Kommentar zur Dombesetzung und den Folgen

Wenn der Kampf von Geflüchteten zum Egotrip verkommt

Isen Asanovski im Gespräch mit einer "besorgten Bürgerin". Foto: Michael Bothner

Isen Asanovski im Gespräch mit einer „besorgten Bürgerin“. Foto: Michael Bothner

Die ehemaligen Dombesetzer haben den Asanovski-Brüdern das Vertrauen entzogen. Ohnehin bleibt der Eindruck, dass die Betroffenen als Schwungmasse missbraucht wurden, um die „Marke“ Romano Jekipe zu pushen.

Von Stefan Aigner

Am vergangenen Sonntag fanden bayernweit in mehreren Städten Demonstrationen der Kampagne „No Deportation, Nowhere“ statt. Auch in Regensburg kamen etwa 70 Personen zusammen, um gegen die aktuelle Asylpolitik der bayerischen Regierung zu protestieren. Diese zeichnet sich insbesondere durch die seit Herbst 2015 eingerichteten „Abschiebelager“ in Bamberg und Ingolstadt aus. In diesen sollen Menschen aus sogenannten „sicheren“ Herkunftsstaaten „konzentriert“ (offizieller Wortlaut im Umverteilungsbescheid der Regierungsbehörden) werden, um so eine leichtere Abschiebung gewährleisten zu können.

Das Anliegen der „No Deportation, Nowhere“-Kampagne ist es, die in ihren Augen menschenunwürdige Praxis dieser Einrichtungen zu thematisieren. Gerade Menschen vom Balkan werden in diese „Abschiebezentren“ einquartiert. Menschen wie jene Protestierenden, die seit Anfang Juli zunächst im Regensburger Dom und seit 11. Juli im Pfarrheim St. Emmeram für ihr Bleiberecht kämpfen. Einige von ihnen waren vor dem Protest in Ingolstadt untergebracht.

Besetzer erhofften sich Bleiberecht

Für Geflüchtete, die in diesen „Abschiebezentren“ leben müssen, ist klar, dass die Abschiebung nur noch eine Frage der Zeit ist. Und so kam es zur Besetzung des Regensburger Doms durch über 40 Menschen, unter ihnen Familien mit kleinen Kindern und schwerkranke Menschen, denen in ihren Herkunftsländern keine ausreichende medizinische Versorgung zukommen würde. Andere sehen sich als Roma in ihren Herkunftsländern täglicher rassistischer Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt. Durch die Besetzung erhofften sie, sich ein Bleiberecht in Deutschland erwirken zu können.

Von Beginn an war Isen Asanovski von der Aktivistengruppe „Romano Jekipe Ano Hamburg“ bei der Dombesetzung dabei. Asanovski hatte bereits vergangenen Herbst mit einer Gruppe Roma die Hamburger Kirche St. Michaelis und diesen Frühling in Berlin ein Denkmal für die Roma, die durch die NS-Vernichtungsmaschinerie getötet wurden, besetzt. Dabei mag er zwar ein politisches Zeichen gesetzt haben, für die Betroffenen selbst sprang dabei aber kaum etwas heraus. Und auch in Regensburg stellt sich die Frage, ob hier Geflüchtete nicht einfach als Schwungmasse für eine politische Protestaktion missbraucht wurden.

Gewollte Abhängigkeit

Asanovski hatte innerhalb der Gruppe, die nach wie vor in Regensburg für ein Bleiberecht kämpft, aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen und den sich ausbildenden Wissenshierarchien schnell alle Zügel in der Hand und stilisierte sich zum „Sprecher“ der Gruppe. Von Beginn an trat er nicht als bloßer Unterstützer mit Respekt vor der Situation und den Forderungen der Besetzer auf, sondern gab gegen ihren Willen vor, was wann und wie zu passieren hätte. Je länger der Protest anhielt, desto deutlicher wurde nach außen hin die Abhängigkeit von Asanovski, die dieser jedoch nicht versuchte abzubauen. Ganz im Gegenteil zeigte sich, dass er es auf diese Situation angelegt hatte, um seine persönlichen Ziele zu verfolgen.

Schon in den ersten Stunden der Dombesetzung wurden alle Gespräche von Vertretern des Bistums ausschließlich mit Asanovski geführt. Dabei gibt es unter den Betroffenen auch einige Menschen, die ihre Forderungen selbst hätten vortragen können und wollen. Noch am selben Tag gab das Bistum bekannt, die Geflüchteten könnten vorübergehend in Nebenräumen des Doms unterkommen und würden mit dem Nötigsten versorgt werden. Die Protestierenden konnten dies sicher als einen Teilerfolg werten.

Ging es irgendwann um konkrete Belange der Geflüchteten?

Asanovski verließ die Gruppe am nächsten Tag Richtung Hamburg. Schon hier zeigte sich die große Abhängigkeit der Gruppe von der Person Asanovski. Immer wieder fiel sein Name, wenn über das weitere Vorgehen der Gruppe nachgefragt wurde. Man wolle warten, bis er wieder da sei.

