SOZIALES SCHAUFENSTER

Elefantenrunden der OB-Kandidaten

Kandidatenrunde mit Kalauern

Das erste Aufeinandertreffen der OB-Kandidaten für die Kommunalwahl am 15. März lockte zahlreiche Interessierte in die Gaststätte des SC Regensburg. Einiges blieb unbeantwortet, es gab viele Versprechen und der Moderator sorgte für einen Hauch von Fasching.

Regensburger Elefantenrunde: Benedikt Suttner, Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Stefan Christoph, Christian Janele, Astrid Freudenstein, Ludwig Artinger, Horst Meierhofer, Irmgard Freihoffer und Joachim Wolbergs. Fotos: as

„Ich würde mein Gehalt durch zehn teilen und die neun da oben als Berater engagieren. Das würde wahrscheinlich die beste Regierung, die Regensburg je hatte.“ Obwohl er nicht auf dem Podium sitzt, hat Jakob Friedl nach knapp drei Stunden das Schlusswort – zumindest fast. Und es ist ihm wichtig, zu erwähnen, dass seine Liste Ribisl, für die er als OB-Kandidat in den Wahlkampf 2020 ziehen will, keine Spaßpartei sei. „Auch wenn wir lustige Sachen machen. Wir arbeiten hart.“ Von lustigen Sachen scheint auch Wolfgang Subirge beseelt zu sein.

„Maltz-Schwarzfischer, eine Frau wie gemalt.“

Den Radio Charivari-Moderator hat der Bürgerverein Südost engagiert, um durch die Diskussion zu führen, bei der alle Oberbürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten für die kommende Kommunalwahl erstmals aufeinander treffen – neun auf der Bühne, zwei im Gedränge davor. Und das Interesse in der Gaststätte des SC Regensburg ist groß. Noch vor dem Gastraum drängen sich die Zuhörer und man hätte wohl problemlos den großen Saal voll bekommen. Subirge nutzt die Gelegenheit, um dieses immer öfter genervt stöhnende Publikum mit allerlei selbstverliebten Witzchen („Maltz-Schwarzfischer, eine Frau wie gemalt.“) zu beglücken, ganz so als würde er seinen Comedy-Flohmarkt bei Radio Charivari oder eine Prunksitzung der Narragonia moderieren. „Lasst mir doch meine Kalauer“, bettelt Subirge irgendwann.

Trotzdem bekommen die über 200 Anwesenden zumindest einen ersten Eindruck davon, wer da am 15. März 2020 zur Wahl steht, wer welche Versprechungen macht für den Stadtteil mit dem höchsten Migrationsanteil, den wenigsten Grünflächen und einer der geringsten Wahlbeteiligungen.

Antworten zwischen ÖDP und Brücke

Vielleicht liegt es an der Sitzordnung, dass dabei insbesondere die beiden Kandidaten herausstechen, die links und rechts außen sitzen und angesichts der Art der Befragung jeweils das Anfangs- oder Schlusswort haben. Auf der einen Seite Benedikt Suttner (ÖDP), der sich ungewöhnlich angriffslustig und zugleich sachkundig zeigt, während er Forderungen aufstellt, die von den Zuhörerinnen mit Applaus, von seinen Mitbewerbern am Podium mit Ablehnung bedacht werden. Insbesondere als er ein Moratorium für die Ausweisung von Gewerbeflächen ins Spiel bringt, um den Zuzug nach Regensburg zu bremsen. Selbst Irmgard Freihoffer (Linke) hält nichts von dieser, das wirtschaftliche Wachstum Regensburgs bremsenden Idee.

Scherzkeks trifft OB-Kandidaten: Wolfgang Subirge und Jakob Friedl.

Auf der anderen Seite Joachim Wolbergs (Brücke), der den sachkundigen, teils großväterlich klingenden Erklärer gibt, anderen Mitdiskutanten mal bescheinigt, dass sie „blanken Unsinn“ reden oder aber, dass man nicht so viel versprechen dürfe, und der seine Statements mit Floskeln wie „das gehört zur Wahrheit auch dazu“ oder „ich bin hier der Spielverderber“ versieht. Gelegentlich, wenn er gerade nicht dran ist, wendet Wolbergs sich an eine kleine Entourage seines Wahlvereins, die sich links von der Bühne versammelt hat, um zumindest diesen zu erklären, dass er mit dem, was da gerade ein anderer Kandidat von sich gibt, nicht einverstanden ist.

