SOZIALES SCHAUFENSTER

Wirtschaftsminister im Viehhausener Forst

Widerstand gegen Windpark in Sinzing

Es ist erst wenige Wochen her, als rund 6.000 Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Sinzing zur Stimmabgabe aufgerufen waren. Ende April stimmte eine deutliche Mehrheit für den Bau einer PV-Anlage im Donautal. Nun dreht sich im äußersten Südwesten des Landkreis Regensburg erneut alles um die Erneuerbaren.

Aiwanger wirbt am Mittwoch für die regionale Energieerzeugung. Neben ihm Josef Espach, zweiter Bürgermeister  der Gemeinde Sinzing. Foto: bm

 250 Meter. In dieser Höhe sollen zwei Windkraftwerke künftig den Wind abernten. Ob das Projekt, das bereits seit fünfzehn Jahren geplant wird, einmal Realität werden kann, das hängt momentan erneut von den 6.000 stimmberechtigten Bürgerinnnen und Bürgern der Gemeinde Sinzing ab. Wie schon im Fall der Photovoltaik-Anlage zwischen Sinzing und dem Ortsteil Minoritenhof, gibt es eine Bürgerinitiative für den sofortigen Planungsstopp des Windparks. Am vergangenen Mittwoch stattete deshalb der bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger dem geplanten Standort einen Besuch ab und warb bei den Gegnern für das Vorhaben.

Mitten im Viehhausener Wald bei Kohlstadt sollen die zwei Windräder einmal stehen. Am Rande der vorgesehenen Fläche haben die Verantwortlichen zum Gespräch mit Aiwanger geladen. Entlang des Forstweges haben Projektgegner an mehreren Stellen Banner angebracht. „Nein zu Monsterwindkraftanlagen im Schwachwindgebiet“, heißt es darauf. Zudem werden die Windräder in Relation zum Regensburger Dom und zum Fernsehturm gesetzt. Aus Sicht der Gegner steht fest: Die Windräder sind zu hoch, zu nah und vermutlich unrentabel. Schlicht: „Das ist der falsche Standort.“

Die Energiewende regional voranbringen

Etwa 50 Personen sind zu dem Termin gekommen. Der Großteil lehnt die Anlagen ab und sieht sich von den Gemeinderäten zum Teil auch übergangen. Die hatten am 16. Dezember grünes Licht für das Vorhaben der Regensburger Firma Ostwind gegeben. Eine Frau vermutet „persönliche Interessen“ hinter der politischen Entscheidung. Zudem seien die Bürger nicht informiert worden. Tatsächlich wird das Projekt seit fast 15 Jahren geplant und seit Beginn von Widerstand begleitet. Vergangenes  Jahr kam es zu einer Klage vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Das Vorhaben wurde daraufhin von drei auf zwei Windanlagen reduziert.

Droht Sinizing ein Monsterwindpark? Das befürchten die Gegner der Anlage.

Aiwanger verweist auf deren hohen Nutzen für die Gemeinde. „Sinzing könnte mit den geplanten zwei Windkraftanlagen mit 21,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr mehr Strom erzeugen, als die für die Gemeinde benötigten 17,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. So bringen wir die Energiewende voran.“ Und das sei auch mit Blick auf das Laufzeitende der Atomkraft im kommenden Jahr dringend geboten.

Der Energieminister wirbt seit längerem für einen raschen Ausbau der regenerativen Energiequellen in Bayern und sprach sich bereits im vergangenen Herbst für die geplanten Windkraftanlagen in Sinzing aus. Aufgrund der im Freistaat nur geringen Flächen für solche Anlagen begrüße er, dass Kommunen über ihren Bedarf hinaus Strom aus erneuerbaren Energien und dezentral erzeugen können, erklärt er am Mittwoch.

Projektleiter versprechen Energie in Bürgerhand

Die beiden Windräder sollen von der Regensburger Firma OSTWIND errichtet und als Bürgerwindpark von der Bürgerenergie-Genossenschaft BERR betrieben werden. Deren Vorsitzender Joachim Scherrer setzt vor allem auf „die Wertschöpfung vor Ort“. Das Geld fließe hier „eben nicht zu großen Energiekonzernen, sondern bleibt bei den Bürgern der Gemeinde“. Mehr als 7.000 Haushalte könnten künftig versorgt und 14.300 Tonnen CO2 eingespart werden. Der zweite Bürgermeister der Gemeinde, Josef Espach, ist ebenfalls vor Ort, um den Wirtschaftsminister zu begrüßen. In seiner kurzen Rede stellt er die Historie der Planungen dar.

Die Kritiker überzeugen die vorgebrachten Argumente nur wenig. Der Strom werde „am Ende in Saal“ und somit im Landkreis Kelheim ins Netz eingespeist werden, behauptet ein Mann. „Wir wissen derzeit noch gar nicht, wo wir einspeisen werden“, entgegnen die Projektverantwortlichen. Das werde die Netzagentur erst nach der endgültigen Genehmigung mitteilen.

„Energiewende geht zu Lasten mancher Anwohner“

Die Vorhalte der Projektgegner – sie betonen immer wieder, man sei nicht gegen Windkraft – erinnern an die Diskussionen rund um die geplante PV-Anlage auf dem Sinzinger Kreuzacker (unsere Berichte finden Sie hier, hier und hier). Nach der deutlichen Zustimmung beim Bürgerentscheid Mitte April darf der Privatinvestor nun weiter planen. Auch hier wurde auf den Naturschutz verwiesen und von einem „völlig falschen Standort“ gesprochen.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative hoffen auf das Votum der Bürger beim Bürgerentscheid.

Die Natur müsse erhalten und ein geeigneterer Standort gewählt werden, heißt es auch am Mittwoch. „Warum werden keine Windräder am Chiemsee gebaut“, fragt eine der Anwesenden. Aiwanger greift die Kritik auf. Auch er wisse nicht, „ob ich dafür wäre, wenn vor meinem Haus so ein Windrad gebaut werden soll“. Der Ausbau der Erneuerbaren sei aber notwendig und gehe mancherorts nunmal zu Lasten der Anwohner.

10H-Regel könnte außer Kraft gesetzt werden

Dass die Gemeinde Sinzing durch ein Bauleitplanungsverfahren die in Bayern geltende 10H-Regelung außer Kraft setzen will, begrüßt der Vorsitzende der Freien Wähler. Die 2014 unter dem damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer in Bayern eingeführte Regelung legt fest, dass Windkraftanlagen einen Mindestabstand vom zehnfachen ihrer Höhe zur Wohnbebauung einhalten müssen.