Nach seiner Rückkehr ein paar Tage später waren ein evangelischer Priester und zwei weitere Personen aus Asanovskis persönlichem Umfeld mit dabei. Zunächst war niemandem klar, was diese Personen in Regensburg sollten. Der Pfarrer, ein enger Vertrauter Asanovskis, war auch bei der Besetzung des Hamburger Michels aktiv. In Regensburg beschränkte sich sein Vorgehen auf einen spontanen Redebeitrag bei einer Demo zur Solidarität mit den Protestierenden, organisiert von einem Unterstützerkreis aus Privatpersonen. Im Anschluss daran reiste der Pfarrer wieder ab. Die beiden anderen Personen, so offensichtlich der Plan, sollten innerhalb der Gruppe als Multiplikatoren von Asanovski fungieren.

Bei der erwähnten Demo schien es Asanovski dann weniger um die konkreten Belange der Geflüchteten in Regensburg zu gehen, sondern darum, Eigen-PR zu betreiben. Einmal das Mikro ergriffen sprach er lediglich minutenlang darüber, was seine Organisation Romano Jekipe bisher erreicht habe und noch erreichen werde.

Dürftige Informationen für Betroffene

Es gab neben Asanovski auch noch weitere Redebeiträge betroffener Personen, aber nach jeder und jedem ergriff immer wieder er das Mikrofon, so als ob er die Position der jeweiligen Vorrednerinnen in seinen harsch klingenden Worten mehr Gewicht verleihen musste und das letzte Wort haben wollte. Seine maßlose Selbstüberschätzung gipfelte in der Äußerung, niemand könne ihn und Romano Jekipe aufhalten.

Dabei scheint es ihm egal zu sein, was am Ende für die eigentlich Protestierenden als Ergebnis steht. Wichtig scheint ihm lediglich die Vermarktung seiner Person und seines Projekts Romano Jekipe zu sein.

An verschiedenen Stellen konnte man auch herauslesen und von Betroffenen hören, dass Asanovski die Menschen nur dürftig mit notwendigen Informationen versorgt hat. Zum einen fehlten Informationen über rechtliche Zusammenhänge, aber auch über drohende Repressionsszenarien. Die Geflüchteten reagierten daher immer wieder mit Überraschung und offensichtlicher Besorgnis, wenn sie neue Details erfuhren. Ein Protest, bei dem die Betroffenen nicht umfangreich darüber aufgeklärt sind, welche Erfolgsaussichten dieser hat und welche Konsequenzen drohen, hinkt schon von Beginn an.

Entscheidungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg

Dass Asanovskis Vorgehen insgesamt problematisch ist, zeigte auch das nachträgliche Hinzuholen weiterer Geflüchteter. Darüber wurde das Bistum nie in Kenntnis gesetzt. Hier wurde eine unnötige Konfrontation mit dem Bistum wissentlich riskiert, die letztlich auf die Geflüchteten zurück fällt.

Einen weiteren Höhepunkt setzte Asanovski, als er seinen Bruder Stefan nach Regensburg holte. Dieser trat vor allem als das „freundliche, diplomatische Gesicht“ von Romano Jekipe auf. Stefan Asanovski sprach mit kirchlichen Verantwortungsträgern. Laut Aussagen von Besetzern tat er dies ohne Wissen der protestierenden Menschen im Pfarrheim. Er habe die vermeintliche Positionen und den Willen der Betroffenen ohne Abstimmung und offenbar wissentlich im Gegensatz ihren eigentlichen Positionen falsch weitergegeben.

Degradiert zum Protestobjekt

Nun zogen die Protestierenden die Reißleine. Sie entzogen den Asanovskis und damit Romano Jekipe jegliches Vertretungsrecht und wollen von nun an selbstständig agieren. In einem persönlichen Brief an Generalvikar Fuchs bitten sie darum „in unseren Belangen nur selber über unsere Zukunft [zu] reden und uns nicht von ‚Mittelsmännern‘ vertreten [zu] lassen“.

In einem Statement zu dem entzogenen Vertrauen spricht Stefan Asanovski den Protestierenden nun jede rationale Entscheidungsfähigkeit ab. Wörtlich:

„In ihrer Verzweiflung und Desorientierung haben sie mir heute Abend erklärt, dass sie ihr Schicksal selbst bestimmen wollen.“

Und weiter:

„Somit sind unsere Möglichkeiten erschöpft und deswegen ziehen wir uns zurück.“

Hier wird die Realität verdreht und das eigene Handeln in keinster Weise reflektiert. Die Geflüchteten werden als das eigentliche Problem angesehen, die wohl nicht wissen was sie tun. Dabei wurden sie von Anfang an von den Asanovskis nur als Protestobjekt angesehen und behandelt.

Gibt es noch eine gütliche Lösung?

Nun treten sie als selbstbestimmte Gruppe auf. Für die Protestierenden in Regensburg hat sich, ebenso wie bei den von Asanovski initiierten Besetzungen in Hamburg und Berlin, keine Verbesserung ihrer Situation ergeben. In allen Fällen bleibt der deutliche Eindruck, dass es nicht um deren Belange ging, sondern darum, die „Marke“ Romano Jekipe zu pushen.

Bereits vergangene Woche hat ein Teil der Gruppe das Pfarrheim verlassen und ist nach Ingolstadt in das Abschiebelager zurückgekehrt – aus Angst vor einer Räumung durch die Polizei. Der restlichen Gruppe hat das Bistum bis Mittwoch Zeit gegeben, das Pfarrheim zu verlassen. Es bleibt nur zu hoffen, dass es nicht zu spät ist und das Bistum nun mit den Betroffenen selbst noch einmal in Gespräche tritt und eine vernünftige Lösung gefunden wird.

