SOZIALES SCHAUFENSTER

Millioneninvestitionen

Parkhäuser für den Klimaschutz

Rund 23,5 Millionen Euro sind im aktuell zur Diskussion stehenden Investitionsprogramm für Parkhäuser vorgesehen – einer der größten Posten. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer sieht darin eine Maßnahme zum Klimaschutz.

721,3 Millionen Euro will die Stadt bis 2023 ausgeben. So steht es im Investitionsprogramm, über das aktuell in den Ausschüssen des Regensburger Stadtrats beraten wird. Die in diesem Zeitraum notwendigen Ausgaben für die Erweiterung der Kerschensteiner Berufsschule (30,8 Millionen), das Zentraldepot der städtischen Museen (25,2 Millionen) und die neue Hauptfeuerwache (24,5 Millionen) sind dabei die drei größten Posten. Und obwohl – zumindest auf den ersten Blick – die Punkte Parkhaus oder Parkleitsystem in den Top Ten der Ausgaben gar nicht auftauchen, ist die Diskussion darüber ein bestimmendes Thema im Planungsausschuss. ÖDP und Linke lehnen das Investitionsprogramm insbesondere deshalb ab und Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer sieht sich zu einer längeren Stellungnahme veranlasst.

„Gutes Parkleitsystem ist gut fürs Klima“

Verteidigt die Parkhaus-Pläne: Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer. Foto: Archiv/ Staudinger

Ihre Kernbotschaft: „Auch ein gutes Parkleitsystem ist eine Maßnahme des Klimaschutzes.“ Es sei nun mal „Realität, dass ganz viele mit dem Auto rumfahren“. Man könne auch nicht beschließen, „dass morgen alle aus Vernunft ihr Auto aufgeben und stehen lassen“. Und deshalb sei auch ein Parkhaus, dass man baue, um den Parksuchverkehr zu reduzieren, insbesondere auf einer ohnehin schon versiegelten Fläche, auch gut fürs Klima.

Tatsächlich werden im aktuellen Investitionsprogramm bis 2023 rund 23,5 Millionen Euro für die Planung und Fertigstellung von insgesamt fünf Parkhäusern vorgesehen – zusammengerechnet landet das Thema „Parken“ damit auf Platz vier der größten Investitionsposten.

Nibelungenkaserne und Gewerbegebiet Haslbach

5,5 Millionen Euro kostet eine neue „Quartiersparkierung“ auf dem Areal der früheren Nibelungenkaserne, die voraussichtlich 2021 fertiggestellt sein soll. Eine Maßnahme, um das neu erschlossene Gebiet infrastrukturell aufzuwerten, heißt es dazu in der Verwaltungsvorlage.

Weitere fünf Millionen Euro gibt die Stadt bis 2023 für ein neues Parkhaus mit flankierendem Parkplatz in Haslbach aus. Bis zur Fertigstellung 2025 werden es voraussichtlich 6,5 Millionen Euro sein – ein Zugeständnis insbesondere an die Maschinenfabrik Reinhausen, die dort ihre Kapazitäten ausbaut. Im Rahmen der Erweiterung des dortigen Gewerbe- und Industriegebiets „muss dieses infrastrukturell aufgewertet werden“, liest man auch hier. Am Rande: Bislang verkehrt nach Haslbach lediglich eine Buslinie (77), die von der Innenstadt aus eine gute halbe Stunde braucht. Über eine geplante Aufwertung des ÖPNV-Verbindung nach Haslbach ist bislang nichts bekannt.

Nach wie vor festhalten will die Koalition an zwei Parkhäusern im Innenstadtbereich, die zumindest umstritten sind – beiden sind Bestandteil des gegen die Stimmen von ÖDP, Linken und CSU 2017 beschlossenem „Parkierungskonzepts Innenstadt“.

Streit um Gräßlschleife geht weiter

Beim einen handelt es sich um die „Quartiersgarage“ an der Gräßlschleife in Stadtamhof, dort, wo sich heute ein von Linden umstandener Parkplatz befindet. Bereits Mitte 2018 hatte es dazu heftige Debatten im Stadtrat gegeben. Die Planungen stehen zumindest im Widerspruch zum „Rahmenkonzept für die Regensburger Innenstadt“, das sogar eine Renaturierung der Parkfläche vorsah.

Die Zustimmung der Grünen-Stadtratsfraktion zu den Parkhausplänen hatte die fortschreitende Entfremdung zwischen dem Vorsitzenden des Bund Naturschutz, Raimund Schoberer, und seiner Partei noch weiter beschleunigt. „Es hilft nicht, am Sonntag Umwelt, Natur, Klimaschutz und Verkehrswende zu predigen und am Montag Planungen mit Fällungen von Bäumen für Autoabstellplätze zu beschließen“, so Schoberer damals. Er schlug den Busparkplatz in der Bäckergasse, neben der Frankenstraße als Alternativstandort vor.

Eine „Quartiersgarage“ mit 200 Plätzen soll auf dem jetzigen Parkplatz in der Gräßlschleife entstehen. Foto: Archiv

Zwischenzeitlich ist Schoberer zur ÖDP gewechselt, die bei der Planungsausschusssitzung vergangene Woche erneut erfolglos beantragt hat, dieses Parkhaus aus dem Investitionsprogramm zu streichen. Aktuell sind 7,2 Millionen Euro dafür veranschlagt. Fertigstellungstermin: 2022. Auf die Kritik der Linken-Stadträtin Irmgard Freihoffer und Vorschläge für andere Standorte – Bäckergasse oder die Fläche der bisherigen Warendult – reagiert Planungsreferentin Christine Schimpfermann ausweichend. Man habe bislang keine Alternativen untersucht. Das könne aber „innerhalb der Maßnahme sicher diskutiert werden“.

Kleine Brötchen beim Jacobi-Gelände

Etwas zurückhaltender agiert die Stadt derzeit beim Jacobi-Gelände auf dem Unteren Wöhrd, neben der Einfahrt in die Proskestraße zum Grieser Steg. Auch hier ist laut dem erwähnten Parkierungskonzept eine „Quartiersgarage“ für Anwohner und öffentliches Parken vorgesehen – die Erschließung würde über die Nibelungenbrücke erfolgen und den kompletten Parksuchverkehr durch die Wöhrdstraße leiten.

Der Parkplatz auf dem Jacobi-Gelände. Foto: Stadt Regensburg

Ein 2013 erteilter Bauvorbescheid für dieses Parkhaus, zu dem bei der Stadt bislang kein konkretes Konzept vorliegt, lief 2016 aus. Ob dies ein unabsichtliches Versäumnis der Stadt war oder ob es daran lag, dass der damals noch amtierende Oberbürgermeister Joachim Wolbergs nach und nach von den Plänen abrückte, ist unklar. In einer Wahlkampfveranstaltung hat Wolbergs sich zwischenzeitlich klar dagegen positioniert.

Als Verfechter eines Parkhauses an dieser Stelle gilt vor allem die FDP. Von den übrigen Koalitionären hört man dazu nichts oder wenig. Die Bürgerinitiative „Forum Regensburg“ hatte bereits vor über drei Jahren den Vorschlag für Wohnbebauung auf der Fläche ins Spiel gebracht. Im städtischen Investitionsprogramm sind derzeit nur noch Mittel von 100.000 Euro für die Parkhauspläne eingestellt – es wirkt wie ein Zugeständnis, um im beginnenden Wahlkampf den Koalitionsmitgliedern alle Möglichkeiten offen zu halten.

Verzögerungen bei der „Mobilitätsdrehscheibe“

Knapp sechs Millionen Euro schließlich werden bis 2023 für die „Mobilitätsdrehscheibe/den „Mobilitätstreff Unterer Wöhrd“ am Parkplatz „Altes Eisstadion“ veranschlagt – die am wenigsten umstrittene und mit Abstand teuerste Maßnahme. Diese stelle „ein Leitprojekt im Parkierungskonzept Innenstadt zur dauerhaften Unterbrechung des Kfz-Verkehrs Altstadt zum Unteren Wöhrd“ dar, heißt es dazu in der Verwaltungsvorlage.

