SOZIALES SCHAUFENSTER

Externes Betreibermodell favorisiert

„Luxusklos” für ganz Regensburg

Einen Klo-Plan für Regensburg legt das städtische Planungsamt am Donnerstag den Stadträtinnen und Stadträten vor. Nicht erwähnt wird darin, dass die notwendigen Investitionen in die Millionen gehen werden und das favorisierte Betreibermodell – alles soll extern vergeben werden – Unterhaltskosten verursacht, die pro Jahr und Klo im hohen fünf- bis niedrigem sechsstelligen Bereich liegen dürften.

Die neue öffentliche Toilette am Interims-ZOB war wegen „eines vermuteten Defektes an der automatischen Bodenreinigung in der WC-Kabine“ bislang geschlossen. Sie soll nun am 8. März wieder geöffnet werden. Foto: as

Zwölf Standorte in Grünanlagen und im Innenstadtbereich. Eine genaue Auflistung mit Prioritätensetzung. Ein ausgefeiltes Betriebsmodell. Es ist ein Masterplan für ein grundlegendes Problem in Regensburg, den Planungsreferentin Christine Schimpfermann den Stadträtinnen und Stadträten am kommenden Donnerstag vorlegen wird (hier geht es zur Beschlussvorlage). Und auch wenn darin keine einzige Zahl genannt wird, soll hier ein Grundsatzbeschluss gefällt werden, der mit Investition von – niedrig geschätzt – fünf Millionen Euro zu Buche schlagen dürfte, hinzu kämen monatliche Unterhaltskosten im hohen fünf-, vielleicht sogar sechsstelligen Bereich. Es geht um öffentliche Toiletten.

Statt einem „Luxusklo” für die Jahninsel…

Die Debatte ist schon älter. Und eine gewisse Dringlichkeit bestreitet kaum jemand. Seit 2019 wird über eine öffentliche Toilette für den Bereich der Jahninsel diskutiert. Das Bezahl-Klo an der Ecke Liebl-/Müllerstraße sollte als Modell für weitere Toiletten im Stadtgebiet dienen. Doch das Vorhaben stand unter keinem guten Stern.

Der Preis des Toilettenhäuschens stieg von anfänglich 250.000 auf dann 330.000 und zuletzt 375.000 Euro. Die monatlichen Unterhaltskosten für ein externes Unternehmen schätzte die Verwaltung anfänglich auf 4.000 Euro, zuletzt lagen diese dem Vernehmen nach bei 5.000 Euro. Von einem „Luxus-Klo“ sprachen angesichts dessen Anwohner, aber auch Stadträtinnen und Stadträte, insbesondere der Brücke-Fraktion. Am Ende wurde das Projekt durch die Oberbürgermeisterin gestoppt – einerseits wegen „der signifikanten Erhöhung der Gesamtkosten“, andererseits, weil der geplante Standort im Hochwassergebiet liegt und vom Wasserwirtschaftsamt für ein Pumpwerk benötigt werden dürfte.

…zwölf „Luxusklos” mit demselben Konzept

Nun gibt es einen neuen Anlauf, besagten Masterplan zur „Versorgung des öffentlichen Raums mit Toiletten im Stadtgebiet”. Das Frappierende: Das teure Konzept des Jahninsel-Klos wird gemäß der Beschlussvorlage des Planungsamts beibehalten. Für alle zwölf Klohäuschen, die kurz- und mittelfristig neu entstehen sollen, schlägt das Planungsamt dieselbe standardisierte Bauweise vor. Errichtung und Betrieb der Klos sollen über einen externen Dienstleister erfolgen. Weiter wird den Stadträtinnen vorgeschlagen, ein sogenanntes Betreibermodell zu beschließen – auch das war schon bei der Jahninsel im Gespräch.

Der Klo-Plan für Regensburg. Auch die sanierungsbedürftigen Alt-Anlagen sollen gemäß der Präferenz des Planungsamtes durch das neue Modell ersetzt werden.

Ein externer Anbieter übernimmt demzufolge „die Errichtung (einschließlich Erschließung und Durchführung des Baugenehmigungsverfahrens) und die Bereitstellung des Toilettenbauwerkes sowie den Betrieb der Toilettenanlagen für die Dauer von min. 15 Jahren, mit einer Option auf Verlängerung um weitere 5 Jahre“. Der Betreiber erhält dabei einen monatlichen Festbetrag „für die Bereitstellung, den Unterhalt und den Betrieb“ des Klos. Dieser Betrag bleibt für zwei Jahre fix. „Danach kommt eine Gleitklausel zur Anwendung, die an die jeweiligen Tarif- bzw. Preiserhöhungen gekoppelt ist.“ Die Verwaltung verweist dabei unter anderem auf die Landeshauptstadt München, wo ein solches Betreibermodell „erfolgreich“ angewendet werde.

