SOZIALES SCHAUFENSTER

Fragwürdige Rolle bei "Arisierungen"

Stadtverwaltung überprüft Ehrenbürger Walter Boll

Gilt als Retter der Altstadt: Walter Boll. Foto: Stadt Regensburg, Bilddokumentation.

Im städtischen Diskurs gilt er als ehrenwerter und unbescholtener Mann, als „Boll-Werk“ gegen den Ungeist der Nazis und als Bewahrer der Altstadt: Walter Boll, unter anderem Kulturdezernent, Gründer der Ostdeutschen Galerie, des Historischen Museums und des Amtes für Denkmalpflege. Seine Rolle während der NS-Zeit wird meist mit den „Zeitumständen“ entschuldigt. Recherchen der Autorin Waltraud Bierwirth zeichnen ein deutlich anderes Bild, vor allem von Bolls Mitwirken bei der „Arisierung“ jüdischen Eigentums. Ein Vortrag im Runtingersaal machte selbst Stadtheimatpfleger Werner Chrobak betroffen.

Es gibt wohl keine Person, die von der Stadt Regensburg mit mehr Titeln und Würden ausgezeichnet wurde als Walter Boll: 1953 die Albertus-Magnus-Medaille, 1968 die Goldene Bürgermedaille, 1973 der Kulturpreis der Stadt Regensburg, 1980 die Ehrenbürgerschaft und nach seinem Tod von 1985 das Ehrenbegräbnis der Stadt Regensburg. Eine nach Boll benannte Straße wird es aber aller Voraussicht nach nicht geben, obwohl sein Name auf der Liste potenzieller Straßennamen steht. Dafür wiegen die kürzlich von der Regensburger Autorin Waltraud Bierwirth in einem öffentlichen Vortrag („Arisierung“ in Regensburg und ihre Wirkung bis in die Gegenwart) präsentierten Forschungsergebnisse zu schwer. Viele Details und Zusammenhänge aus der NS-Zeit, die Walter Boll schwer belasten, hat Bierwirth auf der von Stadtheimatpfleger Werner Chrobak Ende Januar 2019 organisierten Veranstaltung vorgetragen.

Eine baldige Reaktion der Stadt konnte da nicht ausbleiben. Auf Anfrage teilt die städtische Pressestelle Anfang dieser Woche nun mit, dass das Amt für Archiv und Denkmalpflege momentan „eine umfassende kulturelle und geschichtliche Prüfung des Namensvorschlags ‚Walter Boll‘ vornehme“. Bevor diese Prüfung nicht abgeschlossen sei, werde es „keine neue Straße in Regensburg nach Boll benannt“. Ob eine interne Überprüfung von Walter Boll zu einem (veröffentlichen) Resultat führt, bleibt abzuwarten. Eine solche wurde bereits 2008 erstmals im Stadtrat gefordert, unter dem damaligen Archivleiter Heinrich Wanderwitz aber entweder nicht erstellt oder nicht öffentlich kommuniziert. Den letzten Antrag eine Straße oder einen Platz nach Walter Boll zu benennen, hatte 2010 der zwischenzeitlich verstorbene Stadtrat Dr. Eberhard Dünninger (damals ÖDP) im Stadtrat gestellt.

Wer war Walter Boll?

Der 1900 in Darmstadt geborene Boll wurde 1928 als Kunsthistoriker nach Regensburg gerufen und leitete das Referat für Museum-, Archiv- und Bibliothekswesen, er amtierte als städtischer Konservator und Museumsdirektor. Er gilt unter anderem als Schöpfer des Historischen Museums, das er bis zu seiner Pensionierung 1968 leitete und dem er seinen bis heute gültigen Stempel aufdrückte.

Im November 1933 wurde Boll zum „Führer“ des sich selber gleichschaltenden Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg gewählt. Die Sammlung des Vereins überführte er ins Historische Museum. Darüber hinaus wirkte er ab 1948 als Kulturdezernent, Leiter des Stadtarchiv und des Amtes für Denkmalpflege. Mitte der 1960er leitete Boll die Gründung der Ostdeutschen Galerie in Form einer Stiftung in die Wege. Zwischen 1966 bis 1983 bestimmte er die Geschicke und den Fundus der Ostdeutschen als Vorstandsvorsitzender der Stiftung maßgeblich. Nach seiner Pensionierung arbeitete er unter anderem als ehrenamtlicher Stadtheimatpfleger, Kunstsammler und Gutachter. Begraben ist Walter Boll, der Regensburg wie kaum ein anderer geprägt hat, in einem städtischen Ehrengrab auf dem Friedhof am Dreifaltigkeitsberg.

