Bischof Müllers Anmerkungen zum achten Gebot

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller lässt kaum eine Gelegenheit aus, um seine Ansichten zu Medien, die über sexuelle und körperliche Gewalt im Schoß von Mutter Kirche berichten, unter die Gläubigen zu bringen. Anlässlich des Hauptfests der Marianischen Männercongegration am 18. April in der Dominikanerkirche zu Regensburg interpretierte Müller in seiner Predigt die Berichterstattung zu Bischof Walter Mixa wie folgt:
„Es wird behauptet er (Walter Mixa, Anm. d. Red.) sei ein Lügner und verstoße gegen das achte Gebot. Das sagen ausgerechnet diejenigen, die sonst nichts von den zehn Geboten Gottes halten, die sich sonst lustig darüber machen, wenn Menschen den Weg der Gebote Gottes gehen, weil sie meinen, es gäbe keinen Gott, der mit seinen Geboten auf die Menschen aktiv einwirken könnte. Gottes Gebote seien nur eine Einschränkung der Autonomie und Selbstbestimmung des Menschen. Es ist ein billiger Trick der Süddeutschen Zeitung: Erst hat man den Vorwurf erhoben, Bischof Mixa habe Kinder brutal geschlagen und geprügelt – von Ohrfeigen war nicht die Rede.”
In der Tat. Allenfalls am Rande war von Ohrfeigen die Rede. Einige Vorwürfe, die Opfer von Mixa gegenüber der Süddeutschen Zeitung erhoben und per eidesstattlicher Versicherung bekräftigt haben: „Herr Mixa hat mir im Laufe der Jahre mindestens 50-mal die Hose heruntergezogen und mit einem Stock fünf- bis siebenmal kräftig auf das Gesäß geschlagen.” „Innerhalb einer Woche hat mich Herr Mixa dreimal jeweils mit der Faust geschlagen.” „Ich musste mich über einen Bock beugen“, heißt es in seiner eidesstattlichen Erklärung, dann hat mir Herr Mixa mit einem Teppichklopfer 35 Schläge auf das Gesäß gegeben.” Weiter in der Predigt von Bischof Müller:
„Daraufhin hat der Bischof von Augsburg verlauten lassen, dass er niemals Kinder brutal geschlagen habe (…).”
Tatsächlich? Ein Auszug aus der Stellungnahme von Bischof Mixa, nachdem erste Prügelvorwürfe erhoben worden waren. „Ich bin zutiefst erschüttert über die Anschuldigungen, die mir gegenüber erhoben werden. Ich versichere nochmals, dass ich zu keiner Zeit gegen Kinder und Jugendliche körperliche Gewalt in irgendeiner Form angewandt habe.” Bischof Gerhard Ludwig Müller predigt weiter:
„Als später das Thema ‚Ohrfeigen‘ aufgekommen ist, hat er (Mixa, Anm. der Red.) gesagt, dass er nicht ausschließen könne, in der Vergangenheit einige ‚Watschen‘ gegeben zu haben – ein pädagogischer Brauch, der damals allgemein üblich war, auch wenn er uns heute nicht mehr verständlich ist.”
Ein Züchtigungsrecht an Schulen und pädagogischen Einrichtungen bestand in Deutschland spätestens 1973 nicht mehr. Der Zeitraum, in die die Vorwürfe gegen Walter Mixa fallen, umfasst seine Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhaus von 1975 bis hinein in die 80er. Walter Mixa ist inzwischen zurückgetreten. Ein letzter Auszug aus der Predigt von Bischof Gerhard Ludwig Müller:
„Wenn wir einen Pressespiegel durchschauen, dann gleicht ein Artikel dem anderen wie ein Ei dem anderen: Kein eigener Gedanke, keine Fähigkeit zu einem wirklichen Urteil, kein Argument, das theologisch oder philosophisch argumentativ untermauert wäre. All das fehlt. Es wird lediglich versucht, mit ständiger Wiederholung von immer wieder falschen Aussagen-Kombinationen das Image des Papstes oder einzelner Bischöfe zu beschädigen und zu meinen, dann seien sie nicht mehr ‚haltbar‘. Letztlich ist das nichts anderes als der Machtanspruch der Hohenpriester zu Zeiten der Apostel, die verbieten wollten, dass von Christus gepredigt, die Gebote Gottes verkündet und das Evangelium den Menschen vorgelebt wird. Auch heute versuchen die Machthaber des Relativismus, die Meinungsmacher nichts anderes als dieses nicht auf einem festen Boden stehende Urteil des irdisch gesinnten Menschen in die Kirche hineinzutragen. Sie beurteilen die Kirche nicht nach den Maßstäben Gottes, sondern nach ihren eigenen innerweltlichen, oft auch antichristlichen und antikatholischen Vorstellungen. Das muss uns Gläubigen klar sein!”
„Dann macht es bumm, ja und dann kracht’s und alles schreit: Der Müller macht’s” Gerd Müller, Fußballgott

