SOZIALES SCHAUFENSTER

Schlaglichter aus dem Leben eines Obdachlosen

„Ich habe mein Leben lang gekämpft.“

Beim Bahnhof haben Jethroe und seine Freunde schon lange ihren angestammten Platz. Foto: Wessel

„Die meisten Leute gehen an dir vorbei mit verächtlichen Blicken. Wenn wir sie um einen Euro bitten, zucken sie zusammen, als würden wir sie gleich ausrauben.“, erzählt der Obdachlose. Sein Spitzname ist Jethroe. Er will seine Geschichte öffentlich machen – den sexuellen Missbrauch, seine Depressionen, den Kampf gegen die Sucht. „Für die Gesellschaft bin ich nichts wert. Die Menschen sollen aber mal mitbekommen, dass die am Bahnhof mehr sind als irgendwelche Assis.“

Von Lexa Wessel

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„Alle, die im Kälteschutzhaus schlafen, müssen immer um neun Uhr morgens raus. Ich besuche dann erstmal Pater Clemens zum Kaffee trinken. Mittags treffe ich mich mit Leuten am Bahnhof und wir saufen den ganzen Tag lang.“ So sah Jethroes typischer Tagesablauf bis vor kurzem aus. Seit das Kälteschutzhaus Ende März geschlossen hat, schläft er wieder auf seiner angestammten Bank im Ostpark – egal bei welchem Wetter. „Vorbeigehende Polizisten kümmert das nicht“, erzählt er. Andere dagegen schon. „Während ich schlief, ist mir schon Geld abhanden gekommen und einmal haben sie mir dort sogar die Schuhe gestohlen.“

Die Suche nach dem Ausweg aus der Sucht

Bis vor kurzem war Jethroe das Heroin los. Zehn Wochen lang war Alkohol, vorrangig Bier, das einzige, was er konsumiert hat. Doch davor brachte er seinen Körper bis an dessen Grenzen. Die Mischung aus Heroin, Benzos, Tavor, Lyrica und Alkohol brachte ihn mehr als einmal für eine Nacht ins Krankenhaus. Nur dank einer guten Freundin habe er die Kraft aus dem Strudel der verschiedenen Substanzen auszubrechen. „Ich weiß, dass mein Verhalten ihr wehtut.“

Vor wenigen Tagen kam dann wieder ein Rückfall: Nach zehn Wochen clean sein übermannten ihn die negativen Gedanken. Er setzte sich seine erste Spritze Heroin seit langem. Auf die erste folgte die zweite. Und bald kamen wieder Heroin und Tabletten zusammen. „Ich weiß, dass ich wieder aufhören muss. Ich drücke auch nicht jeden Tag. Ich will das nicht mehr.“ Jethroe will eine Therapie machen – wegen seiner Suchtproblematik, aber auch wegen der Depressionen. Er hofft, dass DrugStop ihm einen Therapieplatz vermitteln kann. Die haben schon vielen geholfen. Alleine schafft er es irgendwie nicht.

Kein anderer Ausweg mehr

In seinen 52 Jahren hat Jethroe schon drei Suizidversuche unternommen. Den ersten als er vierzehn war. Seit er als neunjähriges Kind auf einem Spielplatz missbraucht wurde, reagierte er auf alles aggressiv. Auch der spätere Aufenthalt in einem Kinderheim – wo alltägliche Prügel auf der Tagesordnung stand – half nicht gerade.

Um dem Ganzen zu entkommen, suchten Jethroe und sein Schulkamerad sämtliche Tabletten zusammen, die sie finden konnten: Später stellten Ärzte fest, dass sie rund 200 Schmerztabletten und Psychopharmaka geschluckt hatten. Überlebt haben beide, weil sein Schulkamerad damals doch noch alles ausgeplaudert hat.

Freunde gehen zugrunde

Jethroe selbst lebt noch, doch anderen musste der Obdachlose beim Sterben zusehen. Wie im vergangenen Jahr, als er Karo kennen lernte: „Es ging ihr sehr schlecht und sie wollte nicht mehr leben. Ich wollte ihr etwas Gutes tun und besorgte zwei Hits.“ Er lebe schon immer nach dem Grundsatz, dass man niemanden im Stich lassen und füreinander da sein solle.

