SOZIALES SCHAUFENSTER

Diskussion mit den OB-Kandidatinnen

Das erste Schaulaufen

Der Bürgerverein Süd-Ost bringt als erster fast alle OB-Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 auf eine Bühne, um mit ihnen über sehr konkrete Fragen zu diskutieren.

Der Bürgerverein Süd-Ost (BÜSO) ist immer für interessante Veranstaltungen gut. Bei seinem traditionellen Neujahrsempfängen im Thomas-Wiser-Haus geben sich alljährlich Stadträte aller Fraktionen die Klinke in die Hand, Bauträger diskutieren kontrovers mit Anwohnern und Vertreter von Sozialverbänden formulieren teils auf der Bühne, teils im Zwiegespräch bei Glühwein und Grillfleisch ihre Forderungen an die Vertreter aus der Kommunalpolitik. Vor diesem Hintergrund ist es nicht unbedingt eine Überraschung, dass der BÜSO es als erster geschafft hat, (fast) alle OB-Kandidaten bei der Kommunalwahl 2020 am kommenden Freitag gemeinsam auf eine Bühne in die Sport-Club-Gaststätte in der Alfons-Auer-Straße zu holen.

Neun Teilnehmer und ein Fragenkatalog

Bereits zugesagt haben Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD), die dafür eigens eine andere Veranstaltung verschieben ließ, Stefan Christoph von den Grünen, Dr. Astrid Freudenstein (CSU), Horst Meierhofer (FDP), Ludwig Artinger (Freie Wähler), Irmgard Freihoffer (Die Linke) Benedikt Suttner (ÖDP) und Christian Janele (CSB). Brücke-Kandidat Joachim Wolbergs wird auf der Einladung derzeit noch als „angefragt“ geführt. Jakob Friedl mit seiner Liste Ribisl habe man bewusst nicht eingeladen, sagt Mitorganisator Johann Brandl. Man wolle eine ernsthafte Diskussion führen und bei Ribisl handle es sich in seinen Augen um eine Spaß-Organisation.

Im Vorfeld der Diskussion hat der BÜSO einen sechsseitigen Fragenkatalog verschickt. Eine Flucht in Allgemeinplätze dürfte für die Diskutanten angesichts der Gestaltung der darin aufgelisteten Fragen eher schwierig werden.

Fragen, Forderungen und Kritik

Zum Nachlesen

Der Fragenkatalog

Es geht natürlich um das Brennpunktthema bezahlbaren Wohnraum, eine bessere ÖPNV-Anbindung für das Kasernenviertel, aber auch die Frage nach einem verstärktem Ausbau der sozialen Betreuung im Stadtteil mit dem höchsten Migrationsanteil, in dem fast alle Asylunterkünfte sowie das „Ankerzentrum“ untergebracht sind.

Teils finden sich sehr konkrete Forderungen in dem Katalog, verbunden mit der Frage, ob die jeweiligen Bewerber diesen Punkt auch in ihr Kommunalwahlprogramm aufnehmen werden. So etwa einen möglichen Ankauf der Grünflächen rund um das Schloss Pürkelgut durch die Stadt Regensburg zur Schaffung eines Parks im an Erholungsflächen eher armen Stadtosten. Und es gibt auch offene Kritik an Entscheidungen der Stadtpolitik, etwa, dass das ehemalige Offizierskasino in der Nibelungenkaserne entgegen anfänglicher Versprechungen und Beschlüsse des Stadtrats nicht für soziale Einrichtungen zur Verfügung stehen wird, sondern an einen privaten Investor verkauft wurde. „Wie stehen Sie zu diesem Thema?“, lautet die schlichte, aber auch sehr direkte Frage dazu an die OB-Kandidaten.

Freitag, 19 Uhr

Mit dem Rücklauf der Fragebögen zeigt sich Johann Brandl sehr zufrieden. „Abgesehen von Christian Janele und Joachim Wolbergs haben alle bereits geantwortet – zum Teil sehr umfangreich.“ Beginn der Veranstaltung ist am Freitag um 19 Uhr in der Alfons-Auer-Straße 26.

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Kommentare (25)

  • Marianne

    |

    -Liste Ribisl habe man bewusst nicht eingeladen-
    Soll hier etwa eine Manipulation erkenntlich sein?

