Kinderbetreuung: Stadt erhöht Gebühren um 20 Prozent

Bis zum Jahr 2013 steigen die Gebühren für eine Platz in städtischen Kindergärten und Horten in Regensburg um gut 20 Prozent. Das teilten die beiden Bürgermeister Gerhard Weber (CSU) und Joachim Wolbergs (SPD) am Vormittag bei einer Pressekonferenz mit. Der Löwenanteil der Erhöhung erfolgt zum kommenden Jahr mit einem Anstieg von 15 Prozent, jeweils drei Prozent folgen 2012 und 2013. Ebenfalls bereits 2011 werden auch die Kosten für Mittagsverpflegung sowie Spiel- und Getränkegeld um rund 20 Prozent angehoben. Weber bezeichnet die Erhöhung als „alternativlos“ und begründete diese in erster Linie mit höheren Personalkosten. Diese sind seit 2006, damals stand die letzte Gebührenerhöhung ins Haus, um ebenfalls rund 20 Prozent gestiegen. Verantwortlich dafür sind weniger die gestiegen Tariflöhne der Angestellten, sondern ein veränderter Betreuungsschlüssel, aufgrund dessen 53 neue Stellen geschaffen wurden. Gestiegene Energiepreise tun ihr Übriges: „ Würden wir die Kosten komplett auf die Eltern umlegen, müssten wir die Gebühren in Kindergärten um 30, bei den Horten um über 40 Prozent erhöhen“, so Weber. Das sei „selbstverständlich nicht zumutbar“, die nun bevorstehende Erhöhung aber „unvermeidlich“, um eine bessere Kostendeckung bei den Betreuungseinrichtungen zu gewährleisten. Aktuell kosten die städtischen Kindergärten und Horte jährlich 11,6 Millionen Euro. Etwas mehr als die Hälfte davon trägt die Stadt, ein Viertel kommt vom Freistaat, den Rest übernehmen die Eltern, deren Anteil nun steigen wird. Der des Freistaats nicht. Schmackhaft gemacht werden soll diese Erhöhung den Eltern mit einem neuen Fördermodell. Für Alleinerziehende und Familien mit mehr als einem Kind sollen Horte und Kindergärten dadurch billiger werden. Konkret werden für Alleinerziehende bzw. Familien ab dem zweiten Kind 50,40 Euro vom anrechenbaren Einkommen abgezogen. Bürgermeister Wolbergs, der mehrere Rechenbeispiele präsentierte, bezeichnet die Erhöhung gekoppelt mit dieser Regelung als „super Vorschlag“. „Wir werden dadurch gerechter und können die Kostendeckung für unsere Einrichtungen erhöhen.“ Die Stadt rechnet damit, dass gut ein Drittel der Eltern von diesem Fördermodell profitieren werden. Ab 2013 kostet ein städtischer Kindergartenplatz, je nach Betreuungszeit, monatlich zwischen 79 und 145 Euro, bei Horten liegt die Spanne zwischen 103 und 121 Euro. Die Kosten für Mittagsverpflegung liegen ab 2011 monatlich bei 50 bzw. 55 Euro. Heute Abend sollen die Elternbeiräte der städtischen Einrichtungen über die Kostensteigerung informiert werden. Dann fehlt nur noch die Zustimmung des Stadtrats.

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Kommentare (15)

  • hansdampf

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    Wie ‚inflationös‘ das Wort „Alternativlos“ von unseren Politikern in letzter Zeit verwendet wird…

  • Joachim Datko

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    Preiserhöhung ärgerlich!

    Zitat: „Bürgermeister Wolbergs, der mehrere Rechenbeispiele präsentierte, bezeichnet die Erhöhung gekoppelt mit dieser Regelung als „super Vorschlag“. „Wir werden dadurch gerechter und können die Kostendeckung für unsere Einrichtungen erhöhen.““

    Es ist wohl für die Betroffenen ärgerlich, wenn die Preise erhöht werden und nicht etwa ein „super Vorschlag“. Preiserhöhungen wären hier nicht nötig, wenn man an anderen Stellen das Geld nicht unnütz zum Fenster raus werfen würde.

    So könnte der Freistaat seinen Anteil an den Kindergartenkosten erhöhen, wenn er nicht durch die hohen Gehälter für die katholischen Bischöfe belastet würde.
    Siehe: http://www.focus.de/panorama/vermischtes/mixa-bayern-zahlt-weiter-gehalt_aid_500520.html
    „Bischof Mixa zu überprüfen.“ Laut „Panorama“ erhält er monatlich rund 7.900 Euro.“

    Wenn es stimmt, dass so ein alter, lediger Mann 7.900 Euro monatlich aus öffentlichen Mitteln kassiert, dann ist das aus meiner Sicht völlig überzogen und unsozial. Was machen die katholischen Bischöfe mit so viel Geld, das braucht man nicht einmal für einen üppigen Lebenswandel.

  • U. Fritz

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    Wie ‘inflationös’ das Wort “Politiker” für unfähige Menschen verwendet wird …

  • Besserwisser

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    auch „inflationär“ genannt….

