„Antikatholische Kampagne“: Eine Erwiderung

1. Die Presseerklärung des Regensburger Bischofs „Sexueller Missbrauch und seine antikatholische Instrumentalisierung“ soll offenkundig dazu dienen, eine Empörungslawine loszutreten, die sich gegen die berechtigte Kritik am Verhalten der katholischen Kirche wendet. Wir haben es hier mit einem Missbrauch religiösen Einflusses auf naive und blindgläubige Katholiken für machtpolitisch-ideologische Zwecke zu tun. Ziel ist einzig und allein, die gesamte katholische Kirche und ihre Sexualmoral als etwas völlig Normales hinzustellen, als ein Umfeld, das nichts mit dem seit Jahren stattfindenden Vergewaltigungen, Prügelorgien, Demütigungen und dem damit einhergehenden Schweigen zu tun hat. Die jeder Logik und der stetig wachsenden Zahl von Opfern widersprechende Behauptungen des Regensburger Bischofs, die katholische Kirche trage mit ihrer Sexualmoral und scheinheiligen Trennung zwischen staatlicher und kirchlicher Zuständigkeit keine Verantwortung für sexuellen Kindesmissbrauch und dessen Vertuschung beleidigt jeden denkenden und ehrlichen Menschen. Der Bischof macht sich damit der Beleidigung und Verletzung der Würde der Opfer und ihrer Angehörigen schuldig.

2. Indem Gerhard Ludwig Müller endlos das Klischee vom „Opfer Kirche“ bedient und alte Ressentiments gegen Konfessionslose und Nicht-Katholiken weckt, soll ein vermeintlicher Widerspruch zwischen Realität und Wirklichkeit konstruiert werden. Es besteht die Gefahr, dass sich bei gläubigen Zeitgenossen der Eindruck festsetzt, es könne doch nicht alles falsch sein, was der Regensburger Bischof von sich gibt. Missbrauchte Religionsfreiheit lässt sich nicht mehr unterscheiden von einer Lizenz zum Lügen, Vertuschen und Verdrehen, mit der man scheinbar legal all diejenigen Personen ihrer Ehre und Würde beraubt, die sich dem totalitären Herrschaftsanspruch der katholischen Kirche nicht fügen.

3. In seiner Erklärung schreckt Müller nicht einmal vor Nazi-Vergleichen zurück, um den offenkundigen Missbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche als Medienkampagne zu verharmlosen. Mit Hilfe fanatisierter Glaubensgenossen werden systematisch die Opfern prügelnder und gewalttätiger Priester und Ordensleute entwürdigt und als mediengeschädigte und religionsfeindliche Elemente diffamiert. Ziel ist es, den katholischen Klerus vor der öffentlicher Aufmerksamkeit und einer dringend notwendigen Auseinandersetzung zu schützen und das ganze Ausmaß der sexuellen und gewalttätigen Perversionen in katholischen Einrichtungen zu verharmlosen. Konfessionslose, Opfer und Medien nimmt der Bischof damit gleichsam in „Sippenhaft“. Nicht ein System des Schweigens und Vertuschens innerhalb der katholischen Kirche soll sich seiner Verantwortung stellen, sondern lediglich die jeweiligen Täter, die Müller als Einzelfälle zu verharmlosen sucht.

Der Autor ist der Redaktion namentlich bekannt. Übersetzungen ins Englische, Italienische und Französische sind in Arbeit.

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Kommentare (21)

  • Der Besserwisser

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    Ich hab auch immer mehr den Eindruck der Bischof hat Angst davor, dass noch tiefer nachgeforscht wird und ann vllt. seine eventuellen Schandtaten aufgedeckt werden? Man weiß es nicht.

  • Hubert Karte

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    „Herr“ vergib ihnen niemals, denn sie wissen sehr genau, was sie tuen !

  • Corelli

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    Politische und religiöse Hetz-Propaganda kam schon immer ohne jeden Inhalt aus.

    Sie benötigt nur zwei Eigenschaften:

    1) Sie muss unaufhörlich wiederholt werden, damit ihr niemand entrinnen kann.
    2) Sie muss so dumm wie möglich sein, damit sich auch der Allerdümmste noch angesprochen fühlt.

    Das wussten auch schon die Propaganda-Profis anderer tausendjähriger Reiche.

