Gewalt in kirchlichen Knabenseminaren

Warum wir als Kinder Gewalt in kirchlichen Einrichtungen so grausam empfanden

Prälat Paul Mai. Betroffene im Knabenseminar Obermünster beschreiben ihn als sadistischen Schläger. Wird es Konsequenzen des Bistums geben? Foto von 1985: Horst Hanske/ Bilddokumentation der Stadt Regensburg

Prälat Paul Mai. Betroffene im Knabenseminar Obermünster beschreiben ihn als sadistischen Schläger. Wird es Konsequenzen des Bistums geben? Foto von 1985: Horst Hanske/ Bilddokumentation der Stadt Regensburg

Gastautor Alfred Gassner reagiert auf unseren Bericht über den prügelnden Prälaten Paul Mai. Gassner, Jahrgang 1939, war ein Kind mit vielen Kriegs- und Fluchterfahrungen, als er 1950 als Seminarschüler im Studienseminar St. Augustin in Weiden wurde.

Gastbeitrag von Alfred Gassner

Aus einigen meiner sorgsam aufbewahrten Kindheitserinnerungen habe ich nach dem Lesen des Berichtes von Robert Werner eine vergilbte Broschüre ausgegraben, die deutlich macht, wie weit Anspruch und Handlungsweise in der Seminarerziehung der römisch-katholischen Kirche in den 60er Jahren auseinanderfielen. In dem Text steht unter anderem, adressiert an meine strenggläubigen, aber wenig betuchten Eltern:

„Erstes Ziel der Erziehung ihres Kindes ist die Vermittlung eines christlichen Verantwortungsbewusstseins. Dieses soll ihr Kind lebenslang befähigen, ein christliches Leben zu führen und für die Ideale des katholischen Glaubens einzutreten.“

Eine heute noch einleuchtende Ermunterung meiner Eltern, ihr Kind dieser renommierten Erziehungseinrichtung trotz knapper Finanzen in die Hand zu geben. Es geht mir hier nicht um die nachträgliche Hinrichtung einer insgesamt durchaus lobenswerten Bildungseinrichtung, die seinerzeit zudem für Kinder aus ländlichen Gegenden die einzige Chance darstellte, eine höhere Schule zu besuchen. Dafür empfinde ich immer noch grundsätzliche Dankbarkeit. Aber die erlebte Seminarrealität entsprach auch seinerzeit schon nicht allen christlichen Idealen und hat mich zu einer Person gemacht, die nicht jede Lehre ungeprüft akzeptiert.

Präfekten als „Aufseher“

Wie überall in römisch-katholischen Instituten gab es (nicht nur, aber eben auch) Präfekten, die ihr Amt als „Aufseher/ Wärter“ missverstanden. Ihr gefürchtetes Regime beruhte wohl auf einer gedanklichen Selbstermächtigung, in besonders elitärer Weise der kirchlichen Lehre von einem christkatholischen Leben dienen zu müssen.

Jene Personen, die heute schwerer Straftaten beschuldigt werden, waren in ihrer äußeren Erscheinung einerseits die frömmsten Priester (die man nie ohne Brevier sah), gleichzeitig aber auch grausame Personen, denen man am besten aus dem Weg ging. Als Kaderschmiede, die nur den kategorischen Erziehungsimperativ kannten, waren sie ihren nachsichtigeren Kollegen in der Karriere immer voraus, denn Widerstand gab es bei ihnen nicht und das allein zählte in der Hierarchie über ihnen. Lebenstüchtig im Sinne ihrer privaten Ideologie wurde man nicht durch pädagogische Lenkung, sondern nur durch Strenge, Aushalten von Bloßstellungen und Strafexekutionen vor versammelter Schülerschaft, die damit ihrerseits vor weiteren Disziplinlosigkeiten abgeschreckt werden sollte.

Auf Herkunft, Vorgeschichte, familiäre Sonderbelastung oder, wie in meinem Falle, auf frühkindliche Kriegs- und Fluchterfahrungen, wurde keine Rücksicht genommen. Wurden bestimmte Vorfälle den Eltern bekannt und gab es Beschwerden, hieß es, man habe im „wohlverstandenen Interesse des Kindes“ gehandelt. Gerechterweise muss man dieser Erziehergeneration in der Rückschau wohl strafmildernd zugestehen, dass auch sie Geschädigte des Zweiten Weltkrieges waren. Wenn Blinde Blinde führen, fallen eben alle in die Grube.

