SOZIALES SCHAUFENSTER

Kündigung zum Jahresende

Streit um Kündigung für Motorboothafen: Die Stadt ist gefragt

Seit elf Jahren ist klar, dass die Anleger für Sportboote am Oberen Wöhrd weichen müssen, vor sechs Jahren wurde erstmals die Kündigung angekündigt und vor vier Jahren fiel eine Ausweichfläche, die die Stadt in Aussicht gestellt hatte, weg. Nun hat sich Sportbürgermeisterin Astrid Freudenstein auf die Seite der Motorbootvereine gestellt, die die Flächen zum Ende des Jahres räumen müssen. Damit steht die Stadt in der Pflicht, zu liefern. Denn sie trägt an dem Konflikt eine Mitschuld.

Mit dem privaten Hafen am Oberen Wöhrd soll es Ende 2021 vorbei sein.

Die Position des Wasserwirtschaftsamtes Regensburg ist unmissverständlich. Der Kündigungstermin für die Flächen am Oberen Wöhrd stehe „nicht zur Debatte“, teilt uns Behördenleiter Josef Feuchtgruber auf Anfrage mit. Zum Ende des Jahres sollen der Regensburger Motorboot- und Wassersportverein e. V., Motorboot- und Wasserskiclub Regensburg e.V (MWSC), die RT Abteilung Faltboot und Kainz Elektro + Nautic GmbH & Co KG das Gelände räumen. Die Flächen sollen im Rahmen des Flussraumkonzepts renaturiert und die Uferzonen zugänglicher gemacht werden. Dabei sind Bootsanleger, geteerter Parkplatz und der umzäunte Bereich im Weg.

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„Kündigung ist rechtmäßig und vertragskonform“

Betroffen von der Kündigung ist zwar auch die Wasserwacht – allerdings wurde dieser bereits ein Ersatzstandort am Schopperplatz zugesagt. Auch die Kanuabteilung der RT Regensburg dürfte weiterhin Boote zu Wasser lassen. Es trifft also vor allem die Motorbootvereine und das Unternehmen Kainz.

Bei alledem legt Feuchtgruber Wert auf die Feststellung, dass die Kündigung „rechtmäßig und vertragskonform“ erfolgt sei. Man habe diese „mehrfach und frühzeitigst“, erstmals im Mai 2015, angekündigt und den Vereinen „ein knappes Dutzend“ eigene Flächen innerhalb und außerhalb von Regensburg als Ausweichmöglichkeit angeboten. „Wie ernsthaft und nachdrücklich diese Prüfungen durchgeführt worden sind wissen wir nicht.“

Sportbürgermeisterin fordert Ersatzstandort

Damit bleiben die Position, über die regensburg-digital mehrfach und zuletzt ausführlich im Februar berichtet hatte, im Wesentlichen unverändert und es läuft alles auf eine Eskalation hinaus. Denn die Vereine wollen nicht einfach so weichen. Die vom Wasserwirtschaftsamt angebotenen Flächen hätten sich durchweg als ungeeignet herausgestellt, ließ MWSC-Chef Reinhold Kerscher aktuell gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung verlauten. Der Staat könne den Vereinen doch nicht so einfach die Existenzgrundlage entziehen. Auch Sportbürgermeisterin Astrid Freudenstein (CSU) springt den Vereinen bei: „Ich finde natürlich, dass sie erst da weg können, wenn es einen Ersatzstandort gibt.“

Eine wirkliche Neuigkeit ist es nicht, dass die Anlegestellen am Oberen Wöhrd weg müssen. Das Flussraumkonzept, in dem die Umgestaltung erwähnt wird, stammt aus dem Jahr 2010, ist also schon über zehn Jahre alt (hier als PDF). Damals wurde noch davon ausgegangen, dass der Sportboothafen ins Marinaquartier würde umziehen können. Doch diese Hoffnung hat sich schon länger zerschlagen.

Keine Marina am Marinaquartier: „Teure Fehlplanung.“

Tatsächlich wurden im Zuge der Planungen für das Marinaquartier diese Bootsanleger immer wieder in Aussicht gestellt. Doch zunächst wurden die dafür vorgesehenen Flächen für eine Außenmarina aus dem Planungsverfahren herausgenommen. Dafür werde es einen eigenen Planungs- und Genehmigungsprozess geben, hieß es. Im Juni 2017 wurde dann das Projekt Außenmarina – eigentlich namensstiftend für das Marinaquartier – komplett beerdigt.

