SOZIALES SCHAUFENSTER

FFF-Demo am Freitag

4.000 Menschen schließen eine Kette um die Altstadt

Der Klimaprotest hält weiter an. Mit den beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung ist man unterdessen mehr als unzufrieden.

Mit so vielen Teilnehmern haben auch die Organisatoren nicht gerechnet. Dementsprechend zufrieden war man am Ende. Foto: Bothner

Erneut schaffte es die Klimaprotestbewegung Fridays for Future am vergangenen Freitag die Massen zu mobilisieren. Im Rahmen des weltweiten Aktionstages gingen allein in Regensburg mehr als 4.000 Menschen auf die Straße. Mit einer Fahrraddemo warben sie für die Verkehrswende und mit einer anschließenden Menschenkette um die Altstadt wollten sich die Regensburger symbolisch schützend vor das Weltkulturerbe stellen, wie die Veranstalter verlauten ließen. Weltweit sollen in rund 2.900 Städten mehrere Millionen Menschen auf den Straßen gewesen sein. Laut Medienberichten waren es allein in Deutschland 1,4 Millionen.

Freitags in Deutschland:

Während die große Koalition bis in den Abend hinein über letzte Details des Klimapakets debattiert, dringen seit dem Morgen immer wieder Details zum künftigen Maßnahmenkatalog durch. Bereits im Vorfeld waren sich viele einig, dass die große Koalition zu wenig liefern wird. Und so gibt es viel Kritik an den Plänen. Die geplante Bepreisung von CO2 ist laut mehreren Experten deutlich zu gering ausgefallen. Auch andere Aspekte des Paketes werden kritisiert. „Das ist ein Dokument der Mutlosigkeit“, so Ottmar Edenhofer, Umweltökonom. Auch der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, Gabriel Felbermayr, attestiert der Bundesregierung Mutlosigkeit.

16:30 Uhr in Regensburg: Etwa 1.000 Menschen in der Maxstraße

Am Ernst-Reuter-Platz stehen bereits fast 1.000 Menschen. Es ist ein großes Gewusel – unübersichtlich, fast ein wenig chaotisch. Musik dröhnt aus den Boxen, manch einer wippt zum Takt oder singt mit. Auch viele bunte Plakate sind wieder zu sehen. An diesen lässt sich mittlerweile eine gewisse Entwicklung ablesen. Denn hatten die Schilder zu Beginn der Proteste oft einen schulischen Kontext, so liest man mehr und mehr allgemeingültigere Aussagen. Da fordern etwa die „Grandparents for Future“ eine sichere Zukunft für ihre Enkel. Ein anderes Schild behauptet: „Wäre das Klima eine Bank, wäre es schön längst gerettet.“ Es sind nicht selten sehr plakative Aussagen, wie „5 Grad = Tod“, mit denen die Menschen ihr Anliegen kundtun.

Der Protest ist immer weniger ein reiner Schulprotest, auch wenn er nach wie vor von der Jugend geprägt und maßgeblich organisiert wird. In Regensburg gibt es schon länger ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis . Hier finden sich unter anderem Greenpeace, die Aktionsplattform Verkehrswende, der BUND und der Regensburger Radentscheid. Sie alle sind Teil dieser anhaltenden Protestbewegung. FFF wurde zum generationenübergreifenden Projekt.

Eine der Forderungen der Bewegung ist seit Beginn die Einhaltung des Pariser Abkommens. Bei Greenpeace sieht man in den Plänen der Regierung jedoch zu wenig, um diese Ziele einhalten zu können. Vor allem der geringe Preis auf CO2 und die gleichzeitige Erhöhung der Pendlerpauschale stehen in der Kritik.