Konkret geht es dabei um ein Parkhaus mit 1.500 PKW-Stellplätzen, Stellplätzen für Fahrräder, Car-Sharing, Busse und Taxen, flankiert von etwas Infrastruktur – eine Parkmöglichkeit, von der aus die Altstadt zu Fuß oder per Shuttlebus erreicht werden können soll. Bis zur Fertigstellung, die laut dem Investitionsprogramm für 2025 geplant ist, sind 25 Millionen Euro veranschlagt.

Aktuell verzögern sich aber just die Planungen für diese Maßnahme – Hintergrund sind, wie berichtet, Abstimmungsprobleme mit dem Welterbekomitee, die vor allem den Neubau der dortigen Jugendherberge betreffen. Erst wenn diese ausgeräumt seien und mit dem Abbruch des alten Gebäudes begonnen werde, könne auch die „Mobilitätsdrehscheibe“ in Angriff genommen werden, so Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer. Dennoch rechne man damit, die Maßnahme bis 205 abschließen zu können – eine Verschiebung um ein Jahr nach hinten.

Parkhäuser – eine „temporäre Maßnahme“

In ihrer Kritik an den Parkhäusern, die sich vor allem gegen jenes in der Gräßlschleife und das auf dem Jacobi-Gelände richtet, verweisen ÖDP und Linke auf einen Beschluss im Umweltausschuss, der Ende September einstimmig gefasst wurde. Darin heißt es unter anderem:

„Stadtrat und Stadtverwaltung berücksichtigen ab sofort bei allen Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima. Den Belangen des Klima-, Umwelt- und Artenschutzes wird bei allen Abwägungen ein hohes Gewicht eingeräumt. Es werden Lösungen mit den geringsten Klimafolgen angestrebt.“

Die Bürgermeisterin sieht sämtliche Parkhauspläne im Investitionsprogramm damit durchaus in Einklang. Diese würden schließlich – siehe oben – den Parksuchverkehr vermindern. Und außerdem müsse man solche Bauten immer als „temporäre Maßnahme“ betrachten. „Das kann man auch wieder abreißen oder anders nutzen, wenn mal kein Auto mehr fährt.“

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Kommentare (51)

  • Dieter

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    Hört sich nach der üblichen Konzeptlosigkeit Regensburgs an: Park und Ride ohne Ride?

    Ein Parkhaus am Alten Eisstadion macht Sinn, aber Wöhrdstr./Proske oder Gräßlschleife alleine schon von der Zufahrt und dem damit einhergehenden Verkehr her nicht.
    Ab 20.00 wären, mit ordentlicher Anbindung, der DEZ Parkplatz oder das Arcaden Parkhaus sicherlich ausreichend. Ebenso das Parkhaus und der Parkplatz bei den Barmherzigen Brüdern, hier auch tagsüber.
    Bei Großveranstaltungen fehlt sowieso jegliches Konzept, auch da sollte man eher auf zusätzliche oder höher-getaktete Buslinien setzen. Da fehlt es absolut an Planung und Flexibilität.

    Pendlerparkplätze oder -parkhäuser wären tagsüber auch eine Erleichterung. Auch da scheitert es an der Anbindung durch den ÖPNV.

    Man kann sich auch die Frage stellen, warum die Stadt der MR in Haslbach überhaupt ein Parkhaus spendiert? Wer glaubt, dies würde jemand außer den Mitarbeitern nutzen, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

    Parkmöglichkeiten gibt es genügend, P+R wird aber nach wie vor stiefmütterlich behandelt. Hier müsste man als erstes ansetzen – da könnte man auch tagsüber die Altstadt erleichtern. Stattdessen sind z.B. die Conti- und Donau-Arena Parkplätze tagsüber leer.

  • Rosa

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    „…wenn mal kein Auto mehr fährt.“ Hoffentlich hört das keiner in der Autostadt.
    Beteiligung an Ansiedlung des BMW-Werks in Regensburg
    Nach dem Studium kam Schaidinger 1978 in die Abteilung Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung der Stadt Regensburg. Hier war er maßgeblich an der Ansiedlung des BMW-Werks in Regensburg mit heute über 10.000 Arbeitnehmern beteiligt.
    https://www.br.de/nachrichten/bayern/ex-ob-hans-schaidinger-feiert-70-geburtstag,RIokkHw

  • Robert

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    Herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe, Ewiggestrige machen ewiggestrigenpolitik.

    Nur eine echte Verkehrswende wird eine Entlastung bringen.
    Städte wie Regensburg haben nun einmal begrenzt Platz und da sind der ÖPNV, das Rad und die eigenen zwei Beine das effektivste Fortbewegungsmittel. Die Autostadt hat vielleicht in den 60ern funktioniert, als noch nicht jeder ein Auto besaß und die Leute auch nur Strecken gefahren sind, die wirklich notwendig waren. Aber die Stadt kommt nun einmal an ihre Belastungsgrenze.

    Freilich muss es Möglichkeiten geben, in die Stadt zu kommen und mobil zu sein. Aber es hilft doch keinem weiter, wenn man für Wege, für die man früher 10 Minuten brauchte, dann 40 Minuten im Stau steht. Man wird auch keinen zum Umstieg in den ÖPNV motivieren, wenn dieser dann gemeinsam mit den Autofahrern mit im Stau steht und man doppelt bestraft wird (hoher Preis, längere Fahrt), dass man den Bus nutzt. Der ÖPNV und das Radfahren muss so gestaltet werden, dass sie immer die bessere Alternative zum Auto sind. Das kann man hinbekommen, wenn man möchte.

    Um den Stau zu verhindern, helfen auch mehr Parkplätze nicht, weil der Rebound-Effekt den Nutzen auffressen wird.

    So lange die Parkplätze in der Continental-Arena nicht voll sind und der P+R Bus von dort nicht platzt, sehe ich keinen Grund in neue Parkhäuser zu investieren.

    Vor allem beim Jacobi-Gelände ist ein größeres Parkhaus doch hanebüchen. Das verursacht ja dann noch mehr Verkehr in einem Bereich, der sowieso hoffnungslos unter dem Verkehr zusammenbricht.

    Die lächerlich gering angesetzten Kosten werden sie auch nicht halten können. Aber naja, wir hams ja :)

  • cF

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    Mobilität ohne Autos braucht keine Parkhäuser! Der Ansatz der Bürgermeisterin ist rückwärts gewandt. Man kann mit den Methoden von gestern nicht die Zukunft gewinnen.

    Regensburg 2032 – Ein Blick zurück in die Zukunft – Parteiübergreifend hatten sich je die ersten zehn aufgestellten Kandidaten zur Kommunalwahl 2020 in einer Zukunftswerkstatt zusammengefunden. Über die Weihnachtsfeiertage hatten sich die Politiker drei Tage die Köpfe darüber zerbrochen, wie Regensburg im Jahre 2032 verfasst sein würde. Dabei orientierten sie sich an den 17 von der UN formulierten nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDG). Am Aschermittwoch verzichtete sie geschlossen auf das tradierte Derblecken. Vielmehr stellte jede Partei an diesem Tag ihren jeweiligen Schwerpunkt der erarbeiteten Erkenntnisse vor, um damit in den Kommunalwahlkampf 2020 zu ziehen.

    Grundlage ihrer Zukunftswerkstatt war der City Science Summit 2019, der im Oktober in Hamburg abgehalten wurde. Diese internationale Konferenz stand unter dem Motto „CITY WITHOUT …“. Also zum Beispiel: „Mobility without Cars“, „Tourism without Crowds“. Ohne vermeidbaren Lärm, ohne giftige Emissionen, ohne Armut, ohne Bildungshürden, ohne Mietwucher.