Die Erschließung sei zu schwierig, das Ganze sei wirtschaftlich nicht tragfähig und auch einen Betreiber für die Marina hätte man wohl kaum gefunden, so die damals vorgetragenen Argumente. Stattdessen soll dort ein zusätzliches Hafenterminal für Personenschifffahrt entstehen. „Das war eine Fehlplanung, bei der mit großem Aufwand jede Menge Geld in den Sand gesetzt wurde“, sagt ein Insider über das damalige Vorgehen der Stadt Regensburg, das den aktuellen Konflikt wesentlich mitbedingt. Einen anderen Ausweichstandort hat die Stadt seitdem nicht mehr ins Spiel gebracht.

Bund Naturschutz stellt sich hinter Flussraumkonzept

Während in der Vergangenheit vor allem der Verein Donauanlieger gegen einen Fortbestand des Motorboothafens opponiert hatte, meldet sich nun auch der Bund Naturschutz zu Wort. In einer aktuellen Pressemitteilung stellt sich der Verband hinter das Flussraumkonzept und die damit verbundene Räumung des Bootshafens. „Die Donau als Grüne Achse durch Regensburg ist Teil unser aller Lebensqualität und muss allen zu Verfügung stehen“, heißt es darin. „Es kann nicht sein, dass zentrale Teilbereiche einigen Wenigen vorbehalten bleiben sollen und auch von einer ökologischen Aufwertung ausgespart werden.“ Allen müsse daran gelegen sein, diesen „aktuell wenig idealen Bereich“ gegenüber der heutigen Situation deutlich zu verbessern. „Wenn nicht am Oberen Wöhrd, wo dann?“ Für die Vereine könne „bei gutem Willen sicher eine vernünftige Lösung gefunden werden“.

Das Vereinsgelände des Motorbootvereins.

Dieser gute Wille scheint nun vor allem bei der Stadt Regensburg gefragt zu sein und bei der Sportbürgermeisterin, die in der MZ die Notwendigkeit einer Ersatzfläche betont hat. Die Vereine jedenfalls haben dafür zwei mögliche Flächen im Auge – und eine davon gehört auch der Stadt Regensburg. Es gibt also einiges zu bereden, wenn sich die Betroffenen mit den Behördenvertretern nun nochmal an einen Tisch setzen. Termin dafür ist Anfang Dezember. Das wiederum macht es eher unwahrscheinlich, dass die Vereine die Flächen tatsächlich fristgerecht zum 31. Dezember 2021 geräumt und – wie in der Kündigung gefordert – Zäune, Vereinsheim und Anleger zurückgebaut haben werden.

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Kommentare (35)

  • Zoolander

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    Wusste gar nicht, dass Schaulaufen auf dem Catwalk der Eitelkeiten schon als Sport anerkannt ist.. was gibt’s denn da für Disziplinen? “Freestyle-auf-m-Deck-rumräckeln” , ” Stahlhart-hinter-einer-Rayban-grad-ausschauing”, “Prosecco-nipping-in-den-Brückenstrudeln” ?

    da sehe ich mich gleich Mal nach neuen Sponsoren um. Chanel, Dior und Co, zahlen ja auch schon lang nicht mehr so üppig wie damals in den goldenen Zeiten..

  • Dugout

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    Warum sollte die Stadt verpflichtet sein, einen Verein , ein Ersatzgrundstück zu suchen?
    Nachdem dieser 11 Jahre lang (!) die bevorstehende Kündigung ignoriert und ein Dutzend(!) Ausweichplätze abgelehnt hat?
    Frau Freudenstein kann sich gerne als Privatperson auf die Suche machen, drei Monate hat sie ja noch.
    An Dreistigkeit ist dieses Gebaren der “Sportler” kaum zu toppen. Ich bin froh wenn sie endlich weg sind und die Bürger diesen Ort in Anspruch nehmen können.