Walter Boll (re.) bei der Eröffnung des Historischen Museums 1949 mit CSU-Staatsminister Alois Hundhammer. Foto: Stadt Regensburg, Bilddokumentation

Während Bolls Verdienste als städtischer Denkmalpfleger weithin gewürdigt werden und anerkannt sind, blieb seine Mitgliedschaft in der NSDAP und SA im öffentlichen Diskurs in der Regel unausgesprochen oder wurde unter der Kategorie „Mitläufer“ entschuldigend angedeutet. Ebenso seine Tätigkeit als NS-Kreiskulturwart. Ein Blick in seine Entnazifizierungsakten lässt aber keinen Zweifel, dass Walter Boll sich lange vor seinem Eintritt in die NSDAP zum 1. Mai 1935 (Mitgliedsnummer 3613244) bereits am 1. Oktober 1933 der SA angeschlossen hatte und dort zum SA-Rottenführer aufstieg. Im Fragebogen zur Entnazifizierung verschwieg er seine SA-Mitgliedschaft.

Bolls Beteiligung an „Arisierung“ und Enteignung

Über dieses formale Bekenntnis zu Nazi-Organisationen hinaus konnte Waltraud Bierwirth nun nach aufwändigen Forschungen aufdecken, dass Walter Boll als städtischer Gutachter oder als Direktor des im Aufbau befindlichen Museums direkt am Prozess der Verfolgung und Beraubung von Juden und Jüdinnen beteiligt war. Bierwirth konnte am Beispiel des NS-Kulturwarts Boll einen Einblick „in die Praxis reibungslos funktionierender Bürokratie im Ablauf der sogenannten Arisierung“ gewähren.

Forscht seit Jahren zur „Arisierung“ jüdischen Eigentums in Regensburg: die Autorin Waltraud Bierwirth. Foto: Archiv

Im Hauptteil ihres Vortrags zeichnete Bierwirth detailliert nach, wie „der NS-Vernichtungsapparat im lokalen Handeln funktionierte, wie Akteure vor Ort willfährig Verordnungen anwandten, um an jüdischen Besitz zu gelangen.“ Die entsprechenden Vorgänge und das Schicksal der betroffenen Juden und Jüdinnen stellte Bierwirth an vielen Beispielen eindrücklich dar, zum Teil mit bislang nicht öffentlich gezeigtem Bildmaterial. Ihre diesbezüglichen Forschungen erstrecken sich über Jahre. Bereits 2017 publizierte sie Ergebnisse zur sogenannten Arisierung (hier zur Rezension), ihre Recherchen zur Zerstörung der Regensburger Synagoge von November 1938 veröffentlichte sie im Jahr 2013 (hier zur Buchvorstellung).

Die Rolle Bolls in der als „Arisierung“ verbrämten Enteignung nachzuzeichnen, war alles anderes als einfach. Denn Boll habe, so Bierwirth, als Leiter des Stadtarchivs und des Denkmalpflegeamts die ihn belastenden Dokumente systematisch vernichtet. Sogar an das Bayerische Staatsarchiv nach Amberg abgegebene Akten seien gründlich gesäubert worden. Bierwirth: „Aus dem gebundenen Akt sind mit einem Messer über ein Dutzend Seiten herausgeschnitten – die Jahre der NS-Zeit.“ Das eine oder andere Dokument haben Boll und seine Säuberungsgehilfen allerdings übersehen, so etwa sein Gutachten von Oktober 1940 zum sogenannten Lerchenfelder Hof. Da die Besitzer dieses Anwesen, das in München lebende jüdische Geschwisterpaar Fanny und Albert Seligmann, Nazi-Deutschland verlassen und zuvor das Anwesen verkaufen wollten, brauchten sie, so Bierwirth, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts.

Boll: Jüdisches Eigentum in arischen Besitz überleiten

Einer solchen Bescheinigung waren allerdings eine Stellungsnahme des Denkmalpflegers Walter Boll und die Erfüllung seiner Forderungen vorgeschaltet. In seinem mit „Museumsdirektor“ unterzeichneten Gutachten für das „wertvolle Gebäude“ in der Unteren Bachgasse 12/14 forderte Boll, dass umfangreiche Instandsetzungsarbeiten vorgenommen werden. Wobei Boll genaue, antisemitische gefärbte Vorstellungen davon hatte, wie sich die Arbeiten nicht gehören: „Bei Instandsetzung jüdischer Häuser in Regensburg“ habe die Denkmalpflege immer wieder beobachten müssen, dass „nach dem Gesichtspunkt größter Billigkeit und rücksichtslosester wirtschaftlicher Ausbeutung“ vorgegangen werde. Dies sei nicht mehr hinnehmbar.

Obwohl absehbar war, dass die Geschwister Seligmann verkaufen wollten, und für die geplante Emigration verkaufen mussten, verzögerte Denkmalschützer Boll mit seinem Gutachten das Procedere seinerseits und bezeichnete es „als dringend erforderlich“, dass „dieses Anwesen endlich in arischen Besitz übergeleitet“ werde. Dies sei auch „im Sinne des bekannten Erlasses des Staatsministers (Adolf) Wagner betr. Schönheit des Stadtbildes“ dringend nötig. Nur so sei „eine gründliche und den denkmalpflegerischen Interessen Rechnung tragende Instandsetzung und Behandlung gewährleistet“.

