Fortschreitende Entfremdung

Parkhauspläne entzweien Grüne und Bund Naturschutz

Zum wiederholten Mal ernten die Grünen im Regensburger Stadtrat Kritik vom Bund Naturschutz (BN). Während Fraktionschefin Margit Kunc ein geplantes Parkhaus in Stadtamhof vehement verteidigt, mahnt BN-Vorsitzender Raimund Schoberer ein „deutlich anderes Handeln“ an.

Eine „Quartiersgarage“ mit 200 Plätzen soll auf dem jetzigen Parkplatz in der Gräßlschleife entstehen.

Stadtamhof braucht mehr Parkplätze lautet die mehrheitliche Meinung im Regensburger Stadtrat. Und so brachten die Mitglieder des Planungsausschusses – gegen die Stimme von Benedikt Suttner (ÖDP) und Irmgard Freihoffer (Linke) – vergangene Woche die Bedarfsprüfung für eine „Quartiersgarage“ in der Gräßlschleife auf den Weg. Kritik gab es auch von der CSU, allerdings nicht am Parkhaus, sondern den Plänen für die Abschaffung von Parkplätzen im öffentlichen Raum. Doch das nur am Rande.

Parken wie anno dazumal…

In einer „komfortablen Situation“? Benedikt Suttner. Foto: Archiv/ as

Der jetzige Parkplatz in der Gräßlschleife hat etwas von einem Relikt: Auf den Flächen zwischen und rund um den kleinen Lindenhain darf zum Teil kostenlos und ohne Anwohnerausweis, mal mit, mal ohne Parkscheibe, geparkt werden. Laut Auskunft der Stadtverwaltung gibt es hier jede Menge Dauerparker. Gerade zur Feierabendzeit drehen verzweifelt suchende Autofahrer hier erfolglos ihre Runden.

Das Parkhaus soll nach Vorstellungen der Stadtverwaltung etwas Abhilfe schaffen. Insgesamt 200 Stellplätze – 100 davon für Anwohner, der Rest kostenpflichtig – sollen dort entstehen. Im Gegenzug sollen kostenlose Parkplätze im Straßenraum wegfallen bzw. durch kostenpflichtige ersetzt werden. In der Differenz ergäbe das ein Plus von 128 Parkplätzen, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Ein Rahmenkonzept wird von der Realität überholt

Kritik kam in der Sitzung vor allem von Benedikt Suttner. Der ÖDP-Stadtrat verweist auf einen „Zwischenbericht zum Städtebaulichen Rahmenkonzept für die Regensburger Innenstadt 2025“, den Planungsreferentin Christine Schimpfermann dem Stadtrat im Jahr 2011 vorgelegt hat. Ein darin enthaltener Plan für den Bereich Bäckergasse, Gräßlstraße und Stadtamhof sieht dort umfangreiche Maßnahmen zur Begrünung und Verkehrsberuhigung vor. „Damals sollte der Bereich des Übergangs der Andreasstraße auf die Protzenweiherbrücke renaturiert werden“, so Suttner. Doch heute wolle die Koalition davon nichts mehr wissen.

Die Pläne für Bäckergasse, Gräßlschleife und Co im Rahmenkonzept von 2011.

Tatsächlich sind weite Teile der Vorstellungen in diesem sieben Jahre alten „Zwischenbericht“, ein Abschlussbericht wurde dem Stadtrat bislang nicht vorgelegt, schon längst überholt. Anstelle der darin vorgesehenen moderaten Bebauung des Bäckergasse-Areals wurde die Fläche dort mit den „Bäckerschen Höfen“ komplett versiegelt. Das im Rahmenkonzept verzeichnete Biotop an jener Stelle gibt es nicht mehr. Und ähnlich sieht es auch mit dem Bereich der Gräßlschleife aus.

Jede Menge Pläne und Konzepte

Im März 2017 beschloss die Koalition gegen die Stimmen von Linken, ÖDP und CSU ein „Parkraumkonzept Innenstadt“, in dem auch das erste Mal der Plan für das besagte 200-Stellplätze-Parkhaus in der Gräßlschleife erwähnt und auf den Weg gebracht wurde. In dem Beschluss zum „Parkraumkonzept“ wird auf vielerlei Bezug genommen – den Verkehrsentwicklungsplan (Stand 1997), das Stadtentwicklungskonzept Regensburg Plan (Stand: 2005), das Leitbild für den Einzelhandel (Stand: 2008), den Nah- und Radverkehrsplan (Stand: 2010). Das von Suttner angesprochene „Rahmenkonzept für die Regensburger Innenstadt“, trotz seiner Vorstellung im Jahr 2011 immerhin die aktuellste Unterlage, findet hier keine Erwähnung.

