Krieg in der Ukraine

„Sind wir bereit, mehr zu zahlen, um Leben zu retten?“

Zwischen Muttertag, dem Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs und dem aktuellen Krieg in der Ukraine. Der vergangene Sonntag stand in Regensburg unter dem Eindruck verschiedenster Gefühlsregungen. Auf dem Domplatz lud die kürzlich gegründete russisch-ukrainische Friedensbewegung zur Kundgebung gegen den Ukrainekrieg auf.

35 Milliarden Euro sind seit Kriegsbeginn aus der EU nach Russland und somit in den Krieg geflossen, so der Vorwurf. Mit Putin dürfe es keine Deals mehr geben.

Tränen laufen der jungen Frau über die Wangen, als jemand ein altes ukrainisches Volkslied singt. Es handelt von Verlust und Hoffnung und der Rückkehr zu seinen Lieben, wird uns erklärt. Für 14 Uhr hat die vor kurzem gegründete russisch-ukrainische Friedensbewegung zur ihrer ersten eigenen Kundgebung aufgerufen. Etwa 50 Menschen sind an diesem 8.Mai auf den Domplatz gekommen. Deutlich weniger als noch kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges. Das dürfte nicht nur daran liegen, dass Muttertag ist. Diejenigen, die gekommen sind haben klare Forderungen. Vor dem Dom wird ein schnelles Öl- und Gasembargo gefordert. Die von der EU auf den Weg gebrachten Sanktionen, die ab Herbst greifen sollen, seien eindeutig zu spät. Seit Kriegsbeginn habe die EU 35 Milliarden Euro an Russland überwiesen und so den Krieg mitfinanziert. „No more Deals with the Devil“, steht auf einem Plakat. Darüber ein durchgestrichener Putin.

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Das „Z“ als „neues Hasssymbol“

Der lilafarbene Beutel, den eine Person umhängen hat, geht auf dem Domplatz zunächst etwas unter. „Europa – wo Ost und West zusammenwachsen“, steht darauf. Inmitten der derzeitigen Situation, in der ein Kriegsende nicht absehbar ist, wirkt die Aussage auf den ersten Blick deplatziert. Doch es ist gewissermaßen jene Botschaft, um die es am Sonntag auch gehen soll. Für einander einstehen und über Grenzen hinweg Solidarität zeigen. Der Krieg in der Ukraine sei auch ein „Test für Europa“, sagt Oleksandr von der hiesigen ukrainischen Gemeinde. „Ein Test, ob man stark genug ist, Widerstand zu leisten gegen Putins Regime.“ Mit Blick auf die Teuerungsraten fragt Oleksandr: „Sind wir bereit, mehr zu zahlen, um Menschenleben zu retten?“

Weil der rote Balken der russischen Flagge für das sozialistische Erbe und zahlreiche Opfer stehe, erklärt Ladynskaya (l.), habe die Fahne der russischen Opposition einen zweiten weißen Balken.

Der Mann berichtet von nach Russland verschleppten Zivilisten, von Lagern, in denen Menschen zwangsuntergebracht würden und von jenen, die bereits getötet wurden. Vieles erinnere ihn an diesem 8. Mai, dem Tag des Sieges über Nazideutschland, an den Zweiten Weltkrieg, als Millionen Ukrainer ihr Leben ließen. Während in weiten Teilen der Welt „Nie wieder Krieg“ gerufen werde, laute die russische Parole „Wir können’s wiederholen“. Mit dem „Z“ als „neues Hasssymbol“.

Wie das Ende des II. Weltkriegs interpretiert wird

Das diesjährige Gedenken an das europäische Ende des Zweiten Weltkriegs am 8./9. Mai 1945 steht unter besonderen Zeichen und zeigt wieder einmal auf, wie unterschiedlich die Geschichte interpretiert werden kann. Die Bundespolitik leitet aus der deutschen NS-Vergangenheit eine Verpflichtung zur Unterstützung ab und betont, Deutschland stehe an der Seite der Angegriffenen. In Russland hingegen heißt es, „dass wie 1945 der Sieg unser sein wird“. Der Sieg über den Nazismus, der erneut in Europa sein Haupt erhoben habe. In beiden Ansprachen ist die Ukraine gemeint.

Vergleichen könne man Kriege nie, „damit entziehen wir die Verantwortlichen ihrer Schuld, relativieren alles“, warnt Katja Ladynskaya. Die Theaterregisseurin ist vor knapp elf Jahren von St. Petersburg nach Regensburg gezogen. Seit Kriegsbeginn bezieht sie klar Position, sieht in Putin einen Kriegsverbrecher, der einen Genozid betreibe. Sie trägt am Sonntag die weiß-blau-weiße Fahne der russischen Oppositionellen. „Ich habe leider noch immer einen russischen Pass“, sagt sie später fast schon entschuldigend. Dabei gilt ihr Zorn nicht Russland per se. Es geht ihr um die derzeitige Regierung und jenen Teil der Bevölkerung, der Putin und diesen Krieg unterstützt.