Klo und Betreibermodell von der Stange

Bemerkenswert dabei: Der nun erneut aufgegriffene Verwaltungsvorschlag für das Jahninsel-Klo wirkte seinerzeit so, als sei er geradezu zugeschnitten auf einen namhaften Anbieter solcher Fertigtoiletten (unser Bericht). Der damals im Stadtrat vorgelegte Grundriss war bis ins Detail einer Broschüre der HERING Sanikonzept GmbH entnommen. Und auch für das erwähnte Betreiber-Modell mit Full Service scheint dieses Unternehmen geradezu prädestiniert. „Neben der Planung und dem Bau von öffentlichen WC-Anlagen bietet die HERING Sanikonzept GmbH auch maßgeschneiderte Serviceleistungen an“, heißt es auf der Firmenhomepage. „Egal, ob Wartung, Reinigung, Reparatur oder Finanzierung. Gerne stellen wir Ihnen ein passendes Service-Paket zusammen.“

Rechts: Der Vorentwurf des Jahninsel-Klohäuschens, der den Stadträten im Februar 2021 vorgestellt wurde, links: der Grundriss einer Toilettenanlage aus der Broschüre eines Herstellers.

Ein Grundriss liegt der aktuellen Vorlage mangels konkreter Standorte nun nicht mehr bei. Unerwähnt bleibt auch: In München rechnete man bereits 2019 mit Investitionen von etwa 600.000 Euro pro Klohäuschen plus jährlicher Betriebskosten von 100.000 Euro.

Toiletten sollen kostenpflichtig werden

In Regensburg ist aber zumindest das noch Zukunftsmusik. Zwar präferiert das Planungsamt ein solches kostenintensives Betreibermodell ganz offenkundig. Allerdings soll dieses Modell zunächst in einem weiteren Schritt „dem bisherigen Modell (Eigenregie)“ gegenübergestellt und der Stadtrat über die Ergebnisse unterrichtet werden. Grundsatzbeschlüsse vom Stadtrat fordert das Planungsamt allerdings bereits jetzt hinsichtlich der geplanten Ausstattung, des geplanten kostenpflichtigen Betriebs (50 Cent), des Konzepts einer vollautomatischen Reinigung nach jedem Toilettengang sowie hinsichtlich der Öffnungszeiten.

Diese sollen grundsätzlich zwischen 7 und 22 Uhr liegen. Lediglich die öffentliche Toilette am Neupfarrplatz sowie die neue, derzeit nicht zugängliche Toilette am neuen Interims-ZOB sollen rund um die Uhr geöffnet sein. „Eine Ausweitung über 22 Uhr hinaus an weiteren zentralen und hochfrequenten Standorten wie bspw. am Bismarckplatz oder an der Weinlände soll durch die Verwaltung im Rahmen der weiteren Bearbeitung geprüft werden.“

Es dauert noch bis Ende 2024

Bis das erste Toilettenhäuschen endgültig steht, wird es ohnehin noch eine Weile dauern. Bei den vier Klos mit Priorität 1 – Jahninsel, Weinlände, Bismarckplatz und Grieser Spitz – rechnet das Planungsamt nicht mit einer Umsetzung vor Ende 2024. Bis dahin soll es dort ab Sommer 2022 mobile Toilettenanlagen als Übergangslösung geben. Solche mobilen Toiletten – Klowägen oder Dixies – als Dauereinrichtung lehnen die Planer ab. Diese würden monatlich mindestens 1.150 Euro kosten. „Mittelfristig scheint es jedoch sinnvoll und wirtschaftlicher für die o. g. vier Standorte dauerhafte Toilettenanlagen zu errichten”, glaubt man.

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Kommentare (35)

  • Hthik

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    Was sagt eigentlich die Gastronomie zu den Plänen? Wenn ich befürchte, durch plötzlichen Drang keine 2 km mehr gehen zu können, liegt das an Krankheit und dann geh ich gewöhnlich ohnehin nicht aus dem Haus. Eine App oder ein altmodisches Hinweisschild würde da oft reichen. Was das Bilettle zur verzehrzwangsfreien Nutzung des Abtritts den Gedrängten und was es die Stadt kostet, könnte man aushandeln.

  • Horst

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    Kostenpflichtig und nach 22.00 geschlossen? Damit ist garantiert, dass Außen gegen die Mauer des Toilettenhäuschens mehr gebieselt wird, als in der Toilette. Wer denkt sich sowas aus?
    Wenn man was gegens wild bieseln machen will, dann 24 h offen und kostenlos, gut das kostet Geld, aber man erreicht dafür auch was.
    Der Plan wie er oben steht, der erreicht nix UND kostet Geld, sowas kann sich auch nur ein Bürokrat ausdenken.

  • Native

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    Nach dem Willen der Stadt ist es nicht gewünscht, die Altstadt zu zuparken oder zu zukacken. Besucher und Kreuzfahrttouristen sollen konsumieren. Sehr passend wäre dafür anstatt eines Luxusklos auf dem Schwanenplatz eine öffentliche römische Latrine (kostengünstiger) zu errichten, mit Eventcharakter im ehemaligen römischen Legionärslager Castra Regina. Das würden sie nie vergessen. In Regensburg stinkt ohnehin schon einiges zum Himmel. https://oeklo.at/blog/hygiene/latrine-toiletten-im-alten-rom

  • Mr. T.

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    Also die monatlich 1.150 Euro für eine mobile Toilettenanlage sind langfristig unwirtschaftlich verglichen mit einer festen Anlage, für die man zwar einmal rund 400.000 zahlen muss, dann aber nur noch 4.000 pro Monat? Wie lange würde es dauern bis die Anfangsinvestition herinnen ist? Ich wollts grad ausrechnen, aber mein Rechner hat nen Overflow-Error produziert.