16:00 Uhr: Fahrraddemo mit 2.000 Teilnehmern unterwegs

Etwa 2.000 Menschen stehen mit ihren Fahrrädern auf dem Campus der Universität Regensburg und fordern die Politik auf, die Verkehrswende zügig voranzutreiben. Als Teil des Aktionstages riefen mehrere Organisationen wie der Regensburger Radentscheid und Greenpeace zur Fahrraddemo im Vorfeld der Menschenkette auf. Vom Bahnhof geht es über die Markomannenstraße hinauf zum Campus und von dort zurück zum Ernst-Reuter-Platz. Unter dem Motto „I want to ride my Bicycle“ fordern die Demonstranten sicherere Radwege, Fahrradstraßen, die nur für Räder passierbar sind und eine autofreie Altsatdt. Hannes Eberhardt vom Radentscheid-Team ist bei der Ankunft in der Maxstraße begeistert. „Wahnsinn, wie viele heute mitmachen.“

Mehrere Naturschutzverbände äußern sich zu diesem Zeitpunkt bereits zum Klimapaket. So sagt Sascha Müller-Kraenner von der deutschen Umwelthilfe: „Was das Klimakabinett heute präsentiert hat sind lediglich Luftbuchungen und leere Versprechungen.“

17:00 Uhr: Zwischenstation

Wie ein Spalier stehen die Demonstranten zu beiden Seiten am Eingang der Maxstraße während die ersten Teilnehmer der Fahrraddemo unter Beifall ankommen.

Immer mehr Drahtesel rollen ein. Es dauert einige Zeit, bis auch die letzten Radler in Empfang genommen werden. Überhaupt dauert an diesem Tag alles etwas länger als geplant. „Wir haben wirklich nicht mit so vielen Menschen gerechnet. Das ist echt super“, so eine Teilnehmerin.

Währenddessen werfen Spitzenpolitiker der Grünen Union und SPD vor, mit ihren Klimabeschlüssen den Ausbau erneuerbarer Energien zu behindern.

18:00 Uhr: Die Menschenkette beginnt

Doch viel Pause bleibt nicht. Schließlich möchte man erneut eine Menschenkette um die Altstadt schließen. Vom Ostentor, über das Hallenbad und den Ernst-Reuter-Platz geht es den Alleengürtel entlang. Es dauert einige Zeit, doch dann geben die Veranstalter bekannt, die Menschenkette sei weitestgehend geglückt. Man jubelt, klatscht und freut sich, während der Verkehr von der Polizei am Protest weiter vorbeigeleitet wird.

Auch die Polizei stand in Reihe.

In Blockabfertigung dürfen immer wieder Autos aus der Altstadt herausfahren. Rein darf aber kurzzeitig niemand. Die meisten Autofahrer scheinen sich mit der Situation arrangieren zu können. Proteste gibt es jedenfalls keine. Anders noch als am 9. Juli hat man sich diesmal mit der Stadt offenbar schneller verständigen können. Damals mussten die Organisatoren ihre Versammlung noch über einen Anwalt einklagen.

18:30 Uhr

Während auf dem Domplatz die Band Klangphonics aufbaut und sich schon erste Menschengruppen einfinden, hält man am Ernst-Reuter-Platz noch eine kurze Kundgebung ab. Ein Mitglied der „Scientists for Future“ und ein Vertreter der „Extinction Rebellion“-Gruppe bedanken sich bei den vielen Teilnehmern. „Es gilt jetzt, dran zu bleiben und zu zeigen, wie ernst wir es meinen“, so der Vetreter von „Extinction Rebellion“.

Die Klangphonics sorgten ab 19 Uhr auf dem Domplatz für Stimmung.

Ferdinand Klemm von Fridays for Future fällt am Rande der Demo ein hartes Urteil zum Klimapaket. „Das ist eine Nullnummer. Unterm Strich bedeutet der künftige CO2-Preis eine Verteuerung der Spritkosten von drei Cent pro Liter.“ Das habe einfach keine Lenkungswirkung, meint Klemm.

19:00 Uhr: Auf dem Domplatz wird gefeiert

Auch diesmal findet die Abschlusskundgebung auf dem Domplatz statt. Noch immer sind es an die 2.000 Regensburger, die hier zusammen kommen. Die Band Klangphonics sorgt für gute Stimmung. Viele tanzen oder unterhalten sich einfach. Die Stimmung ist ausgelassen und auch die Organisatoren sind mit dem Verlauf mehr als zufrieden. Immer wieder stimmen sie zwischen den Liedern Sprechchöre an. „Power to the people“ sang John Lennon 1970. Heute rufen diese Worte hunderte Menschen auf dem Domplatz und fordern damit die Politik und die Wirtschaft heraus.