  • Giesinger

    |

    Ich habe soeben die Suchmaschine bemüht und bin aber trotz „Wir über uns“ bei Büso nicht recht schlau über deren Beweggründe geworden. Ein Zusammentreffen aller sich zur Bürgermeisterwahl stellenden Politiker stelle ich mir tatsächlich unterhaltsam vor. Freitagabend habe ich allerdings keine Zeit. Macht auch nichts, denn wenn schon wieder eine Vorauswahl getroffen wird…?

    „Jakob Friedl mit seiner Liste Ribisl habe man bewusst nicht eingeladen, sagt Mitorganisator Johann Brandl. Man wolle eine ernsthafte Diskussion führen und bei Ribisl handle es sich in seinen Augen um eine Spaß-Organisation.“

    Für mich gilt: Kandidat ist Kandidat, der Wähler entscheidet.
    Auf so eine Veranstaltung gehören, wenn dann alle Kandidaten, selbst eine(r) von der AfD, falls von denen jemand in Regensburg kandidiert.

  • Empörer007

    |

    Giesinger, völlig richtig…,
    wer zum OB kandidiert, der soll (muss) auch Gelegenheit haben, sich in einem solchen illustren Forum vorstellen zu dürfen…
    „Ribisl“ eine Spaßpartei, mag sein…, aber wie sieht es beim „Bewerber“ J. Wolbergs aus, vom dem weiß doch noch niemand, ob der überhaupt antreten kann u. DARF!
    Ist die Kandidatur v. W. evtl. ebenfalls „Spaßprojekt“? Und wagt er sich am Freitag aus seiner Deckung bzw. dem Brücke-Verein?

  • Mr. T.

    |

    Jakob Friedl ist wohl ein seriöserer Kandidat, als manche(r) andere(r).
    Von der NSAfD bräuchte es hingegen niemanden, da man sowas durchaus auf Demokraten begrenzen kann.

  • Julian86

    |

    Der falsche News verbreitende James Bond unter den „Empörern“ schreibt unter den Augen der Redakion:
    “ … aber wie sieht es beim „Bewerber“ J. Wolbergs aus, vom dem weiß doch noch niemand, ob der überhaupt antreten kann u. DARF!“

    Solche Falschmeldungen führen dazu, dass die Wirklichkeit, die Wahrheit … in AfD-Manier untergraben wird. Warum nur? Warum nur lässt man das zu?

  • Stefan Aigner

    |

    @Julian86

    Nachdem „Brücke“ erst die notwendigen Unterschriften sammeln muss, steht in dem erwähnten Kommentar nichts Falsches. Und wenn Sie etwas richtigzustellen haben, dann tun Sie es doch anstatt hier völlig übertrieben zu moralisieren. Das brächte dann auch etwas.

  • Julian86

    |

    Herrn Aigners Aufforderung gerne nachkommend:

    Die Erledigung der noch zeitlich erst anlaufenden U-Schriften-Sammlung, was ist das bei der Brücke e.V. (die Brücken-Funktion hat das BVerfG ausdrücklich in seiner jüngsten Entscheidung betont) anderes als ein Routineakt? Man kann es also „wissen“, dass die Leute antreten „dürfen“, können tun sie es sowieso.

    Auch den Brücken-Politikern die Ernsthaftigkeit fragend abzusprechen sowie die Behauptung, Herr Wolbergs würde sich in „Deckung“ befinden, was ist das anderes als der lausige Versuch, die Betroffenen sprachlich mit Falschem zu diskriminieren?

    Hier wird gegiftet, unsachliche Stimmung verbreitet. Es ist Sache der Redaktion, dass ggf. nicht sehen zu wollen?

  • Lothgaßler

    |

    Die Denkmuster sind doch arg verkrustet. RIBISL nicht einzuladen ist genauso falsch, als würden „chancenlose“ Kandidaten und Kandidatinnen (z.B.: FDP, FW, CSB, SPD, BRÜCKE) nicht eingeladen. Gerade diese Kandidaten und Kandidatinnen könnten sich mit ihren Aussagen aus dem Fenster lehnen.
    RIBISL sollte mit Antworten zu den Fragen entweder mit einem Infostand vor Ort sein, Zettel verteilen oder Antwortplakate aufstellen.

  • Stefan Aigner

    |

    @Julian

    Stimmt. Die Moderation ist unsere Sache.

    Meinungsfreiheit ist nicht immer leicht zu ertragen.

