Testkäufer unterwegs: Augen auf beim Alk-Verkauf

Pro Testkäufer: Wolbergs und Adler. Foto: Aigner

Jugendliche Testkäufer – das Thema bleibt umstritten. Die Stadt Regensburg hat sich vor einigen Monaten entschieden, einer entsprechenden Empfehlung des bayerischen Sozialministeriums zu folgen. Im März und April waren drei Mädchen, Auszubildende der Stadt Regensburg, an insgesamt drei Tagen im Einsatz, um den Stellenwert des Jugendschutzes in ausgewählten Tankstellen, Geschäften und Kiosken zu testen – das Ergebnis bezeichnet Stefan Adler vom Jugendamt als „ernüchternd”. In über 70 Prozent der Fälle bekamen die 15, 16 und 17 Jahre alten Mädchen harten Alkohol oder Zigaretten. Insgesamt wurden 28 Betriebe überprüft. Allein in elf von 14 Tankstellen gab es insgesamt 18 Verstöße – sie werden mit Bußgeldern geahndet. „Es gibt Erwachsenen, denen der Jugendschutz schlicht wurscht ist”, sagt Adler. Lernfähig seien manche nur, „wenn es an den eigenen Geldbeutel geht”. Sozialbürgermeister Joachim Wolbergs bezeichnet die Ergebnisse als „erschreckend”. Bezeichnend: Die Leiter der getesteten Betriebe hätten alle betont, dass ihnen der Jugendschutz sehr wichtig sei, so Wolbergs. „Die Betreiber sind froh, dass wir sie darauf aufmerksam gemacht haben.” Das Problem liege in der „fehlenden Vermittlung an das Personal”. Eine Schutzbehauptung der Geschäftsinhaber? Stefan Adler erwähnt mehrfach, dass einige der Verstöße dem Stress der Kassenmitarbeiter geschuldet seien. Entschuldigen will Adler die Fehler der Mitarbeiter freilich nicht. „Das ist kein Kavaliersdelikt. Wenn die Mädchen den Alkohol, der ihnen zum Teil verkauft wurde, getrunken hätte, wären sie im Krankenhaus gelandet.” Bußgelder gibt es dementsprechend sowohl für die Mitarbeiter wie auch die Geschäftsinhaber. Im Bußgeldkatalog der Stadt Regensburg sind Strafen von bis zu 4.000 Euro für den Verkauf von hartem Alkohol an Kinder und Jugendliche vorgesehen. Bei Tabak und Zigaretten können es bis zu 5.000 Euro werden. Über die konkrete Höhe bei den festgestellten Fällen schwieg sich Adler „angesichts der noch laufenden Verfahrens” aus. Zwischen Betreibern und Angestellten werde unterschieden. Er erklärte lediglich: „In der Gastronomie liegen die Geldbußen selten unter 250 Euro.” Dort, bei den Gastronomen, macht die Jugendschutzstelle übrigens ein „hohes Verantwortungsbewusstsein” aus. Adler führt das auf die regelmäßigen Kontrollen in der Vergangenheit zurück. Entsprechend sollen nun auch die Testkäufe fortgesetzt werden – nicht flächendeckend, sondern bei Betrieben, „die uns gemeldet werden”, sagt Wolbergs. „Das Ziel ist Abschreckung.” Gegen den Einwand, dass es sich bei den Testkäufern um „Kinderspitzel” handle – unter anderem der Kinderschutzbund steht dem Einsatz von Kindern und Jugendlichen skeptisch gegenüber – verwahren sich die Regensburger Jugendschützer. „Es handelt sich um charakterlich geeignete Auszubildende der Stadt die intensiv geschult und von uns begleitet werden”, sagt Adler. Die Einsätze finden während der normalen Arbeitszeiten statt. Eine Extra-Vergütung gebe es nicht.

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Kommentare (27)

  • Besserwisser

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    da werden also anscheinend Jugendliche, die z. B. eine Ausbildung in der Verwaltung machen zum Alk einkaufen geschickt, anstatt ihnen die Buchhaltung und die Bearbeitung von Anträgen zu vermitteln. Das nenn ich super Ausbildung.

  • Omnibusfahrer

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    Ausforschen, Aufdecken mit möglicher Gegenleistung, das ist des Schaidingers Handeln.

