Archiv für 6. März 2018

Von „großen inhaltlichen Diskrepanzen“ ist in einer Stellungnahme des Regensburger Kulturamts die Rede. Eine Performance des Künstlerkollektivs bambule.babys wurde kurzfristig abgesagt. Die Betroffenen sprechen von Zensur. „Alles wird auf ein angeblich pornographisches Bild reduziert, das nur ein kleiner Teil des Ganzen gewesen wäre und wir werden in die Ecke plumper Provokation gestellt.“

Madonna in Lichterketten: eines der geplanten Schlussbilder für die Performance in Regensburg. Entwickelt wurde es bei einem Workshop in L.A.. Foto: Jessamyn Lovell

Sie ist gerade mal 15 Sekunden lang – die Videosequenz, die im städtischen Kulturreferat für Schnappatmung gesorgt haben muss: eine kaputte Plastik-Madonna im Schritt einer jungen Frau als Ankündigung einer Performance im städtischen Kunstforum Ostdeutsche Galerie. Ängste vor Pornographie, Gewaltdarstellung und Religionsbeleidigung standen im Raum. Die Reaktion folgte auf dem Fuß: Einen Tag vor dem angesetzten Termin am vergangenen Samstag wurde die Performance kurzerhand abgesagt. Von „großen inhaltlichen Diskrepanzen zwischen bambule.babys und den Veranstalter“ ist in einer recht nüchtern gehaltenen Stellungnahme des Kulturamts die Rede. Die erwähnten bambule.babys, namentlich Anna Valeska Pohl und Michael Pöpperl, sprechen dagegen in einer eigenen Pressemitteilung von Zensur. Was ist da geschehen?