„Ich mag solche Veranstaltungen eigentlich nicht.“

„Ich mag solche Veranstaltungen eigentlich nicht“, wendet Wolbergs sich in seinem Schlusswort ans Publikum. Es sei doch viel besser, wenn er den Menschen zuhöre als die ihm. Deshalb werde er in den nächsten Wochen noch einmal allein hierher kommen. Schließlich stamme er ja aus dem Stadtosten und sei auch „ein bisschen bescheidener“ als die anderen Kandidaten. Er mache keine Versprechungen, sondern wolle die Ideen der Bürgerinnen und Bürger hören. „Da können Sie mitmachen.“ Und das sei „eine Riesenchance“.

Freundlichen Applaus bekommt Wolbergs für diese gefühligen Schlussworte, so wie überhaupt jeder Kandidat am Freitagabend zumindest mit wohlwollendem Interesse behandelt wird, wenngleich vieles aus dem umfangreichen Fragenkatalog unbeantwortet bleibt, immer wieder – und hier gibt es durchaus Unmutsbekundungen aus dem Publikum – weg von den Problemen im Stadtteil ein Schwenk hin zur Altstadt gemacht wird, und wenn vieles gleich klingt, gerade, was das Problem des bezahlbaren Wohnraums anbelangt.

Bekannte Rezepte, Selbstlob und Rundum-Versprechen

Die städtische Tochter Stadtbau und genossenschaftliches Bauen stärken, schneller Baurecht schaffen und so viele Flächen wie möglich ausweisen, Nachverdichten und Flächenvergabe nur noch in Erbbaurecht, lauten die Rezepte. Man dürfe nicht den gesamten Sozialwohnungsbau im Stadtosten machen, warnt Horst Meierhofer (FDP). Es gebe sowohl zu wenig Wohnraum als auch zu wenig bezahlbaren Wohnraum, analysiert Stefan Christoph (Grüne).

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) verweist auf die Wohnbauoffensive der Bunten Koalition, auf das, was man in der Prinz-Leopold-Kaserne vorhabe mit mindestens 40 Prozent an gefördertem Wohnungsbau und auf die „großen Potentiale“, die es im Stadtosten gebe. Ihr Koalitionspartner Ludwig Artinger (Freie Wähler) beschränkt sich hingegen weitgehend darauf, auf das zu verweisen, was die Koalition doch alles erreicht habe. Christian Janele (CSB) verspricht, wie bei fast allen Themen, so ziemlich alles, was man versprechen kann und von dem man meinen könnte, dass es gut ankommt, bis hin zum „Goldenen Osten“. Gleichzeitig geißelt er alles mit beißender Kritik, was die Koalition doch versäumt habe. Es fehle „an allen Ecken und Enden“, Schulen platzten „aus allen Nähten“ und überhaupt brauche es „eine andere politische Kultur“, so sein Stakkato, das vor allem die Koalitionäre von SPD, FDP, Grünen und Freien Wählern mit Kopfschütteln und Wolbergs mit vors Gesicht gefalteten Händen zur Kenntnis nimmt.

Astrid Freudenstein (CSU) versucht dagegen, mit ihrer Kompetenz aus der Zeit im Verkehrsministerium zu punkten – man müsse durch eine Stärkung des ÖPNV dafür sorgen, dass auch das Wohnen im Umland attraktiv werde. Von Benedikt Suttner bekommt sie dafür die Rechnung präsentiert, als der ihr entgegenhält, dass da eine sitze, die dafür hätte sorgen können, dass der Stadtosten doch endlich seinen lang ersehnten Bahnhaltepunkt bekommt. Aber getan habe die nichts.

Irmgard Freihoffer erläutert die Problematiken des „Mieterhöhungsspiegels“, die „Umverteilung von unten nach oben“, die sich aus den Richtlinien für geförderten Wohnungsbau ergebe. Damit würden letztlich hohe Mieten subventioniert. Sie verweist auf Wien mit seinem hohen Eigenanteil an Wohnungen als Vorbild. Auch die Bauträgerbranche bekommt verschiedentlich ihr Fett weg – sei es wegen der hohen Gewinnmargen oder der drögen Einheitsarchitektur. Viel Analyse, viel Kritik, viele Details. Vielleicht zu viele.