  • Burgweintinger

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    Unglaublich, und dann sagt die Freudenstein auch noch: ” Ich finde, die können erst da weg, wenn ein Ersatzstandort gefunden ist…” En Scheiß…! Daran sieht man, dass diese Dame mit dem Scheuer Verkehrsminister zu tun hat(te)…
    Die darf nie und nimmer OB werden…

  • Ralf

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    Ich verstehe die ganze Aufregung nicht! Wer hat denn was davon wenn die Boote weg müssen! Niemand! Ich glaube das in Zeiten knapper Kassen die mit Sicherheit nicht zu knappe Pacht die die Vereine zahlen müssen eine willkommene Einnahme ist! Man könnte doch mit dem Geld zweckgebunden den Uferstreifen der zwischen den Vereinen liegt aufmöbeln! Seit meiner Kindheit sind dort Boote und sie gehören zum Stadtbild! Über die Kreuzfahrtschiffe die Ihre Generatoren laufen lassen und die Reisebusse die Passagiere holen und bringen regt sich doch auch niemand auf! Aber das ist wohl in Regensburg jetzt so üblich! Vereine zählen nichts mehr, ob das Kleingartler sind oder Schifferlfahrer alle müssen weg! Schade dass sich dann auch noch Leute drüber freuen können! Ich finde die Ansicht von Frau Freudenstein gut und richtig! Die Kanuten, Schifferlfahrer und Anwohner werden es bestimmt zu schätzen wissen! Ich finde es toll! Wenn hundert Baseballer ein Stadion bekommen dürfen die 1000 Mitglieder (Quelle:MZ) aus diesen Vereinen auch auf Unterstützung hoffen! Getreu dem bayrischen Motto, leben und leben lassen!

  • Karl Gustav

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    Es ist unfaßbar, unglaublich und einfach unerhört, daß wir Steuerzahler den Motorbootklub und Motorjachtclub und was weiß ich, die sich Sportler nennen(?), finanzieren bzw. um deren Vereinsflächen und Vereinsheime kümmern. Ebenso unfaßbar, wie wir Steuerzahler jährlich das Jahn-Stadion mit 0,830 Mio (so Rothhammer) – Alter, das ist 1 Million!- zahlen, das ausschließlich ein Fußballverein nutzt, aber eigentlich sind es weit mehr, weil natürlich die Abschreibungen usw. als Aufwand (Kosten) hinzukommen.

  • Ralf

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    Karl Gustav, bitte nehmen Sie es nicht persönlich wenn es so wäre wie Sie schreiben wäre es in der Tat eine Frechheit! Ich kann mir es aber beim besten Willen nicht vorstellen das es so ist! Was den Jahn anbelangt kann ich mitreden! Neben 7 stelligen Gewerbe und Körperschaftssteuereinnahmen verdient die Stadt auch noch an den ganzen Firmen die inzwischen für den Jahn arbeiten mit! Und der Jahn ist inzwischen auch ein Mittelständisches Unternehmen an dem viele Arbeitsplätze hängen! Natürlich kann man alles negativ sehen! Dann würde aber das Leben in Regensburg aber nur halb so schön! Als nördlichste Stadt Italiens a paar Schifferl einen inzwischen auch erfolgreichen Fußballverein, eine tolle in Schuss gehaltene einladende Altstadt! Viele Kneipen, Bars und Kaffees, die Jahninsel, der Grieser Spitz, Stadt am Hof die Schillerwiese, die Schwabelweiser Badebucht! Vielleicht sollte man nicht immer das Haar in der Suppe suchen!

  • Susanne Peters

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    Also für mich ist es immer wieder schön, nicht nur Flusskreuzfahrtschiffe, Containerschiffe oder Touridampfer zu sehen. Die Motorboote erwecken wunderbares Urlaubsflair, im Urlaub bashen wir doch auch keine reichen Bootsbesitzer? In keinem Hafen dieser Welt wird mit dem Finger auf die ” Hobbykapitäne’ gezeigt, aber in Regensburg?
    Es handelt sich um drei Bootsstege, bitte gehen Sie persönlich hin und schauen Sie sich an, welche Minifläche dort eigentlich abgezäunt ist, bevor der Eindruck entsteht, dass ” die” Grünflächen nur für sich beanspruchen, bitte machen Sie sich die Mühe, es ist eine wunderschöne Ecke von Regensburg, auch wegen der vielen schönen Schiffe. Ein bisschen “mondän” schadet Regensburg nichts.
    Ich fände es sehr schade, wenn der Urlaubsflair verschwinden würde!
    Regensburg , die Stadt an der Donau?
    Wo kann man ausser im Sorat und Spital direkt an der Donau sitzen und den Fluss genießen?
    Es gibt ein paar Flächen, Wurstkuchl, Grieser Spitz, es sind halt einfach wenige Plätze für die vielen Regensburger, aber die 100 m Uferfläche, die der Motorbootverein nutzt, werden bestimmt nicht die Parties unter Steinernen Brücke ausdünnen.
    Ich fänds sehr schade, ich liebe den Anblick der Boote beim in die Stadt radeln!
    Hoffentlich kommen dort nicht als Ersatz noch mehr Touri-Schiffe, weil in der Thundorfer Strasse die Kapazitäten ausgehen.
    Also bitte schaut da Mal hin und überzeugt Euch selbst, wie wenig Platz die da wegnehmen und die Vereine gibt es schon ewig.
    Liebe Grüsse⚓

