SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 8. Juni 2009

haushartlschleglNur ein Randthema war das bunte Haus des Malermeisters Rebl beim heutigen Treffen der Regensburger Rathaus-Koalition („Koalitionsausschuss“). Bereits im Vorfeld hatte die Verwaltung signalisiert, dass zunächst kein Bescheid an Rebl verschickt werden soll. Man sucht noch einmal das Gespräch. „Letztlich entscheidet die Verwaltung. Wir können sowieso nur eine Empfehlung geben“, sagt CSU-Fraktionschef Christian Schlegl (oben rechts im Bild) am Montag Nachmittag. Schlegl hatte sich vergangene Woche via Pressemitteilung dafür ausgesprochen, dass Rebl-Haus als Kunstwerk zu betrachten und den Malermeister gewähren zu lassen. „Dabei bleibe ich. Die Verwaltung sollte den Fall zu den Akten legen.“ Etwas anders sieht das der Koalitionspartner. „In meinen Augen geht es um eine Werbemaßnahme“, sagt SPD-Fraktionschef Norbert Hartl (links im Bild), den das Thema hörbar nervt. Dabei gesteht Hartl zu, dass er das Rebl-Haus „künstlerisch gar nicht einmal so schlecht“ findet. „Aber Rebl und Dollmann (Lebensmittelgeschäft im Rebl-Haus, Anm. d. Red.) werben mittlerweile offensiv mit dem bunten Haus“, so Hartl. Ähnliche Werbemaßnahmen von Betrieben via Farbgestaltung seien in der Vergangenheit abgelehnt worden. Als Vergleich nennt Hartl den Baumarkt, der derzeit an der Frankenstraße entsteht. Zunächst sollte OBI dort bauen. „Die wollten aber partout nicht von ihrer orangen Farbgestaltung abweichen.“ Die Verwaltung sagte „Njet“, nun gibt es einen anderen Betreiber. „In Zukunft könnten die jetzt auch sagen: Das ist Kunst“, befürchtet Hartl. Und dann müsste die Verwaltung einen solchen Anstrich genehmigen. Dass es wegen dieser unterschiedlichen Auffassungen zu einem Koalitionsstreit kommen wird, steht indessen nicht zu befürchten. Hartl: „Ich mische mich da nicht ein. Das ist eine Verwaltungsangelegenheit.“ Insofern gibt es also allenfalls von der CSU eine entsprechende Empfehlung an die Verwaltung. Der Oberbürgermeister äußerte sich beim Koalitionsausschuss nicht zu dem Thema. Er musste dringend zum nächsten Termin.

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