SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 3. November 2019

Vor 79 Jahren startete die Aktion T4 in Karthaus-Prüll

Als der Tod Pfleger in Regensburg war

Es ist der 4. November 1940. Mehrere graue Busse der Gemeinnützigen Krankentransportgesellschaft (Gekra) verlassen die Regensburger Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll. Das Ziel der Gekra-Busse ist das oberösterreichische Schloss Hartheim. Für die Insassen des ersten T4-Transportes von Regensburg aus ist es eine Reise in den sicheren Tod. Historisch betrachtet ist die Aktion T4 der Beginn der Massenvernichtungsindustrie im 3. Reich.

Ein Gekra-Bus mit Fahrer. Quelle: Dokumentationsstelle Hartheim

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird in fast allen westlichen Staaten über vermeintlich „wissenschaftliche Theorien“ der „Rassenhygiene“ debattiert. Nicht nur in Deutschland erfreut sich die sogenannte Eugenik großen Interesses. Überlegungen, wie mit „unnützen Essern“ verfahren werden könne und ob sich nicht die „Falschen“ überproportional fortpflanzen, werden durchaus breit diskutiert. Biologen schüren Ängste vor einem Verfall der Gesellschaft durch die angeblich höhere Geburtenrate bei sogenannten „Minderwertigen“. Doch es ist erst der Nationalsozialismus, der diese Debatten in eine staatstragende Ideologie packt, innerhalb der Gesellschaft die Ängste vor „lebensunwertem Leben“ weiter anfacht und in der Folge die massenhafte Tötung von Menschen betreiben wird.

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