„Verblechung“, „Asphaltbrei“, „Schandmal“. Genüssliche Abrechnung von Klaus Caspers (2. v. l.) mit der Regensburger Stadtplanung. Foto: as
Das wird super (meint die Stadt). Das wird ein Krampf (meinen Bürgerinitiativen). Das wird schon gut und wenn es schlecht wird, dann kann ich nix dafür (mein Richard Loibl).
Wie wird das Museum für bayerische Geschichte am Donaumarkt aussehen? Und vor allem: Wie wird das Umfeld gestaltet? Darüber diskutierten am Donnerstag Anwohner und Vertreter von Bürgerinitiativen mit Planungsamtschefin Ute Hick, Hans Weber vom Staatlichen Bauamt und dem designierten Museumsleiter Richard Loibl. Der Erkenntnisgewinn an diesem Abend hielt sich in recht engen Grenzen. Dafür weiß man nun, wo die Fronten verlaufen.
Altstadt ist „Außengelände des Museums“
Dass „die historische Altstadt als Außengelände des Museums“ zu verstehen sein wird, wie es auf den städtischen Internetseiten heißt, sorgte im vollen Saal noch für Gelächter. Denn dieses „Außengelände“ ist Dreh- und Angelpunkt aller Kritik. Der Freistaat wird für den Museumsbau – der geschätzt 51 Millionen kosten soll – einen weltweiten Architektenwettbewerb ausschreiben. Der Uferbereich am Donaumarkt, aber auch die angrenzende Ostengasse bleiben dabei außen vor. Bürgerinitiativen wie der Arbeitskreis Kultur, das Forum Regensburg und die Altstadtfreunde hätten das gern anders. Ganz anders. Sie fordern einen großen städtebaulichen Wettbewerb im Zuge dessen praktisch alle städtebaulichen Wunden, die in der Ostnerwacht je geschlagen wurden, behoben werden.
Und so wettert Klaus Caspers unter betretenen Blicken der Planungsamtschefin genüsslich über die „massakrierte östliche Altstadt“, den „Asphaltbrei“, über den man vom Bahnhof in die Altstadt komme, den Plenarsaal des neuen Rathauses, der aussehe wie der „abgehackte Arm eines Kriegsversehrten“, das „Schandmal Martin-Luther-Straße“, das die östliche von der restlichen Altstadt trenne und die „Verblechung“ des Donauufers durch die vielen Touristenschiffe.
„Ostermeier-Verkauf hat ein Gschmäckle“
Dass man einen Teil des Donaumarkts – das Ostermeier-Gelände – noch an das Immobilienunternehmen Trepnau verkauft habe, nachdem klar, war, dass man den Zuschlag für das Museum bekomme sei nicht nur schlimm, das habe schon auch ein „Gschmäckle“, sekundiert Eginhard König (Arbeitskreis Kultur). Und Reiner Schmidt (Forum Regensburg) fügt noch hinzu, dass das Museum – wenn die Stadt so weiter mache – doch nur als Magnet für ein paar Immobilienspekulanten diene, statt allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt etwas zu bringen. Bis zu 6.000 Euro für den Quadratmeter Wohnraum seien da schon im Gespräch, berichtet einer der Anwesenden. „Da kann doch kein normaler Mensch mehr leben.“
Das Ostermeier-Areal wurde Anfang des Jahres an Immobilien Trepnau verkauft. Hier soll unter anderem ein Hotel entstehen. Beim Wettbewerb fürs Museum bleibt das Gelände außen vor. Foto: Archiv
Ute Hick unternimmt ab und zu den Versuch, diesen Generalabrechnungen, die immer wieder von Applaus begleitet werden, etwas zu entgegnen. Die Anlegestelle sei Beschlusslage, der Wettbewerb nur für das Museum sei so mit dem Freistaat verhandelt worden und auch wenn sie die Preisentwicklung mit Sorge betrachte, könne man da als Kommune nur recht wenig machen – zumal als Verwaltung und eben nicht als politischer Entscheider im Stadtrat.
