„Du mit Deinen Kanaken”

Joachim Wolbergs (hier mit Ehefrau Anna) fuhr an seinem Geburtstag das eine historische Pleite ein – kann aber noch Oberbürgermeister werden. Er meinte gestern abend: „Ich habe damit gerechnet, dass es eine Stichwahl geben wird. Das Ergebnis ist etwa wie vor sechs Jahren. Es zeigt sich aber deutlich: Es gibt eine Wechselstimmung. Uns stehen alle Optionen offen.”	Foto: StaudingerDie Wahl: Stimmen von Verlierern und Entnervten „Demokratisch” hat Oberbürgermeister Hans Schaidinger das Wahlergebnis gestern abend in der ARD genannt, wenngleich es ihm – sollte er in 14 Tagen erneut gewählt werden – „umständliche Abstimmungen” (Schaidinger vor wenigen Tagen) bescheren wird. Obwohl es für eine große Koalition mit der SPD reichen würde, sind dort mit Lothar Strehl (der sieben Plätze gut machen konnte), Margit Wild, Tonio Walter oder Norbert Hartl mehrheitlich Stadträte vertreten, mit denen er Kompromisse wird eingehen müssen – oder andere Mehrheiten suchen. Denn der Stadtrat ist bunter geworden. Die kleinen Parteien haben dazu gewonnen, CSB und Linke sind neu im Stadtrat. In der CSU haben einige Stadträte aus dem Nicht-Schaidinger-Lager Sprünge nach vorn gemacht. Andererseits hat es Rieger-Gegner Christian Schlegl allen Widrigkeiten zum Trotz auch in den Stadtrat geschafft. Ein Rückkehrer: Hubert Lankes, einst Liste Alz, jetzt Freie Wähler. Gero Kollmer von der CSB – auch im Stadtrat – denkt nun darüber nach eine Empfehlung für Wolbergs auszusprechen: „Kann sein, dass ich zum ersten Mal rot wählen muss.” In der CSU liegen denn auch die Nerven blank. Die Suche nach den Schuldigen hat begonnen. Einen solchen hat der (Noch-)CSU-Fraktionschef Herbert Schlegl im Kreisvorsitzenden Franz Rieger ausgemacht.
Hans Schaidinger (hier mit Ehefrau Edelgard) setzte gestern abend auf Durchhalteparolen: „In die Stichwahl zu müssen, ist keine Schande. Ich habe immer noch eine komfortable Mehrheit. Wir müssen in den nächsten zwei Wochen darum kämpfen, die Verluste im bürgerlichen Lager wett zu machen. Die geringe Wahlbeteiligung hat mir sicher geschadet.	Foto: StaudingerRieger gibt sich zuversichtlich: „Die Bürger werden die Arbeit des Oberbürgermeisters würdigen.” Seine Arbeit würdigt mancher nicht…	F.: Staudinger„Kanaken” – Herbert Schlegl leistet sich gestern einen Verbalausfall der Extraklasse. Der CSU-Fraktionschef. verlor bei der Wahl fünf Listenplätze.	Foto: ar
Bei der „Wahlparty” im Hotel Bischofshof, die zum Leichenschmaus geworden war, begrüßte Schlegl Rieger mit den Worten: „Du hast die Wahl verloren und dann kommst Du mit Deinen Kanaken auch noch an.” Mit „Kanaken” meinte Schlegl offenbar die CSU-Ortsvorsitzenden Markus Spitzer und Florian Kastl, die Rieger ins Bischofshof begleitet hatten… (ik/ra/as)

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Kommentare (8)

  • Stefan

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    Der liebe Herbert Schlegl hat schon wieder mal die Nerven verloren!;-)))

    „Bei der „Wahlparty” im Hotel Bischofshof, die zum Leichenschmaus geworden war, begrüßte Schlegl Rieger mit den Worten: „Du hast die Wahl verloren und dann kommst Du mit Deinen Kanaken auch noch an.” Mit „Kanaken” meinte Schlegl offenbar die CSU-Ortsvorsitzenden Markus Spitzer und Florian Kastl, die Rieger ins Bischofshof begleitet hatten…“

    Kanake ist in neuerer Zeit allerdings eine extrem abwertende Bezeichnung für als Ausländer wahrgenommene Menschen mit südländischem Aussehen. In der Frühphase der Anwerbung von Gastarbeitern in den 1970er Jahren oft gegen Italiener, Spanier und Griechen verwendet, zielt der Ausdruck heute meist auf die sprachliche Diskriminierung von und die aggressive Abgrenzung gegenüber Menschen arabischer, türkischer, persischer, süd- und südosteuropäischer aber auch südostasiatischer Abstammung.