Die gefährliche Musterausrede von Prälat Mai

In diese Kategorie machtbewusster Präfekten gehört wohl auch die schillernde Persönlichkeit von Dr. Paul Mai. An seiner im Beitrag geschilderten Vita fällt mir zuerst auf, dass er einräumt, auch er habe in der eigenen Seminarzeit in Straubing Prügelstrafen erdulden müssen. Aus dieser Erfahrung leitet er aber in unzulässiger Weise heute noch das Recht ab, als Erzieher andere Schutzbefohlene auch im Zweifelsfalle schlagen oder demütigen zu dürfen. Wäre er heute wieder Erzieher, würde er also vermutlich auch wieder so handeln. Eine gefährliche Musterausrede, die Prügelstrafen generell rechtsfrei machen würde. Wenn alle, die selbst geschlagen wurden, daraus ein freies Recht auf Gewaltanwendung ableiten würden, wo kämen wir da hin.

In die gleiche Richtung zielt seine Einlassung, in den 60er Jahren seien Demütigungen und Bloßstellungen von Kindern überall üblich gewesen und von den Betroffenen deswegen auch nicht mehr als verletzend empfunden worden. Das ist eine Lüge!

Kinder und Jugendliche hatten schon immer ein feines Gespür für Gerechtigkeit und fehlende Achtsamkeit ihrer Erzieher. Ich erinnere mich sehr gut, dass ich unangemessene Strafen als tief beleidigend und Verletzung meiner Persönlichkeit empfunden habe. Grund: Während Präfekten bei Kindern auf strengste Regelbeachtung bestanden, erlaubten sie sich ungerechte Übergriffe am laufenden Band. Ich gestehe: Deswegen haben ich sie vielfach auch verachtet.

Das Elternhaus war weitaus humaner

Wir wussten vom Elternhaus her, wann eine Körperstrafe oder Rüge berechtigt war und wann nicht. Das Elternhaus war weitaus humaner. Vor der Exekution einer Strafe gab es im Seminar kein rechtliches Gehör und jeder Versuch einer Begründung seiner Handlungsweise wirkte strafverschärfend. Mein Empfinden von Ungerechtigkeiten war auch deswegen besonders schmerzhaft, weil ich im Seminar den gewohnten Schutz des Elternhauses entbehren musste. Wochenendheimfahrten nur einmal monatlich für wenige Stunden, kurze Stadtgänge für begrenzte Zeit und nur mit Erlaubnis. Mutter, Vater oder Geschwister weit weg. Freunde im Haus durften sich nicht solidarisieren, niemand konnte helfen. Das Gefühl der doppelten Verstoßung durch Elternhaus und Seminar gehört für mich noch heute zu den grausamsten Erinnerungen an meine Schulzeit. Und diese Prägungen blieben zeitlebens im Unterbewusstsein aufbewahrt.

Paul Mai und Erich Mielke

Trotzdem, Dr. Paul Mai scheint dies nicht zu beeindrucken. Kein bisschen Reue oder Einsicht bei ihm. Trickreich will er seine Opfer zu Tätern zu machen und sich mit Verniedlichungen moralisch reinwaschen. Hätten sich die „Lauser“ seinerzeit doch nur anständig benommen, wäre ihnen nichts passiert. Erich Mielke hat am 13.11.1989 vor der Volkskammer der DDR ähnlich mit dem Satz argumentiert:

„Ich habe euch doch alle geliebt.“

Diese fade Ausrede: „Ich habe es doch nur gut mit euch gemeint“ sollten wir dem gelernten Historiker Dr. Paul Mai aber nicht durchgehen lassen. Denn zu den unverzichtbaren Freiheitsrechten von Kindern gehörte schon immer auch das Recht, gegen Regeln verstoßen zu dürfen, ohne selbst verstoßen zu werden. Dieses spezielle Kindergrundrecht hat er aber offensichtlich noch immer nicht begriffen.

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Kommentare (28)

  • Coffin Corner

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    Es ist immer wieder erkenntnisreich, welche Sadisten noch heute scheinheilig in ihren Soutanen herumlaufen, die Unschuld spielen und sich vermutlich nach weiteren Gelegenheiten für solche Übergriffe umschauen.
    Das ganze geduldet und mit Spenden- und Steuermitteln gefördert von der kirchlichen Bistumsbürokratie.
    Eltern, die noch immer und gegen besseres Wissen ihre Kinder in die Hände von Klerikern geben, gehören angeklagt.

  • Alexander Gruber

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    Gewalt in kirchlichen Einrichtungen ist nicht grausamer als in staatlichen Kinderheimen auch. In den staatlichen Heimen ging es damals auch nicht anders zu. Das ganze wurde auch von Rspr. geduldet. Was sollen die ständigen Angriffe auf die Kirche? In der DDR ging es noch strenger zu, um es extrem vorsichtig zu formulieren.

