Zu provokant für Regensburg

Madonnen-Schändung befürchtet: Kulturamt sagt Kunst-Performance ab

Von „großen inhaltlichen Diskrepanzen“ ist in einer Stellungnahme des Regensburger Kulturamts die Rede. Eine Performance des Künstlerkollektivs bambule.babys wurde kurzfristig abgesagt. Die Betroffenen sprechen von Zensur. „Alles wird auf ein angeblich pornographisches Bild reduziert, das nur ein kleiner Teil des Ganzen gewesen wäre und wir werden in die Ecke plumper Provokation gestellt.“

Madonna in Lichterketten: eines der geplanten Schlussbilder für die Performance in Regensburg. Entwickelt wurde es bei einem Workshop in L.A.. Foto: Jessamyn Lovell

Sie ist gerade mal 15 Sekunden lang – die Videosequenz, die im städtischen Kulturreferat für Schnappatmung gesorgt haben muss: eine kaputte Plastik-Madonna im Schritt einer jungen Frau als Ankündigung einer Performance im städtischen Kunstforum Ostdeutsche Galerie. Ängste vor Pornographie, Gewaltdarstellung und Religionsbeleidigung standen im Raum. Die Reaktion folgte auf dem Fuß: Einen Tag vor dem angesetzten Termin am vergangenen Samstag wurde die Performance kurzerhand abgesagt. Von „großen inhaltlichen Diskrepanzen zwischen bambule.babys und den Veranstalter“ ist in einer recht nüchtern gehaltenen Stellungnahme des Kulturamts die Rede. Die erwähnten bambule.babys, namentlich Anna Valeska Pohl und Michael Pöpperl, sprechen dagegen in einer eigenen Pressemitteilung von Zensur. Was ist da geschehen?

Warum war das Kulturreferat so überrascht?

Das Kulturamt hatte die Gruppe für das „Treffpunkt-Festival“ gebucht, das vergangene Woche in Zusammenarbeit mit der Partnerstadt Pilsen stattfand. Zunächst war ein Workshop unter dem Titel „my home is not my home“ geplant, für den sich allerdings zu wenig Teilnehmer angemeldet hatten. Als Alternative dafür war bereits im Vorfeld mit dem Kulturamt vereinbart worden, dass dann stattdessen eben eine Performance stattfinden sollte.

Wer schon mal etwas von den bambule.babys gesehen hat – was angesichts öffentlich zugänglicher Homepage und mehrere Youtube-Videos nicht sonderlich schwierig ist – hätte vielleicht ahnen können, dass so eine Performance nicht unbedingt gefällig werden würde. Dass da irgendetwas gezeigt wird, was nicht unbedingt leicht zugänglich ist, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit nackte Körper und unter Umständen sogar Religionskritisches zu sehen geben würde.

Auch die Ankündigung auf der Festivalseite, wo davon die Rede ist, dass sich im Rahmen der Performance „persönliche Stories und große Mythen, kontrollierte Körper und symbolische Akte (…) zu einer radikalen Verhandlung deutsch-tschechischer Heimatideologien“ vermischen sollten, deutet an, dass das Ganze auch in ganz anderer Hinsicht grenzüberschreitend werden könnte. Ein bisschen Bambule eben…

Das Kulturamt wollte eine Unterlassungserklärung

Der Regensburger Regisseur Joseph Berlinger schrieb einmal über den Anspruch des Künstler-Kollektivs:

„Die bambule.babys arbeiten abseits des Mainstreams. Ohne Interesse an profanem Applaus erkunden sie, die Abgründe der menschlichen Existenz, versuchen sie die elementaren Konstanten in künstlerische Form zu bringen: Sehnsucht, Begehren, Einsamkeit, Trauer, Schmerz, Angst, Wut, Hass – und Liebe.“

Das Kulturreferat sollte also gewusst haben, wen man da engagiert. Das bestätigt auch Pohl. „Wir standen in intensivem Kontakt mit dem Kulturamt, haben auch Links und Informationen geschickt und nachgefragt und bis zum Freitag war alles gut.“

Doch dann gab es besagtes Video und offenbar kam dann manchem Verantwortlichen der Gedanke, dass man es so provokant doch auch nicht haben will. Eilends wurden Anna Valeska Pohl und Michael Pöpperl noch am Freitag ins Alte Rathaus einbestellt, um dort schon mal zu zeigen, was sie denn da vorhätten. Und die Performance war offenbar derart überzeugend, dass sie – so die Vorgabe – nur gezeigt werden dürfe, wenn die beiden zuvor eine strafbewehrte Unterlassungsunterklärung unterzeichnet hätten, in der sie sich bei Androhung einer Konventionalstrafe von 2.000 Euro verpflichten sollten, mindestens das mit der kaputten Plastikmadonna doch besser wegzulassen.

„Ein einzelnes Bild wird herausgegriffen, der Rest interessiert nicht.“

„Da wird ein einzelnes Bild herausgegriffen und über den Rest war keine Diskussion erwünscht“, beklagt Pohl. Dass eine verletzliche Madonna im Rahmen der Performance für die Heimatlosen dieser Welt bete, dass es um Obdachlose und Flüchtlinge gehe, deren Situation verhandelt werde, dass es dabei durchaus Gemeinsamkeiten beim bayerischen und tschechischen Heimatbegriff gebe oder auch dass das Ganze mit Musik von Justin Hill aus L.A. unterlegt wird, die den Verlust von Heimat thematisiert, habe keinerlei Rolle gespielt und niemanden interessiert. „Es wird auf ein angeblich pornographisches Bild reduziert, das nur ein kleiner Teil des Ganzen gewesen wäre und wir werden in die Ecke plumper Provokation gestellt.“

„Ich wünsche Ihnen noch ein schönes Leben.“

Eineinhalb Stunden nach dem Termin im Kulturamt habe sie einen Anruf mit der endgültigen Absage bekommen, „verbunden mit dem Angebot, trotzdem das halbe Honorar zu erhalten und der Abschiedsformel: ‚Ich wünsche Ihnen noch ein schönes Leben'“, was wohl so viel heißen soll wie: Euch engagieren wir nimmer.