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Kommentare (29)

  • joey

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    „Schwungmasse für eine politische Protestaktion“
    danke für diese klare und richtige Passage. Bei den politischen „Nutzern“ könnten aber wohl noch andere sein.

    Den Menschen wäre am besten geholfen, wenn sie in ihrer Heimat ordentlich existieren könnten. Gute medizinische Versorgung gibt es aber wohl am ganzen Balkan nicht, wobei man auch in Deutschland besser nicht hinter die Kulissen…

    Es gibt Möglichkeiten (die man noch verbessern kann), legal nach einheitlichen Kriterien nach Deutschland einzuwandern. Ja, legal für Menschen, die hier ihr Leben finanzieren können, die gewillt sind, sich deutschen Lebensumständen anzupassen (z.B. Frauen- und Kinderrechte, dazu gehört auch, daß man nicht droht, seine Kinder anzuzünden).
    Klare (Einwanderungs-) Regeln schaffen Gerechtigkeit für alle, schaffen Möglichkeiten, auf die man auch vorab hinarbeiten kann. Besetzungen sind (milde) Gewalt, der man aber wohl aus grundsätzlichen Erwägungen nicht nachgeben darf.

    Wenn Asanovski schon im Hamburg besetzen lassen hat, kann es ja nicht nur um die CSU Politik gehen. Die Abschiebezentren sprachlich in die Nähe der NS Konzentrationslager zu bringen, halte ich für „voll daneben“. Der große Unterschied ist nämlich: im Abschiebelager kann jeder jederzeit ausreisen und wird nicht durch blanken Mord vernichtet. Das Andenken an die NS Opfer kann man auch durch unpassende Vergleiche beschädigen.

  • keinMenschistillegal

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    Ob dieser Artikel in irgendeiner Weise den Roma hilft, wage ich zu bezweifeln.
    Aber ich fand die rd-Berichterstattung hier schon bisher zunehmend dürftig.
    Hätte ich nur die MZ gelesen, hätte ich genauso viel gewusst.
    Ihr seid für mich auf die Anliegen der Roma nicht wirklich eingegangen.
    Ich fand keinen einzigen link zur spannenden Frage: Ist der Vortrag der Roma, dass sie in ihren Herkunftsländern in totaler Armut leben und diskriminiert werden, richtig ?
    Ebenso fand ich kein einziges Gespräch oder Portrait mit betroffenen Romas in rd, so dass man besser hätte später verstehen können, was für ein Schicksal diese Menschen haben. Dafür wäre in diesen Wochen wohl genug Zeit gewesen. Ihr habt auch nur oben-drüber über sie geschrieben.
    Ihr seid also über das Niveau der MZ nicht hinausgegangen.
    Und euer Schluss-Resumee „Es bleibt zu hoffen, dass es nicht zu spät ist..dass das Bistum trotzdem noch gesprächsbereit ist …eine vernünftige Lösung gefunden wird“ . Das sind doch nur irreführende Phrasen. Die Wahrheit hier ist doch: Ohne massivsten Druck wird der Freistaat seine Roma-zurück-in-ihre Herkunftslöcher /sollen-sie-krepieren-geht-uns-doch-nichts-an-Politik nicht ändern. Und die Regensburger Kirchenspitze hat zu keinem Zeitpunkt wenigstens geäußert, dass sie das Schicksal der Roma bedauern und eine Änderung der Roma-Abschiebungs-Politik fordern. Ist ihnen doch auch egal, oder sieht rd neuerdings in Regensburg eine menschenfreundliche Kichenspitze ?
    So, genug geärgert.
    Ich habe hier ein bisschen was getan, nämlich einige Male Geld- und Sach-Spenden dort vorbeigebracht und mit Romas und Unterstützern freundlich-wohlwollend geplauscht. Und den ausländerfeindlichen Hetzern im Leserforum contra gegeben.Und ich bin im rd-Förderverein. Daher gestatte ich mir, auch rd mal zu kritisieren.

  • Hans

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    Das Agieren des Bistums wird auch immer undurchsichtiger: http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/stadtteile/innenstadt/fluechtlinge-aufregung-in-st-emmeram-21345-art1411961.html

    Beim Lesen obigen Artikel habe ich mich ständig gefragt was da denn nun wann passiert ist. Am Ende scheint es, dass man akurat 1 Tag vor Ultimatum agiert und sich distanziert. Ja mei.

    Auch hierbei alles recht undurchsichtig – anscheinend hats der Berliner verbockt.

    Man sollte sich dennoch darüber klar sein, dass ob jemand abgeschoben wird oder eben nicht, auf keinen Fall danach beurteilt werden darf ob er „sympathisch“ rüberkommt.

    Vielleicht sollte an dieser Stelle das Bistum seine beleidigte Note (Presseerklärung) noch einmal überdenken und wenigstens dabei bleiben Duldung zu verlangen. Dass man diese Forderung zurückzog war ja wohl eher der Dolch von hinten.

  • Regensburgerin

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    Vielen Dank für diesen Artikel. Ich (und einige andere aus der Flüchtlingshilfe) hatten schon länger den Eindruck, dass hier die Geflüchteten instrumentalisiert werden, mussten uns aber allerhand anhören, wenn wir es gewagt hatten skeptisch zu sein.