Alle wollen einen Park am Pürkelgut

Im Grunde alle Kandidaten auf dem Podium geben das Versprechen, sich dafür einzusetzen, aus den Flächen rund um das Schloss Pürkelgut einen weitläufigen Park zu machen. Die Ideen, die man einst für die Landesgartenschau entwickelt habe, könnten dort umgesetzt werden, so beispielsweise die Bürgermeisterin. Bei einem so breiten Konsens dürften der Ankauf der Flächen und die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans denn auch nur noch eine Frage der Zeit sein – egal, wer am Ende gewählt wird.

Ähnliches gilt für die Stärkung des ÖPNV und des Radverkehrs – Mini-Elektrobusse, Fahrradtrassen, Auto- zu Busspuren. Das soll alles im Grunde schon gestern kommen, wenn man den Bekundungen vom Podium glaubt.

Wie war das mit dem Offizierskasino?

Diskussionen gibt es um die Frage, warum das ehemalige Offizierskasino und das Kantinengebäude auf der früheren Nibelungenkaserne an einen privaten Investor verkauft wurden. „Entgegen der Beschlüsse des Stadtrats werden dort keine sozialen Einrichtungen gefordert“, heißt es in dem Fragenkatalog, den der Bürgerverein im Vorfeld an alle Kandidatinnen und Kandidaten verschickt hat. Doch niemand auf dem Podium weiß von einem solchen Beschluss. Diesen gebe es nicht, sagt die Bürgermeisterin. Und auf der Nibelungenkaserne würden ja ein Kindergarten, eine Kita und ein Haus der kleinen Forscher entstehen – alles soziale Einrichtungen, betont sie.

Hier ist sie sich ausnahmsweise mit Joachim Wolbergs einig: „Einen solchen Beschluss hat es in meinen Augen nicht gegeben.“ Und es sei doch klar, dass man dieses Gebäude verkauft habe – die Stadt könne schließlich so etwas „nicht schultern“. Auch Ludwig Artinger sekundiert und verweist einen derartigen Beschluss ins Reich der Fabel, wenngleich Johann Brandl vom Bürgerverein doch immer wieder bekräftigt, dass es diesen gebe und er diesen doch im Vorfeld an alle geschickt habe.

„Hier wird viel über die Zukunft geredet, aber nicht über die Gegenwart.“ Johann Brandl vom Bürgerverein war eine der wenigen kritischen Stimmen.

Aber der Teufel liegt im Detail. Wörtlich heißt es in dem Bebauungsplan für die ehemalige Nibelungenkaserne, es werde dort ein „Sondergebiet Quartierszentrum“ geben. Geplant seien hier: „Hotel, Gastronomie, Nahversorgung, Büronutzung, Einrichtungen für kirchliche, kulturelle, soziale und sportliche Zwecke, untergeordnet Wohnen“.

„Quartierszentrum“ wie gehabt

Während der einfache Bürger beim Lesen dieser Formulierung, die 2016 noch eigens aufgenommen wurde, meinen mag, es handle sich insbesondere bei den „Einrichtungen für kirchliche, kulturelle, soziale und sportliche Zwecke“ um eine verbindliche Vorgabe, wissen kundige Stadträte und Verwaltungsfachleute: Diese Passage ist lediglich eine Auflistung all dessen, was dort bauordnungsrechtlich zulässig gewesen wäre. Eine Festlegung hingegen traf der Stadtrat nicht.

Und so fallen die „Einrichtungen für kirchliche, kulturelle, soziale und sportliche Zwecke“, auf die man beim Bürgerverein gehofft hätte, weg. Es wird ein Nahversorger entstehen, wohl mit einem an eine Bäckerei angeschlossenem Café. Eben das, was auch in anderen solchen Sondergebieten, die von Privatinvestoren bebaut werden, unter dem Begriff „Quartierszentrum“ firmiert (siehe Brandlberg, siehe Dörnberg, siehe Candis, siehe Marinaquartier…).