    Die Kommunalpolitiker arbeiteten mit Unterstützung u.a. der Regensburger Universität (Input) nachhaltige Strategien für eine künftige Regensburger Stadtentwicklung vor dem Hintergrund von Klimakrise und Digitalisierung aus: Mobilität der Zukunft, zeitgemäße Bürgerbeteiligung und digitale Stadtmodelle.

    Informationsdienst Wissenschaft
    https://idw-online.de/de/news720415

    HavenCity Universität Hamburg
    https://tinyurl.com/y2mxnhod

    https://www.zeit.de/hamburg/2019-10/gesa-ziemer-hamburg-city-science-summit-2019

    17 UN-Ziele, SDG
    http://www.bmz.de/de/themen/2030_agenda/index.html

  • cF

    |

    Was kann Regensburg von anderen Städten lernen?

    https://www.zeit.de/2019/06/rathausquartier-autofrei-test-hamburg-Innenstadt

    Die Verbannung der Blechlawine
    Paris erklärt das Seine-Ufer zur Fußgängerzone, Oslo die ganze Innenstadt: Immer mehr Metropolen machen Ernst mit der Verkehrswende. Das setzt die Autoindustrie unter Druck. Doch nicht jeden Bewohner freut die Entwicklung.
    https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/staedte-ohne-autos-diese-staedte-kaempfen-mit-dem-verkehr/14609766-2.html

    Ich will anregen, dass die Stadt R. eine Abordnung zu diesem Kongress schickt, Berlin, 15.10.2019 – 16.10.2019
    Schwerpunktthema ist die Zukunft der Städte in Zeiten des Klimawandels: Welche Strategien gibt es? Wie gelingt die smarte, grüne Stadt? Worauf sollten StadtplanerInnen und LandschaftsarchitektInnen achten?
    https://www.thegreencity.eu/evenementen/stadtgruen-kongress-stadt-plant-gruen/

  • XYZ

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    Das ist ein einziges stadtplanerisches fiasco, als ob es nicht andere Lösungen gäbe.

  • XYZ

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    Gehe nun mal einfach von meiner einstigen Altstadtwohnung Hinter der Grieb aus: Parkplatz nicht, aber das Parkhaus am Petersweg mit bezuschusstem Stellplatz. Da ging ich qzu Fuss hin wenn ich mal weiter weg fahren musste, ansonsten erwanderte ich die Donaulände und die Winzerer Höhen, tat mir sehr gut. Und nach Prüfening und zur Donau-Eisenbahn- und Naabbrücke bei Mariaort fuhr ich mit dem Radl oder Bus. Und Konsumenten können ja auch umgekehrt mit Bus oder Tram in die Innenstadt fahren wenn da ein Einkaufs-Erlebnis winkt. Es braucht keine neue Parkhäuser sondern neue Ideen.

  • ASwaczyna

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    Die sog. Mobilitätsdrehscheibe auf dem Gelände des ehemaligen Eisstadion und der Jugendherberge mit einem Parkhaus von 1500 Stellplätze ist von der Dimension der Baumasse her in Bezug die Blickbeziehungen zur welterbegeschützten Altstadtsilhouette mit Recht zu hinterfragen. Bekanntlich legte aus diesem Grunde der Denkmalschutz schon gegen die weit harmloser geplante Überdachung des alten Eisstadions sein Veto ein. Und das Welterbekomitee dürfte ähnliches Bauchweh haben.
    Bei der geplanten Größe eines solchen Parkhauses auf der relativ kleinen Fläche des alten Eisstadions wird das mehrstöckige Parkhaus die benachbarte Nibelungenbrücke sicherlich überragen. Von der Dimension eines Parkhauses mit nur 700 Stellplätzen (9 Parkebenen) kann man sich beim Besucherparkhaus des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder an der Prüfeninger Straße ein Bild machen. Oder in Amberg wurde gerade innenstadtnah ein Parkhaus für knapp 800 Stellplätzen mit der Erweiterungsmöglichkeit auf 1612 Stellplätzen errichtet. Schon bei der Hälfte der geplanten Größe wird die massive Wirkung der Raum- und Höhendimension eines solchen „Monsterparkhauses“ auf das Stadtbild eindrucksvoll deutlich. Man braucht kein Prophet zu sein: Ein neues Parkhaus auf der Fläche des alten Eisstadions hätte ähnliche Baumassen – wenn nicht sogar noch eine größere – die sicherlich den städtebaulichen Rahmen sprengen dürften. Umso mehr muss alternativen unkonventionellen Lösungen Raum gegeben werden.
    Unter diesem Aspekt sowie der Notwendigkeit Flächen in einer sich verdichtenden Großstadt zu sparen, wird wieder ein bereits früher bei der Planung zum Neubau der Nibelungenbrücke vom Verfasser ins Spiel gebrachter zukunftsorientierter Vorschlag überlegenswert. Dieser sah vor, in dem Straßendamm zwischen der Süd- und Nordbrücke ein mehrgeschossiges Parkhaus, ggf. mit Erweiterung Richtung Osten in die heutige Grünfläche an dem Auffahrtskreisel zur Nibelungenbrücke, zu errichten. Ähnlich wie eine mehrgeschossige Quartiersgarage unterirdisch und flächensparend in der Bruderwöhrdstraße am südlichen Brückenkopfwiderlager der Nibelungenbrücke beim Neubau der Nibelungenbrücke realisiert wurde.
    Der Vorteil einer solchen Lösung: Das Parkhaus, versteckt im Straßendamm, wäre völlig unsichtbar und damit ideal lärmgeschützt. Anwohner des Unteren Wöhrds wären durch den an- und abfahrenden Verkehr nicht belastet und belästigt. Die Zu- und Abfahrt wäre im Bereich des heutigen südlichen Widerlagers der Nordbrücke der Nibelungenbrücke möglich. Weiter wäre eine direkte Vernetzung mit dem öffentlichen Personennahverkehr (Bus oder in Zukunft Stadtbahn) im Bereich der Nibelungenbrücke, barrierefrei über Aufzüge, möglich. Bei einer ggf. notwendigen Erweiterung des Parkhauses auf der Fläche des alten Eisstadions könnte dieses in der Höhe stadtbildverträglich niedriger gehalten werden. Die heutige Parkplatzfläche auf dem alten Winterhafen würde für eine anderweitige wertvollere Nutzung geschont.
    Diese bereits vor 20 Jahren angedachte und nicht ernst genommene Parkhauslösung unter dem Straßendamm zwischen den beiden Brücken ist auch heute noch realisierbar. Damals wurde leider die Chance vertan, sie mit dem Bau der Nibelungenbrücke kostengünstig zu verbinden. Da diese ideal direkt unter einer Hauptverkehrsstraße versteckte Lösung die Stadtansicht nicht stören würde, wäre eine ernsthafte und mutige Prüfung des Vorschlags und ggf. seine Realisierung durchaus angebracht. Der einzige Nachteil ist die Beeinträchti-gung des Verkehrs über die Nibelungenbrücke während der Bauzeit und die heute höheren Baukosten.
    Das Nachdenken und Ringen um diese beste welterbeverträgliche Lösung-gerade auch für den Unteren Wöhrd- braucht jedoch Offenheit, Mut und Zeit und rechtfertigt auch eine weitere Verzögerung bei der sog. Mobilitätdrehscheibe. Die zum Leitprojekt für die Verkehrsfreimachung der Altstadt erhobene wichtige Maßnahme soll ja für die Stadt nicht wieder einmal zum Leidprojekt werden.

  • XYZ

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    Das factory outlet center in Ingolstadt: da fahren sie von allen Orten dusselig auf die zahlreichen Parkplätze und kehren selig mit Schnäppchen heim die sie meist gar nicht brauchen – und was macht der Einzelhandel in R?

