Buntes Haus: Die SPD hält sich raus

haushartlschleglNur ein Randthema war das bunte Haus des Malermeisters Rebl beim heutigen Treffen der Regensburger Rathaus-Koalition („Koalitionsausschuss“). Bereits im Vorfeld hatte die Verwaltung signalisiert, dass zunächst kein Bescheid an Rebl verschickt werden soll. Man sucht noch einmal das Gespräch. „Letztlich entscheidet die Verwaltung. Wir können sowieso nur eine Empfehlung geben“, sagt CSU-Fraktionschef Christian Schlegl (oben rechts im Bild) am Montag Nachmittag. Schlegl hatte sich vergangene Woche via Pressemitteilung dafür ausgesprochen, dass Rebl-Haus als Kunstwerk zu betrachten und den Malermeister gewähren zu lassen. „Dabei bleibe ich. Die Verwaltung sollte den Fall zu den Akten legen.“ Etwas anders sieht das der Koalitionspartner. „In meinen Augen geht es um eine Werbemaßnahme“, sagt SPD-Fraktionschef Norbert Hartl (links im Bild), den das Thema hörbar nervt. Dabei gesteht Hartl zu, dass er das Rebl-Haus „künstlerisch gar nicht einmal so schlecht“ findet. „Aber Rebl und Dollmann (Lebensmittelgeschäft im Rebl-Haus, Anm. d. Red.) werben mittlerweile offensiv mit dem bunten Haus“, so Hartl. Ähnliche Werbemaßnahmen von Betrieben via Farbgestaltung seien in der Vergangenheit abgelehnt worden. Als Vergleich nennt Hartl den Baumarkt, der derzeit an der Frankenstraße entsteht. Zunächst sollte OBI dort bauen. „Die wollten aber partout nicht von ihrer orangen Farbgestaltung abweichen.“ Die Verwaltung sagte „Njet“, nun gibt es einen anderen Betreiber. „In Zukunft könnten die jetzt auch sagen: Das ist Kunst“, befürchtet Hartl. Und dann müsste die Verwaltung einen solchen Anstrich genehmigen. Dass es wegen dieser unterschiedlichen Auffassungen zu einem Koalitionsstreit kommen wird, steht indessen nicht zu befürchten. Hartl: „Ich mische mich da nicht ein. Das ist eine Verwaltungsangelegenheit.“ Insofern gibt es also allenfalls von der CSU eine entsprechende Empfehlung an die Verwaltung. Der Oberbürgermeister äußerte sich beim Koalitionsausschuss nicht zu dem Thema. Er musste dringend zum nächsten Termin.

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Kommentare (8)

  • Veits M.

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    Damit Baukultur auch im Stadtrat zu R. Schule macht, gestatte ich mir den Hinweis auf zwei Gesichtspunkte:

    1.

    Die Gründungsmitglieder der Bundesstiftung Baukultur haben die Qualitätsmaßstäbe der Baukultur wie folgt definiert:

    „Die Prinzipien der Geschichtlichkeit, der Nachhaltigkeit, der Regionalität und der Schönheit der Architektur müssen das Prinzip der Gerechtigkeit im Gepäck haben“. (Prof. Dr. Karl Ganser)

    Weitere Infos unter
    http://www.bmvbs.de/architektur-baukultur/download/download_set.html

    2.

    Mitmachen. bauTraum!
    Baukultur ist sinnlich. Baukultur ist bunt. Baukultur braucht alle.

    Die Bundesstiftung Baukultur und ihr Förderverein laden gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Bundesarchitektenkammer zur bundesweiten Netzwerkkampagne bauTraum im 2. Schulhalbjahr 2009/2010 ein.

    Die Netzwerkkampagne bauTraum ist bundesweite Aktions- und Informationsplattform zum Thema Baukultur und Schule. Lehrende, Erzieher, Eltern wie auch Planer, Initiativen und Institutionen sind aufgerufen, sich mit Aktionen im
    2. Schulhalbjahr 2009/2010 zu beteiligen. Gemeinsam wollen wir eine hohe öffentliche und politische Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema erzielen. Damit Baukultur in unserer Gesellschaft Schule macht.

    Machen Sie mit und leiten Sie den Aufruf an Kollegen, Freunde und Interessierte weiter. Mehr Informationen unter
    http://www.baut-raum.de

  • Joachim Datko

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    Ich wäre für einen 12-monatigen Rollentausch!

    Ein Mitarbeiter der Verwaltung, der sein bisheriges Berufsleben im Amt verbracht hat, darf ein Jahr mit der Malerrolle arbeiten und erhält den entsprechenden Lohn.

    Ein Maler, der bisher nie in den Genuss eines öffentlichen Gehalts gekommen ist, darf auf dem „Stempelkissen“ Platz nehmen und erhält ein entsprechendes Gehalt.

  • Kenny McCormick

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    Kommentar gelöscht. Die Redaktion.

  • Roswita Hallhuber

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    Kommentar gelöscht. Die Redaktion

  • Veits M.

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    Zur Sache:

    SpectraView, der neue, vom renommierten Farbdesigner Peter Zoernack entwickelte Farbenkanon, umfasst neun harmonisch aufeinander abgestimmte Farbfamilien und mehrere Kontrastfarben, die für kräftige Akzente sorgen. Durch die horizontal und vertikal kombinierbaren Farben ergeben sich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.
    http://www.ais-online.de/6/pdcnewsitem/01/51/94/index_6.html

  • Veits M.

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    Leider versäumt es der Webmaster, Stil und Umgang auf dieser Website zu zivilisieren, was auch andere davon abhält, sich inhaltlich iS von Vielfalt und gegenseitigem Respekt einzubringen.

    So wird die Chance vertan, ein Teilhabe-Forum an der lokalen Demokratie zu festigen.

    Wie Nutzer gelingend miteinander umgehen, dass zeigt die ZEIT-Community auf (Regeln dort).

    Wirklich schade.

  • Stainer

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    Wieso wurde der Kommentar vom Kenny gelöscht?

    Er hatte Datko nicht anders behandelt, als Datko das mit Verwaltungsmitarbeitern macht.

    Hat Datko hier das alleinige Recht auf Pauschalverunglimpfungen gegen Verwaltungsmitarbeiter („Stempelkissen“), Priester (die er alle in die Nähe der Padophilie rückt), Kaminkehrer und Stromversorger?

    Mehr Nettiquette , auch von seiten Datkos wäre durchaus angebracht, danke für den entsprechenden Hinweis auf verbessserte Umgangsformen Herr Veits, dann aber bitte für alle.

  • britt

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    lieber herr veits,

    da haben Sie wirklich recht. Sie sind ein richtiger Schlaumeier. wir wissen ja alle, dass dieses Medium hier über ebensoviel Personal und Geld verfügt wie Die Zeit. Falls Sie es nicht verstehen sollten: Das ist ironisch gemeint.

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