  • Herbert Turetschek

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    Sehr verehrter Herr Gassner, vielen Dank für diesen Artikel!

  • Herbert Turetschek

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    „Gewalt in kirchlichen Einrichtungen ist nicht grausamer als in staatlichen Kinderheimen auch.“ Meine Eltern waren knapp bei Kasse, genau wie es hier geschildert wird, es war die einzige Möglichkeit eine höhere Schule zu besuchen, wie es hier geschildert wird, meine Großeltern hatten Flucht und Vertreibung erlebt, wie es hier geschildert wird usw. und deshalb ist es besonders niederträchtig und gemein und es kann auch nicht verziehen werden (obgleich ich gegen die Täter keinen Groll hege). Jede Beschönigung und Verharmlosung ist fehl am Platz – in sich gehen und nachdenken und sehen, was man besser machen kann und nicht über uns Trostknaben lästern. Was wir Trostknaben brachen ist Heilung und Frieden, ich wiederhole mich zum X-en male, aber das scheinen die Ewig-Gestrigen nicht zu verstehen!

  • Konrad Rösch

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    K.R. Betroffener

    Paul Mai gehörte nicht zu denen, die aus relig. Übereifer handelten.
    Mit dem Brevier in der Hand habe ich ihn nicht gesehen. Wenn er eine Messe las, ging das in Rekordzeit über die Bühne, man merkte ihm beim Herunterleiern der Texte sein Desinteresse an, nach spätestens 10 – 12 Minuten war die Messe gelesen. Auch als Ministrant konnte man einfach was murmeln, das bemerkte er nicht. Er genoss lieber das Leben, setzte sich in sein VW-Cabrio, schob das Dach zurück und rauschte durch die Stadt. Er gab sich gern als Lebemann und Mann von Welt, das gefiel ihm besser als Geistlicher zu sein.
    Seine brutalen Prügelattacken entstammten wohl seiner extremen Launenhaftigkeit, seinen Minderwertigkeitskomplexen und seinen sadistischen Zügen. Ich denke, es bereitete ihm eine Art von Befriedigung. Bei diesen Bestrafungen handelte es sich keineswegs um Watsch´n oder Ohrfeigen, wie einige Kommentarschreiber angeben, sondern um brutalste Schläge, mit voller Wucht und Kraft eines erwachsenen Mannes ausgeführt. Und dann kam mit dem Handrücken sofort der Rückschlag usw. Wenn er jemand an den Ohren zog oder an den sog. „Schmalzfedern“ (seitl. kurze Haare über den Ohren), konnte das Minuten dauern und war unglaublich schmerzhaft. Mich zog er einmal an beiden Ohren ganz langsam in die Höhe, bis ich mit den Zehenspitzen kaum noch den Boden berührte. Beim Schreiben dieser Zeilen steigt ihn mir heute noch der Schmerz hoch……
    Für die Vermittlung der christkatholischen Überzeugungen waren andere zuständig, v.a. Direktor Stauffer. Er ließ keinen Augenblick verstreichen, um seine relig. Vorstellungen rüberzubringen.
    Es gäbe viele, viele Beispiele, um diese an eine Gehirnwäsche grenzende Indoktrination zu belegen, leider sprengt das den vorhandenen Rahmen.

    Konrad Rösch, im Obermünster von 1963 – 1971

  • hutzelwutzel

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    @Autor: Vielen, herzlichen Dank für diesen Artikel. Jetzt kommt endlich noch mehr Fleisch an die Knochen dieser Sache.

    @Alexander Gruber: Wieso immer diese ständigen Angriffe gegen die Kirche? In staatlichen Heimen war es genauso.
    ——————–
    Könnte es sein, dass Betroffene hier einmal aufarbeiten wollen, was diese sonst nicht so gut artikulieren konnten? Eine Vertrauensbasis die man der Kirche schenkte, und welche diese vor allem gegenüber Unmündigen schamlos ausgenutzt hatte?

    @Konrad Rösch:
    Danke! Meist hilft das Lebensumfeld/ Wissen um die Herkunft solcher Personen weiter.
    Woher stammt Dr. Mai? Wie und wo wurde er sozialisiert? Mußte er aus finanziellen, traditionellen oder sonstigen Gründen Priester werden, obwohl er auch im Zivilleben hätte agieren können?