  • gifthaferl

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    Man fragt sich, welchen Vermerk es in der Personalakte gäbe, wenn Auszubildende sich weigern würden als Spitzel tätig zu werden, und welchen Einfluss ein solcher auf den weiteren Weg in der Stadt Regensburg hätte.

    Konnten sich die Auszubildenden wenigstens freiwillig melden, sich sozusagen wenigstens aktiv als Spitzel zur Verfügung stellen?

  • Milan Fahrnholz

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    „Im Bußgeldkatalog der Stadt Regensburg sind Strafen von bis zu 4.000 Euro für den Verkauf von hartem Alkohol an Kinder und Jugendliche vorgesehen. Bei Tabak und Zigaretten können es bis zu 5.000 Euro werden“

    Das ist so eine Sache die mir einfach nicht in den Kopf will. Das und die Tatsache das man mit mitte zwanzig noch regelmäßig nach dem Ausweis gefragt wird, wenn man Zigaretten kauft, beim Kauf von hartem Schnaps aber nie.

  • gifthaferl

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    Ich weiß auch nicht, wieviel man am Stück rauchen muss, auch als Jugendlicher, um in einen akut lebensbedrohlichen Zustand zu kommen, geht das überhaupt?

    Was sagt die Krankenhausstatistik zu bewusstlos eingelieferten Menschen aufgrund von akuter Nikotinvergiftung bei Aufnahme dieses Giftes ausschließlich durch Rauchen?

  • Joachim Datko

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  • hansdampf

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    Als ob man eine Schulung brauchen würde um eine Flasche Schnaps zu kaufen… Ich persönlich finde solche Testkäufe gut.

  • Hannes Wagner

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    Um ehrlich zu sein verstehe ich die Aufregung hier nicht.

    Als Sozialpädagoge im ambulanten Jugendhilfebereich kann ich dieses Vorgehen nur begrüßen. Alkohol, Nikotin, „neue Medien“, Drogen… all das wird zu einer sehr starken neuen Belastung unserer Gesellschaft. Die Zahlen extrem alkoholisierter Jugendlicher steigen von Jahr zu Jahr, wobei die Dunkelziffer noch wesentlicher höher liegen dürfte.

    Ich bin froh und dankbar darum, dass es in Deutschland ein Jugendschutzgesetz gibt. Darin gibt es klare Regelungen bzgl. Alkohol und Nikotin.

    Ausnahmsweise geht es hier mal nicht um Geschäfte machen, sondern um den Schutz unserer Jugendlichen Mitmenschen!

    Das Argument „Kinderarbeit“ kann ich im übrigen nicht nachvollziehen.
    1. Die Testkäufer sind bereits Azubis – also im Berufsleben verankert.
    2. Wer hat sich als Jugendlicher (12-16 und älter) nicht selbst mal ne Mark dazu verdient und bei irgendwem gejobt?
    –> Also Füße still halten und durch die Nase atmen.

    Gegen Schaidinger und Wolli ist viel vorzubringen. Dieser Punkt eignet sich nicht dazu!

    Mit besten Grüßen,
    Hannes Wagner

  • blauer Tintenklecks

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    In meinen Augen ist das nichts anderes als wenn bei einer Bank alle Türen und Tresore öffnet, um zunächst die Räuber anzulocken und dann zu verhaften.

    Klar macht die Anstiftung zum Verstoß die Tat nicht umbedingt besser (zumindest moralisch, juristisch liegt dann wohl nur eine versuchte Tat vor, so zumindest bei der „Diebesfalle“). Allerdings finde ich es moralisch verwerflich, einen Täter zunächst absichtlich auf Abwege zu führen.

    Geht diese Entwicklung weiter, sind wir nicht mehr weit von einer Gedanken-Polizei entfernt.

  • Verkäufer

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    Also ich arbeite selber im Verkauf. Meine Wenigkeit und 1 bis 2 Kollegen nehmen das sehr ernst und kontrollieren bei Alkohol und Tabakverkauf die Ausweise. Was meistens folgt, sind Beleidigungen übelster Art, bis hin zur Gewaltandrohung.

    Aber eine Ausweiskontrolle wird die Jugendlichen nicht davon abhalten zu trinken, da sie meistens die 18jährigen aus ihrer Gruppe zum Tabak und Alkohholkauf los schicken. Die Personen sind 18, also bekommen sie die Ware und wenn ich es wage, ihnen die Ware nicht zu verkaufen, mit dem Hinweis: „keine Weitergabe an Personen ab 18 Jahren, an dieser Straftat beteilige ich mich nicht“, so kann ich mir einen neuen Job besorgen, da die Person 18 Jahre ist und es meine Aufgabe ist, Waren zu verkaufen. Das ich dabei den Tatbestand der Beihilfe erfülle interessiert niemanden.