    Ich hatte es gewagt, nachzufragen, was mit dem Geld auf dem ständig beworbenen Spendenkonto „Residenzpflicht abschaffen“ passiert. Ein belastbare Antwort habe ich leider nie bekommen. Ich rege an, hier kritisch nachzufragen. Ich fände es schade, wenn unsere Spendengelder den Herrn aus Hamburg bei seiner „Markenbildung“ unterstützen.

  • Mathilde Vietze

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    Liebe Regensburgerin, ich danke Ihnen; denselben Eindruck
    hatte ich schon, als die Leute den Dom besetzten. Die wurden
    benutzt, um aller Welt vorzuführen, was für ein Scheißstaat wir
    doch sind; die Flüchtlinge sind diesen „Anführern“ scheißegal.

  • Jemand der es weiß

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    @Regensburgerin
    Ich nehme an, dass Sie die Frage schon in einer Flüchtlingshelfer*innengruppe bei Facebook gestellt haben. Dort erhielten Sie folgenden Antwort:
    „So findet sich dieses Konto zum Beispiel auch unter dem Spendenaufruf der Kampagne „NoDeportation.Nowhere“ (die auch den protest unterstützt). Der Name „Residenzpflicht abschaffen“ bezieht sich hierbei auf erstmalige Aktion für welche das Spendenkonto eingerichtet wurde – die Proteste von Geflüchteten 2012 (siehe z.b.: https://strikeregensburg.wordpress.com/ ) Vergangen Herbst wurde das Konto auch für den Soliconvoy benutzt, der auf der Balkanroute aktiv war (siehe twitter: @soliconvoy) Die Spenden wurden bisher bspw. verwendet für: Frühstück für die Geflüchteten im Dom, medizinische Versorgung die nicht vom Bistum übernommen wird, Guthaben für Handy, etc. Weiter werden noch zusätzlich Spenden nötig sein um die ausbleibenden Sozialhilfen zu kompensieren (diese müssten persönlich in Ingolstadt bezogen werden, was aktuell für einige der Schutzsuchenden nicht möglich ist) –> das alles habe ich erfahren, als ich neulich den Infostand besucht habe und gefragt habe:)“

    Des Weiteren finde ich den Artikel schwierig, weil hier sehr schnell eine Schwarz-Weiß Sicht auf die Dombesetzung geworfen wird. Auch wenn die Asanovskis hierarchische, partrichale Männer sind und ein emanzipatorischer Protest anders ausschaut, so sind eben die dortigen Geflüchteten keine „willenlose“ Akteure, sondern immer noch entscheidungsfähige Personen. Auch die deutschen Unterstützer_innen werden so diskritiert…. Schade…

  • Gotthold Streitberger

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    Der Kommentar vermischt ein unvollständige Darstellung bestimmter Ereignisse und deren Bewertung. Er spiegelt – meines Erachtens sehr unredlich – die einseitige Sicht mancher Unterstützer/innen wider. Zwischen den direkt Beteiligten – Flüchtlinge im Schutz der Kirche/Romano Jekipe Ano/Unterstützer/innen – gab es von Anfang an große Meinungsverschiedenheiten. Die Flüchtlinge –jedenfalls ihre große Mehrheit – haben bis Sonntag 31.7. die Gruppe Romano Jekipe Ano vertreten durch die Brüder Isen und Stefan Asanowski als Vertreter ihres Protestes betrachtet. Den Unterstützer/innen hat dies nicht gefallen, sie haben sich bemüht, dem entgegenzuwirken.
    Seit Sonntag 17. Juli war/bin ich sehr häufig vor Ort. Herrn Isen Stefanowski kenne ich nicht, er war nach Hausverbot des Bistums und mit Residenzpflicht in Hamburg nicht mehr in Regensburg. Romano Jekipe Ano wurde nun durch Stefan Asanowski vertreten, mit dem ich in engem Austausch stand (und wohl bleibe). Er war seit er in Rgbg war im ständigen Kontakt mit den Flüchtlingen im Pfarrheim und hat ihre Sprache. Im Gegensatz zu ihm können Unterstützer/innen und ich uns sprachbedingt mit den Romas im Pfarrheim ohne Dolmetscher kaum direkt verständigen, ich hatte ihn als Dolmetscher. Auf der Suche nach Lösungen war er im Kontakt mit kirchlichen Verantwortungsträgern. Den Unterstützer/innen hat das nicht gefallen. Aber die Behauptung, er habe ohne Wissen der Flüchtlinge agiert, ist falsch. Richtig ist, dass sie ihm am Sonntag 31.7. abends in meinem Beisein erklärt haben, dass sie nicht mehr wollen, dass er weiter mit Bistumsansprechpartnern verhandelt und er bzw. Romano Akipe Jano sich deshalb zurückgezogen haben . Anlas dafür war eine Besprechung zwischen Stefan Asanowski, den Flüchtlingen und mir zur Einschätzung der aktuellen Lage , wer evtl. von ihnen zu einem für Montag 1.8. geplanten Gespräch mit einem Bistumsvertreter mitkommt und welche Erwartungen/Bitten für die einzelnen Flüchtlinge in dieses Gespräch hätten eingebracht werden sollen. Dafür gab es sehr konkrete Überlegungen. Zu diesem Gespräch ist es nicht gekommen. In völliger Überinstimmung mit dem Kommentar hoffe ich , das es nun nicht zu spät ist und das Bistum mit den Betroffen mittles Dolmetscher in Roma selbst noch einmal in Gespärche tritt und eine vernünftige Lösung gefunden wird
    Sehr bedauerlich ist, dass der Anlass des Protestes , das verzweifelte Schicksal der Betroffenen , das Konstrukt „Sichere Herkunftsländer“, die verkürzten Asylverfahren und die schrecklichen Abschiebelager Bamberg und Ingolstadt/Manching in der aktuellen öffentlichen Debatte viel zu wenig wahrgenommen und kritisiert werden. Auf den homepages von Bayerischen Flüchtlingsrat, Pro Asyl , dem kirchlichen Hilfswerk Renovabis und vielen anderen ist dazu viel dokumentiert . In Rgbg haben sich BI Asyl und campus Asyl entsprechend positionniert.Ende Sept bis Mitte Oktober wird es dazu im EBW eine VA-Reihe geben, auf die ich hier schon hinweise.