„Desimperialisiert euch.“

„Desimperialisiert euch“, fordert Ladynskaya . Soll heißen, nicht unhinterfragt Putins „Propaganda“ und „Informationskrieg“ zu folgen, sich nicht in altrussischen Großmachtsphantasien zu verlieren. Russland müsse sich stattdessen seiner Geschichte stellen, kritisch hinterfragen, „wie es zum heutigen Krieg kommen konnte“, dessen Wurzeln offenlegen. Gleichzeitig betont sie, dass auch in ihrer Heimat bei weitem nicht alle hinter dem Krieg und der Politik stehen würden. Die offiziellen Zahlen von um die 75 Prozent Zustimmung dürfe man hier nicht leichtgläubig als Tatsachen ansehen, in einem Land, in dem die Opposition quasi mundtot gemacht worden sei.

Sie sei für den Frieden in der Welt, sagt Katja Ladynskaya. Aber die Friedenstaube müsse sich im Zweifel auch zur Wehr setzen und picksen.

Dem „neurussischen Fascho-Imperialismus“ müsse innerhalb Russlands – von der eigenen Bevölkerung und von außerhalb – der EU und dem Westen – entschieden entgegengetreten werden. Damit in Europa tatsächlich Ost und West zusammenwachsen könnten, mit einer unabhängigen Ukraine und einem „freien Russland“, so Ladynskayas Hoffnung für die Zukunft. Dazu müsse aber eben erst einmal der Krieg in der Ukraine möglichst bald enden. Und das sei auch Aufgabe der europäischen Staaten. Um Frieden zu schaffen, müsse die „Friedenstaube auch mal piksen“.

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Kommentare (34)

  • Julian86

    |

    https://www.youtube.com/watch?v=58qxTjXnPPE

    Wagenknechts jüngste Wochenschau fasst zusammen, worum es in diesem Krieg wirklich geht. Eine Stimmer der Vernunft in einem Meer von Unsinn. Es geht um nichts Anderes als um geopolitisches Macht- und Interessenstreben auf Kosten der Menschen. Schon im März hatte der Präsident der Ukraine angeboten, sein Land als neutrales einzuordnen. Johnson und Biden haben ihn zurückgepfiffen. Prof. Mearsheimer, US-Politologe, meint, die USA seien bereit, den Stellvertreterkrieg bis zum letzten ukrainischen Soldaten zu führen.

    Hierzu weiterführende Hintergrundinfos unter imi-online.de, der Webseite von: Informationstelle Militarisierung e.V. mit zusätzlichen Links.

    Zurecht weist Wagenknecht darauf hin, dass die Drohung der USA gegenüber der Insel Salomon (Südpazifik) deren Doppelzüngigkeit unter Beweis stellt: “Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen nicht erlaubt.“
    https://www.faz.net/aktuell/politik/usa-warnen-vor-militaerbasis-chinas-auf-salomonen-17985306.html

  • Gscheidhaferl

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    Erfahrungsgemäß geht es Frau Wagenknecht in erster Linie um den eigenen publikumswirksamen Auftritt. Und ausgerechnet von ihr erwarten Sie sich ‘die Wahrheit’ über den Überfall in der Ukraine? Nicht, dass sie nicht tatsächlich ab und an originelle und bedenkenswerte Blickwinkel bieten würde, aber die markerschütternde Feststellung, dass es um ‘geopolitisches macht- und Interessenstreben auf Kosten der Menschen’ geht… Das wird vermutlich wirklich noch niemandem vorher aufgefallen sein.

    Ansonsten werfen Sie reichlich Nebelkerzen, die wohl verschleiern sollen, dass Russland ohne Not über einen Nachbarstaat hergefallen ist, indem sie westliche Politik für das Handeln des Moskauer Regimes verantwortlich machen. Putin, der bedauernswerte lupenreine Demokrat konnte nach der von Ihnen suggerierten Lesart ja gar nicht anders, als zig-tausende Menschenleben für Nichts und wieder Nichts in der Ukraine zu verheizen.

    Es geht nicht darum, dem Westen unverdient einen Heiligenschein aufzusetzen. Es kann aber auch nicht angehen, aus dem möglicherweise angreifbaren Agieren westlicher und ukrainischer Politiker Herrn Putin und seiner Soldateska einen Persil-Schein für staatlich verordneten Massenmord abzuleiten.

  • naja

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    @Julian86

    Und Sie glauben den Unsinn von Frau Wagenknecht? Einfach unglaublich!