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Kommentare (25)

  • Joachim Datko

    |

    Gehirnwäsche bei der römisch-katholischen Kirche?

    Zitat. „mit ständiger Wiederholung von immer wieder falschen Aussagen-Kombinationen“

    So prägen meiner Ansicht nach Religionen die Menschen. Man muss nur die Menschen dazu bringen immer wieder die selben Inhalte zu wiederholen:
    Beispiele:
    – Das Kirchenjahr, immer wieder die selben Inhalte, oft aus der Lebenswelt von Hirtenvölkern.
    – Rosenkranz beten, wie oft ist die Gläubige an dieser Stelle schon vorbei gekommen?

    Mein Tipp an Regensburger Katholiken: Verlassen Sie die Kirche. Für 25 € Verwaltungsgebühr können Sie im Standesamt die römisch katholische Kirche verlassen (Ausweis nicht vergessen). Eine schriftliche Bestätigung kostet Sie 6 € extra. Jugendliche können schon ab 14 Jahren die Kirche selbständig verlassen.
    Nach meinen Informationen können Verwaltungsgebühren in Ausnahmefällen wegen richtiger Armut erlassen werden. Es gibt Berichte, dass Schüler die Gebühr nicht zahlen müssen (http://www.ibka.org/node/813)
    Satire:
    Niemand sollte in die römisch katholische Hölle kommen, nur weil er sich den Kirchenaustritt nicht leisten kann. Wegen der hohen Energiekosten werden nur Katholiken aufgenommen.
    =====
    Fragen beantworte ich gerne unter:
    http://monopole.de/forum/ -> Kirchenaustritt

    Joachim Datko
    Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
    Portal: http://www.monopole.de

  • Mathilde Vietze

    |

    Mit seiner wöchentlichen Gebetsmühle hat Müller wieder einmal
    gezeigt, daß er weder fähig, noch willens ist, den Realitäten ins
    Auge zu schau’n. Schuld sind natürlich immer die anderen, die
    „kirchenfeindlichen“ Kritiker und vor allem die Presse.
    Wenn Müller sich einmal der Mühe unterzöge, vor der eigenen
    Türe zu kehren, anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen,
    wäre er beschäftigt, bis er den Löffel abgibt.

    Ich habe dazu ein Gedicht gemacht:

    Gerhard Ludwig macht schon wieder mal ein Getöse,
    weil die Medien so böse.
    Gottlob ist die Presse unbequem,
    durchschaut die Mißstände im reaktionären System.
    Dadurch wird so manchem Kirchenmann verwehrt,
    daß er diese unter den Teppich kehrt.

  • Veits M.

    |

    Nicht Hochmut, Demut ist angesagt

    GLM Gang nach Riekofen – in Demut – steht noch aus. Das weiß er auch. Da kann er reden wie er will. Vertrauen muss man sich verdienen. Die Bitte um Verzeihung bringt die Menschen auf gleiche Augenhöhe und geht notwendigerweise mit De-mut einher. Für Hoch-mut ist kein Raum, Herr Bischof.

  • Jens

    |

    Was Vietze hält für ein Gedicht,

    das ist es leider ohne Sprachrhythmus trotz aller Reime aber nicht.