Umweltverbände liefen damals Sturm gegen diese Verordnung und sehen darin den Grund, weshalb der Ausbau der Windkraft seit längerem stockt. Auch der aktuelle Umweltminister Thorsten Glauber (FW) hatte 2014 eine Klage gegen die 10H-Regel unterstützt und vor wenigen Tagen im Münchner Merkur diese erneut kritisiert. Aiwanger bezeichnet die Regelung am Mittwoch als „relativ willkürlich“ und würde deren Abschaffung nicht im Wege stehen. Dass es dazu in absehbarer Zeit kommen wird, ist unwahrscheinlich.

Thema bedrohte Tierarten

In der Gemeinde Sinzing sollen die Windräder etwa 1.500 Meter von der Wohnbebauung entfernt sein. Möglich macht dies ein Bauleitplanverfahren. „Ich bin sprachlos, wie man soviel Unfug auf die Beine stellen kann“, erklärt ein Mann, eines der Banner haltend. Er verstehe nicht, wie die Politik „auf ihre eigene 10H-Regelung pfeifen kann“. Aiwanger versucht zu beschwichtigen. Die modernen Windräder seien technisch so ausgefeilt, „die hören Sie gar nicht mehr“. Die Rotorblätter würden mittlerweile Eulenflügeln nachempfunden werden. Dadurch würden die Blätter so gut wie keine Geräusche mehr verursachen. Selbst wenn man direkt darunter steht.

Keine Berührungsängste. Aiwanger stellt sich und zeigt Verständnis. An dem Projekt will er nicht rütteln.

Automatische Abschaltvorrichtungen sollen Vögeln zudem mehr Schutz bieten und auch die Signallichter für Flugzeuge würden bei modernen Anlagen nachts nur noch bei Bedarf blinken. Alte Modelle müssen momentan umgerüstet werden. Und Aiwanger verspricht mit einem Lächeln: „Wenn die dann immer noch stören, schieß ma’s runter.“

Der leidenschaftliche Jäger ist überzeugt, dass Windkrafträder in Waldgebieten auch einen Vorteil bieten können. Durch die Bäume werde die Anlage zu einem Großteil verdeckt. „Auf der freien Fläche um den Mast können sich zudem Tiere neu ansiedeln.“ Das werde bereits an anderen Standorten festgestellt. Selbst seltene Vogelarten wie der bedrohte Rote Milan würden mittlerweile gerade um Windräder gehäuft auftreten. „Im Wald sieht der ja die Maus gar nicht“, erklärt Aiwanger. Der geschlagene Wald – im Schnitt müssen bei vergleichbaren Projekten 0,3 Hektar Wald gerodet werden – werde an anderen Stellen durch Aufforstung ausgeglichen werden. Dem Naturschutz werde also bestmöglichst entsprochen, versichert der 50-Jährige.

Aiwanger besucht Kritiker

Die Sorgen der Bürger nehme er „ernst“ und wolle allen zuhören. Kurzfristig bietet der Politiker dann auch einem Mann an, nach dem Termin noch bei ihm vorbeizukommen. Der Mann wohnt laut eigener Aussage nur etwas mehr als einen Kilometer von dem geplanten Standort entfernt. Er befürchtet, dass die Windräder mit der Maximalhöhe der Rotorblätter von 250 Metern seinen Blick zu sehr beeinträchtigen. Aiwanger empfiehlt, man solle sich so eine Anlage im Betrieb einmal ansehen. „Das wirkt meist anders, als man sich das jetzt vorstellt.“

Eine weitere Befürchtung ist der Schattenwurf. Laut Länderausschuss für Immissionsschutz gelten Beschattungszeiten von maximal 30 Stunden pro Kalenderjahr und maximal 30 Minuten pro Tag als nicht erheblich belästigend. Führt der Betrieb einer oder mehrerer Windenergieanlagen an einem einzelnen Immissionsort (z. B. Wohnhaus, Terrasse) zu längeren Beschattungszeiten, werden diese Anlagen mit einer Abschaltautomatik versehen. Einen guten Überblick rund um das Thema Windkraft und die möglichen Auswirkungen auf die Region liefert der Energieatlas Bayern. Dort können auch Schattenwürfe simuliert werden. 

Bürgerentscheid als Schicksalsfrage

Der Vorsitzende der Bürgergenossenschaft Scherrer ist überzeugt: Viele Vorbehalte und Sorgen würden sich nach der Umsetzung auflösen. „Meist machen die Leute irgendwann ihren Frieden mit dem Thema, wenn es erstmal da ist.“ Die Bürgerinnen und Bürger seien vielmehr aufgerufen, Teil der Bürgergenossenschaft und somit Anteilseigner der geplanten Windräder zu werden. „Wehret den Anfängen“, raunt ein Mann von hinten.

Entscheiden müssen nun die Gemeindebürger. Sollte die Mehrheit der rund 6.000 Stimmberechtigten bis zum 20. Juni beim Bürgerentscheid mit Nein stimmen, kann das Projekt in die entscheidende Phase gehen und nach 15 Jahren doch noch realisiert werden. Sollte der Bürgerentscheid „Für ein lebenswertes Sinzing – gegen den Bau landschaftsprägender Windkraftanlagen“ erfolgreich sein, dürfte das Projekt hingegen vor dem Aus stehen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Bericht war davon die Rede, dass Josef Espach für das Vorhaben geworben hätte. Diese Darstellung war falsch. Herr Espach hat lediglich die Historie der bisherigen Planungsschritte dargestellt. Wir bitten für den Fehler um Entschuldigung.