  • Native

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    Slavia Ukraine!
    Gebt der Ukraine solidarisch, maximalen Schutz (Shelter) in Form von wirtschaftlicher Unterstützung (Wiederaufbau), Sanktionen und militärischer Ausrüstung, um dem irrationalen Treiben, bald möglich ein Ende zu bereiten und endlich zu einer Verhandlungslösung (Waffenstillstand) zu kommen. Sonst fliegt uns der Planet wirklich, noch um die Ohren. Wenn dauerhaft Wohngebiete, Krankenhäuser und Schulen in der Ukraine attackiert werden, fällt einem langsam nichts mehr ein. Als ob die globalen Probleme der Menschheit, Corona-Pandemie, Klimaerwärmung mit allen Folgen (Klimaflüchtlinge, Hungersnöte, Ausstieg aus fossiler Energieerzeugung, Neuausrichtung der globalen Lieferketten und Rohstoffquellenversorgung) nicht schon Herausforderung genug wären. https://www.youtube.com/watch?v=RbmS3tQJ7Os

  • xy

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    @Julian86, verschone uns gnädigst mit Deiner unsäglichen Putinversteherei und mit dem kindischen Märchen, dass der Westen daran schuld ist, dass Putin in die Ukraine einmarschiert ist. Genau das hat heute auch Putin zum 9. Mai verkündet. Bist du Putins Alter Ego? Willst wohl auch Vorstand bei Gazprom werden…

  • joey

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    wer für aktuelle Politik die Geschichte interpretieren muß, hat offenbar zu wenig Argumente. Der UA Krieg ist sicherlich kein Historikerstreit, die Verantwortung für UA trifft alle, die irgendwas mit Freiheit und Demokratie am Hut haben.

    Leben retten Sanktionen und Embargos jetzt nicht, sie helfen aber, daß sich dieser Krieg nie rentieren wird.

    @Julian
    Vernunft: wer ist wo? Wagenknecht könnte ja vorschlagen, daß Putin den Plan der USA vereitelt und sich ganz “bösartig” aus der UA zurückzieht, da einfach nicht mehr mitspielt. Seltsam, daß eine Linke die Jachten der russischen Fossil-Kleptokratie verteidigt.

  • Mr. T.

    |

    Julian86, mit dem Blödsinn dieser Rechtslinken Putinknechtin wollen sie jetzt die russischen Kriegsverbrechen und Greueltaten an der Ukraine legitimieren und schönreden?

    Nehmen Sie sich lieber ein Beispiel an den Russinnen und Russen in der russisch-ukrainischen Friedensbewegung, die nicht so blöd sind, der faschistischen Propaganda auf die Schaufel zu springen. Was in Russland vielleicht nicht so einfach sein mag, wäre es hierzulande durchaus möglich, sich anständig und seriös zu informieren – wenn man will.

    Ich finde diese russisch-ukrainische Friedensbewegung hervorragend und hoffe, dass sie Einfluß auf ihre Landsleute in der alten Heimat gewinnt. Beenden kann diesen Irrsinn nur das russische Volk. Wenn Putins Rückhalt in Volk und Armee bröckelt, kann es sehr schnell gehen. Das ist auch der einzige Weg für Russland zurück in die Weltgemeinschaft.

  • Robert Fischer ÖDP

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    Julian86: Natürlich sind da geopolitische Interessen im Spiel. Und natürlich profitiert die Waffenlobby immens dadurch. Es verdient immer jemand an irgendwas, das ist systemisch bedingt und gehört an der Wurzel angepackt (Gemeinwohlökonomie oä.)

    Ich verstehe nur nicht, warum man dann ständig die geopolitischen Interessen der USA schlimmer gewichtet als die Interessen Putins oder Xi Jinpings. Auf die Amis kann man sich als Europäer*in wenigstens halbwegs verlassen. Auf die Russen ja offensichtlich nicht. Bei den Chinesen weiß mans nicht.

    Selbst wenn Biden höchstpersönlich Präsident der Ukraine wäre, rechtfertigt das keinen Angriffskrieg.

    Die Friedensbewegung hat zurecht auch die USA kritisiert bei Irak und Afghanistan, große Teile eben jener Bewegung kuscheln jetzt aber mit Putin. Mich deucht, es geht gar nicht um Frieden oder Menschenrechte, sondern eher um undifferenzierten NATO-Hass. Man kann die USA auch in einigen Punkten scharf kritisieren und trotzdem in anderen Punkten mit ihnen zusammenarbeiten. Ist völlig normal in Demokratien. Da stirbt dann auch niemand wie Wagenknecht an komischen Strahlenkrankheiten, wie in anderen Ländern. Und sie hat recht, dass die Amis den Krieg viel zu sehr abfeiern. Hier feiern aber einige Putin zu sehr ab, bzw. nehmen ihn zu sehr in Schutz. Das ist auch eine Art der Heuchelei.

    Ich würde mir auch ein stärkeres Europa, das weder von Amerika, noch von Russland, noch von China abhängig ist, wünschen. Aber das ist nunmal nicht der Fall. Haben wir die letzten Jahrzehnte verpennt, wie eigentlich alles andere auch.

    Wagenknecht macht es sich da aber trotzdem sehr einfach. Diese Angst, der Russe steht morgen vor Berlin, weil wir Waffen in die Ukraine liefern ist doch auch purer Populismus und spielt mit den Ängsten der Menschen. Die russische Armee würde einen Weltkrieg keine zwei Wochen durchhalten, so aufgerieben wie die sind. Und die Chinesen interessiert dieser Konflikt nicht die Bohne. Im Gegenteil, die schnappen sich höchstens sibirische Gebiete.