  • A hoibe Österreicherin

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    Wie soll man körperliche, seelische und verbale Gewalt durch philosophische und theologische Argumente untermauern?
    Es ist und bleibt, was es ist: Die Zerstörung bzw. Beschädigung von „sogenannten“ Schutzbefohlenen.

  • Skydaddy

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    In dem ersten Artikel der Süddeutschen, „Warte nur, bis der Stadtpfarrer kommt“ (30.03.2010) ist durchaus auch von Ohrfeigen die Rede:

    In eidesstattlichen Erklärungen, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, berichten die ehemaligen Heimkinder von Ohrfeigen, von Fausthieben auf den Oberarm und von Schlägen auf das Gesäß mit Teppichklopfer oder Stock.

    Darüber hinaus erwähnte Mixa in dem BILD-Interview vom 03.04.2010:

    Ich kann mich nicht erinnern, von meinem Vater oder meiner Mutter jemals geschlagen oder nur geohrfeigt worden zu sein.

    Es erscheint dann wenig glaubhaft, wenn er behauptet, er habe bei den Vorwürfen nicht an Ohrfeigen gedacht.

    Wenn Mixa meint, Ohrfeigen waren „damals vollkommen normal und alle Lehrer und Schüler dieser Generation wissen das auch“, dann scheint er sich an ganz, ganz viele Ohrfeigen, die andere gegeben haben zu erinnern – nur nicht daran, ob er selber geohrfeigt hat.

  • gifthaferl

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    „Aus diesem Grund kann die Kirche nur geistlich beurteilt werden. S.3

    Durch Handauflegung und Weihegebet sind die Bischöfe und Priester das, was sie sind:
    nämlich von Gott selbst bestellte Hirten.

    Wenn es heute Politiker gibt – oft aus der zweiten Reihe -, die gegen Bischöfe in Deutschland Rücktrittsforderungen erheben, dann zeigt das, dass diese unsere Demokratie nicht verstanden haben.

    Politiker können sich nicht in das kirchliche Leben einmischen, denn eine Demokratie besteht auf dem Boden der Religionsfreiheit.

    Die Kirche bestimmt nach unserer Verfassung ihre inneren Angelegenheiten Deshalb verbitten wir uns solche Einmischung in das kirchliche Leben! Hier wird der falsche Anspruch erhoben, als ob Abgeordnete und Parlamente alles bestimmen könnten, was sich in einer Gesellschaft vollzieht – auch das Leben der Kirche.“
    http://www.bistum-regensburg.de/download/borMedia1184005.PDF

    Aha, der Herr Müller verbittet sich also jede Einmischung ins kirchliche Leben – was dann ganz offensichtlich auch für innerkirchlich real begangene Verbrechen in der realen Welt gegen weltliche Gesetze zu gelten hat.

    Das wissen wir ja, dass es die katholische Kirche so handhabt seit Menschengedenken, allerdings gilt Religionsfreiheit für ALLE Religionen, wie auch dafür KEINER anzuhängen und ist ein Persönlichkeitsrecht, nicht etwa die Grundlage für weltliche Gesetzgebung, der nun mal ALLE die in diesem Lande leben unterworfen sind – sogar die von Gott selbst eingesetzten „Hirten“ der katholischen Kirche.

    Nebensächlichkeiten, wie dass dieser Staat, bestimmte Hirten MIT STEUERGELDERN auch von NICHTRELIGIÖSEN und Angehörigen von Religionen, die NICHT als KdÖR anerkannt sind aushält, seien am Rande erwähnt.

    Er muss solche nicht absetzen können, das kann der Verein dann gerne innerkirchlich tun oder lassen – das staatliche Gehalt streichen, wie wäre es damit?

    Wenn solche „Hirten“ ganz offensichtlich weder die Verfassung, noch die daraus abgeleitete weltliche Gesetzbarkeit zu achten gedenken, und das lautstark permanent bekräftigen in Worten und Taten – WER hat da die Demokratie nicht verstanden?

    Und wer müsste sich darum staatlicherseits eigentlich kümmern?

    Was halten solche „Hirten“ eigentlich von einer Religion mit praktizierten Menschenopfern, so richtig tot, nicht „nur“ die Seele oder symbolisch?
    Fiele eine solche bei uns auch unter die Religionsfreiheit?