  • Gönner

    |

    War auch bei Herrn Friedl im Malkampfbüro und wollte ihm 5 Kippen da lassen.
    Er hat nur 1 angenommen.
    Prädikat: unbestechlich.

  • Mathilde Vietze

    |

    Werter Herr Giesinger, Johann Brandl ist n i c h t „Mit-Organisator,“ sondern
    Gründer des BÜSO und dessen 1. Vorsitzender. Er macht eine ausgezeichnete
    Arbeit, wenngleich ich in Sachfragen nicht immer einer Meinung mit ihm bin.
    Und – es ist völlig richtig, daß er eine Figur wie Friedl nicht einlädt. Wer sich
    über Friedl genau informiert, wird Brandls Entscheidung teilen.

  • Piedro

    |

    @Marianne
    „-Liste Ribisl habe man bewusst nicht eingeladen-
    Soll hier etwa eine Manipulation erkenntlich sein?“

    Der Veranstalter darf entscheiden wen er teilnehmen lässt. Dieser Veranstalter hat sich erklärt. Er wollte was ernsthaftes liefern und die Ribisl-Liste zur Spaßpartei erklärt, die der Teilnahme nicht würdig ist. Damit wurden definitiv ernsthafte Programmpunkte dieser Liste diskreditiert, den tatsächlichen Teilnehmern wurde erspart sich diesbezüglich erklären zu müssen und den Besuchern blieb der Spaß erspart, den sie hätten haben können. Vielleicht blieb dem Herrn F. auch der Spaß versagt, sich auf dieser Bühne behaupten zu können. Damit müssen wir alle leben. Diese Möglichkeit wurde negiert. Vorsätzlich. Man kann das Manipulation nennen. Genau wie diesen Artikel, der mutmaßlich der einzige ist, der auf diesen Ausschluss hinweist.
    Stellen Sie sich vor: die Ribisler laden ebenfalls ein, alle, die Stimme sein und haben wollen. Das könnte lustig werden. Ich glaube die meisten würden nicht kommen, und sie würden sich die Argumentation dieses Verantstalters zu eigen machen. Spaßpartei. Nix für uns, wir sind ernsthaft unterwegs. Und auch darüber würde berichtet, wenn auch nicht überall.

    Über diese Ribisler weiß ich nicht viel, aber ihren Kandidaten kenne ich von hier. Begegnet bin ich ihm nie, wie allen anderen Kandidaten auch nicht. Bestimmt hätte Herr F. mehr Spaß an einem Mandat als alle anderen. Vermutlich, weil er andere Gründe für seine Kanidatur hat als alle anderen. Seine Wähler würden sich nachhaltig freuen, dass er im Stadtrat sitzt. Ist halt eine Frage von Mehrheiten, und die wurde hier auf die Spaßpartei herunter gebrochen. Wenn Politik Spaß macht braucht sie eine andere Bühne als diese. Die sollte sich doch wohl schaffen lassen.

    Nebenbei: die Nutzung des öffentlichen Raums ist durchaus ein soziales Thema, aber da gibt es noch ganz andere. Auch die werden von den Protagonisten dieser Veranstaltung nicht angesprochen. Ribislhecken würden der Problematik dieser Themen nur bedingt abhelfen.

    Aktuell haben Artikel dieser Seite brisante Fragen aufgeworfen. Der Wahlkampf hat wohl einige Stellungnahmen befördert, die einer näheren Betrachtung durchweg nicht stand hielten. Ribisliges hat man dazu nicht gehört. Leider. Amtliche Willkür und Armut sind kein Wahlkampfthema, weil das keinen Spaß macht. Auch nicht dem Veranstalter, der die Spaßpartei nicht eingeladen hat.

  • Piedro

    |

    Diese Fotosammlung ist allerliebst. Ich habe keine Ahnung, wer diese Leute sind, aber ich kann die Bildunterschriften liefern.
    Reihe 1,1: Hallo? Ist da jemand?
    1,2: Gleich geht’s los.
    1,3: Hallo! Ich bin’s!
    2,1: Jaja, da war was…
    2,2: Darüber will ich jetzt nicht nachdenken.
    2,3: Servus!
    3,1: Das ist kein Veilchen, das ist schlecht ausgeleuchtet.
    3,2: Herzliche Glückwunsch. Sie müssen nur noch unterschreiben.“
    3,3: Bin ich ein armes Zwutschgerl oder nicht?