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Kommentare (25)

  • cF

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    Tja und Merkel und AKK schaffen es nicht, in EINEM Flieger zur UNO nach NY zu fliegen. Nein, das macht das Kraut nicht fett. Aber gibt es ein „nachhaltigeres“ Bild dafür, wie ernst es der Politik mit dem Klimaschutz ist?

    Gemäß BMU werden für jede Person an Bord eines Flugzeuges pro Flugkilometer durchschnittlich 369 Gramm CO2 freigesetzt.
    6.381 km: Entfernung von Berlin bis New York City: 2.354.589 Gramm CO2.

    Die FAZ meldet:
    „Fünf Regierungsmitglieder in vier Flugzeugen“

    Über das Unverständnis dieser Taten kann man nur noch frei nach Obelix festhalten: „Ils sont fous, ces Berlinois!“

  • Mr. T.

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    cF, das Problem sind nicht verschiedene Flieger, sondern fast leere Flieger, wenn das stimmt, was ich gehört habe. Und da ist die CO2-Freisetzung pro Person vel höher als in einem vollen Flieger. Das ist natürlich symbolisch ein beschissenes Bild, wenn es vielleicht auch irgendwie – aber wohl schwer vermittelbar – begründet ist.
    Wir sollten aber aufhören auf diese einzelnen Mißstände mit dem Finger zu zeigen und uns selbst damit das Gewissen schön reden, so nach dem Motto: „So lange die nicht in einem Flieger fliegen können oder die Segel-Crew von Greta mit dem Flieger zurückfliegt, brauch ich auch nicht anfangen, umweltbewusster zu leben.“ Greta Thunberg kann gar nicht mehr so umweltschädlich leben, um all das, was sie erreicht hat, wieder negativ aufzuwiegen. Unglaublich, wie ein Mädel, das fast nichts sagt, so viele Leute weltweit wenigtens einmal zum Nachdenken gebracht hat.

  • Tobias

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    Ich war tatsächlich vor Ort, direkt neben dem Fotographen, der das Bild in der Samstag-MZ geschossen hat; quasi an dessen linker Schulter. Die Fahrradschlange war beeindruckend, aber ansonsten trafen sich halt Leute, die dieselben Interessen haben; eine Echo-Chamber. Da läuft ein Typ mit Megaphon herum, der Sachen brüllt, die keiner versteht, was sogar der Kerl links von mir zu seinen Leuten bemerkt hat. Dabei ist der Opa mit seinem „FCK AFD“-Schild, der als Marionette mißbraucht wird und der Kerl mit der schwarzen „Antihomophoben“-Flagge.

    Ich habe dann dort natürlich auch Gesprächen lauschen können und auch den Interviews, die zwei Charivari-Mitarbeiter und ein BR-Kamerateam gemacht habe. Das ging in etwa so: „Ja, also ich habe keine Plastikflaschen mehr und trinke mehr Leitungswasser“. „Ich fahre mehr mit dem Fahrrad“. Eine ältere Frau, auffällig unauffällig mit einem Schild in Eigenbau, Marke: „Innsenseite einer Cornflakes-Schachtel wackelig mit Edding bekritzelt“: „Grandparents for Future“.

    Ich habe mich doch etwas veräppelt gefühlt von den Menschen dort. Die schreien nach sofortigem Kohle- und Atomausstieg, was überhaupt „sofort“ nicht bewältigt werden kann. Stromtrassen zerstört Umwelt und Bienen-Fläche, das ist gewünscht? Auf dem Rückweg im Bus hat ein junger Kerl im vorbeifahren an der von sitzenden Grüppchen blockierten Zufahrt zum Ernst-Reuter-Platz dieses Theater ganz passend zusammengefasst: „Gehts hoid an die Uni und studiert was, was das Klima wirklich retten koa als nur bled auf da strassn zu sitza“.