Unbedingt nötig haben die bambule.babys das aber ohnehin nicht. Sie sind mit ihrem neuen Programm für mehrere internationale Festivals gebucht. Auch internationale Kritiker wie der New Yorker Regisseur John Gold Rubin äußern sich lobend über die Performance-Kunst der bambule.babys. Doch Pohl ist hörbar enttäuscht, wenn sie sagt: „Die Ironie ist, dass wir nach einer Perfomance zum Thema Heimat in Regensburg hier nun irgendwie heimatlos geworden sind.“

 

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Kommentare (54)

  • uwe

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    Frage mich nur manchmal, was sich nicht alles „Kunst“ nennt und wer so etwas überhaupt sehen will. Könnte gerne auch mal meine Enkelkinder schicken, die kriegen so etwas auch locker hin.

  • Günther Herzig

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    Ich habe nicht zu bewerten, was das Künstlerkollektiv anbietet, ob das Kunst ist oder etwas anderes? Ich weiß es auch nicht.
    Aber leicht hat es das Kollektiv schon. Hat jemand etwas gegen deren Kunst, ist er entweder Rassist oder Faschist oder er diskriminiert. Ob das Publikum diese Kunst mag, wird gar nicht erst gefragt. Ein Skandal schafft erwünschte öffentliche Aufmerksamkeit

  • Giesinger

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    Sowas geht in „good old Regensburg“ natürlich gar ned, ja sog amoi!

    Mit Perforformance-Kunst kenne ich mich nicht aus, habe aber auf diesem Gebiet schon einiges miterlebt. Was soll ich sagen, ich finde es total harmlos.

    Aber, ich habe halt mit der katholischen Kirche rein gar nichts (mehr) am Hut. Wo ist die Madonna eigentlich kaputt?

    Ich verstehe das „böse Video“ eher so, als würde sich die Darstellerin in der von der katholischen Kirche rauf und runtergebeteten „Unbefleckten Empfängnis“ üben. (bzw. hier rein und raus…hehe..)

    Was wäre da naheliegender, als mit einem Madonna-Dildo?

  • David Stein

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    „Aber leicht hat es das Kollektiv schon. Hat jemand etwas gegen deren Kunst, ist er entweder Rassist oder Faschist oder er diskriminiert. Ob das Publikum diese Kunst mag, wird gar nicht erst gefragt. Ein Skandal schafft erwünschte öffentliche Aufmerksamkeit“

    … oder vielleicht dichten wir diesen Leuten auch keine Vorwürfe an, an denen man sich dann entrüstet abarbeiten kann. Nur so als Vorschlag. Von Rassismus, Faschismus und Diskriminierung steht zumindest im Text jedenfalls nirgends was.

    Ich habe übrigens gute Nachrichten: Sie dürfen durchaus beurteilen, ob das Kunst ist oder nicht. Also, für Sie persönlich, halt. So lange Sie daraus nicht den Anspruch ableiten, dass das gefälligst weg soll, weil es Ihnen nicht passt, ist alles OK.

    Und falls Sie noch lesen: Im Text wird erwähnt, dass das Kollektiv international durchaus Anerkennung bekommt. Ich glaube kaum, dass die daraus entstanden ist, dass hier im Provinznest Regensburg das Kulturamt gekniffen hat. Ist vermutlich auch besser so, das sollte man nicht unbedingt lang rumerzählen.

    Ich habe übrigens auch keine Ahnung, ob das Kunst ist und ob das Publikum diese Kunst mag. Ist auch egal. So eine Performance ist nicht zur Unterhaltung da, sozusagen für wenn man mal keine Lust aufs Musikantenstadel hat. Das darf dann auch einfach mal nicht gefallen und hat trotzdem seine Berechtigung. Kunst muss man nicht mögen. Wäre es anders, hieße sie vermutlich Munst.

  • joey

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    „Religionskritisch“ heißt ja immer nur Christenkritisch. Vielleicht wäre das in Tschechien derzeit keine Provokation, sondern eine Kriegserklärung. Dort ist der Staatspräsident zwar Mittel links, aber nach deutschen Verhältnissen rechtsradikal. Auch sonst ist die durch Wahlen ausgedrückte Stimmungslage eher allgemein Ultrapegida. Die lassen garantiert keine Madonna für Flüchtlinge beten.

    Bei so einem Festival geht es nicht nur um Kunst, sondern auch um Politik, die gerne freundschaftlich sein möchte – um nicht zu sagen oft auch schleimerisch. Besser als der Befehlston, den die Tschechen jahrhundertelang auf deutsch gehört haben.

    Es gibt auch Kunst mit leiseren (kritischen) Tönen, die so vielleicht besser dorthin kommen, wo sie am besten wirken: im Perzept der „kleinen Leute“.