Verantwortungsgrüne Kunc versus Komfort-Suttner

Um eine klare Abgrenzung von der ÖDP bemüht: Margit Kunc. Foto: Archiv/ Staudinger

Und so ging die Koalition auch in der Sitzung des Planungsausschusses vergangene Woche nicht näher auf Suttners Einwand zu dem Rahmenkonzept mit seinen schönen Plänen und Ideen ein und verwies stattdessen ausschließlich auf das Parkraumkonzept.

Vor allem Margit Kunc von den Grünen kritisierte Suttners Wortmeldung scharf, in sichtlichem Bemühen, sich als verantwortungsbewusste Ökopartei zu präsentieren. Suttner sei – weil nicht in Regierungsverantwortung schließlich in einer „komfortablen Situation“, so Kunc. „Sie müssen sich ja nicht um die Bürger kümmern. Sie müssen sich auch nicht darum kümmern, was die einen wollen und die anderen nicht wollen. Sie können sagen: Ich als Suttner will, dass alles ab sofort so ist und deshalb sage ich das auch.“ Die Grünen dagegen hätten „schon auch noch die Leute, die hier wohnen im Blick zu haben“. Tatsächlich: Gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung haben sich zumindest mehrere Geschäftsleute in Stadtamhof eher positiv zu den Plänen für ein Parkhaus geäußert. Und die Ökos glaubt Kunc wohl auch die Seite der Grünen-Fraktion ziehen zu können: Sie gehe davon aus, dass entsprechend sensibel geplant werde und weiterhin viel Grün erhalten bleibe.

Schoberer kritisiert Sonntagsredner

Wenig Freunde haben sich die Grünen mit ihrer Haltung beim Bund Naturschutz gemacht. Dessen Vorsitzender Raimund Schoberer, selbst Grüner, kritisierte das Vorhaben tags darauf heftig. Bereits durch die Bebauung in der Bäckergasse in unmittelbarer Nähe sei ein amtlich kartiertes Biotop mit vielen Bäumen zerstört worden, so Schoberer.

Er schlägt stattdessen den ohnehin schon asphaltierten Busparkplatz an der Ecke Bäckergasse, Frankenstraße als Standort vor. „Bei intelligenter Planung“ sei hier sogar eine größere Quartiersgarage möglich. „Es hilft nicht, am Sonntag Umwelt, Natur, Klimaschutz und Verkehrswende zu predigen und am Montag Planungen mit Fällungen von Bäumen für Autoabstellplätze zu beschließen“, so Schoberer. Es sei „ein deutlich anderes Handeln notwendig.“

Entfremdung schreitet fort

Damit schreitet die Entfremdung zwischen dem Bund Naturschutz und der Stadtratsfraktion der Grünen weiter fort. In der Vergangenheit hatte die Organisation bereits das Vorgehen bei den Planungen für ein RKK kritisiert. Anfang 2017 hatte Schoberer Bürgermeister Jürgen Huber in Zusammenhang mit einem Bauvorhaben im Stadtosten Regensburgs ungewöhnlich deutlich kritisiert: „Von einem grünen Umweltbürgermeister, der auch noch zuständiger Referent ist, muss man aber deutlich mehr Einsatz für Natur- und Artenschutz erwarten.“

Konkret beschlossen ist noch nichts. Die Verwaltung erhielt lediglich den Auftrag einer „Bedarfsprüfung“. „Wir werden diese gesamte Diskussion nochmal führen und nochmal führen und nochmal führen“, so Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer gegen Ende der Diskussion.

