SOZIALES SCHAUFENSTER

ZSK beim Jahniselfest

„Nörgler und Besserwisser sollen einfach die Schnauze halten.“

Am kommenden Wochenende gibt es mal wieder was auf die Ohren, wenn beim Jahninselfest Bands wie Zoo Escape aus München, die Regensburger Brew Berrymoore oder Distemper aus Moskau die Verstärker aufdrehen. Absolutes Highlight dürfte in diesem Jahr für viele der Auftritt von ZSK sein. Die Band um Frontsänger Joshi hat sich 1997 in Göttingen gegründet und wurde schnell zu einem Geheimtipp, auf den auch Bands wie Agnostic Front, Bloodhound Gang, Anti Flag oder auch die Toten Hosen aufmerksam wurden. Neben den mittlerweile hunderten eigenen Konzerten treten die Punker, die schon vor einigen Jahren ihren Wohnort nach Berlin verlagert haben, immer wieder als Anheizer für diese und andere namhafte Bands auf. Seit nunmehr über 20 Jahren spielen sich die Altpunker durch die Clubs und Jugendzentren der Bundesrepublik und nach mehreren Jahren Abstinenz kommt ZSK nun auch wieder auf das Jahninselfest. Joshi hat mit regensburg-digital vorab ein wenig geplaudert.

Hallo Joshi schön, dass du dir Zeit für ein kurzes Telefonat nimmst. Ihr seid ja die Tage ganz schön unterwegs und mit eurem 2018 veröffentlichten Album Hallo Hoffnung auf Tour.

Ja momentan ist einiges los. Donnerstag Abend spielen wir in Tel Aviv, Freitag fliegen wir dann schon wieder zurück, um Samstag rechtzeitig in Regensburg auf der Bühne zu stehen. Dass unser Album in den Charts auf Platz 16 steht ist der Hammer. So erfolgreich war noch keine unserer Platten und das haben wir auch nie für möglich gehalten. Den Leuten scheint es zu gefallen.

Euer fünftes Album klingt immer noch sehr nach ZSK. Aber an der ein oder anderen Stelle wirkt es doch auch reifer und ruhiger. Wie ist das denn so? Merkt ihr langsam das Alter oder habt ihr immer noch das Punkerfeuer in euch?

Alt fühlen wir uns zum Glück überhaupt nicht, sonst würden wir vermutlich aufhören. Wir sind erstmal wahnsinnig zufrieden, dass uns so eine tolle Platte gelungen ist, die bei den Fans echt mega ankommt. Der Erfolg hat uns aber ziemlich überrascht. Ich denke es ist wichtig, dass wir uns selbst treu bleiben und dass das, was uns ursprünglich ausgemacht hat nicht verloren geht. Aber wir wollten auch nicht immer das völlig Gleiche machen. Das merkt man den Songs denke ich auch an. Aber es ist schon verrückt; wir machen jetzt das, wovon wir immer geträumt haben. Die Leute kommen zu den Konzerten und singen mit uns unsere Lieder. Und wenn das neue Album live richtig gefeiert wird, dann ist das Feuer aktuell noch viel doller in mir.

Also getreu dem Motto: Einmal Punk immer Punk?

Mittlerweile existiert einfach ein professionellerer Rahmen als früher. In unseren Anfängen haben wir für vielleicht 50 Leute gespielt, da war es uns scheißegal, wie der Sound ist und ob das Licht passt. Heute, wenn wir vor 1.300 Leuten in Berlin unser Abschlusskonzert geben sieht das ganz anders aus. Wir wollen 150 Prozent abliefern und gemeinsam mit den Leuten einen geilen Abend haben, bei dem es allen gut gehen soll. Das mit der Professionalität mussten wir aber erst lernen. Gleichzeitig schauen wir weiterhin, wo wir Leute vor Ort unterstützen können und ich finde es immer super, wenn wir es schaffen in irgendwelchen Käffern Solikonzerte zu geben, wie vor kurzem in einem Jugendzentrum in Brandenburg. Wir haben den Luxus und die Freiheit ,selbst zu entscheiden, wie viel wir machen. Da wir alle noch andere Jobs und Projekte haben sind wir nicht komplett darauf angewiesen möglichst viele Konzerte zu geben. Das Level ist aktuell gut und völlig ausreichend. So können wir das machen, worauf wir Bock haben und dadurch sind auch immer wieder Solikonzerte möglich. Allen Anfragen können wir natürlich nicht gerecht werden.