  • auch_ein_regensburger

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    Das Mantra aller Banausen, das Uwe hier im 1. Kommentar formuliert. Ob es das in der Steinzeit auch schon gegeben hat? Vorstellen könnte man es sich ja schon: Kaum haben die Stammes-Schamanen die ersten Felszeichnungen in den Höhlen von Lascaux fertiggestellt, kommt schon der erste Motzer: „Und das soll Kunst sein? Das kann mein Enkel auch. Und wen interessiert das überhaupt?“

  • Horst

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    Haben wir nicht noch irgendein Reiterdenkmal rumliegen, das man unter Blasmusik und bischöflichem Segen irgendwo aufstellen können? Das ist doch das offizielle Niveau hier Dimpflhausen.

    Mit Christoph Schlingensief möchte man da nur noch sagen: „Keine Chance Regensburg“.

  • Mr. T

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    Lungers Vorstellung von Kultur ist allerdings auch arg eingeschränkt. Kultur muss man sich selbst überlassen, wenn man will, dass was gescheites rauskommt.

  • Skandal!

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    Nächstes Mal einfach gleich vorher das Kulturjournal und das Wochenblatt lesen,
    um die schöne Stadt Regensburg vor weiteren Schandtaten zu bewahren.

  • Rosalia Genoveva

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    Man solltat schon alles in Relation anschaun, bevor man sich aufregt über die Augeregten…

    Eine verletzte Plastikmadonna einem schmerzt immer schon mehr wie paar hundert kaputte, weil missbrauchte Bubenseelen.

    Weil a katholisches Plastikmadonnal ist hochsensibel.
    Kann a Postrheumatische Plastikbelastungsstörung kriegen.

  • Der Sanftmütige

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    Da scheint es aber gewaltig zu rauchen! Die Mittelbayerische Zeitung hatte ursprünglich getitelt:
    „Kultureklat wegen Porno-Performance“.
    Ohne jeden Hinweis auf drastische Änderungen wurde der Artikel inzwischen umformuliert. Neue Überschrift:
    „Auftritt abgesagt: Eklat nach Festival“
    Guter Journalismus geht anders.

    Zur bisherigen Diskussion: der eigentliche Skandal ist doch nicht die Performance an sich, sondern die Tatsache, dass die Stadt ganz offensichtlich keine Ahnung hatte, wen sie da engagiert hat. Drei Minuten Internet-Recherche hätten den Verantwortlichen gezeigt, dass dieses Künstlerkollektiv ganz sicher keine weichgespülte Wohlfühlunterhaltung feilbieten würde.

    Wieder einmal beweist der Kulturreferent, wie wenig Respekt er gegenüber den Künstlern hat. Sich mit Künstlern und ihren jeweiligen Ausdrucksformen auseinanderzusetzen gehört zu seinen Kernaufgaben. Er scheint sie aber eher als eine Art „Dienstleister“ zu sehen, die ihm angenehme Waren feilbieten sollen und ihm ansonsten nicht weiter zur Last fallen dürfen.

  • Rosalia Genoveva

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    @der Sanftmütige
    ist der Meinung
    „er scheint sie aber eher als eine Art „Dienstleister“ zu sehen, die ihm angenehme Waren feilbieten sollen und ihm ansonsten nicht weiter zur Last fallen dürfen.“

    Stimmt beinah!
    Bei dera Sach war vielmehr das Problem, dass sie ihm zu keiner LUST nicht fallen haben dürfen.

  • Tobias

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    Ach schön, der Bürger wird mal wieder erzogen!
    Ein paar hässliche (durch den Brandanschlag zerstörte) rote Säulen an der Ostdeutschen Galerie ist „Kunst“. Ein bisschen Folklore zum Stadtfest ist „Kunst“. Ein Violinenkonzert im Velodrom ist „Kunst“. Das hier? Nö. Das ist keine Kunst. Das darf der mündige Bürger in Regensburg nicht ansehen. Meine Güte, das ist ja wie in den 1960ern.

    Kunst und Kultur, dazu zählen sogar Computerspiele wie DooM, und das lässt sich nicht verleugnen, da dort Künstler und Grafiker daran gearbeitet haben, 1993 eben dieses Spiel zu veröffentlichen. Nur, um mal anzumerken, wie breit „Kunst“ doch gefächert sein kann. Regensburg’s Regierenden zerren die Stadt in alle möglichen Richtungen, dort, wo die Lobby mit Sektempfängen wartet: Einerseits potthässliche Museen (nun, tatsächlich ist es ja nur Eines, bisher zumindest…) und Neubaugebiete mit pseudo-moderner Fassadengestaltung feiern, hinterher aber sich als Stadt der Mozart-hörenden, alternativ lebenden Altstadtbewohner wie Anno 1758 in Anzeigen bewerben lassen.

    Ich kriege zunehmend einen Hass auf unsere Kommunal- und Bundesregierung, sowie die EU; Ministerien, die Nachrichten faken oder nicht weitergeben, zensieren und verbieten – aber sich bei Bananenkrümmungen festfahren..

  • Erik

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    Kommentar gelöscht. Mäßigen Sie Ihren Ton.

  • Scheinheilig

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    Ein bescheidener Hinweis: Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie ist keine städtische Einrichtung sondern wird von einer Stiftung gleichen Namens getragen. Der Betrieb wird vom Bund, Freistaat Bayern und der Stadt Regensburg finanziert. Letztere hat Anfang der Neunzigerjahre seinen Beitrag pauschaliert. Sie hätte sich damals gerne ganz zurückgezogen, ist aber vertraglich seit der Gründung gebunden. Seit dieser Zeit hat sie auch das Recht einen Vertreter in den Vorstand der Stiftung zu entsenden. Bis etwa 2005 war das der Kulturdezernent/Kulturreferent, der wurde vom Rechtsreferenten abgelöst, der auch heute noch Vorstandsvorsitzeneder ist.