Walter Boll bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde durch Oberbürgermeister Friedrich Viehbacher. Foto: Stadt Regensburg, Bilddokumentation

Während sich diverse Regensburger Nazi-Figuren noch eine Zeitlang um die „Arisierungs“-Beute Lerchenhof stritten, wurden Fanny und Albert Seligmann „am 20. November 1941, in einem Zug mit fast tausend anderen Münchner Juden, in das berüchtigte Fort IX im litauischen Kaunas deportiert und dort erschossen. Der Lerchenfelder Hof in Regensburg gelangte daraufhin, so Bierwirth in ihrem Vortrag, „wenige Tage später in staatlichen Besitz und in die Zuständigkeit des Finanzamts.“

Für Schönheit der Stadt

Für Bierwirth ist der Denkmalpfleger Boll beispielhaft für „eine reibungslos funktionierende Bürokratie“, die „eine entscheidende Basis für den Terror gegen die Juden“ darstellte. In diesem „scheinbar legalen“ Prozess waren die beteiligten Behörden, so Bierwirth weiter, „keine unpolitischen Verwaltungsinstanzen, sondern aktiv Handelnde im Sinne der Nazi-Rassenpolitik“. Boll bezog sich in Sachen „Schönheit des Stadtbildes“ mehrfach auf die Anordnung des bayerischen Kultusministers und NSDAP-Gauleiters Adolf Wagner, der den Rang des SA-Obergruppenführers innehatte und dem 1938 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Regensburg verliehen wurde. So etwa auch im Schreiben vom August 1941 an den IHK-Präsidenten und eifrigen „Arisierungs“-Funktionär Arthur Knab, der schon vor 1933 als offener Antisemit auftrat. 

An den Parteigenossen Knab gerichtet schrieb Boll damals, dass Oberbürgermeister Otto Schottenheim ihm anlässlich von Wagners Schönheits-Erlass die „Aufsicht über das alte Stadtbild“ und den Kampf gegen die „Verschandelung“ der Stadt übertragen habe. Boll sieht darin eine wichtige „Arbeit im Dienst der Volksgemeinschaft“ und schlägt bezüglich den seiner Ansicht nach zu stark verbreiteten Reklametafeln vor, „durch einen entsprechenden Aufruf in Verbindung mit den berufenen Stellen der Partei ein Großreinemachen durchzuführen.“ Bislang liege die Arbeit für die „Schönheit der Stadt“ vom allem an ihm, dem Historischen Verein bzw. dem Kunst- und Gewerbeverein Regensburgs. Letzterer habe vor allem durch Ausstellungen und seine Zeitschrift „Schönere Heimat“ entsprechend gewirkt. So der sich selbst rühmenden Walter Boll, der mit „Heil Hitler! Ihr ergebenster Museumsdirektor“ unterschreibt.

Mit „berufenen Stellen der NSDAP“ wollte Boll wegen Reklametafeln ein „Großreinemachen“ durchführen. Foto: C. Lang Bilddokumentation Stadt Regensburg, 1937.

Der NS-Multifunktionär Walter Boll verstand es anscheinend problemlos, Denkmalpflege und „Arisierung“, Altstadtpflege und „Großreinemachen“ nach NSDAP-Art, historische Forschungen und Naziausstellungen (wie die im Januar 1936 im Saal des Kunstvereins gezeigte Wanderausstellung „Entartete Kunst“) unter seinen braunen Opportunisten-Hut zu bekommen.

Nach dem Ende des NS-Regimes verfasste Boll noch Ende Juli 1945 Listen über Kriegsschäden an Kunstdenkmälern bis ihn die Amerikanische Militärregierung aus dem Amt entfernte. Nach dem wundersamen Spruch seiner Entnazifizierungskammer, die ihn zunächst als „belastet“ anklagte und zuletzt als „Entlasteter“ entließ, kam Boll im August 1948 wieder zurück in Amt und Würden. Die erste städtische Auszeichnung verlieh ihm die Stadt 1953 unter dem ebenfalls ins Amt zurückgekehrten ehemaligen Nazi-Bürgermeister und SS-Förderer Hans Herrmann. 

Wie Boll „entnazifiziert“ wurde, darüber wird regensburg-digital demnächst detailliert berichten.