Aber in diesem Fall ging der Schuss nach hinten los. Als der Notarzt nach 20 Minuten kam, war es schon zu spät: Karo verstarb im Krankenhaus mit irreparablen Hirnschäden an einer Überdosis Heroin. Ihr Tod schürt Jethroes Selbstverachtung: „Ich gebe mir selbst die Schuld. Sie wollte nicht mehr leben und ich habe ihr das gegeben, was ihr Leben beendet hat.“

Anschaffen für Geld

Jethroe hat schon in vielen Städten versucht, immer wieder neu anzufangen. Er arbeitete auf dem Bau, Lagerarbeiter und auch eine Weile mit Pferden. Einmal war er verheiratet, aber nur drei Monate. Seit dem Missbrauch als Kind sei Sex ein heikles Thema für ihn – auch wenn es dabei um die eigene Frau gehe.

Aber sein Leben in geordnete Bahnen zu lenken ist schwierig, wenn man immer wieder in Kontakt mit Drogen kommt. Und wie finanziert man Drogen? Natürlich mit Anschaffen: „In Nürnberg bin ich 1992 auf den Schwulenstrich gegangen. Heute finanziere ich die Drogen meist mit dem Geld von Freunden oder ich bekomme sie, dank guter Beziehungen, umsonst.“

Der Kampf gegen Aggressionen

Drogen und aggressive Reaktionen. Wenn ihm jemand krumm kam, endete das nicht selten in kurzen Gefängnisaufenthalten wegen Sachbeschädigung oder Körperverletzung. Es gebe nahezu keinen Knochen, den er sich noch nicht gebrochen habe, erzählt Jethroe. Heute habe er seine aggressive Natur endlich hinter sich gelassen und beschreibt sich selbst als einen friedliebenden Menschen: „Ich bin mittlerweile Pazifist“, sagt er stolz.

Zu Unrecht in der Psychiatrie

Nicht jede Strafe ist gerechtfertigt. Im Jahr 2000 landete Jethroe in der Forensik – sechs Jahre lang. Der Auslöser: Fahren ohne Führerschein. Noch nicht mit der Fahrschule fertig, machte er eine Spritztour mit dem Wagen seiner damaligen Partnerin, die er seit ein paar Monaten kannte. Die Fahrt endete mit einem Unfall. Seine Freundin verlangte, dass er sich selbst anzeige, damit sie das Geld für den Sachschaden bekomme.

Am Morgen nach seinem Geständnis standen vor Jethroes Tür plötzlich drei Polizisten. Sein damals aufbrausendes Gemüt führte zu einer Schlägerei und zu einem Gutachten, das ihn für unzurechnungsfähig erklärte und ihn in eine bayerische Forensik (Ort der Redaktion bekannt) führte. Erst sechs Jahre später wurde er schließlich frei gelassen. Er bekam sogar eine Abfindung, als ein Gericht feststellte, dass die Strafe im Verhältnis zur Tat vollkommen unangemessen war. Doch die schlimmen Erfahrungen bleiben.

„Der Oberarzt (Name der Redaktion bekannt) hat die Leute willkürlich wegen Bagatellen sanktioniert“, erzählt Jethroe. Er und dessen Stellvertreter seien „faschistoide Opportunisten“ gewesen. „Hier drin bin ich Gott und Sie tun, was ich sage“, habe der Oberarzt zu ihm gesagt. Er und andere seien öfter zur Bestrafung in einen Raum gesperrt worden – „Fixe“ genannt. „Dort gab es nichts außer einem Bett mit Fixiergurten, mit denen sie uns fesseln konnten. Der Raum, einschließlich Badezimmer, wurde 24 Stunden nonstop mit Kameras überwacht. Es gab keinerlei Privatsphäre und war entwürdigend.“

Mithilfe seines Anwalts habe er nach seiner Freilassung dafür gesorgt, dass vier weitere Insassen freikamen, die ebenfalls ungerechtfertigt in der Psychiatrie gewesen seien.