    Was vermutlich stimmt ist, dass die ukrainische Führung jetzt kriegslüstern ist und die Chance sehen, die annektierte Krim und verlorene Gebiete seit 2014 im Donbas wieder zurückzuerobern, weil das russische Militär schwächelt. Da wäre es unter “neutralen” Gesichtspunkten wohl am besten, man baut einen sehr großen Verteidigungswall drumherum und überlässt die Gebiete Russland und Putin kann sich dafür daheim feiern lassen. Und ich bin frohen Mutes, dass Guterres auf eine ähnliche Lösung hinarbeitet und einen Waffenstillstand hinbekommt. Bis dahin werden aber noch ein paar Verluste nötig sein, befürchte ich. Dass keine diplomatischen Lösungen versucht werden ist doch auch arg übertrieben von ihr.
    Wenn sich die Ukraine aber nicht ordentlich verteidigen kann, werden wir in wenigen Jahren wieder von vorne anfangen.

    Ich würde mich als Oppositioneller aber auch nicht kampflos einem Autokraten ergeben, weil ich wüsste, dass ich dann im Gulag oder ähnliches landen würde. Schön zu sehen, dass man dann nicht auf die Leute zählen kann, bei denen man dachte, sie verteidigen demokratische Grundwerte mit einem. Ihr würdet euch wohl auch bei einer Machtübernahme der Nazis ein weiteres Mal kampflos ergeben innenpolitisch, dem Frieden Willen? Putin hat bewiesen, dass er das ganze Land hätte einnehmen wollen. Wir können jetzt nur über Optionen reden, weil sich die Ukraine verteidigt hat. Bei Belarus haben wir nur zugesehen, wie es immer schlimmer wurde und sogar ein europäisches Flugzeug entführen lassen.

    Und nein ich freu mich jetzt nicht auf das Wettrüsten, weil ich glaube, wir geben schon genug fürs Militär aus, nur eben brutal ineffizient. Trotzdem hat Putin die Welt verändert, das muss man sich einfach auch mal eingestehen.

  • Daniela

    |

    @ Robert Fischer ÖDP

    Die Chinesen müssen stark abwägen. Zum einen beziehen sie auch Öl und Gas aus Russland, zum anderen importieren sie nicht wenig Elektronik usw. nach Russland. Wenn allerdings Wirtschaftseinbrüche in Russland wegen der Embargo beginnen, der Absatz wegbricht, dann brauchen sie verstärkt Europa, die USA…
    als Absatzmärkte. Also halten sie sich weitestgehend neutral. Entscheidend ist auch, dass sie eine starke Weltgemeinschaft erleben mussten, was in einer gewissen Hinsicht Taiwan schützt.

    Um auf Frau Wagenknecht zu kommen. Allmählich bekomme ich das Gefühl, sie stellt ihre Meinung gegen die allgemein herrschende in den Raum, um von sich reden zu machen. Als Linke müsste sie sich konsequent gg. Krieg stellen. Und in die Ukraine sind die Russen eingefallen, dies auch schon 2014, nicht umgekehrt.

  • Daniela

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    Sorry, ” China exportiert nach Russland Elektronik usw. ..”

  • Hthik

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    Ich bin zwar alt, hätte aber gern trotzdem keinen atomaren Weltkrieg. Deswegen ist mir ein Embargo lieber, als Waffenlieferungen.

  • Luck

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    @Julian86: Danke!
    Ich habe keine Nebelkerze bei deinem Beitrag entdeckt, obwohl dir das vorgeworfen wird. Aber an ad-personam-Angriffen, garniert mit dreckigen Unterstellungen ohne jede Logik (sofern man Hirngespinsten nicht dazu zählt), erkennt man die eigentliche Argumentationsarmut derjenigen welche versuchen, kläglichst “Kritik” anzubringen.
    Manche können eben nicht verstehen, dass Biden und Johnson kein pars pro toto für den Westen sind.
    Wenn man den Beitrag von Wagenknecht nicht gesehen, nicht kapiert oder schon wieder vergessen hat, dann führt dies eben zu solch sinnlosen Aussweifungen von Buchstabenkolonnen. Blöd nur, dass du als Sündenbock herhalten musst.
    Jenseits jeglicher militärischer Kenntnis redet und schreibt es sich durchaus leicht, Putin hätte den Krieg ohne Not (und dazu gehört nach generalstabsmäßiger Definition mehr oder weniger jede Form) begonnen. Dabei ist vielleicht nicht berücksichtigt worden, dass Putin am 15. Februar noch den Antrag der Duma abgelehnt hat, dem er dann am 21. zugestimmt hat, was dann die Folgen vom 22. und 24. gezeitigt hat.
    Natürlich kämpft die Ukraine für westliche Werte. Deshalb ist Kritik an Bandera, einem Mörder, einem Nazikollaborateur und einem rassistischen Ideologen alles andere als gern gesehen, wenn dem Ruhm der Ukraine gehuldigt wird. Die Ereignisse in Odessa vor und im Gewerkschaftshaus scheinen dann doch irgendwie mit westlichen Werten zu korrelieren. Dabei dachte ich immer, diese hätte mit am besten Lessing mit seinem weißen Nathan zum Ausdruck gebracht. Und irgendwie stimmt es doch dann auch, dass die Minsker Vereinbarungen mit ihrem Hauch von Föderalismus und Autonomie ein bißchen diesen Geist hauchen. Aber irgendwie glauben manche Völkerrechtler, dass man damit dem Selbstbestimmungsrecht der Staaten (was idiotischerweise mit Völker übersetzt wird) nicht hinreichend nachkommt und somit zuviel einmischt. Dabei sollte es doch selbstverständlich sein, dass eine heterogene Gruppe nicht in einer Weise homogen behandelt werden kann, wenn dies zu Privilegien für die einen und Nachteilen für die anderen führt.

