„Miteinander reden”, aber nicht mit jedem

„Das eine ist Politik. Das andere ist Sport. Das soll man trennen und die Sportler ihren Sport machen lassen.” So ähnlich begründet heute eine Olympionikin im Radio, warum sie einen Boykott der Olympischen Spiele in China für falsch hält. Es sollte Sportlern auch egal sein, wenn Unrechtsregime – wie China gerade in Tibet – Menschen umbringt. Da ist man in bester Gesellschaft. Made in China verkauft sich gut. Kinderhände können Schuhe einfach besser vernähen – und billiger. Deshalb sind die auch konkurrenzfähiger als wir. Das erzählen uns ja auch manche Politiker. Vermutlich nehmen die ähnliche Drogen wie besagte Olympionikin. Kiffen macht gleichgültig. „Miteinander reden”, aber nicht mit jedem Gleichgültig ist es vermutlich auch wie die Gespräche am Runden Tisch ausgehen, den Joachim Wolbergs für alle Parteien im Stadtrat vorgeschlagen hat. Die größte Partei – die CSU – kommt ja schon mit sich selbst nicht zu Rande. Die Verwerfungen zwischen CSB und Hans Schaidinger dürften auch wenig Spielraum lassen. Horst Meierhofer will „Miteinander reden”, aber anscheinend nicht mit der Linken. Da braucht es keinen wundern, wenn sich die Hälfte der Regensburger von der Politik verabschiedet. „Das eine ist Realität. Das andere ist Politik. Das soll man klar trennen und die Politiker ihre Politik machen lassen.” Das Wichtige erledigt man lieber selbst. (Ent)spannende Lektüre!

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Kommentare (6)

  • Daniela Camin - Heckl

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    Und Wahlkampf war gestern – vorbei ist mit „Gemeinsam“, „Neue Mehrheit – Neuer Politikstil“, „Miteinander reden“ …
    Vielleicht bleiben wenigsten die Einen „Unbestechlich“ und die Anderen „Die Linke“.
    Jetzt können wir zusehen, wie es nur noch um Posten und Macht geht.
    Bürgermeister zum 1.; zum 2.; zum 3. und verkauft?
    Aufsichtsratsposten zum 1.; zum 2. …; Na Sie wissen schon!?
    Sehen wir doch einmal, was am Ende der Wahl an demokratischer Mehrheit übrigbleibt.
    Ob die Kleinen mit den Großen, oder die Kleinen mit den Kleinen, … oder alles beim Alten bleibt?

  • Literatur

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    Kann nicht die SPD, ohne Wolbergs zu desavauieren, mit allen anderen Parteien, immerhin zusammen 28 Stadträte, koalieren gegen die allmächtige CSU? Denn: SPD und CSU zusammen, kommen bei den bekannten Abweichlern nur auf 23 Stadträte; zuwenig um regieren zu können!

  • Roland Hornung

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    Kiffen macht nicht nur gleichgültig. Auf Dauer
    macht es auch blöde!
    Nur so können die Worte jener Sportlerin auch
    „verstanden“ werden. Wenn der Wanst voll ist –
    – und das trifft für die Wirtschaft, das Kapital, ebenso zu für wie den geldgeilen Sport, da hört eben die Moral auf. Da können
    noch so viele Menschen ermordet werden, Hauptsache die Spiele finden statt. Mit Brot und Spielen haben schon die alten Römer das
    Volk ruhig gehalten und verblödet.Lassen wir
    uns endlich nichts mehr gefallen. Werden wir laut und deutlich. Und weisen wir auch das
    “ Profitbüro “ jenes geldgeilen, widerlich- frühkapitalistischen China deutlich in seine
    Schranken !
    Euer Roland Hornung

  • Daniela Camin - Heckl

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    @ Literatur, ich denke, es sollte jeder Stadtrat nur dann seinen Arm zur Abstimmung heben, wenn er von dem was beschlossen werden soll überzeugt ist. dann würden sich die Mehrheiten am Thema, an der Sache ergeben. Nur glaube ich nicht an die Unabhängigkeit der Entscheidungen von jeden einzelnen Stadtrat, zu sehr hängt man im Fraktionsdenken, am Denken und Umsetzen der politischen Ideologien. Da kann halt der Eine mit dem Anderen nicht, nur weil die Partei oder die Gruppierung die Falsche. Es ist echt schade um die Instutition Stadrat. Aber vielleicht gelingt es ja doch einzelnen Stadträten über die Schatten zu springen und ausschliesslich im Interesse der Bürgerschaft zu arbeiten. Wenn manche Stadträte ahnen würden, durch wen sie auch gewählt wurden.

  • Florian Paul

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    Kiffen macht weder gleichgültig noch blöde. Bitte Fachliteratur lesen oder z.B. auch mal betroffene Schmerz- oder Krebspatienten fragen. Ist aber ne andere Diskussion.

  • Daniela Camin - Heckl

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    @Florian Paul, ich weiß zwar nicht, welche Fachliteratur Du ließt, aber in meiner steht: Marihuana; cannabis; vgl. Haschisch; cannabis sativa mit den wirksamen Tetrahydrcannabioden; wird als Rauschmittel … geraucht … ; H. führt individuell unterschiedlich zu Dämmerzuständen; Euphorie; Unruhe; veränderter Wahrnehmung bis zu kurzzeitigen Halluzinationen und erhöhter sex. Erregbarkeit. Wo Du allerdings Recht hast, bei Schmerz- und Krebspatienten ist es eine andere Diskussion. Ich jedoch bin mir ziemlich sicher, das Lesen und Studieren bei weitem mehr und wesentlich nachhaltiger den „Horizont erweitern“, als Kiffen. Und Schmertherapeuten sind meist darum bemüht, zwar den Schmerz zu lindern, jedoch so, dass der Mensch möglichst nicht in seiner Wahrnehmung beeinträchtigt wird. Die Kunst der Medizin, Wirkstoffe so einzusetzen, dass sie den größten Nutzen (Schmerzlinderung)erbringen ohne größere Risiken einzugehen. Und Halluzinationen sind nicht unbedingt immer angenehm. Und Rauschzustände lösen manchmal Katastrophen aus. Und Enthemmung ist die Ursache für viele mögliche Katastrophen. Und insofern stimmt die Aussage wieder; Kiffen macht blöde und gleichgültig, zumindest für die Zeit, wo die Rauschzustände akut sind.

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