    Und eines darf man natürlich auch nicht vergessen, dem Lamm kann es wurscht sein, ob’s vom bösen Wolf oder vom Hirten gefressen wird.

    So gesehen brauchen Schafe keine Hirten, Hirten allerdings dringend Schafe.

  • Knurrhahn

    |

    Gifthaferl
    „So gesehen brauchen Schafe keine Hirten, Hirten allerdings dringend Schafe!“

    …der ist gut :-))

  • Mathilde Vietze

    |

    Lieber Herr Veits M. Ich teile Ihre Meinung vollkommen. Bereits 2 x wurde ich in Riekofen zum Vorlesen
    eingeladen und habe dort eine wahrhaft christliche Gemeinschaft vorgefunden, also Menschen, die ihren
    Glauben ernst nehmen. Was ihnen allerdings der Bischof angetan hat, vergessen und verzeihen sie ihm
    nicht.
    Was ich für besonders schlimm halte ist, daß es doch tatsächlich noch viel zu viele bigotte Einfaltspinsel
    gibt, die alles, was von Müller, Mixa, Ratzinger und ähnlichen Reaktionären kommt, für bare Münze nehmen
    und dann blindwütig auf diejenigen losgehen, die es wagen, das fiese Spiel zu durchschauen.
    Gottlob gibt es noch mutige Journalisten, die sich von den reaktionären und antidemokratischen Beton-
    köpfen (denen es um nichts anderes, als um Machterhaltung geht) nicht einschüchtern lassen.

  • Streitbare Katholikin

    |

    Ich kann gut verstehen, daß Mixa sich anfänglich „an nichts mehr erinnern konnte.
    Wenn einer für 11.000.– Deutsche Mark Wein für den Eigenbedarf kauft, dann wird
    er diesen Wein bestimmt nicht im Keller verschimmeln lassen. Also!

  • Jan Peters

    |

    Hmmm… Legt es Müller etwa darauf an, in Sachen Lügen die Nachfolge des Augsburgers Lügenbischofs anzutreten?

  • Jens

    |

    Was Vietze hält für ein Gedicht,
    das ist es aber leider (ohne Sprachrhythmus trotz aller Reime) nicht.

    Verzeihung, nachgebessert aus Rhythmusgründen …

  • gifthaferl

    |

    @ Jens
    watt hältse davon?

    Gerd Ludwig macht erneut Getöse,
    weil die Medien so böse.
    Die Presse ist ihm unbequem,
    durchleuchtet das ganze Rückwärts- System

    Das verwehrt manch Kirchenmanne,
    dass er unter’n Teppich banne
    Missstände und Lügen – sogar auf Rügen!

    Also jetzt möglichst nah am Original…………

  • R.J.Werner

    |

    Bischof G. L. Müller hat mit kruder Presseschelte und Äußerungen, die von seiner Verantwortung ablenken sollen, mittlerweile auch den BR, der beileibe nicht durch eine antikatholische Praxis von sich reden machte, gegen sich in Stellung gebracht.
    http://www.br-online.de/aktuell/missbrauchsfaelle-regensburg-bischof-gerhard-ludwig-
    mueller-ID1269160586266.xml

    Betrachtet man seine letzte Predigt zum Jahrestag der Ermordung von Domprediger Johann Maier (vom 24.4.2010, siehe: http://www.bistum-regensburg.de unter Predigten und Ansprachen) zusammen mit seinen Anwürfen gegen „kritische“ Medien, die über die Vorfälle von sexualisierter und körperlicher Gewalt u. a. in katholischen Einrichtungen berichteten, zeigt sich ein hoch ideologisiertes Weltbild des Bischofs, der sich in einer ausgemachten Verfolgungssituation wähnt – „wie 1941“.

    Die katholische Kirche sei heute (wie damals) existenziellen Angriffen und Vernichtungsversuchen ausgesetzt – so der Kern von Müllers Weltbild, zu dessen Darlegung er das Leben und Sterben des Dompredigers Maier geradezu funktionalisiert.
    In dieser Ideologie gibt es vorwiegend christliche Opfer, ja das Christentum an sich sei ein solches Opfer und befinde sich im „Kampf des Lichtes gegen die Finsternis, der Wahrheit gegen die Lüge“.