  • hutzelwutzel

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    @Herbert Turetschek:

    „Meine Eltern waren knapp bei Kasse, genau wie es hier geschildert wird, es war die einzige Möglichkeit eine höhere Schule zu besuchen, wie es hier geschildert wird, meine Großeltern hatten Flucht und Vertreibung erlebt, wie es hier geschildert wird usw.“
    ———————————
    Vortraumatisiert und ohne Geld. Die besten Voraussetzungen für jedwedes Gesindel, sich an solche Leute ranzumachen. Läuft auch im professionellen Menschenhandel und Prostitutionswesen so.
    ———————————
    „Meine Eltern waren knapp bei Kasse,“
    Wahrscheinlich nicht minder eine Folge des Bayerischen Konkordats, des Reichskonkordats, und der diversen Geldspielchen die hart arbeitende Leute ertragen müssen, damit ein Parallelstaat unterhalten werden kann?

  • Wolfgang

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    Bei allen begangenen Scheußlichkeiten der Kirchen unter dem Deckmantel des Kreuzes – Kindesmissbrauch- Vernichtung der Juden-Vernichtung der Indianer – verwundert mich zunächst die Scheinheiligkeit und darüber hinaus die völlige Untätigkeit des Gottes, der
    von allen „Sündern“ ständig mit Gejammere und Gebeten überhäuft wird und nichts passiert. Was soll das denn für ein Gott sein???

  • Mr. T

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    Tja, Wolfgang, da sieht man, dass ein klarer Gedanke schon genügen würde, um das Glaubenskonstrukt in sich zusammenfallen zu lassen. Aber das wird ja schon von Säuglingsbeinen an massiv verhindert.

    hutelwutzel, das ist genau das Ergebnis der Abmachung als die Politik zum Klerus gesagt hat: „halt Du sie dumm, ich halt sie arm“.

    Allerhöchsten Respekt vor den Betroffenen, die hier so offen ihre Erfahrungen aus erster Hand ausbreiten. An ihnen kann man gut sehen, dass die lächerliche Ausrede wie von Mai (ich habe geschlagen weil ich auch geschlagen wurde) rein gar nichts wert ist. Nach dieser Logik wären sie ja auch „unschuldig“ zu prügelnden Sadisten geworden.

  • El

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    Eben. Was soll das für ein Gott sein !
    Da gibt es sicherlich mystisch verbrämte Theorien , warum das alles hier herunten geschehen muss / soll / darf und der da oben hockt und sich den Bart laust.

    Is ein bisserl ab vom Thema, aber mich entsetzte kürzlich auch die Haltung der Kirche zu einem Menschen, der sich das Leben genommen hatte. In der Trauerfeier ging es darum, dass Gott ihm verzeihen möge …. .

    Das ist doch eine fürchterliche Verdrehung von Tatsachen !
    Ein Mensch, der so am Ende seiner Kraft ist, dass er das Leben nicht mehr will, dem muss doch nicht verziehen werden. Ich werde jetzt noch zornig, wenn ich an diese Worte denke …..

    (Früher wurden Selbstmörder sogar kirchlicherseits so geächtet, dass sie außerhalb des Friedhofs beigesetzt wurden oder allermöglicher anderer Brimborium betrieben wurde. Das ist wirklich Gehirnwäsche par excellence, die da über Jahrhunderte betrieben worden ist ….)

  • hutzelwutzel

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    @Wolfgang:
    @Mr. T:

    An Gott kann man ja glauben, auch an mehrere Götter. Das kostet nichts, und vielleicht hilft es doch. Aber braucht man wirklich Institutionen die sich „Kirche“ nennen, und nichts anderes tun, als deren sauer verdientes und erspartes Geld, sowie deren politische Willensbildung zu anektieren?

    Die Mißbrauchsaufklärung durch den Weißen Ring scheint jetzt beendet zu sein. Rauskommen dürfte da nicht mehr viel: http://www.mittelbayerische.de/region/cham/gemeinden/blaibach/karin-seehofer-laechelt-fuer-weissen-ring-20993-art1424552.html
    ———————-
    Wann traf sich Bayerns Präsidentengattin schon mal mit Mißbrauchsopfern?
    Traf sich überhaupt schon mal jemand von der Bayerischen Staatsregierung mit Mißbrauchsopfer, oder mißbilligte das Verhalten der Röm.-Kath. Kirche, hier natürlich der Diözese Regensburg?

  • Coffin Corner

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    Regel 1: Wer nicht an Gott glaubt, wird nicht erlöst.
    Regel 2: Wer nicht der katholischen Kirche angehört, glaubt nicht an Gott.
    Regel 3: Wer die Zahlung der Kirchensteuer verweigert, wird exkommuniziert.
    Damit gehört er der Kirche nicht mehr an.