Ingo Frank, OB-Kandidat der Partei „Die Partei“, will Joachim Wolbergs wieder zum Dritten Bürgermeister machen…

Ribisl-Kandidat Friedl verspricht vor diesem Hintergrund, einen Untersuchungsausschuss einsetzen zu wollen, um die Hintergründe des Verkaufs des Offizierskasinos zu klären, sollte er zum Oberbürgermeister gewählt werden. Das Schlusswort an dem Abend bleibt aber dann dem Oberbürgermeisterkandidaten der Partei „Die Partei“ vorbehalten, die 2020 ebenfalls zur Kommunalwahl antreten will. Ingo Frank verspricht, die Steinerne Brücke wieder für Autos zu öffnen und im Falle eines Wahlsiegs, Joachim Wolbergs wieder zum Dritten Bürgermeister zu machen. „Ist doch klar.“ Ein weiterer, der an diesem Abend so zahlreich gesetzten Kalauer. Über den können dann aber zumindest manche lachen.

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Kommentare (38)

  • Piedro

    |

    „Es sei doch viel besser, wen er den Menschen zuhöre als die ihm. “
    DER war gut!

    „Astrid Freudenstein (CSU) versucht dagegen mit ihrer Kompetenz aus der Zeit im Verkehrsministerium zu punkten…“
    DER ist noch besser!

  • Barbara Mederer

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    Ein Abend, o weh.
    Leider wurde an dem Abend viele Chancen verpasst. Sitzreihenfolge falsch. Keine wirklich alternativen Kandidaten. Moderator überfordert. Veranstalter war wohl zu optimistisch. Veranstaltungsort zu klein….

  • R.G.

    |

    Gratulation zur gelungenen Veranstaltung!

    Zum Thema Wiener Gemeindebau!
    Der ist in Wien in Gefahr. Von allen seiten steigt der Druck.
    Mit der ersten Konservativ-rechts Regierung begann man Anlagen zu verkaufen, seit Jahrzehnten wurde keine mehr gebaut. Erst jetzt eröffnete man wieder eine.

    Die menschlich-integrative Kraft des Gemeindebaues lag darin, dass ehemals Wohnberechtigte nach Erlangung einer besseren Stellung weiter da wohnen blieben. In den Siebzigern holte man eigens aus dem Medien bekannte Künstler und angesehene Akademiker als Mieter in die Häuser, um das schlechte Ansehen zu heben.

    Nun sollen Besserverdienende unter der Behauptung, das diene der Gerechtigkeit, mehr bezahlen müssen, wie am freien Wohnungsmarkt. Das würde entweder zum Auszug führen, oder wenn sie dann doch bei höheren Kosten in den Wohnungen blieben, natürlich zum Steigen des allgemeinen Mietspiegels in Wien, und zu einer Veränderung des Wohnkonzepts zum Ghetto der sozial Schwachen. Bitte also vorsichtig mit pauschalisierenden Vergleichen sein!

    Auf dieser Seite kann man einiges zum Wiener Gemeindebau bzw. über die Voraussetzungen zur Erlangung einer Wohnung lesen.

    https://www.wienerwohnen.at/wiener-gemeindebau.html

    Geringverdiener können als Gemeindebaumieter bestimmter Anlagen einer Wohn- oder Mietbeihilfe fähig sein, das ist eine zusätzliche Subjektförderung, die neuerdings direkt an die Verwaltung überwiesen wird.

  • R.G.

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    Noch zum Wiener Gemeindebau.
    Hier die Liste:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Wiener_Gemeindebauten

    Eine gewisse Einfachheit ist durch die restriktiven Vorgaben bezüglich Wohnungsgröße und optimale Grundstücknutzung gegeben, aber die Fassaden unterscheiden sich doch deutlich, wie bei der Liste ersichtlich, da man unterschiedlichen Planerteams den Zuschlag erteilt. Eintönigkeit wird dadurch vermieden.
    Ein großer Teil der früheren Anlagen steht unter Denkmalschutz.

    Es gibt noch Wohnungen gemeindenaher Genossenschaften, geförderte Bauten, bei denen ganz oder teilweise die Zuweisung nach bestimmten Kriterien erfolgt.

    Achtung, wenn vom Wiener Sozialen Wohnen gesprochen wird, kann ein vom Architekten Harry Glück geprägter Begriff gemeint sein. Das ist nicht mehr ganz billig. Aber die Mieter seiner „Sozialen“ Architektur gehörten zu denen mit der größten Wohnzufriedenheit.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Gl%C3%BCck_%28Architekt%29

  • Bürni

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    An die Redaktion: die Kandidatin der Linken ist in der ersten Bildunterschrift nicht genannt. Sie sitzt aber doch neben Wolbergs, oder?