  • XYZ

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    Aswacszyna: Na endlich, eine städtebaulich und technisch wohl überlegte Lösung.

  • Jürgen

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    Ich schätze Frau Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer sehr, jedoch irrt sie wenn sie meint mit Parkhäusern etwas für das Klima zu tun.
    Wie „Robert“ schon richtig bemerkt hat, sind das Konzepte aus den 70ern.
    Es ist mittlerer Weile erwiesen, dass gut ausgebaute Straßen, Innerstädtische Parkhäuser, ein schlechtes ÖPNV Netz (da punktet Regensburg m. E. noch) und schlecht ausgebaute Alternativen, wie z.B. ein großzügiges Radwegenetz noch mehr Verkehr in die Stadt ziehen.
    Gerade beim letzten Punkt „Radwegenetz“ sollte man sich langfristig Gedanken machen.
    Die Radwege in und um Regensburg herum sind viel zu schmal. Als Radfahrer steht man an jeder Ampel, wohingegen der Autofahrer (außer beim Stau) die grüne Welle genießt. Warum plant man nicht attraktive Querverbindungen mitten durch die Stadt nur für Fahrräder? In Zeiten der E-Mobilität müsste das wohl auch „hip“ sein!
    Auf dem derzeitigen Radwegenetz ist das Radfahren, besonders mit kleinen Kindern ein extremer Umstand und dazu noch brand gefährlich. Nicht nur Autofahrer, auch Radfahrer stellen hier eine potenzielle Gefahr auf den schmalen Radwegen dar.
    Andere Kommunen haben es bereits gezeigt, dass Autoverkehr reduziert werden kann, wenn er unattraktiv gemacht wird.
    Ich hoffe Frau Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer liest das.

  • dünnster Künnstler

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    Die Quartiers-Tiefgarage am Emmerams-Platz wird eine endlos interessante Ausgrabung!
    Ich hoffe, dass dieses Vorhaben beerdigt wird. Es ist schlimm genug, dass die Garagen am Bismarck-Platz, Arnulfs-Platz, Petersweg und Dachauplatz so nah an, bzw. in, die Altstadt gebaut wurden ! Die Leute müssen sich daran gewöhnen, dass man mit dem Auto (oder dem Altstadt-SUV) nicht überall hinkommt.

    Aus dem oben verlinkten Parkraumkonzept-Strategiekonzept-Parken-in-der-Innenstadt von 2017:

    „VII.1.3 Neue Quartiersgarage Emmeramsplatz
    Der Gebäudekomplex Evangelisches Krankenhaus wird derzeit überplant. Das Neubauvorhaben löst einen Stellplatzbedarf aus, der in einer Tiefgarage nachgewiesen werden soll. Dieses Vorhaben bietet die Möglichkeit zu überprüfen, ob die erforderliche Tiefgarage in die Platzfläche Emmeramsplatz ausgedehnt werden kann und die Stellplätze an Bewohner Stadt Regensburg – Strategiekonzept Parken in der Innenstadt
    vermietet werden können. Anschließend kann die Platzfläche inklusive der angrenzenden Straßen neu gestaltet und aufgewertet werden. Die Zahl der öffentlichen Stellplätze im Straßenraum wird dabei deutlich zu verringern sein. Auch sollte diese Maßnahmen zum Anlass genommen werden, die Durchfahrtsmöglichkeit vom St.-Peters-Weg über den Emmerams- und Ägidienplatz zu unterbinden, so wie es bereits im Verkehrsentwicklungsplan und RegensburgPlan 2005 vorgesehen ist.
    Mittelfristig könnte somit an zentraler Stelle in der Altstadt eine Quartiersgarage für rund 100 Kfz hergestellt werden. “

    ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
    Noch etwas: Das Keplerareal wird für den Bau einer Tiefgarage vor dem Bahnhof abgerissen, da für die Baustelle Ausgleichsfläche benötigt wird. Besser wäre es die Gegebenheiten zu Nutzen um den Ort zur Ideenfindung zu nutzen. Der Abriss hat eine fürchterliche Energiebilanz! Infos zu Grauer Energie: http://europabrunnendeckel.de/?p=7608 und http://zukunft-keplerareal.de/oekologie „Ist ein Abriss ökologisch sinnvoll?“

    :::::::::::::::::::::::::::

    Das Parkhaus-Abriss-Statement der Bürgermeisterin ist inspirierend : Ich finde wir sollten nicht nur neu gebaute Parkhäuser sondern auch das Haus der Bayerischen Geschichte als temporäre Maßnahme begreifen: Wenn in Regenburg nur noch Touristen rumlaufen, können wir es endlich umnutzen?

  • Horst

    |

    Ich durfte neulich (vom Rad aus) beobachten, wie der Verkehr zwischen Nibelungenbrücke und Zentrum anlässlich des Domilluminationswahnsinns komplett zusammengebrochen ist. Aber auch sonst ist dort oft viel los, dennoch möchte man nun durch immer weitere Parkhäuser noch mehr Autos in die Innenstadt leiten, sogar durch solche Nadelöhre wie die Wöhrdstraße, wo dann auch kein Bus mehr durchkommt? Absurd.

    Ich schließe mich den vorherigen Kommentaren an: Die Stadt sollte P+R endlich ernstnehmen, Takte und Verbindungen ausbauen, und das Parkticket sollte zum kostenlosen oder stark vergünstigten Busticket werden.

  • Sabine F.

    |

    Ich bezweifel, dass die Infrastrukturmaßnahmen zugunsten BTT/Nibelungekaserne und MR/Haslbach als Teile eines durchdachten Verkehrskonzept bezeichnet werden können. Wenn dann nur, als ein Verkehrskonzept der 70iger, als die Stadtverwaltung dem Auto noch götzenhaft jeden Weg frei und jeden Baum platt machte. Frau Malz-Schwarzfischer sollte endlich eine eigene zeitgerechte Meinung haben und ein nachhaltiges Mobilitätskonzept präsentieren, als nur als Marionette der von Schaidinger/Wolbergs in die Ämter gebrachten Referats- und Amtsleiter mit Affinität zur Immobilienwirtschaft zu funktionieren.

  • Ex Regensburger

    |

    Ich wohne jetzt ca. 12 km von Rgbg. entfernt und arbeite in der Stadt (Pendler). Von daher toll, dass man immer die Radfahrwege betont, aber das bringt mir – nix.
    Autofreie Innenstadt ist mir freilich sympathisch, aber wenn ich in die Stadt will, muß ich irgendwo parken. Schon jetzt nervt es gewaltig, dass man bereits in der Vorweihnachtszeit oder zu anderen interessanten Zeit (Dom-Illumnation) vom Parkleitsystem gesagt kriegt: „ALLE PARKHÄUSER BELEGT“. Toll, also umdrehen u. wieder heimfahren…auch nicht gerade prickelnd für die Umwelt/Klima.

    Charmant wäre auch, dass Solarautos schon in die Altstadt dürfen (nicht diese Pseudo-Hybridkisten), z.B. das da:
    https://sonomotors.com/de/sion/
    Denn einerseits ist es natürlich wohlfeil dem Individualverkehr den Kampf anzusagen, aber das bringt letztlich nur der AFD Punkte und wäre ein üble Einschränkung. Also warum nicht eine Lenkungswirkung dadurch ausüben, dass nur bestimmte Autos reindürfen. Also Schluß mit dem klimaschädlichen SUV in der Altstadt, der auf der Suche nach einem belegten Brötchen herumfährt u. einen Parkplatz sucht…

  • Jürgen

    |

    @ Horst: Auf den Punkt gebracht!
    Ich vergaß ganz, dass es ein Unding ist, dass man Unternehmen wie die Maschienenfabrik in Haslbach oder die Immonilienhaie der ehem. Nibelungekaserne massiv subventioniert.
    Wohin muss ich eigentlich meinen Antrag schicken, damit mir die Stadt eine neue Garage auf mein Grundstück baut?

