Pornoattacke: „Panne” im SPD-Unterbezirk

Margit Wild. Foto: ArchivMargit Wild ist ob „ihres” momentanen Internetauftritts angefressen: „Das ist eine Sauerei.” Offenbar hatte „jemand” im SPD-Unterbezirk Regensburg die Internetadresse der  Landtagsabgeordneten gekündigt, ohne sie zu informieren. Damit war die Domain freigegeben und stand zum Verkauf. Vergangenen Freitagmittag hat Wild bemerkt, dass der Internetauftritt unter www.margit-wild.de derzeit so gar nichts mit Politik zu tun hat. Statt harter politischer Fakten finden sich dort nun nackte Tatsachen. Ein sogenannter „Domain-Grabber” hatte sich die Internetadresse der Regensburger Landtagsabgeordneten (www.margit-wild.de) völlig legal geschnappt und einem Sexanbieter zur Verfügung gestellt. Der hat nur wenig mir Regensburg zu tun, abgesehen davon, dass sich sein Sitz in der tschechischen Partnerstadt Pilsen befindet. Der momentane Inhaber der Seite heißt Wolfgang Meier und sitzt in Reutlingen. Er hat bereits Post von Margit Wilds Anwalt erhalten und scheint sich einsichtig zu zeigen. Ohnehin hätte er – betrachtet man die gängige Rechtssprechung – kaum Chancen, seine Inhalte weiter unter dem Namen der Regensburger SPD-Chefin anzupreisen. „Domain-Grabbing” wird, das Reservieren von Namen bekannter Persönlichkeiten, wird von Gerichten regelmäßig als sittenwidrig beurteilt. Sobald Wild ihre Internetadresse zurück hat, soll die Seite unter einem Server laufen, der unabhängig vom Unterbezirk läuft, dann auch wieder mit Politik statt Porno. Wer der „Übeltäter” war, der die Seite gekündigt hat, will Margit Wild nicht näher erläutern. „Das klären wir intern.” Immerhin weiß man nun: Die Attacke kam nicht vom politischen Gegner – zumindest nicht von einem aus einer anderen Partei.

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Kommentare (13)

  • Andreas

    |

    Soviel zur Internetkompetenz der SPD.

    Da wird einem dann auch klar, warum sie der laienhaften Internetzensur zugestimmt und ihren einzig kompetenten Fraktionskollegen im Regen stehen lassen haben.

  • Ralf Bitzer

    |

    Diese Internet Laien, entscheiden über Internetsperren und wie sich das niedere Volk zu Verhalten hat. Internetkompetenz zum tausendstenmal, es wird Zeit das sich jeder Politiker der sich so die Finger verbrennt. Kompetente Ratgeber sucht.

  • Jochen Schweizer

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    Wahrscheinlich hatte das Internetseite http://www.margit-wilde noch nie so viele Besucher, seit der Änderung des Inhaltes!

  • wastl

    |

    Also postive Presse ist das für Frau Wild und ihren Domainanbieter nun nicht gerade.

    Zusätzlich schaden ihr auch noch einige Zeitungen durch schlechte Recherche und sogar offenbar falsche Behauptungen.

    Fakt ist:

    – die Domain wurde zu keinem Zeitpunkt geklaut, denn sie wurde ja von Eigentümer gelöscht und wieder freigegeben. Eine Neuregistrierung ist damit ersteinmal völlig legitim.

    – keine Domain wird gelöscht – zumindest .de Domains nicht – ohne Authorisierung. Die muss zwar vom Registrar durchgeführt werden laut DeNIC Statuten, aber der wird kein DELETE ausführen wenn er nicht dazu authorisiert wird. Dazu muss der Eigner sich vom Registrar einen Code holen um überhaupt die Löschung anstossen zu können. Zusätzliche ist eine schriftliche Bestätigung des Eigners nötig!
    Beides muss hier vorgelegen haben sonst wäre dem Registrar Fahrlässigkeit vorzuwerfen.

    – andererseits belegt dies das hier sowohl der Eigner als auch der Anbieter (der nicht zwingend der Registrar sein muss) offenbar nicht wirklich nachgedacht haben, sonst wär das nicht passiert.

