Schön, dass wir zweieinhalb Stunden diskutieren konnten“, beendet Walk die Runde. Und zu viel Diskussion war es dann ja auch nicht.

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Kommentare (24)

  • kaliber 8

    |

    Alles was der Wolbergs jetzt sagt ist nur dazu da Stimmen einzufangen. in seiner aktiven Amtszeit hat er nichts davon zu wege gebracht.
    daß er sich jede Woche einen Vermieter vornimmt…..und dann? der vermieter kann für seine Immobilie verlangen was er will. Entweder er findet einen mieter oder er lässt es dann leerstehen oder geht mit der Miete runter. Oder was denkt der Wolbergs sich? Wenn er daherkommt und ein Machtwort spricht hüpfen alle …so wie die bruecke-jünger!?!

  • Empörer007

    |

    Wolbergs war u. ist ein „Blender“, der nun krampfhaft versucht auf Stimmenfang zu gehen.
    Rückblende 2014/15 -> z. B. BMW-Logistizentrumsansiedelung in Obertraubling; W. reißt die Initiative an sich, fasselt vom „Masterplan“ den er schon entwickelt hat (ha, ha, ha), erklärt alles zur Chefsache…, am Ende wird das Lager in Niederbayern gebaut!
    Jetzt will er sich „jede Woche einen „Immobilien-Vermieter“ zur Brust nehmen u. die Mieten f. d. Geschäfte drücken…
    Den W. lassen die nicht mal zur Tür rein. Völlig überheblich der Herr OB-Candidus und Chefschwadronierer!

  • Jonas Wihr

    |

    Wo ich am 15. März 2020 mein Kreuzchen NICHT mache, weiß ich jetzt. Was bildet sich der verurteilte Vorteilsnehmer ein?
    Schlimm finde ich die Mitläufer (Speichellecker?), die glauben, sich immer noch im Glanz ihres Idols sonnen zu müssen, können, sollen – dabei ist dieser doch längst verblasst.

  • MaSlos

    |

    Die CSU-hörige Stadtverwaltung reibt sich jetzt schon die Hände bei dem Gedanken alle mehr oder weniger ‚genialen‘ Ideen von Hrn. W. (wie früher) mit Schwung ins Aus zu befördern!

    Hoffentlich merkt Hr. W. noch rechtzeitig das er politisch in dieser Stadt ‚verbrannt‘ ist & fängt als Kartenabreisser in der Mälze wieder da an wo alles begonnen hat….

  • Lothgaßler

    |

    Ein Wahlkämpfer reitet nun mal die aktuellen Erregungswellen ab. Etwas dumm gelaufen ist die Konzentration auf den Einzelhandel, das bringt nur wenige Wählerstimmen. Und im Zusammenhang mit der Einleitung „…die Bewohner in allen Ehren, aber..“ erarbeitet er sich Erklärungsbedarf. Den Welterbetitel opfern, wegen eines Parkhauses? Super Idee, dafür werden die Einzelhändler und Gastwirte keine Spende abdrücken.
    Das „Haus der künstlichen Intelligenz“ ist einfach eine köstliche Idee. Oben Bäume und innen ein googelnder OB-Avatar samt selbstfahrendem Dienstwagen. Gibts eigentlich schon ein „Haus der natürlichen Intelligenz“? Vermutlich nein, auf die Idee ist noch kein Politiker gekommen.

  • R.G.

    |

    „Erneut erwähnt Wolbergs seien Idee von einem „Haus der Künstlichen Intelligenz“…. „und daraus müssen oben Bäume wachsen“.

    Oooh, weshab ist dieses Genie nicht Werber geworden?

    Wenn man den Satz einen Glatzerten sagen ließe, dann Bäume und Gebüsch aus seinem Kopf wachsen ließe, gleichzeitig poppte ein Bio-Haarwuchsmittel auf….
    Und am Jahresende den Award abholen für die beste Shampoo-Reklame.
    Heute ist ein Tag der Kreativen!

  • Donauaufwärts

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    @R.G.
    Oder aber ein weiterer Tag der hochbezahlten Karnevalisten.

  • Markus Frowein

    |

    Zitat: „… jede Woche einen Vermieter persönlich vornehmen muss“

    Ich stelle mir gerade vor, wie der Herr Wolbergs mit den Jungs von „Moskau Inkasso“
    vor der Türe des Vermieters steht, der mit zittenden Knien hinter der Gardine betet …

  • Andreas Eckl

    |

    Einem kann ich zustimmen, bzw. gehört das breit in die Öffentlichkeit: Das „ich baue mir mal vorsichtshalber Puffer auf“ Ziel von 15 Jahren für die Stadtbahn ist inakzeptabel.