Keine zweite Chance geboten

Einerseits gefalle mir das Leben auf der Straße, sagt Jethroe. „Seit ich in Regensburg lebe, habe ich mich hier gut etabliert. Ich habe das Gefühl, dass ich hierher gehöre. Andererseits hätte ich aber gerne ein geordnetes Leben.“ Dass Jethroe obdachlos ist, hat allerdings wenig mit mangelnder Bildung zu tun. „Pater Clemens fragte mich einmal, wieso so ein gebildeter Mann wie ich auf der Straße lebt. Ich kenne die Werke von Goethe und Schiller und habe die Bibel sowie den Koran gelesen.“

Doch wenn man erst einmal im Gefängnis gewesen sei, dann bekomme man nicht von vielen eine zweite Chance. „Ich habe mein Leben lang gekämpft, um nicht aufzugeben.“ Diese Kämpfernatur habe er von seinem Vater. „Der hat schon im Krieg gekämpft.“

Trauma durchleben

Als er vor rund 15 Jahren in einer Fachklinik war, redete Jethroe das erste Mal mit einer Psychologin über seine Kindheit. Die Diagnose: Als Folge des Missbrauchs sind Multi-Traumata entstanden, die zu Borderline und Selbstverachtung führten. „Ich habe mir lange Zeit selbst die Schuld an dem Missbrauch gegeben. Es bleibt für immer im Hinterkopf. Das hat irgendwie mein ganzes Leben zerstört.“ Manchmal verletzt Jethroe sich selbst mit Sicherheitsnadeln – „um die düsteren Gedanken für eine Weile zu vertreiben“, sagt er.

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Kommentare (17)

  • erich

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    eine bewegende Geschichte, aber mal ehrlich, eigentlich interessiert es wohl keinen oder nur wenige, für mich ist die Deutsche BRD Gesellschaft in Summe eine schwer asoziale und geistig behinderte Gesellschaft. Meistens schreit der Deutsch nur dann nach Mitgefühl und Aufmerksamkeit wenn ihm oder ihr selber Unrecht geschieht oder sich ungerecht behandelt fühlt. Sozialen Zusammenhalt, gemeinsame Aktivitäten und Aktionen um den von der Politik geführten verdeckten Bürgerkrieg gegen weite Teile der Bevölkerung, namens Agenda 2010 bzw. Hartz-Reformen offensiv zu bekämpfen gibt es, anders als in Frankreich, in Deutschland nicht. Schlimmer noch, hierzulande brauchen viele solche Schicksale um sich ihre eigene Scheiße nach dem Motto „anderen geht es noch viel schlechter als mir, also geht es mir doch eigentlich ganz gut“ schön zu reden.
    Zu was diese Passivität und Fernsehverblödung im Extremfall führen kann hier ein weiteres trauriges Beispiel:

    Hartz IV: Hungertod durch Leistungsentzug
    Rund zwei Monate nach dem Tod eines Jugendlichen in Speyer, der verhungern musste, weil ihm die Behörden durch Sanktionen sämtliche Sozialleistungen versagt hatten (WCN berichtete), hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage eingeräumt, die Streichmaßnahmen der örtlichen GfA wären „rechtsfehlerhaft“ gewesen. Konsequenzen, um etwaige zukünftige Todesfälle zu vermeiden, will man aber offenbar nicht daraus ziehen.

    erstaunlich und erschreckend zu gleich, wie wenig darüber berichtet und wie es totgeschwiegen wird!

  • Günther

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    Hier wird auf erschreckende Weise gezeigt, wie solche Leute behandelt werden. Gut, dass sich jemand stark macht. Davon sollte sich jeder ne Scheibe abschneiden. Einschließlich mir!

  • R.G.

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    Hallo Jethroe!

    Meinen freundlichen Dank Ihnen, weil Sie von sich erzählten!
    Mich packt es richtig an, was ich über Ihr schweres Leben lese.
    Dass das Kälteschutzhaus jetzt schon geschlossen ist, finde ich schier unbegreiflich!

    Jethroe, stellvertretend möchte ich mich für das Ihnen angetane Unrecht entschuldigen. Bitte verzeihen Sie, dass ich Ihnen in Ihrer schwierigen Lage nicht persönlich helfen kann!

    Geben Sie bitte nicht auf!

  • Eingeborener

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    Frage an die Autorin: Der Mann will auf der Strasse leben und schlafen ? Warum übernachtet er nicht im Asyl Taunusstrasse? Bzw.: Warum ist er nicht in der Notwohnanlage Aussigerstrasse ? Das ist nicht als Vorwurf gemeint, sondern als Nachfrage .