Ungeklärte Provenienz

Waltraud Bierwirth hat im Zuge ihrer Recherchen auch die Eingangsbücher des Historischen Museums gesichtet. Daraus ergibt sich beispielsweise, dass Boll am 2. November 1933 das Bild mit dem Titel: „Der Sündenfall und Episoden aus der Heilsgeschichte“, Öl auf Holz, Donauschule Lucas Cranach d. Ältere, ersteigerte. Der Verkäufer, der jüdische Galerist Hugo Helbing, habe unter dem Diktat der „Arisierung“ verkaufen müssen, so Bierwirth. Im Eingangsbuch des Historischen Museums sind laut Bierwirth „über 150 Bilder und Kunstgegenstände aus der Galerie Helbing vermerkt“. Laut Bierwirth ist davon auszugehen, dass Boll „die günstig von jüdischen Kunsthandlungen erworbene Gemälde, nach dem Krieg vor der Restitution an die Erben der Opfer schützte“. Zu Bolls Privatsammlung gehörten: „Bilder von Pechstein, Nolde, Jaeckel oder Corinth.“

Ob Boll sich in diesem Zusammenhang auch persönlich bereichert hat, ist bislang ungeklärt. Waltraud Bierwirth erklärte auf Nachfrage von regensburg-digital, dass es Indizien dafür gebe.

Bierwirth geht darüber hinaus davon aus, dass Boll auch Kunstschätze ungeklärter Provenienz in die von ihm mitgegründete der Ostdeutsche Galerie (deren Stiftungsvorstand er von 1966 an über Jahrzehnte war) einbrachte. Es sei überfällig, so Bierwirth, „dass über 70 Jahre nach Kriegsende die Herkunft aller Bilder im Kunstforum Ostdeutsche Galerie erforscht wird“.

Provenienzforschung in Regensburg

Auf Anfrage von regensburg-digital erklärte die Pressestelle des Kunstforums Ostdeutsche Galerie (KOG), dass es bezüglich der über 30.000 Grafiken und Gemälden des KOGs, „ein paar Verdachtsmomente“ gebe, die in „einer eigenständigen Stelle für Provenienzforschung ab Dezember 2018“ untersucht würden (ein BR-Beitrag zum Thema). Im Moment gäbe es aber „keine Restitutionsforderungen an die Sammlung der Stiftung Kunstforum Ostdeutsche Galerie.“ Sollte es im Zusammenhang mit Walter Boll zu einem Verdachtsmoment kommen, würde „diesem, wie auch bei anderen problematischen Herkunftsfällen, im Zuge der Provenienzforschung nachgegangen“.

Die Mühlen der Provenienzforschung mahlen offenbar auch in Regensburg langsam. Bereits vor über vier Jahren schrieb die Mittelbayerische Zeitung im Januar 2015: „Das Kunstforum Regensburg kniet sich in die Provenienzforschung. Bei einigen Zeichnungen im Haus gibt es Verdachtsmomente.“

Veranstalter und Stadtheimatpfleger Werner Chrobak. Foto: Archiv

Im Historischen Museum hingegen gibt es seit fast drei Jahren eine befristete und demnächst auslaufende Forschungsstelle zur Erforschung der Provenienz fraglicher Gegenstände und Werke. Erste Forschungsergebnisse dieser Stelle sind vor kurzem auf der Internetseite www.lostart.de veröffentlicht worden. Gezeigt und beschrieben werden dort über 30 Stücke beschlagnahmten Regensburger „Juden-Silbers“ („Bestand: Zwangsablieferung von Silber, Provenienz: das Städtische Leihamt Regensburg“), die 1939 über einen Ankauf des Museums in die städtischen Depots gelangten. Für die ebenso Anfang dieses Jahres vom städtischen Museum auf lostart veröffentlichten Regenschirme (Laut Inventarbuch: „Im Dezember 1942 […] vom Finanzamt Regensburg aus ‚Aktion III‘ (Judenaktion) um RM 7.- “ angekauft) scheinen inzwischen die Erben der damals beraubten Regensburger Juden gefunden worden zu sein. In einem BR-Bericht von dieser Woche präsentiert die Museumsleitung die im Museumsdepot „wiedergefundenen“ Schirme den vermutlichen Erben mit einem gewissen Stolz. 

Es ist unverkennbar, dass auch das Historische Museum sowohl hinsichtlich Provenienzforschung als auch bei der Restitution bestenfalls am Beginn eines von außen aufgezwungenen Klärungsprozesses steht. (dazu zwei Berichte des Kulturreferenten aus dem Jahr 2016 und dem Jahr 2018). Am Anfang stand jedenfalls Walter Boll. Unter seiner Ägide als Museumsdirektor verschwanden das „Judensilber“ und die Wertsachen aus der „Judenaktion“ im Depot des Historischen Museums.

Die Verklärung Bolls – alles legal?