    Wenn also ein Nazi-Vergleich, dann dieser, Herr Bischof.

  • bosequo

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    Als Bischof wird er außerdem wissen, dass Art. 1 GG lediglich ein Abwehrrecht gegen den Staat (und nicht etwa gegen den SPIEGEL) darstellt – mit dieser dieser geläufigen, aber schwer fehlerhaften dramatischen Heranziehung (Rz. 7) wird die weiter oben aufgeführte Trennung von Kirche und Staat (Rz. 1-6) als das entlarvt, was sie ist: Ein scheinheiliges Spiel mit Verantwortungspositionen, um sich vor der Übernahme von Schuld und Verantwortung zu drücken.

    Jungen Männern mit sexuellen Problemen, die diesen auszuweichen versuchen, bietet die scheinbar asexuelle katholische Kirche auf den ersten Blick Schutz.
    Wenn dann auffällt, dass auch dieses Amt sie nicht vor schändlichen Gelüsten schützt, wird – dank der hochgelobten Sexualmoral der katholischen Kirche – darüber nicht geredet, sondern hübsch weiter verdrängt, bis dann Schlimmes passiert.
    Die hierarchische Struktur der Kirche, ihre geschlechtliche Exklusivität, die Erziehung zu repressivem Umgang mit der eigenen Sexualität und die systematische Internalisierung von Schuldgefühlen kommen der Strafverfolgungsunterdrückung von solch bestialischen Taten sehr entgegen und werden von den Tätern bewußt ausgenutzt, von den Vorgesetzten wurden in der Vergangenheit diese Mechanismen offensichtlich oft genug nicht bekämpft.

    Wer diese Tatsachen und ihre Zusammenhänge verdeckt oder leugnet, lügt. Eine öffentliche Anprangerung dieser Zustände ist keine „Medienkampagne“ – man muß nicht überall propagandistischen Willen entdecken, nur weil er anderswo stark ist, Herr Müller!
    Unter anderen der Satz: „Es besteht die Gefahr, dass sich bei „mediengläubigen“ Zeitgenossen der Eindruck festsetzt, es könne doch nicht alles falsch sein, was „in der Zeitung steht“.“ (Rz. 8) trägt nahzu paranoide Züge und leugnet – vielleicht zu Recht? – die Fähigkeit gläubiger Menschen, Wahrheit und Behauptung zu unterscheiden.

    Ach, und Nazivergleiche… Ich dachte, da wären wir drüber hinweg, Herr Müller! Und von angebliche totalitären Herrschaftsansprüchen (des Neoatheismus, Rz. 12) und dogmatistischen (lustiges Wort, Rz. 11) Tendenzen (des Agnostizismus) sollte vielleicht lieber schweigen? Na, wer? Genau.

    Betreiben Sie lieber weiter theologisch-philosophische Weichspülerei (Rz. 10 ff.) und lassen Sie die Öffentlichkeit mit Ihrer Augenwischerei in Frieden.

    Meine Wahrheit macht nicht frei (Joh 8,32; Rz. 12), sie ist es:
    Ihr Hedonist und Nichtmehrkatholik

    bosequo

    PS: Vllt. bin ich nicht verschult genug dazu, aber Ihre angebliche Erklärung Jesu für das Zölibat (Mt 19,11f.) ist m.E. keine Erklärung für rein gar nichts, sondern ein typischer Gebrauch einer hochmanipulativen inklusiv/exklusiv-Formulierung.

  • bosequo

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    Nachtrag:

    (Auszug aus dem wikipedia-Artikel zu „Hedonismus“)
    Epikur beschreibt die Lust als Prinzip gelingenden Lebens. Diese Lust kann nach Epikur als ein Freisein von Unlust beschrieben werden. Ziel ist hier nicht Lust, sondern die Befreiung vom Leid: So geht es in der epikureischen Glücksphilosophie darum, durch Freisein von Unruhe (Ataraxie) und Freisein von Schmerz (Aponetos) Glück zu erlangen – dies aber nicht durch übermäßigen Genuss weltlicher Güter, sondern durch die Konzentration auf die wirklich notwendigen Bedürfnisse, zu denen Epikur auch die Freundschaft zählt.

    Was, zur Hölle, ist daran verdammungswürdig, Herr Müller?