    Gotthold Streitberger, Mitglied BI Asyl und im Sprecherrat Bayerischer Flüchtlingsrat, 03.08.16

  • Regensburgerin

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    Damit meine ich genau das , was ich gesagt habe. Ich habe bisher keine belastbare Aussage bekommen. Wer entscheidet, was mit den Spendengeldern passiert? Bekommen die Geflüchteten das restliche Geld, nach der Besetzung ausgehändigt? Es erfolgte mehrfach der Aufruf (sinngemäß) „Protestieren kostet Geld“ mit dem Hinweis auf das besagte Spendenkonto. Ich habe hier den EIndruck, dass die Situation der Geflüchteten instrumentalisiert worden ist/wird. Ob das nun zur Markenbildung geschieht, oder um das Mantra einiger Gruppen (Gegen Staat und Kapital, etc.) zu fördern weiß ich nicht. Es hat aber ein „Gschmackl“ wie wir in Bayern sagen.

  • Marc K.

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    Danke, Gotthold Streitberger! Ich habe das Gefühl, dass ich durch Ihren Kommentar erstmals eine objektive Einschätzung der Situation bekommen habe.

  • Lisa Thomas

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    Ich kann mir wirklich nichts vorstellen, das vorgefallen sein und rechtfertigen könnte, Romano Jekipe Ano Hamburg derart – heißt öffentlich und als vermeintlich objektives Organ – zu diffamieren. Das ist ein Angriff auf die Selbstorganisation von Roma, die seit je her gegen Diskriminierung und Verfolgung in sämtlichen Ländern auf dieser verfluchten Erde; gegen den Tod kämpfen müssen, wie nur wenige andere auch! Das ist damit ein Angriff auf jegliche menschliche Emanzipation. Das werde ich Euch nicht vergessen.

  • blauäugig

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    @Gotthold Streitberger
    Mir ist immer noch nicht klar, welche Rolle nun die Asanowskis am Anfang gespielt haben, ich kann mir nicht recht vorstellen, dass die Roma sich aus unterschiedlichen Orten spontan und zufällig in Regensburg zum Dombesetzen getroffen haben. Daher gehe ich bisher davon aus, dass der Protest in Form der Dombesetzung von Anfang an organisiert war, und halte es für wahrscheinlich, dass die Asanowskis auch dabei eine Rolle gespielt haben – nicht nur bei der Beschaffung der Banner. Und dass den eigentlich Betroffenen eben von Romano Jekipe Ano falsche Hoffnungen gemacht wurden.

  • semmeldieb

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    na, na… nicht gleich so heftig bitte.

  • Lisa Thomas

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    was soll das denn bitte mit „falschen hoffnungen“ etc. der ganze tenor auch des artikels, jemand instrumentalisiere jemanden. (das wird im übrigen immmmmmmmmmmmer behauptet, wenn jemand ein ganz anderes problem hat; ich kann das gar nicht mehr hören, diesen abgedroschenen instrumentalisierungs-vorwurf!)
    politische proteste – und bitte, behaupte keiner, es sei irgendwie auch nur möglich jemandem zu verschweigen, dass ein hungerstreik und eine dombesetzung ein politischer protest ist – geht nun mal ein, wer keine andere wahl hat, als aus der verzweiflung heraus zu versuchen die gesellschaftlichen verhältnisse zu verändern. proteste und vor allem deren erfolg ist nicht berechenbar! wie bitte soll da irgendwer irgendwem falsche hoffnungen auch nur gemacht haben können?!
    wenn die verhältnisse so wären, dass es keinen unberechenbaren protest bedürfe, so könnte man ja getrost andere berechenbare maßnahmen ergreifen, herr gott.
    protest stellt sich doch immer gegen ein bollwerk an hoffnungslosigkeit und wird nie und nimmer erfolgreich sein, wenn nicht eine breite gesellschaftliche solidarität entsteht.
    wem also allenthalben ein vorwurf zu machen ist für den ausbleib an erfolg, ist jeder einzelne angebliche solidarische, der solidarität aber nicht aktiv gezeigt hat. also, bitte mal an die eigne nase packen!

  • Regensburgerin

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    Wenn jemand von einem Dritten veranlasst wird etwas zu tun, um vermeintlich oder ggf. als Nebeneffekt seine Lage zu verbessern, tatsächlich dadurch aber seine Lage verschlechtert, der Dritte aber positive Effekte (Bekanntheit, Überhöhung, etc.) erfährt, dann ist das eine Instrumentalisierung.

    Und nein, weder ich, noch Frau Vietze haben ein „ganz anderes Problem“ (welches denn?!).