    Ich weiß im übrigen immer noch nicht, wie es möglich sein soll, dass mit Zahlungen an Unternehmen direkt ein Staat in voller Höhe unterstützt wird. Eigentlich ist es doch so, dass erst Ausschüttungen wie Dividenden liquiditätswirksam für Anteilseigner sind. Und die Divendenhöhe war selbst bei Heuschreckenanlandungen nie im Bereich der Umsatzhöhe, was aber bestimmte Protagonisten unterstellen.
    Wissen diese das nicht odrr halten sie die Leser oder sonstiges Publikum für blöd?
    Dabei sollte es doch kein Geheimnis sein, dass zu steigenden Preisen führende Sanktionen das Geschäftsmodell überproportional profitabel machen und damit den Unternehmenswer erhöhen. Dieser wiederum könnte mit Investmentbank-Techniken schnell in Liquidität verwandelt werden können, welche die Umsatzhöhe aufgrund erheblich gestiegener Rentabilität bei weitem übertrifft.
    Gut, vor etwa 2 Jahren haben auch Fach-Journalisten behauptet, der Rohölpreis wäre im negativen Bereich gelandet. Dabei wurden an der Terminbörse am Verfalltag nur Bestände liquidiert, wozu auch das Rollen in den nächsten Kontrakttermin gehört. Dass das dabei stattfindende Ausmaß an backwardation einer erheblichen Diskrepanz an Information geschuldet war, wird dabei unerwähnt bleiben. Denn die wenigsten Verkäufer hätten einen negativen Preis unter 35 Dollar akzeptiert. Angezeigt wurden ja Null Dollar.
    Wie gesagt, wenn selbst Leute vom Fach so doof sind wie vergleichsweise ein Melker, der die Zitzen der Kuh an den Hörnern sucht, braucht man sich nicht zu wundern, wenn eigentlich aufgeklärte Leute mit Sekunärstufenbildung operationstechnisch an Grundschulniveau scheitern.

    Ganz unter uns, Julian:
    Ich halte Putin schon für einen Dreckssack, so wie das Oligarchengesocks, das ihn mal protegiert hat. Dieses toxische Männlichkeitsgetue soll doch nur davon ablenken, dass man im Ernstfall doch nicht seinen Mann stellt. Gut, Putin hat den Vorteil, dass er im Ernstfall andere hat, welche für ihn seinen Mann stellen – und seien es blutjunge Wehrpflichtige. Sein Maulheldentum damals in Dresden ging ja doch nur deshalb auf, weil unbewaffnete Amateure ohne Auftrag am Werk waren. Bei Verhältnissen, welche Teile des US-Militärs mit Falludscha umschreiben, hätte er sicher seinen Schwan eingezogen.
    Vielleicht braucht er deswegen so einen langen Tisch.
    Irgendwie bin ich dann doch ein Putinversteher. Die Wagenknecht ist ja auch irgendwie eine Selensky-Versteherin.

  • Gscheidhaferl

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    @Mr. T.
    Sie haben völlig Recht: Diese ukrainisch-russische Initiative ist wirklich großartig. Wir können nur hoffen, dass sich die damit verbundene Haltung soweit wie möglich verbreitet. Wenn es im Zusammenhang mit dem russischen Überfall auf die Ukraine eine (Er-)Lösung gibt, dann ist das der Weg dorthin.

  • Daniela

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    @Luck

    Deine Zurechtweisung anderer Leser tut schon beim Lesen weh.

    Kommen wir also auf Deine Frage, Gazprom gehört zu 50 Prozent dem russischen Staat, hat über 400 Tsd. Beschäftige und in 2019 einen Umsatz von 130 Mrd. Die meisten europäischen Liefernetze werden ebenfalls über Gazprom und Tochterunternehmen kontrolliert.

    Ein Schelm, wer verkündet, es gehe nur um Geopolitik, nein! Es geht um Globalökonomie! Auch durch die Ukraine gehen Gasversorgungsleitungen für Europa. Es geht um Monopol! Es geht um Absatzmärkte um Kontrolle der Liefersysteme. Es geht, wie meistens um Geld und wie man Märkte kontrollieren kann.