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Kommentare (23)

  • Lothgaßler

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    1) Auto in der Stadt: Es wäre an der Zeit zu prüfen, wer unter den Anwohnern mehr als ein Auto sein eigen nennt und diese auch in der Stadt abstellt. Von der Sorte Vielautobesitzer gibt es einige. Dieses Hobby muss die Allgemeinheit nicht durch Parkplätze unterstützen. Warum fahren Auswärtige (z.B. KEH) mit Anwohnerausweisen spazieren? Was ist mit den Firmen-Kfz/Kleinlastern, die mitunter vom Mitarbeiter irgendwo in Wohnungsnähe über die Nacht geparkt werden? Auch die Abendbummler, die mit dem Auto in die Altstadt und deren Umfeld einfallen/einfahren, muss die Allgemeinheit keine Parkplätze zur Verfügung stellen. Das knappe Gut muss mit härteren Bedingungen an die Autobesitzer vergeben werden. Parken MUSS seinen Preis haben, auch für Anwohner. Wenn nicht mit dem Auto in die Altstadt und deren Nahfeld eingefahren werden kann, aber der Bedarf besteht, dann KANN der ÖPNV eine Alternative bieten.
    Es wäre an der Zeit der heiligen Kuh „Auto“ mal ans Leder zu gehen und Missstände abzustellen, bevor in üblicher Autoanbetung neue Opfer dargebracht werden.

    2) Naturschutz in der Stadt: Ich sehe zunehmend wenig Chancen in der Stadt etwas zu bewegen, zu dominant sind hier die menschlichen Nutzungsansprüche.

  • J. Walker

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    Regensburg braucht mehr echte Grüne!

  • mkv

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    Wenn man das „Dult-Areal“ ganzjährig für Naherholung und Park-and-Ride unter Mitwirkung der Bürger gestaltete (bei Verlegung der seit Jahr und Tag in der jetzigen Ballermann-Form gegen Gesetz und Recht verstoßenden Dult zum Pürkelgut), wer bräuchte da noch eine Garage in Stadtamhof?

  • leider kein jurist

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    Gibt’s keine rechtliche Handhabe gegen das irreführende Label ‚Grüne‘? Könnten die nicht dazu verdonnert werden, sich ‚Anthrazitfarbene‘ oder sowas in der Richtung zu nennen?

  • Mr. T

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    Lothgaßler, Autos mit anderen Nummernschildern müssen noch lang keine Auswärtigen sein. Das kann auch der Firmenwagen zur Privatnutzung sein und seit 2015 bleibt die Nummer auch bei Wohnortwechsel.
    Klar muss man versuchen, die Autos in der Innenstadt zu reduzieren. Eine Option wäre vielleicht, dass man nur maximal einen Anwohnerparkausweis bekommt. Es sind eh viel zu viele Anwohnerparkausweise im Verhältnis zu den vorhandenen Stellflächen im Umlauf. Ich kenne Leute, die vermeiden es wochenlang, das Auto wieder zu bewegen, wenn sie mal einen Parkplatz nahe der Wohnung haben. Absolut absurd, bringt sie aber zumindest zur Reduzierung der Autofahrerei :-)
    Für Abendbummler müssen die Parkhäuser reichen.
    Und der ÖPNV müsste erstmal eine Alternative bieten, bevor er eine sein kann. Aber man kann ja nach Acht nicht mal mehr zwischen Winzer und der Stadt hin und her …

    Mit dem Vorschlag, den Dultplatz aus der Stadt zu verlegen, könnt ich mich sogar anfreunden. Aber das ist wohl auch nicht so ganz mehrheitsfähig ;-)

  • Jonas Wihr

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    Und hinzu kommt ein komplett unattraktiver ÖPNV. Ein Ticket über die Altstadt hinaus kostet inzwischen 2,60 EUR. Einfache Fahrt! Zum Vergleich: in Hamburg – ist bekanntlich ein bischen größer als Regensburg – zahlt man dafür 2,20 EUR.

  • Jürgen

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    Ich habe lange Zeit ganz in der Nähe gewohnt und kenne die Situation wohl recht gut.
    Wer dort wohnt, weiß dass man zur Dult möglichst sein Auto nicht bewegt sonst muss man weit laufen. Wer dort wohnt, erledigt sowieso das Meiste zu Fuß oder mit dem Rad. Wer dort wohnt hat kurzum gelernt damit zu leben.
    Viele Altstadtbewohner parken dort ihr Fahrzeug weil man von dort aus sehr schnell überall (A93, B8 und SO-Tangente) hin kommt.
    Man rechne doch mal sämtliche Kosten für Straßen, Parkplätze und deren Erhalt zusammen und überlege sich ob nicht ein kostenfreier ÖPNV wesentlich wirtschaftlicher wäre. Ich möchte erst gar nicht wissen wie viel die Entzerrung des Verkehrs zwischen Eis- und Baseballstadion gekostet hat.
    Ja, die heilige Kuh Auto sollte mal grundsätzlich überdacht werden. Aber ein BMW oder Conti Mitarbeiter der nicht mit dem Auto in die Arbeit fährt, ist wohl nicht vorstellbar. Hoch lebe die Autonation Deutschland!