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Kommentare (30)

  • Christof

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    In Sinzing sans scho besonders schwierig, hat man den Eindruck…

  • Klaus Nebl

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    Ich glaube nicht, dass die Sinzinger besonders schwierig sind, denn sie pochen endlich (!) auf ihr Recht mit zu entscheiden. Das Problem, das sich allerdings stellt ist, dass der Sinzinger Bürgermeister mit seiner CSU die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat und noch immer denkt, er könne wie früher problemlos durchregieren. So ist es mehr als verständlich, dass sich Bürgerinnen und Bürger beschweren, wenn sie sich von der Politik des Bürgermeisters übergangen fühlen, sei es bei der Freiflächen PV Anlage, sei es beim Windpark, sei es bei Neubaugebieten oder bei der Aufstellung von Funkmasten. Ich begrüße es sehr, wenn sich auch in Sinzing endlich Leute für die Kommunalpolitik interessieren und sich “nicht mehr Alles gefallen lassen”. Der Sinzinger Bürgermeister hat bei der letzten Kommunalwahl -19% verloren und seine CSU hat -6,5% verloren. Nur mit einer “Vereinbarung” konnte Grossmanns CSU eine Koalition mit den Sinzinger Freien Wählern erzeugen und wurde nicht mit einer Mehrheit gegen sich und seine CSU konfrontiert. Aber was Grossmann leider bis heute noch nicht realisiert hat ist, dass er und seine CSU die absolute Mehrheit verloren haben und dass es zunehmend Unzufriedenheit mit seinem absolutistischen Regierungsstil gibt. Auf einer Klausurtagung im September letzten Jahren haben wir Gemeinderäte zusammen mit dem Bürgermeister klar festgelegt, dass es Bürgerversammlungen zu den Themen PV und Windpark geben muss, der Bürgermeister hat dies zwar zugesagt aber immer wieder mit fadenscheinigen Begründungen dann doch nicht einberufen (man hätte ja auch Videoveranstaltungen unter Corona-Zeiten machen können). So werden wir Gemeinderäte immer wieder mit Problemen konfrontriert und von Bürgerinnen/Bürgern kritisiert zu Inhalten, die wir so nicht zu verantworten haben. Es gibt zu der historischen Spaltung zwischen Sinzing und Viehhausen nun auch noch eine Spaltung zwischen “alten Dorf” und “neuem Dorf”, zwischen Sinzingern und den “Golfern”, zwischen Jungen und Alten … Den Antrag der Sinziger Linken das derzeitige Leitbild der Gemeinde Sinzing aus dem Jahre 2013 unter Bürgerbeteiligung zu erneuern, lehnte der Bürgermeister ab, weil seiner Meinung nach so ein Leitbild mindestens 15 Jahre fix bleiben muss – welch Irrglauben, dass man in unserer schnelllebingen Zeit etwas Lokalpolitisches auf 15 Jahre festschreiben kann, es war wohl eher der Unwille Bürgerbeteiligung als festen Bestandteil eines Leitbildes aufnehmen zu wollen. Andere Gemeinden wie Wenzenbach oder Brennberg machen es vor, wie Bürgerbeteiligung geht und wie rechtzeitige Bürgerbeteiligung Probleme aus dem Weg schafft, Sinzing braucht dazu wohl noch bis mindestens 2026.
    Zum Thema selbst, hoffe ich jedoch sehr, dass der Bürgerentscheid zugunsten des Windparkes ausgeht.

  • Native

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    Blowin´ in the Wind
    Bürgerbegehren und Bürgerentscheide sind demokratisch legitimierte Mittel zur direkten Einfluss-nahme der Bürger. In Sinzing haben sich rekordverdächtig zwei Bürgerentscheide innerhalb eines halben Jahres von Bremsern, Geisterfahrern und Verhinderern regional erzeugte regenerativer Energie gebildet. Chapeau! Das Umdenken der Mehrheit der Bürger für Zukunftsgestaltung kom-mender Generationen soll ein lokaler Beitrag zur Energiewende sein, gegen fossile Energieerzeugung und zunehmenden CO2 Ausstoß, um die Klimaerwärmung abzumildern. Die Tatsache der Klima-erwärmung wird wohl kein ernst zu nehmender Zeitgenosse mehr bestreiten. Die Kosten für e-i-n-e-n Bürgerentscheid in Sinzing belaufen sich geschätzt auf ca. 30.000€ und werden von der Allgemein-heit, also auch von den Bürgern, die eine positive Einstellung zur Zukunftsgestaltung haben, ge-tragen. Unqualifizierte, öffentlich publizierte Diffamierungen wie „grün-marxistische Weltretter“ die mit „giftig-grünen Strom“, „modernen Sondermüll“ erzeugen oder die Headline eines Anzeigen-blattes „Schwachsinn für Schwachwind“ sind unangemessen und entlarven die rückwärtsgewandten Autoren mit ihrer einseitigen destruktiven Intension. Wenn der Abmilderung der Klimaerwärmung jetzt nicht ernsthaft begegnet wird, könnte es in der Zukunft leicht sein, dass der Viehausener Frauenforst durch anhaltende Trockenheit, Borkenkäferfraß und Starkwindereignisse, flachgelegt wird und sich in der Zukunft durch veränderte Vegetationsökologie zu einer Steppenlandschaft verändert. Dies hätte weitaus gravierendere Auswirkungen auf den Artenschutz und Landschafts-schutz, wie zwei zur Zukunftsgestaltung errichtete Windräder und wäre dauerhaft wesentlich land-schaftsprägender. Nostalgische Zauberwaldpoesie, wie im Retrofilm „Der Förster vom Silberwald“ und dem Lied „Försterliesl“. https://www.youtube.com/watch?v=8i4REwwqg7w ist zwar putzig, ist aber aus der Zeit gefallen. Über die Wirtschaftlichkeit der Windräder sollte sich die BI „Für ein lebenswertes Sinzing“ nicht den Kopf zerbrechen, dies wurde sicher durch die zukünftigen Betreiber geprüft. Bemerkenswert ist, dass die BI erst jetzt erwacht ist, nachdem die Nittendorfer BI „Gegen-wind“ mit ihren Einwänden gescheitert ist und schon vor Jahren stellvertretend für die Sinzinger BI-Interessen gekämpft hat. Ich habe die Mammut-Erörterungstermine in Sinzing noch gut in Erinner-ung. Jetzt hat die Gemeinde Nittendorf signalisiert, keinen Widerstand mehr zu leisten. Sei es wie es sei – dass letzte Wort haben jetzt die Sinzinger Bürger beim bevorstehenden Bürgerentscheid. Hoffentlich mit einem zahlreichen und klaren „NEIN“ für die Zukunft. Nur so ist der Einsatz verantwortlicher Zukunftsgestalter kein Kampf gegen Windmühlen, sondern ein Kampf für lokale, regenerative Energie mit Solarenergie und Rückenwind für Windräder und die Zukunft kommender Generationen. „Wahr ist die Aussage der BI, dass sich die Erde auch ohne Windräder weiterdreht. Stimmt -und sogar ohne Homo Sapiens! Seit über zehn Jahre wurde von der Gemeinde Sinzing versucht einen regionalen Beitrag zur Umsteuerung auf regenerative Resourcen, unter öffentlicher Beteiligung (Bürgerversammlungen), zu leisten. Leider wurde dies von einseitig motivierten Interessengruppen nach dem Motto: „Not in my backyard“, immer wieder boykottiert. Wenn das so weiter geht, wird das nix mit einer erfolgreichen Energiewende für die Zukunft kommender Generationen. „The answer my friend is blowin´ in the wind“! https://www.youtube.com/watch?v=u0Lx3supRTQ

  • R.G.