    Allgemein: Jeder darf sich seine Meinung bilden.

  • naja

    |

    @Luck

    In Anlehnung an Daniela: “Allgemein: Jeder darf sich seine Meinung bilden.”, würde auch eine grundlegende Bildung auf Grundschulniveu nicht schaden.

    Und ja Putin hat den Krieg ohne Not und ohne direkte Bedrohung begonnen, dafür benötigt man kein militärisches Verständnis bzw. militärische Kenntnisse, etwas Leseverständnis gepaart mit etwas Zeit zur Recherche, ist absolut ausreichend.

  • Daniela

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    Kleines Ratespiel?

    Wer sind die größten Weizenexporteure?

    Russland und die Ukraine… Die Ukraine wurde in früheren Zeiten ‘ die Kornkammer der Sowjetunion’ genannt.

    Zählt man jetzt die verschiedenen Aspekte zusammen, könnte man auch auf folgendes kommen.

    Knapp 30 Prozent der gesamten Weltlieferung an ‘ Korn ‘ kommt aus Russland und der Ukraine. Besonders abhängig Asien und Nordafrika, größter Abnehmer, soweit ich erinnere, Ägypten.

    Es geht um weit mehr, es geht um Nahrung und Energie und nicht nur für Europa. Wenn irgendjemand glaubt Putin geht es um eine Entnazifizierung der Ukraine, darüber würde sich ein Putin nicht die Finger schmutzig machen, er will eine ökonomische Vormachtstellung, er will wirtschaftlich diktieren. Die Ukraine ist ein wichtiger ökonomischer Standort für Putin.

    Man möge sich vorstellen, eine Regierung, letztendlich 1 Mann kontrolliert 30 Prozent der Versorgung der Weltbevölkerung mit Korn. Und jetzt jammern schon alle wegen der Kosten und Preissteigerungen?

    In der Ukraine wird ein Krieg ausgetragen, der rein wirtschaftlich zu begründen ist und immense Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hat. Und dies nicht nur wegen fossiler Brennstoffe.

  • joey

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    Liebe Sozialisten,

    wer sich für seine Überzeugung sachlich einsetzt, kann nur gegen Putin sein. Die Superjachten, die Paläste sind von dem Geld bezahlt, die dem russischen Staat geklaut sind. Putin hat einige Wendediebe einsperren oder gleich ermorden lassen, sie aber durch andere oder gleich sich ersetzt. Putin ist der Chef der Diebe, der gegen Rivalen vorgeht. Es geht dabei nicht um Ökoenergie, sondern um Fossilzeug, das nun zu Dumpingpreisen an Indien und China geht und jede westliche Anstrengung zur CO2 Reduktion neutralisiert.

    In blinder Nibelungentreue werden Mörder und Militaristen, Imperialisten hofiert. Wohl bekomms, die Linke (und linke SPD) in Deutschland stellt sich auf die Seite der offensichtlichen Verlierer. Selbstverständlich werden weitere Massaker entdeckt werden, die man natürlich in gleicher Klasse wie die üblichen Rechtsradikalen ewig bestreiten kann, alles nur eine jüdische Verschwörung…

  • Paul

    |

    Servus

    Thema ist doch…

    „Sind wir bereit, mehr zu zahlen, um Leben zu retten?“

    Also raus mitn Geldbeutel und bezahlen…

    Interessante Kommentare :-)

    Tja jeder hat seinen Blickwinkel…

    Mit und ohne Grundlage der Beurteilung.

    Weiter so…

  • Daniela

    |

    @Paul

    “Also raus mitn Geldbeutel und bezahlen…”

    Tun wir doch schon, oder was glauben Sie, wer es bisher bezahlt hat? Tante Annalena, Onkel Christian oder Papa Olaf aus dem privaten Schatzkästchen?

    Oder glauben Sie, dass morgen jemand mit dem Spendenbecher vor Ihrer Tür steht?

    “Sind wir bereit, mehr zu zahlen, um Leben zu retten?“
    Ich halte die Frage eher für reine Rhetorik?
    Wer wollte auch darauf antworten ‘Nein’?

  • Julian86

    |

    Kommentar gelöscht. Hinweise auf Personen die bekanntermaßen verschwörungsideologische Inhalte und antisemitische Motive bedienen haben hier keinen Platz. Lisa Fitz können Sie gerne für gut befinden, aber hier bitte nicht als seriöse Quelle für fundierte Kritik anführen.

  • naja

    |

    @Paul

    „Sind wir bereit, mehr zu zahlen, um Leben zu retten?“

    Ein schlichtes ja, zumindest für meinen Teil.