  • Heilig's Blechle

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    Wer zwingt eigentlich die AltstadtbewohnerInnen ein Auto zu besitzen? Wer seine Blechkiste zum Verschandeln der Altstadt abstellt soll gefälligst ordentlich blechen.

  • Hansemann52

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    Wie wäre es, wenn man die Altstadt grundsätzlich für den Straßenverkehr sperren würde, dann wären keine Parkhäuser notwendig. Man hätte mehr Grün- und Erholungsflächen für die Bürger dieser Stadt. Der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) könnte noch besser gestärkt werden und vielleicht könnte Regensburg dann noch zu einer Radlerfreundlichen Stadt bundesweit- werden.
    Aber was tun ‚mal wieder die Grünen in Regensburg, sie reden über verkehrt, verstandene Politik.
    Die Grünen sind doch in der Vergangenheit so entstanden, eben weil Sie Grüne Politik und Ziele betrieben und verfolgt haben.
    Ich habe so das Gefühl, dass die Grünen vor allem in Regensburg zwar überall mitreden wollen, aber wenig sinnvolles daraus machen und tun.

  • Harald Klimenta

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    Oje, ich bin zwar schon vor 20 Jahren aus den Grünen ausgetreten, aber nach dieser Rede müsste ich es jetzt wieder. M. Kunc als W. Kretschmann: Der kümmert sich auch um die Bedürfnisse von Mercedes, also um die Brrrmbrrrms der Männer, die dann eifrig die Grünen wählen. Und beide haben wahrscheinlich die Hoffnung, dass so eine Verkehrswende gelingt. Gääääähn. Hallo, Margit Kunc, Zukunft heißt: Halbierung der Parkplätze in der Regensburger Innenstadt bis 2025. Utopisch? Klar. Leider sogar bei den Grünen. Lieber weiterwurschteln, ist ja so schön bequem. Achja: Ich wünsch mir wirklich mal die ÖDP in Regierungsverantwortung und dann den Lackmustest ihres Charakters.

  • blauäugig

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    Danke für den Artikel!
    @Harald Klimenta
    Ah, auch ich habe mich vor etwas mehr als 20 Jahren von den Grünen abgewendet, war zwar nicht in der Partei, aber bei der Hochschulgruppe. Die ist damals als Antwort auf eine starke Hochschulgruppe der ÖDP entstanden, Berührungsängste gab es wenige, wenn ich mich recht erinnere. Damals wäre jemand mit dem „Verantwortungskurs“ von Kunc hochkant aus der Partei geflogen. Und heute ist diese Partei flügellahm, die Fundis wurden spätestens mit der Wahl von Habeck heimatlos.

  • Kneipenschreck

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    Gut, ein wirkliches artenreiches Biotop ist die Gräßlschleife wohl nicht. Nichtsdestotrotz: es ist grün, es sind Bäume und damit Sauerstoffspender, Wohnungen für Vögel und allerlei andere Lebewesen und insofern keine kitschigen, rein visuell ästhetische Plastikdekoration, die man nach Gusto wechselt, wie ein Kleidungsstück.

    Angesichts der in den letzten Monaten durch die Medien geschliffenen Themen wie Feinstaubbelastung, Dieselskandal,.. hätte ich mir da, auch von den befürwortenden Regensburger Stadträten, eine etwas kritischere und weitsichtigere Herangehensweise erwartet.

    Insbesondere ist den Damen und Herren allem Anschein nach entfallen, dass es auch durchaus in ihrem Wirkradius liegt, gerade mit einem Blick in eine LEBENSwerte Zukunft, vorausschauend und lenkend zu handeln. Dies vermisse ich, wenn ich von solchen Tendenzen im Stadtrat höre und fühle mich an die zum Glück verhinderten Verkehrs- und Stadtplanungsdystopien der Nachkriegszeit erinnert.

