Die Passauer Neue Presse nimmt's von jedem

PNP schaltet Anzeige für Rechtsaußen

In der Wochende der PNP: Anzeige des Rechtsaußen-Vereins "Deutsche Konservative".

In der Wochende der PNP: Anzeige der „Deutschen Konservativen“. Der Vorsitzende ist ein notorischer Rassist.

Von irgendetwas muss man ja leben – so oder so ähnlich denkt man vermutlich bei der Passauer Neuen Presse. Die niederbayerische Tageszeitung hat in ihrer aktuellen Ausgabe eine großflächige Anzeige des Vereins „Die Deutschen Konservativen e.V.“ veröffentlicht, in der halbseitig für eine Hetzschrift gegen Muslime geworben wird.

Der Verein wird dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet und wurde in diesem Zusammenhang auch schon im Bericht des Verfassungsschutzes erwähnt. Dem Vorsitzenden Joachim Siegerist wurde einst von der Bundesregierung bescheinigt  „vornehmlich durch ultranationale und rechtsradikale Äußerungen in Erscheinung getreten“ zu sein. Immer wieder fiel er durch unverhohlenen Rassismus auf. Sinti und Roma bezeichnete Siegerist  unter anderem als „übles und durchweg kriminelles Pack”.

„quasi ein gewerblicher Volksverhetzer“

Seinem Verein wurde in der Vergangenheit immer wieder unseriöses Spendensammeln vorgeworfen. Selbst von Gesinnungsgenossen. Ein Staatsanwalt bescheinigte Siegerist in einem seiner zahlreichen Strafverfahren zudem, er sei „quasi ein gewerblicher Volksverhetzer“. Nun ja: Für seine Anzeige in der PNP hat er immerhin einen veritablen Geschäftspartner gefunden. Dort nimmt man es wohl von jedem.

Übrigens: In Hessen trat der stellvertretende CDU-Fraktionschef im Landtag, Hans Jürgen Irmer, Ende Januar zurück, nachdem er dieselbe Anzeige in seiner Zeitung veröffentlicht hatte.

UPDATE: Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk hat PNP-Chefredakteur Ernst Fuchs am Montag erklärt, dass die Redaktion über das Erscheinen der Anzeige „sehr unglücklich“ sei.

Anmerkung: Der Artikel wurde am 16. Februar um einige Links und Informationen ergänzt.

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Kommentare (12)

  • Seriös

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    Zitat: „„Die Deutschen Konservativen e.V.“ veröffentlicht, in der halbseitig für eine Hetzschrift gegen Muslime geworben wird. “

    Ich habe das nicht nachprüft, was hier von Ihnen behauptet wird.

    Man sollte allerdings zwischen dem Islam und den Muslimen unterscheiden.

    Der Islam ist eine aggressive Religion, die Muslime sind in der Regel selbst Opfer der Religion.

    MO

  • hs

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    naja
    den Islam as aggressive Religion zu bezeichnen ist schon heftig. Ist ja immerhin die 2.größte Weltreligion…
    Die Beziehung zwischen Muslime und Islam sehe ich wie die Beziehung von Christen und Christentum.
    Ich bin in keiner Religionsgemeinschaft (vor über 25 Jahren aus der kath. Kirche ausgetreten)!
    Außderdem geht es nicht um den Islam, sondern um die Anzeigenpolitik der PNP.

    hs

  • Martin

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    Ich habe die Anzeige gesehen, ich konnte nichts finden was nicht der Wahrheit entspricht.

  • ek

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    womit Sie Recht haben – es geht um die Anzeigenpolitik der PNP

  • ek

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    aber auch die Bibel hat ihre eigenen Gesetze – gut und böse –
    somit ist die Wahrheit was … ? die des Korans oder die der Bibel ?
    das wäre dann Aufgabe der PNP es wenigstens zu erwähnen
    dann bräuchte man sich nicht zu schämen – des Anzeige-Geldes wegen !

  • Manfred Martin Drescher

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    Einer seriösen Zeitung verbietet es sich, solche rassistischen Hetzte einer rechtsextremen Vereinigung zu drucken.
    Aber leider leben wir in Bayern wo kruder Rassismus schon zum guten Ton gehört und Bestandteil der austragenden Partei ist.
    Ich hoffe und wünsche mir, man kann diesen gefährliche Zustand unseres Heimatlandes bald mal zu ändern!

  • Peter

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    Wo habt ihr dieses Wissen her? Die angeblichen Inhalte des Koran sind schlichtweg falsch!! Wie war das mit ich konnte nichts finden was nicht der Wahrheit entspricht? Klar wenn man nicht weis was man da liest!

  • LSK

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    Die PNP als seriöse Zeitung zu bezeichnen finde ich übertrieben. Ich werde schon seit 60 Jahren mit den rechtspopulistischen Meinungen und der starke Einfluß der CSU auf diese „seriöse Zeitung“ damals noch unter Herausgeber Hans Kapfinger konfrontiert. Entweder las man die Strauß-Schmiere -Bayern-Kurier – oder PNP, es stand immer der gleiche rechtslastige und gefährliche Schmarrn drin. In der ehemaligen DDR haben sie wenigstens schon Anstalten zur Demokratie gemacht, davon sind wir in (Nieder)Bayern noch weit entfernt.

  • Luise

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    Es wäre doch eine feine Sache, wenn die PNP das Geld für die Anzeige an ein Asylantenheim spenden würde. Dann könnte man ihnen das Unglücklichsein sogar glauben!

  • Josef Hunne

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    Nach einem BR-Bericht ist der Anzeigen-Inhalt juristisch überprüft worden und man darf daher davon ausgehen, dass er strafrechtlich irrelevant ist. Wo ist demnach das Problem – oder soll hier nur eine politisch unbequeme Aussage an der Veröffentlichung gehindert werden? Eine entsprechende Einordnung des Anzeigen-Inhaltes durch den Verlag gab es im genannten BR-Beitrag bereits.
    Sollte der Inhalt der beworbenen „Hetzschrift“ den unterstellten Inhalt haben, steht es jedem frei, Anzeige zu erstatten!

  • Kritik an PNP-Verlegerin: „Gewissenlos und kompetenzfrei“ » Regensburg Digital

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    […] Vergangene Woche hat Regensburg Digital als zunächst einziges Medium von der Anzeigenschaltung der … – ein zwielichtiger Verein, der vom Verfassungsschutz in der Vergangenheit dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet wurde. Halbseitig hatte der Verein in der PNP-Gesamtausgabe für eine islamfeindliche „kostenlose Broschüre“ geworben. Als Motive darf man durchaus gezielte Hetze, aber auch Adressbeschaffung vermuten. Der Verein geriet schon mehr wehen seines unseriösen Gebahrens beim Einwerben von Spenden in die Kritik. Der Vorsitzende Joachim Siegerist wurde unter anderem wegen Volksverhetzung und Aufstachelung zum Rassenhass verurteilt. Ein Staatsanwalt beschrieb ihn im Rahmen eines Verfahrens als „quasi gewerblichen Volksverhetzer“. […]

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