  • Rengschburger

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    Der Verein ist da schon immer, wenn die Stadt keine Ausweichfläche findet, Pech gehabt. Schließlich wurde der Bereich für den Verein auch mal genehmigt von der Stadt. Einfachstes Vertragswesen und Bestandteil der Demokratie. Wenn’s nötige Diri Dari von den/eich Nörgeln fehlt wird die Stimme halt gleich lauter. Wer sich über zu viel Steuer bezahlte Sachen aufregt soll mal in andere Länder schauen. Das wir sowas tolles wie das Jahn Stadion haben sollte keinen Groll nach sich ziehen, schaut mal die Allianz Arena zum Vergleich an. Ned so viel jammern oder schimpfen, wenn’s was ändern wollte, gehts in die Politik da gibts zur Zeit eh nur heiße Luft.

  • Seebär

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    Moin ihr Landratten.
    Nur mal ein Denkanstoß. Schaut doch mal nach wo der Auspuff ist bei Sportbooten. Huch, wo isser denn? Ja natürlich unterwasser. Sprich, alle Abgase gehen direkt und ungefiltert in die Donau. Die meisten Motoren sind 6-8 zylinder und Aussenborder unter 30 ps findet man auch eher selten. Wie war das noch gleich mit der Umweltzone in der Innenstadt?

  • Susanne Peters

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    Hallo Seebär, die vielleicht – schätze – 60 Boote liegen ziemlich nah an der A93, Nähe der Pfaffensteiner Autobahnbrücke, das Idyll hält sich in Grenzen. Weil du auf Emissionen ansprichst, du findest sie überall in der Stadt, wo fängt man da an zu suchen und wen klagt man an und aus welchen Beweggründen? Da macht man ein Fass auf! Vereine- fand die früher voll bieder- sind für mich mittlerweile, aus positiver Erfahrung heraus, definitiv Fundament für soziale Begegnungen, man trifft sich macht Smalltalk, teilt sich mit, wird gehört. Das braucht jeder Mensch, egal ob im sozialen Engagement, im Sport und in allen künstlerischen Vereinigungen. So hat die Gesellschaft ein Fundament, bzw viele Menschen, die glücklich sind.
    Warum schießen Jäger, warum gibt es Zuchtbullen-Shows, warum liegen überall kaputte E-Roller, warum ist die Wahlenstrasse so schön, warum sind wir Regensburger so cool? Immer auch die schönen Sachen sehen und nicht nur meckern.
    Gute Nacht liebe Regensburger& Landkreis😘

  • Sherlock

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    ich wett, die Stadt hat in Wahrheit nur wieder vor, die gleiche Nummer wie mit m Adler abzuziehen – schmeisst den Jachtverein raus, läßt ein Anstandsjahr verstreichen und nutzt 2023 die glücklicherweise immer noch vorhandenen Infrastruktur, um einen Tretbootverleih damit aufzuziehen. tadaa ! Fall gelöst, Watson – jetzt eine Pfeife im Salon..

  • Richard Meisel

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    Warum soll man den Leuten ihren Spaß nehmen. Wenn sie sich auf den Booten trollen, drängeln in unseren Gassen weniger die Ollen.

  • Dugout

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    @Richard Meisl:
    Wer will den den Leuten ihren Spaß nehmen?
    Keiner will das. Wenn die “Leute” Spaß am völlig sinnbefreiten auf und ab fahren haben ; von mir aus.
    Deshalb haben sie noch lange keinen Anspruch auf einen Parkplatz mitten in der Stadt. Das können sie auch in Schwabelweis oder Sinzing ausleben.
    Der Donaubereich in der Stadt muss für die Bürger offen sein. Diese beschlagnahme des öffentlichen Raumes ist ekelhaft

  • Andreas

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    Vorsicht mit Schuldzuweisungen an die Stadt Regensburg! Das Wasserwirtschaftsamt ist eine Behörde des Landes Bayern. Deren Begründung mag man nachvollziehen können oder auch nicht, aber wenn die das so entschieden haben, verpflichtet das die Stadt Regensburg zu exakt gar nichts.