Im städtischen Diskurs gilt Walter Boll als ehrenwerter und unbescholtener Mann, als „Boll-Werk“ gegen den Ungeist der Nazis und als Bewahrer der Altstadt. Bolls Mittun im NS-Regime entschuldigt eine Lobeshymne im Regensburger Almanach von 2008 allerdings mit den damaligen „Zeitumständen“. Umstände, die „so integere wie ideal veranlagte Persönlichkeit nicht völlig ungeschoren“ gelassen hätten. Laut dem Almanach-Autor Stefan Reichmann hätte Boll sich gezwungen gesehen, „1935 der Partei beizutreten, überzeugt davon, auf diese Weise zumindest einiges zu retten was zu retten war.“

Der Holocaustüberlebende Ernst Grube: „Ist es denn im Jahre 2019 richtig, zu sagen, alles sei legal gewesen?“ Foto: Archiv

Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass nach dem Vortrag von Waltraud Bierwirth im voll besetzten Rutingersaal eine große Betroffenheit herrschte. Als der gastgebende Stadtheimatpfleger Werner Chrobak versuchte, die für ihn „ganz neuen Erkenntnisse“ bezüglich „Arisierung“ und Walter Boll zusammenzufassen, verwies er darauf, dass all die schlimmen Vorgänge ja „ganz legal“ abgelaufen seien und sogar Gerichte und Richter im deutschen Nachkrieg keine Illegalität feststellen hätten können. Das müsse man doch bei der historischen Bewertung bedenken, so Chrobak.

Ein etwas verzweifelt klingender Einwand kam daraufhin (wieder einmal) vom mittlerweile 86jährigen Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und Georg-Elsner-Preisträger Ernst Grube. Grube, der als Kind von den Partei- und SA-Genossen Bolls zusammen mit seiner jüdischen Mutter ins Konzentrationslager nach Theresienstadt verschleppt wurde und dessen Verwandte wie die oben genannten Fanny und Albert Seligmann von NS-Tätern erschossen wurden, fragte eindringlich: „Ist es denn im Jahre 2019 richtig, zu sagen, alles sei legal gewesen?“

Nachtrag vom 18. Februar 2019:

Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte Werner Chrobak, es sei richtig, dass er „nach dem Vortrag in der Moderation darauf verwies, dass die nationalsozialistischen Täter sich in ihrem Vorgehen auf den Stadtpunkt stellten, dass ‚alles ganz legal abgelaufen‘ sei, da sie ja aufgrund nationalsozialistier Gesetze und Verordnungen – die Frau Bierwirth in Ihrem Vortrag in der Projektion lesbar vorführte –, handelten. Dies war ja das perfide und menschenverachtende Vorgehen der nationalsozialistischen Regierung, Bürokratie und Justiz, ihren Verbrechen an den Juden im ‚Dritten Reich‘ einen legalen Rahmen zu geben. Dass die deutsche Justiz im Nachkriegsdeutschland zum Teil diese Rechtssituation als legal einstufte und beispielsweise auch Standgerichtsurteile noch lange als rechtmäßig bewertete, war eine Situation“, auf die er während der Moderation auch kurz hingewiesen habe.

Als Ernst Grube in der Diskussion nachfragte „Ist es denn im Jahre 2019 richtig zu sagen, es sei alles legal gewesen?“, habe Chrobak ihm geantwortet, dass es ein „großes Missverständnis“ sei, zu meinen, er „würde die Arisierung heute als legal bezeichnen.“ Chrobak: „Im Gegenteil, die nationalsozialistischen Gesetzte und Verordnungen hierzu waren und bleiben ein Verbrechen, das Ganze ein scheinlegales Vorgehen.“

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Kommentare (20)

  • Günther Herzig

    |

    Dem Himmel sei dank, nichts bleibt verborgen.

  • Eingeborener

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    Es ist einerseits immer wieder interessant, aufgedeckt zu bekommen, wie diese Republik in weiten Bereichen von alten Nazis aufgebaut wurde.Noch mehr interessiert mich aber, wie hat es sich dann in der Praxis ,hier bei Boll, ausgewirkt, dass ein alter Nazi weiter wirken konnten ? Oder waren alle kulturmenschen so reaktionär, dass einer wie Boll gar nicht mehr aufgefallen ist ? ZB. das Museum habe ich 1x in meinem Leben besucht, dann fand ich es als Anhäufung von Überbleibseln schlichtweg historisch null lehrreich.

  • R.G.

    |

    „Zu Bolls Privatsammlung gehörten: „Bilder von Pechstein, Nolde, Jaeckel oder Corinth.“ “

    Kunst, die man als ENTARTET und UNDEUTSCH beschlagnahmte, wurde dennoch von damaligen politischen Größen und Regimetreuen heimlich gesammelt!

  • joey

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    1933 SA schließt nach heutiger Informationslage einen schlichten Mitläufer oder gar ein „Bollwerk“ aus.
    Rottenführer ist allerdings kein großer Aufstieg, sowas wurde man wohl mit reiner Anwesenheit nach einiger Zeit. Vergleichbarer Dienstgrad ist Obergefreiter und bedeutet überhaupt keine Befehlsgewalt oder Einfluß. Für mich wirkt das eher entlastend, eine NS Karriere sieht anders aus. Ingesamt aber gilt mein obenstehender Satz zu 1933.