Ihr habt auch letztes Jahr im Oktober in Regensburg ein Solikonzert auf dem Domplatz gegeben. Dort hatte die Regensburger Initiative gegen Rechts einen Protest gegen die geplante Kundgebung der AfD organisiert, zu der auch Björn Höcke kommen wollte – er hatte dann kurzfristig abgesagt.

Ja daran erinnere ich mich noch. Das war echt mega beeindruckend. Da waren wirklich tausende Leute vor Ort und eben nicht nur ein paar Punks und Antifaschistinnen. Da waren die unterschiedlichsten Leute gemeinsam auf der Straße. Darum muss es letztlich gehen – gemeinsam solidarisch gegen den ganzen Scheiß, der so passiert.

Mit eurer Musik wollt ihr einen Teil dazu beitragen?

Musik kann sicherlich nicht die Welt im großen Ganzen verändern, aber wir können der Soundtrack für eine Bewegung sein und Kids unterstützen. Für Jugendliche kann Musik ein total verbindendes Element und ein sicherer Raum für Selbstbestätigung sein. Wenn auf Konzerten Dutzende Leute gemeinsam rufen „Nazis raus“, dann bestätigt das die Einzelnen in ihrer Meinung und sie fühlen sich nicht mehr so allein. Wenn du tagtäglich in deinem Kaff mit Nazis und anderen Idioten zu tun hast, dann brauchst du genau das. Wir bekommen oft Rückmeldung von jungen Leuten, die uns danken. Die ganzen Nörgler, Besserwisser und Klugscheißer, die sich über sowas lustig machen, sollen einfach mal die Schnauze halten.

Wir wollen Leute auffangen und ein cooles, nicht rechtes jugendkulturelles Programm liefern. Auch die Kein Bock auf Nazis-Kampagne, die wir gemeinsam mit den Toten Hosen und den Ärzten gestartet haben soll Leuten Mut machen und signalisieren: „Du bist nicht alleine. Es ist cool was du machst. Bleib dran.“ Und wenn die Hosen oder Ärzte sagen, es ist richtig gegen Nazis auf die Straße zu gehen, dann ist das für junge Leute total wertschätzend. Auch Events wie etwa in Chemnitz das Wir sind mehr!-Konzert kann für viele ein Schlüsselerlebnis sein, sich noch mehr zu engagieren. Früher waren es Bands wie The Clash oder Rage Against The Machine, die uns als Kids geprägt haben.

Und heute erreicht ihr die Jugend?

Jetzt können wir zumindest im Kleinen einen Beitrag leisten. Bei unseren Konzerten fragen wir oft, ob jemand noch nie auf unseren Konzerten war und jedesmal gibt es wieder viele Leute, die zum ersten Mal da sind. Das ist das Geile bei unseren Konzerten, da stehen immer wieder die 16-, 17-, 18jährigen in den ersten Reihen und gehen zu unseren Songs ab, während in den hinteren Reihen die Fans von früher nach wie vor mit dabei sind und ebenfalls mitfeiern. Das wird auch in Regensburg bestimmt wieder ein cooles Ding werden. Ich bin schon gespannt und auch die anderen freuen sich sehr. Es wurde auch echt Zeit, dass wir mal wieder nach Regensburg kommen. Ich hoffe auf eine richtig gute Sause und coole Leute, die mit uns gemeinsam feiern.

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Kommentare (4)

  • MaSlos

    |

    Naja!
    Ziemlich blutleeres Interview, geht ja wohl mehr um die Befindlichkeiten der Band (+extrem Namedropping) als irgendwas akutell Informatives..
    Freu mich trotzdem auf das JiF & die Bands!

  • Hartnäckig

    |

    na ja, ihr habt schon bessere und interessantere Artikel abgeliefert.

  • Sir Sonderling

    |

    Mei, lest’s halt dann wenigstens d’Überschrift!

  • Wintermute

    |

    Also also … es ist ein Interview, und das ist dazu da, um was von den Befindlichkeiten der Band zu erfahren. Darum les ich den Artikel auch. Und, bitte: Namedropping ist echt was anderes.
    Ich hab sie letztes Jahr bei der Anti-AfD-Demo gesehen und fand sie super. Sie sind ziemlich auf’s Publikum eingegangen, haben was ‚rübergebracht und einfach Spaß gemacht. Damit das klappt muss man ziemlich professionell sein, um dabei so locker zu erscheinen :-)

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