    Zugegebenerweise war die Fahrradschlange extrem cool und nicht enden wollend; aber auch das impliziert, dass man eine Stadt ohne Invidualverkehr realisieren kann – viel Spaß mit 60 Jahren die Getränkekisten und den Einkauf in fünffachem Anlauf nach Hause zu kriegen. Oder Lieferservices blockieren dann halt die Straßen, wie auch immer…

    Man weiß gar nicht, wo man ansetzen soll, aber das wissen die FFF-Kinder auch nicht. Ich konnte mir endlich ein Bild davon machen, aber mehr als Show (ausgenommen die Radlfahrer!) und Populismus war das nicht.
    Als ich mich dann verzogen habe, kam ein Schwerlasttransport mit Kran, der in seinem Führerhaus kurz hupte und genervt und schockiert herumruderte – der arme Kerl sollte das Ding vermutlich nur noch abliefern und hätte dann Feierabend gehabt, es war aber erst 17:30 Uhr — Noch ein paar Stunden Wartezeit (inkls. Lenkzeitenverstoß und verlorenem Abend) bis die Innenstadt und sein Ziel wieder frei war… So erreicht man definitiv keine Sympathien.

  • R.G.

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    *Die FAZ meldet:
    „Fünf Regierungsmitglieder in vier Flugzeugen“*

    Das ist schon viel besser als vier Regierungsmitglieder in fünf Flugzeugen.
    Nicht so negativ sein, bitte!

  • Giovanni Bavarese

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    „Gehts hoid an die Uni und studiert was, was das Klima wirklich retten koa als nur bled auf da strassn zu sitza“.
    – Das ist aber auch ganz schön zynisch.

    Wie soll man denn durch ein Studium zur Klimarettung beitragen? Ich engagierte mich selbst lange als Ingenieur in einer internationalen NGO für erneuerbare Energien. Viel Erfolg brachte das nicht bisher, zugegeben.
    Die Rettung des Klimas kann nur durch politische Maßnahmen passieren. Und die Politik macht bisher nichts wirksames, der CO2-Ausstoß steigt und steigt. Deshalb wird demonstriert.

  • Eingeborener

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    Etwa die Hälfte der Teilnehmerinnen waren diesmal Erwachsene. Super ! Frappierend die Null-Reaktionen auf unsere Demonstration von Seiten ,Bunter Koalition‘ und CSU . M.E. wird nur direkte u massive Kritik dazu führen,dass von dort mehr als allgemeines Blabla kommt… Ich würde mir wünschen, die gehaltenen Reden irgendwo nachlesen zu können, gibt’s da eine Möglichkeit, Herr Bothner ?
    @Tobias, ihr destruktives Gestänkere -bei was auch immer auf rd – langweilt.

  • Bernd

    |

    @Tobias
    Überraschung! Es gibt auf der ganzen Welt bereits Leute, „die was studieren [oder bereits studiert haben], was das Klima wirklich retten kann“.
    Nur brauchen die, damit sie bei den Politikern Gehör finden, laute, sichtbare, kontinuierliche und zeitweilig nervige Unterstützung von der Straße.

    Aber wie schön war die Zeit, als wir für unsere Glühbirnen noch ein paar AKW mehr in Betrieb hatten! Da hatten’s die Bienen noch gut!

  • joey

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    wieviel Einwohner hat Regensburg und wieviel waren da? Unter 3% Klimabewegte.

  • frage

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    @Giovanni Bavarese
    „Die Rettung des Klimas kann nur durch politische Maßnahmen passieren.“

    genau das ist der denkfehler. es braucht keine politischen maßnahmen, wenn man selbst etwas tun möchte.
    ich kann 120 auf der autobahn fahren. -> ist besser fürs klima und für meinen geldbeutel.
    ich kann auf feuerwerk zu silvester verzichten. ist besser fürs klima und für meinen geldbeutel.
    ich kann auf einwegkaffeebecher oder mc donalds verzichten. ist beser fürs klima, meinen geldbeutel und meine figur.
    ich kann auf weite reisen (flüge) verzichten und regional meinen urlaub verbringen. ist besser fürs klima, weniger gut für meine bildung und erfahrung, aber wenn ich es richtig anstelle auch besser für meinen geldbeutel…

    diese liste kann man beliebig lange weiter führen!

    die politik hat uns dieses rahmenbedingungen gegeben. was bringen verbote konkret? die änderungen beginnen bei einem selbst im kopf. ein nachhaltiges leben wird durch uns selbst gezeichnet. nicht von der politik, nicht von der wirtschaft.