    Abgesehen davon ist auch das Bezahlmodell von vornherein zum Scheitern verurteilt. Alleine die Mehrkosten für das Abrechnungssystem werden durch die 50 Cent pro Toilettengang niemals reinkommen. Dazu kommt, dass dann doch wieder wild seine Notdurft verreichtet wird, weil man grad kein Geld zur Hand hat oder es sich gar nicht leisten kann und will. Gerade Wohnistzlose, die auf so etwas angewiesen wären, könnten sich das nie leisten.
    Dümmer geht’s eigentlich nicht. Das ganze Geld in kleinen Scheinen wäre wahrscheinlich vom Brennwert her besser angelegt als dafür.
    Aber billige und vernünftige Ideen hätten in Regensburg eh keine Chance. Und wenn da nicht wenigstens irgendeine externe Firma kräftig mitverdienen kann, ists wohl auch nix.

  • Robert Fischer ÖDP

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    Es wird wie immer sein. Wir geben sehr viel Geld für ein umfassendes Konzept aus, um dann zu merken, dass es viel zu teuer ist. Anstatt einfach 10 Komposttoiletten aufzustellen. Oder meinetwegen Toilettenwägen und was es halt sonst noch gibt…
    Mr. T. hat da schon recht. Das Argument mit dem monatlichen Unterhalt scheint nicht ganz logisch zu sein.

  • Sch…. draff

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    Das goldene Kalb oder wie verschandle ich mit Millionen Euro die Altstadt mit Sch…heisl.
    Neupfarrplatz, Schwannenplatz, Jahninsel usw
    Die einzige gelungene Gestaltung befindet sich versteckt in V.d. Grieb.

  • Ronin

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    Ich hoffe in die Planung wurde mit aufgenommen dass die Toiletten mit einer direkten Pipeline aus Sibirien geheizt werden.

  • idefix

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    Bereits vor über 10 Jahren hatte die Verwaltung vorausschauend die Idee, aufgrund der hohen Besuchsfrequenz der Insel und des Umfelds eine moderne Toilettenanlage den Menschen anzubieten. Im Zusammenhang mit dem Neubau der Brückenauffahrt zur Steinernen Brücke und dem Abgang zur Jahninsel lagen bereits konkrete Planungsüberlegungen vor, die nicht gerade einladende alte Toilettenanlage der „Alten Linde“ grundlegend zu erneuern und sie neben der privaten auch der öffentlichen Nutzung zugänglich zu machen. Die damalige Idee: Die Toilettenanlage wäre wie heute elegant in dem vorhan-denen Kalksteinanbau des „Alten Linde“ versteckt gewesen. So stört sie niemanden, auch nicht den Denkmalschutz im Welterbe. Ein separater hochwassersicherer Eingang vom Abgang zur Wöhrdinsel war vorgesehen.
    Auf diese Weise hätte das damals schon leidige Toilettenproblem ohne neuen Platzbedarf denkmalge-recht und hochwassersicher gelöst werden können. Beide Seiten, Stadt und der Eigentümer der „Alten Linde“ hätten davon profitiert. Allerdings konnte darüber leider kein Konsens mit dem Eigentümer erzielt werden. Doch warum nicht ein neuer Versuch, die frühere Idee wieder aufzugreifen?
    Eine Fremdenverkehr- und Freizeitstadt wie Regensburg war leider bis heute nicht in der Lage ist, ein Hygieneproblem für seine Besucher und Bürger vorausschauend und nachhaltig zu lösen und ein verdichtetes Toilettenangebot im Zentrum zur Verfügung zu stellen. Kein Wunder, dass dies viele Menschen in die Büsche getrieben hat mit den beklagten stinkenden Hinterlassenschaften.
    Es wird Zeit, dass die Stadt für ein dringendes menschliches Grundbedürfnis im Sinne der Daseinsvorsor-ge endlich ein Konzept entwickelt. Es umzusetzen, wird, wie man sehen kann, auch etwas kosten, wenn man es vorbildlich wie in anderen Touristenstädten nach dem modernsten hygienischen und techni-schen Standards realisiert. Hier von Luxus zu sprechen, ist unangebracht, denn modernste Infrastruktur hat eben ihren Preis. Daher wird es die Benutzung auch nicht zum Nulltarif geben können. Die Anlage muss ja auch hygienisch gepflegt und unterhalten sowie das Abwasser gereinigt werden. An der Auto-bahn oder auf Reisen in Europa zahlt dafür jeder wie selbstverständlich seinen Obulus für ein gepflegtes sauberes Ambiente. Auch der Besuch des Örtchens zuhause ist im übrigen nicht kostenlos.
    Der Bau von öffentlichen Toilettenanlagen in der Stadt z.B. am Neupfarrplatz/Busterminal Stadtamhof war in Stadtrat leider schon immer ein zähes Diskussionsthema gerade wegen der hohen Bau- und Folgekosten. Die vorhandenen Defizite im Stadtgebiet und teilweise engen, versifften, unhygienischen Angebote (z.B. Salzstadel, Parkhaus Dachauplatz) in Regensburg sind daher die Folge, weil das Problem verdrängt wurde. Dieser Zustand ist jedoch einer Fremdenverkehrs- und Welterbestadt wie Regensburg absolut unwürdig (Note 6). Deshalb hat Regensburg jetzt einen großen Nachholbedarf bei dem Angebot von modernen Toilettenanlagen, die dringend notwendig sind. Für das Toilettenproblem auf der Jahninsel gibt es eine elegante und nachhaltige Lösung. Man muss sie nur umsetzen wollen.