    Soviel zum Thema „Glauben kostet nichts“. Das gilt nicht im Machtraum der Deutschen Bischofskonferenz.
    Im Wirtschaftsleben nennt man das „Alleinstellungsmerkmal“ oder „Monopol“.

  • Mathilde Vietze

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    Zu Alexander Gruber: Woher haben Sie denn Ihre Weisheiten?
    Waren Sie wohl in einer Bildungseinrichtung in der ehemaligen
    DDR oder haben Sie sich das aus den Nägeln gesogen, nur um
    auch mal wieder etwas zu sagen?

  • Herbert Turetschek

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    Habe einmal eine Analyse betrieben; zuerst sah ich mir die Filme an: Verfehlung auf arte http://www.arte.tv/guide/de/050846-000-A/verfehlung und Wölfe im Schafpelz http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/menschen-hautnah/video-woelfe-im-schafspelz—-wie-kinder-zu-opfern-sexueller-gewalt-werden–100.html . Was muss festgestellt werden: Die katholische Kirche betreibt eine systematische Vertuschung und diese muss gestoppt werden und, es werden immer und immer wieder in der Kinderbetreuung Menschen eingesetzt, die keine Erzieher, Pädagogen oder Sozialpädagogen sind, diese Praxis muss auch gestoppt werden; ich glaube auch nicht, dass es nicht verhindert werden kann, dass es sexuellen Missbrauch weiterhin gibt, aber diese „einfachen“ Dinge, die Praxis der katholischen Kirche ändern und mehr erfahrende und gut ausgebildete Personen einstellen, das muss uns gelingen!

  • El

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    In der Arbeit mit Kindern Menchen einzusetzen, die dazu nicht befähigt sind, sollte ein absolutes No-Go sein.
    Allerdings ist die bloße Tatsache, dass ein Mensch zur Erzieherin, zum Pädagogen oder zur Sozialpädagogin ausgebildet ist,
    in keinster Weise ein Garant dafür, dass er oder sie Ahnung von seelischem oder sexuellem Mißbrauch hat.

    Selbst wenn das Wissen darüber Bestandteil des Lehrplans im Studium / der Ausbildung ist, bedeutet das noch längstens nicht, dass die Pädagogin / der Erzieher auch in der Lage ist, dieses Wissen als Werkzeug einzusetzen.

    Wenn die Pädagogin selber Opfer sexuellen (oder seelischen ) Mißbrauchs ist, so wird er in seinem inneren Navigationssystem auf der Zufahrt zu aufklärenden Straßen / Orten dicke Absperrbänder und _oder Nebelmaschinen aufzuweisen haben – sprich: nicht in der Lage sein, mißbrauchende Strukturen und Situationen zu erkennen, geschweige denn Kinder davor zu schützen.

  • Herbert Turetschek

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    „In der Arbeit mit Kindern Menchen einzusetzen, die dazu nicht befähigt sind, sollte ein absolutes No-Go sein.“ Originaltext einer Stellenausschreibung vom Wochenende (3. September 2016) aus den Nürnberger Nachrichten: „Betreuungskraft ohne pädagogischen Abschluss für die Nachmittagsbetreuung… Hausaufgabenbetreuung und qualifizierte Freizeitangebote…“ – also m. E. sind da Tür und Tor geöffnet, denn es soll „billig“ sein und da kann man eben alles „anlocken“ und es gibt eben welche, die da „sofort“ anspringen, mehr muss ich nicht sagen oder?
    Das eine „nicht“ in meinem Beitrag zuvor ist zu viel, das war ein Versehen, ich meinte auch, es ist kein großer Schutz, wenn gut geschulte Kräfte auf unsere Kinder losgelassen werden, aber Geschulte können halt vielleicht doch etwas besser und angemessener handeln, als Billigkräfte, und warum setzen wir Billigkräfte nicht in der Konstruktion und im Bau von Flugzeugen ein und warum ist uns die Erziehung unserer Kinder so wenig wert – dürfte ja wohl jedem klar sein, warum…

  • Mathilde Vietze

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    Es geht nicht allein um die fachliche Qualifiktion. Oft genug suchen gerade
    – ansonsten intelligente, aber sexuell verklemmte Leute sich Berufe aus, wo
    sie mit Kindern zu tun haben. So wäre mir z.B. für die Nachmittagsbetreuung
    eine „ungelernte“ Kraft, die mit beiden Beinen am Boden steht, lieber als ein
    überstudierter Ober-Akademiker, der die Bodenhaftung zur Basis längst ver-
    loren hat.