  • Victor Oldland

    |

    Bevor sie sich nur als Kriegsmäzen generiert: wieso beweist sich denn die EU selbst nicht mal als DAS Friedensprojekt, für das sie schon die Vorschusslorbeeren in Form des Nobelpreises verliehen bekommen hat ? Und was für PR-Freelancer wollen da jetzt im reinsten Orwellsprech noch argumentieren:

    macht sie doch !

    is das nun der Frieden ?
    schwere Waffen schicken ?
    in ein Kriegsgebiet ?

    ich kann mich an einen Bundeskanzler erinnern, der mal sagte:
    “Lieber 100 Stunden umsonst verhandeln als eine Minute schießen”

    wohl bin ich zu unbedarft in politischen Gefilden, noch dazu in geopolitischen, aber die Ukraine will in die EU und wenn ich mich recht erinner, war Russland auch mal vor Urzeiten daran interessiert.

    gut, der Zeitpunkt ist denkbar schlecht. aber wieso wird nicht mal laut darüber nachgedacht, BEIDEN Staaten die EU-Mitgliedschaft anzubieten, wenn als erste Voraussetzung ein sofortiger Waffenstillstand eintritt ?

    Dass die EU in ihrer jetzigen Form so oder so am Ende ist, steht für mich ausser Frage. für die Politiker wohl auch, so wirkt zumindest ihr derzeitiges Agieren auf mich.

    Jede Krise ist aber auch eine Chance.

    wieso, wenn es seitens der beiden Staaten ( + Serbien gleich dazu ) ein Interesse daran gäbe, sollte man mal nicht darüber nachdenken, aus den begannenen Fehlern zu lernen und ein offeneres, dezentraleres und vermutlich darausfolgernd föderales System zu erschaffen, dass den speziellen Bedürfnissen der doch sehr heterogenen Bedürfnissen der unterschiedlichen Ethnien gerecht wird ?

    wenn wir schon zahlen sollen, wieso nur wir Bürger ? Zugeständnisse seitens der EU könnten in diesem Prozess auch nicht nur nachteilig sein. das wird zwar unseren Freunden überm Teich nicht gefallen, aber mit dem Vereinigten Staaten von Europa-Abklatsch hat s ja offensichtlich nicht so gut geklappt.

  • joey

    |

    @Victor Oldland
    die Waffen kommen, weil Putin den Krieg begonnen hat und auch nicht damit aufhört. Seine Truppen stehen in der Ukraine. Damit erübrigt sich der Rest Ihrer Ausführungen.

    Übrigens: der “Präventivschlag” gehört zu den klassischen Kriegsbegründungen seit Cäsar. Diktatoren haben sich immer nur verteidigt. In diesem Fall kann man wenigstens aus der Geschichte lernen, daß man die Bäume anschaut und darin den Wald erkennen kann.

  • Victor Oldland

    |

    Kommentar gelöscht. Sie können gern erwidern, aber unterlassen Sie irgendwelche Unterstellkungen.

  • Paul

    |

    Servus

    Wir haben keine Wahl

    ob wir wollen oder nicht

    so siehts aus….:-(

    Auch wenn einer nicht bereit dafür ist.

    Schau ma mal wer w IUI eviel ohne Indirekte Verpflichtung wann wieviel mehr bezahlt

    Loce peace and happyness

  • Hthik

    |

    joey 10. Mai 2022 um 11:42

    “… wer sich für seine Überzeugung sachlich einsetzt, kann nur gegen Putin sein.”

    Ja, aber ich war auch gegen Breschnew. Trotzdem hat man verhandelt.

    “Die Superjachten, die Paläste sind von dem Geld bezahlt, die dem russischen Staat geklaut sind.”

    Die haben genausoviel Recht, das als ehrlich erwirtschaftet zu bezeichnen, wie unsere Oligarchen.

    “… das nun zu Dumpingpreisen an Indien und China geht …”

    Dafür sind meines Wissens keine Pipelines dar. Ob er das Gas abfackelt oder einen top kill macht, muss sich Putin dann überlegen. Was wirtschaftlicher ist, hängt von der Sanktionsdauer ab.

    “… die Linke (und linke SPD) …”

    Ich dachte, da gibt es auch einen Fan, der mit A anfängt. Bei deren Denkweise sogar in sich verständlich Starker Mann = sexy. Amantes amentes.

  • Hthik

    |

    @Daniela 10. Mai 2022 um 18:12

    “Wer wollte auch darauf antworten ‘Nein’?”

    Antworten vielleicht nicht, aber einfach alles beim Alten lassen. Möglicherweise sehe ich das etwas zu sehr aus Fachperspektive, aber mir drängt sich auf, dass man scheut, was eine Preiserhöhung jetzt endlich mal nach sich ziehen müsste: eine deutliche Erhöhung der Regelsätze mit der Folge, dass es Millionen neuer Anspruchsberechtigter geben wird und eine Erhöhung des steuerfreien Existenzminimums.