    Aus meiner Sicht benötigt man ein neues, verfassungsgemäßes Konzept in Bezug Alkohol- und Tabakverkauf.

    Der Verkäufer

  • Joachim Datko

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    Volljährige kaufen oft den Alkohol für Minderjährige

    Zu “ Verkäufer 29. April 2010 um 12:18 Uhr“

    Das Volljährige Alkohol für Minderjährige kaufen habe ich im Lebensmittelgeschäft auch schon häufig beobachtet. Da warten schon auf der anderen Seite der Kasse die Minderjährigen auf die volljährigen „Großeinkäufer“.
    =====================================================================================
    – Das mit dem Bestrafen der Unternehmer ist so eine Sache. Sollte der Unternehmer nichts dafür können, weil z. B. die Kassenkraft leichtsinnig war, ist es meiner Ansicht nach kein Vergehen des Unternehmers.

  • gifthaferl

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    @ Hannes Wagner“Das Argument “Kinderarbeit” kann ich im übrigen nicht nachvollziehen.“

    Niemand schrieb hier ein Wort davon – von KinderSPITZELN war die Rede.

    „1. Die Testkäufer sind bereits Azubis – also im Berufsleben verankert.“
    Das sowieso Können als Spitzel erfordert?

    „2. Wer hat sich als Jugendlicher (12-16 und älter) nicht selbst mal ne Mark dazu verdient und bei irgendwem gejobt?“

    Ich, erst mit 16, aber nicht als Spion, V-Mann etc. und älter auch nie als Spitzel.

    Geld haben die übrigens kein zusätzliches erhalten, es soll ja billigst – kostenfrei gespitzelt werden, sonst könnte man ja die hinschicken, deren Job solche Kontrollen ohnehin wären, zumal man ziemlich genau weiß wo Kontrollen lohnen.
    Für die Parkraumüberwachung sind ja reichlich Leute da, wie wäre es mit der Aushilfe solcher gewesen?
    Bringt das weniger als Strafzettel?

    Es kann sich freilich später auszahlen, wenn man schon als Azubi hübsch willig ist, und sich immer brav an alles anpasst, was von einem erwartet wird …………..

    So verstehst du deinen Job im ambulanten Jugendhilfebereich ja dann offensichtlich.

    Ich hingegen würde fragen, WARUM denn eine solche Art extremen Kampftrinkens bei Jugendlichen zugenommen hat, wenn’s denn so ist, aber Warum-Fragen sind wohl seit geraumer Zeit wieder vollkommen out.

    Schließlich gab es zu meiner Jugendzeit auch noch in der Gastronomie jede Art von Alkohol völlig problemlos auch unter 18, und sogar unter 16, verboten war es wie heute, aber schwer alkoholisierte Jugendliche wurden entweder nicht in Krankenhäuser eingeliefert, oder es gab sie in der Art tatsächlich nicht.

    Warum also das eine oder andere seinerzeit, bei in der Praxis nahezu freiem Zugang für Jugendliche zu Alkohol in der Öffentlichkeit, von Tabak ja überhaupt nicht zu reden?

    Gab es dann wenigstens prozentual damals mehr Alkoholiker anteilig in der Bevölkerung – gesicherte Zahlen?

    Woher hätte man solche wäre, wenn, die Frage, schließlich gibt es zu all dem keine zentralen Statistiken – auch nicht wer gesichert welche Krankheiten hat(te)

    Die neuen Medien willst du auch verboten haben, unter 18 oder mit einer zentralen Zeitkontrolle (PC schaltet sich automatisch ab, wenn Big Brother ein Zeitüberschreitung feststellt) , wie?

    Tja , wenn das alles der Volksgesundheit dient…………………

    „Ich bin froh und dankbar darum, dass es in Deutschland ein Jugendschutzgesetz gibt. Darin gibt es klare Regelungen bzgl. Alkohol und Nikotin.“

    Leider gibt es zu von Ärzten verordneten Drogen KEIN Jugendschutzgesetz.

    Weißt du eigentlich, dass Ritalin mittlerweile eine gerne auch von den Mamas (vorwiegend) (angeblich) hyperaktiver Kinder konsumierte Modedroge ist?
    Das hat sich auch geändert: Zu meiner Zeit waren die Mütter auf Valium, ganz unabhängig von den Kiddies.