  • Herbert Turetschek

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    „lieber als ein
    überstudierter Ober-Akademiker, der die Bodenhaftung zur Basis längst ver-
    loren hat.“
    Ich bin zufällig so einer und ich behaupte, viele, die so reden wie sie, schaffen es nicht einmal Kinder ein paar Wochen gewaltfrei zu erziehen – das ist jedenfalls meine Erfahrung aus 25 Jahren Sozialarbeit an der Basis, u.a. als Kinderdorfvater.

  • Haimo

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    Opfer der RKK und des Bistums Regensburg vereinigt euch, könnte man als verzweifeltes Gewaltopfer nun in die Welt hinaus posaunen, aber nichts geschieht. Nun haben wir endlich eine Change, auf unser Problem hinzuweisen. Die RKK hat vor, die größten Vertuscher Josef Ratzinger und Müller auf Siegertreppchen zu stellen und ihnen ein entsprechendes Forum zu geben. Die Termine auf der Bistumshomepage sind in der nächsten Woche dichtgedrängt.
    http://www.bistum-regensburg.de/news/das-bistum-feiert-10-jahre-papstbesuch-benedikt-xvi-in-regensburg-4899/
    „Die Regensburger Rede von Papst Benedikt – eine Relecture im Abstand von 10 Jahren“ mit Gerhard Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregation. Der Eintritt zum DOMFORUM ist sogar frei. Auch eine Vesper im Dom ist angekündigt
    In Google kann man das Anwachsen der Einträge über das geplante Prozedere live verfolgen, am Sonntag gibt es sogar einen Beitrag im TV . Aber was ist mit unserem Anliegen der Aufarbeitung in der Realität passiert ? Nichts!
    Ähnlich wie mit dem MSGR Titel den damals die “ ehrenwerten Herren “ als Auszeichnung für die Anwendung der schwarzen Pädagogik bekamen und dann nur umso emsiger um sich schlugen, redet man im Bistum über Papstdenkmäler oder 10 -jährige Besucherjubiläen. Die Schremsstrasse behält natürlich ihren Namen. Ich schreibe diese Zeilen gezielt für die ehemaligen Heiminsassen, die nun endlich in der Diskussion auftauchen und mit denen ich in Kontakt kommen will um hier etwas zu verändern, denn auch die RKK hat ihre schmerzempfindliche Punkte. T. Schrems verteidigte mehrere verurteilte Schläger auch als sie schon im Knast saßen. Ratzinger, Mai, Meier, alles Inhaber des Monsignore Titels diese Themen sollen immer und immer wieder öffentlich angefragt werden.
    Haimo
    Etterzhausen 1962 – 1964

  • R.B.

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    @ Haimo
    Du liegst ja völlig richtig mit Deiner hier geschriebenen Meinung!
    http://de.radiovaticana.va/news/2016/09/11/vor_zehn_jahren_die_regensburger_rede_von_papst_benedikt_xv/1257369
    http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2006/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20060912_university-regensburg.html
    Schuld daran haben aber auch noch ganz ganz andere hier. Ich verurteile zum Beispiel die MZ Presse von Regensburg , ich meine die Mittelbayerische Zeitung , und auch den Bayerischen Rundfunk / Fernsehen. Würden diese auch anständig arbeiten und zu den Themen auch richtig und sachlich berichten, und auch die richtigen Themen in der Presse verarbeiten, dann wäre eigentlich schon seit Jahren diese Angelegenheit , etc. Domspatzen , usw. Etterzhausen , schon längst aufgearbeitet und erledigt.
    Wenn auf BR.de die Kommentare zu heiß oder zu brenzlich werden, dann wird einfach das Forum dazu geschloßen. Geschehen auch erst wieder vor einiger Zeit zum Thema Missbrauch und dem Kloster Ettal.
    http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/missbrauch-ettal-pater-gericht-100.html