  • Bürni

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    Diese Geschichte geht mir, wie vielen anderen wahrscheinlich auch, sehr nah. Leider haben wahrscheinlich auch trotzdem viele Menschen oft noch ein eher negatives Bild von Obdachlosen. Letzten Endes kann fast jede/r auf der Straße landen und muss ein entwürdigendes und quasi entrechtetes Leben führen. Ich wäre froh, wenn hier von informierter Stelle eine Zukunftsoption aufgezeigt werden könnte: Was kann man als Mitbürger/in denn unternehmen (vielleicht abgesehen davon den Menschen Kleingeld zuzustecken)? Ich komme mir in Situationen, in denen ich Obdachlosen begegne, immer sehr hilflos vor.

  • Ahab

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    Erich:
    von welcher Troll-Seite haben Sie denn so einen Unsinn????

    Hartz IV: Hungertod durch Leistungsentzug

    Jetzt im Ernst? Kein Amt lässt jemanden verhungern!
    Der Text trieft ja förmlich vor Mitleid – dass der Mann Hilfe braucht ist wohl klar. Dass er traumatisiert ist auch. Allerdings sollte dies keine pauschale Entschuldigung für Fehlverhalten darstellen und Fehlverhalten hat er ja anscheinend zu genüge an den Tag gelegt. Wenn sich die ganze Menschheit auf ihren psychischen Problemen ausruhen würde und sich in die Drogensucht und Gewaltakte flüchtet dann könnten wir den Planeten gleich abschreiben.

  • Eingeborener

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    @ AHAB, dass Behörden Menschen (ver)hungern lassen, ist leider vom System her möglich. Siehe den rd-Artikel ,Stadt lässt jungen Menschen hungern‘ über die zum Teil monatelangen Unterstützungslücken, bis Behörden Sozialleistungs-Anträge bearbeitet haben. Gehen Sie mal auf die rd-Tags Armut und Jobcenter, gruselig.
    Ansonsten ist die Frage für mich, nimmt jemand Unterstützung wirklich an oder ist er schon so kaputt, dass er sich nur noch betäuben , totsaufen/-spritzen will ? Die Unterstützung der Stadt für Obdachlose, da rauszukommen, ist jedenfalls dürftig, siehe rd-Tag-Artikel .

  • erich

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  • Barnie Geröllheimer

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    Harte Geschichte. An der ganzen Sache unverständlich ist, dass am Leben bedrohte aus anderen Ländern sofort Obdach finden, und am Leben bedrohte vor Ort ausgesperrt sind.

  • Richard

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    Mit Verlaub, aber an dieser Geschichte gibt es mir zu viele Ungereimtheiten, was meine Empathie für den Mann drastisch reduziert. Wer, bitte schön, gibt einem Drogenabhängigen Heroin umsonst, „dank guter Beziehungen“? Ich kann verstehen, dass zum Schutz des Mannes vor Strafverfolgung eine ebensolche Schutzbehauptung aufgestellt wird, es verzerrt aber letztendlich die ganze Lebenssituation eines obdachlosen Drogenabhängigen.

    Auch die Schilderung wegen seiner Zeit in der Psychiatrie erscheint mir sehr vereinfacht dargestellt. Und die anderen Lebensumstände ergeben für mich einfach kein stimmiges Gesamtbild.

    Meine Empathie im Kleinen bleibt also leider auf der Strecke. Und auch leider im Großen, wenn ich mir die Situation am Bahnhof, in der Fürst Anselm Allee und in der Albertstrasse jeden Tag ansehen muss. Ich bin schon des Öfteren angepöbelt worden, weil ich mir erlaubt habe, auf eine Bettelei nicht zu reagieren.

  • Thik

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    @Ahab 10. April 2019 um 07:47

    „… dass der Mann Hilfe braucht ist wohl klar.“

    Bekommt er aber nicht. Und nun?
    Soll man jetzt kein Mitleid mit ihm haben, weil er in einem theoretisch optimal funktionierenden Sozialstaat den gewünschten Therapieplatz sofort bekäme? Was will er denn NOCH! Magische Ponnys‽