  • Mario

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    Ich geh immer am Dom zum bieseln, hat bisher wunderbar geklappt. Nur wenn man groß muss sollte man halt dann einen Park aufsuchen. Gibt ja auch diese roten Plastikbeutel. Nicht sehr umweltfreundlich, aber besser als nix.

  • Mr. T.

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    idefix, die Idee mit der Toilettenanlage der Alten Linde ist es sicher Wert, nochmal aufgegriffen zu werden.

    Mit der Gebühr für die Benutzung jedoch fällt die Akzeptanz. Außerdem ist die Schwelle zu hoch, als dass man dann naoch von hygienischer Grundversorgung sprechen kann. Man stelle sich vor, bei öffentlichen Abfalleimern würde die Benutzung etwas kosten. Außerdem müsste zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass die Einnahmen durch die Benutzungsgebühren mindestens den Aufwand für die Erhebung der Gebühren übertreffen.

  • Gscheidhaferl

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    Tut mir leid, ich kann und will mir nicht vorstellen, dass das so teuer sein muss bzw. dass sich mit dem Geld nichts Besseres schaffen lässt. Ich hab den Verdacht, dass sich der Anbieter die Trägheit / Unlust der Kommune, sich mit dem Thema zu befassen, zu Nutze macht und dem mit einem relativ teuren All-inclusive-Packet begegnet. Wenn’s nach der Verwaltung geht, liegt er damit wahrscheinlich richtig. Lieber mehr Steuergeld einsetzen und dafür die Gschicht nicht selber am Hals haben. Die frühe und einseitige Festlegung lässt zudem argwöhnisch aufhorchen. Und ob da jemand hofft, in Zeiten, in denen alle Welt in die Ukraine schaut, die fragwürdige Sache problemloser durch die Gremien zu bekommen? Oder brauchts solche Überlegungen bei diesem – vor allem bei Baukosten – sehr ‘zustimmungsfreudigen’ Stadtrat gat nicht?

  • Jakob Friedl

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    Punkt eins des Beschlusses: „Die Verwaltung wird beauftragt, für die Bedarfsstandorte in der Innenstadt sowie in den Grünanlagen der Priorität 1 die Vorplanungen für die Toilettenanlagen durchzuführen und das Ergebnis dem Stadtrat vorzustellen. Anschließend wird für die Standorte der Priorität 2 analog vorgegangen.“ In der Vorlage steht auch: „Zusätzlich ist eine bauliche Toilettenanlage im Ostpark in Planung.“ (Priorität 2, umzusetzen bis 2025)

    Der Parkhausverein beabsichtigt zeitnah auf dem Vorplatz der ehemaligen Gartenamtsunterkunft im Ostpark als Begegnungs- und Identifikationsort eine Konstellation aus Toilette und Gerätemöbel mit ausklappbarer Bühne zu schaffen und spannt damit ein Feld zwischen Architektur, Kultur und Sozialarbeit auf. Für die Toilettenanlage im Ostpark liegt der Verwaltung bereits seit Oktober 2021 eine Konzeptstudie vor. Das Parkhauskollektiv hat Angebote von Fachfirmen eingeholt und die erwartbaren Kosten für eine Toilettenanlage in einem einfachen Standard detailliert dargelegt (siehe Webseite!): Die Realisierung der dem Parkhaus mit Kiosk und Küche vorgelagerten barrierefreien unisex Toilette im Rahmen der partizipativen Kulturbaustelle würde geschätzt 34 630 € kosten (Baukostenindex Okt. 2021). Der Sanitärkern könnte von einer frei gestaltbaren Hülle skulptural ummantelt werden. Die vorgelagerte Toilette wäre Teil des Organismus rund um den gemeinsam geschaffenen Begegnungsort: Unterhalt und Betrieb der Toilette würde im Rahmen der sozialen und kulturellen Parkversorgung vom Parkhaus e.V. gewährleistet. Unserer Vorstellung nach würde die Stadt ein Budget für Unterhalt und tägliche Reinigung bereitstellen, die im Rahmen der inklusiven Vereinsarbeit von unterschiedlichen Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zuverlässig passieren kann. Das bedeutet: Gut Verdienende können hier die öffentliche Toilette ebenso für 25 € Ehrenamtsvergütung kerchern, auf- und absperren wie Wohnungslose – aus Idealismus oder Geldnot. Der Verein organisiert in ehrenamtlicher Arbeit den sozialen Zusammenhalt, der Kiosk, die Küche und das inklusive Kulturprogramm sorgen auch für soziale Kontrolle und schaffen eine Situation, in der das alles möglich ist. Vgl.: https://parkversorgung.de/parkhaus/
    Erwartbar kann eine solche betreute Toilette im Ostpark trotz einfachem Baustandard einen höheren Hygienestandard, eine einladendere Ausstattung und längere Öffnungszeiten gewährleisten als anonyme, teuere, gleichförmige und gefühlt meist geschlossene Anlagen, wie die in Stadtamhof oder beim Haus der Bayern – vom unansehnlichen Flair der selbstreinigenden Kabinen ganz abgesehen.