  • Harry

    |

    Liebe Frau Maltz-Schwarzfischer, Wenn-mit-Auto-schneller, dann-Auto-nutzen. Wenn-mit-Auto-langsamer, dann-kümmern. Wenn-offen-für-Neues, dann Bus-oder-Rad-probieren, dann-erkennen-geht-schneller, dann-Auto-egal! Wenn-mehr-Parkhaus, dann-Auto-schneller-gemacht. Wenn-Rad/Bus-nicht-schneller, dann-mehr-Auto. Also: Mehr-Parkhaus –> mehr-Auto!

  • joey

    |

    Das Auto bleibt oder Ihr könnt Regensburg „dichtmachen“.
    Keine Veranstaltungen mehr ohne radltaugliche Kleidung (Theater ist damit abgeschafft), keine größeren Transporte mehr (fahrt die Fässer und Bierbänke mit der Rikscha).

    Übrigens: Die Leute hier in der Region verlieren ihre Arbeit in der Auto Industrie, darunter viele Zulieferer.

  • corazondemelon

    |

    @ Ex Regensburger: also 12 km mit dem Fahrrad in die Stadt fahren erscheint jetzt nicht als eine übermenschliche Leistung, das schafft auch mein über 80jähriger Vater noch.
    Also wenn Sie in die Stadt wollen sagen Sie, müssen Sie natürlich irgendwo parken – am besten dann bei Ihnen zu Hause! Das ist nämlich der Denkfehler vieler Bewohner des Umlandes und der Landkreise mit den 3 Buchstaben, die Wurst an beiden Enden anbeissen zu wollen. Einerseits von den günstigen Immobilienpreisen außerhalb der Stadt profitieren wollen, aber andresseits erwarten, dass die Stadt und deren Bewohner sich auf den Lärm und den Dreck freuen, den sie mit sich bringen. Dafür werden die Städter dann auch viele Parkhäuser mit extra großen Parkplätzen bauen, damit das Landvolk auch ja keinen Christkindlmarkt versäumen muss. Weils so schee is in der Stadt.

  • GSH

    |

    Vielleicht jetzt hier nicht ganz zutreffend zum Thema „Parkhäuser für den Klimaschutz“, aber was meiner Ansicht nach im Moment völlig aus dem Ruder läuft: Der Transitverkehr auf der A3 und A93.

    Dafür ist dringend ein Konzept notwendig. A3 –> Schwerverkehr nach Südosteuropa & A93 Pendler-/Schwerkverkehr Neue Bundesländer und nördliches Osteuropa.

    Regelmäßig bricht der Verkehr bevorzugt am Donnerstag und Freitag Nachmittag im Bereich Regensburg und dann auch auf den Ausweichrouten durch die Stadt zusammen. Das Klima in der Stadt wird nicht besser werden (Kessellage), wenn der Schwerlast- und Transitverkehr weiter zunehmen wird.

    Alle Maßnahmen der Stadt Regensburg zum Klimaschutz werden kein Ergebnis bringen, wenn der Verkehr wie gehabt wächst. Anstrengungen im Bereich Verkehrsministerium sehe ich leider keine, von der Wirtschaft ganz zu schweigen. Wir selber tragen durch unser Konsumverhalten auch dazu bei. Oder wer von uns kauft Produkte von lokalen Getränkeherstellern, vom Bauernhof vor Ort (wenn es ihn noch gibt), vom Füllgutladen versteckt im hintersten Eck der Stadt?

    Und was ganz abgeschafft gehört zum Wohle des Klimas: Verkaufsoffener Sonntag.
    Brauchts des wirklich?

  • AusZucker

    |

    @joey
    Zu einer tiefgehenden Betrachtung gehört auch, unliebsame Positionen, die der eigenen zuwiderlaufen, einzuschließen. Warum bitte sollte eine autofreie Altstadt Theaterbesuche unmöglich machen, wenn es Öffentliche Verkehrsmittel gibt, die einen dorthin bringen. Nebenbei geht es in der übergeordneten Klimaschutzdebatte um eine Kehrtwende in vielen Bereichen: Radln ruhig auch mal bei Regen (Regencape?) schließt das bestimmt mit ein. Fast schon plump finde ich Ihre Verallgemeinerung, die suggeriert, dass es in der Diskussion um den Autoverkehr in der Altstadt darum ginge Lieferfahrten zu Kneipen, etc zu verbieten. Und warum die Autoindustrie daniedergehen sollte, wenn die Regensburger Altstadt autofrei würde, erschließt sich mir nicht.

    Im Übrigen bin ich auch für eine massive Aufwertung des Öffentlichen und des Radverkehrs statt radikaler Verbote.

  • Andreas

    |

    Ich stimme zu, dass es ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Autos, ÖVPN, Rad- und Fußverkehr geben muss. Dafür wäre in Parkhaus am unteren Wöhrd, am Rand der Altstadt, sicher eine gute Idee. Dann können zwei kleine Elektrobusse im kostenlosen Shuttleverkehr die Leute in die Stadt fahren.

    Andere Vorschläge die hier vorgebracht werden offenbaren ein sehr sozialistisches Weltbild und den glauben an die Planwirtschaft. Autos raus aus der Stadt, dann wird alles gut. Die Bürger sind aber (noch) frei darin, wo sie zum einkaufen hin fahren. Wenn sie die Autos bis zur Continental Arena, Barmherzige Brüder oder hinter die Osttangente verbannen wollen, dann fahren die Bürger einfach ins DEZ, oder ins Ingolstadt / Wertheim Village Outlet Center etc. Die Stadt besteht dann nur noch aus Sovenierläden und Eisdielen. Wenn dann müssen sie Ihre Planwirtschaft schon komplett durchziehen. Einkaufszentren werden Verboten und in der Altstadt werden Läden im Staatseigentum eröffnet. Waren werden gemäß Plan angeboten und nicht nach Nachfrage…

    Viele von Ihnen mögen meine Äußerungen als Rückwärtsgewannt abtun. In 15 oder 20 Jahren wird das vielleicht auch stimmen. Heute aber nicht. Letztens hat der Bayerisch Rundfunk auf B5 berichtet, dass sich die Würzburger Einzelhändler beschwert haben, dass am „Autofreien Samstag“ der Umsatz eingebrochen ist. Der Handel in der Stadt lebt nicht nur von Leuten die an der Holzlände wohnen, sondern auch von Leuten die in Pettendorf und Wolfsegg wohnen.

  • Zuschauer

    |

    23 Millionen für Park-Häuser.
    Und wieviel wird für echte Häuser ausgegeben?

    – Grunderwerb … auf dem Gebiet der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne einschließlich dem neuen technischen Bereich mit 24,9 Millionen Euro.

    Die Industrie bekommt ein neues Gewerbegebiet für 16 Millionen.
    Und wo sollen die Angestellten wohnen? Egal. Kein Wort darüber im großen Investitionsplan. Vielleicht kann ja die Feuerwache ein paar Studentenzimmer vermieten, die kostet ja immerhin 30 Mio.

    Es ändert sich nichts in der Stadtpolitik.

  • Giovanni Bavarese

    |

    Kurze Frage an alle, die meinen, sie hätten ein Recht darauf, mit dem Auto in die Stadt zu fahren und auf noch mehr von uns Stadtbewohnern finanzierten Parkhäusern und erduldeten Lärm und Gestank:

    Wenn ihr nach München rein, ins Theater oder der Arbeit wegen fahrt, nehmt ihr dann auch das Auto? Ist das für euch eine Selbstverständlichkeit?

  • Andreas Zirngibl

    |

    Die 23,5 Millionen Euro in den ÖPNV investieren und wir wären schon einen kleinen Schritt weiter. Aber so wird das nix!