    Ich habe das Gefühl, die Geflüchteten wurden hier veranlasst den Dom zu besetzten. Zufällig trifft sich keiner mal so im Dom und entschließt spontan, „Mensch jetzt wäre eine Dombesetzung angesagt, und guck da liegen ja auch Transparente“. Ausweislich der eigenen Transpis und der Briefe kann die Mehrheit der im Pfarrheim sitzenden Geflüchteten nicht genug Deutsch, um die Transpis selbst geschrieben zu haben. Die Menschen machen auch nicht den Eindruck, als ob sie jederzeit Herr Ihrer Lage sind und waren.

    Fakt ist, dass sich die Lage der in Pfarrheim befindlichen Menschen verschlechtert hat (ausländerrechtlich und vermutlich auch emotional). Bekannter ist die Hamburger Roma-Orga und die beiden Brüder geworden.

    Und zum Thema Selbstorga der Roma: Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma vertritt die Interessen der Roma und Sinti in DE. Nicht eine durch zwei Brüder gesteuerte Orga aus Hamburg. Einfach mal selbst informieren. Ich habe auch das Gefühl, dass die beiden Brüder in der Romagemeinde nicht unumstritten sind.

    Schließlich hat die Aktion auch allen anderen Geflüchteten geschadet. Das Verständnis der Bevölkerung wird immer geringer. Wir, die regelmäßig mit Flüchtlingen arbeiten bekommen das immer mehr zu spüren, während die „Aktivisten“ bereits schon beim nächsten „Krisenherd“ demonstrieren.

  • Lisa Thomas

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    Ach und wegen dieser Geld-Sache: Das wird in jedem gottverdammten Protest so gehandhabt. Was hätten sie denn gerne, Regensburgerin, Quittungen?

  • Regensburgerin

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    Ihre Argumentation beeindruckt mich nachhaltig…

    Prinzipiell ist es mir egal ob das bei jedem „gottverdammten“ Protest so gehandhabt wird, das macht die Sache weder besser noch schlechter.

    Quittungen, ja gerne :). Für den Anfang würde mir schon reichen, wer hinter dem Konto steht und was mit den aktuellen Spenden passiert. Meine Frage war doch ganz klar formuliert: Bekommen die Menschen im Pfarrheim das restliche Geld?

    Das können Sie vermutlich weder wissen noch beantworten, da Sie auch keine eigene Kenntnis haben (und nein: Hörensagen ist keine Kenntnis). Ich habe konkret ein Problem damit, wenn auf dem Rücken von Geflüchteten undurchsichtige Spendenaufrufe erfolgen.

    Haben Sie überhaupt mal mit den Menschen im Pfarrheim darüber gesprochen (Wir haben da ein Spendenkonto für Euch und bezahlen gerade folgendes für Euch, am Ende kriegt Ihr den Rest, etc.). Oder wurde auch das über die Köpfe hinweg entschieden, das Geld „verwaltet“, etc. Hatten die Menschen aus dem Pfarrheim ein Mitbestimmungsrecht? Ich weiß, ich soll mich nicht so haben, aber auch das ist eine Art Bevormundung.

    Alternativ hätte man auch sagen können: „Hey, wir machen gerade Spendenaufrufe mit Eurer Dombesetzung. Wir entscheiden, was mit dem Geld passiert. Ist doch alles gut, wir haben ja auch Frühstück für Euch gekauft. Mit einem Teil des Geldes finanzieren wir aber auch unseren Protest, denn protestieren kostet Geld. Und wir brauchen ja auch Reisegeld nach Bamberg zum nächsten Protest. Und Spesengeld für Tabak und Kaffee. Auch wenn Ihr dann schon abgeschoben seid, kommt Euch das irgendwie zu gute. Denn die Residenzpflicht muss bekämpft werden. Und unser Protest ist gut und edel (Achtung Zynismus).

    Ich war auch mal jung und zornig und gegen jeden und alles, vor allem gegen Staat, Patrichariat und jede Authorität, was prinzipiell auch ok ist. Nicht ok ist es, das auf dem Rücken von Geflüchteten auszuleben. Sind wir doch mal ehrlich. Wie viele Aktivisten ware da, um die Menschen zu unterstützen? Und wie viele wollten nur Konfrontation mit einem „rassistischen Staat“ und die Kirche bloßstellen? Ich wäre glücklich, wenn diese ganze Energie den Menschen zu gute kommen würde und zwar nachhaltig. Jede Woche Zeit freimachen, um Behördengänge zu machen, Arztbesuche zu organisieren, Unstimmigkeiten zwischen Menschen zu schlichten (ja, die gibt es auch bei uns).

    Ich weiß, dass ist nicht revolutionär und spannend. Man bekommt nicht sofort Anerkennung. Es ist oft langweilig und undankbar, alles das was man nicht brauchen kann, wenn man jung und zornig ist. Sich vor eine Polizeistation zu stellen und laut zu skandieren ist da viel aufregender und macht auch mehr Eindruck.

    Wenn Sie wirklich etwas verändern wollen, dann suchen Sie den Diskurs. Aber Achtung: Dafür ist notwendig, dass man prinzipiell andere Meinungen zulässt und reflektiert.