    – die Seite trägt offenbar immernoch als Favourite Icon im Browser das Icon der SPD. Favourite Icons werden jedoch nur angezeigt wenn sie vom Programmierer der aufgerufenen Seite per entsprechender Tags in den Seitenquelltext eingebaut wurden.
    Was das nun für den „Domaingrabber“ heisst mag sich jeder selbst hineininterpretieren.

    – wurde hier auf den Fall Würmeling verwiesen der im Prinzig gleichgelagert war. Auch hier wurde die Domain freigegen – in diesem Fall weil sie nicht mehr verlängert wurde – und von jemand anderem wieder registriert und auf Porno verlinkt. Herr Würmeling gab sich allerdings nicht so joviale Erfolgsaussichten wie Frau Wild. Ich hoffe mal für Ihn, dass sich Herr von Hohenau nicht zu weit aus dem Fenster lehnt mit seinen Aussagen. Allerdings bin ich kein Jurist :)
    Gleichwohl: es gibt in Deutschland kein Präzedenzrecht und Gerichte können sehr wankelmütig sein ;)

    Ich an stelle von Frau Wild würde versuchen mich aussergerichtlich mit Herrn Meier zu einigen.

    Da sein Firmensitz nicht in Deutschland liegt ist nämlich fraglich ob sie ihn überhaupt nach deutschem Recht belangen kann. Ggf. müsste die Klage nämlich in Tschechien eingericht werden und nach dortigem Recht verhandelt werden wenn die Firma dort ihren Gerichtsstand hat. Sowas kann dann sehr schnell nach hinten losgehen.

    Dies ist meine Meinung und Interpretation der vorliegenden Fakten und Berichte anhand meiner Erfahrungen, ich arbeite selbst seit 10 Jahren bei einem Registrar.

    lg
    Sebastian

  • wastl

    |

    Korrektur meines Kommentares:

    Ich habe zwischenzeitlich eruiert dass die Seite die vom Domaingrabber verlinkt wurde _nicht_ das favourite icon der spd trägt. Zwar war dies im Video eine regensburger Lokalzeitung zu sehen, aber offenbar war das gecachede Information von deren Browser.
    Nutzt man einen browser mit dem man noch nie auf der Seite war erscheint kein solches Icon.
    Damit ist dieser Passus meines Kommentares unrichtig!

    lg
    Sebastian

  • wastl

    |

    Und noch eine Anmerkung:

    der jetzige Eigentümer der Domain ist in Deutschland. Lediglich der betreiber der verlinkten Seite sitzt in Tschechien. Damit ist auch der vorletzte Absatz hinfällig…wobei das nichts über den Gerichtsstand von dessen Firma aussagt…

    lg
    Sebastian

  • wastl

    |

    Mal ganz abgesehen on all dem bereits diskutierten…
    Sollte nicht für Frau Wild das Ziel sein das diese „Pornoangebote“ schnellstmöglich wieder von ihrer Domain verschwinden und die richtige Seite wieder aufgerufen wird?
    Dann würde ich an ihrer Stelle lieber Busse tun und zugeben das man das vergeigt hat und dem Grabber seine 200 EUR zahlen, das ist eh wenig für sowas – im Fall Würmeling war von 5stelligen Eurobeträgen die Rede – damit man die Domain wieder bekommt und einfach Gras drüberwachsen lassen.

    Wenn Frau Wild jetzt gegen den Grabber vor Gericht geht dann wird sich das sicherlich über Wochen wenn nicht Monate (oder noch länger) hinziehen, denn erstmal muss man auf nen Verhandlungstermin warten, dann verhandeln, es könnten dann Rechtsmittel eingelegt werden etc. etc…soetwas kann sich dann aufschaukeln bis zum Europäischen Gerichtshof für en Grundsatzurteil oder ähnliches und dann vergehen sogar Jahre. Und solange nicht ein rechtskräftiges Urteil gegen ihn oder ein (aussergerichtlicher) Vergleich steht wird der Grabber keinen Grund haben an der Domain irgendwas zu ändern und Frau Wild hätte weiterhin schöne (fremde) Frauen auf der Website anstatt von Politik.
    Gerade jetzt wo die Bundestagswahl vor der Tür steht…

    lg
    Sebastian

  • savigny

    |

    @wastl: Schon mal was von einer einstweiligen Verfügung gehört? Dass ändert viel und schnell, denn so uneindeutig, wie du behauptest, ist die Rechtsprechung in solchen Fällen nicht.

  • savigny

    |

    das statt dass

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