    Zur Sache selbst: Zum künstlerischen Angebot kann man stehen, wie immer man will. Kunst muss sich auch der Kritik stellen, was im vorliegenden Fall nicht mehr möglich war. In der Stadtverwaltung kursiert seit vielen Jahren die Titulierung „Chaosunger“. Der hat halt wieder einmal nach vielen erfolgreuichen Aktionen wie der Kulturhaupstatdtbewerbung, Jazzweekend u,m.m. zugeschlagen. Der OB und der Stadtrat haben seine Arbeit als erfolgreich bewertet, denn andernfalls hätte man ihn wohl nicht wiedergewählt. Oder war es Mitleid? Eines so schlecht wie das Andere wie der aktuele Fall wieder einmal zeigt.

  • Schwalbe

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    Offenbar fühlt sich das Kulturamt dieser Stadt inhaltlich verantwortlich für alle Veranstaltungen, die irgendwie unter „städtischem“ Dach stattfinden, und damit auch berufen zur fachlichen Beurteilung des jeweils gebotenen Inhalts. Eine solche Haltung scheint mir grundsätzlich nicht mit Kultur, Kulturarbeit und Kulturförderung vereinbar. Dass Kultur und vor allem Kulturschaffende einer öffentlichen Förderung bedürfen, ist klar, neben vielem Anderen kann man auch diesen Bereich nicht dem sog. Markt überlassen. Aber das kann doch nicht zu einer Art Staatskunst führen, einem quasi von Amts wegen vorgegebenen Begriff des Wahren, Guten und Schönen.
    Für mich persönlich halte ich das meiste, was so unter Kunst und Kultur läuft, für ziemlich unbedeutend und uninteressant (übrigens auch die hier beschriebene Veranstaltung). Das muss aber natürlich nicht jeder so sehen. Der Umgang mit Kunst und Kultur ist ein wichtiger Gradmesser für den (Gemüts-) Zustand einer Gesellschaft. Wenn man sich diesen Luxus nicht mehr leisten mag und dessen Ausdrucksformen nicht mehr aushalten will, sieht es düster aus. Der Vorwurf des Provinzialismus ist da noch wohlwollend, im vorliegenden Fall aber sicher zutreffend. Von einer Behörde, der Herr Unger vorsteht, ist halt nicht viel zu erwarten; am wenigsten vornehme Zurückhaltung.

  • Lothgaßler

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    @Rosalia Genoveva: Recht host, die Performance hätte eben geschädigte Buben und schändende katholische Seelsorger beim Stoßgebet zeigen müssen.
    Bei Madonnen komme ich immer durcheinander: War das die Mutter Maria, oder war das die Maria Magdalena?
    In Regnschburg ist man zwar schon lang nimma katholisch, aber man tut halt noch so. Das nennt sich dann Marianische Männer-/Frauenkongrigation und ist eine Performance für sich, mit der Fürstin von T&T. Und Pornos schaut ma schon auch, aber halt dahoam im Internet, dagegen ist diese Kunstperformance ja gar kein Porno nicht.
    Was schon kurios ist, das ist die „strafbewehrte Unterlassungserklärung“, da fragt man sich schon, ob die im Kulturamt noch alle Sinne beeinander haben. Ich hätte es wie der Polt gemacht: ich sag nix, und das ganze 10 Minuten lang. Das wäre die Kunst, die in Regensburg gefeeiert werden würde.
    Übrigens: Ich habe nie wirklich verstanden was die Ostdeutsche Galerie mit Kunst zu tun hat, so wahnsinnig viel Kunst wird dort weder gezeigt noch produziert. Aus meiner Sicht muss man dort nur einmal gewesen sein, und dann reichts auch ein Leben lang.

  • Lothgaßler

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    Jetzt habe ich mir die Videos angschaut: Im ersten Video waren es doch der Ken mit der Barbie, die da abgschleckt, rumgeschleppt und rumgworfen worden sind. Und das zweite Video zeigt die Umnutzung eines figürlichen Gegenstandes, das ist überhaupt nicht weltfremd. Sieht man sich die Form der Madonna an, dann kommt man/frau schon ins Grübeln, warum deren Form so gut zur Umnutzung passt.
    Bewertung: harmlose Performance, die auch zu Themen der Zeit passt: Übersexualisierung in den Medien, #MeeTo, das verkrampfte Verhältnis des Katholizismus zur Sexualität,…

  • Jule Bambule

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    @uwe und warum machen sies dann nicht?

  • Wolfram Heinrich

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    Ja, sakra, da gäb’s einmal ganz offizielle Pornographie (lechzt, sabber, gier) in Regensburg und dann sagt die Stadt ällabätsch.

  • Wolfram Heinrich

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    >>„Da wird ein einzelnes Bild herausgegriffen und über den Rest war keine Diskussion erwünscht“, beklagt Pohl. (…) „Es wird auf ein angeblich pornographisches Bild reduziert, das nur ein kleiner Teil des Ganzen gewesen wäre und wir werden in die Ecke plumper Provokation gestellt.“<<
    Der Rabatz war doch kalkuliert, ohne 1 Rabatz kommst du doch heute gar nicht in die Medien. Früher wär die Frau Pohl auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. DAS waren noch Performances, das war eine Gaudi.