    Und prinzipiell zulässige Ideen – wie der Atheismus – werden nicht dadurch unheimlicher, dass man ihnen ein „Neo-“ voranstellt. Das sind diese anderen da mit den prinzipiell eher unzulässigen Idden. Bei denen stimmt’s.
    Ach, wussten Sie?

    Wundert sich nicht:
    bosequo

  • Joachim Datko

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    Zu “ Corelli 16. März 2010 um 16:38 Uhr …
    Politische und religiöse Hetz-Propaganda kam schon immer ohne jeden Inhalt aus.
    Sie benötigt nur zwei Eigenschaften:

    1) Sie muss unaufhörlich wiederholt werden, damit ihr niemand entrinnen kann.
    2) Sie muss so dumm wie möglich sein, damit sich auch der Allerdümmste noch angesprochen fühlt.“
    ===========================================================================
    Und was ist mit „Grüß Gott“?
    Zu 1) Sie muss unaufhörlich wiederholt werden, damit ihr niemand entrinnen kann.
    Grüß Gott
    Zu 2) Sie muss so dumm wie möglich sein, damit sich auch der Allerdümmste noch angesprochen fühlt.“
    Grüß Gott
    ===========================================================================

  • Veits M.

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    Ein Blick in die Bibel

    Voraussetzung für den Aufseher-, Diakonen- und Gemeindedienst

    In 1. Timotheus 3 in den Versen 2-4 heißt es:

    „…ein Mann, der seinem Haushalt in vortrefflicher Weise vorsteht…“
    http://www.bibel-online.net/buch/54.1-timotheus/3.html

    Zeitlos erscheinen diese Anforderungen, gültig für jeden Haushalts-Vorstand, modern auch CEO genannt.

  • Thomas Pfeiffer

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    Grüß Gott,

    getroffene Hunde bellen.

  • Mathilde Vietze

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    Gerhard Ludwig macht schon wieder mal ein Getöse,
    weil die Medien so böse.
    Gottlob ist die Presse unbequem,
    entlarvt die Mißstände im autoritäten System.
    Dadurch wird so manch‘ reaktionärem Kirchenmann
    verwehrt,
    daß er diese unter den Teppich kehrt.

  • Barbara Junghans

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    Die MZ bringt heute auf Seite 10 ein wunderschönes, zu Herzen gehendes Foto des katholischen Oberhirten. In seiner Innigkeit erinnert es an alte Heiligenbilder. Wäre ich katholisch, würde ich es ausschneiden und mir an die Wand nageln. Das Einzige, was den kritischen Betrachter daran stören könnte, ist die Überschrift: „Keine Entschuldigung – Oberhirten setzen aber Zeeichen der Bitte um Aussöhnung“ und „Bayerische Bischöfe beten um Vergebung“

    Glauben die Herren eigentlich im Ernst, dass den Mißbrauchsopfern – und dazu zähle ich auch die Eltern der mißbrauchten Kinder – mit Gebeten gedient ist? Sie erwarten eine Entschuldigung – auf die sie, wie damals in Riekofen – bis heute vergeblich gewartet haben.

  • Querleser

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    Die nächste Panorama-Sendung dürfte interessant für alle Regensburger werden:

    „Doch nicht alle Mitglieder der deutschen Bischofskonferenz wollen Fehler in den eigenen Reihen zugeben – ganz im Gegenteil. Manch einer beschimpft diejenigen, die den Missbrauch und die mangelnde Aufklärung anprangern. Wie zum Beispiel Gerhard Ludwig Müller, der Bischof von Regensburg.“

    http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2010/panoramamissbrauch100.html

  • Veits M.

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    DIE ZEIT berichtet exklusiv – Nr. 12. – 18. März 2010 – Seite 49 – Christiane Grefe, „Horche auf, o Himmel“

    Die Rede ist u.a. von der

    “ … Kultur der Omertà älterer Herren, in der die Institution mehr zählt als das Opfer“, was „viele in Regensburg“ abstoße.

    Und davon, dass

    „Bischof Gerhard Ludwig Müller noch kein Wort der Selbstkritik oder der Entschuldigung gefunden“ habe.

    Wörtlich heißt es dann:

    „Dem Repräsentanten der christlichen Nächstenliebe scheint jedes Einfühlungsvermögen fremd.“

    Im Übrigen bot der Chor „Einblick in sein Innenleben“, die Autorin hatte vor Ort Gelegenheit, mit Führungskräften zu sprechen.