  • Piedro

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    @R.G.
    „Zum Thema Wiener Gemeindebau!
    Der ist in Wien in Gefahr. Von allen seiten steigt der Druck.“
    Wenn es nach den Türkislingen geht werden die Gemeindebauten verkauft. Das passt zu der neoliberalen Agenda des Herrn Kurz, der in kurzer Zeit schon gewaltigen Schaden angerichtete hat – außer für Konzerne und Superreiche, die haben von dieser Regierung in nie gekanntem Ausmaß profitiert.

    https://kontrast.at/gemeindewohnungen-privatisieren-oevp/

  • dünnster Künstler

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    Ich hatte eingangs nur 3 Minuten, die ich bei meiner Vorstellung schnellsprechend voll ausgeschöpft und etwas überzogen habe. Hier meine Stadtteil-Spickzettel von gestern:

    Hier das Skript meines Redebeitrags, die Nibelungenkaserne betreffend:
    nachzulesen auch hier samt Malplakat: https://ribisl.org/kultur-casino-statt-leerstand-auf-dem-nibelungenareal/

    Zur Prinz Leopold Kaserne hatte ich in diesem Zusammenhang auch noch etwas zu sagen:
    https://ribisl.org/oeffnung-der-prinz-leopold-kaserne/

    Redebeitrag zum Plakat „Hieronymus Bosch“ das ich auch mitgebracht hatte: https://ribisl.org/hieronymus-bosch-markt-am-bahnuebergang-soziale-stadt-inner-suedosten-ohne-raum-fuers-buergerbeteiligungsbuero/)

    Zur Nibelungenkaserne:
    Der Verkauf der Gebäudekomplexe Casino und Kantine in der Nibelungenkaserne an einen privaten Investor (IZ?) ist eine Schande für Stadtregierung und Verwaltung! Diese Vorgänge, bei denen nicht einmal der Bürgerverein Süd Ost noch durchblicken kann, sollten durch eine Untersuchungskommission beleuchtet werden. Die Gebäudekomplexe sollten, wenn irgendwie möglich, wieder von der Stadt erworben werden, denn sie eignen sich z.B. bestens für ein öffentlich zugängliches und durch Vereine selbstverwaltetes und bestenfalls auch in Eigenregie* saniertes soziokulturelles Quartierszentrum in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem von Tretzel neu bebauten Nibelungenareal. * in Eigenregie z.B. mit entsprechenden Förderungen durch eine Genossenschaft, siehe z.B. https://www.fux-eg.org/fux-eg/die-geschichte-der-victoria-kaserne/

    Was für eine Chance wurde hier vertan!
    –> Unmittelbar hinter dem Casino befindet sich die neue FOS/BOS,
    –> unmittelbar hinter dem Kantinengebäude baut die Stadt Regensburg ein „Informations- und Erlebniszentrum für die Energieagentur, mit Schülerforschungszentrum und Kindertageststätte“.
    –> Unmittelbar unterhalb dieser Gebäudekomplexe führt der neue Vorzeige-Radweg durchs Grüne von der Tech Base zum Integrationsgarten von Campus Asyl,
    –> weiter an der nun selbst geformten, auf interessante Weise verschärften BMX-Bahn,
    –> dem selbstorganisierten Bauspielplatzprojekt, dem Skatepark und dem JUZ vorbei.

    Ober und unterhalb befinden sich zudem Sportplätze. Die Reste der Nibelungenkaserne sind oder wären ein ideal eingebetter Ort für ein selbstverwaltetes Kulturzentrum, verwaltet z.B. durch einen Hausverein! Hier könnte eine große Spielstätte des Projektes „Haus für Engagement“ (Bündnis um das Evangelische Krankenhaus und weitere mögl. Orte!) entstehen: Hilfsangebote, Vereine, Kantine, soziale Projekte, Werkstätten, Kunst und Kultur, Proberäume und Bühnen.