  • Wolfram Heinrich

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    >>Frage mich nur manchmal, was sich nicht alles „Kunst“ nennt…<<<
    .
    Kunst ist, wenn man trotzdem lacht.

  • Wolfram Heinrich

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    >>Ich verstehe das „böse Video“ eher so, als würde sich die Darstellerin in der von der katholischen Kirche rauf und runtergebeteten „Unbefleckten Empfängnis“ üben. (bzw. hier rein und raus…hehe..)<<
    .
    Hl. Muttergottes von Tschenstochau! Die "Unbefleckte Empfängnis" bezieht sich NICHT darauf, wie Maria Jesus empfangen HAT, sondern darauf wie Maria empfangen WURDE (passiv also). Nach katholischer Lehre wurde Maria ohne Erbsünde in der Hl. Mutter Anna empfangen, war also von Anbeginn an sündenfrei. Das "unbefleckt" hat also mit Spermaflecken nichts zu tun.
    Lieber Gott, wieso muß ich alter Atheist eigentlich immer wieder den Leuten die Hl. Schrift auslegen?

  • joey

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    @einige Mitforisten:
    wenn Ihr Freunde einladet, würdet Ihr ihnen dann einen Angriff vorsetzen? Beispiel: Ihr ladet echte Linke ein, die dann an Eurer Zimmerwand Nazisprüche ansehen müssen?

    Die Gäste würden evtl. mit höflichen Worten schnell gehen. Oder mit deutlichen Worten. Vielleicht wäre die Freundschaft dann beendet.

    Hier sollte nicht die Frage im Vordergrund stehen, ob das Kunst ist oder die Provokation grundsätzlich zulässig, sondern im Zusammenhang sinnvoll.

    Ich selbst interessiere mich sehr, was meine Mitmenschen glauben. Auch wenn ich es oft überhaupt nicht (so) glauben kann (z.B. Islam), würde ich zu passenden Zeitpunkten Diskussionen suchen, aber Beleidigungen (z.B. Koranverbrennungen) unterlassen. Weil das nichts bringt und weil ich Höflichkeit und Respekt versuche.

  • R.G.

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    Ist es keine Schändung der Mutter Jesu, wenn im phallisch–narzißtisch auftretenden, immer mehr wirtschaftsorientierten Gemeinwesen Katholische Kirche, die Darstellung der Mutter des Herrn in Form einer fraulichen Verkleidung eines Phallus, als priorisierte, mehr noch als im Zeitkontext fast schon singuläre Darstellung des Weiblichen im Kirchenraum gezeigt wird?

    Das Wort kann umdeuten, es gehe in den speziellen, aufrecht erstarrten Marienfiguren um Heiligung, trotzdem spricht das Bild in seiner das Weibliche auf die geschlechtliche Nutzung reduzierenden Ursprünglichkeit.

    Einige junge Menschen nennen es Kunst, diese Sprache der Statuen, die Zitierung der eigentlichen Nutzungsfunktion der Phalli, anzudeuten.

    Wo das Wort der weiblichen Wahrheit zum Schweigen gebracht wurde, redet das gemalte oder theatralisch dargestellte Bild immer noch…

  • eingeborener

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    Was das mit Pornografie (Griech.:Darstellung der Frau als Hure) zu tun hat ??? Ein Kulturamt, das den Namen verdient, hätte die Performance um eine anschließende Diskussion über den (Un-)Sinn selbiger ergänzt.Die städtische Unger-Kultur ist dafür zu eng.

  • Gartenzwerg

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    An solchen städtischen Kulturamts-Reaktion(är)en merkt man, wie sehr Provinz Regensburg immer noch ist.

  • Tina Lorenz

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    Erstens, lieber „eingeborener“: Der Begriff Pornographie hat in der Tat einen griechischen Ursprung, kommt aber von „porne“, also „Prostituierte“ und „graphein“, dem Schreiben – also wenn schon schlaumeiern, dann bitte auch korrekt. Pornographie als Ursprungsbegriff ist demnach das Schreiben über Prostituierte, also schon im Wortsinn die mediale Abstrahierung sexueller Dienstleistungen.

    Auch der Performancebegriff scheint hier bei einigen etwas schwammig zu sein: mitnichten ist es so, dass eine Performance irgendwie alles ist, was keinen Stücktext zugrundeliegend hat. Vielmehr hat Performance als Kunst eine distinkte Geschichte, die stark mit Perspektiven auf das Weibliche, mit Kunst von Frauen und auf und mit Frauenkörpern zu tun hat, es ist in großen Teilen eine emanzipatorische Kunstform. Man könnte sagen, große Teile der Performancegeschichte verhandeln den weiblichen Körper. Marina Abramovic ist euch vielleicht ein Begriff, aber googlet mal Orlan oder schaut euch an, was VALIE EXPORT mit dem Tapp- und Tastkino gemacht hat, oder Carolee Schneemann mit „The Scroll“ oder Annie Sprinkle. Performance ist untrennbar verknüpft mit der Verhandlung des Weiblichen. Wenn jetzt eine Performancekünstlerin sich mit dem Heimatbegriff auseinandersetzt, ist es eine naheliegende Schlußfolgerung, dass sie sich darüber Gedanken macht, wie sich „Heimat“ auf den weiblichen Körper auswirkt. Und grade der Katholizismus hat eine Menge zu sagen zum weiblichen Körper und seinen Funktionen: sei es das Reglement der (weiblichen) Sexualität, sei es die Abtreibungs- und Verhütungsfeindlichkeit in Bayern, sei es die Tatsache, dass geschiedene oder lesbische Frauen Probleme mit dem kirchlichen Arbeitsrecht bekommen. Wenn ich also höre, eine Performerin macht was zu „Heimat“, dürften mich Bilder wie die von Anna Pohl nicht überraschen. Pohl ist auch nicht die erste Performerin, die sich mit religiösen Institutionen und deren Einflußnahme auf den weiblichen Körper auseinandersetzt: die irische Performancekünstlerin Amanda Coogan hat sich in „The Madonna Series“ (2000-2010) mit dem Katholizismus ihrer Heimat visuell beschäftigt, und die entstandenen Fotos könnten in Pose und Perspektive als Zitatvorlage für Anna Pohls fotografische Auseinandersetzung gedient haben.