    Die jeweiligen historischen Realitäten müssen hierfür gebeugt werden. Nicht dass Müller die Ermordung von Juden oder politischer Gegnern der Nationalsozialisten leugnen würde – nein, das gehört sich auch für einen Bischof nicht. Von Deutschen Christen als Täter jedoch, will er genauso wenig wissen, wie von einer die Jahrhunderte überdauernden christlichen Judenfeindschaft, ohne die die Vernichtung der europäischen Juden – die Shoa – in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.

    Hätte sich Müller etwa mit der Judenfeindschaft um 1500 ernsthaft beschäftigt, wüsste er von genuin christlichen Wurzeln der nationalsozialistischen Judenvernichtung. So hat z.B. der Benediktiner Christopheros Hoffmann aus St. Emmeram (1519) nach der Vertreibung der Regensburger Juden, von diesen als „Menschen besonders gottloser Art“ gesprochen, die „zu nichts anderem gut sind, als dass man sie in den Ofen steckt“.

    Wer sich ernsthaft und in gebotener Gründlichkeit mit Judenfeindschaft, der Klerus-Feindlichkeit und den Massenmorden der Deutschen im NS auseinandergesetzt hat, wird sich dazu sicherlich anders äußern, als dies Bischof Müller in seinen o.g. Predigten getan hat.
    Dasselbe gilt für die Problematik sexualisierte Gewalt und körperliche Strafen.

    Vielleicht hat ja der Noch-Kollege Mixa ein Plätzchen frei für seinen Regensburger Gefährten – dann könnten sie gemeinsam Einkehr halten und über Umkehr nachdenken.

  • Jens

    |

    janzjroßeschießklaße, gifthaferl!
    Wie wärs mit Staffel, 3 Zeilen läufst Du, ich die nächsten 3:

    Gerd Ludwig macht erneut Getöse,
    weil die Medien so böse.
    Die Presse ist ihm unbequem,

    Bringt Licht in das Uralt-System,
    das selbst den Bischof noch verehrt,
    der Missbrauch untern Teppich kehrt.

  • gifthaferl

    |

    Jens, läuft besser so die 2. Staffel, eindeutig, aber Rügen vermisse ich sehr :-))

  • Jens

    |

    Der Kreidefelsen strahlt nach Süden.
    Auf zur Insel! Auf nach Rüden!

    o.ä. (na ja – Mittagspause)

    Und wenn du nun fürchtest, ich nähme dich hoch,
    so nimm DU nur „Rügen“, vielleicht reimt’s sich doch:

    Der Kreidefelsen strahlt nach Sügen …

    ———————
    Vietze-Reime:
    „Ich habe dazu ein Gedicht gemacht:
    Gerhard Ludwig macht schon wieder mal ein Getöse,
    weil die Medien so böse.
    Gottlob ist die Presse unbequem,
    durchschaut die Mißstände im reaktionären System.
    Dadurch wird so manchem Kirchenmann verwehrt,
    daß er diese unter den Teppich kehrt.“

    Vize-Gedichte:
    1
    Gerd Ludwig macht erneut Getöse,
    weil die Medien so böse.
    Die Presse ist ihm unbequem,
    durchleuchtet das ganze Rückwärts- System
    Das verwehrt manch Kirchenmanne,
    dass er unter’n Teppich banne
    Missstände und Lügen – sogar auf Rügen!
    (Also jetzt möglichst nah am Original…………)
    2
    Gerd Ludwig macht erneut Getöse,
    weil die Medien so böse.
    Die Presse ist ihm unbequem,
    Bringt Licht in das Uralt-System,
    das selbst den Bischof noch verehrt,
    der Missbrauch untern Teppich kehrt.
    3
    Gerd Ludwig macht erneut Getöse;
    denn die Presse sei so böse.
    Was – zeigt die ihm unbequem –
    ist rückständig im Alt-System,
    wo man selbst DEN Bischof ehrt,
    der Missbrauch unter’n Teppich kehrt.