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    Schon vor 200, 100, 50 Jahren zerriss es Dorfgemeinschaften, wenn örtliche(Wasser-) kraftwerke gebaut werden sollten. Obschon damals wie heute harte Auseinandersetzungen über oft ferne Zeitungen ausgetragen wurden, nahm die haarscharfe Benennung erst einer Position und dann der gegnerischen, Druck aus der Diskussion raus. Statt mit Fäustern verständigte man sich doch noch weiter mit Streitworten.
    Ich möchte daher Regensburg-digital ausrrücklich danken, dass es Sinzing in weiser Tradition über Worte bei zwei schweren Entscheidungen ein Ventil gibt.
    An Herrn Nebl gefällt mir seine ehrliche und offnene Positionierung. So messerscharf muss Opposition denken.
    Die Leute im Ort kennen sich bei ihm aus, weshalb er sich für oder gegen etwas stellt.
    Es wäre zu wünschen, dass sich jede Partei gleich durchschaubar zeigt.

  • joey

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    So sehr ich die Klimapanik und grüne Milchmädchen-/ Baerbock Rechnungen immer kritisiere: regional und ressourcenschonend Energie zu erzeugen ist grundsätzlich sinnvoll.
    Unverbaubare Aussicht hat keiner garantiert, Lärmschutz ist dann aber schon ein hartes Thema. Hierzu gibt es auch immer wieder Gutachterschlachten und Dauerprozesse. Saloppe Sprüche von Aiwanger (als Kindsvater der Landrätin nicht neutral) sind dazu wohl keine Beruhigung.

    Der LKr. Regensburg ist oft recht streng bei kleinen Leuten, die ein paar qm Flachdach möchten, weil das den Landschaftsschutz und die Architekturlandschaft beeinträchtigt. Da sind dann die Windräder der blanke Widerspruch in sich.

  • Anthony Hopkins

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    @Nebl: Bis auf Ihren letzten Satz kann ich alles unterschreiben – klare Kante gegen Grossmann, super! In der 3. Wahlperiode kann man sich scheinbar alles erlauben.
    @Nativ: Wie unser Freie Wähler Gemeinderat Native denkt, wissen mittlerweile alle. Langes Lamentieren wie schon vor ein paar Wochen. Regensburg digital ist SEIN Ventil! Sei‘s drum…..
    Die engagierte Bürgerinitiative in die Ecke von Bremsern und Verhinderern zu stellen ist eine klare Diffamierung. Viele der BI-Unterstützer bemühen sich seit vielen Jahren, mit PV-Anlagen und privaten Speichern. dem Klimawandel entgegenzutreten. Tatsache ist, dass in Sinzing schamlos über die Köpfe der Bürger hinweg regiert wird. Der der Gemeinde nahe stehende AKEnergie – wo war er, als die neu entstandenen Gewerbegebiete in Sinzing und Viehhausen geplant wurden OHNE die Verpflichtung zu PV-Anlagen? Die Gemeinde Pentling ist mit ihren Photovoltaikanlagen bereits zu 100 % autark mit erneuerbaren Energien – ohne landschaftszerstörende Windkraftanlagen.
    Ganz Bayern schaut offensichtlich auf Sinzing. Die Politiker werden nervös. Warum? Das Ergebnis beim Bürgerentscheid zu den Windrädern im Landkreis Ebersberg war äußerst knapp.
    19 Gemeinden und 2 Städte haben mit 52 % Ja- und 48 % Nein-Stimmen abgestimmt. Eine hauchdünne Mehrheit pro Windräder, nahezu jeder Zweite ist dagegen, obwohl in deren Fall die 10H-Regel nicht unterschritten wird und eine übergroße Mehrheit der Bürger die Anlagen überhaupt nicht sieht. Bayern soll nicht verspargelt werden! Windräder dort, wo der Wind weht! Die großen Energieversorger investieren in den nächsten Jahren Milliarden in moderne Offshore-Anlagen und dazu ist leider die Trasse (ein europäisches Projekt) notwendig, was auch Prof. Sterner bestätigt.
    Machen wir erst mal unsere Dächer voll und warten wir ab, bis man Windenergie ordentlich speichern kann. JA zum Planungsstopp in Sinzing!

  • KW

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    Scheint so, als entwickle sich Sinzing zum Vorreiter was dezentralisierte, erneuerbare Stromerzeugung angeht. Weiter so!
    Dass es immer Gegner gibt, hat nichts mit Sinzing zu tun, das ist überall so. Wichtig ist nur, dass sich jetzt wieder die vernünftigere Mehrheit durchsetzt, wie schon kürzlich bei der PV-Anlage.

  • GSH

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    Immer wieder stelle ich mir die Frage: Auch mit 250 Meter Höhe –> Ist denn der Wind bei uns stark genug um ausreichend Energie zu erzeugen? Ein PV-Anlage leuchtet mir eher ein. Sonnentage kann ich die letzten Jahre anschauen und einen Ertrag errechnen. Geht das bei Windenergie auch? Stimmen denn die Angaben der Firma Ostwind? Betrachte ich die Anlage auf Höhe Wörth, oder an der A3 zwischen Laaber und Beratzhausen, dann sehe ich oft Stillstand der Rotoren.