    Frau Freudenstein sollte sich mal lieber an ihre CSU-Spezln wenden, denn die regieren ja bekanntermaßen noch das Land Bayern.

  • jonas Wiehr

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    @Ralf
    Die Aufregung ist schon zu verstehen. Wer hat denn was davon wenn die Boote weg müssen! Zum Beispiel die Anwohner, auch die auf der südlichen Donauseite. Denn die Motorboote machen nicht nur Krach, sie verpesten auch Luft und Wasser. Und irgendein Heini des Vereins glaubt, er kann wann immer er will, mit dem Laubbläser “sein” Vereinsgelände säubern.

  • Eberhard

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    Die Donau ist eine Bundeswasserstrasse.
    Hier werden immer Boote fahre und es kann auch nicht verboten werden.
    Aber die Partys am neuen Donauufer werden sicher den Laubbläser übertönen.

  • Gscheidhaferl

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    Meine Güte, was für eine künstliche Aufregung um Banalitäten. Ein Eigentümer kündigt seinem Pächter mit elf Jahren (!) Vorlauf. Der Pächter ist kein Hungerleider und auch kein ‘Sozialer Betrieb’. Klar passen Boote grundsätzlich an die Donau. Aber wenn der Eigentümer mit der Fläche eben was anderes vor hat…

    Interessant ist doch eigentlich nur, dass Frau Freudenstein mal wieder mit zweierlei Maß misst.

    Hier sagt sie, der Verein könne doch erst weg, wenn fix eine Alternative bereit steht. Bei den Notunterkünften in der Aussiger Straße geht sie – ganz christlich-sozial – genau andersherum vor: Für die Unterbringung der Leute dort gibt es noch keinen wirklichen Plan, aber sie fordert schon mal lautstark, dass sie da, wo sie jetzt sind, weg müssen. (Ja, sie fordert deren fachlich begrüßenswerte ‘dezentrale’ Unterbringung. Die müsste doch aber auch erstmal geschaffen werden, wenn sie ihrer eigenen Bootsvereinslogik folgt.)

    Schlussfolgerung: Frau Freudenstein füht sich wohl eher Booten (bzw. deren Eigentümern) verpflichtet, als Menschen? Sie weiht lieber Parkbänke ein, als sich für Jugendarbeit einzusetzen? Sie gibt gern viel Geld für Nice-to-have-Sachen aus, statt sich konsequent um Grundlegendes zu kümmern? Schon interessant, wo sie von sich aus Initiative ergreift und wo sie spontan augenscheinlich nicht mehr als nur ein Schulterzucken und dieses zwar unglaublich fotogene, in der Sache aber meist reichlich nutzlose Lächeln zusamnen bringt.

  • Ralf

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    @jonas Wiehr, als ehemaliger Jahninsel Anwohner kann ich dir nur sagen dass du dich nochmal darüber freuen würdest wenn der Uferstreifen nicht für alle zugänglich ist! 😂🍾😜

  • Günther Herzig

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    Es müsste doch möglich sein die Donau zu teilen in zwei Arme und einen davon dann zu verlegen, bequem erreichbar durch die 3. Tunnelröhre.
    Ich glaube doch, dass bei vielem, was hier geschrieben wird, eher nicht freundliche Ansichten über die da oben oder die Reichen eine Rolle spielen.
    Ich habe viele Jahre im RRTK am Schopperplatz Sport getrieben. Ich sah die Motorboot- fahrer eher als Bereicherung des Lokalkolorits einer Stadt, die sich seit der Ansiedlung von BMW, der Gründung der Universität, der Autobahnanschlüsse und vieler weiterer positiver Entwicklungen aus dem Dunstkreis der Provinzialität erhoben hat.
    Und nicht zuletzt die Frage, hat es sich Schaidinger irgendwann mit dem Wasserwirtschaftsamt verdorben? Sein nicht ganz kleines “Schiff” ist doch auch dort vertäut?