    Jedesmal. Jedesmal wenn ich eine Diskussion über Methadon oder die Freigabe von Heroin an Süchtige führe, darf ich mir anhören, wie rücksichtslos das von mir ist und wie mein Vorschlag die Menschenwürde mit Füßen tritt. Das ethisch weit überlegene Vorgehen wäre doch den Menschen zu helfen von der Droge loszukommen, statt sie einfach „aufzugeben“. Dafür müsse sich einsetzen, wem wirklich an den Abhängigen liegt. Wenn ich darauf hinweise, dass ich gerne für einen Anspruch auf einen Therapieplätze bin, aber es leider nicht so ist, dass der schon besteht und wir diese Diskussion schon vor einem Jahr hatten und im Jahr davor u.s.w., dann werden die Argumente des Diskussionspartners schnell inkohärent oder weichen auf Allgemeinplätze aus. Man könne ja nun nicht alles und sofort haben und man müsse Geduld haben. So geht das dann wohl weiter bis zum St. Nimmerleinstag.

    Da hat es schon seinen Sinn, dass empathiesteigernde Drogen wie X verboten sind, sonst kommt vielleicht noch jemand auf die Idee, dass man Leute, die jetzt dringend Hilfe brauchen, die Hilfe geben soll, die man geben kann, statt sie nur auf die beste Hilfe, die denkbar ist zu verweisen, die sie aber höchstwahrscheinlich nicht mehr erleben.

    „Allerdings sollte dies keine pauschale Entschuldigung für Fehlverhalten darstellen …“

    Gut zu wissen. Nicht, dass er sowas braucht oder gefordert hätte, aber gut zu wissen.

    „… und Fehlverhalten hat er ja anscheinend zu genüge an den Tag gelegt.“

    Genügend für was? Um Exodus 21,23 den Vorzug vor Johannes 8,7 zu geben? Müsste eine lustige Steinigung werden. Und viel Spaß, die Herrschaften. Solange nichts auf einen „zurückfällt“.

    „Wenn sich die ganze Menschheit auf ihren psychischen Problemen ausruhen würde und sich in die Drogensucht und Gewaltakte flüchtet dann könnten wir den Planeten gleich abschreiben.“

    „verschreiben“ ist hier das richtige Wort. Wer nicht zu den Armen gehört, sondern ein gut integrierter Teil der Leistungsgesellschaft (die schon ganz richtig heißt, man muss es nur verstehen als die Gesellschaft die denen gehört, die sich was leisten können) ist, lässt sich seine Helferchen, um durch den Tag zu kommen, einfach verschreiben. https://de.wikipedia.org/wiki/Opioidkrise Das ist nun mal nicht zumutbar, dass sich die besseren Kreise wie Kreti und Pleti ihren Stoff in dunklen Ecken im Park besorgen. Man beachte insbesondere „Die Opiod-Epidemie in den USA nahm ein solches Ausmaß an, dass Präsident Donald Trump am 26. Oktober 2017 den medizinischen Notstand ausrief, er stellte allerdings kaum zusätzliche finanzielle Mittel für die Bekämpfung des Problems zur Verfügung.“ Da fühlt man sich doch wie zu Hause. Die wild entschlossene Absicht, das kompromisslose Dagegensein und das Beharren im ureigensten Interesse der
    Betroffenen nur die allerbesten Lösungen akzeptieren zu wollen zeigen so überzeugend, dass es einem im Herzen nur um Würde der Süchtigen geht, dass es völlig überflüssig ist Geld in die Hand zu nehmen um sofort tatsächlich zu helfen. Bitte einsteigen in den Fahrstuhl zum moral highground!

    „… Gewaltakte …“

    Muss ja nun wirklich nicht sein. Der irre Diktator hat für sowas sein Personal.
    „Wenn da irgendso ein Julius Dingsbums oder Sonstwer
    ganze Völker in den Boden trampeln kann,
    schwärmt der Friedel Nitsche ein paar tausend Jahre nachher,
    und im Brockhaus steht, er war ein grooosser Mann.
    Aber wenn der Depp von nebenan total besoffen,
    sich mal samstagnachts für Garry Cooper hält,
    und weil er nicht zielen kann, hat er ‘nen Kopf getroffen,
    schreit die Meute, der muss an die Wand gestellt.“
    https://www.lyrix.at/t/stephan-sulke-die-moral-0e6

