IZ reagiert auf Beschwerden

Brandlberg: Sicherheitsdienst soll Baustellenverkehr in den Griff bekommen

Nach wiederholter Kritik von Brandlbergern an der Verkehrssituation rund um die Großbaustelle hat das „Immobilien Zentrum Regensburg“ nun einen Sicherheitsdienst engagiert, um der „besonderen Situation“ Herr zu werden.

Immer wieder gab es Beschwerden über die blockierte Zufahrt zum Wohngebiet am Brandlberg. Foto: privat

Um die Verkehrssituation an der Großbaustelle am Brandlberg in den Griff zu bekommen, hat das „Immobilien Zentrum Regensburg“ nun einen Sicherheitsdienst engagiert. Das geht aus einem Schreiben hervor, das IZ-Vorstand Dr. Thomas Rosenkranz an die Stadträte und Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer verschickt hat. Darin räumt er die Probleme teils ein, teils klingt leichte Verstimmung über die Beschwerden, offenen Briefe und Fotos der Anwohner von der Zufahrtssituation durch.

Seit Mitte März gibt es immer mehr Beschwerden

Wie mehrfach berichtet kommt es seit Mitte März zunehmend zu Beschwerden wegen der zahlreichen Zuliefer-und Baustellenfahrzeuge, die insbesondere in den Morgenstunden die Zufahrt zum Wohngebiet blockieren. Auslöser war insbesondere eine Situation am 15. März, bei der ein (mittlerweile verstorbener) Arbeiter auf der Baustelle verunglückt war und die herbeigerufenen Rettungsfahrzeuge nach der Beobachtung einiger Brandlberger die Unglücksstelle zunächst nicht erreichen konnten. Auch ein weiterer Notarzteinsatz im Wohngebiet sei durch den Baustellenverkehr behindert worden, hieß es.

Hängt seit 13. April: der SiGeKo-Plan an der Großbaustelle Brandlberg.

Zwar erklärten sowohl Berufsfeuerwehr wie auch Polizei übereinstimmend, dass es bei den Einsätzen zu keinen Problemen gekommen sei, nichtsdestotrotz wurde auch im Stadtrat die generelle Verkehrssituation am Brandlberg als „untragbar“ bezeichnet und eine Lösung angekündigt. Bis ein vom IZ versprochener „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator-Plan“ (SiGeKo) ausgearbeitet und eine entsprechende Tafel an der Baustelleneinfahrt angebracht war, verstrichen fast fünf Wochen und auch danach gab es weiterhin Beschwerden und offene Briefe an Stadtrat und Stadtverwaltung. Unsere Redaktion erhielt ebenfalls in regelmäßigen Abständen Fotos von der blockierten Zufahrt. Sorgen um die Sicherheit der Schulkinder auf dem Weg zur Bushaltestelle wurden geäußert.

„Adäquate Wegsituation“ für Schulkinder

In seinem Schreiben vom 27. April äußert Rosenkranz zwar Verständnis für diese Sorgen und Beschwerden, spricht aber auch von einer „besonderen Situation“, die man am Brandlberg habe. So gebe es nur eine Zufahrt zur Baustelle, über die gleichzeitig auch der Anwohnerverkehr abgewickelt werden müsse. Diese besondere Situation habe sich dadurch verschärft, dass wegen der Witterung im Februar die Hochbauarbeiten ins Stocken geraten und die Bauunternehmer und Bauträger dazu gezwungen gewesen seien, dies im März wieder aufzuholen. Solche Probleme seien aber auch bei anderen Baustellen der Fall, so Rosenkranz.

„Wohnen in den Obstgärten“: das Baugebiet am Brandlberg.