    _genderfreie Zone_

  • Wissende

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    Es waren einmal drei bote von jungen männern dort wo jetzt so viele sind.das war end der 50ziger jahre.sie bastelten an ihren booten viel rum,u. freuten sich dass sie auf der donau schippern konten.man wolte sie aber immer weg haben,weiles neue leute gab die auch dort sein wollten mit booten.das aber als verein u. Dann gab es immer streit.jedenfalls soweit ich mich erinnere, haben dann die vom bootsverein gewonnen.die haben dann ihr terrain verteidigt auch gegen spaziergänger u. haben alles schön eingezäunt,dass ja nur sie berechtigt sind dort zu fahren u. Zu feiern.deshalb wurden sie von vielen leuten nicht gemocht,da sie so halt arrogant rüberkamen.
    Warum gehen die nicht nach sinzing?dort ist auch gleich der golfplatz u. es waren dort schon mal private boote,die gegend ist wunderschön.nur mal so ein vorschlag.

  • Madame

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    Als Ureinwohnerin von rbg durfte in den Sommerferien vom spitz runter schwimmen. Bis kurz vorm eisernen steg konnte man durch das Wasser in der Donau schwimmen. Später wurde das rt Bad gebaut. Jetzt war es modern ins Bad zu gehen. Die erste bootsverein kam und beschlagnahmt einen Teil des donauufers. Mit etwA 14 oder 15 durchschwammen ich mit der luftmatratze die steinerne brücke. Das sind so kindheitserinnerungen. Ja es wäre schön wenn die Donau wieder von einheimischen und natürlich auch von Touristen mehr genutzt würde.Die bootsvereine können nicht auf Kosten der Allgemeinheit den wenigen Raum auf der Donau benutzen

  • Günther Herzig

    |

    • @Wissende
    (2. Oktober 2021 um 23:21 | #)
    Seid ihr mehrere Wissende oder sind Sie nur eine mit Wissen gesegnete?
    Ihre verräterische Feststellung:
    „….deshalb wurden sie von vielen leuten nicht gemocht,da sie so halt arrogant rüberkamen“ ( Fehler der Wissenden blieben unkorrigiert)
    Ich halte das für widerlich, wenn der Neidfaktor, kaum verbrämt mit sachlichen Argumenten, die hier auch schwierig zu finden sind, so deutlich zu Tage tritt.
    Woher Frau Wissende beziehen Sie denn Kenntnisse aus den 50er Jahren? Oder beziehen Sie sich auf das bösartige Geschwätz von Leuten. die heute nicht mehr so taufrisch sein dürften?
    Und was Karl Gustav so absondert, der die nicht sachgemäße Verwendung „seiner“ Steuern beklagt, ist auch aufschlussreich.
    Wohltuend dagegen die Beiträge von Susanne Peters, an denen sich einige ein Beispiel nehmen sollten.
    Aber ganz schlimm ist die ständige Etikettierung der Bürgermeisterin Astrid Freudenstein. Dieter Nuhr hat vor nicht allzu langer Zeit auf die zunehmende Etikettierung von Personen des öffentlichen Lebens hingewiesen. Es gibt hier nicht wenige, die eine Gelegenheit sehen ihr Missvergnügen an diesem und jenem kund zu tun, wenn auch nur in einem Nebensatz der Name Astrid Freudenstein fällt. Sie kann tun und lassen, was sie will, ihre Verfehlung besteht darin, dass sie CSU-Mitglied ist und auch schon im Ministerium des Verkehrsministers gearbeitet hat. Diese Haltung gegenüber Frau Freudenstein ist ein Fall zum Fremd-schämen in einer kranken Gesellschaft.

    Leider erlaubt mit die Etikette nicht dazu deutlicher zu werden.

    _genderfreie Zone_

  • Burgweintinger

    |

    @Günther Herzig

    Sie sind auch zum fremdschämen…, Mir ist es wurscht, ob Frau Freudenstein in der CSU ist und jedes zweite WE mit Andreas Scheuer diniert, aber Ihre Art Politik und Einstellung zu Themen lässt tief blicken und ähnelt sehr eines Scheuers oder Dobrindts…
    Diese Dame ist nicht tragbar…, siehe hierzu auch der Kommentar von Gscheidhaferl, aber den hat ja der genderfreie G.H. ignoriert, wie er es immer macht, wenn er kein Gegenargument hat…

  • Susanne Peters

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    Mit der Luftmatratze durch die “Steinerne Brücke”, das klingt gefährlich, mit oder gegen die Strömung?
    LG

  • Piedro

    |

    @Günther Herzig
    Moin. Die Haltung des Vereins ist ja in früheren Artikeln von rd nachlesbar. Da kann man schon von Arroganz sprechen. Nicht nur, wenn Sie Spaziergehende ( ;) ) vertreiben, auch, wenn Sie nach eigenem Gutdünken Bäume wegschneiden, weil das ihr Grund sei.