    Was natürlich nicht vergleichbar ist, denn Alkohol ist eine Droge, mit der wir als Gesellschaft umzugehen gelernt haben, wie man daran sieht, dass sie nur einen winzigen Bruchteil der Toten verursachte wie z.B. das hochgefährliche X. Der Glaube wird euch frei machen von lästigen Fakten https://www.independent.co.uk/life-style/health-and-families/health-news/sacked-ndash-for-telling-the-truth-about-drugs-1812255.html

  • Piedro

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    @Ahab
    „von welcher Troll-Seite haben Sie denn so einen Unsinn????“
    Darüber haben von Stern bis Spiegel, die Tagesschau und diversen Zeitungen viele Medien berichtet. Allerdings ist das schon ein paar Jahre her. Und seither hat es mehr mittelbare und unmittebare Fälle von Selbstmord und Tod durch Unterernährung, fehlende Medikamente oder als Folge plötzlicher Obdachlosigkeit gegeben. Alle sehr sorgsam dokumentiert. Die Tatsache, dass ihnen diese Umstände nicht bekannt sind ist eines, daraus auf eine Troll-Meldung zu schließen eine andere. Da passt es schon, dass sie sich erdreisten zu schwadronieren Menschen würden sich auf psychischen Problemen ausruhen. Offenbar äußern sie sich gern ohne den Anspruch an sich zu stellen sich ein wenig mit dem auszukennen zu dem sich sich äußern. Kein Mensch ruht sich auf psychischen Problemen aus, dass ist menschenverachtender Blödsinn und nichts anderes. Psychische Probleme belasten den Menschen, andernfalls wären es keine Probleme.

    @Barnie Geröllheimer
    „Harte Geschichte. An der ganzen Sache unverständlich ist, dass am Leben bedrohte aus anderen Ländern sofort Obdach finden, und am Leben bedrohte vor Ort ausgesperrt sind.“
    Herr Geröllheimer, atmen Sie doch mal ein paar Mal tief durch, bis sich die Schnappatmung gelegt hat, dann lesen sie den Text noch mal ohne Sauerstoffmangel. Nirgendwo steht, Kollege Jethro sei von irgendwas ausgesperrt. Über die Form dessen, in welcher Form Menschen aus anderen Ländern hier Obdach finden wurde schon gelegentlich berichtet. Sie bringen, wie gewohnt, das eine oder andere ein wenig durcheinander um ihre gewohnte Litanei abzuspulen, wie gewohnt unorignell, ohne Faktenbezug, einfach mal in die Tastatur gehackt, weil das ja ganz dringenden auch mal gesagt sein muss. Gut gemacht! Die Kriegen alles, aber der Jethroe… Augenblick mal… Ist das überhaupt ein Deutscher? Und wenn nicht? Auch egal. Der Nächste bitte.

  • GUI

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    Thik: Vielen Dank für diesen herausragenden Leserbrief.
    Auch wenn ich nicht an X hänge: es ist für mich immer wieder erschreckend wie schlecht wir mit den Schwächsten unserer Gesellschaft umgehen. Mit wir meine ich die Menschen. Dieses menschenverachtende Verhalten gibt es leider nicht nur in Deutschland… es scheint des Menschen Erziehung zu sein. Da hilft offensichtlich auch kein Jesus, denn sonst würden wir den Kranken und Schwachen ja helfen, weil wir könnten wenn wir wollten… der Mensch ist ein Herdentier und läuft oft und schwer erklärbar den falschen Alphas hinterher…

    Auch vielen herzlichen Dank für die interessanten Links.
    Lass dich von den Deppen dieser Welt nicht unterkriegen lieber Thick!

  • Nadine

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    Ich finde den artikel einfach nur Klasse das er den mut hat das alles öffentlich zu machen :Respekt!!! Ich kenne ihn persönlich und er ist ein sehr lieber und hilfsbereiter Mensch. Ich Wünsche ihm nur das aller beste.!!!!!!

  • Hans-Peter Dantscher

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    Danke an Piedro und Thik:

    Erspart mir die Arbeit mich mehr mit der „Argumentation“ vorheriger Kommentatoren zu beschäftigen. Es scheint tatsächlich sehr viele Menschen zu geben, die ernsthaft Menschen nicht helfen wollen, da sich diese nicht verdient ums Vaterland machten oder ihrer teils arg verkorksten Moralvorstellung nicht entsprechen.

  • Mathilde Vietze

    |

    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie beim Thema.

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