    Alles scheitert hier zum Thema , eben weil die Herrschaften in Regensburg nicht wirklich Unabhängig arbeiten.
    Sie schieben sogar den Weissen Ring vor , und sind dann immer noch nicht weiter.
    Sollte es doch zum Thema Missbrauch und Gewalt bei den Regensburger Domspatzen / Etterzhausen auch einen Abschlußbericht geben, dann zweifle ich jetzt schon an deren Glaubwürdigkeit!
    Neues Beispiel. Ende Juli setzte das Bistum in Regensburg eine neue Missbrauchsbeauftragte ein. Das Thema laß man nur im Wochenblatt.de. Es gab aber kein Bericht von der MZ aus Regensburg und auch nicht vom BR aus München. Also , woher sollen denn die vielen Opfer auch heute Bescheid wissen, wenn man immer wieder und immer wieder , schon seit dem Frühjahr 2010 , sein eigenes , wie ich finde , Süppchen kocht.
    Alles nur Inkognito
    Nichts hören , nicht sehen und nichts sagen.
    Anscheinend kocht sich das Bistum in Regensburg wirklich nur sein eigenes Süppchen Zum Thema – Andere schalten Unabhängige ein , neutrale Kanzleien ein und sogar die IPP Forschung war mit beteiligt. ( siehe neuer sz bericht )
    http://www.bistum-regensburg.de/dienst-hilfe/anlaufstellen-bei-verdachtsfaellen-von-sexuellem-missbrauch-und-fuer-opfer-von-koerperverletzung/
    Auch ist bis heute Bemerkensbert: Das Bsitum in Regensburg redet immer nur von
    Verdachtsfällen eben zum Thema sexuellem Missbrauch und für Opfer von Körperverletzung. Man muss sich wirklich großartig Fragen, was diese Herrschaften eben seit 6 Jahren wirklich alles machen. Anscheinend haben Sie bis heute keinen einzigen Fall richtig aufgearbeitet. :)
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/forschung-der-taeter-das-opfer-und-wir-1.3145032

  • Herbert Turetschek

    |

    „Mathilde Vietze

    6. September 2016 um 09:25 | #

    Es geht nicht allein um die fachliche Qualifiktion.“

    Sehr geehrte Frau Vietze,

    ich muss doch noch einmal darauf zurückkommen, schauen Sie bitte in die Gesichter der Kinder, sehen sie sich an, was Herr Udo E. Kaiser da macht, dann wissen sie, was ich meine, wenn ich sage, wir brauchen viel mehr qualifizierte Menschen, die sich um unsere Kinder kümmern http://www.udoekaiser.de/kinderkonzerte/ Ebenso könnte ich Ihnen zahlreiche Bilder aus meiner (damaligen) Kinderdorffamilie liefern. Das Manko ist wirklich, dass wir immer die billige Lösung wählen, obwohl wir im Land genug hochengagierte und ausgebildete Menschen haben, woanders, in jedem anderen Bereich, wäre das unmöglich. Bitte überdenken Sie Ihre Meinung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Herbert Turetschek
    der nur eine Entschuldigung will für das, was ihm in Etterzhausen angetan wurde (und vielleicht eine kleine Entschädigung, denn schließlich hat meine Familie auch noch Schulgeld dafür zahlen müssen, dass wir all das ertragen mussten)!

  • hutzelwutzel

    |

    @Coffin Corner:

    Ja wenn du dich diesem Verein unterstellst, dann kann dir Glauben auch dein Leben kosten, wenn du kein Geld mehr hast.
    Mein Spruch: Wenn die Röm.-Kath. Kirche wirklich von Jesus eingesetzt wurde, dann hätte man dies sicher auf Steintafeln festhalten lassen. Steintafeln hatte ja schon Mose vom Berg Sinai getragen, mit den 10 Geboten. ;-)

    Fazit 1: Es gab nie eine Einsetzung der Röm.-Kath. Kirche, weder durch Gott noch durch Jesus. Sonst hätte man Gott vertrauen und keine Schenkungsurkunde eines Kaiser Konstantin fälschen müssen.

    Fazit 2: Die Röm.-Kath. Kirche ist eine Erfindung, die den Oberen dazu diente, „die da unten“ in Vertröstung auf ein besseres jenseitiges Leben gefügig zu halten. Andere sagten in der Vergangenheit dazu „dumm halten“.

    Fazit 3 – obwohl ich mich nicht einmal als links bezeichnen würde:

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,
    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
    Uns aus dem Elend zu erlösen
    können wir nur selber tun!
    [https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Internationale] ;-)

    Die Röm.-Kath. Kirche jedenfalls erkämpft das Menschenrecht nicht. Die hat ja mit dem Vatikan noch nicht einmal die Genfer Menschenrechtskonvention ratifiziert.]

    Und warum Bayern soviel Angst vor „Überfremdung“ hat: Weil diese Leute die hier kommen, in den Anfängen in deren Ländern genau dies erlebt hatten, was wir seit einigen Jahren erleben können. Spätestens deren Kinder würden dieses Theater in Bayern nicht mehr mitmachen, und demokratisch andere Leute wählen.