    Auch andere Argumente in dieser Causa finde ich schlüssig: Jahrelang die Kündigung ignoriert, etliche Ausweichstandpunkte abgelehnt, keine Bereitschaft einen Kompromiss zu finden, etwa auf die Einzäunung zu verzichten und den Uferbereich frei zugänglich und nutzbar zu machen, vielleicht auch die Gastronomie zu öffnen… Aber das wurde alles schon breit diskutiert, muss man nicht unbedingt wiederholen.

  • Ulrich Perchermeier

    |

    1. Viele der Argumente hier sind dem Neid geschuldet.
    2. Wenige der Argumente beschäftigen sich mit der Gleichberechtigung der Sportbootfahrer: wo sollen sie denn hin? Viele Vereine haben nun mal eine Ortsgebundenheit; damit sind Umzugsmöglichkeiten so gut wie ausgeschlossen.
    Liebe Naturfreunde; Richtet Euer Augenmerk auf die SKIFAHRER:
    Sie verstopfen mit den PKWs die Autobahnen, die Lifte verschandeln die Umwelt, die Bodenerosionen und Rodungen tun ihr übriges.
    Also: wer, der hier gegen die Motorbootfahrer schimpft, fährt SKI?
    Wer, der hier gegen die Motorbootfahrer schimpft, engagiert sich gegen SKI-fahrer?

  • Burgweintinger

    |

    Herr Perchermeier,

    1) Ich habe es noch nicht gesehen, dass ich am Berg war und irgendein Skiverein hätte einen Zaun gesetzt und gesagt, du darfst hier nicht rein!
    2) Seit 11 Jahren weiß der Verein, dass sie an dieser Stelle weg müssen, da die Donau hier renaturiert wird…, jetzt so zu tun, also ob von heut auf morgen sie aus der Stadt gedrängt werden ist armseelig.
    3) Für mich gesprochen, bin ich dem Verein nicht neidig, im Gegenteil, ich wünscheihm alles Gute und mögen Sie bald eine bessere Bleibe finden.

  • Wurstkuchlsepp

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    @Ulrich

    Ich oute mich dann mal..
    1. Ich kenne die Situation (auch bezüglich des Standortes des Bootshafens) schon länger und sehe in der jetzigen Behandlung keinen Neid, sondern schlicht die Konsequenz des – oft unprofessionellen – Verhaltens seitens Kainz & co.
    2. Es gab/gibt Angebote zu Ausweichstandorten von Sinzing bis Donaustauf.
    3. Lassen Sie lieber dieses unnötige Derailing, das ist peinlich.
    4. Ich fahre weder Ski noch Snowboard, falls es Sie so brennend interessiert. Naja Wasserski würde ich schon mal ausprobieren :-)
    5. Achja zum Thema Neid: Ich kann zwar nur für mich sprechen/schreiben, aber Neid ist mir in der Causa fremd. Motorboot fahren macht Spaß, aber es ist vorsichtig formuliert problematisch, Grundstücke für sich zu beanspruchen, dessen Eigentümer man nicht ist. Schon aus diesem Grund allein finde ich die Kündigung seitens WWA gut.

  • Jakob Friedl

    |

    Motorsportboote und Laubbläser stilllegen!

  • Dugout

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    zum Thema Neid,
    wenn jeder Regensburger, der sich ein Motorboot leisten kann, sich eines kaufen würde, dann bräuchte man einen Anlegeplatz von Matting bis Donaustauf.
    Die allermeisten Regensburger sind allerdings vernünftige Leute und lassen das sein.
    Motorboot auf und ab fahren ist ungefähr so elitär wie eine Kreuzfahrt machen.

