Archiv für 1. März 2018

Eine Anklage wegen 24 Fällen der Vorteilsannahme gegen Oberbürgermeister Joachim Wolbergs hat das Landgericht Regensburg am Donnerstag zugelassen. Einige Politiker bekunden Erleichterung darüber, dass der Hauptvorwurf der Bestechung vom Tisch sei. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer sieht gar das Wort „Korruption“ als nicht mehr angebracht an. Doch ganz so einfach ist das nicht.

„Ich will vor den Menschen, die mich gewählt haben, rehabilitiert werden.“ Joachim Wolbergs zusammen mit seinen Verteidigern Peter Witting und Jutta Niggemeyer-Müller. Foto: as

„Das ist ein guter Tag für Regensburg. Das ist keine Korruptionsaffäre mehr.“ Man muss die Regensburger Korruptionsaffäre schon von Anfang an verfolgt haben, um zu verstehen, warum Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zu dieser Einschätzung kommt, als sie am Donnerstagmittag vor die Medien tritt. Während es in jeder anderen Stadt eine mittlere Katastrophe wäre, wenn deren Oberbürgermeister vor dem Landgericht angeklagt wird, nimmt in Regensburg nicht nur Maltz-Schwarzfischer die heute verkündete Zulassung des Hauptverfahrens gegen Joachim Wolbergs und drei weitere Beschuldigte „mit Erleichterung“ zur Kenntnis. Ähnliche Einschätzungen kommen auch von einigen Stadträten und in Kommentaren in den sozialen Medien.

"Bestechlichkeit bzw. Bestechung zumindest derzeit nicht haltbar"

Korruptionsaffäre: Landgericht Regensburg lässt Anklage gegen Wolbergs geändert zu und hebt Haftbefehle auf

Das Landgericht Regensburg hat die Anklage gegen Joachim Wolbergs, Volker Tretzel, Norbert Hartl und Franz W. geändert zugelassen. Den Vorwurf der Bestechung bzw. Bestechlichkeit hält die Kammer derzeit für nicht haltbar. Die Pressemitteilung des Landgerichts im kompletten Wortlaut.