    Was Richter in der Nachkriegszeit als legal bewerteten, ist heute kein Argument mehr. Solche Aussagen reichen eigentlich für einen Rücktritt als Person der Geschichtsforschung.

  • Mr. T.

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    Natürlich kann man solche Leute nachträglich nicht mehr selbst für ihe Vergehen bestrafen, aber zumindest muss man nachträglich die Geschichtsschreibung korrigieren und ihnen jegliche falschen Würden nehmen. Das ist das Mindeste, was man für deren Opfer noch tun kann.
    Ich bin mittlerweile so weit, zu sagen, dass jeder zumindest ein Mitläufer war, der nicht im Widerstand war. Von Parteimitgliedern oder gar SA-Mitgliedern brauchen wir gar nicht erst zu sprechen. Mir braucht auch keiner kommen und erzählen, dass man dazu früher gezwungen war. Es hat genug Gegenbeispiele gegeben. Und wer hat denn gewartet bis der Widerstand zum tödlichen Risiko geworden ist?

  • Ronald McDonald

    |

    Nun wird in einem Regensburger Grab, falls WLAN vorhanden, die Totenruhe gestört sein:
    Florian Seidl – nein, wegen NS-„Vogelschiß“;
    Hans Herrmann – ja, trotz NS-„Vogelschiß“; https://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/stadtteile/innenstadt/dr-eberhard-duenninger-ist-gestorben-21345-art1240596.html
    Walter Boll – aber Hallo, ja, ja, trotz NS-„Vogelschiß“ http://www.oedp-fraktion-regensburg.de/aktuelles/antraege/antrag-details/news/verleihung-des-namens-von-dr-walter-boll-an-einen/?expand=1&cHash=5c7a32710fecb7456e55a7797e43190f

    Was wird in dieser Sache wohl ein Regensburger Großpolitiker, von einem Regensburger Tycoon als „Drecksau“ bezeichnet https://www.regensburg-digital.de/wolbergs-prozess-gespraeche-ueber-geld-schmierblaetter-und-eine-drecksau/14022019/, dazu sagen, welcher o. a. Verstorbenen als „herausragende Persönlichkeit, sehr engagierten Stadtrat und freundschaftlichen Ratgeber“ seiner Partei nekrologisierte https://www.mittelbayerische-trauer.de/nachruf/prof-dr-eberhard-dunninger/42043421 ?

  • xy

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    Mr. T. schrieb: „Ich bin mittlerweile so weit, zu sagen, dass jeder zumindest ein Mitläufer war, der nicht im Widerstand war“.
    Genau so ist es! Jeder war irgendwie beteiligt und niemand ist frei von Schuld. Und sogar die Widerständler um Stauffenberg etc. waren jedenfalls zunächst Teil des Systems und werden jedenfalls insoweit zu Unrecht glorifiziert. Und Demokraten waren sie auch nicht immer. Widerständler wurden sie erst, als Deutschland den Krieg zu verlieren begann, also nicht wegen des Unrechts und des Krieges an sich. Nur die „Weisse Rose“ verdient wohl höchsten Respekt. Und vermurlich wäre ich auch nicht frei von Schuld und Teil des Systems gewesen, hätte ich damals schon gelebt…

  • Ruud Schulten

    |

    Ich war dabei im Runtingersaal. Und dann Feedback von herrn Chobrak ‘Faktische bemerkung, über Walter Boll: sogar in Nachkriegszeit ist doch festgestellt worden , alles ist ganz legal abgelaufen…. Peinlich, so peinlich.

  • Josef Müller

    |

    Alles legal?
    Auch ich habe den Boll-Nachfolger, den Stadtheimatpfleger Dr. Chrobak als Gastgeber im Runtinger gehört. Chrobaks Zusammenfassung war vor allem deshalb so daneben, weil die Referentin W. Bierwirth in ihrem Vortrag ausdrücklich von „scheinbar legaler“ Enteignung und Verfolgung gesprochen hat. Und eine ganze Reihe von Regensburg Juden und Jüdinnen namentlich und mit Bild vorgestellt hat, die deutsche NS-Täter und ihre nichtdeutschen Helfershelfer ermordet haben (was der o.g. Bericht leider nicht bringt).

    In diesem Zusammenhang von „alles legal“ zu sprechen, kann eigentlich nur ein völliger Blackout sein, oder?
    Ich erinnere bei dieser Gelegenheit, dass Chrobak mal im Zusammenhang mit dem antisemitisch-skandalösen Deckenfresko der Kassianskirche (das die Vertreibung der Regensburger Juden von 1519 als Befreiungsakt darstellt und antisemitische Ritualmordlegenden künstlerisch geschickt in Szene setzt) auf einer öffentlichen Veranstaltung sagte: Man müsse doch sehen und bedenken, dass die Christen damals glaubten, die Juden haben ihren Jesus, immerhin der Sohn Gottes!, ans Kreuz geschlagen und ermordet.