  • Steht eine Räumung des Pfarrheims bevor? » Regensburg Digital

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    […] Bistum verschärft damit den Ton und das Vorgehen gegenüber der Gruppe im Pfarrheim, die sich zwischenzeitlich von den beiden bisherigen Wortführern und Hauptverhandlern Isen und Sefra…. Die Rechtfertigung zum jetzigen Handeln sieht Fuchs mitunter in der, wie er sagt, immer weniger […]

  • Lisa Thomas

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    um sie alle mal zu enttäuschen. ich bin von no deportation nowhere und war bei den allerersten treffen der geflohenen (roma und nicht roma – sind nämlich alles geflohene) dabei. ich kenne auch andere roma-aktivisten, die nicht in jekipe organisiert sind. ich weiß zufällig, dass das spendenkonto von aktivisten betrieben wird, die kein geld für private zwecke abzweigen. – was ich vor allem weiß, dass geflohene nicht zum spaß demonstrieren und sich über langeweile oder zu wenig anerkennung ärgern, sondern über drohenden tod. und das gilt auch für jekipe. auch wenn sie unsympathisch erscheinen mögen, sie kämpfen genau so wie alle anderen um ihr überleben. und mich nervt diese verteufelung, die hier betrieben wird. – zu den quittungen: dann erhalten sie quittungen über babywindeln und zweifeln dann an, dass diese tatsächlich für die kinder im dom gebraucht wurden. mal ehrlich, so läuft das dann doch, wenn man unbedingt einen schuldigen haben möchte, anstatt darüber nachzudenken, wie verhärtet und brutal die deutschen und europäischen verhältnisse sind, woran es vielleicht vielmehr liegen könnte, dass von den ersten wieder aufkommenden protesten von roma und anderen geflohenen, die sie als sogenannte wirtschaftsflüchtlinge abschieben wollen, sich nicht direkt erfolg einstellt?

  • hutzelwutzel

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    @LisaThomas: Danke! Ihre Ausführungen treffen – sicher nicht nur für mich – den Kern der Sache!

    Ich bin jetzt weder „links“, geschweige denn „rechts“, aber was da abläuft ist ein Trauerspiel.

    Ich würde mir wünschen, hier mal einen der berühmten „Sonderfälle“ zu konstatieren, wie er analog auch bei Abendessen der Führenden von Sicherheitskräften mit Söhnen von Diktatoren zur Anwendung kommen dürfte. Man trifft sich nicht mit Diktatoren oder deren Söhnchen, wenn man Deutschland schützen soll.

    @keinMenschistillegal:

    Hier die von Ihnen gewünschte Information nun von mir:
    https://ecoleusti.wordpress.com/
    Sinti und Roma haben keine Lobby, nirgends auf der Welt, Warum? Weil sie eigenständig sind und bleiben wollen. Eine Zukunft die uns allen auch noch bevorstehen dürfte, wenn alles zusammengekracht ist.

  • blauäugig

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    @Lisa Thomas: Sie enttäuschen mich nicht, ich kann aber Ihre Positionen nicht ganz nachvollziehen:
    „auch wenn sie unsympathisch erscheinen mögen, sie kämpfen genau so wie alle anderen um ihr überleben“ – Wer etwas erreichen will, muss um Sympathien werben. Das darf durchaus wörtlich verstanden sein, also Mitleid erwecken. Und dies umso mehr, wenn es um die Änderung der Rechtslage geht, wozu eine parlametarische Mehrheit erforderlich ist.
    Für ein „Bleiberecht für alle“ finden Sie in Deutschland keine Mehrheit, die Forderung ist so radikal, dass Sie diejenigen abschrecken, welche „nur“ für die Abschaffung der Abschiebezentren und für die Einzelfallprüfung auch von Flüchtlingen aus „sicheren Herkunftsländern“ sind. Denjenigen, welche nicht weitergehende Forderungen unterstützen, sollten Sie nicht mangelnde Solidarität vorwerfen.
    Die Verquickung von weitreichenden politischen Zielen, deren Umsetzung selbst bei völlig anderen politischen Mehrheiten Monate dauern würde, mit den konkreten Einzelschicksalen zu verquicken, wo kurze Fristen im Verfahren einzuhalten sind, halte ich für wenig hilfreich, sogar schädlich für die Betroffenen.
    Ihre letzte Frage ist nicht nur zu lang geraten, Sie setzen da auch irgendwie voraus, dass alle dasselbe Ziel haben und dasselbe als Erfolg sehen.

  • Regensburgerin

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    Ich beurteile Sie nach Ihren Argumenten, nicht nach der Zugehörigkeit zu einer Gruppierung. Und ich bin nachhaltig unbeeindruckt. Meinen Sie ernsthaft, dass Sie uns „enttäuschen“ oder eine andere emotionale Reaktion elizitieren, indem Sie Ihre Zugehörigkeit zu einer Aktivisten-Gruppen offenbaren?

    Ihren letzten Text hätten Sie sich auch komplett sparen können. Inhaltlich gehen Sie auf keines der aufgeworfenen Argumente ein. Insgesamt besteht Ihr Text aus Hörensagen und pauschalen Vorhaltungen.

    Ihr Verhalten passt leider sehr klischeehaft in das Bild, das ich und viele andere in der Flüchtlingshilfe von „Aktivisten“ haben. Nachhaltige Hilfe ist nahezu immer Fehlanzeige. Kurzfristiger Aktivismus, der oft den Geflüchteten mehr schadet, als hilft ist leider die Regel. Schade.

