Fremdenfeindliche Motivation?

Angriff auf Flüchtling: Beschuldigter arbeitete als Wachmann in einer Asylunterkunft

Der 20jährige ging nach Zeugenaussagen mit einer Schreckschusswaffe auf den Flüchtling los. Symbolfoto: Wikimedia Commons

Der 20jährige ging nach Zeugenaussagen mit einer Schreckschusswaffe auf den Flüchtling los. Symbolfoto: Wikimedia Commons

Ein 20jähriger, der Mitte März einem jungen Flüchtling das Jochbein gebrochen und dabei rassistische Beschimpfungen gerufen haben soll, arbeitete zuvor für einen Sicherheitsdienst in einer Asylbewerberunterkunft. 

Geschossen oder „nur“ zugeschlagen? Die Antwort auf diese Frage steht derzeit noch aus. Wie vor geraumer Zeit berichtet, geriet ein 20jähriger Mitte März in der Maximilianstraße mit einem 18jährigen Flüchtling aneinander und brach ihm dabei mit einer Schreckschusspistole das Jochbein. Ob dabei auch ein Schuss fiel, soll nun noch ein Gutachten des Landeskriminalamts klären, auf das Kripo und Staatsanwaltschaft bereits seit einigen Monaten warten. Es gehe darum, ob die Waffe funktionstüchtig sei, so Oberstaatsanwalt Theo Ziegler. Ansonsten seien die Ermittlungen „weitgehend abgeschlossen“. Ziegler rechnet allerdings noch mit mindestens vier Wochen, bis das Gutachten vorliegt und erst dann könne man auch etwas dazu sagen, ob die Tat fremdenfeindlich motiviert war.

Fremdenfeindliche Motivation bezweifelt

In einem ersten Polizeibericht war die Tat lediglich als „Auseinandersetzung zwischen Heranwachsenden“ beschrieben worden. Die Tatsache, dass es sich bei dem Opfer um einen Flüchtling handelt, blieb unerwähnt – im Gegensatz zu anderen Delikten, wie zum Beispiel Ladendiebstahl, bei denen Asylbewerber als Täter identifiziert wurden. Erst auf Nachfrage bestätigte uns ein Polizeisprecher, dass die Tat von rassistischen Beschimpfungen begleitet wurde. Unter anderem sollen laut Zeugenaussagen Begriffen wie „Scheiß Ausländer“ gefallen sein. Dennoch gehe man nicht davon aus, „dass der Angriff unmittelbar fremdenfeindlich motiviert war“, hieß es von der Polizei damals. „Der Beschuldigte (habe) erst im Verlaufe des Gerangels eine ausländerfeindliche Parole gerufen“, so die Begründung.

Der Beschuldigte mag keine Flüchtlinge

 

Gegenüber unserer Redaktion bestätigt Oberstaatsanwalt Theo Ziegler nun Recherchen, denen zufolge der Beschuldigte bis kurz vor der Tat noch als Sicherheitsmann in einer Asylunterkunft beschäftigt war. Warum er seinen Job dort verlor, ist bislang nicht bekannt.

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Kommentare (2)

  • joey

    |

    ist denn mittlerweile schon raus, wie oder warum die Sache im Detail angefangen hat?

    Ob un- oder nur mittelbar ausländerfeindlich, im Polizeibericht sollten die Parolen vorkommen.

  • Vorsicht

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    Kommentar gelöscht. Rassisten unerwünscht.

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