  • Mathilde Vietze

    |

    Es stimmt, was Herr R.J. Werner sagt: Müller will mit seiner inzwischen lächerlichen Presseschelte
    nur ablenken von den eigenen Fehlern. Und – er hat einen Zorn, weil er nicht endlich zum Kardinal
    befördert wird. Alles andere ist ihm eigentlich scheißegal, aber er muß ja dem Kind einen Namen
    geben.

  • gifthaferl

    |

    @ Jens

    Rügen war Dada
    Lügen sind Gaga
    Tabula rasa!

    „Und wenn du nun fürchtest, ich nähme dich hoch,
    so nimm DU nur „Rügen“, vielleicht reimt’s sich doch:“

    Im Leben würde ich sowas nicht denken,
    kann mir leider nicht weiter die Hirnrind verrenken.
    Die Muse ist weg, sie kommet nicht wieder
    Ja da legst di nieder!

    Ähm

  • Angelika Oetken

    |

    Vielleicht findet Gerhard Ludwig Müller ja Zeit, mal kurz bei einem seiner Kollegen vorbeizuschauen. Kardinal George Pell, aktuell so eine Art Finanzminister des Vatikan hat nämlich im Umgang mit dem achten Gebot dringend Beratung nötig. Er wurde per Videokonferenz zu seiner Rolle bei der Vertuschung von Missbrauchsfällen von der Königlichen Kommission Australiens vernommen
    http://www.theguardian.com/australia-news/2016/feb/28/we-spoke-in-front-of-the-world-abuse-victims-in-rome-to-see-george-pell-testify?CMP=twt_gu

    Und zuhause wird so gar gegen ihn wegen des Verdachts der direkten Täterschaft ermittelt
    https://au.news.yahoo.com/a/30869867/victoria-police-investigating-cardinal-george-pell-over-abuse-claims/

    Ob bezeichnend für die veränderte Einstellung der Gläubigen gegenüber Priestern, die missbrauchen oder Missbrauchstaten vertuschen helfen oder nicht: an einer Messe, die die australische Gemeinde in Rom abhielt und in der für Pell gebetet wurde nahmen nur fünf Gläubige teilt. Reverend Bell teilte dort seiner Gemeinde Folgendes mit: “we pray especially for Cardinal Pell, and in particular the future of the Church. The truth will set us free, we must look forward not back.”
    (meine Übersetzung: „wir beten besonders für Kardinal Pell und im Besonderen für die Zukunft der Kirche. Die Wahrheit wird uns befreien, wir müssen nach vorne sehen, nicht rückwärts.“)
    http://www.news.com.au/national/the-vatican-maintains-silence-on-cardinal-george-pells-appearance-at-royal-commission-into-child-abuse/news-story/a8d11fdad17d8cb8b411958035626a50

    George Pell wird seinen Jahresurlaub 2016 wohl in Rom auf dem Areal des Vatikan verbringen müssen. Denn sollten die australischen Behörden ihn vor Gericht stellen wollen, wie seinerzeit die der Dominikanischen Republik seinen im vergangenen Jahr verstorbenen Kollegen Jozef Wesolowski, dann wäre jede Reise für Pell riskant. Australien könnte Auslieferungsanträge stellen. Der australische Staat steht offenbar nicht mehr auf der Seite von Täterpriestern und vertuschenden Klerikern. Die Öffentlichkeit ist über die Hintergründe und Zusammenhänge mittlerweile zu gut informiert, um den kirchlichen Funktionären noch Vertrauen zu schenken. Auch die Einstellungen gegenüber Betroffenen haben sich geändert. Es sind nicht mehr die missbrauchten Kinder, die schuldig gesprochen werden. Sondern ihre Täter. Der Druck den die Opfer, ihre UnterstützerInnen und die Medien ausüben zeigt Wirkung.

  • Angelika Oetken

    |

    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie beim Thema.

