SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 13. Juli 2009

feuerDer Polizeieinsatz bei der Alten Mälzerei hört sich dramatisch an. Von einem „randalierenden Mob” war in einige Medien die Rede. Zu recht? Eine Gruppe von 30 Personen hatte laut Polizeibericht in der Nacht von Samstag auf Sonntag „Gegenstände” vor der Alten Mälze angezündet (wir berichteten). Eine Streife wurde darauf aufmerksam. „Die aussteigenden Beamten wurden aus der Gruppe heraus sofort massivst beleidigt, ihnen wurde der ‚Deutsche Gruß‘ gezeigt und sie wurden mit Glasflaschen beworfen”, heißt es im Polizeibericht. Die beiden Polizisten riefen Verstärkung. Insgesamt waren schließlich 25 Beamte und ein Polizeihund vor Ort, um die Situation in den Griff zu bekommen. Der Einsatz endete mit einer eingeschlagenen Tür, einem leer gesprühten Feuerlöscher und (vorläufig) fünf Festnahmen. Die übrigen Beteiligten entkamen. Weniger dramatisch als der Polizeibericht hören sich dagegen die Schilderung eines Mitarbeiters der Alten Mälzerei an. „Das war alles vollkommen unspektakulär, eine Rangelei zwischen Polizisten und Gästen.” Tatsächlich gab es bei dem Polizeieinsatz weder Verletzte noch nennenswerte Sachschäden. In der Alten Mälze beziffert man den Schaden auf „100 bis 200 Euro” – der leer gesprühte Feuerlöscher und die Reinigung vom Löschstaub. „Sonst ist nichts kaputt gegangen.” Auch am Streifenwagen entstand trotz Flaschenwurf offenbar kein Schaden. Bei den brennenden „Gegenständen”, an denen sich die Situation entzündete, handelte es sich übrigens um bengalisches Feuer. Sagt man in der Alten Mälzerei. „Im Einzelnen wissen wir das nicht”, heißt es dazu von der Polizei. An einen rechtsradikalen Hintergrund glaubt die Polizei trotz Hitler-Gruß „momentan” nicht. „Es war aber offensichtlich, dass die Leute gegen die Polizei eingestellt waren.” Gegen die Festgenommenen wird neben Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte auch wegen Landfriedensbruch ermittelt. Höchststrafe: drei Jahre.

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