    Leider stoßen wir bei der Verwaltung bisher bezüglich der geplanten Toilettenanlage auf Widerstände: 1. Auf dem Vorplatz der Gartenamtsunterkunft soll keine kleine Toilette stehen. 2. Die im Beschlussvorschlag geforderten Standards (selbstreinigend, sensorenbewährt, Wickeltisch etc.) können aus Kosten- und Raumgründen nicht eingehalten werden – können unserer Meinung nach jedoch durch die Einbettung in die Parkversorgung mehr als kompensiert werden!
    Die in der Vorlage pauschal geforderten Standards und das geforderte Anbietermodell führen jedoch, wie im Artikel beschrieben, geradewegs zu einer Produktausschreibung, was vergaberechtlich justiziabel wäre.

    Meiner Meinung nach sollte die Stadt beim Bau und beim Unterhalt von Toilettenanlagen im Sinne einer Erfahrungsproduktion und des Potenzials für Weiterentwicklung immer mehrerer Modelle gleichzeitig erproben und verbessern.

    Die geplante und mit einem Beschluss des Planungsausschusses vom Dezember 2021 ausgestattete soziale und kulturelle Parkversorgung des Parkhaus e.V. agiert kostensparend, ortsspezifisch und situationsbezogen. Die Kulturbaustelle kann ein viel zitiertes Vorbild für weitere Orte werden.

    Anläßlich der Beschlussvorlage „Versorgung des öffentlichen Raums mit Toiletten“ habe ich exemplarisch zudem historische (Kosten-)Pläne aus dem Stadtarchiv zusammengestellt und in diesem Artikel auch einen Rückblick auf die Debattenbeiträge von März- Mai 2021 verlinkt: https://ribisl.org/versorgung-des-oeffentlichen-raums-mit-toiletten/

    Die Ribisl-Plakate und Filme zum Thema, sowie die Ribisl-Komposttoilette, die 2020 ein halbes Jahr im Museum der bildenden Kunst in Leipzig zu sehen war, setze ich als bekannt voraus.

    Im Regensburger Stadtgebiet befinden sich zudem einige stillgelegte Toilettenanlagen, die ungenutzt vor sich hinrotten, z.B. in der Alfons-Auer-Straße, weitere Toilenanlagen haben akuten Sanierunsgbedarf. Auch die Sanierung und in Betriebsetzung solcher Anlagen kann zu ästhetischen Ergebnissen führen. Hier ein Beispiel aus Münster: http://www.skulptur-projekte.de/archiv/07/www.skulptur-projekte.de/kuenstler/feldmann/index_html.html

    In der Beschlussvorlage heißt es weiter: „Für alle neu zu erstellenden Toilettenanlagen inkl. Ersatzneubauten für bestehende und abgewirtschaftete Toilettenanlagen an stationären Standorten schlägt die Verwaltung vor die Errichtung und den Betrieb umfassend an einen externen Dienstleister zu vergeben.“ Wie im Artikel beschrieben, ergeben sich aus den bisherigen Vorstößen der Stadt hin zu einem Anbietermodell für eine selbstreinigende Toilette enorme Kosten. Für die eingestellte Toilette an der Jahninsel wäre es zweifellos kostengünstiger gewesen Personal einzustellen als auf die bestellte Technik zu setzen. Ortsspezifisch und situationsbezogen betrachtet mag ein Betreibermodell im Einzellfall sinnvoll erscheinen. Das Modell jedoch als pauschale Alleinlösung über das Stadtgebiet zu stülpen erscheint bezüglich des Aufwands für die Stadtverwaltung nachvollziehbar, könnte sich jedoch auch als qualitätsmindernde und teuere Sackgasse erweisen. Die Stadt soll sich in ihrem Handeln Vielfältigkeit und Flexibilität bewahren.

    P.S.: Eine Benutzungsgebühr lehne ich aus bereits in den oben stehenden Kommentaren dargelegten Gründen ab!

  • R.G.

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    Optisch lässt sich mit Betonhäuschen der Eindruck erwecken, es gäbe noch Bunker aus dem II Weltkrieg. Macht die langweilige Stadt spannender, könnte man als Kunstprojekt verkaufen.
    Sonst scheint man in Regensburg bemüht, wie das Schließen der Öffentlichen Toiletten zur Gitterbettsperrzeit zeigt, den Schiffstouristen Grund zu geben, das Schiff gar nicht mehr zu verlassen, die paar zerquetschte Euro die sie bisher hierlassen, interessieren keinen.
    Das harmlose Problem bei Überlastung von Schiffstoiletten hieß bei anderen Anlegestellen gelegentlich “Würstchen in der Donau”.

  • R.G.

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    Bei dem Angebot und seiner Bewertung fällt auf, eine im praktischen Betrieb in einer Fremdenverkehrsstadt auffallende zu geringe Öffnungszeit führt zwangsläufig, bei dann beispielsweise 10-12 mehr Stunden, zu mindestens einer Verdopplung der Kosten.

    Zwingende Kostenabzüge bei Defektzeiten, im Einzelfall länger als … Stunden, pro Jahr mehr als … Stunden, sollten angeführt sein.