  • Bernd

    |

    @frage
    Es gibt die kleinen Maßnahmen, die jeder selber machen kann (und sollte).

    Und es gibt die großen Maßnahmen, die noch ungleich mehr Wirkung zeigen würden, z.B. maximal 120 auf der Autobahn für alle (enorme Auswirkungen auch auf die Produktion!), Verbot von Privatfeuerwerken (Feinstaub, Lärm/Tiere, Verletzte), Verbot von Einwegkaffeebecher (die Nicht-Franchise-Gastronomie in Deutschland aka. Wirtshäuser spülen ihr Geschirr), reelle Bepreisung von Flügen.
    Diese Liste kann man beliebig lange weiter führen! ;-)

    Es braucht beides.

  • Pfefferminza

    |

    „Scientists for Future“ und ein Vertreter der „Extinction Rebellion“-Gruppe“. Wer hat in den vergangenen Jahren von diesen Gruppen gehört?

    Man springt mit Gratismut auf laufende Züge auf, hört auf -von den Eltern hochgezüchtete- neunmalkluge Gören, die mit Theatertränen beim großen Bruder hoffen, nicht von Frau Rakete aus den Medien verdrängt zu werden.

    So machen es auch die „4000 Menschen“. Es ist so typisch deutsch, immer schön brav der „richtigen Sache“ hinterherlaufen – „richtig“ heißt, es sind möglicht viele Leute dabei, man fällt nicht auf, kann gar nichts falsch machen, weil man ja nicht persönlich für seine Meinung einstehen muß, man läuft halt mit der Herde mit und heult mit den Wölfen.

    Zudem kann man im Kollektiv mal richtig die Sau rauslassen und den bösen, bösen CO2-Einbläsern mal als Hilfspolizei mutig entgegentreten.

    So funktioniert Faschismus.

  • frage

    |

    @bernd
    natürlich. man kann es auch über verbote regeln. der effekt wird aber nicht der gleiche sein. wir müssen wieder zurück zur sachdiskussion. tränen und drohnungen wie sie greta gestern ausgestossen hat, werden genau das gegenteil bewirken. wenn ich mir wissenschaftliche abhandlungen durchlese, ist die klimadebatte durchaus ernst zu nehmen, allerdings wird es die jetzige und die nächste generation nicht in dem masse treffen, wie es die klimademonstranten gerne hätten. sachlichkeit und überzeugungsarbeit mit fundierten argumenten würde mehr bringen. aber ich bin bei ihnen: alles was sie angesprochen haben, würde ich unterschreiben! allerdings trifft das auch viele, die derzeit demonstrieren und ich habe langsam aber sicher den eindruck, die wissen gar nicht genau um was es da geht. ein verbot wirkt sich sofort auf alle aus, dann werden viele die heute noch guten willens sind, plötzlich in die andere richtung abwandern wenn sie einschränkungen im persönlichen leben spüren… und dann war es wieder der staat… dann wird wieder demonstriert, diesmal aber nicht fürs klima, sondern für die persönliche entscheidungsfreiheit. somit dreht sich das ganze im kreis (wie das meiste derzeit). aus dem hamsterrad sollten wir langsam mal raus.

  • Giovanni Bavarese

    |

    @frage:
    Das alles nach ich doch. Und, hat es viel gebracht? Nein.
    @Pfefferminza:
    FFF in die Nähe von Faschismus zu stellen ist ja interessant. Kannst du das ein wenig genauer erläutern?

  • joey

    |

    @R.G.
    ja richtig: ein Flugzeug für Merkel, eines für AKK (weil Merkel sie nicht mitfliegen läßt) und eines für Maas, der nicht einen Tag vorher nach NY kann. Und ein Flugzeug als Reserve, weil es deutsche Militärflugzeuge sind: die sind ja immer kaputt.

  • Auch a Regensburger

    |

    @frage: dann erklären sie doch bitte sachlich wie wir aus ihrer Sicht wie das 1,5 grad Ziel eingehalten werden kann? Leider habe ich den Eindruck sie haben noch nicht verstanden um was es geht.

    @pefferminza: bitte aufwachen. Haben sie nicht gesehen, dass die Leute am ganzen Globus auf den Straßen waren?