  • Native

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    The Times They Are a-Changin´
    @Anthony Hopkins, ihr persönliches „Ventilfunktion“ auf RD in Ehren, aber ihre Einschätzung „abwarten“ bis geeignete Speichermöglichkeiten für Windkraft geschaffen werden ist wenig informativ, noch hilfreich sondern nur kontraproduktiv. An großen europäischen Lösungen für deutsche Offshore-Windanlagen mit Norwegen, zum Speichern von erzeugtem Strom in Pumpspeicher-Wasserkraftwerken und gegenseitigen Austausch bei der Energieversorgung über eine Unterwasser-Stromtrasse wird längst gearbeitet. Beim entgültigen Ausstieg aus der Atomenergie 2022 und später aus den fossilen Kraftwerken stellt sich die Frage der Speicherung für Onshore-Windanlagen nicht vordringlich, im Gegenteil ein gesteigerter Zubau wird auch ohne Speicherung dringend benötigt und jede KWh wird sinnvoll „verbraten“. Auch die Südostlink-Stromtrasse zur Sicherung der Versorgungssicherheit und Netzstabilität ist unverzichtbar. Genauso wie ein unverzichtbarer europäischer Netzverbund. Bei der bestehenden Problemstellung durch die Energiewende, um die Klimaerwärmung abzumildern, müssen jetzt alle Register gezogen werden. Ein Blick über den Tellerrand hinaus (global) ist auch hilfreich. Die Verschiebung der Vegetationszonen, weltweit, führt jetzt schon zu Klimaflüchtlingsströmen wegen Wassermangel, Dürren, Wetterkapriolen und führt durch steigenden Meeresspiegel zu unbewohnbaren Landstrichen. Dagegen ist die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch ein paar Windräder, jammern auf hohem Niveau. Leider haben viele Zeitgenossen „den Schuss noch nicht gehört“ und globale Verantwortung für die Zukunft kommender Generationen ausgeblendet. Nostalgische, lokale Bewahrung einer heilen Welt (die sich unweigerlich verändern wird) so oder so, als Bewahrung der Schöpfung zu verkaufen und das Aufhängen von Marienbildchen im Frauenforst Viehhausen in diesem Zusammenhang, empfinde ich als bigott. Ich weis nicht, ob sie es wussten, unter den Befürwortern regenerativen Energien sind durchaus eine große Anzahl fundamentaler Natur -und Umweltschützern. Ein Bild von rücksichtslosen, verantwortungslosen Umweltzerstörern zu malen, ist falsch! Die bayerische 10H Regel (zehn Halbe) sollte nur noch in Bierzelten und Volksfesten angewendet werden, wobei hier eine 4H Regel auch schon als ausreichend erscheint. https://www.youtube.com/watch?v=Wa0fOE-x84k

  • Anthony Hopkins

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    Zur Wirtschaftlichkeit von Windrädern:
    Erst Ende März befand der Bundesrechnungshof, dass die Energiepolitik auf unplausiblen Annahmen beruht und ernüchternde Ergebnisse bringt. Der Windkraftausbau ist für den Klimawandel ohne messbaren Effekt. Messbar sind die monetären, technischen und ökologischen Effekte: 2020 mussten die Bürger Vergütungen in Höhe von 33,6 Mrd. Euro bezahlen. Für Strom, der nur ca. 9 Mrd. wert war. Allein für Windkraftstrom, der gar nicht produziert wurde, wurden 1,34 Mrd. Euro fällig – Verschwendung, die sich in immer höheren Strompreisen niederschlägt. Es ist nicht der Wind der die Räder antreibt, es sind die Subventionen! Wir zahlen den weltweit höchsten Strompreis und finanzieren die unrentablen Windkraftanlagen im Schwachwindgebiet mit.

  • R.G.

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    Verzeihung, ich hatte das im falschen Artikel gepostet.

    Den allgemeinen Waldschadensbericht habe ich nun hier gesehen:
    https://www.stmelf.bayern.de/wald/waldschutz/waldzustand/

    Man müsste in den Daten sehen, ob im Umkreis von Windanlagen auffällige Veränderungen an den Wipfeln zu sehen sind.

  • Native

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    @Antony Hopkins, es ist schwer einen durchgängigen roten Faden bei ihrer Argumentation zu entdecken. Sie bedienen sie sich nach Belieben aus ihrem reichen Argumentationsfundus – gerade wie momentan passt. Das Internet bietet eine unerschöpfliche Quelle für Argumente unterschiedlichster Art, sogar für die Theorie, dass die Erde eine Scheibe ist. Sie zeigen nur eventuelle Probleme auf, bieten aber keine alternativen Lösungen an. Sind sie nun für abwarten, bis Speichermöglichkeiten für Windkraft geschaffen werden? Oder sind sie grundsätzlich gegen Windkraft? Die wirtschaftliche Benachteiligung der Windkraft entsteht durch fehlende Trassen und dass sie immer als erstes bei Überkapazitäten gegenüber schwer regelbaren Atomkraftwerken und Kohlekraftwerken abgeschaltet werden. Das muss und wird sich in Zukunft aber bald ändern. Das der Ausbau von PV-Anlagen auf Dächern weiter forciert werden sollte, ist richtig. Ich für meinen Teil habe schon lange eine PV-Anlage (7,59 KW) auf dem Dach. Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen. Eines ist jedenfalls sicher, die Zeit des Abwartens ist vorbei. Man verzeihe mir im Voraus meine drastische aber nachvollziehbaren Schlusspointe: „Kacken und Krauthacken, gleichzeitig geht nicht!“

  • R.G.

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    Ein gewichtiges Argument gegen Windmühlen,
    siehe ab Minute 3:56
    In Youtube bei Jimmy Kimmel LIve unter
    ” Trump Could Face Prison, QAnon’s UFO Conspiracy & Bigfoot’s Message for Crazy People”
    oder Direktlink

  • Julian86

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    Im Hinblick auf die jüngsten Gerichtsentscheidungen aus Karlsruhe und Luxemburg wird der Abwehrkampf gegen jedgliche Erneuerbare zwar weitergehen aber a.E. abschwächen und zu einem neuen Aufbruch führen, in eine qualitativ bessere, da gesündere Mitwelt.

    Kohle und Erneuerbare, 5.6.
    https://www.zeit.de/kaenguru-comics/2021-06/folge-163

  • Joachim Datko

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    Subventionen sind ein Fass ohne Boden!

    Zu Anthony Hopkins 18:35 “Es ist nicht der Wind der die Räder antreibt, es sind die Subventionen! Wir zahlen den weltweit höchsten Strompreis und finanzieren die unrentablen Windkraftanlagen im Schwachwindgebiet mit.”

    Das erinnert mich an den “Kohlepfennig”. Es flossen Milliarden in die Subventionierung des Kohlebergbaus. Zuerst auf Kosten der “Stromverbraucher”, später auf Kosten der Staatskasse. Selbst das Ruhrgebiet hatte nichts davon. Der wirtschaftliche Niedergang wurde durch die Subventionen nur verstärkt.

    Wir haben mit Dänemark in Europa die höchsten “Strompreise”. Sie sind wegen der Subventionspolitik so hoch.