  • Herbert Turetschek

    |

    Ich weiß, dass ich jetzt abschweife: Ich werde jetzt von diesem Herrn Fuchs angegriffen; sie sollen endlich den Herrn Michael Fuchs, den Herrn Müller und den Dr. Linder rausnehmen – was wollen diese Menschen denn in der Aufarbeitung? Sie haben sich längst disqualifiziert! An Mathilde Vietze: Ich würde liebend gerne mit Christen über den sexuellen Missbrauch diskutieren, aber ich finde niemanden, so sehr ich mich auch bemühe: WIR Trostknaben gehen auf die Menschen zu und wieder, diese Woche, nur Ablehnung, was haben wir getan? Es ist fast so, als hätten wir die Fehler begangen, aber es sind sie und sie sollen doch froh sein, wenn wir auf sie zukommen. Das wird aber überhaupt nicht gewürdigt, sondern es passiert das Gegenteil – und so schließt sich der Teufelskreis: Wir Trostknaben sind Schuld an dem Missbrauch an uns oder wie es Alexander P. schildert: „Wir haben den Arsch doch gerne hingehalten!“ (Ist natürlich ironisch gemeint).

  • Angelika Oetken

    |

    @Herbert Turetschek,

    die Empfindungen, die Sie schildern, teilen Sie mit einem größeren Teil der Betroffenen, die sich gegenüber ihren Mitmenschen offenbaren. Es gibt auch Mitbetroffene, die Ähnliches berichten und zu denen zähle ich ausdrücklich die vielen Personen, welche sich aus ihrer Verankerung in Institutionen der Katholischen Kirche heraus für die Sache der Opfer und das Verhüten von sexuellem Missbrauch, sexualisierter Gewalt und sexueller Ausbeutung engagieren. Um zu entscheiden, wie man als Betroffener oder Mitbetroffener mit den von Ihnen vorgetragenen Situationen umgehen kann, ist es nützlich, sie möglichst genau und aus einem sachlichen Abstand heraus zu untersuchen.

    Sie schreiben:
    „WIR Trostknaben gehen auf die Menschen zu und wieder, diese Woche, nur Ablehnung, was haben wir getan?“

    Könnten Sie etwas genauer angeben, wer mit „WIR“ gemeint ist und was genau in dieser Woche geschehen ist?

    Vielen Dank!

    VG
    Angelika Oetken

  • R.G.

    |

    Wenn es denn in der Zeit normale Pädagogik war, abzuwatschen oder durchzuprügeln:

    Bekamen die Herren Vollstrecker von ihren Vorgesetzten Watschen auf den Kopf, und Prügel aufs manchmal angezogene, manchmal vorher zu entblößende Gesäß ? Dies vor versammelter Pädagogen- bzw. Kollegenschaft?

    Damit wir wissen, was ortsüblich und zeittypisch war.

  • Angelika Oetken

    |

    @R.G.,

    ich könnte mir vorstellen, dass die vollstreckenden Herren an Kindern wiederholten, was ihnen selbst auch einmal angetan worden ist, als sie ausgeliefert und hilflos waren. Hier beschreibt jemand etwas, das als eines der größten Tabus unserer Kultur gilt. Und gleichzeitig sehr verbreitet ist:

    „Ich leide bis heute unter diesem Sadismus und der gnadenlosen alltäglichen Unterjochung; für diese „Mutter“ war es erst dann ein guter Tag, wenn ihr über alles geliebter Ältester sie angesehen hat, wie ein geprügelter Hund. Ich habe nicht gelebt, ich habe existiert; am Rande dessen was ein Mensch ertragen kann, ohne den Überlebenswillen zu verlieren. Die Perverse, die mir das angetan hat, konnte eine Gutmenschen-Karriere bis in den Vorstand von Terre des Hommes Deutschland machen und jahrzehntelang Adoptionen vermitteln.
    In der Öffentlichkeit werden Taten von Frauen (15 – 25 %, eher mehr als weniger) auch von „Kinderschützerinnen“ systematisch totgeschwiegen, erst recht wenn die Opfer männlich sind; es soll uns nicht geben.“
    http://www.tauwetter.de/de/betroffene/texte/mamis-erster-orgasmus.html

    VG
    Angelika Oetken

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