Loibl erklärt in jovialer Geste, dass man doch wegen des Museums „beim besten Willen nicht die halbe Stadt in einem Riesenwettbewerb überplanen“ könne, dass das aber sicher alles toll werden werde. Und Hans Weber vom Staatlichen Bauamt, sitzt recht still am Podium, denn wie das Museum selbst aussehen wird, weiß man zum einen nicht und zum anderen interessiert es auch keinen.
Forderung: Keine Touristenschiffe am Donaumarkt
Schiffsanlegestelle nicht am Donaumarkt, keine Rampe für Busse und Lieferfahrzeuge von der Eisernen Brücke ans Donauufer und eben ein großer Wettbewerb für alles – das sind die zentralen Forderungen, die wortreich und von Applaus begleitet immer wieder vorgetragen werden und die Ute Hick immer wieder zu beschwichtigen versucht, manchmal wortreich, manchmal resigniert und achselzuckend.
Busrampe zum Donauufer: Diese Planung gilt auch noch nach dem Zuschlag fürs Bayern-Museum. Grafik: Stadt Regensburg
Nach über zwei Stunden hat man sich in den verschiedenen Standpunkten zwar kein Jota angenähert, aber es scheint alles gesagt und so wird die Diskussion geschlossen. Während die Planungsamtschefin den Brandlbräu verlässt, stoßen die Vertreter der Bürgerinitiativen mit Sekt an. Anscheinend war es ein gelungener Abend.
An eine Lotterie erinnert der Umgang Bundesverfassungsschutzes mit Daten und Akten einen CDU-Politiker im NSU-Untersuchungsausschuss. Was dem Bundesamt recht ist, ist dem bayerischen Geheimdienstlern nur billig.
Da könnten einem fast die Tränen kommen: Mit dem Bau von Wohnungen scheint man in Regensburg einfach kein Geld verdienen zu können. Die hohen Energiestandards, barrierefrei soll heute alles sein, womöglich noch hochwertiges Material und dann will die Stadt die Bauträger noch mit einer Sozialwohnungsquote von 15 Prozent belasten. Da bleibt doch kaum noch was zum Leben übrig.
Die Mauer des Schweigens in der Diözese Regensburg will eine Gruppe ehemaliger Domspatzen nun durchbrechen. Vergangenes Wochenende trafen sie sich im Altmühltal und brachten ein Archiv auf den Weg, in dem sie möglichst viele Fälle sexuellen Missbrauchs dokumentieren und veröffentlichen wollen. Dem eben nach Rom beförderten Gerhard Ludwig Müller bescheinigen sie: „Er hat es nicht mehr verdient, als ‘Seelsorger’ bezeichnet zu werden.“
Nach eineinhalb Monaten Pause setzen wir unsere Ballonauten-Serie fort. Mit einem Riesenfussball reisten die Regensburger Jakob Schmid und Franz Berzel 1932/ 33 kreuz und quer durch Deutschland. Zwischenzeitlich haben das Fußball-Magazin Elf Freunde und das Magazin MUH sich in längeren Berichten der beiden Ballonauten angenommen. Wir in loser Folge veröffentlichen das Tagebuch der beiden Ballonauten.
Die Regensburger SPD hat ihren Vorstand neu gewählt. Man gibt sich geschlossen, meidet öffentliche Diskussionen und schielt auf künftige „Machtoptionen“.
Sie sind klein, pink und recken die Hand zum Hitler-Gruß – die 1.000 Gartenzwerge, die das Bündnis „Keine Bedienung für Nazis“ nach Regensburg holen will. Der Bildhauer und Kunstprofessor Otmar Hörl, Schöpfer der Hitler-Zwerge, scheint von der Idee recht angetan zu sein.
Es ist ein Novum: Wenn die SPD im Oktober ihre Kandidaten für den Bezirkstag offiziell nominiert, wird es einen Gegenkandidaten für Norbert Hartl geben. Das erste Mal seit 30 Jahren.