    Aber Drogen auf Rezept stören es sowieso niemand, die bringen was, jedenfalls der Pharmaindustrie

    Da ist ein Warum immer ausgesprochen ungern gesehen, es schadet dem Geschäft.

  • Hannes Wagner

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    @gifthaferl: Ihr Diskussionsstil fällt mir schon seit langem sehr negativ auf. Nun gut, jetzt bin ich halt mal der „angefeindete“.

    Ich habe das Gefühl, dass Sie nicht einmal im Ansatz meinen Beitrag verstehen wollten, sondern vielmehr ein Befürworter der „Hau-drauf-Rhetorik“ sind. Sie bleiben Sich und Ihrem „Nickname“ treu :)

    Zu ihrem Beitrag:
    Die Erfahrung aus der Praxis lehrt, dass Kinder und Jugendliche viel zu leicht und oftmals ohne Kontrolle an Alkohol und Tabak gelangen. Besorgte Eltern die sich bei div. Ämtern und der Polizei gemeldet haben, erleben all zu oft, dass nicht gehandelt wird. Noch mal grundsätzlich: es gibt ein Jugendschutzgesetz (das verbesserungswürdig ist, zugegeben) und dies muss (!) durch Unternehmen/Inhaber umgesetzt werden – Punkt.

    Die Frage nach dem „Warum“ beschäftigt schon seit längerem viele Arbeitskreise, Forscher und Fachleute – die Meinungen gehen auseinander. Weiterhin gibt es auch nicht DEN Grund, vielmehr müsstend die individuellen Bereiche und Familiensituationen der Jugendlichen beobachtet werden.

    MEINER ERFAHRUNG nach liegt es vorallem daran, dass Jugendliche gelangweilt sind, obschon diese jeden Tag zu jeder Zeit die Möglichkeit der Bespaßung und des Entertainment genießen könnten. Eben hier setzt meine Kritik an: Kinder und Jugendliche haben ZU VIEL Angebote, gleichzeitig aber selten jemanden der sie begleitet, fördert und fordert – mit ihnen ihre Fähigkeiten, Interessen und Stärken erkundet. All zu oft werden hier unsere Kinder und Jugendlichen alleingelassen.

    Alkohol und Tabak sind da oft nur das Symptome – das ist richtig. Auf Nachfrage, warum denn getrunken werde, kommen Äußerungen wie: „So schnell als möglich betrunken sein.“ – „Ist ein geiles Gefühl betrunken zu sein.“ – „Ich bin total relaxed – keine Probleme!“
    (Bzgl. Tabak: Oft aus der Gruppendynamik heraus begonnen, fällt es schwer die SUCHT nach Nikotin wieder einzudämmen. Zuvor oftmals durch die Eltern raucherfreundlich-sozialisiert…. Mehr brauche ich hier nicht zu sagen.)

    Fazit: Aktuell bedarf es in vielen Fällen einer klaren Haltung ggü. Alkohol, Tabak und Drogen. Hier muss definitiv eingeschritten, kontrolliert und konsequent gehandelt werden. Kindern und Jugendlichen brauchen Angebote, sie brauchen freien(!) Raum, sie benötigen Ansprechpartner die sie fördern und die ihnen Lust am Leben machen.

    Viele Grüße, Hannes Wagner.

  • Roland Hornung

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    @ Hannes Wagner

    Meine ZUSTIMMUNG !

  • gifthaferl

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    „Alkohol und Tabak sind da oft nur das Symptome – das ist richtig.
    Hannes Wagner, 30. April 2010 um 9:30 Uhr

    Der einzige Satz Ihrer weihevollen Worte, der konkret ist.
    Sonst gehen sie selbstverständlich auf nichts ein, das ich geschrieben habe.

    „Fazit: Aktuell bedarf es in vielen Fällen einer klaren Haltung ggü. Alkohol, Tabak und Drogen. Hier muss definitiv eingeschritten, kontrolliert und konsequent gehandelt werden.“

    Das wiederum ist dann offensichtlich das einzige, was konkret geschieht.