    Den Vorschlag Schoberers sehe ich da als Mittelweg. Zufrieden bin ich damit auch nicht, geht er mir doch ebenfalls auf die Wünsche der Autofahrer zu sehr ein, anstatt lenkend Alternativen aufzuzeigen, indem er die gewünschten Parkplätze nur um 200 Meter Luftlinie nach Nordost, an einen leider eh schon verschandelten Punkt verlegt. Der Punkt, an dem der Fluss, der Regensburg seinen Namen gab, auf die Donau trifft, – ein zuasphaltierter Busparkplatz.

    naja.

    Letzten Endes sehe ich auch hier langfristig nur wieder die überall erkennbare Tendenz am Werk :

    Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren.

    denn wer zahlts denn, wenn beim nächsten Wolkenbruch wieder die Keller vollaufen oder das Hochwasser, das aufgrund all der versiegelten Flächen nicht mehr versickern kann, sich seinen Weg in die Keller bahnt ?

    a Propos Hochwasser :
    „ein amtlich kartiertes Biotop mit vielen Bäumen“ : insofern bin ich ja auch mal gespannt, wie der weitere Ausbau des Hochwasserdamms in Reinhausen auf der Höhe Ambergerstraße ( vermutlich 3-9 ) südlich der Fußballplätze von statten gehen soll …

  • Barnie Geröllheimer

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    Ich frage mich, warum für Anwohner kostenfreie Parkplätze gestellt und unterhalten werden, und noch zusätzliche geschaffen werden sollen. Zu jeder Wohnung gehört nach der Stellplatzverordnung mindestens ein Parkplatz, der mitzumieten, oder bei Wohneigentum zu kaufen ist. Und wenn schon Quartiersgarage, dann haben es die Vermieter/Eigentümer ohne Stellplätze zu bezahlen.

  • joey

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    allgemein: Regensburg braucht Parkplätze. Keine einzige Veranstaltung könnte sich allein aus den Altstadtbewohnern nähren. Das Umland bringt Geld in das Zentrum, sonst wäre es keine Stadt.

    Ja, die Zeiten sind vorbei, als die Wollwirker in der entsprechenden Gasse arbeiteten. Vielleicht ist Regensburg (Altstadt) auch längst keine Stadt mehr, sondern nur noch eine Gastronomie für Touristen.

    Übrigens: Bäume sind nachwachsend, wenn man sie läßt. „fertige Bäume“ gibt es in Baumschulen, kosten gar nicht so viel. 5 Jahre später erkennt man keinen Unterschied mehr.

  • Tröster

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    @Barnie Geröllheimer:
    In der Regensburger Stellplatzsatzung ist geregelt, wieviele Stellplätze pro Wohnung geschaffen werden müssen. Da dies aber in der Altstadt (einschließlich Stadtamhof) ofmals aus Platzgründen nicht möglich ist, kann der Bauherr diese Stellplätze mit jeweils 9200.- ablösen.
    Er bezahlt also diese Summe und die Stadt schaft dann die Stellplätze.
    Die Parkplätze sind also nicht „kostenfrei“, sie wurden vom Bauherrn bezahlt.
    wie die Stadt das Geld verwendet, steht auf einem anderen Blatt. Es fließt in den Haushalt ein und von Zeit zu Zeit wird ein Parkhaus o.ä. gebaut.
    Über Sinn oder Unsinn dieser Regel kann man trefflich streiten.
    Im Übrigen gilt: Jedes Auto weniger ist natürlich besser für Mensch und Umwelt.

  • Markus Frowein

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    In den 80er Jahren fand ich sie sogar noch wählbar. Ich weiß nicht, was mit den Grünen in der Zwischenzeit passiert ist. Und das ist offenbar nicht nur in Regensburg so.
    Hier in Augsburg haben sich die Grünen vehement für die Durchführung eines Festivals mit 30.000 Besuchern in einem Landschaftsschutzgebiet (!) stark gemacht und das hinterher mit den Prädikaten „Nachhaltigkeit“ und „Umweltschutz“ versehen. Die haben bei mir bis in die nächste Steinzeit verschi..en.

    https://gruene-augsburg.de/home/news-detail/article/modular_setzt_massstaebe_bei_nachhaltigkeit/