  • Lisa Thomas

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    1. Wem bitte ist geholfen, wenn im Falle der Roma 99,99 % abgeschoben werden und die Gesetzeslage mittlerweile so ist, dass sie gnadenlos Schwerkranke abschieben?
    2. Ich setzte tatsächlich das selbe Ziel voraus, weil ich nicht nachvollziehen kann, dass jemand möchte, dass auch nur ein Mensch in den Tod abgeschoben wird – egal welche politischen Argumente dafür aufgebracht werden – das ist wider jede Humanität. Wer da nicht das selbe Ziel hat, erreiche ich persönlich ohnehin nicht.
    3. @ Regensburgerin: Was soll das, dass sie mir ständig Dinge unterstellen? Zuerst, ich hätte meine Informationen nur vom Hörensagen – daher mein Hinweis darauf, dass ich bei No Dep Now aktiv bin. Und nun: Ich würde niemandem bei Behördengängen etc. begleiten, bzw. nicht „nachhaltig…“ Ich renne seit Jahren auf Behörden rum, um Menschen bei ihren Asylverfahren zu helfen; habe einen Deutschkurs ins Leben gerufen etc etc. Hören Sie bitte einfach auf damit – sie berufen sich noch nicht einmal auf Hörensagen!

  • Lisa Thomas

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    Korrektur: 1. Wem bitte ist mit Behördengängen alleine geholfen, wenn beispielsweise im Falle der Roma 99,99 % abgeschoben werden und die Gesetzeslage mittlerweile so ist, dass sie Schwerkranke gnadenlos abschieben?

  • Regensburgerin

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    Und wem ist mit Aktionen geholfen, welche das Verständnis für die Geflüchteten nachhaltig beschädigen?

    Wie gesagt für einen Diskurs muss man prinzipiell andere Meinungen zulassen, was bei Ihnen und vielen anderen Aktivisten grundsätzlich nicht der Fall ist. Das Schema läuft nahezu immer so:

    1.) Es wird ein möglichst plakatives Schicksal in den Raum geworfen.
    2.) Es werden unerfüllbare und realitätsfremde Forderungen gestellt.
    3.) Dem Erreichen des Ziels wird alles untergeordnet. Der Zweck heiligt die Mittel, da der Protest ja edel und gerecht ist. Auch vor Gewalt wird nicht zurückgeschreckt.
    4.) Man sucht sich einen Aktionsraum der möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugt und der einen Träger hat, der sowieso auf der Feindesliste steht (bspw. die Kirche, den Staat, Obrigkeit, Autoritäten, Kapital, den gemeinen Bürger, das Volk, den Patriotismus, Fussball, klassische Familienstrukturen, Traditionen, etc.).
    5.) Am aktuellen Beispiel wurde vermutlich mit einer Win-Win Situation gerechnet. Wenn die Kirche die Geflüchteten gleich aus dem Dom rausschmeisst, dann hat man die Kirche diskreditiert und somit gewonnen. Wenn die Kirche das Spiel mitspielt, dann erhöht man einfach stetig die unerfüllbaren Forderungen und legt ein untragbares Verhalten an den Tag (Instrumentalisierung von Kindern), bis die Kirche die Reissleine zieht und hat auch wieder gewonnen, da man der Kirche ja jetzt mangelnde Barmherzigkeit, etc. vorwerfen kann.
    6.) Dabei muss darauf geachtet werden, dass man die eigenen Ziele immer subtil mit einfließen lässt, bspw. den Geflüchteten auf einem Protest ein Transpi in die Hand zu drücken, das die zwar nicht verstehen, auf dem aber das eigentliche Ziel steht (gegen Kapital, etc. – siehe Protest am Bahnhof vor einem Jahr), das eigentlich nichts mit den Zielen der Geflüchteten zu tun hat.
    7.) Wichtig ist vor allem, das eigene Spendenkonto zu pushen und stetig zu Spenden aufzurufen.
    8.) Schließlich muss man sich immer gegenseitig bestärken, dass man das Richtige tut, weil ja sonst keiner hilft. Die Welt ist halt nun mal schlecht. Da muss man Gesicht zeigen (was in der Praxis dann so aussieht, dass man sich hinter Transpis kauert, um ja nicht erkannt zu werden).

    Wir haben früher tatsächlich Gesicht gezeigt, gegen Rechts, offen und ehrlich. Heute wird aus dem Verborgenen mit Halbwahrheiten, Aufrufen zu Gewalt, Vermummungen gearbeitet und somit die Akzeptanz in der Bevölkerung vernichtet.

    Ich tut so, als ob Ihr Menschen helfen wollt. Tatsächlich geht es nur um Krawall und unereichbare Gesellschaftliche Veränderungen (Staat, Bürger und Familien abschaffen). Dazu sind Euch alle Mittel Recht.

    Das hat mit Flüchhtlingshilfe nichts, aber auch gar nichts zu tun.

  • Lisa Thomas

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    ich bin fast die einzige hier in der diskussion mit klarnamen. ich weiß gar nicht, was mir da angelastet wird. das trifft jedenfalls alles nicht auf mich zu. tut mir leid, da müssen sie sich, regensburgerin, einfach jemand anderen suchen, um ihren dampf ab zu lassen.

  • Besetzung oder Schutzsuche? » Regensburg Digital

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    […] eine Publikumsnachfrage hin kritisierte Asanovski zudem heftig einen Kommentar bei Regensburg-Digital über das Wirken von ihm und seinem Bruder Isen bei dem Prote…. Er sah darin einen „Angriff auf die Brüder“ und „pure Diskriminierung“. Er sei „kein […]

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