    Ich kann in der Tat nachvollziehen, dass man eine kritische performative Auseinandersetzung mit dem Heimatbegriff nicht unbedingt auf einem harmlosen deutsch-tschechischen Freundschaftsfest haben will – zumal die Gelder dafür aus einem EU-Fonds zur Entwicklung der Grenzregion kommen und die EU meistens noch mal eigene Vorgaben zur inhaltlichen Ausrichtung solcher Projekte hat. Aber Performern erst zu- und dann wieder abzusagen, weil man offenbar erst viel zu spät verstanden hat, was Performance ist, ist in der Tat mehr als unglücklich.

  • Giesinger

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    @Wolfram Heinrich: Aber Jungfrau war sie doch immer, die Maria?

    Ich dachte dabei ja eher an rote Blutflecken. Wie komme ich darauf?

    Ca. 1993 war ich zu einer Ausstellungseröffnung in Rosenheim geladen. Der Titel der Vernissage:

    „Sensationeller Lakenfund! Jungfräuliche Empfängnis widerlegt.“

    Das Plakat war in weiß gehalten, mit ein paar gekonnt drapierten Blutspritzern darauf.
    Ein Plakat hing auch am Kirchenportal. Aber es hing dort nicht lange!
    Von den Kirchenfritzen kam leider auch keiner zur Ausstellung.

  • Giesinger

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    @joey, 7.3.18 11:40

    Könnten Sie etwas konkreter werden? Ausnahmsweise verstehe ich Sie grad ned so recht. Angefangen mit dem sehr seltsamen „Bild“ mit den Linken und den Nazisprüchen…

    Respekt vor Kirchenfritzen und deren Anhängern können Sie von mir bestimmt nicht erwarten.

    Auch ich war ein Zwangsinternierter im Studienseminar Canisiuskonvikt in Ingolstadt.
    Dort haben die mir so ziemlich alles ausgetrieben, was mit Respekt vor Kirchen,- Sekten und Religionsführern, sowie deren zum Teil mehr oder weniger fanatischer Anhängerschar zu tun hat.

    Ich respektiere diese Leute nicht!

    Und ich heiße jede Respektlosigkeit, vor allem gegen die kath. Kirche, wie hier, oder gegen Despoten, wie Putin z. B. (Femen), Erdogan, Kim Jon Un…usw….aber auch gegen unsere ach so tollen heimischen Politiker immer sehr willkommen.

  • altersimpl

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    Zur Olympiade marschierte die Armee der Schönen auf – passend zu me too. Der Choreographin hätte es den Kopf gekostet, wenn sie einer der Frauen ein Hitlerbärtchen angeklebt hätte. Dem verlorenen Kopf wäre ein weltweiter shitstorm gefolgt.
    Anders in der geruhsamen Oberpfalz. Mit dem Argument, Gäste nicht zu irritieren (womit eigentlich?), entfernen gut bezahlte Beamte ein Kunstprodukt aus dem Programm. Dabei fällt ihnen eigentlich die Aufgabe der Kulturförderung und nicht der Kulturverhinderung zu. Kunst ist halt ein Teil der Kultur, sie hat die Aufgabe, unsere Rezeptionsgewohnheiten zu brechen, neue Perspektiven anzubieten, radikale Einfälle zu formulieren. Nur dadurch wird Handwerk zur Kunst.
    Schade, dass die Stadtverwaltung diese Chance verspielt hat. losgebrochen.Entrüstung wäre

  • Helmut

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    Was sich dann wohl alles im RKK ereignen könnte, würde. Bei solchen Einholungen von Informationen usw brauchen wir ein RKK hahaha. Immer bestellen, absagen und Steuergelder ausgeben. Wo is na`s Hirn?

  • joey

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    @Giesinger
    am Canisiusdingsda sind Ihre Eltern schuld, die hätte Sie da nicht hin zwingen sollen, es hätte sicherlich auch staatliche Schülerheime gegeben.

    Sie dürfen (nicht) glauben, was Sie wollen. Sie dürfen die Kirchen weitestgehend straffrei verspotten. Eine Stadt Regensburg sollte das nicht.

    Die kleinen westslawischen Staaten und Völker haben zum Katholizismus nicht nur eine religiöse Bindung, sondern auch eine ethnische nationalgeschichtliche. Die nehmen den Kath. ziemlich ernst.

    Nun ist die Sache klar, wie eine Stadt diplomatische Gepflogenheiten handhabt.