  • Giesinger

    |

    Es wurde von „XYZ“ vom „Village“ in Ingolstadt berichtet.
    @XYZ, ich bin in Ingolstadt aufgewachsen und habe die dortige Fußgängerzone noch zu ihrer Blütezeit erlebt.
    Seit Jahrzehnten ist diese nun ein gespenstischer Ort der Ödnis.
    Die Leute wollen nun mal „mit dem Auto am liebsten gleich ins Schaufenster reinfahren“, sage ich immer.
    Während man in Regensburg die Schüler FFF-Parties feiern läßt, ist man in NRW oder Hessen schon ernsthaft mit dem Tabu-Thema „Rückbau von Fußgängerzonen befaßt“.

    An Alle: Befragen Sie doch einfach bitte mal kurz ihre Suchmaschine zum Thema „verödete Fußgängerzonen und deren Rückbau“.

    @dünnster Künstler: Mit der Umnutzung des „Lächerlichsten Museum aller Zeiten“ (oder nennen wir es einfach CSU-Museum?) bin ich ganz bei Ihnen. Nur kann ich in Regensburg nicht wählen.

  • Giesinger

    |

    @Giovanni Bavarese

    In München gibt es einen sehr gut funktionierenden Öffentlichen Nahverkehr, auch wenn er ganz schön teuer ist. In Regensburg, wage ich zu behaupten, gibt es den nicht. Wer als Münchner nicht aufs Pendeln angewiesen ist, hat i.d.R. eh kein Auto mehr, sprich, er spart es sich.
    Für seltene Gelegenheiten, wo man vielleicht ein Auto braucht, gibt es dann das „Stadtauto“ (ein Mietangebot).

  • Norber Steiner

    |

    08.10.:
    ROSA
    Sie haben die Jungvita von Herrn Schaidiger sehr verändert. Ganz einfach: Sie ist um mehr als zwei Jahre gefälscht.

  • R.G.

    |

    An alle!

    Es wäre nett, wenn das naziartige Planen einer künftigen Radfahrerstadt nur für die Gesunden, also ohne Einschließung von Rollstuhlfahrwegen, wenigstens in „regensburg-digital“ aufhörte!

    Ansonsten unterscheidet sich Regensburg von anderen Städten in meinen Augen darin, dass der Wahlkampf beinahe ausschließlich im Fordern von Großbauprojekten besteht.

  • Josef Kleber

    |

    Zu @Norber Steiner
    Wieso Rosa? Allenfalls die verlinkte Quelle hat die Jungvita ‚angepasst‘.

  • R.G.

    |

    Ein Aspekt der Mobilitätsplanung ist der Umgang mit unseren Kindern.

    Ich führe das Beispiel einer Freundin an. Sie ist bereits in Rente. Aus Umweltschutzgründen besteht sie den ganzen Sonntag auf Autoverzicht. Nur sie besitzt einen Wagen, seit der Schwiegersohn samt allem von Wert zur neuesten Flamme zog.
    Ihr Tag sieht so aus:
    Die nun alleinerziehende Tochter (eine Lehrerin) mit ihren großen Mengen Unterrichtsmaterial mindestens morgens zur Schule bringen und abends abholen. Gibt es schulische Zusatzangebote, können es mehrere Fahrten pro Tag werden.

    Mit dem Enkel keinen halben Kilometer von und zum Kindergarten zurücklegen, mindestens zwei Wege pro Tag, meistens vier. Dazu kommen Förderangebote und Arztbesuche für den Kleinen.

    Das schulpflichtige Enkel vier mal täglich zur/von der Schule transportieren, samt deren Freundinnen.

    Sich selbst in größter Eile zum/vom Arzt und der Apotheke schaffen.

    Hier noch nicht eingerechnet sind Transportdienste zu/von den musischen und sportlichen Angeboten und pfarrlichen oder parteilichen Freizeitkursen, und Einkäufe für beide Familien, bzw. die Bringdienste der Enkel zu ihrem abgehauenen Papa, der sie mehrmals pro Woche ganz plötzlich sehen will – immer wenn kurz kein Baseballspiel im Ami-TV ist.

    Weshalb fährt sie die Kinder zu Kindergarten und Schule?
    Weil es lebensgefährlich geworden ist, zwischen den wahnsinnig agierenden „Elterntaxis“ zu Fuß zu gehen. Ohne eine Auto – Bannmeile von einem, besser zwei Viertelkilometern sehe ich keine Besserung in Sicht.

    Schlimmer noch sieht es bei den Waldorf – Kindern einer Anrainerin aus. Sie (Mehrere) müssen zig Kilometer täglich hin- und herchauffiert werden. Das Umweltbewusstsein dieser Familie ist enorm. Sie würden niemals etwas in Plastik Verpacktes kaufen oder in dem Urlaub fliegen. Den verbringen sie am Motorboot, zwischen der Türkei und dem Atlantik. Normale Sonntage füllen sie mit Besuchen anderer Steiner – Einrichtungen aus. Letztens war das Dornach.

    Was fragten die Lehrer im Herbst ihre Schüler ganz unverfänglich?: Wo wart ihr heuer in den Ferien?:
    Antwort des Enkels meiner Freundin: Wir waren Kilometerfressen! (Er gab damit Omas Ton wieder!)

  • XYZ

    |

    Giesinger 17.13
    Kenne die Problematik eines foc in Ingolstadt von Planungs- und Prozesszeiten beim BayVGH: es sollte ursprünglich auf maximal 10.000 qm Verkaufsfläche reduziert werden um Innenstädte und Einzelhandel im weiteren Einzugsbereich vor dem Ausbluten zu bewahren, es wurde auch um die Sortimente gestritten. Hat alles nichts genutzt. Das war allerdings vor drei Jahrzehnten zur Hochblüte des Auto-Wirtschaftswunders. Das ist nun vorbei. Also sind neue Menschen und Umwelt schonende Konzepte gefragt und weniger veraltete Grossparkplätze. Für den Rentner mit Rollator wird sich auch noch eine Lösung finden.

  • joey

    |

    @Giovanni Bavarese
    die Parkgebühren sind ja recht hoch. So ein Parkhaus ist ein gutes Geschäft, deshalb gibt es auch Private.

    Eine Stadt hat ein eigenes Interesse, daß Parken günstig bleibt und so Menschen in die Stadt kommen (und ihr Geld da lassen), die dort nicht wohnen. Das hat mit der Funktion eines Zentrums zu tun, das eben mehr ist wie ein Wohngebiet in historischem Ambiente.

    Eine Stadt hat ein eigenes Interesse, daß auch Wohnen und sonstiges Leben für die eigenen Bürger günstig bleibt.

    Das alles kann man durch städtische Unternehmen machen lassen oder durch den Markt. Bisher ist es nicht gut gelaufen, Regensburg wurde verteuert und verknappt, indem man Wettbewerb (Markt) von außen blockiert hat und im Gegenzug Vereins- und Parteispenden eingestrichen hat. Die Stadt muß sich immer wieder justieren und verschiedene Angebote machen: teure luxuriöse und günstige… für die Theaterbesucher im Abendkleid und die Familie, die Schuhe kaufen möchte/muß und für die Leute, die wegen einem Behördenbesuch gezwungen werden, in diese Stadt zu kommen.

  • norbert wirner

    |

    @rg:

    aber das ist doch alles pille-palle, da sowas wie „sonntags autoverzicht“ überhaupt anzudenken….
    die mengen an irgendwas, um die es da geht, die werden im gesamten leben von der ganzen sippe durch einem einzigen anlasser eines 200kw-dieselaggregats für ein konstantin-wecker-open-air kompensiert…. mehrfach….

    ich verstehe die denke nicht.
    das muss anders gehen.