    Bei uns kostet die kWh durchschnittlich ungefähr 31 Cent. Die Steuern und Abgaben betragen fast 53 %.

  • R.G.

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    @Native
    Zu Ihrem Argument b ezüglich @Anthony Hopkins, “es ist schwer einen durchgängigen roten Faden bei ihrer Argumentation zu entdecken. Sie bedienen sie sich nach Belieben aus ihrem reichen Argumentationsfundus”
    Wenn Sie meinen, mehr zu wissen und deshalb kompetenter zu sein, tragen Sie die schöne Verantwortung, Ihre Ansichten noch einmal oder mehrere Male begünden zu dürfen, immer noch besser.
    Anthony Hopkins argumentierte selbst sauber, verstärkt durch Links, das hat Respekt verdient.
    Das Argument der größeren Trockenheit in der Umgebung von Windkraftanlagen, zum Schaden der Forst- und Landwirtschaft, könnte mit Daten aus Landwirtschaft oder Waldschadensberichten verstärkt oder widerlegt werden.

  • Wilfried Süß

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    Das technisch, wirtschaftlich und ökologisch komplexe Projekt ist es wert, dass es intensiv diskutiert und danach eine Entscheidung abgewogen wird. Regensburg Digital bietet der Öffentlichkeit hierfür eine offene Plattform, nachdem sich die Tageszeitung dem Austausch meist verweigert. Viele Kritiker möchten die Sachargumente aber gar nicht aufnehmen. So der Mann, den Michael Bothner in seinem Beitrag zitiert: Der Strom werde „am Ende in Saal“ und somit im Landkreis Kelheim ins Netz eingespeist werden. Dem ist anscheinend entgangen, dass Elektrizität in Drähten ganz schnell um die Ecke flitzen kann und im Nu wieder in Viehhausen rauskommt, aber bei Bedarf auch in Landshut, Linz oder Bozen. Es ist halt keine Wasserleitung, wo uns gottseidank unsere eigenen Brunnen versorgen.

  • R.G.

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    Was soll mit dem Überschuss an durch Windkraft erzeugten Strom geschehen? Ein Forschungsprojekt will sich dem widmen.
    Diesel aus Windkraft, Holz und Wasser erzeugen:
    http://winddiesel.at/

    https://www.tt.com/artikel/8660207/windstrom-in-diesel-umwandeln-burgenlaender-erforschen-verfahren

    https://burgenland.orf.at/v2/news/stories/2712754/
    Lesen Sie zur Vorbildstadt für Erneuerbare Energien, unter Wirtschaft und Infrastruktur:
    https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCssing

  • Native

    |

    @R.G. es ist leider sehr mühsam sich immer wieder in einem Kommentarforum rechtfertigen zu müssen. Ich klinke mich deshalb bei diesem Thema aus und vertraue auf den gesunden Menschenverstand der 6000 wahlberechtigten Sinzinger Bürger beim Bürgerentscheid. Wobei ich sehr zuversichtlich für ein klares NEIN bin. Mir geht es nicht darum als „Gscheidhaferl“ aufzutreten, sondern mich bei einem existenziellen Zukunftsthema zu Wort zu melden. Dabei geht es nicht um meine begrenzte persönliche Zukunft, sondern um die Zukunft kommender Generationen. Möglicherweise überfordert sie aber eine solche altruistische Denkweise. Ich habe lediglich eine klärende Frage über eine eindeutige Positionierung zur Windkraft an Anthony Hopkins gestellt. Die begleitenden unqualifizierten Disharmonien im Forum sind nur lästig und zur Themenstellung wenig zielführend. Have a nice day!

  • R.G.

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    @Native
    Um Persönliches wie Rechtfertigung soll es hier überhaupt nicht gehen.
    Sie haben aus Ihrer Sicht einen Wissensvorsprung. Pädagogen – wer über ein Thema mehr zu wissen glaubt, kommt automatisch zur Chance, lehrend handeln zu dürfen – lernen, dass man einen schwierigen Inhalt auf drei verschiedene Arten sprachlich ausdrücken sollte, weil damit das Gegenüber wahrscheinlicher erreicht werden kann.
    Haben Sie einfach Geduld, Argumenten in kleinen Schritten sachlich zu entgegnen. Für mich beispielsweise wäre die Angst vor Blitzeinschlägen und nachfolgenden Waldbrand am größten. Ich lebte bereits in Nähe zu einem Sender. Auf Befürchtungen kann man erst dann beruhigend antworten, wenn man sie erfahren hat.

    Ich schätze Ihre Beiträge, es wäre ein Verlust, wenn Sie sich zurückzögen, weil jemand nicht gleich Ihre Erkenntnis auf Treu und Glauben übernimmt…

  • Cornelia Dr. Hegele-Raih

    |

    Windräder können keinen einigen Haushalt mit Strom versorgen, da sie im Durchschnitt nur 20 % ihrer ausgelegten Leistung realisieren, nach dem Zufallsprinzip. Dabei wird Windstrom vorrangig eingespeist, die Mär von den Kohle- oder Kernkraftwerken, die die Netze verstopfen ist eine Mär. Der europäische Stromverbund auch. Meist Europaweit ähnliche Wetterlagen. Deutschland ist mittlerweile im großen Stil auf Stromimporte angewiesen und auch wenn die Bilanz momentan positiv ist, wird sich das dramatisch ändern 2022. Alle Kernkraftwerke und Kohle abschalten – völlig unmöglich. Daran ändern auch Windräder nichts. „STROMVERBRAUCH UND PRODUKTION MÜSSEN JEDERZEIT IM GLEICHGEWICHT SEIN, sonst werden Verbraucher abgeschaltet.“
    -Speicher Verlust 20-80%, es kommt immer weniger raus als reingeht.
    -Bis über 6000h/Jahr FEHLT die Sonne für Stromproduktionen, messbar an jeder Anlage.
    -Rund 4000h/Jahr FEHLT der Wind für Stromproduktionen. Details unbekannt.
    -8760h/Jahr decken AKW, fast den ganzen Strombedarf mit KW und KWh. Im Winter muss Strom importiert werden. Weil gerne der Widerstand gegen Wasserkraftwerke angeführt wurde: auch diese decken in Deutschland nur einen Bruchteil der Energie ab. Es gibt hier einfach nicht die Topographie dafür. Und auch hier steht der Naturschutz im Gegensatz zu einem – vermeintlichen – Klimaschutz. Ohne Verzicht wird es nicht gehen.
    -Künftig wird aber realistischerweise der elektrische Leistungsbedarf für Ersatz von CO2 gerade WEGEN der Klimaschutzpolitik erheblich steigen, Gas, Erdöl und für Wärmepumpen, eMobilität, Wasserstoff, Speicherung, Bevölkerungszuwachs, Bauwesen, Digitalisierung usw.