    Sehr lesenswert.

  • Joachim Datko

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    Hat Regensburg Nachholbedarf bei Kirchenaustritten?

    Siehe: http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=3076&pk=534005&p=1

    „Ganz große Sorge, so Neck weiter, mache der Kirche der „langfristige Trend“. … Allerdings sei der Prozentsatz der Kirchenaustritte im Bistum mit rund 3,3 Promille der niedrigste Prozentsatz in ganz Deutschland.“

    Am Mittwochvormittag haben 8 Katholiken der Kirche den Rücken gekehrt. Wenn der Trend anhält schaffen wir in Regensburg weit über 1000 Austritte in einem Jahr. So könnte Regensburg aus dem Tief herauskommen und das katholische Bistum den Anschluss an die anderen Bistümer bei den Kirchenaustritten schaffen. Regensburg gehört meiner Meinung nach in die Spitzengruppe! Es gibt bestimmt sehr viele Menschen, die nur noch zahlende Mitglieder sind.

  • Stefan Pahl

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    Für alle die aus diesem finsteren Zirkel noch nicht ausgetreten sind eine Preisfrage:
    Georg u. Josef Ratzinger, Bischof Müller und all die anderen Merkwürden sind sicherlich eingefleischte
    und fanatische Katholiken. Sind sie denn auch Christen?
    Wo bleibt das ganze feige Pack von Staatsanwälten und Politikern um dem unsäglichen Konkordat, das uns ein A. Hitler (genau, der mit den Autobahnen!) eingebrockt hat, den Garaus zu machen. Der Grund: Es traut sich keiner, weil sie vor Angst um ihre Posten und Karrieren vor der immer noch übermächtigen Kirche in die Knie gehen. Sie wissen: Der kalte lange Arm der Kirche hat sie eisern im Griff.
    Schande für die „Kultur“hauptstadt Regensburg.

  • Bernd Henneberg

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    @ Stefan Pahl
    Das Konkordat enthält keinen Passus der eine Kündigung ermöglichen würde. Dies wurde auf Grund der Intervention des damaligen Nuntiuses nicht mit aufgenommen, da die katholische Kirche sowieso ewig währt.

    Die Deutschen Jungdemokraten ( bis 1978) quasi die Jugendorganisation der FDP hatte 1976 ein Diskussionspapier über die Trennung von Kirche und Staat herausgebracht. Es kam damals an der Uni Regensburg zu einigen „Seminaren“ mit den damaligen Pfarrer-Lehrbuben unter der Aegide des Dogmatik-Professors Nasteincik. Aufmerksamer Zuhörer bei diesen Seminar war der damalige Professor Ratzinger. Das Ergebnis war aber eben jene Sache mit der Kündigung, die nicht möglich sei.

  • Sie Leben

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    Seid Ihr wirklich so Stolz, dass Ihr einer Kirche angehört in der kleine Kinder Mißbraucht werden.???
    Bei einigen sieht es so aus, ja solange es nicht EURE Kinder sind habt Ihr anscheinend kein Problem mit den Vergewatigungen.
    Dieser Bischof verkörpert die kat Kirche und ist eine Schande und kein deut besser als die Täter die Er zu decken versucht.!!!
    Diese kat Kirche ist Seelenlos und spaltet seit Jahrtausenden die Menschen.
    Kehrt dieser Kirche den Rücken und tretet aus, oder geht mit Ihr unter.

  • Stefan Pahl

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    @Bernd Henneberg

    Natürlich ist im Konkordat eine Kündigung nicht vorgesehen.
    Entscheidend ist jedoch der politische Wille. Der ganze Spaß hat den Steuerzahler (inklusive den konfessionslosen) bisher mehrere hundert Milliarden gekostet. Die Frage nach der Gegenleistung ist wieder eine ganz andere. Wenigstens das immer noch bestehende Verfassungsgebot, eine Ablösung von Staatsleistungen an die Religionsgesellschaften, ist dringend anzugehen. Art.18 Reichskonkordat lässt dies explizit zu. Noch einmal zum Mitschreiben: Der entscheidende Punkt ist: Kein Politiker, kein Staatsanwalt wird sich diesen Schuh anziehen, weil er diese Aktion zumindest politisch nicht überleben wird.
    Die katholische Kirche währt ewig? Vielleicht als heidnische Sekte, aber niemals als Nachfolger von Jesus.