    Dabei fehlte es ja nicht an guten, gut durchdachten Vorschlägen. Seit 2014 hängt an der Kantine ein Banner, das an das damalige groß aufgezogene „Baufest“ erinnert, bei dem unterschiedlichste, hoch qualifizierte Akteure eingebunden waren (siehe Link!). Aber: Entsprechende Strukturen für gemeinsames, sich verstetigendes Handeln sind danach offenbar nicht entwickelt worden. Zum Zeitpunkt des Baufestes befanden sich das Casino- und das Kantinengebäude in noch in städtischem Besitz….?!

    Wenn Kultur nur diese Rolle zugedacht ist, schön zu denken, jedoch keine Konsequenzen zu ziehen, dann ist der Weg auch nicht mehr weit zur teuer bezahlten Beteiligungsfolklore rund um ein RKK (und in anderer Form auch um das begrüßenswerte Projekt Soziale Stadt vergl. Artikel zum Plakat)

  • Julian86

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    Zur angeblich aus der Ministeriums-Mitarbeit gewonnenen „Kompetenz“ der Frau Dr. Freudenstein

    Bericht des Bundesrechnungshofs – Maut-Skandal – Langfassung, Seite 38, 3. Absatz in Verbindung mit Fußnote 46

    https://www.bundesrechnungshof.de/de/veroeffentlichungen/produkte/sonderberichte/langfassungen-ab-2013/2019/2019-sonderbericht-feststellungen-zur-finanzwirtschaftlichen-entwicklung-des-bundes-zeit-der-anstrengungslosen-konsolidierung-geht-zu-ende-pdf

    Wird der „Berg an Vorwürfen“
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=55679
    in der Causa Maut im Rahmen des demnächst beginnenden Untersuchungsausschusses auch auf Frau Dr. Freudenstein „niedergehen“? Sie hatte zur fraglichen Zeit eine tragende Führungsrolle im Ministerium des CSU-Mannes Scheuer.

    Bot der Info-Abend keine Möglichkeiten, die CSU-OB-Kandidatin zu ihrem Tun und Unterlassen in diesem Millionen-Maut-Skandal zu befragen?

    Man lese dazu
    https://www.focus.de/auto/news/verstoesse-gegen-vergaberecht-bundesrechnungshof-ruegt-scheuer-fuer-verunglueckte-pkw-maut_id_11300446.html

    Man lese auch vom Bundesrechnungshof:
    2019 Bericht – Stand der Korruptionsprävention im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur
    12.09.2019
    https://www.bundesrechnungshof.de/de/veroeffentlichungen/produkte/beratungsberichte/2019/2019-bericht-stand-der-korruptionspraevention-im-geschaeftsbereich-des-bundesministeriums-fuer-verkehr-und-digitale-infrastruktur

    Was qualifiziert Frau Freudenstein insoweit als OB-Kandidatin, vor dem Hintergrund der in Regensburg laufenden Ereignisse, die enge Kooperation Wirtschaft und Verwaltung/Politik betreffend?

  • R.G.

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    @Barbara Mederer
    „Ein Abend, o weh.
    Leider wurde an dem Abend viele Chancen verpasst. Sitzreihenfolge falsch.“

    Ein Anfang ist ein Anfang, ist ein Anfang.
    Sie können die hoffentlich von Ihnen bald geplante Veranstaltung in den Kritikpunkten gerne verbessern.

    „Keine wirklich alternativen Kandidaten.“
    Dafür kann der Veranstalter nchts. Stellen Sie sich doch als Kandidat auf oder sponsern Sie andere!

    „Moderator überfordert.“
    Ein Moderator, der mitunter peinlich dahinwitzelte, wäre in einem Saal, wo der cholerische Ausbruch eines – oder schlimmstenfalls mehrerer – Kandidaten befürchtet werden kann, eine professionelle (!) Methode der De-Eskalation.

    „Veranstalter war wohl zu optimistisch.“
    Er war und ist ein Mensch, der einen politischen Diskurs ermöglichte. Auf jeden Fall eine gute Absicht, Bürgerbeteiligung zu organisieren. Freundlichen Dank dem Gastgeber bzw. Veranstalter (so lehrt es die gute Kinderstube) !

    „Veranstaltungsort zu klein….“
    Haben Sie schlechte Laune gefrühstückt?
    Bei mir hieße das: „Wunderbar, die Leute dieses Stadtteils! Sie schafften es, mehr Menschen zu mobilisieren, als in den Saal passten. Man müsste sich deren Idee in den anderen Stadtteilen abkupfern.“

  • Stefan Aigner

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    @Bürni

    Danke. Ist ergänzt.