  • Giesinger

    |

    joey

    7. März 2018 um 21:32 | #

    @Giesinger
    am Canisiusdingsda sind Ihre Eltern schuld, die hätte Sie da nicht hin zwingen sollen, es hätte sicherlich auch staatliche Schülerheime gegeben.
    ———————————————————————————————-

    Danke für Ihre Empathie, Herr joey, aber staatliche Schülerheime gab es damals wirklich nicht. Weder in Ingolstadt, noch in Regensburg. (Bin Jahrgang 1966)

    Beim ersten Punkt haben Sie allerdings ins Schwarze getroffen.

  • Wolfram Heinrich

    |

    @Giesinger
    7. März 2018 um 16:21 | #
    >>@Wolfram Heinrich: Aber Jungfrau war sie doch immer, die Maria?
    Ich dachte dabei ja eher an rote Blutflecken. Wie komme ich darauf?<<
    .
    Du kommst drauf, weil du keine Ahnung hast. Das katholische Canisiuskonvikt konnte anscheinend nichts gegen deine Lernverweigerung ausrichten. Noch mal zum Mitmeißeln: Die Unbefleckte Empfängnis hat NICHTS, NICHTS, NICHTS mit irgend gearteter Sexualität zu tun.
    Sag, kann es sein, daß du eine Frau bist?
    "Seid ihr nicht wie die Weiber, die beständig
    Zurück nur kommen auf ihr erstes Wort,
    Wenn man Vernunft gesprochen stundenlang!"
    (Friedrich Schiller, Wallensteins Tod, 2. Akt, 3. Auftritt)

  • Elisabeth

    |

    Wo ist die sexuelle Handlung in dem Video? Ich, als 60jährige Frau, sehe hier einen Spiegel von dem was ich häufig erlebt habe und viele andere Frauen, Kinder, Jugendliche häufig erleben: : ein mir machtmässig überlegener Mensch nutzt seine Macht aus und demütigt, mißbraucht, verletzt mich mittels einer sexuellen Handlung.

    Alltäglicher Machtmißbrauch von Männern gegenüber Frauen. Man denke nur an den Weinstein-Skandal, an einen US-Präsidenten, der sich damit brüstet Frauen, wann immer er will, zwischen die Beine zu greifen. Vielfacher Kindesmissbrauch in Familie und Institutionen, auch in Regensburg.

    Und dann kommt ein Künstlerkollektiv und legt mit einem 15 Sekunden-Video den Finger genau in diesen Mißstand, in diese Wunde (vielleicht fühlen sich deshalb soviele hier angegriffen).

    Da kann ich nur sagen: BRAVO bambule.babys und weiter so.

    Schön und notwendig wäre es, wenn wir die ganze Performance sehen und dann darüber diskutieren können.
    Herr Unger und das Kulturamt der Stadt Regensburg scheut offensichtlich eine aufrüttelnde, moderne Kunst. Besser immer schön weiter schlafen und alles beim Alten, Hergebrachten lassen. Über die Aufgabe von Kunst im Sinne einer Veränderung von Wahrnehmung wurde hier schon mehrfach geschrieben und eine Wiederholung spare ich mir.

    Schade, dass Regensburg, hier so wenig Möglichkeit bietet.

    Ich wünsche mir, dass sich jemand findet, der den bambule.babys die Möglichkeit gibt hier ihre ganze Performance zu zeigen und somit eine fundierte Diskussion ermöglicht.

    Wie ich der homepage der bambule.babys entnommen habe, geht es diesen Künstlern nämlich nicht um Provokation, sondern sie machen ihre Kunst für die Menschen, die verletzt sind und die Heimweh nach einer besseren Welt haben“
    „for those who dare to face their own vulnerability, for those who are homesick for a better world, for those who are out of control, for the untamed, for the others.“

  • Giesinger

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    Nein, ich bin keine Frau.
    Bin auch nicht bisexuell.
    Ich liebe Frauen!

    Wie hat es Nina Hagen gesagt:

    Ob schwarz, ob blond, ob braun….

    ICH LIEBE ALLE FRAUEN!

  • Schwalbe

    |

    Nun ja, liebe Tina Lorenz, so ganz überzeugen können Sie beim Schlaumeiern auch nicht; zwischen der Herleitung des Begriffs „Pornographie“ des Kollegen eingeborener und der ihrigen sehe ich keinen ganz grundlegenden Unterschied; Sie trennen die beiden Wortbestandteile erst mal, kommen am Ende aber auch auf nichts wesentlich anderes.
    Des weiteren scheint mir Ihre Beschränkung des Begriffs Performance auf „das Weibliche…“, „… Kunst von Frauen“, etc. doch sehr an den Haaren herbeigezogen, beschränkt eben. Ähnlich verengt verwenden Sie den Begriff Emanzipation („emanzipatorische Kunstform“), als ob nicht jeder Mensch, unabhängig vom Geschlecht oder anderen äußeren Zuschreibungen, vor der (Lebens-) Aufgabe stünde, sich zu emanzipieren von allerlei Zwängen, nicht zuletzt vom übermächtigen Zeitgeist, oft gerade dann, wenn der sich wieder mal besonders progressiv gibt.

  • Bewerbung

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    Mit folgendem Video möchte ich mich um die Stelle der Kulturreferentin
    der Stadt Regensburg bewerben:
    https://www.youtube.com/watch?v=f4Mc-NYPHaQ

    PS: Sauge mein Büro natürlich immer selbst.