    Boll konnte nur deshalb solange unangefochten bleiben, weil solche Leute wie der promovierte Historiker Chrobak unter der Flagge katholische „Heimatpflege“ immer schon Täter, geistliche Schreibtischtäter, NS-freundliche Bischöfe etc. schützten und Mitläufer entschuldigten.

  • semmeldieb

    |

    Mr. T. : und ab welchem Alter war dann jeder ein Mitläufer?

  • Hartnäckig

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    Hm, da hat also dieser Dr. Boll in der Nazizeit aktiv bei der „Vermögensumverteilung“ mitgeholfen.
    Und es gibt Leute, die sagen, das hätte der seinerzeitigen Gesetzeslage entsprochen.
    Schlimm !
    Aber auch heutzutage werden Immobilien „umverteilt“ ,,,

  • Mr. T.

    |

    xy, Stauffenberg darf man natürlich nicht in eine Reihe des Widerstands mit den Geschwistern Scholl, Georg Elser und dergleichen stellen. Leider wird das in der öffentlichen Meinung immer wieder getan. Das war eher eine innerparteiliche Auseinandersetzung um die weitere Linie.

    semmeldieb, muss ich jetzt einen Stichtag nennen? Auf jeden Fall wenn man alt genug für den Widerstand und eine politische Meinungsbildung war. Das ist wohl bei jedem etwas anders.

  • R.G.

    |

    Ich sehe Fragen.
    Was ein Mensch im Dritten Reich tat und unterließ.
    Welche Personen zusammenspielten, um diesen Menschen unbelastet aussehen zu lassen und wie er sich bei diesen bedankte.

    Die dritte Frage richtet sich an uns in der Gegenwart Lebende.
    Was aus der Vergangenheit unserer Vorfahren könnte als Retourkutsche auf unsere Kritik aufgedeckt werden?

  • Herbert Ninding

    |

    “SA-Rottenführer der ersten Stunde, NSDAP-Mitglied ab 1935, Großakteur bei der Arisierung und mehrfach ausgezeichneter Ehrenbürger der Stadt Regensburg – und alles soll “legal“ gewesen sein?
    Die Stadt wäre gut beraten, alle Ehrungen zurückzunehmen und jüdischen Besitz zurück zu geben.“ Mit diesem Statement habe ich diese wertvolle Zusammenstellung bei fb geteilt.
    Unsere Nachkriegsgesellschaft und leider auch noch manche Teile der heutigen sind der gleichen Meinung wie der damalige MP von Baden-Württemberg und ehemalige NS-Jurist Filbinger, der dumm-dreist-naiv behauptete, was seinerzeit Recht war, könne heute nicht Unrecht sein.
    Fassungslos bleibe ich zurück angesichts der von neuerdings im Bundestag vertretenen AfD-Parteigängern abgegebenen Äusserungen zu dem ehrenvollen Auftreten der Soldaten der deutschen Wehrmacht, das doch wieder mehr zu würdigen sei…

  • Dieter

    |

    Vielen Dank für einen weiteren informativen Artikel und vor allem für die jahrelangen Recherchen.
    Diese sind nach wie vor bitter notwendig.

  • Leser

    |

    Ohne jede Wertung, möchte ich Herrn Boll selbst zu Wort kommen lassen. Diskussionen um seine Rolle im Dritten Reich gab es bereits zu Lebzeiten.

    Horst Hanske zitiert ihn anlässlich seines 70. Geburtstags (Die Woche, 7. Februar 1980):

    „So und ähnlich stuft Boll auch seine Rolle im Dritten Reich ein. ‚Was jetzt alles geschrieben wird, sind nur Halbwahrheiten“, sagt er, und bekommt vor Zorn einen roten Kopf, der zu seinem weißen Haar besonders gut kontrastiert. ‚Ich habe alles von den Braunen geholt, was ich überhaupt herausholen konnte.‘ Deswegen hat er auch 1934 das Brucknerfest in Regensburg ausgerichtet. ‚Aber in die Minoritenkirche wurde mir keine einzige Hakenkreuzfahne hineingehängt.‘ Mit solchen Hinweisen wehrt er sich gegen den Verdacht, ein Mitläufer gewesen zu sein. ‚Natürlich hab‘ ich auch Hitler und Himmler durch Regensburg geführt, das war 1933 und 1937, aber was will man denn dagegen tun? Das waren Anordnungen von oben, und da kann man halt nichts machen.‘ “

    An anderer Stelle ein Indiz zu den Kunstgegenständen in seinem Besitz:

    „Seit 52 Jahren wohnt Walter Boll in dem gleichen Haus an der Wittelsbacherstraße […]. Der alte Mann mit dem silberweißen Haar und dem noch präzisen Gedächtnis sitzt unter einem Bild von Max Pechstein. ‚Das hing immer da‘, sagt er, ‚auch als Pechstein im Dritten Reich zu den Verfemten zählte‘. Das Bild ist eines der wenigen Kunstgegenstände, die ihm gehören, sonst ist die Wohnung für einen Mann, der so viel mit Kunst und Kultur zu tun hat, bescheiden ausgestattet. ‚Das ist ein Ehrenstandpunkt – vielleicht antiquiert -, daß man für sich selbst nicht sammelt.‘ „

  • Leser

    |

    Tippfehler: Horst Hanske schrieb den Artikel natürlich nicht zum 70., sondern zum 80. Geburtstag von Walter Boll.