  • Johann Brandl

    |

    BÜSO- Veranstalter: Nach interner Beratung haben wir beschlossen, je einem Vertreter von „RIBISL“ und „Die Partei“ ein kurzes Statement zu ihren Zielen bzgl. des Stadtteils und der Gesamtstadt abzugeben, allerdings werden sie nicht auf dem Podium vertreten sein.
    Wir sind der Meinung, dass es sehr gute Gründe dafür gibt die Podiumsdiskussion bzgl. der Teilnehmerzahl zu begrenzen. Dazu werden wir bei der Begrüssung kurz Stellung nehmen.
    Übrigens ist die Veranstaltung öffentlich, es kann sich also jeder im Rahmen der Redezeit, mit eigenen Wortmeldungen einbringen, das ist sogar ausdrücklich erwünscht.

    Wir hoffen damit einen für alle tragbaren Kompromiss gefunden zu haben

  • Helmfried

    |

    Na geht doch. Aber warum nur ‚ein kurzes Statement‘? Die Brücke ist auch noch nicht zur Wahl zugelassen. Warum die Angst?

  • Mr. T.

    |

    Schön, dass Herr Brandl einlenkt. Aber die RIBISLn und den Störenfriedl nur so zur Spaßaktion abzuqualifizieren, zeigt, dass er sich nicht mit ihnen beschäftigt hat. Da sind einige durchaus sehr sachliche und sinnvolle Positionen im Programm.

  • Dominik Müller

    |

    @Helmfried
    Noch ist gar keine Partei zur Wahl zugelassen, das dauert bis zur Sitzung des Wahlausschusses. Die ist am 4.2.2020.

  • Dietmar Kraus

    |

    Sollte man ggf den Brücke Vertreter auch nur ‚ein kurzes Statement‘ gewähren?

  • Giesinger

    |

    Wenn man nach der Fotosammlung gehen würde, dann käme wohl Kandidat 2,3 am sympathischten rüber. Das Genöle vom „Zwutschgerl“ von Bild 3,3 wird sich in gut vier Monaten auch erledigt haben.

    Bei der Gelegenheit an „brjecke“:

    Habt ihr für nächstes Frühjahr (nach 15. März) bei der CSU schon eine Bitte für wenigstens eine kurzzeitige Ausstellung von Euch in einem Kammerl des „Lächerlichsten Museum aller Zeiten“ vorgebracht?

  • gustl

    |

    Konsequenz ist auch nicht jedem sein Ding: wenn der Ribisl wegen Spaß keine Chance hat OB zu werden und deshalb nicht eingeladen wird, dann müsste auf Wolbergs auch verzichtet werden, denn der kann auch bei einem sehr unwahrscheinlichem Wahlsieg wegen seiner Suspendierung nie mehr OB werden.

  • R.G.

    |

    Kriegt euch ein, der Büso Veranstalter trat nicht an, einen Heiligsprechungsprozess zu gewinnen, sondern plant eine Veranstaltung, zu der überhaupt mal außerhalb von „regensburg-digital“ von jemandem sachliche Aussagen von Politikern zu konkreten Themen abgefragt werden wollen.
    Er darf dabei seine Auswahl treffen.

    Wenn Ribisl nicht aufs Podium eingeladen wird, ist es nicht weiter schlimm, da sich der hinter der Initiative stehende Künstler bereits ohne Fragebogen von Büso zu verschiedenen Themen positionierte ; )) .

    Ich sehe ihn samt der sich um ihn scharenden Menschen bei dem Abend im Publikum sehr gut platziert, denn eine Podiumsdiskussion lebt auch von der Qualität der Fragen.

  • dünnster Künstler

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte keine Epen mehr.

  • Kandidatenrunde mit Kalauern » Regensburg Digital

    |

    […] der Beschlüsse des Stadtrats werden dort keine sozialen Einrichtungen gefordert“, heißt es in dem Fragenkatalog, den der Bürgerverein im Vorfeld an alle Kandidatinnen und Kandidaten verschickt …. Doch niemand auf dem Podium weiß von einem solchen Beschluss. Diesen gebe es nicht, sagt die […]

  • Giesinger

    |

    @dünnster Künstler, Ihre/Eure Internetseite ist so unübersichtlich, so ein dermaßenes Durcheinander, da mag ich nicht lange bleiben.
    Mein Tip für einen Wahlerfolg: Ihr solltet mal jemanden beauftragen, der da etwas Struktur reinbringt. (Übrigens auch in Ihre Texte).

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