    “ Kindern und Jugendlichen brauchen Angebote, sie brauchen freien(!) Raum,

    Tja, den haben sie dann ja offensichtlich nicht
    Unter anderem ist das Jugendzentrum in der Weingasse ja flugs zum jungen „jungen“ Kulturzentrum mutiert, nur noch Veranstaltungen, keine offenen Treffs etc. , aber natürlich komplett ohne Alkohol und Nikotin.
    Das ist für viele halt langweilig, was ich so gehört habe, da gehen die nicht hin.

    „sie benötigen Ansprechpartner die sie fördern und die ihnen Lust am Leben machen.“

    Na wenn Sie auf das was die eventuell zu sagen oder fragen hätten so eingehen, wie bei mir…………..

    Sie führen in ihrem gesamten Beitrag recht schön vor, welche Double Bind Botschaften diese Gesellschaft Kindern und Jugendlichen durchgehend vermittelt, und da die nun mal nicht blöde sind checken die das.

    Die sollen Lust aufs Leben haben, FREIE Räume und in der Praxis ab Schuleintritt funktionieren wie ein geöltes Maschinerl und sich hübsch an alles was gefordert wird anpassen.

    Mit dem verpassten Übertritt ins Gymanasium ist das Leben vorbei, und mit einer Zigarette ist man süchtig.

    Ich finde weder, dass solche Botschaften Lust aufs Leben machen, noch dass sie Freiräume zugestehen – es gibt

  • gifthaferl

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    @ Hannes Wagner
    „Sie bleiben Sich und Ihrem “Nickname” treu :)“

    Ja allerdings, Nomen est Omen, nicht wahr?

    „sozpädsprech“ hätte ich mich nicht nennen können, ich sage nicht dieses, meine das Gegenteil, und merk nichts davon.
    Ich bin alte Schule, da gab es noch keine Sozialpädogogen, nur Fürsorger – wenige – und die standen für Zucht und Ordnung, und gaben auch nicht vor für etwas anderes zu stehen.

    „Ich habe das Gefühl, dass Sie nicht einmal im Ansatz meinen Beitrag verstehen wollten,“
    Den verstehe ich nur zu gut, ich war ja mal katholisch, aber ich teile ihn nicht.

  • Hannes Wagner

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    @gifthaferl: Wieder wollen Sie nicht verstehen – „… Ihrer weihevollen Worte …“

    Außerdem unterstellen Sie mir vielfach gerade die Punkte, die Sie selber ablehnen. So macht das hier keinen Sinn und ist für mich beendet. Weiters sehe ich keinen Grund mich durch Unterstellungen Ihrerseits von Ihnen angreifen zu lassen.

    Nur so am Rande: Mit unserem Schulsystem bin ich bei weitem nicht einverstanden – wenn Sie nachgefragt hätten, dann hätte ich Ihnen meine Diplomarbeit evtl. zur Verfügung gestellt. Titel: „Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg und das deutsche Schulwesen – Ein Widerspruch?“ bzw. kurz „Humanismus und deutsche Schule – vereinbar?“

    Bevor weitere Unterstellungen kommen: Der Lehrerausbildung stehe ich ebenfalls skeptisch ggü. und sehe hier massiven Handlungsbedarf.

    Ich bin gespannt was Sie diesmal in meine Worte hinein interpretieren ….

    Servus!

  • Hannes Wagner

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    noch mal @gifthaferl:

    Sie sollten DRINGEND ihre Feindbilder überprüfen und sich selbst reflektieren. Ansonsten tuen Sie extrem vielen anderen Menschen unrecht.

  • eduard buchinger

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    an @all und Bürgermeister Wollbergs ;-)

    Besser als die Schlagzeile #Testkäufer unterwegs: Augen auf beim Alk-Verkauf# hätte mir der Leitsatz: „Sozialarbeiter und Streetworker durch neu geschaffene Stellen auf den Regensburger Straßen und Problemmileus!“ Aber solche bitte nicht als „Testkäufer“ beim Ankauf von Alkohol auf die eh schon verschreckte Rgensburger Gastronomie los zu lassen.

    Mensch…!, da ist der Wollbergs schon mal BM geworden und jetzt so eine Publikumswirksame Gaudi, die den Sinn der
    Ablenkung vom eigentlichen Problem, wohl auch erfüllen wird?

    Lieber J. Wollbergs, Sie können schon den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, aber besser wärs doch, denken Sie bitte
    einmal an Ihre eigenen diesbezüglichen Erfahrungen, hier bei diesen hausgemachten Regensburger Problem – die Ursache
    zu erforschen.
    Mit Verlaub guter BM, solches können Sie doch nicht durch „Testkäufer“ eruieren, vielmehr brauchen Sie als verantwortlicher Referent des Amtes 51 (Jugend und Familie (…)) einen besseren Stellenschlüssel.
    Das Sie sich für solches einsetzen mögen, dafür hat ma Sie vorerst gewählt!