  • Wolfram Heinrich

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    @Bewerbung
    Ein wunderbares Lied, ein herrliches Video. Sag, wieso sind die geilsten Weiber lesbisch und die geilsten Männer schwul?
    Irgendwas hat der Liebe Gott falsch gemacht, scheint mir.

  • Scheinheilig

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    vermutlich waren die MA des Kulturamts progressiver als ihr Chef der Kulturreferent. Dieser muss auf sein Renomee bei den Klerikern schauen, was er schon einmal in der Diskussion um Kippenbergers gekreuzigten Frosch unter Beweis gestellt hat. Ob es einer Stadt wie Regensburg angemessen ist, einen ferngelenkten Kulturreferenten zu haben, hat der Stadt leider zu dessen Gunsten entschieden. Jede(r), die/der ihm nachfolgt, kann nur ein Gewinn sein.

  • Vernissagenschreck

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  • Wolfram Heinrich

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    [zu Vernissagenschrecks Video]
    Grandios!
    Und, apropos Kunstscheiße: https://www.fischundfleisch.com/img/38340/684-/Manzoni%20-%20K%C3%BCnstlerschei%C3%9Fe.jpg
    Der italienische Künstler Piero Manzoni hat 1961 eine Kunstaktion gestartet, die berühmt geworden ist. Er hat seine eigenen Exkremente in Dosen abgefüllt und als merda d’artista, das heißt Künstlerscheiße verkauft. Ich weiß nicht, ob Manzoni seine Aktion bierernst gemeint hat oder ob er den Schalk im Nacken sitzen hatte. Einträglich war seine Idee in jedem Falle. 90 Dosen mit je 30g wurden abgefüllt, geruchsdicht versiegelt und zum damaligen Goldwert des Gewichtes verkauft. Das entsprach damals etwa 30.000 € pro Stück. Sämtliche Dosen wurden verkauft, sie befinden sich heute in Kunstsammlungen und haben einen deutlich höheren Wert. Bei einer Auktion im Hause Sotheby’s erzielte eine Dose den Preis von 97.250 britischen Pfund.

  • Giesinger

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    @Vernissagenschreck:
    Haha, das hat mir sogar gefallen!

    Frage ins Forum: Welche Qualifikation braucht es eigentlich für die/den Kulturreferentin/en?

  • Giesinger

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    Auch nur die Qualifikation Parteibuch und wohlgesinnt?

  • altstadtkid

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    Die Kulturpolitik in Regensburg ist nur auf den Tourismus zugeschnitten, da kommt der Kulturreferent auch her.
    A Platzl, a Bierbenk mit viel Bier und irgend ein nichtssagendes Gedudel, dass ist die Kultur in dieser Stadt!!!!

  • Rosalia Genoveva

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    Normal is es net, was die Frauen mach wollten.

    Normal hängt man Kultur auf die Wand,.
    Bewegen und fotograbildeln lassen sollen sich in dera Hochkultur nur Politiker beim Spatenstich, oder bei einer Wer-nie-Sasche beim Büffe.

    Wenns eine DYI Anleitung oder was Gescheits zum Mitnehmen geben hätt, hätten wir den Fraun die schlechten Bewegungen von vorher verzeihn können, falls sie’s beicht hätten bei einem Priester, dem was die armen gschändeten Internatsbuben nicht leid tun…

    Aber so, so geht des net, einfach für nix und wieder keinen Politikervorteil Tabus brechen!

  • Wolfram Heinrich

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    @Giesinger
    >>Frage ins Forum: Welche Qualifikation braucht es eigentlich für die/den Kulturreferentin/en?<<
    .
    Ein Hauptschulabschluß wär schon nicht schlecht.

  • Rosalia Genoveva

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    Bittschön, verzeihts mirs, ich hab di ei wei gmeint, kein di wei i. War ein Druckfehler eingtlich, weil i die falsche Taste zur falschen Zeit druckt hab.

    So kann ma durcheinander kommen mit dera neumodernen Sprach.
    Gmeint hab i ein Fit mach mit zum daheim nachmachen für die Politiker.

  • Mathilde Vietze

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    Es gibt in der Kunst hervorragende Möglichkeiten,
    z.B. gesellschaftliche Mißstände provokativ zum
    Ausdruck zu bringen. Ob dabei ausgerechnet
    christliche Symbole herhalten müssen, möchte
    ich bezweifeln.

  • Rosalia Genoveva

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    Das hat der Giesinger gfragt:

    >>Frage ins Forum: Welche Qualifikation braucht es eigentlich für die/den Kulturreferentin/en?<Ein Hauptschulabschluß wär schon nicht schlecht.>

    Ich sag dazu, ich hab mir das lang überlegt.
    Ein moderner Kulturreferatsleiter sollte was Unangepasstes haben, was Exklusives, was was keiner so schnell nicht hat.
    Da haben der Bonifaz und ich lange überlegt, was das sein könnt.

    Also, wir glauben, es wär nett, wenns ein Analphabet wär.
    Weil, das könnt ihm nicht so schnell einer nachmachen.
    Oder habens schon einen Leser gsehn, der zur Weiterbildung einen Kurs in Analphabetismus bsucht hat?

  • altersimpl

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    Von einem Beamten erwarte ich zunächst mal Rechtstreue. Von einer/m KulturreferentIn würde ich mir wünschen, ein breites Kreuz zu haben. Vorauseilender Gehorsam gegenüber den Kreuzträgern gehört für mich jedenfalls nicht zum Profil, steht aber vermutlich in der Stellenbeschreibung.

  • Piedro

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    @Vernissagenschreck

    Danke!

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