    Kann man eine Ausschreibung, die offensichtlich auf einen einzigen Betreiber zugeschnitten scheint, rechtlich rechtfertigen ?
    Sind Benutzer der Toiletten sicher vor Überwachungskameras im Eingangsbereich, also vor Verwertung ihrer biometrischen Daten? Ist vertraglich gesichert, dass die Toiletten ohne Datenübertragung, beispielsweise Handybezahlung, nutzbar bleibt? Wird es das verbriefte Recht auf eine analoge Entleerung geben?

  • J.B.

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    Ausser teuer, langsam und überbürokratisiert kann diese Stadt (fast) nichts mehr.

  • Paul

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    Servus

    Der Verkehr brummt rings um den Regensburger Bahnhof: Rund 2.500 Busse fahren hier täglich 29 Haltestellen an, der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) platzt aus allen Nähten.

    Auch für die circa 25.000 Fußgänger und 12.000 Radfahrer, die täglich rund um den Bahnhof unterwegs sind, wird es oft eng.

    Zitat:”Um den stetig wachsenden Andrang in diesem Gebiet zu bewältigen, planen wir die Verkehrsflächen im gesamten Bahnhofsumfeld grundlegend neu.”

    Intrimslösung

    1 Multi WC seid Eröffnung ZOB ca 1-2 Wochen offen :-))

    Aber keine Hinweisschilder oder im ZOB Plan eingezeichnet auch nicht auf der Homepage der Stadt .

  • Hase

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    Sobald das erste Häuschen offen ist, gehe ich immer nach 22 Uhr hin und pinkel da gegen die verschlossene Tür.
    Tagsüber pinkel ich da gegen das “kostenpflichtig” Schild.

  • Sportlich

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    Zu Hase,hängt das Schild nicht zu hoch?

  • Nesrin

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    Die geplanten Öffnungszeiten sowie die Nutzungsgebühr für die Toiletten sind meines Erachtens nichts anderes als ein weiterer Versuch von Teilen der Stadtverwaltung, suchtkranke Bürger*innen zu gängeln. Bereits jetzt sind die wenigen öffentlichen Toiletten mit Blaulicht ausgestattet in der Hoffnung, Konsument*innen das Auffinden von Venen zu erschweren. Wer sich auskennt weiß, dass geübte User*innen so was bestimmt nicht vom Konsum abhält. Anstatt dieser und weiterer Schikanen könnte man auch zur Abwechslung mal was Sinnvolles tun und Spritzenabwürfe im Stadtgebiet aufstellen. Der aktuelle wurde witzigerweise direkt vor die Kameras der Bundespolizei am Hbf aufgestellt. Wie man hört wird dieses Angebot verständlicherweise nicht genutzt weil die User*innen sich vermutlich vor Strafverfolgung fürchten. Dass wir mehr Abwurfbehälter brauchen zeigt ein Blick in den Gulli vor der öffentlichen Toilette beim Haidplatz neben der Bodega. Der Schachtboden ist mit benutzten Spritzen und Kanülen übersät. Hinweise gingen bei der Stadt ein, wurden aber vergessen oder ignoriert. Aber wehe in Schickeria Stadtamhof liegt wieder eine Spritze im Garten, dann ist der Ruf nach noch härterer Strafverfolgung laut Was wirklich helfen würde, geht aber in Bayern leider nicht weil man hier suchtkranke Leute lieber verfolgt und einsperrt, wären Konsumräume. Die Angebote in Frankfurt/Main und anderswo wurden evaluiert. Ergebnis: weniger Drogentote, besserer Zugang des Klientels zum Hilfesystem. Wie viele Leute wohl noch sterben müssen bis die CSU (und SPD) Tonis kapieren, dass ihre Law and Order Politik noch keinem Süchtigen geholfen hat?

  • Jakob Friedl

    |

    @Nesrin
    Zu den Spritzenabwurfbehältern: In der oben verlinkten Beschlussvorlage steht unter “[…] 3. 4. Ausstattungsstandard […]” für die vollautomatischen und leistungsstarken barrierefreien Unisex-Toilettenkabinen:
    “[…] – fest montierter Spritzenabwurfbehälter,
    – automatische Türöffnung nach 15 Min. Nutzungsdauer
    – Ruhealarm (Sensor, der bei Bewegungslosigkeit einer Person aktiviert wird und mit
    optischer und akustischer Signalisierung außen am Gebäude ohne Aufschaltung
    ausgestattet ist),
    – Notrufeinrichtung i. V. mit optischer und akustischer Signalisierung außen am Gebäude
    ohne Aufschaltung, […]”
    Natürlich mildern Spritzenabwurfbehälter in öffentlichen Toiletten die Situation ab, bringen aber keinen suchterkrankten Menschen näher ans Hilfesystem.

  • KW

    |

    Es fällt mal wieder schwer, ob solcher Geld verbrennenden Absurditäten nicht ausfallend ggü. den StadträtInnen oder verantwortlichen PlanerInnen zu werden :-(
    Dass es bessere Vorschläge gibt, siehe @Hthik gleich im ersten Beitrag und natürlich auch einmal mehr @Jakob Friedl, der dem restlichen Stadtrat mal wieder zeigt wie es gehen sollte.
    Um auch etwas konstruktives beizutragen und Hthiks Idee aufzugreifen, hier der link zur “Netten Toilette”:
    https://www.die-nette-toilette.de/

  • Auch a Regensburger

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    Fur mich sind es unterschiedliche Diskussionen:
    Wo brauchts Kloohäuschen?
    Was darf sowas Kosten?
    Wie sollens aussehen?