    Kann beiden empfehlen die gesamte Rede der Frau Thunberg anzuhören. Sie zitiert nur was wissenschaftler seid Jahrzehnten wissen. Leider gibt es noch zuviele die dies immer nicht nicht begriffen haben. Oder können sie die Fakten der Wissenschaft widerlegen?

  • R.G.

    |

    Zu Greta Thunberg:

    Falls sie wirklich milden Autismus hat, aber auch nur als Waldorfschülerin, wäre ihr Ausdrucksverhalten ja sehr passend. Für uns ist daraus zu lernen, dass wir die unterschiedlichsten Menschen mit ihren jeweiligen Begabungen und Fähigkeiten in unserer Mitte wahrlich brauchen. Sie mit ihrer Einzigartigkeit und plakativen Schönheit konnte uns eine wichtige Inspirationsquelle werden, wie jede andere sich für die gesellschaftliche Wohlgestaltung einbringende Person es sein könnte. Wir müssen nicht warten, bis wir vollkommen sind, bevor wir uns äußern.

    Für bösartig halte ich, wenn man im Blick auf Greta wortmächtigeren Jugendlichen erklärt, ihr Protest müsse sich gleich ruhig zeigen wie der ihre, durch weitgehenden Verzicht auf Gespräche, im Schwänzen der Schule an einem bestimmten Tag. So bekommen wir einengende Gleichschaltung, das Gegenteil von einem positiven Zusammenwirken.

    Wenn nun wir Älteren bei den schweigenden Protestveranstaltungen der Jugendlichen mitlaufen, mit selbst gemalten Plakaten, finde ich das nett für ein einziges Mal, auf die Dauer ist es Verweigerung der Vorbildfunktion, sich immer einen Schritt hinterher, gerade noch nach dem Maß der Kinder zu verhalten.

    Wir Elterngeneration haben die von der Natur auferlegte Pflicht, vorausschauend zu handeln.

  • Pfefferminza

    |

    @ R.G.
    „…dass wir die unterschiedlichsten Menschen mit ihren jeweiligen Begabungen und Fähigkeiten.“

    Welche Begabungen, welche Fähigkeiten bitte? Greta rennt offene Türen ein und wird dafür für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen! Wo ist der Verdienst? Daß sie den O-Ton ihrer Schauspielereltern wiedergibt? Daß man nicht darüber spricht, daß in den USA eine EINGEFLOGENE Entourage nach ihrem Segeltourn auf sie wartet, daß man angesichts ihrer getürkten Tränen fast lachen muß, wenn man ihrer Rede lauscht?

    Man könnte darüber lachen und beklagen, daß hier ein etwas älteres Kind (16J.) so eine billige Schmierenkomödie aufführt.

    Wenn man aber sieht, daß in den Medien ausgebreitet wird, wie und mit welcher Mimik Greta beispielsweise Trump angeschaut habe und welche Schlüsse daraus gezogen werden können, wenn sich so viele Menschen vor ihren Karren spannen lassen – @ Auch a Regensburger „dass die Leute am ganzen Globus auf den Straßen waren?“-

    dann kommen wir in einen Schmarrn hinein. Das Thema „Menschengemachtes Klima“ ist sehr wohl umstritten. Sinn der Wissenschaft, ist die Ursache der Dinge zu finden, zu streiten, immer weiter zu wühlen. Fest unumstößliche Wahrheiten kann auch Frau Prof. Dr. Greta nicht festlegen, sonst ist es nämlich nicht Wissenschaft, sondern pure Ideologie.

    Wenn dann ein Haufen siebengescheiter Gören ihr Halbwissen in die Welt hinausschreien und kluge Köpfe das aus Kalkül antizipieren, wird es gefährlich:

    Dann findet kein Diskurs mehr statt, die Straße hat einfach recht, die Freiheit des Einzelnen wird wegen NICHTS eingeschränkt.

  • Auch a Regensburger

    |

    @Pfefferminza:
    Die Wissenschaft hat die Ursachen klar gefunden. Die Wissenschaft hat klar erklärt welche Ziele bis wann einzuhalten sind. Die Wissenschaft hat klar aufgezeigt welche Folgen es haben wird.

    Das ganze schon seid 30ig Jahren. Wenn grafierende Fehler dabei waren, dann war es dass sie den ganzen Klimawandel langsamer vorausgesagt haben.