  • El

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    Leider nimmt der Trend, unqualifiziertes und nicht ausgebildetes Personal in der Pädagogischen Betreuung von Kindern einzusetzen zu.
    Obwohl die Arbeit mit den Kindern immer komplexer und schwieriger wird (viele Kinder mit Migrationshintergrund / Eltern, die die deutsche Sprache nicht bzw. sehr schlecht sprechen; Zunehmen von Handy-PC-und Fernsehkranken Kindern mit den entsprechenden Zappelphilippsymptomen etc. pp. ) wird dieser Situation keine Rechnung getragen.

    Um in Ihrem Bild zu bleiben, Herr Turetschek:
    Stürzen wiederholt Flugzeuge ab, dann wird Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt werden, um den Fehler herauszufinden, um das Modell zu optimieren, damit die Gefahr für Leib und Leben abgewendet werden kann.
    Obwohl offensichtlich ist, dass die Kinder zu einem Gutteil außer Rand und Band geraten sind, und nach stärkenden, klaren und liebevollen Strukturen geradezu schreien, wird statt dem Flugzeugmechaniker die Putzfrau der Wartehalle eingestellt ….

    Bzgl. der Fachkompetenz: Meist dürfte es schon der Fall sein, dass die jeweils dafür Ausgebildeten ihre Arbeit am Besten machen – also ein Schuster doch bessere Schuhe zusammenschustert als der Winzer und dieser wiederum einen besseren Wein braut als die Pädagogin. Ebenso sind Pädagoginnen doch die Menschen, in deren Händen die Kinder noch am Besten aufgehoben sind (von den Eltern abgesehen).
    Ausnahmen und Naturtalente bestätigen die Regel.

  • Herbert Turetschek

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    @El

    „Ausnahmen und Naturtalente bestätigen die Regel.“
    So sehe ich das auch!

  • Herbert Turetschek

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    „hutzelwutzel

    14. September 2016 um 23:27 | #

    Apropos „qualifiziertes Personal““
    Das ist natürlich nicht das Personal, das ich meinte, ich meine das auf dem Bild in dem Link. Nur schade finde ich, dass niemand, außer regensburg-digital darüber berichtet. Das gilt sogar für das „fortschrittliche“ Franken und auch Deutschland, das ja bekanntlich nicht zur „rückständigen“ Oberpfalz gehört.

  • Herbert Turetschek

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    @hutzelwutzel, der immer sehr kritisch ist und an die sehr bedachten, überlegten und gemäßigten und weisen (Haimo, Udo, Wolfgang und viele andere).

    Es ist doch irgendwie beides richtig, natürlich sieht es gar nicht danach aus, als ob gegen die „Übermacht“ etwas getan wird/getan werden kann, aber dann schaue man sich auch wieder die Vertretung hier bei regensburg-digital an, da ist alles vertreten, von Pax Christi bis IG Metall. So möchte ich es auch: Alle positiven Kräfte ziehen an einem Strang, die sozialen Initiativen genauso wie die Falken usw.! Warum? regensburg-digital zeigt es uns, es geht, auch gegen die Unkenrufe von hurzelwurzel: „Manchmal habe ich echt Mitleid mit den Oberpfälzern“, obwohl ich auch wie er oft nur verzweifeln will, weil wir nicht gemeinsam vorgehen, außer hier in dem Zusammenschluss, den Stefan Aigner geschaffen hat. Wir müssen auch gegen die „Abnormität“ vorgehen, dass Menschen, die ihr Leben lang für Veränderung gekämpft haben, jetzt vor dem Aus stehen, mir schrieb wieder ein Kollege in der Arbeitsarmut, obwohl er ein Leben lang in der offenen Jugendarbeit gekämpft hat (und verloren?!). Bewegen wir etwas.

  • Ein positiver Schritt voller Mängel » Regensburg Digital

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    […] Mit den Vorwürfen konfrontiert, bestritt Mai 2016 gegenüber regensburg-digital die Vorwürfe der Körperverletzung und berief sich auf eine gewisse Normalität in kirchlichen Einrichtungen: Das „heutige Theater darum“ verstehe er nicht, es mache ihn „fuchtig“. Für ihn als Internatszögling sei es normal gewesen, „dass du eine Watschen gekriegt hast. Normal, dass du sie gekriegt hast und später als Erzieher ausgeteilt hast“. In Internaten hätten damals alle so gehandelt. Eine Diskussion mit Leuten, „die dafür kein Verständnis haben“, sei „witzlos“. Mai – „ich bin von Haus aus Historiker“ – meint, dass man mit heutigen Vorstellungen „nicht an früher rangehen“ könne. Mais Ausreden riefen bei seinen Opfern Entsetzen hervor. […]

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