SOZIALES SCHAUFENSTER

„Deutlich angenehmere Lebensbedingungen“

Planer reagieren auf Kritik an Container-Unterkunft

Umplanungen bei der Container-Unterkunft für Flüchtlinge am Weinweg sollen jetzt für „deutlich angenehmere Lebensbedingungen“ sorgen. Von den Stadträten gab es dafür einhelliges Lob.

Bei der Sportanlage am Weinweg soll eine Unterkunft für 100 Menschen entstehen. Foto: Archiv/ as

Bei der Sportanlage am Weinweg soll eine Unterkunft für 100 Menschen entstehen. Foto: Archiv/ as

Die Regensburger Stadtverwaltung reagiert auf Kritik an der geplanten Container-Unterkunft: Bei der Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses am Dienstag wurde den Stadträten eine veränderte und mit weitaus mehr Informationen versehene Planung präsentiert. Jede Wohneinheit erhält nun eine eigene Nasszelle. Auch der Grundriss wurde verändert: Die Unterkunft für 100 Menschen wird nun über einen Innenhof verfügen. Die Umplanung, die, so Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, „deutlich angenehmere Lebensbedingungen“ mit sich bringen werde, kommt nicht teurer als die ursprünglichen Pläne.

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Linken-Stadtrat Richard Spieß zeigte sich erfreut darüber, dass seine Anregung für private Waschräume „nun Realität wird“. Es sei schade, dass man diese Pläne nicht schon bei der Sitzung des Verwaltungsausschusses vergangene Woche – damals wurden die Mittel in Höhe von 2,1 Millionen Euro bewilligt – präsentiert habe. „Das hätte mir die Zustimmung noch erheblich leichter gemacht und vielleicht hätte manche andere dann auch zugestimmt.“

Koalition ging auf Nummer sicher

Spieß spielte damit auf Piratin Tina Lorenz an, die – obwohl Mitglied der Koalition – letzte Woche ihre Zustimmung verweigert hatte. Dies scheint offenbar Konsequenzen nach sich gezogen zu haben: Bei der Sitzung am Dienstag konnte Lorenz sich nicht zu der neuen Vorlage äußern. Statt ihr hatte Jürgen Huber von den Grünen den Sitz im Bau- und Vergabeausschuss wahrgenommen. Offenbar wollte die Koalition kein Risiko eingehen.

Lob auch von der CSU

Notwendig gewesen wäre dies nicht. Auch ÖDP und CSU stimmten der Vorlage zu. Stadträtin Brigitte Schlee bezeichnete sowohl die neuen Planungen als auch die Lage der Unterkunft am Weinweg als „sehr gut“. Nicht nur die Stadtregierung auch die Bevölkerung in Regensburg stehe Flüchtlingen positiv gegenüber.

Oberbürgermeister Wolbergs kündigte am Dienstag an, dass Regensburg in diesem Jahr 300 bis 500 weitere Flüchtlinge dauerhaft aufnehmen wird. „Pro 100.000 Menschen, die nach Deutschland kommen, wird Regensburg etwa 100 aufnehmen.“ Wenn es um deren Unterbringung gehe, werde jeder Stadtteil einbezogen, so die Ankündigung des OB.

„Es wird niemandem schlechter gehen, aber einigen besser.“

Deutlich wandte sich Wolbergs gegen „den Irrglauben mancher, ihre Wohnqualität würde darunter leiden, wenn wir Flüchtlinge aufnehmen“. Dadurch werde es „niemandem schlechter gehen, aber einigen besser“. Hintergrund dieser Aussage ist das Schreiben eines Anwohners, das sowohl an Wolbergs als auch manche Fraktionen geschickt wurde und in dem dieser mitteilt, dass er sich Sorgen mache.

Auf der Suche nach weiteren Unterkünften: OB Wolbergs. Foto: Archiv

Auf der Suche nach weiteren Unterkünften: OB Wolbergs. Foto: Archiv

Unter anderem deshalb wird es am 20. Mai in der Clermont-Ferrand-Schule eine Informationsveranstaltung für Anwohner am Weinweg zu der geplanten Unterkunft geben. Voraussichtlich im September werden dort die ersten Menschen einziehen.

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Kommentare (13)

  • Marion Puhle

    |

    Warum nicht gleich so?
    Marion Puhle

  • hf

    |

    Allerwerteste Frau Puhle,

    weil zum Glück die meisten Stadräte konstruktiv denken, einander vertrauen, Lösungen suchen statt sie zu zerreden und nicht sofort wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen durch die Gegend gackern.