    Frau Thunberg hat es in Ihrer Rede ja erwähnt. Bei jetzigen Verbrauch ist das Co2 Budget in 8,5 Jahren aufgebraucht. Konsens der Wissenschaft.

    Das kann man jetzt akzeptieren oder auch nicht.
    Aber man muss dann bitte auch mal Gründe nennen warum die fast gänzlich
    einstimmige Meinung der Wissenschaft falsch sein soll?

    Und wie vermessen diejenigen als siebengescheiter Gören zu bezeichnen, die sich auf die Wissenschaft berufen und selbst wissenschaftliche Tatsachen ignorieren.

    Und es müssen noch viel mehr auf die Straße, da es immer noch viel zu viele gibt, die der traurigen Wahrheit nicht ins Gesicht schauen wollen.

  • Piedro

    |

    @Pfefferminza
    „Welche Begabungen, welche Fähigkeiten bitte? Greta rennt offene Türen ein und wird dafür für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen! Wo ist der Verdienst? Daß sie den O-Ton ihrer Schauspielereltern wiedergibt? Daß man nicht darüber spricht, daß in den USA eine EINGEFLOGENE Entourage nach ihrem Segeltourn auf sie wartet, daß man angesichts ihrer getürkten Tränen fast lachen muß, wenn man ihrer Rede lauscht?“
    Bisher hat sie zwei Preise erhalten, den alternativen Nobellpreis und den von Amnesty International. Die Begründung lässt sich leicht erfahren. Von Nachplappern und falschen Tränen steht da nichts, vermutlich hatte man schlicht nicht ihre Kenntnis der Person und ihres Umfelds. Es heißt die Preisträger seien „praktische Visionäre, deren Einsatz es Millionen von Menschen ermöglicht, ihre grundlegenden Rechte zu verteidigen und für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zu kämpfen.“ Amnesty beizeichnet sie als „Botschafterin des Gewissens“. Bestimmt fällt Ihnen nicht schwer darzulegen, dass Greta T. kein Gewissen hat. Aber sie beeindruckt viele Menschen durch ihre Worte, ihre Persönlichkeit, ihre Argumente. Vielleicht auch durch Tränen, die als falsch zu bezeichnen Sie sich berufen fühlen.

    Ach ja, die Planung dieser Segelreise war durchaus Thema. Den Eindruck, darüber spräche man nicht, haben wohl nur Sie.

    „Man könnte darüber lachen und beklagen, daß hier ein etwas älteres Kind (16J.) so eine billige Schmierenkomödie aufführt.“
    „Man“ „könnte“ vielleicht, aber Sie geben sich ja auch große Mühe. Haben Sie irgendwas von Substanz zu sagen? Schaun wir mal.

    „Das Thema „Menschengemachtes Klima“ ist sehr wohl umstritten.“
    In gewissen Kreisen, durchaus. In wissenschaftlichen Kreisen eher weniger. Ihr polemisches Bemühen gegen dieses Mädchen ändert daran gar nichts. Alles, was Greta T. und andere vortragen ist nicht neu. Es war schon wissenschaftliche Erkenntnis als sie gerade aus der Wiege krabbelte und Frau Merkel sich als Klimakanzlerin aufspielte.

    „Fest unumstößliche Wahrheiten kann auch Frau Prof. Dr. Greta nicht festlegen, sonst ist es nämlich nicht Wissenschaft, sondern pure Ideologie.“
    Dein bereichern Sie den Disput doch mal über eine „fest umstößliche Wahrheit“ zum Thema, Frau Pfefferminza. Oder reicht Ihnen einfach nur ein paar Behauptungen zu Greta T. aufzustellen, ihre persönliche Verachtung des Mädchens auszudrücken und dann kryptisch von Wahrheiten zu fabulieren und dafür auch noch „die Wissenschaft“ zu bemühen? Wissenschaft fordert Fakten, prüfbare Hypothesen und so. Das scheint Ihnen nicht so zu liegen.