Die Pläne für den Abriss und Neubau des Karmeliten-Hotels stoßen im Regensburger Stadtrat auf nahezu einhelliges Lob. Unter anderem als wichtiger Schritt im Kampf für mehr Wohnungen. Die Wohnungen im „Karmeliten-Palais“ kratzen bei den Quadratmeterpreisen an der 5.000-Euro-Schallmauer.
Am Freitag stimmt der Bundestag über den Fiskalpakt ab. In offenen Briefen haben der DGB und zwei Regensburger Stadträte die Abgeordneten der Region aufgefordert, gegen das vermeintliche Rezept zur Bewältigung der Schuldenkrise zu stimmen. UPDATE: Der Regensburger Landtagsabgeordnete Thomas Dechant (FDP) hat die FDP-Bundestagsfraktion in einem offenen Brief ebenfalls aufgefordert, dem Fiskalpakt nicht zuzustimmen.
Wenn eine Fußball-Europameisterschaft steigt, dann ist alles anders. Da werden bei BMW die Bänder abgeschaltet, da wird das Kulturreferat ungeahnt flexible und bei Jubelfeiern zeigt sich die Polizei generös. Bei Jubelfeiern, wohlgemerkt.
Mit knapp 50 Mitgliedern ist er fast so groß wie der hiesige Stadtrat: der studentische Konvent der Universität Regensburg. Er wählt den SprecherInnenrat, der anschließend ein Semester lang den stolzen Etat von 20.000 Euro – immerhin ein Euro pro Studierenden – verwalten darf. Der Konvent darf immerhin schlaue Beschlüsse fassen. Interessieren muss das keinen. Und das tut es auch nicht.
Viel Lob und einen einstimmigen Beschluss gab es am Mittwoch im Stadtrat für den Bebauungsplan zur ehemaligen Zuckerfabrik. Diskutiert wurde dagegen viel über sozialen Wohnungsbau. Der CSU-Fraktionschef stellt die 15-Prozent-Quote erneut zur Disposition.
Auch wenn Regensburg im Vergleich noch gut da steht: Den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ein- bis dreijährige Kinder wird die Stadt nicht erfüllen können. Das ist eigentlich allen klar, aber vor allem die CSU will nicht darüber reden.
Der Wehrmachtsmajor Robert Bürger hat Regensburg vor der Zerstörung durch die amerikanischen Truppen gerettet: Mit dieser Legende hat das kürzlich erschienene Buch „Kriegsende in Regensburg. Die Revision einer Legende“ gründlich aufgeräumt. Unser Autor Robert Werner hat das Buch ausführlich besprochen und ist den Gründen für die willfährig unterstützte Geschichtsklitterung Bürgers nachgegangen. In einer dreiteiligen Serie veröffentlichen wir seine Ergebnisse, die wir hier zunächst kurz zusammenfassen.
Am kommenden Mittwoch werden die Stadträte im Planungsausschuss den Abriss des Karmeliten-Hotels beschließen. Der Eigentümer – das Immobilien Zentrum Regensburg – hat bereits alle Wohnungen, die dort entstehen sollen, verkauft.
Bestätigt fühlen sich alle: Mieterbund, Stadtverwaltung und Stadtbau – dem Ergebnis einer Studie, derzufolge in Regensburg günstiger Wohnraum fehlt, stimmen alle drei zu. Stadtbau-Chef Joachim Becker sorgt allerdings mit seinen Aussagen zum öffentlich geförderten Wohnungsbau für Erstaunen.
Einen Leitantrag zum Thema Extremismus haben die bayerischen Julis bei ihrem Landeskongress in Regensburg verabschiedet. Für Schlagzeilen sorgte die Forderung nach einer Abschaffung der Landesämter für Verfassungsschutz. Dabei sind es andere Punkte, die für mehr Diskussionsstoff sorgen könnten.