Die Sicherheit der Schulkinder sieht das IZ nicht gefährdet. Man habe „bereits seit langem“ einen extra Weg für diese geschaffen, ihn befestigt und mit Absperrungen gesichert. „Selbstverständlich können wir die Kinder nicht dazu zwingen, diesen Weg zu benutzen jedoch sind wir der Meinung, dass hier eine adäquate Wegsituation geschaffen bzw. gesichert wurde“, schreibt Rosenkranz, der dennoch indirekt einräumt, dass diese Wegsituation durchaus noch verbessert werden kann: „Um den Weg nun auch noch einmal deutlich sichtbarer zu machen, stehen wir gerade in der Abstimmung mit der Stadt Regensburg bzw. mit dem Liegenschaftsamt hier eine zusätzliche Beschilderung anzubringen.“

„Ein Plan ist nur so gut wie dessen Umsetzung“

IZ-Vorstand Thomas Rosenkranz (hier neben Planungsreferentin Christine Schimpfermann bei einer Diskussion zum Baugebiet am Brandlberg). Foto: as

Dass der „SiGeKo“ bislang nicht zufriedenstellend funktioniert, räumt das IZ in dem Schreiben mehr oder weniger ein. „Ich gebe den Kritikern Recht, dass ein Plan und Konzept nur so gut ist, wie dessen Umsetzung“, schreibt Rosenkranz dazu unter anderem. Man habe in einer ersten Phase auf vermehrte Polizeipräsenz und städtische Kontrollen gesetzt, aber auch das mit dem SiGeKo betraute Ingenieurbüro mit regelmäßigen Kontrollen beauftragt.

„Diese Maßnahmen scheinen jedoch die Situation aus Sicht der Alt-Brandlberger nicht ausreichend zu entspannen, wobei mittlerweile bereits Wendemanöver von LKWs mit einer Behinderung von einigen Sekunden bildlich festgehalten werden und als weiterer Beweis für eine untragbare Verkehrssituation herangezogen werden“, so Rosenkranz etwas angesäuert. Seit Ende April habe man nun zusätzlich einen Sicherheitsdienst damit beauftragt, den Anlieferverkehr in den Morgenstunden zu koordinieren,um größeren Verkehrsbehinderungen vorzubeugen.

„Wir sind uns sicher, durch diese Maßnahmen nun eine weitere Verbesserung der Verkehrssituation erreichen zu können, jedoch kann und wird es aufgrund der Größe des Baugebiets immer wieder zumindest zu kurzen ‚dokumentierbaren‘ Behinderungen kommen, die jedoch aus unserer Sicht und im Vergleich zu sonstigen Verkehrswartezeiten im Stadtgebiet zumutbar sein werden und keine Gefahr für die Sicherheit von Kindern und Anwohnern darstellen.“

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Kommentare (3)

  • Rosi Niedermueller

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    Es gibt vermutlich größere Probleme, nicht nur in Regensburg?

  • Sicherheitssalamander

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    Herr Rosenkranz wirkt wie der Abgesandte aus einer besseren,
    für die meisten unerreichbaren, aber bereits real existierenden Sozialisation in der Regensburger Altstadt: Happy Birthday Karl Marx: „Happiness is a warm gun“

  • rgb02

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    Brandlberg ist überall – auch an anderen Stellen in Regensburg hat die Stadt kaum den Bauverkehr im Griff. Man gewinnt den Eindruck, die großen Baufirmen agieren fast wie sie wollen, denn
    1. wenn sich die Situation am Brandberg dadurch ergibt, dass nur eine Zufahrt existiert, stellt sich doch die Frage, warum die Stadt immer wieder so große Bauvorgaben genehmigt, wenn es nur eine Zufahrt gibt. Die Probleme sind im Vorfeld dann schon absehbar.
    2. wenn solch große Baugebiete gleichzeitig bebaut werden, muss man sich auch rechtzeitig im Vorfeld um eine Einhaltung der Regeln kümmern.
    3, wenn sich Verzögerungen wegen Witterung im Februar ergeben, dann war dies absehbar. Im Winter gibt es nun mal Frost. Dies müsste eine Bauleitung einplanen und nicht auf Kosten der Anwohner dann in den nächsten Monaten versuchen auszugleichen.

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