  • Mathilde Vietze

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    Gerhard Ludwig, der keine Gelegenheit ausläßt, kräftig auszuteilen,
    erweist sich als Mimöschen, wenn ihm einmal berechtigte Kritik
    zuteil wird.
    Ich halte es für äußerst wichtig, daß alle Vorfälle offen aufgedeckt werden,
    fahre allerdings jedem engergisch über den Mund, der jetzt pauschal
    alle verteufelt.
    Um der vielen untadeligen Priester und Ordensleuten wegen muß die
    Spreu vom Weizen getrennt werden, d.h., müssen die Übeltäter und ihre
    Helfershelfer (die zum Vertuschen beigetragen haben) zur Rechenschaft
    gezogen werden.

  • stefan

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    ich bin vor 3 jahren aus der kirche ausgetreten. ich spende den betrag einer kinderorganisation. da wird dieser eher gebraucht. und was der papst weiss, werden wir wohl erst dann erfahren, wenn er heilig gesprochen wird. so in 200 jahren. wenn wir das geld, welches jährlich in die kirche anders investieren würden gäbe es evtl weniger leiden auf der welt. das ist ja das, was die kirche auch will…

  • gifthaferl

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    „und ihre Helfershelfer (die zum Vertuschen beigetragen haben) zur Rechenschaft
    gezogen werden.“
    Mathilde Vietze, 23. März 2010 um 11:14 Uhr

    Dann allerdings bleibt ab der Ebene, auf der man „Piep“ sagen darf bestimmt niemand mehr übrig – weltweit.

    Und gewusst und ebenfalls nichts getan haben noch weit mehr, auch Eltern, die es einfach nicht glauben wollten, obwohl das Kind es erzählt hat – das nämlich ist auch ein konstanter Erfolg katholischer/christlicher Erziehung: Das Kind, das Opfer lügt und ist schlecht.

    Wer hat denn diese verlogene Sexualmoral überhaupt erst in die Welt gesetzt, in der alles verboten ist außer ehelich Kinder zu zeugen, das war ja wohl das Christentum, bzw. die Kirche.

    Nicht dass sich je einer dran gehalten hätte, außer vielleicht Einzelmenschen, ob Volk, ob Klerus, aber je mehr es gelang, genau diese Sexualmoral auch in weltlichen (Straf-)Gesetzen zu verankern (das war flächendeckend/staatlich erst ab dem 19.Jh), umso stärker musste Fehlverhalten in den eigenen Reihen vertuscht werden.

    Täter sind immer Einzelmenschen ob Volk oder Klerus, aber der Umgang damit sind NICHT die Fehlhandlungen einzelner, das ist und hat System.

    Ideologischen Organisationen ist die „Reinhaltung“ der Ideologie immer wichtiger als deren Opfer, der schöne Schein wichtiger, als die unschöne Realität – scheinheilig eben.

    Und es bleibt scheinheilig, wer immer es so hinstellen will, als sei das Vertuschen auch nur Fehlverhalten einzelner.

    Kinder sind heute häufig anders erzogen, und halten nicht schon vorbeugend das Maul, dass sie nicht zuhause auch noch eins auf den Deckel kriegen, Frauen haben immerhin rechtlich hierzulande mittlerweile eine Stellung als Mensch, das kann solche Systeme brechen auf Dauer, die Systeme selber werden höchstens gezwungenermaßen irgendetwas ändern.

    Man kann die Rollenverteilung des einsichtigen gegen den uneinsichtigen Klerus auch als „guter Bulle – böser Bulle“ Spielchen sehen, ob nun wissentlich oder unwissentlich was Beteiligte anbetrifft, ist eigentlich belanglos.
    Teile und herrsche, war schon immer ein gutes Motto.

    Wieder gibt es einzelne schwarze Schafe im Reich der überwiegend guten Hirten, äh, oder waren es jetzt schwarze Hirten unter weißen Schafen………….?

  • Ein Zugezogener mit Elan | Regensburg Digital

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    […] man fühlt sich ein wenig an den Opferkult des nach Rom beförderten Gerhard Ludwig Müller beim Missbrauchsskandal erinnert, wenn Tina Lorenz, gleichfalls eine Piratin, ihre Laudatio mit folgendem Zitat […]

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