  • KW

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    @Dr. Conny,
    selten einen so fundierten Beitrag zum Thema Energiewende gelesen. Kurz und knapp ausformuliert, unterfüttert mit schlagkräftigen Argumenten und so dargelegt, dass endlich jedem die Zusammenhänge klar werden. Respekt.
    (Obiger Kommentar kann Ironie enthalten. Es ist möglich, dass das genaue Gegenteil gemeint ist, von dem was dort steht.)

  • Native

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    @Cornelia Dr. Hegele-Raih, leider kann ich mein Versprechen mich jetzt aus der Diskussion um die Energiewende rauszuhalten nicht einhalten. Ich benutze deshalb erneut die Ventilfunktion bei RD bevor es mich zerreißt und ich seelischen Schaden nehme. Alles muss raus! Es wiederholt sich im Forum immer wieder das gleiche Spiel. Apokalyptische Zukunftsbeschreibung ohne Lösungen anzubieten, ist weltfremd. Wer glaubt, ein weiter so ist verantwortbar, der irrt! Verzicht allein ist auch keine Option. Keine Frage, unser Verhalten in der Zukunft wird sich grundsätzlich ändern. Wenn nicht freiwillig, dann durch veränderte Umstände erzwungen. Der Aufschrei in der Bevölkerung ist jetzt im Vorfeld zur Bundestagswahl schon jetzt zu Vernehmen. Mobilität, Transport, Ernährung, Wohnen, Müllvermeidung, nachhaltiger Ressourcenverbrauch, Recycling, Energieeffizienz und Freizeitgestaltung muss durch Sozialausgleich verträglich gestaltet werden. Z.B. durch Wegfall der EEG-Umlage und sozialen Wohnungsbau. Die „schwarzen Löcher“ fehlgeleiteter Subventionen liegen ganz wo anders. Zu glauben auf einen europäischen Netzverbund verzichten zu können, ist falsch. Es würde schnell im wahrsten Sinne des Wortes zappenduster durch vermehrte Blackouts. Astreine Autarkie ist illusorisch. Stromimporte im europäischen Verbund sind jetzt schon Realität. Keiner lebt für sich allein. Abhängigkeiten vom Ausland durch Rohstoffe, Lebensmittel, Exportmärkte und vor allem durch klimaschädliche, fossile Energieträger (Öl, Kohle, Gas) sind jetzt schon alltagsbestimmend. Sogar das auf Atomstrom ausgerichtete Frankreich ist auf ausgleichenden Strom-Netzverbund angewiesen, damit im Sommer die Kühltürme der Kernkraftwerke die französischen Flüsse nicht in eine Bouillabaisse verwandeln. Die Industriestaaten haben zur erfolgreichen, globalen Zukunftsgestaltung nur eine Chance, sich durch Bildung, Wissenschaft, Forschung, Zusammenarbeit und soziale übergreifende, verantwortliche Kompetenz dieser existenziellen Mammutaufgabe zu stellen. Das Internet ist ein Füllhorn für die obskursten Theorien, woraus sich viele Zeitgenossen unreflektiert bedienen, dass es einem die Nackenhaare aufstellt.
    Merke: „Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht!“

  • Julian86

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    Von der Autorinnen des Buches “Die Klimaschmutzlobby” gibt es einen aktuellen Essay im FREITAG, woraus ich gerne nur das nachfolgend Zwingende zitieren will:

    >> Damit die Klimaziele noch erreicht werden, müsste allein die Windkraft an Land um rund acht Gigawatt pro Jahr zulegen, rechnet das Fraunhofer-Institut vor. 2020 lag der Zuwachs bei 1,4 Gigawatt. Wir müssen also künftig pro Jahr knapp sechsmal so viele Windräder bauen. Mit den erhöhten Klimazielen verschärft sich das Gefälle nochmals. Nach dem Urteil in Karlsruhe hätte Altmaier deshalb sofort die Anhebung der Ausbaumengen verkünden müssen. Es sind aber nur Förderprogramme für alle Sektoren im Gespräch. Systementscheidende Maßnahmen fehlen.

    Das bestätigt sogar Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium: „Ja, wir werden hartnäckig versuchen, über Fördermaßnahmen hinaus mehr zu bekommen“, schreibt er auf Twitter. Das „Mehr“ sind beispielsweise die fehlenden Ausbaumengen für Wind und Sonne. <<

    Quelle:
    Das letzte Aufbäumen
    Klimaschutzgesetz
    Lobbyisten schaffen es immer wieder, den Umbau der Wirtschaft auszubremsen. Wie lange noch?
    Susanne Götze, Annika Joeres
    freitag.de

    Und ja: Die bundesweiten Speicherkapazitäten müssen parallel ausgebaut werden. Und freilich: Niemand in der Politik traut sich, dass mit der oft gedankenlosen Verschwendung von jedweden Energien und sonstigen Ressourcen (Wasser …) Schluss werden muss.

    Würden alle nur bei ihrem TV die Stand-by-Funktion ausschalten, würde die Energie eines AKW eingespart werden.

    Was fehlt, ist ein sozial-ökologisches Transformations-Narrativ (seitens der Politik, der Bundespräsident leistet erste Ansätze hierzu), das die positiven Seiten des Umbaus unserer Art zu leben und zu produzieren betont/hervorhebt – hin zu mehr Lebensqualität statt Quantität (siehe allein die Textilbranche [FAST FASHION], die mehr CO2 ausstößt als Schifffahrt und Flugverkehr zusammen; die SZ hat berichtet: "Die Welt braucht neue Kleider – Mit der Massenproduktion von Billigkleidung schadet die Textilindustrie Umwelt, Klima und Menschen. Dieser Irrsinn muss aufhören". Essay von Silvia Liebrich)

    "Die Klima-Angst steigt weltweit" – so titelt heute die SZ. Angst kann lähmen. Aber auch Ansporn sein, das Notwendige zu tun. JedeR an seinem Platz.

    Ich baue auf die neue Bundesregierung, die dafür die notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen, Veränderungs-Anreize etc. auf allen unseren gesellschaftlichen und politischen Ebenen schafft.