  • altstadtkid

    |

    @corazondemelon
    Wo leben Sie denn, die Parkhäuser werden für die Touristen gebaut und nicht für die Bürger aus dem Umland.
    Tagestourismus mit dem Auto ist der Hit

  • Julian86

    |

    ASwaczynas Beitrag (v 9. Oktober 2019 um 00:02), mit der an der Nibelungenbrücke unmittelbar angedockten, in den Untergrund verbrachten Garage erscheint stimmig. Noch lange Jahre werden Autos diese Brücke passieren. Was läge näher, als unmittelbar an der Abfahrt zum u.W. Parkraum zu schaffen und den u.W. mit Vorfahrt für Fußgänger und Radfahrer auszustatten? Dazu genügend autonom fahrende, kostenfreie e-Shuttle Richtung historische Altstadt, die im Kreisel Gesandten-/Ludwigstraße Menschen auflesen?

    Ich meine: Dieser Nagel gehört in die Wand.

    Weitere Quartiersgaragen/ P+R, weit und nah genug zur Altstadt (z.B. auch Dultplatz 24/365), werden darüber hinaus die Lebensqualität für alle (sic!) im Welterbe erhöhen.

    Man muss solche Effekte erlebbar machen. Durch gezielte Auto-frei-Prokekt-Tage, nicht nur während des Bürgerfests. Sondern an „Normaltagen“. „Das Sein stärkt das Bewusstsein.“ Und das Zu-Fuß-Gehen die Gesundheit.

  • Julian86

    |

    Blick nach Frankfurt — „Die Stadt sollte alles tun, um die Menschen vom Auto weg zu bekommen. Und momentan habe ich in Frankfurt eher das Gefühl, dass die Stadt mit ihrer Politik alles tut, um die Leute vom Fahrradfahren abzuhalten.“

    Die dortige Umweltreferentin heißt HEILIG (B 90/Grüne). Sie schlug im Juli d.J. vor, „die Innenstadt für Autos zu sperren.“
    Hessischer Rundfunk
    https://www.hessenschau.de/tv-sendung/umweltdezernentin-will-autofreie-innenstadt,video-96856.html

    pro und contra
    https://www.hr-inforadio.de/programm/themen/pro-und-contra-hat-frankfurt-bald-eine-autofreie-innenstadt,fahrverbote_pro_contra-100.html

    Was ist aus der Forderung der Referentin geworden? Wie weit ist F. seit dem Juli gekommen?

  • Lothgaßler

    |

    Ok, die Politik lautet also: rund um die Altstadt, den Einkaufs- und Industrie-Clustern Parkflächen und Parkhäuser, damit im Rest der Stadt, vorzugsweise Altstadt, möglichst wenig Individualverkehr rumgurkt (wg. Parkplatzsuche). Schön und gut, aber bitte nicht mit Umwelt- oder Klimaschutz begründen und nicht für lau. Die Altstädter wird man so nicht aus der Altstadt locken, das ist zu unbequem. Ein Konzept die Autos der Anlieger in Quartiersparkhäuser auszulagern wäre auch mal ein paar Euro wert.
    Um die Reduzierung des Verkehrsaufkommens geht es hier eher nicht, sondern um die Lenkung hin zu etwas, um Bequemlichkeit für den Besucher, der soll hierhin fahren und sorgenfrei einparken. Was nun noch fehlt, das ist die kostenlose Shuttle-Verbindung von diesen Parkflächen/ Verkehrsdrehscheiben in die Wertschöpfungszentren, sonst machts echt keinen Sinn. Damit das Konzept aufgeht und die Anliegerstraßen nicht zweireihig zugeparkt werden, muss noch ein Parkhauszwang eingeführt werden, mit rigider Abschlepp-Order. Ich bin schon gespannt für wen und was es 101 Ausnahmen geben wird.
    Könnte natürlich auch sein, dass die (geplanten) Elektrotankstellen so viele Parkplätze verbrauchen, dass die Benziner und Diesler an den Rand gedrängt werden müssen. Oder wurden im Geheimen schon Pläne für Fahrradparkhäuser ersonnen, die den Autofahrern Parkflächen streitig machen? Oder gibts demnächst die Paketstationen für alle Paketlieferdienste, die fußläufig zu allen Tages- und Nachtzeiten erreichbar und offen sind? Ne, ne, das wohl nicht.
    Was machen wir mit der Sicherheit: Wenn ich meinen Erdgas-Caddy neben einem zur Selbsverbrennung neigenden Batterie-Schnauferl stelle, dann macht mich das nervös.

  • Robert

    |

    @Giesinger: Regensburg kann man in der Hinsicht schwer mit anderen Städten vergleichen.

    Der Anteil der Menschen die zum reinen Shoppen in die Regensburger Innenstadt fahren dürfte äußerst gering sein. Die Meisten kommen hier her, weil die Stadt geil aussieht, zum schlendern, Eis essen und Kaffee trinken. Zusätzlich Abends um in die tolle Barszene einzutauchen.

    In der Hinsicht ist doch in Ingolstadt der Hund gfreckt. Da würd ich auch ins Village fahren.

    Es ist sowieso fraglich, ob in Zeiten des Internets und der Shoppingzenter überhaupt noch wer in die Stadt will zum Einkaufen. Selbst wenn man direkt in den Laden fahren könnte. Man muss vielleicht auch einmal einsehen, dass die Zeit des Einzelhandels in der Innenstadt ein Auslaufmodell ist und darauf muss man sich einstellen. Klar kann man das künstlich am Leben erhalten. Dann zögert man das Aussterben halt um 5 Jahre aus. Kommen wird es aber sowieso.

    Da sehe ich Regensburg auf einen guten Weg. Die Innenstadt ist nicht mehr so vom Einzelhandel abhängig wie andere Städte. Die Szene ist relativ kreativ und wir besitzen sehr viel, ich sag mal, Kleinkulturelles wie die Wurstkuchel, den Dampfnudel-Uli usw, das die Leute in die Stadt bringt. Ich denke, mehr Orte der Begegnung und des Erlebens sind zukunftsgerichteter als der fünfte Laden einer Modekette. Und wenn man nichts schleppen muss, dann kann man auch mit dem ÖPNV kommen.

    Außerdem gibt es auch genug Beispiele, wo das Verbannen des Autoverkehrs die Wirtschaft angekurbelt hat. Amsterdam, Utrecht, Madrid, Paris, Vancover usw.

    Darüber hinaus klappt das mit dem Park & Ride beim Christkindelmarkt hervorragend. Weil es dort besonders beworben wird und es kostenlos ist. Die Leute nutzen das schon, wenn es die bequemste Alternative ist. Deshalb muss ÖPNV und Rad ja Vorrang haben. Wenn ich mit dem ÖPNV schneller (und günstiger) in der Stadt bin als mit dem Auto, dann werd ich das als vernünftiger Mensch auch nutzen.

    Die ÖDP versucht mit Regensburg Land den ÖPNV auch für die Landbewohner attraktiver zu machen. Es wird harte Arbeit werden. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es sich lohnt und auszahlen wird. Selbst wenn man es anfangs subventionieren müsste. Ich glaube aber, der gesellschaftliche Nutzen übersteigt die monetären Kosten und nur das zählt in meinen Augen!

    Vor allem wenn man externe Kosten bepreist, wie die kürzeren Renovierungsintervalle des Doms aufgrund der Abgase, glaube ich nicht, dass der Autoverkehr für eine Stadt sehr rentabel ist. Die Kosten werden halt wie immer auf die Allgemeinheit umgewälzt. Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren. Das alte Spiel.