  • joey

    |

    @Hthik
    Früher gab es eine Aufteilung Europas zwischen den Siegern des WK2. Es gab nach 1945 keine Territoriumsverhandlungen in Europa. CSSR, Ungarn, DDR etc. gehörten faktisch der UDSSR, die dort ohne Einmischung die Leute niederschießen durfte. Diese Zeit ist ja hoffentlich aus.
    Ansonsten müßte die Nato auch die Balten und die Berliner abtreten, wobei die Russen die Berliner von mir aus haben können…-)

  • Daniela

    |

    @ Victor Oldland

    Natürlich wäre es zu bevorzugen, so viele Länder, wie möglich in die EU ein zu binden, um über wirtschaftliche, ökologische und andere Belange bspw. den Zusammenhalt und damit auch das friedliche Miteinander zu fördern und zu erhalten. Hat im Fall von Russland das wirtschaftliche und freundschaftliche Umgehen im Ergebnis jetzt etwas für die Ukraine gebracht? Wer in die EU will, muss sich an Spielregeln halten, ich kann das bei Russland nicht erkennen. Spätestens seit der Krim in 2014 hat sich Russland durch den Bruch mehrerer Abkommen/ Verträge mit der Ukraine disqualifiziert.

  • Daniela

    |

    @Hthik

    Das Thema Existenzminimum ist bei der Diskussion zwar eher sekundär, aber insgesamt haben Sie mit Ihrer Betrachtung Recht. Unser Mandatsträger im Bundestag billigen sich 300 Euro pro Monat mehr zu, beim Regelsatz ( Grundsicherung) sind es 3 Euro. (Soweit ich das, hoffe richtig, mitbekommen habe.) Ich finde das auch skandalös, dass unser Bundestag nicht einmal ein paar Jahre Nullrunden verkraften kann, so wie das auch den meisten Arbeitnehmern in den letzten mindestens 2 Jahren ergangen ist, wenn diese nicht gleich im KuG waren…

  • Luck

    |

    @ joey:
    In den 90er Jahren herrschten nach dem Untergang der Sowjetunion in Russland Demokratie und Marktwirtschaft. In einem solchen Umfeld ist das Ausnutzen von Marktassymetrien kein Raub, sondern geschickte Unternehmerpolitik. Noch keine Kommentierung von Chodorkovski gelesen?
    Gut, ich gebe zu, dass der Marktzugang durch diverse Umstände nicht unbedingt als extrem fair einzustufen ist. Aber dann wären die Vorbereitungen von Gaidar einschließlich der Privilegierungen von Konsomolsken durch Gorbatschow umsonst gewesen. Ein Kapitalismus kann noch so dreckig sein. Solange er die gewünschten Ziele der Initiatoren zeitig, gibt es immer Erklärungen mit there-is-no-alternative-Logik und das trickle-down-Versprechen vom Wohlstand, der vielleicht noch nicht für alle da ist, aber unüberhörbar schon an die Tür geklopft hat. Der Markt ist nach Ludwig Erhard per se sozial und die Nebenerscheinungen wie Tafeln, Existenzangst und Verzweiflung beim Blick auf die Zukunft sind nur Folge falscher Staatseingriffe. So jedenfalls die Ideologie dahinter.
    Und jetzt übertrifft du mit deiner Einschätzung von Marktlogik als Raub nicht nur Ligatschow, das wohl redlichste Politbüromitglied der Perestroika-Zeit und dennoch als Hardliner bezeichnet, und natürlich auch Marx, welcher die Rechtmäßigkeit von Vorteilsnahme unter bürgerlichen Definitionskriterien nie bestritten hat.

  • Luck

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    Ich gehe mal davon aus, dass (fast) jeder mehr bezahlen würde, wenn es Menschenleben retten würde und im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten liegt. Ich gerne das doppelte, aber das vertreibt nicht meine Zweifel an der Logik, welche der Aussage zugrunde liegt.

  • Luck

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    @ naja:
    Die Maßstäbe, welche professionell für Sicherheit Verantwortliche oder Ließchen Müller und Max Mustermann anlegen, unterscheiden sich durchaus.
    Ich bestreite ja nicht, dass man ihrer Meinung sein kann. Aber ich bestreite sehr wohl, dass dies die einzig wahre Einschätzung ist.

  • Luck

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    @ Daniela:
    Ich habe niemand zurecht gewiesen, aber die Logik des Narrativs hinterfragt.
    Schlauer bin ich aber jetzt immer noch nicht. An der Wertentwicklung von Aramco kann man aber sehen, dass der saudische Staat über Börsenlogik, von Marx auch als fiktives Kapital bezeichnet, überproportional bereichert wird als nur über den Cash Flow oder Dividendenerträge.
    Die Ukraine erntet übrigens weniger Weizen als Frankreich und in etwa soviel wie die BRD. Trotz Schwarzerdeböden sind die Durchschnittserträge geringer als hier. Mineralische Düngung, Pflanzenschutz und Niederschläge Verteilung sind wichtigere Parameter als die Bodenart, wenn ersteres unterbleibt oder nicht gegeben ist.
    Indien erntet gut die dreifache Weizen enge und China etwa die 5-fache der Ukraine.
    Und das Exportvolumen an Weizen unterschied sich nicht erheblich vom rumänischen, wenn man das Jahr 2021 als Basis nimmt.

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