  • Jochen Schweizer

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    Das Wort alternativlos ist offenbar die neueste Kreation der Bürgermeister von Regensburg um Entscheidungen zu begründen.
    – Für H. OB Schaidinger war der Kauf der Hypo Adria Alpe Bank in Klagenfurth durch die Bayern LB
    alternativlos.
    – Die damit Verbundenen Kosten von ca. 3.700.000.000 EUR für den Steuerzahler in Bayern sind damit
    ebenfalls alternativlos, dafür haben einige Wenige, die Investoren umd H. Berlin, in kurzer Zeit
    eine sagenhafte Rendite erziehlt.
    – Für H. Bürgermeister Weber ist die Erhöhung der Kinderbetreuung ebenfalls alternativlos.
    – Welche nächste Maßnahme der Stadt Regensburg ist alternativlos?
    Der Kauf des Gebäudes der ehemaligen Polizeipräsidiums am Bismarkplatz?

  • ureinwohner

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    Wenn Geringverdiener/innen durch soziale Staffelungen entlastet und Gutverdienende angemessen an den Betreuungskosten für ihre Sprößlinge beteiligt werden ist diese Erhöhung aus meiner Sicht vertretbar.

    Zumal dann, wenn man sich – was viele wahrscheinlcih nicht mehr tun – daran erinnert, dass es auch die Eltern waren die eine bessere Betreuung gefordert haben (besserer Betreuungsschlüssel) und die sich mit den Forderungen nach angemessener Bezahlung für das Erziehungspersonal solidarisiert hatte.

    Wer diese Bestellung (Betreuungsschlüssel und bessere Bezahlung) aufgegeben hat sollte sich nn icht wundern, wenn er zu einem bestimmten Anteil an den Mehrkosten beteiligt wird.

    Das Grundproblem besteht meines Erachtens darin, dass der Freistaat Bayern, anders als Rheinland- Pfalz – nicht bereit ist die Kosten für ein kostenloses Kindergartenangebot zu tragen.

    Man sollte deshalb, ob dieser Erhöhung nicht auf die Verantwortlichen der Stadt losgehen, denn die Stadt kann nicht noch weitere Aufgaben des Freistaats übernehmen.
    Man sollte den Landtagsabgeordneten und politischen Vertretern der schwarz-gelben Münchner Regierungskoalition Dampf machen.
    Wie wäre es denn, wenn die Eltern jedem der schwarz – gelben Landtagsabgeordneten einmal pro Woche eine Email mit der Forderung nach kostenlosem Kindergartenbesuch zukommen lassen, jeden dieser Abgeordneten bei jedem öffentlichen Auftritt mit dieser Forderung konfrontieren und ihn/sie telefonisch im Abgeordnetenbüro mit der Sache beschäftigen würde? Würden das möglichst viele der Betroffenen Eltern über einen gewissen Zeitraum tun, käme wohl Bewegung in die Sache, denn vor nichts haben Abgeordnete mehr Angst als vor massivem, öffentlichen umd arbeitsintensivem Bürgerkontakt.

    PS: die erforderlichen Emailadressen und Telefonnummern findet man unter

    http://www.bayern.landtag.de/cps/rde/xchg/SID-0A033D45-6BD0D734/landtag/x/-/www1/93.htm

  • gifthaferl

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    „Das Wort alternativlos ist offenbar die neueste Kreation der Bürgermeister von Regensburg um Entscheidungen zu begründen“
    Jochen Schweizer

    Nein, nein, das wird bundesweit benutzt.

    Ich denke, dass die Politiker uns da sozusagen mit gutem Beispiel vorangehen, und uns zeigen wollen, dass auch sie ihr Teil zum großen Sparen beitragen: Am Wortschatz!

    Da gibt es nur noch ein winziges Töpfchen von diesem Schatz, und das muss für alle deutschen Amtsträger etc. reichen!

    Außerdem hat es den Vorteil, dass auch den Generationen, die dumm gespart werden sollen, die paar notwendigsten Wörter noch verständlich sind – und mehr müssen die auch nicht verstehen, die das angeht.

    Oder gibt es Befreiungen für Leute mit Minimaleinkommen?
    Weil von zu wenig mehr abziehen führt nicht zu einem Plus – es sei denn man hat sowas wie eine negative Einkommenssteuer wie in den USA, hat man aber nicht hier, wie vieles, was man in den USA hat, das aber hier nie erwähnt wird, bzw. in Deutschland in die Katastrophe führen würde, da und dort aber keineswegs.

    Nun ja, vollkommen kostenlose Einrichtungen für alle Kinder ab Vorschule gibt es ja auch in vielen Ländern Europas, seit 30-40 Jahren – man will das hier nicht!

    Das ist eindeutig alternativlos, denn sonst müsste man es den anderen die seit langem Alternativen haben ja nur nachmachen.
    Die aber sollen es wieder Deutschland nachmachen, das bedeutet Euroland.

  • Hannes Wagner

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    Das Mehrkosten für Kindergärten und Horte kommen werden, war klar und absehbar.
    Dafür gibt es aber auch „mehr“: besserer Betreuungsschlüssel (extrem wichtig!!!) und besser bezahlte Pädagogen/Erzieher (!!!).
    Das Modell, dass Alleinerziehende und Eltern mit mehreren Kindern entlastet gefällt mir persönlich recht gut – da muss man den Wolli und den Weber mal loben.