  • Dugout

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    @ Jakob Friedl:
    Ich empfehle mal einen Sonntagsausflug, bei schönen Wetter, unter die Pfaffensteiner Autobahnbrücke. Da strömen “Sportler” aus halb Bayern heran. Von Augsburg bis Amberg, von Ingolstadt bis Garmisch, kaum ein Autokennzeichen dass noch nicht gesehen wurde.
    Das sind die Triathleten unter den Wassersportlern. 200km mit dem Auto her, 3 Stunden mit dem Boot auf und ab, 200km mit dem Auto zurück.
    Die Herren der “Sieben Meere und drei Autobahnen”

  • Karl Straube

    |

    Dugout: was haben die zureisenden MB-Fahrer (die reisen zu, weil es auf Nicht-Bundeswasserstraßen Beschränkungen gibt) mit der Bleibe der hier ansässigen zu tun?
    Burgweintinger: Zutritt zu Skisprunganlagen und Bobbahnen ist den nicht dort akkreditierten Sportlern verwehrt; und wenn ein Skirennen ist, dann ist die Piste für Nichtkombattanten gesperrt.
    Alles Beiträge, die am Thema vorbeigehen: setzen, 6!

  • Hindemit

    |

    So, hab jetzt nochmal im Grundgesetz nachgesehen. Nix Gefunden von einem Grundrecht auf Motorboothafen am Fluß in der Stadt. Das ganze als Sport zu bezeichnen ist schon witzig, aber nicht zum Lachen. Unsere Stadt und der Landkreis wachsen enorm an Einwohnerschaft. Wertvolle Grünflächen -zumal zentral in der Stadt- werden daher umso bedeutungsvoller und MÜSSEN allgemein zugänglich sein. Vertrag ausgelaufen, jahrelang angekündigt. So What? Die Umwidmung der Fläche ist mehr als sinnvoll.

  • Piedro

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    @Ulrich Perchermeier
    Ihr seid ja nur neidisch ist auch nur ein Pseudoargument. Ausweichangebote hat es ja nun gegeben, man hätte auch selbst suchen können. Allerdings scheint da eine gewisse Überzeugung zu bestehen, dass die Stadt die Kündigung eh nicht umsetzen wird. Schifahrer, mei, wie viele gibt es denn da in den Regensburger Alpen? Und wie viele zäunen die Pisten ein, damit sich da sonst keiner tummeln kann?
    Es gab ja auch keinen Versuch einer Kompromisslösung, etwa, den Uferstreifen öffentlich zu machen, die Privatstraße vom Asphalt zu befreien, die Parkplätze ebenfalls, und beides ebenfalls zu öffnen. Dann könnte der Uferstreifen renaturiert werden, das Ufer wäre für alle zugänglich, der Steg könnte bleiben, das Vereinshaus auch. Nur die Exklusivität würde leiden, also scheint die wohl der Knackpunkt zu sein. Auf der einen Seite vielleicht Neid, auf der anderen Seite vermeintliches Bessersein.

  • Stefan Egeli

    |

    Das muss man sich schon auf der Zunge zergehen lassen. Es gibt da einen Verein, der sich auch nicht in geringster Weise wie es ein Fußballverein tut, sozial engagiert indem er sich mit Jugendarbeit beschäftigt oder sonst irgendwas für das soziale Miteinander tut. Dieser Verein sitzt auf einem Grundstück, dass ihm nicht gehört und das er nur gepachtet hat. Der Pachtvertrag wurde beendet, das weiß dieser Verein seit mehr als 10 Jahren und nun wird hier so ein Fass aufgemacht, als ginge es hier um wichtige soziale Fragen und Angelegenheiten. Frau Freudenstein sollte sich schon fragen, was ihre eigentliche Aufgaben sind. Gibt es nichts Wichtigeres, als sich für ein Klientel einzusetzen, welches bestimmt nicht sozial benachteiligt ist. Es geht um ein Klientel, welches in seiner Freizeit mit Motorbooten herumschippern möchte und dabei gerne ungestört bleibt. Es geht hier nicht um Neid. Es geht darum, welche Menschen wirklich von unseren gewählten Politikern wirklich Hilfe benötigen, und welche nicht.
    Lieber Sportbootverein: Ihr wisst seit einem Jahrzehnt, dass ihr den Platz, der euch nicht gehört, verlassen müsst. Ihr habt das bis heute ausgesessen und darauf gehofft, dass das für euch in politischen Kreisen geregelt wird. Der Platz gehört der Allgemeinheit, nicht euch. also geht!

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