    Mit besten Grüssen! Eduard Buchinger :-)

  • Seppl

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    Macht sich gut diese Schlagzeile….haben der Wolli und seine Mannen doch einen richtigen „Sieg“ errungen.
    Natürlich ist es grundsätzlich zu begrüßen die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes zu überwachen. Die Beschaffung des Alkohols ist ein Schritt, aber es folgt dann natürlich der Konsum. Wo sind dann da der Wolli und seine SozPäds ? Wo sind die „Streetworker“ der Stadt Regensburg ? Ach ja, in den Jugendzentren, hier bieten sie Häkelkurse und Alkoholfreie Tanzabende an – aber nur bis 22:00 Uhr, dann ist Feierabend.

  • gifthaferl

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    @ Hannes Wagner
    „Bevor weitere Unterstellungen kommen: Der Lehrerausbildung stehe ich ebenfalls skeptisch ggü. und sehe hier massiven Handlungsbedarf.“

    Tja, ich sähe ganz woanders dringendsten Handlungsbedarf – nämlich im politischen Willen, wieder Verhältnisse herzustellen, die man annähernd als sozial ausgleichend bezeichnen kann.

    Und über DICH habe ich überhaupt nichts geschrieben, sondern allenfalls darüber, dass du ein gutes Beispiel dafür bietest, was man Jugendlichen vorgaukeln will.
    Du scheinst das ja auch zu glauben.

    Sozialarbeit ist per se systemstabilisierend, und du bietest kein Beispiel dafür dass sie es nicht wäre, wenn du meinst an Subsystemen (Schule/Lehrer) rumzufummeln, könne prinzipiell herrschende gesellschaftliche Zustände ändern, die zudem nicht zufällig (wieder) eingetreten sind.

    Bildung heißt schon länger nicht mehr „Aufstieg“ für Leute, die nicht wesentlich mehr als Bildung im Hintergrund haben.

    Das war zu Zeiten nach dem Sputnik Schock, der in den 1960er Jahren dann auch in Deutschland eine Bildungsoffensive auslöste durchaus anders.

    Und Selbstreflexion, meine Güte, die hat meine Generation als lebenslange Aufgabe erfunden – CR Gruppen etc. zuhauf, nach Rogers allerdings, die Zeit beginnt nämlich nicht in den 1990ern, wobei das den Rollback gesellschaftlicher Verhältnisse ganz offensichtlich nicht aufgehalten hat – möglicherweise gar das Gegenteil…………. – der Rückzug ins Private?

    In den Familien wird heute ja tatsächlich in jeder Beziehung „gewaltfreier“ kommuniziert, aber was im individuellen oder therapeutischen Bereich durchaus hilfreich und dienlich ist, bringt eine Gesellschaft ganz offensichtlich nicht automatisch in die gleiche Richtung, zumal wenn der Hauptfeind weggefallen ist.
    So, jetzt kannst du mal grübeln, wovon ich rede, bevor du hier aufgeblasen Ratschläge verteilst, und ausschließlich Kind der Zeit zu sein scheinst, die du selber grade noch kennst.

  • Hannes Wagner

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    „Tja, ich sähe ganz woanders dringendsten Handlungsbedarf – nämlich im politischen Willen, wieder Verhältnisse herzustellen, die man annähernd als sozial ausgleichend bezeichnen kann.

    (…)

    Sozialarbeit ist per se systemstabilisierend, und du bietest kein Beispiel dafür dass sie es nicht wäre“

    Oh mei oh mei,…. wenn ich gewusst hätte, dass hier die alten marxistischen Platitüden kommen, dann hätte ich auf einen Kommentar verzichtet. Wenn ich Parolen ala „Das System stürzen.“ „Psychologen, Therapeuten, SozPäds, Erzieher sind systemstabilisierend und gehören abgeschafft, bzw. bekämpft, bzw. politisch KORREKT geschult…“ dann wäre ich auf ne Veranstaltung vom Gegenstandpunkt gegangen.

    Meine Güte, deine Feindbilder sind so groß, dass du aufgrund EINES Kommentars von mir, soviel in MICH und MEINE Arbeitshaltung hineininterpretierst, dass alles zu spät ist.