  • Kulturfritz

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    Danke an Harald Klimenta: treffend formuliert.
    Ich möchte an diejenigen herantreten, die hier rufen, wo denn die wahren Grünen wären: Das sind meiner Ansicht nach in Regensburg seit längerem die Stadträte der ÖDP. Sitzen mit 6,4 % zu dritt in der Opposition und sind oft der ausschlaggebende Reißnagel (v.a. Benedikt Suttner), der die Eingesessenen aufschreckt und eine Sachpolitik betreibt, an der sich beispielsweise eben die Grünen (andere auch) ein Beispiel nehmen sollten.
    Richtigerweise hat die ÖDP die Parkhauspläne Gräßlschleife abgelehnt. Ebenso ist die ÖDP die einzige Partei im Regensburger Stadtrat, die bei Planungen jedes einzelne Mal die eintönige und unsägliche Großbauträgerbauweise kritisiert hat und bei Vergaben immer schon kritisch nachgefragt hat.
    Meinen Respekt hat die ÖDP, denn was die ohne Firmenspenden immer wieder zustande bringen, ist wichtig und auch notwendig.

  • Mr. T

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    Was heißt da „ohne Firmenspenden“, Kulturfritz? Mit Firmenspenden wär das unmöglich. Die ÖDP tut sich leicht, unabhängig und dem Bürger verpflichtet zu sein, so lange sie keine Firmenspenden kriegt/nimmt. Die brauchen nicht im Dreieck zwischen Wählerwille, eigenem Gewissen und Sponsorenauftrag veitstanzen.

  • Bertl

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    Die Bewohner von Stadtamhof, dem liebenswerten alternativen Stadtteil, der erst in den letzten Jahrzehnten entdeckt wurde, kenne ich als Radfahrer, Fußgänger und auch Autofahrer, aber meist ohne Zweitwagen. Das Parkhaus würde m.M. für ein Klientel gebaut, das dem Charme von Stadtamhof schaden würde oder für Besucher der Innenstadt. Dass Frau M. Kunc vehement für das Parkhaus eintritt, läßt mich, wie schon bei früheren ihrer Stellungnahmen, stark daran zweifeln, ob sie tatsächlich Die Grünen im Stadtrat vertritt. Bei den Grünen gibt es intensiver Gefärbte, die für die Stadtratsarbeit geeignet wären.

  • mkv

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    Bis 2050 soll sich der der urbane Verkehr verdreifacht haben. Es ist daher jetzt geboten, sich Gedanken über eine menschen-gerechte Erreichbarkeit der (Innen)Städte zu machen. Für die Regensburger Altstadt (1 km x 2 km) sollte das nicht allzu schwierig sein. Man muss nur schrittweise aber konsequent den alten MIV aussperren und dem Fußgänger, dem Radfahrer und dem emissionsfreien ÖPNV „Vorfahrt bzw. Vorgang“ gewähren. Dazu bedarf es Politiker wie Suttner.

    Intermodale Verkehrskonzepte
    https://www.mobilitaet-von-morgen.de/6-dialog/wir-werden-das-parken-revolutionieren

    Urbane Mobilität
    Schneller, leichter, selbstständiger
    Vernetzung verändert das Parken in Innenstädten
    http://www.handelsblatt.com/auto/nachrichten/vernetztes-parken-wo-ist-die-naechste-freie-luecke/20962996.html?ticket=ST-1079371-bDfbefToV6e9sngDL7V3-ap3

    Vom Umbau von Parkhäusern zu Wohnraum findet sich heute schon allerlei Konkretes im Netz

  • mkv

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    Suttner for President!

    Da liest man überall, die Städte planten den Umbau von – überflüssigen – Parkhäusern in Wohnungen. Nein, man kann nicht mit Mitteln der Vergangenheit moderne Mobilität gestalten. Dass selbst die Grünen das noch nicht verinnerlicht haben?

    „Wer den Radumbau will, darf harte Debatten nicht fürchten“

    Ein Blick auf das Wunder von Groningen, das keines war. Sondern die Vision mutiger Menschen. Dazu zähle ich für R. den Herrn Suttner; er möge sich um ein Netzwerk umtun, über die üblichen Knoten hinaus! Regensburg braucht ein neues Stadtoberhaupt, jenseits aller Korruptions-Fallen, aber mit nachhaltigen Visionen und Durchsetzungskraft und langem Atmen. Und ja: Jung muss es sein, das Stadtoberhaupt. Das ist er, der Suttner. Und das andere hat er auch.

    Groningen
    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/gruener-wird2019s

  • Mr. T

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    Ja, mittlerweile wär mir auch der Suttner am liebsten – oder die Lorenz. Der Spiess vielleicht noch. Aber der ganze Rest steck zu tief im Sumpf.

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