  • R.G.

    |

    @Leser
    zitierte:“‚Ich habe alles von den Braunen geholt, was ich überhaupt herausholen konnte.‘ Deswegen hat er auch 1934 das Brucknerfest in Regensburg ausgerichtet.“

    Ob ein Regensburger Planer für einen neuen Bahnhof in der Stadt der Jugend des Regimeobersten, Linz an der Donau, Entwürfe beibrachte, oder ein Regensburger Kunstfachmann dem sich als Linzer fühlenden Diktator, für den dort stadtnah in St-Florian gewirkt habenden Komponisten Anton Bruckner in Bayern ein Fest ausrichtete, man wusste, dass man damit die Aufmerksankeit des Diktators erreichte.

  • WerAuchImmer

    |

    Was ich mir in diesen Zusammenhängen oft wünschen würde, ist etwas mehr Nüchternheit.

    Die Geschichte mit Herrn Boll kann ich (mangels Sach-/Detailkenntnis) nicht beurteilen. Ich habe aber selbst ähnliche Recherchen durchgeführt und veröffentlicht und kann von daher nur ausgehend von meinen Erfahrungen festhalten:

    Die spontane Abwehr-/Relativierungshaltung, die hier bei Herrn Chrobak angedeutet wurde, ist (leider) normal. Eine ehemals maßgebliche Autorität wird in Frage gestellt und damit geraten wohl einfach auch Weltbilder und gedankliche Konstrukte ins wanken, in denen sich viele gut eingerichtet haben. Ich vermute daher, dass es bei der Abwehr unliebsamer Details über Persönlichkeiten wie Boll, weniger um die Verteidigung des Ansehens dieser Personen geht, als um den Unwillen, von denen eigenen (unhaltbar gewordenen) Ansichten zu lassen. Man/frau hat zu wenig kritische Distanz gewart und sieht sich daher nun quasi selbst von den Anschuldigungen mitbetroffen.

    Auf der anderen Seite finden sich demgegenüber sofort jene, die in solchen Fällen gerne die restlose Verdammung der betroffenen Personen fordern und nicht (mehr) bereit sind, auch nur noch ein gutes Haar an ihnen zu lassen. Mich beschleicht da auch oft der Eindruck, dass es dabei weniger um die zur Diskussion stehende Person geht, als darum, sich und der Welt zu demonstrieren, wie anders (sprich: besser) man/frau ist. (@xy: bin insofern sehr dankbar für Ihren nachdenklichen Kommentar, wie Sie sich unter Umständen in der Zeit verhalten hätten.)

    Und so geraten die entsprechenden Debatten meines Erachtens häufig gerne zu Stellvertreterkriegen, in denen sich „Reaktionäre/Bewahrer“ und „Progressive/Denkmalstürzer“ unversöhnlich gegenüberstehen und damit die sachliche Auseinandersetzung mit dem Einzelfall eher behindern, als befördern. Dabei könnten wir aus diesen Geschichten wahrscheinlich am meisten lernen, wenn wir sie so ambivalent betrachten, wie sie vermutlich tatsächlich sind. Mit Licht und Schatten, einschließlich der Grautöne dazwischen. Und weder die um die Aufrechterhaltung von selbstgefälligen Mythen bemühte Identifikation mit kompromitierten Persönlichkeiten noch die hysterische Abgrenzung und selbstgerechte Verteufelung von Ihnen helfen für gewöhnlich weiter. Sowas ergibt meist nur zusätzliches böses Blut und reißt neue Wunden, statt einer unerwünschten Wiederholung von Geschichte vorzubeugen.

    Mal schauen, ob und wie wir das diesmal hinbekommen, dem simplifizierenden Gut-Böse-Schemata (einschließlich der häufig damit einhergehenden unsäglichen parteipolitischen Lagerbildungen) aus dem Weg zu gehen.

  • Wie Walter Boll zum Widerständler wurde » Regensburg Digital

    |

    […] auch „Judensilber“ und Wertgegenstände von deportierten Juden in Bolls Lagerräumen. Seitdem Bierwirth die Beteiligung Bolls an den sogenannten „Arisierung“-Verfahren in einem von S…, ist sein weit reichender Ruf als verdienstvoller Denkmalpfleger und kultureller Impulsgeber […]

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