    Aber gut. Ich werde dich über dieses Medium nicht erreichen und habe anderweitig keine Ambitionen.

  • gifthaferl

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    „Wieder“ sozial ausgleichend bedeutet für dich marxistisch und System stürzen?

    Das Wort „System“ benutze schon der alte Platon, wie auch ein AKW ein System ist, und das zu stabilisieren bevor es in die Luft fliegt würde ich persönlich nicht als verkehrt ansehen.
    Aber mit dem Feuerwehrschlauch ein wenig Wasser drauf spritzen, das wird kaum etwas nützen, so wird man denn wollen, dass es in die Luft fliegt, wenn man keine anderen Maßnahmen ergreift, bzw. es ist einem wurscht, weil man andere Interessen hat, die einem viel wichtiger sind.

    Bei „wieder“ ging es somit um Soziale Marktwirtschaft, Ludwig Erhard „Wohlstand für alle“ und dergleichen „marxistische“ Ungeheuerlichkeiten.

    „Aber gut. Ich werde dich über dieses Medium nicht erreichen“

    Nicht nur mich nicht, schätze ich mal, bei deiner Art der „Kommunikation“, auf nichts einzugehen was jemand schreibt/sagt, sich auf ein einzelnes Wort zu stürzen und Assoziationketten, leider falsche, abzuleiten, nicht nachfragen oder sich gleich auf etwas zu beziehen, das überhaupt niemand gesagt hat wie – „Kinderarbeit“.

    Wenn sich Jugendliche regelmäßig absichtlich niederbrennen, dann haben die gute Gründe dafür, wie Erwachsene auch, die das ja auch immer und andauernd tun in dieser Gesellschaft, womit auch immer.
    Dass das sonst eine rundum drogenfreie Gesellschaft wäre, ist mir nämlich nicht bekannt.

    Das wird man mit Verkaufskontrollen, sehr gelegentlichen zudem, nicht beheben. Es kommt schließlich jeder, der will, auch an illegale Drogen, wie dann nicht an legale, und an jeden über 18 überall frei verkäufliche.

    Aber nicht mal solche Augenwischer – „Jugendschutzmaßnahmen“ dürfen etwas kosten, dafür benutzt man in dieser Stadt von der Stadtverwaltung abhängige Azubis.

    Du findest das supi und grandiosen Jugendschutz, und wir brauchen uns gar keine Sorgen machen, wenn wir unsere Kiddies in den Händen derartig interessierter und umfassend informierter Sozpäds wissen – beim drogenfreien Häkelkurs im FREIraum Jugendzentrum, zu dem wir sie allerdings hinprügeln müssen.

    Das macht unsere Jugendlichen mit Sicherheit so stark, so dass sie fürs Leben NEIN zu Drogen jeglicher Art sagen.
    Ganz bestimmt!

  • Hannes Wagner

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    @gifthaferl: Sie beweisen erneut, dass Sie von Sozialer Arbeit KEINE Ahnung haben.

  • Besserwisser

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    @Datko
    Ich empfehle Ihnen einmal die eingängige Lektüre des Bürgerlichen Gesetzbuches, insbesondere der Passagen, wo es um Handlungs- und Erfüllungsgehilfe geht…

    einfach nur labern… keinen Plan haben… gestatten, Datko

  • Tommy

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    @hannes wagner

    Also die Kritik einiger Menschen hier (z.B. des von Ihnen als ahnungslos in Sachen „Sozialer Arbeit“ eingestuften „gifthaferl“) bezog sich ja wohl auf die nun auch in Regensburg praktizierte, ausbildungsfremde, Zwangseinsetzung Auszubildender der Stadt Regensburg zu Lockvögel-, bzw. Spitzelzwecken.

    Ihre Erfahrungen als Sozialpädagoge (offensichtlich Dipl. der FH, weil sie den Begriff „soziale Arbeit“ ins Feld führen) seien Ihnen ja unbenommen.
    Ihre Befürwortung des Missbrauchs junger Menschen zu Spitzelzwecken (Jugendschutzgesetz hin oder her) darf doch aber trotzdem kritisiert werden.

  • Jens

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    Testkäufer sind genau die richtige Methode, um so schwarze Schafe unter den Verkäufern aufzudecken. Und das scheinen ja jede Menge zu sein… Letztendlich trägt diese Methode ja auch zum Jugendschutz bei.

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