    Zur „alternativlosen“ Debatte:
    Einen Schritt weitergedacht zeigt sich, dass dieses Wort erst seit den letzten 4 – 6 Wochen zunehmend verwendet wird, was m.M.n. einfach nur für die Ratlosigkeit der Politiker spricht, nicht aber ihren Unwillen oder gar ihrer „Böswilligkeit“ entspringt.
    Über Berlin (aber nicht nur da) ziehen düstere Wolken auf… es bleibt zu hoffen, dass es nur einen kurzenheftigen Schauer gibt.

  • Joachim Datko

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    Endlich mit öffentlicher Bemutterung und Preistreiberei aufhören!

    Zu Hannes Wagner 15. Juni 2010 um 13:03 Uhr Zitat: „Das Mehrkosten für Kindergärten und Horte kommen werden, war klar und absehbar.
    Dafür gibt es aber auch “mehr”: besserer Betreuungsschlüssel (extrem wichtig!!!) und besser bezahlte Pädagogen/Erzieher (!!!).“

    Die Gesellschaft wird vom „öffentlichen Dienst“ nur noch ausgebeutet. Zuerst besorgt man sich immer mehr und jüngere Opfer, die zu umsorgen sind und dann wird daran extrem gut verdient. Das Ende vom Lied sind Menschen, die die Pädagogik „kaputt“ gemacht hat. Wir werden in Zukunft nur noch bürokratisierte Menschen haben.

    Die Menschen werden nicht mehr in der Lage sein ihr Leben selbst zu organisieren. Wir sollten zumindest die Hauptschule um ein Jahr verkürzen, damit da eine Entlastung von der öffentlichen Umsorgung stattfindet.

    Mir kommt unser Bildungssystem schon so vor, wie das deutsche Schornsteinfeger-System. Das Ziel ist der Verdienst, die durchgeführten Tätigkeiten sind weitgehend nutzlos.

    Junghanns, CDU im Bundesrat:
    „Mit der forcierten Modernisierung der Feuerungsanlagen mindert sich laufend auch das Volumen ihrer Arbeit. … Dazu gehört es, dafür Sorge zu tragen, dass die neue Gebührenordnung nicht zu massiven Einkommensverlusten führt.“

    Bei der Erziehung und Bildung ist es ähnlich, die Hauptsache ist der Verdienst, die Schüler werden zu Opfern.

  • Besserwisser

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    Datko go home! Werd doch selber Schornsteinfeger, wenns so lukrativ ist, anstatt hier immer wieder mit der gleichen Scheiße anzukommen…

  • Hannes Wagner

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    Lieber Herr Datko!

    Ihre Vorstellungen bzgl. des Bildungs- und Erziehungssystems PLUS der daran gekoppelten Löhne teile ICH ABSOLUT NICHT. Mehr gibt es nicht zu sagen.

    Sozial sieht anders aus, Herr D.

  • StuhloderSessel

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    @hannes wagner

    „Dafür gibt es aber auch “mehr”: besserer Betreuungsschlüssel (extrem wichtig!!!) und besser bezahlte Pädagogen/Erzieher (!!!).“

    Ach?
    Na dann mal her mit den Fakten!
    Her mit den besseren Betreuungsschlüsseln und vor allem den besser bezahlten ErzieherInnen!

    Sag mal, frisch von der FH und gerade bei der Stadt eingestellt worden? Oder woher kommen deine Fantasien?

    Jetzt im Ernst: Her mit den Fakten die besseren Betreuungsschlüsseln etc. betreffend… !
    Ich und die Kolleginnen und Kollegen sind schon ganz gespannt. :-)

  • Hannes Wagner

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    @StuhloderSessel

    Ich frage mich, warum hier auf dieser Seite, ständig sinnfreie Angriffe aufgrund einzelner Kommentare geführt werden?

    Um deine Fragen zu beantworten:
    Nein nicht frisch vn der FH und auch nicht bei der Stadt angestellt.

    Die Löhne wurden tariflich erhöht – also hier ein mehr. Da kann auch die Stadt nichts gegen ändern.
    Und der bessere Betreuungsschlüssel ist schon lange im Gespräch und meines Wissens auch umgesetzt worden – 53 Stellen schaffen sich auch nicht von allein.

    Wenn Du und die KollegInnen andere Informationen habt, also logischerweise den oben geschriebenen Artikel anzweifelt, dann bitte ich um Korrektur.

  • StuhloderSessel

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    @hannes wagner

    120€ mehr bei längerer Arbeitszeit, jahrelangen Nullrunden und Preissteigerung = nicht mehr Geld.

    Die insgesamt angestrebte Senkung des Betreuungsschlüssels um 0,8 ist ein Witz. Die Anzahl der von einer Erzieherin / einem Erzieher zu betreuenden Kinder bleibt bundesweit gesehen bei ca. 12 – 13 Kindern.

    Da hat, alternativlos, keiner was gewonnen

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