    „Wenn dann ein Haufen siebengescheiter Gören ihr Halbwissen in die Welt hinausschreien und kluge Köpfe das aus Kalkül antizipieren, wird es gefährlich:

    Dann findet kein Diskurs mehr statt, die Straße hat einfach recht, die Freiheit des Einzelnen wird wegen NICHTS eingeschränkt.“

    Vom Halbwissen der siebengescheiten Gören können Sie sich tüchtig was abschneiden, wenn Sie hier wissenschaftlich argumentieren wollen. Wenn Sie etwas zum stattfindenden Diskurs beitragen wollen: lassen Sie sich nicht abhalten. Aber doch nicht so. Auf dem Niveau kann tatsächlich kein Disput stattfinden, ob Sie da gleich mit der eingeschränkten Freiheit des Einzelnen kommen oder nicht.

  • R.G.

    |

    Gut, dass Sie uns über „ein Haufen siebengescheiter Gören“ informieren. Ich würde gerne auf die sonstigen Aussagen Ihres Beitrags eingehen, aber zuerst bräuchte ich von ihnen ein den Gören gleichwertiges Schimpfwort, mit dem Sie sich selbst benannt sehen wollen.

    Ich möchte da nichts falsch machen…

    (Falls Ihre Mama hier mitliest: Ich weiß, Kinder unterliegen vielen Einflüssen, nicht nur denen der Kinderstube!)

  • cF

    |

    „Indiana Jones“ alias Harrison Ford bricht bei der UNO eine Lanze für FFF. Die jungen Leute machen einen Unterschied, sie seien eine „moral army“.

    Zur Rede geht es
    https://news.un.org/en/story/2019/09/1047112

  • Wintermute

    |

    Oh je oh je Pfefferminza.

    Pfefferminza, die Wissenschaft ist sich sicher. Die Frage ist durch. Und deshalb wird die Wissenschaft auch nicht müde, das immer wieder zu betonen, wenn immer wieder Leute behaupten, da wäre was nicht geklärt oder es gäbe Zweifel. Bevor Sie das behaupten, sollten Sie sich mal bemühen, das nachzulesen. Das entspannt.

    Und, Pfefferminza, der Diskurs findet statt. Überall, in der Kneipe, beim Zahnarzt (heute bei mir) oder auf der Straße. Nur, weil ja ohnehin die Tatsache an sich geklärt ist, geht der Diskurs darum, was man noch tun kann und wie, nachdem das Jahrzehnte verpennt wurde, weil viele nicht im Stande waren, ausreichend in die Zukunft zu denken, von der Öl- und Autoindustrie eingelullt waren oder whatever. Und Teil dieses Diskurses ist FfF.

    Pfefferminza, Ihre Behauptungen sind eine abgestandene Melange aus den immer wieder gleichen, widerlegten Versatzstücken, die sich in einschlägigen rechtsextremen oder vernunftverweigernden Publikationen oder Blogs oder sonstwas finden. Das ist so denklähmend wie langweilig.

    Arbeiten Sie bei in Petrochemie? Oder sondern Sie das freiwillig ab?

  • R.G.

    |

    Rein sachlich hat Pfefferminza alles richtig erkannt.

    Im heurigen Sommer, bei über 40 Grad in der Sonne, da musste ich nur zum Rechts gesinnten Nachbarn hinübergehen, dort hatte es gleich 15 Grad weniger. Heute zum Beispiel gab es drüben schon Minusgrade.
    Vor lauter Frieren in dem Kalten Jahr erhitzen sich die dauernd über eine Greta.

    Klimaveränderungen sind Propaganda von Linken, ganz sicher!

  • cF

    |

    Ich verlinke nicht nur für die Teilnehmer von FFF auf einen Artikel des renommierten US-Journalisten Chris Hedges

    Was bedeuten:
    a) 415,26 ppm CO2 in der Luft, die im Mai dieses Jahres gemessen wurden?
    b) die „konzerngeleiteten Staaten“ dieser Welt für die Frage der Wirksamkeit der aktuellen globalen Demonstrationen?

    Chris Hedges is a Truthdig columnist, a Pulitzer Prize-winning journalist, a New York Times best-selling author.
    https://www.truthdig.com/articles/saving-the-planet-means-overthrowing-the-ruling-elites/

    Deutsche Übersetzung von Susanne Hofmann
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=55203

    Allen ein nachdenkliches Wochenende
    cF

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