  • Marion Puhle

    |

    @ hf
    Wenn Sie nur ansatzweise die Kommentare gelesen hätten, dann würden Sie nicht so einen ausgemachten Unsinn schreiben. Wir alle
    haben die räumliche Enge kritisiert. Container sind nun mal nicht die beste Lösung und das wissen Sie genau so gut wie ich.
    Aber es scheint so, als würden Sie gerne dagegen stänkern, was Ihren unzähligen Kommentaren zu entnehmen ist. Sie sollten mal 5 Jahre und länger ohne Perspektive und ohne Aussicht, dass es in Ihrem Leben vorwärts geht in so einem Container wohnen und dann sprechen wir uns wieder.
    Ich finde es ausgesprochen gut, dass sich eine Lösung gefunden hat und dass in dieser Stadt Änderungen möglich sind.

    Marion Puhle

  • hf

    |

    Ich hab alles sehr aufmerksam bei gelesen. Während ich und viele andere der Meinung waren, die container wären wohl nicht die besten, aber unter Umständen brauchbare Unterkünfte, haben Sie (wie Frau Lorenz auch) die Lösung rundweg und pauschal abgelehnt. Sich jetzt so zu gerieren, wie sie es tun ist schlicht keiner Würdigung wert.

  • Marion Puhle

    |

    Ich habe vor allem die räumliche Enge und die fehlende Privatsphäre kritisiert, die es bei jeder Unterkunft zu kritisieren gilt. Dass nun Veränderungen vorgenommen werden ist zu begrüßen, was nicht heißen soll, dass ich diese Lösung für gut halte.
    Es gibt durchaus andere Lösungen.
    Flüchtlinge die bereits einen Aufenthaltsstatus erworben haben, könnten aus der Unterkunft ausziehen. Aber auch Flüchtlinge die mit einer Duldung leben und die Genehmigung zum Auszug bekommen haben,können nicht ausziehen, da schlicht und ergreifend kein Wohnraum zur Verfügung steht. Ein Phänomen was wiir nicht nur in Regensburg haben. Eine normale Fluktation kann somit nicht stattfinden, diese wäre aber wichtig um Platz für neu ankommende Flüchtlinge zu schaffen.
    Die restriktive Asylpolitik ist auf 3 Sauelen aufgebaut. AAA heisst, Abschreckung, Abschottung und Abschiebung. Und solange diese 3 A`s stehen, werden Flüchtlinge weiterhin in Massen Unterkünften und Containern ihr Dasein fristen müssen.
    Marion Puhle

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „hf“ – Ich danke Ihnen für Ihre beiden sehr zu-
    treffenden Kommentare!

  • Marion Puhle

    |

    @ Vietze: Ich darf Sie daran erinnern, dass auch die SPD dem faulen Asylkompromiss im Jahre 1993 zugestimmt hat und auch jetzt wieder Bosnien – u. Herzegowina, Mazedonien und Serbien als sichere Drittstaaten eingestuft hat, obwohl das in keiner Weise zutrifft. Das die restriktive Asylpolitik, für die auch die SPD Verantwortung trägt und unter der die Menschen zu leiden haben, mit zu verantworten hat, darin besteht wohl kein Zweifel. Wen wundert es, dass Ihre Zustimmung zu den Containern völlig okay geht. Eine Heuchlerin vor dem Herrn sind Sie, vor Vietze.
    Es dürfte klar sein, dass wir Unterkünfte brauchen und jede noch so kleine positive Veränderung begrüßenswert ist. Einen Jubelschrei auszustoßen, verkneife ich mir aber.
    Marion Puhle

  • Mathilde Vietze

    |

    Beleidigen kann mich nur jemand, den ich ernst nehme.

  • Marion Puhle

    |

    Ja dann, habe ich ja den Nagel auf den Kopf getroffen.

  • Mathilde Vietze

    |

    Haben Sie Gott sei Dank n i c h t !

  • Empfang mit offenen Armen » Regensburg Digital

    |

    […] Ferrand-Schule, um den aktuelle Stand zur geplanten Flüchtlingsunterkunft am Weinweg zu erfahren. Wie mehrfach berichtet soll dort bis zum Herbst in Container-Bauweise ein Gebäude errichtet werden,… Mehrere Briefe und E-Mails, die Wolbergs, aber auch Stadträte erhalten hatten, ließen […]

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