  • Johann Brandl

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    BÜSO-Veranstalter:
    Zunächst herzlichen Dank an RD für diesen umfangreichen und den Abend gut wiedergebenden Bericht.
    Als wir vor 12 Jahren das erste Mal eine kleinere Art von OB-Kandidatenvorstellung organisierten kamen knapp 50 vor sechs Jahren ca. 100 BürgerInnen.
    Dass das Interesse 2019 so hoch ist, war für uns so nicht absehbar, macht uns aber natürlich ein bißchen stolz mit diesem Format das Interesse so vieler Menschen geweckt zu haben.
    Es tut uns natürlich leid, dass Dutzende von BürgerInnen enttäuscht nach Hause gingen, weil sie nicht einmal einen Stehplatz im Vorraum fanden und auch für diejenigen, die mit der Akustik und dem Sitzangebot haderten.
    Ein einziger Abend kann die vielschichtigen Probleme des Süd-Osten nicht lösen!
    Wir sind sehr zufrieden, dass dieThemen des im vorab verschickten Fragebogen von den OB-Kandidaten nun verstärkt wahrgenommen werden.

    Unser Dank geht an den Moderator Wolfgang Subirge und alle KandidatInnen die sich sehr wacker an diesem Abend geschlagen haben.

    Am 22. November veranstaltet übrigens die Stadt selbst den zweiten Teil des Bürgerdialogs für das Kasernenviertel in der –sehr großen- Aula der FOS/BOS (Fort-Skelly-Straße 31). Dort können sicher Themen die am 8.11 nicht oder zu wenig besprochen wurden aufgegriffen und weiter diskutiert werden.
    Bitte nehmen Sie auch daran teil.

  • Queen of Suburbia

    |

    Die Idee eines Moratoriums bzgl. der Ausweisung von Gewerbeflächen hat mich echt überrascht, deshalb habe ich mir mal den genauen Wortlaut des ödp-Antrags durchgelesen. Für alle, die er ebenfalls interessiert:
    https://www.oedp-fraktion-regensburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachrichtendetails/news/wohnungsnot-an-der-wurzel-packen/

    Die herablassenden und stellenweise ausgesprochen dummen Reaktionen auf diesen eigentlich sehr klugen Antrag im letzten Planungsausschuss, insbesondere seitens der jetzigen Koalition, waren erwartbar. Deshalb freut es mich zu lesen, dass Herr Suttner für seinen Vorschlag zumindest vom Publikum Applaus bekam.

    Auch wenn der Antrag im Planungsausschuss zunächst abgewiesen wurde, fände ich die Möglichkeit einer Diskussion ausschließlich zu diesem Thema mit Vertreter/innen der ödp und interessierten Bürger/innen lohnenswert.

  • Tony

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    Wo ist die Legende Bora Ataman????

    Bora Ataman wäre besser geeigent als OB für die Stadt Regensburg,er ist einer von uns einer vom Volk.

    Es lebe die Freiheit.

  • R.G.

    |

    @Queen of Suburbia
    „Die herablassenden und stellenweise ausgesprochen dummen Reaktionen …. waren erwartbar.

    Ja, sie sind, wenn man sich sprachlich nicht herablässt, wirklich erwartbar.
    Wichtig ist, die Leute beim vorhandenen Problem abzuholen, ehe man etwas vorschlägt, und es in einfachen, möglichst deutschen Umgangsworten zu tun.

    Das Problem.
    Die Menschen brauchen ein Dach über dem Kopf und eine Arbeit, von der man leben kann.
    Was geschieht, wenn man einige Jahre viele Gewerbeflächen wie… und …baute? Nützt es den Regensburgern wirklich?
    Dann werden noch mehr … in die Stadt fahren, viele davon werden eine Wohnung suchen, aber gerade davon gibt es jetzt schon viel zu wenig/mit dem Gehalt eines/einer … nicht bezahlbare. Die Mieten werden dadurch noch mehr steigen.
    Außerdem müssen Straßen, Kindergärten usw. gebaut werden, die Investitionen dafür können viel höher sein als die Einnahmen für die Stadt.
    Wichtig wäre eine echte, soziale Stadtplanung, bei der man das alles schon vor dem Auftreten der Probleme bedenkt.
    Wir fordern daher, bis man mit ……..und …. nachgekommen ist, sollten außer kleinen Firmen und … keine Gewerbeflächen…..
    Wir denken, ein Zeitraum von drei Jahren wäre richtig, um …das vernachlässigte …-Problem der fehlenden …noch rechtzeitig in den Griff zu bekommen.