    Wer freilich, wie am Sonntag in Sachsen-Anhalt, diejenigen wählt, die vornehmlich zugunsten DER Wirtschaft den Klimaschutz ausbremste, dem empfehle ich das Buch:
    "Warum schweigen die Lämmer" . Vom Autor Rainer Mausfeld finden sich auch im Netz einschlägige Vorträge, wie die Herrschenden ihre "Lämmer" manipulieren.

    Ist es nicht an der Zeit, dem Mensch und Natur zerstörenden Weiter-so bei der Wahl im Herbst einen Riegel vorzuschieben. Und fortschrittlich-nachhaltig zu wählen?

  • Jürgen

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    Ein Bürgerentscheid ist nur dann sinnvoll, wenn man die Bürger zwischen zwei Alternativen entscheiden lässt. Alles, nach dem Floriansprinzip abzulehnen ist einfach, aber keine Lösung.
    Ich würde so abstimmen lassen:
    1. Zwei Windkrafträder
    2. Eine entsprechend große PV-Anlage
    3. Ein entsprechendes Kohlekraftwerk (Vorteil hier, man muss zum Dorf nicht soviel Abstand halten und der Wald wäre geschützt)

    Auf die Frage was man mit dem zu viel produzierten Strom machen kann, der Hinweis, dass man daraus Wasserstoff erzeugen kann. Wasserstoff kann somit als Speicher fungieren und bei Bedarf in Strom umgewandelt werden.
    Aber das ist nur eine Möglichkeit von vielen.

  • Native

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    Alle Vögel sind schon da http://www.youtube.com/watch?v=YUJvNyFJmCk
    Hoffentlich wird das weiter verfolgte Genehmigungsverfahren für den Solarpark, nach der öffentlichen Auslegung und der Bürger -und Fachstellenbeteiligung, mit dem (vorgeschobenen) Artenschutz nicht weiter verzögert. Scheinbar ist den „bigotten Umwelt- Rangern“ jedes Mittel recht, um den Verhinderungshebel erneut anzusetzen, aber es ist leider auch durchschaubar und unaufrichtig. Im Genehmigungsverfahren wird jetzt auch noch die Feldlerche zum Verhinderungsversuch gegen die PV-Freiflächenanlage am „Kreuzacker“ bemüht (Gerücht). Es ist schon erstaunlich, dass genau nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses, des durch die BI „Rettet das Donautal“ initiierten Bürgerentscheids, mit bekanntem Ergebnis, vom Aussterben bedrohte Tiere, plötzlich den „Kreuzacker“ als Lebensraum entdeckten. „Nachtigall ick hör dir trapsen“! Bisher spielte das Engagement der Umweltschützer für den Artenschutz am „Kreuzacker“ eine untergeordnete Rolle. Zum Glück steht ja noch der Golfplatz als Biotop zur Verfügung. Hoffentlich stört der neu zu errichtende Mobilfunkstandort (45m Höhe) auf der anderen Straßenseite nicht den tirilierenden Höhenflug der Feldlerche, sonst ist auch noch die 5G – Versorgung von Sinzing (Abdeckung bis Kleinprüfening, Pentling, Großberg und Matting) gefährdet und es droht uns rekordverdächtig ein weiterer Bürgerentscheid. Dann können wir wahrlich zurück auf die Bäume und zukünftig mit Rauchzeichen und Trommeln kommunizieren. Welcher Sinzinger Bürger(in) würde nicht gerne dem melodischen Vogelgesang am Vogelsang lauschen, als Ausgleich zu manchen „disharmonischen Gezwitscher“ von auf Krawall gebürsteter Neubürger (zum Schaden des Dorffriedens) und an Selbstüberschätzung leidender Leader(innen) der jeweiligen BI. Leider wird dieser akustische Genuss am Vogelsang aber durch den dauerhaften Verkehrslärm auf der A3 getrübt. So werden wir leider alle von der Unbill der Realität wieder eingeholt. Man kann nicht alles haben. Nach dem Motto: “Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“, lässt sich ein Gemeinwesen vollkommen harmonisch nicht organisieren. Der Interessenkonflikt am PV-Solarparkstandort, ist (nicht nur) meiner Meinung nach übertrieben einseitig aufgebauscht worden. Das mehrheitliche Abstimmungsergebnis (70,2 %) beim Bürgerentscheid spricht für sich. Ökologisch wertvoller Lebensraum entsteht am „Kreuzacker“ sogar noch nebenbei. Dasselbe Spiel vollzieht sich beim Windpark im Viehhausener Frauenforst. Hier wird unter vielen anderen, der Rotmilan als Verhinderungsargument eingesetzt. Bei einem Scheitern des Bürgerentscheid wurde schon der Klageweg gegen den Windpark in Erwägung gezogen. Zur zukunftsverweigernden Verhinderung, als Hauptziel, ist offenbar jedes Mittel (unterschiedliches Argument) recht.
    Dieses hoffentlich, nachdenkliche, humoristische Bonmot ist allen Bürgern, die die Notwendigkeit der Energiewende für die Zukunft richtig erkannt haben, den Vogelfreunden, allen in Sinzing wohnhaften „Schnepfen“, „Amseln“, „Schnapsdrosseln“, “Schluckspechten“ und denen, die einen Vogel haben, gewidmet. Herausragend wirkende, überzeugende „Umwelt-Stare“ sind leider noch nicht gesichtet worden.

  • R.G.

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    @Native
    Dem Informationsbedürfnis der Unentschiedenen sind Sie mit dem neu geschriebenen Beitrag nun überhaupt nicht nahegekommen.
    Eine klar versäumte Gelegenheit, umweltbedacht zu handeln.

    Positive Entwicklungen zu fördern, ist die beste Form der politischen Agitation.

  • Native

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    @R.G. wenn der Einsatz für erneuerbare Energie nicht “umweltbedacht” ist, dann weis ich auch nicht. Es mag sein, dass meine flapsige, ironisch provokante Ausdrucksweise nicht alle anspricht – andere mögen sie. Es hat eine lange Vorgeschichte, die Gemeinde Sinzing muss sich seit über zehn Jahre mit den Blockierern und Verweigerer herumschlagen. Die Ordner in der Gemeindekanzlei zu diesen Vorgängen füllen schon einen ganzen Aktenschrank. Wer dies kontinuierlich aufmerksam verfolgt hat, ist vor Zynismus leider nicht gefeit und wird dünnhäutig.
    “So bin ich halt, die einen kennen mich – die anderen können mich.” (Konrad Adenauer)

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