  • Mr. T.

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    „Vieles ist nicht zu hundert Prozent zu Ende gedacht. Ich bin nur Politiker. Ich muss nicht alles zu Ende denken. Ich muss Ideen entwickeln und dann andere weiterdenken lassen. Das ist mein Job“
    Respekt! So deutlich traut sich das sonst keiner sagen!
    Bedauernswert sind nur diejenigen, die seine Ideen/Versprechen zu Ende denken müssen.

  • GSH

    |

    Warum hängen in der Stadt eigentlich schon Wolbergs Plakate? Dachte, dass der Mann finaziell ruiniert wäre. Wie kann er sich das leisten? Gibt es denn nicht Fristen, die das Aufstellen von Wahlplakaten regeln?

  • auch_ein_regensburger

    |

    Ist RD das neue Zentralorgan des substanzlosen Wolbergs-Bashings? Anstatt sich kritisch mit der Politik in dieser Stadt auseinanderzusetzen, wird jede Wortmeldung von Wolbergs zum Anlass genommen, ihn als Person den hier versammelten Hatern zum Fraß vorzuwerfen. Was, der zuckt immer noch? Knüppel raus und drauf! Das Ganze hat mittlerweile wirklich pathologische Züge angenommen.

  • Lothgaßler

    |

    @auch_ein_regensburger:
    Bleiben wir sachlich: Wolbergs-Bashing wäre es, wenn die Person Wolbergs ihrer selbst wegen gebasht würde, das ist hier aber nicht der Fall. Der Wahlkämpfer Wolbergs hat Ideen geäußert, macht diese Themen öffentlich zu seinen Themen und zu seiner Politik. Er verspricht auch schon munter Fördermittel (Mietzuschuss für Einzelhandel-Gründer). Damit verlässt Wolbergs die geschützte private Zone. Die Privatperson Wolbergs wird nicht gebasht, kein Hater weit und breit.

  • cF

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    Über das platzierte Thema des Einzelhandels hinaus erscheint mir m.E. viel wichtiger:

    1. Im Zusammenhang mit Klimaschutzmaßnahmen / Gesundheitsprävention / Begegnung / Kommunikation der Kampf um den öffentlichen (autofreien) Raum, der in einer Zeitachse bis 2030 weit über die eigentliche Altstadt hinausgehen sollte. Schrittweise umzusetzen, etwa mit Blick nach Karlsruhe, wo heute schon Autofahrbahnen zugunsten von Fahrradnutzern aufgelassen wurden. Das aktuelle Regensburger Bürgerbegehren läßt grüßen.

    2. Straßenbahn als „Heilsbringer“? Im Zentrum? Wieder der Blick nach KA: Dort wurden nach Installation der Straßenbahn auch im Wege von Bürgerentscheiden umfängliche Eingriffe in die Stadtsubstanz notwendig, um die Straßenbahn unter die Erde (Lärm) zu verlagern.
    Quer denkend in Richtung städtische Seilbahnen entlang der große Achsen; diverse Städte mit Machbarkeitsstudien sind auf den Weg gebracht.

    3. Gierige Hauseigentümer, die bis zu 100 EUR/qm verlangen, zerstören sie nicht das innerstädtische Gefüge? Und sind verantwortlich für eine schleichende „Abwanderung“ Gewerbetreibender? Sitzt daher der „Feind“ einer gemeinwohlverträglichen Stadtentwicklung nicht im eigenen Nest?

  • GSH

    |

    @auch_ein_regensburger:

    Zitat Wolbergs: „Werde ich strafrechtlich verurteilt, ziehe ich mich aus der Politik zurück.“

    Wolbergs wurde verurteilt und er handelt jetzt nach dem Motto: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

    Daran muss er sich messen lassen. Und das Ergebnis ist dann halt, er ist nicht vertrauenswürdig.

    Bei einem Punkt muss ich ihm aber Recht geben. Der Weltkuturerbetitel ist nicht unbedingt ein Segen.