    Das war vielleicht lange Zeit die Standarddenke. Der Zeitgeist ändert sich aber gerade. Vielleicht noch nicht so progressiv wie ich es mir wünschen würde. Aber ich bin mir sicher, dass es kommt. Und dann werden sich die Leute an den Kopf fassen, wie wir nur so leben konnten und im Jahr 2019 noch Geld für Parkhäuser verprasst haben :)

    Robert (ÖDP, Listenplatz 19 ;) )

  • XYZ

    |

    Robert 16.08:
    Das kann man in Venezia sehr schön erleben, mir seit Studentenzeiten vertraut: Die Einheimischen werden immer weniger und wohnen inzwischen meist in Mestre in Beton- Häusern auf dem Festland mit ÖPNV, die verbliebenen in bescheidenen Wohnungen. Die Läden des täglichen Gebrauchs und seien es nur ein Paar Wasserstiefel oder eine Bratpfanne zu Fisch oder Gemüse mit Olivenöl werden immer weniger. Die zitierte Stadt Amsterdam ist ein treffliches Beispiel. Vorschlag: man erkläre die ganze Altstadt R zu einem einzigen Museum samt Bayern-Platschari. Für Touristen und Bar- oder Bistro-Besucher sind ausserhalb geeignete Grossparkplätze zu errichten.

  • XYZ

    |

    Zur Ergänzung ein ebenso nicht allzu ernst gemeinter Vorschlag:
    An den alten Stadttoren wie Osten/Jakobs/Peters-Tor werden Zollstätten errichtet, Betreten der Altstadt namentlich für Touristen nur gegen einen Obulus zugunsten der Infrastruktur der Einheimischen. Im Ernst: in Venezia wird das gerade diskutiert, all die Touristen und Kreuzfahrtschiffe, wenn auch nicht auf mittelalterliche sondern digitale Weise.

  • Mr. T.

    |

    XYZ, in London nennt sich das City-Maut. Warum nicht? Wer unbedingt ein paar mal durch Gesandtenstraße, Rote-Hahnen-Gasse und Ludwigstraße kurven will, soll halt dafür zahlen wie für den Brenner.
    Mit Venedig brauchen wir Regensburg aber noch nicht vergleichen.

  • Giesinger

    |

    Zum Vorschlag von XYZ: Das sage ich seit Jahren zu der Situation mit den Stundentouristen in der Altstadt.

    An der Steinernen Brücke etwa zwei, drei Studenten, Harzler oder Donaustrudel-Verteiler ins Römerkostüm mit Hellebarde stecken und von jedem Stundentouristen (natürlich gegen Bezahlung) € 5.- Pflaster-Zoll bzw. Klima-Zoll verlangen.

    Oder eben endlich mal Parkgebühren für Touristenbusse einführen! Wie sieht es mittlerweile damit aus?

  • Ex Regensburger

    |

    @corazondemelon:
    Oje, mit so einer ignoranten Anti-Pendler-Einstellung kommen nur die ökologisch bewußten Zeitgenossen und Politiker in die „linksgrünversiffte“ Ecke. Um mal ihren überaus verständnisvollen u. sachlichen Beitrag zu kommentieren:

    „also 12 km mit dem Fahrrad in die Stadt fahren erscheint jetzt nicht als eine übermenschliche Leistung, das schafft auch mein über 80jähriger Vater noch.“ SEHR WITZIG, JEDEN TAG BEI JEDEN WIND UND WETTER UND IM WINTER IN DIE STADT MIT DEM RAD FAHREN – DEN ZIEGETSSBERG HOCH, DA MÖCHTE ICH SIE MAL SEHEN.
    „Also wenn Sie in die Stadt wollen sagen Sie, müssen Sie natürlich irgendwo parken – am besten dann bei Ihnen zu Hause! Einerseits von den günstigen Immobilienpreisen außerhalb der Stadt profitieren wollen, aber andresseits erwarten, dass die Stadt und deren Bewohner sich auf den Lärm und den Dreck freuen, den sie mit sich bringen.“ „IMMOBILIENPREISE? BIN ICH HAUSBESITZER? NEIN, EIN STADTFLÜCHTLING, DEM DER LÄRM DER BESOFFENEN KIDS FRÜH UM 2.00 UHR AUF DEN WECKER GING UND DER VOR DEN HOHEN MIETPREISEN FLOH“.

    Wenn alle, die in der Stadt arbeiten, in die Stadt ziehen sollen, dann wird sich Herr corazondemelon aufregen, dass die Mieten noch höher gehen. Wahrscheinlich wird er sich eh immer über alles mögliche aufregen, egal ob begründet oder nicht…

  • Robert

    |

    @XYZ: Ja, Touristen (außerhalb des Landkreises) sind eine andere Nummer und gehören besonders betrachtet. Diese Diskussion möchte ich hier jetzt nicht eröffnen.

    Das Einkaufsverhalten auch der Stadtbewohner ändert sich halt zusehends. Ich glaube ich habe das ausreichend begründet.

  • Piedro

    |

    @Mr. T.
    „Mit Venedig brauchen wir Regensburg aber noch nicht vergleichen.“
    Aber mit London? DER war gut! :)

    Ich war ja unlängst wieder da. Mit dem Auto gefahren. Die Bahn hätte für zwei Personen das Mehrfache gekostet, ohne Kosten für den öffentlichen Nahverkehr, mit Gepäckschlepperei, Verspätungen und mindestens drei mal umsteigen. Und wir sind auch mit dem Auto Richtung Altstadt gefahren, weil das Hotel etwas außerhalb lag. Wenn es da überhaupt Busverkehr gab ist mir der nicht aufgefallen. Der Verkehr war eher mäßig, verglichen mit „meiner“ aktuellen Provinzmetropole, die Parkplatzsuche war kein Problem, wir haben stimmungsvoll im Bischöflichen geparkt. Und einmal kostenlos in den Arcaden. Gutes Parkhaus, keine Frage, aber wenn man nix braucht gibt es keinen Grund da einzufliegen. Gefiel mir gar nicht. Als Pendler würde ich nicht mit dem Auto in die innere Stadt wollen. Aber das würde ich hier auch nicht. In keiner Stadt. Ich kenne das aus Düsseldorf, aus Wien, aus Kassel… Kostet Nerven und jede Menge Geld. Eine Person haben wir aus dem Umland abgeholt und heim gefahren. Das war auch günstiger als mit dem Bus, der hätte das Doppelte gekostet und wesentlich länger gebraucht. Für Pendler käme das Problem der Verfügbarkeit hinzu, je nach Arbeitszeit ein unlösbares.

    Mehr Parkhäuser werden daran nichts ändern, wurscht was das die Stadt kostet. Das Geld wäre vermutlich im ÖPVN sinnvoller investiert, wenn man schon unbedingt mit Klimaschutz argumentieren will. Das wirkt etwas, naja, unglaubwürdig.

  • joey

    |

    @Ex Regensburger
    kann es sein, daß Corazon eine Frau ist?
    Ansonsten haben Sie Recht.-)

  • Horst

    |

    Beim gestrigen verkaufsoffenen Sonntag hat es übrigens anscheinend ganz gut funktioniert mit dem Am-Stadion-parken-und-mit-dem-kostenlosen-Shuttle-in-die-Stadt-fahren. Die Busse, die ich gesehen habe, waren gut bis komplett gefüllt. Warum nicht solche Angebote ausweiten?

  • cF

    |

    Horst, warum bringen Sie z.B. über Frau Schimpfermann, bei der viele Drähte zusammenlaufen, nicht in Erfahrung, warum das Shuttle-Angebot nicht auf Sicht „immerwährend“ beginnend schrittweise freitags/samstags aufgelegt wird? Der Veränderungsprozess will eingeübt und seine Vorteile „erfahren“ werden.

    Dass die zwei Quadratkilometer Altstadt grundsätzlich leicht zu begehen sind (unterstützt durch e-Shuttle entlang der Platzfolge über den Domplatz), wer wollte das ernsthaft bestreiten?

    Von der auto- zur menschengerechten Stadt
    https://www.fuss-ev.de/102-literatur/611-staedte-fuer-menschen.html

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