    Definitiv braucht Regensburg mehr öffentliche Toiletten.
    Die sollten einen guten Standard haben und sauber sein. Das kostet Geld und das muss die Stadt nunmal auch in die Hand nehmen.
    Was mir immer fehlt sind grundlegende Entscheidungsfaktoren zu diskutieren. Für mich: Welche Ausstatungsmöglichkeiten der Häuschen (also Preis und Funktion) von verschiedenen Herstellern gibt es? Man muss sich ja Angebote eingeholt haben.
    Und welche Möglichkeiten des Unterhalts gibt es zu welchen Kosten?
    Ob 4.000-5.000 pro monat und häusl oder gar 100.000 pro Jahr scheint mir schon sehr teuer.

    Nichtsdesto trotz braucht die Stadt Kloos. Die werden was ksoten und auch sauberen Unterhalt erzeugen.

  • Alfons

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    Tatsächlich hatte ich nach lesen des Artikels die Idee die Gastronomie zu bezuschussen und dies über Handy zu regeln und jetzt gibts diese idee schon, siehe nette Toilette. Diese Idee spart nicht nur Kosten sondern ist auch nachhaltig, da Ressourcenschonend.
    Also liebe Stadträte, mal was sinnvolles beschließen das Kosten spart.

  • KW

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    Nachtrag zur “netten Toilette”:
    Habe mir gerade die App installiert und festgestellt, dass Regensburg da bereits mitmacht, es werden 20 über die Altstadt verteilte Cafés/Restaurants/etc. mit kostenfrei zugänglichen Toiletten gelistet, man kann auch nach Rolli-geeignet und Wickeltisch suchen.
    Was genau soll dann bitte die ganze Geldverbrenn-Humbug Diskussion überhaupt noch?
    Da fehlt mir wahrscheinlich irgendein Gen (oder ein Gendefekt) um das zu kapieren.

  • Gscheidhaferl

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    bringen wir’s doch einfach auf den Punkt und beantragen hier

    a) dass der Stadtrat das Projekt mit der überteuerten All-inclusive-Lösung fallen lässt

    b) und nötigenfalls lieber die entsprechende Instandsetzung / Sanierung der Toiletten jener Lokale bezuschusst, die bei der ‘Netten Toilette’ mitmachen. Das sollte nach Möglichkeit auch eine deutlichere Kennzeichnung dieser netten Toiletten beinhalten.

    Bringt mehr und kostet mittel-/langfristig wahrscheinlich deutlich weniger, als die flächendeckende Versorgung mit Luxusklos. Die blieben bestenfalls solchen Locations wie dem Busbahnhof vorbehalten. Wobei ich auch da eine Kombi aus (Gastro-/)Kiosk und WC am Besten fände, quasi eine ‘Nette-Toilette’-light.

    Wer ist dafür? Bzw. liebe mitlesende Stadträt*Innen, darf ich um Copy-Paste-Übernahme bitten? ;-)

  • Superstructure

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    Ist zwar eine Scheißhausdiskussion, aber die Damen und Herren Stadträte werden trotz unklarer Finanzierung wieder alle brav den Finger heben und bis auf ein paar wenige der Verwaltungsvorlage zustimmen.

  • R.G.

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    @Gscheidhaferl
    Gute Idee, aber das Konzept wird nur aufgehen, wenn man zusätzlich in der Stadt sichere Konsumräume mit Toilette und teilweiser Sozialarbeiter – Betreuung installiert.

    Unisex Toiletten sollten es auf keinen Fall sein.
    Ich musste als Kind mehrmals täglich Öffentliche Toiletten benützen und wurde bei jedem Klo ohne Geschlechtertrennung, von notgeilen oder exhibitionistischen Männern verängstigt. Was ich da alles mitmachte, wünsche ich niemandem.
    Bis zu einem Alter von … Jahren sollten Kinder den Eingang eines reinen Damenklos benützen dürfen, wie ehedem. Wir machen heute erwachsenen Transidenten, Diversen, Queeren oder ähnlichen Menschen Zugeständnisse auf Kosten der Sicherheit unserer Schutzbedürftigsten.

  • Mr. T.

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    Ein weiterer massiver Nachteil des städtischen Konzepts ist die Einschränkung der Öffnungszeiten. Was bringen die Toiletten, wenn sie speziell gerade dann zu sind, wenn auch keine oder weniger Gastro mehr auf hat. Öffnungszeiten und Bezahlschranken schränken die Verfügbarkeit dieser immensen Investition noch weiter ein. Und was ist, wenn die teure Technik dann mal aus einem nichtigen Grund aussetzt? Dann sind die Dinger auch zu bis der Kundendienst anreist. Das wird ein Rohrkrepierer mit Ansage.
    Billige, möglichst vandalensichere und primitive Anlagen ohne technischen Schnickschnack außer Licht, am besten noch Bio-Kompost-Toiletten und ein Team aus ein paar städtischen Angestellten, das regelmäßig die Toiletten abfährt und reinigt, wäre eine bessere Investition.