  • Friedrich_G

    |

    Es ist schon bezeichnend wie ein „geförderter Verein“ hier gerne Partei ergreift. Dabei sagt aber keiner, dass Herr Saar seines Zeichens GF des „Faszination Altstadt“ Vereins in einer der exklusivsten Altstadtimmobilie residiert.
    Die Verkehrsberuhigung der Altstadt, auch oder gerade was den Fahrradverkehr betrifft, ist sicherlich ein wichtiges Thema. Weit wichtiger ist aber die Erreichbarkeit und das Angebot.
    Sprechen wir doch Klartext Herr Saar und Herr Wolbergs. Die Altstadt verkommt zu einer Kitschmeile für Touristen. Immer mehr Inhabergeführte Geschäfte geben auf. Regional Einkaufen klingt so schön, alleine bringt es wenig wenn es Teeketten, DOB-Ketten tun.
    Der erwähnte Altstadtzehner ist ein Hit beim Kaufhof und Pustet, sonst eigentlich eher gemieden, wie bei viellen „unpersönlichen“ Geschenken.
    Auch Italienische, Französiche, Chinesiche oder sonstige Wochen am (ausgestorbenen) Neupfarrplatz locken nicht wirklich Kunden in die Altstadt.
    Hier irrt der Herr Saar.
    Die Sperrung der Altstadt für Individualverkehr hätte schon vor Jahren geschehen sollen.
    Besonders die Gesandtenstrasse sei hier erwähnt, Altstadtautobahn. Selbst Stadtbusse halten sich nicht an die Schrittgeschwindigkeit, Radfahrer überholen beidseitig die Fahrzeuge und Lieferverkehr existiert ganztägig.
    Eine Altstadt ist dann attraktiv, wenn es eine gesunde Mischung aus Gastronomie und Handel gibt, und hier auch aus Ketten und inhabegeführten Läden.

  • Tobias Beck

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Piedro

    |

    @auch_ein_regensburger
    Geht’s noch? Es wird doch wohl noch erlaubt sein die Wortmeldungen dieses Herrn wieder zu geben. Man darf davon ausgehen es ist in seinem Sinne, dass sie zur Kenntnis genommen werden, nicht nur von den Anwesenden. Dazu darf dann jeder sagen was er mag, dazu gibt es die Kommentare. „Hater“ werden Sie hier eher nicht finden, der Begriff scheint Ihnen nicht geläufig zu sein. Die Moderation zieht schon Grenzen, es wird nicht beleidigt. Naja, außer von Ihnen, ein wenig.

    Und ja, ich las auch, er wolle sich bei einer straferechtlichen Verurteilungen nicht nur aus der Politik, sondern auch aus der Stadt zurück ziehen. Verurteilt wurde er. Nun macht er weiter. Also muss er auch weiterhin mit Kritikern leben, und mit Menschen, die ihn für unlauter halten. Dazu hat er selbst einiges beigetragen, gelle?

  • namtug

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    „…jede Woche einen Vermieter persönlich vornehmen muss …“

    Dafür muss man nicht bis nach der Wahl warten, das kann er ja auch jetzt machen.
    Taten sagen mehr als tausend Worte.
    Das wäre mal ein Wahlkampf.

  • joey

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    „aber nicht um jeden Preis“
    Da hat er dann doch auch mal Recht.
    Dresden hat sich bereits von der UNESCO und ihrer ZertifiziererMafia getrennt. Zwar buchen die Cruise Gäste ihre Reise oft nach der Zahl der UNESCO sites, aber die sind ja nicht recht beliebt in Regensburg. Regensburg hat auch so genug Gäste.

    Ich halte Wolbergs für politisch ziemlich verbraucht, aber Konkurrenz belebt das Geschäft – neue Parteien sind für eine Demokratie immer erfrischend.

  • dünnster Künstler

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    Eine kommunale Gründerförderung für neue Geschäftsindeen durch Übernahme von 60 Prozent des Mietzinses für drei Jahre, sofern unabhängige Experten (vom Degginger) diese Geschäftsideen für erfolgsversprechend hielten, verschärfte den Mietmarkt in der Altstadt durch subventionierte Hippsterläden weiter. Meiner Meinung nach ist es fehlgeleitet Vermietern von zu teuren innerstädtischen Gewerbeflächen Steuergelder in den Rachen zu schmeißen.

    Vieles in Regensburg ist zu altstadtzentriert gedacht.
    Die kulturelle Bespielung von leerstehenden Geschäften sollte im gesamten Stadtgebiet eine Selbstverständlichkeit werden und permanent stattfinden. Für freie Kultur braucht es jedoch keine enge Anbindung an die Wirtschaftsförderung, sondern lediglich etwas moralische Unterstützung durch Stadtverwaltung und Politik.

    Die mietfreie kulturelle Nutzung von Leerstand im Stadtteilzentrum BUZ ist ein Thema für den Ribisl-Malkampf: http://europabrunnendeckel.de/?p=7817#buz

  • Günther Herzig

    |

    Er ist wieder da, der weiße Ritter. Manchmal vertun sich aber auch weiße Ritter und übersehen das echte Weiß? Ist der neu? Nein, mit Perwoll gewaschen! Der den ich meine, weiß Bescheid!

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