    Wobei mich schon interessieren würde, wie Herbert Schlegl zu seinen Vermutungen kommt;-))

  • Norbert Steiner

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    Höre ich da bei Herbert Schlegl rechtslastige oder menschenverachtende Tendenzen heraus? Wenn, dann wäre dies ein Fall für das Bezirksschiedsgericht der CSU!

  • Mathilde Vietze

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    So sieht also das „echt Christliche“ aus!

  • Barbara Junghans

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    Liebe Mitbürger,
    Ihr müßt positiv denken! Seien wir doch Herbert Schlegl dankbar, dass er die Katze aus dem Sack gelassen und uns überdeutlich gezeigt hat, dass er seine Primitivreaktionen nicht im Griff hat. Ein solches Individuum gehört nicht in die Politik, denn er ist von demokratisch empfindenden Menschen nicht wählbar. Falls er Charakter hat – hat er den? Wenn ja, was für einen??? – dann sollte er zurücktreten von seinem Posten als Fraktionsvorsitzender und Christian Schlegl, Schaidingers „Mann fürs Grobe“ und „Dossierverwalter“ gleich mitnehmen! Aber das wird er natürlich nicht tun und genau so wenig wird ihn die CSU ausschließen, denn sein Stil enspricht ja genau dem seines obersten Dienstherrn, des OB, der sich ja auch nicht enblödet hat, Dr. Rieger einen „Kasper“ zu nennen. Weiter so liebe CSU! Es gibt ja noch einen zweiten Kandidaten für die Stichwahl, der wird sicher schon kichern über die gute Proganda, die Ihr für ihn macht, ohne dass er selbst Geld dafür in die Hand nehmen muß.
    Peinlich, blamabel, lächerlich – aber leider die Realität!
    P.S. Einspruch, liebe Mathilde Vietze, jeder „echte Christ“ wird sich von diesem Wortschatz und der damitverbundenen Einstellung energisch distanzieren.

  • Peter Hinz

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    Danke Frau Junghans,

    sie haben es auf den Punkt gebracht. Der Herr Schlegl, Herbert hat nichts mehr in der CSU zu suchen!!!! Dadurch hat er sich endgültig ins Abseits gestellt!!!!!
    Es gibt aber auch noch Anständige in der CSU

  • Kevin

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    „Du hast die Wahl verloren“- Unter welcher Verblendung und Selbstüberschätzung einige Leute doch leiden ist immer wieder erstaunlich!!! Spätestens jetzt sollte sich jeder Schlegl, jede Velten dieser Welt, jeder einzelne der 7 nervigen Ortszwerge fragen, ob er vielleicht nicht selbst etwas falsch gemacht hat??? So ein zweistelliger, erdrutschartiger Stimmenverlust ist sicher nicht an einer Person und schon gar nicht am KV festzumachen! Auch einem Herrn Schaidinger könnte es doch vielleicht endlich mal dämmern, dass der Ausgang der OB-Wahl-welche zurecht personenbezogen ist und vom mündigen Wähler auch als solche verstanden wird- nicht doch vielleicht möglicherweise ein klitzeklein wenig mit seiner eigenen Person, seinem Führungsstil, seinem Umgang mit Menschen, und nicht am Kreisvorsitzenden liegt?? Und anstatt auf einem Dr. Rieger jetzt rumzuhacken, sollte man diesem dankbar sein, dass er es geschafft hat durch deine kompetente und menschenbezogene Art dann doch noch den ein oder anderen CSU-Wähler zu mobilisieren. Denn glauben Sie mir Herr Schlegl, mit Ihrem exotischen Demokratieverständnis, Ihren teilweise dann doch seltsamen Anhängern UND einem Herrn Welnhofer als KV, wäre es noch wesentlich schlimmer gekommen.

  • Jaqueline

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    anstatt Leute anzupöblen sollte der liebe Herr Schlegl vielleicht mal wieder seine Hobby-Dedektivausrüstung auspacken und nachforschen, wieso die Ortsvorsitzende Stadtamhof/Oberer Wöhrd eigentlich ein Auto mit Landnummer fährt…

  • Stadtrats-Adventskalender, Folge 6 | Regensburg Digital

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    […] Nach dem Verlust der absoluten Mehrheit bei der Kommunalwahl 2008 beschimpfte Schlegl noch am selben Abend und unter dem Eindruck der Niederlage den damaligen CSU-Kreisvorsitzenden und heutigen Landtagsabgeordneten Franz Rieger mit den Worten: „Du hast die Wahl verloren und dann kommst Du mit Deinen Kanaken auch noch an.“ […]

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