  • Gscheidhaferl

    |

    @R.G.
    Freut mich, dass ich schon mal grundsätzlich mit Ihrer Stimme rechnen könnte. Vielen Dank! ;-)

    Ansonsten würde ich die Betreuung/der Umgang mit Drogenkonsument*Innen nicht mit der Diskussion um die öffentlichen Toiletten vermengen wollen. Auch wenn es – mangels Alternativen – räumliche Überschneidungen geben mag, sind das sehr unterschiedliche Themen, die für mich grundsätzlich getrennt zu behandeln sind. Zudem hat die Vermengung für mich auch etwas Würdeloses, dem ich nicht gerne Vorschub leisten würde.

    Was aber den Kinderschutz anbelangt, stimme ich Ihnen vollkommen zu.

  • R.G.

    |

    @Gscheidhaferl
    Bitte erklären sie mir, wodurch da Würdelosigkeit erzeugt wird, ich möchte es verstehen.

    Meine Überlegung besteht darin, dass eigentlich an jeder meiner bisherigen Wohnadressen jemand aus der Nachbarschaft entweder substitutert war oder irgendwann auf Alkoholentzug ging, Anknüpfungspunkt für die Verbesserung ihres Lebens war ein sozialer Treffpunkt oder ein kontrollierter Konsumraum gewesen.

    Ist es nicht auch würdelos, Kranke zu zwingen, sich auf Toiletten das zu geben, was sie vermeintlich vor Schmerzen und Angst rettet? Müssen andere aufs Klo zum Rauchen ihrer Zigaretten?

  • Gscheidhaferl

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    @R.G.
    Ich glaube, wir wollen schon das Gleiche, haben uns aber wohl wieder missverstanden.

    Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass Suchtkranke nicht ‘nur’ auf öffentliche Toiletten verwiesen wären. Das fände ich tendenziell würdelos. Schlimm genug, wenn jemand Suchtkrank ist.

    Ich fände es auch blöd, wenn irgendjemand auf die Idee käme, dass durch Abwurfbehälter in öffentlichen Toiletten schon genug ‘für’ Suchtkranke getan wäre. Ich denke, für einen konstruktiveren Umfang mit dem Thema Sucht braucht es letztlich eine eigene, verglichen mit heute bessere Infrastruktur. Das darf sich nicht ‘nur’ darauf beschränken, öffentliche Toiletten aufzustellen. Das sprengt aber letztlich den Rahmen hier.

  • bustOOlette

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    Warum ortsfeste Toiletten für sauteures Geld? Jeder Zug, Flieger, Camper und jeder Reisebus hat sie. Nur die Linienbusse verzichten darauf, aber warum? Sie kommen relativ pünktlich, wurden für den Bürger angeschafft und sind meist leer. Man schlägt damit drei Fliegen mit einer Klappe, die fahrbaren Multibusse sind 18 Stunden unterwegs, der Gast kommt vorwärts und verrichtet seine ,Geschäfte’ -fertig. Alles so einfach, wie beim Smartphone daddeln im Bus. Extra Gebühren sind vermutlich nicht erforderlich, der Zeitungsleser und Daddler zahlt ja auch keinen Zuschlag.

  • R.G.

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    @bustOOlette
    ; )
    Ihre Idee ist hervorragend durchdacht.
    Jedes Auto zieht ein Plumpsklo hinter sich her, alle Fußgehers haben einen Trolley mit Öffnung….
    Stadtratssitzungen werden vom “Thron” aus abgehalten.
    Selbstreinigend natürlich.

  • Zurückrudern in der Klo-Debatte » Regensburg Digital

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    […] die Verwaltung“, sagt Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Aber vor Freigabe der Vorlage des Planungsamtes (unser Bericht) sei ihr was „durchgerutscht“. Es geht um den städtischen Masterplan für öffentliche […]

  • Mr. T.

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    Ortsfeste Toiletten sind sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Je nach Jahres- und Tageszeit ist der Bedarf überall unterschiedlich. Vielleicht sollte man da auf jahrhundertealte, bewährte Konzepte zurückgreifen und wieder hochmobile Abtrittsanbieter einsetzen. Man könnte die natürlich von der Stadt zum Mindestlohn anstellen, aber es gäbe sicher auch Lösungen, die der Verwaltung stark entgegenkommen. Vielleicht ein Generalunternehmer, dem die Stadt dann pro Person und Stunde 85 Euro zahlt und der sich dann mit Minijobs, Franchise-Systemen oder von der ARGE geförderten Jobs um das Personal und die Ausstattung der Abrittsanbieter kümmert.
    Abtrittsanbieter – hochflexibel, günstig in der Grundinvestition, schaffen Arbeitsplätze, helfen in hoher Not, sind Botschafter eines weltoffenen und freundlichen Regensburg
    Wenn die Stadt in Sachen ÖPNV ihre Hausaufgaben weiter so gut macht, werden bald auch die Jobs im Taxigewerbe knapp. Und wo sollen dann die ganzen gut ausgebildeten Geisteswissenschaftler*innen hin, die es sich nicht mal mehr leisten können, nach dem Studium aus Regensburg wegzuziehen? Der kurze Plausch mit den Kunden über Kant, Kultur und Kackophonie wäre unverändert.

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drin