    ÖDP möchte, dass, was man als Vorteil für die Stadt anpreist, sich unterm Strich auch wirklich für die Einwohner rechnet.

  • Mr. B.

    |

    @Piedro vom
    9. November 2019 um 22:25| #
    Und noch ein Blick nach Österreich:

    https://kontrast.at/schwarz-blau-und-die-immo-lobby/

    „Dagegen ist das „Regensburger Kartell“ ein Lärcherlschaß.“

    Ich finde nicht, dass das „Regensburger Kartell“ ein „Lärcherlschaß“ ist.
    Ihr Bericht bezieht sich auf die Bundesregierung in Österreich. Wien hat allein, so glaube ich, die 9 fache Einwohnerzahl von Regensburg.
    Durch das, was im Regensburger Prozess bisher von R-D sachlich berichtet und dadurch erst bekannt wurde, brauchen sich ja die Gewählten der Stadt auch nicht zu verstecken. Ich glaube schon, dass sie im Verhältnis auch sehr gut dabei waren!!!
    Und…wir sind ja nicht in Österreich , sondern in Deutschland -Bayern, wo u. a. auch oberstes Ziel der Regierungen ist, die Korruption auf breiter Fläche (nicht nur in der freien Wirtschaft) zu bekämpfen! Oder sind das auch sog. Fake-News! Ich erinnere z. B. an -ich glaube die Deutsche Bank wars-, eigene Korruptionsrichtlinien um wieder ein besseres Ansehen in der Öffnetlichkeit zu erhalten um dann genauso weiterzumachen wie zuvor!

  • dünnster Künstler

    |

    Joachim Wollbergs sagt zum Verkauf der großen Kasino- und Kantinen-Gebäude auf dem Nibelungenareal es sei doch klar, dass man dieses Gebäude verkauft habe – die Stadt könne schließlich so etwas „nicht schultern.“ -Für ein Fußballstadion oder ein RKK reicht das Geld dann aber doch schon. Nun gehören die zentralsten Gebäude auf dem Nibelungenareal einem Investor und stehen seit 5 Jahren ungenutzt leer. Gertrud Malz Schwarzfischer befindet wiedereinmal dass es bereits ein sehr gutes Angebot im Stadtteil gebe….

    Die Stadt baute die Schulen, die Wohn-Häuser der Tretzel und die zentralen Gebäude Kasino und Kantine, die sich für eine selbstorganisierte kulturelle und soziale Nutzung durch Vereine eignen wurden an das IZ verkloppt – vermutlich recht billig.

  • Giesinger

    |

    Hat der von Jabob Friedl, dem Ribislkönig an vorderster Front getragene Schal etwas zu bedeuten?

    Etwa gar etwas spezifisch Regensburgerisches?

  • gustl

    |

    @Johann Brandl – wird es die Antworten und (leeren) Versprechungen der OB-Kandidatinnen und Kandidaten irgendwo zum Nachlesen geben, oder habe ich den Link irgendwo übersehen?

  • Mr. B.

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    Bitte kann mir mal jemand erklären, was es in der Sache mit dem Verkauf des Casino- und Kantinenareals auf sich hat? Wann wurde es verkauft und wer hat von der Stadt den Zuschlag erhalten?
    Danke!

  • R.G.

    |

    1.) Der Gemeindebau von Wien taugt nicht als sicherer Vergleich. Schon eine einzige Immobilenbranchen-freundliche Entscheidung kann die dortige soziale Sicherheit empfindlich negativ beeinflussen. Die österreichischen Medien berichteten laufend, der junge Kanzler Kurz sei im Wahlkampf zum größten Teil von der Immobilienwirtschaft gesponsert worden…Man müsse sich da nicht wundern, wenn seine Politik investorenreundlich se .
    Die Erkenntnis für Regensburg: Es genügt kein flüchtiger Blick irgendwohin. Überall versucht die Immobilienwirtschaft die Politik zu beeinflussen.

    2.) Sehen wir uns am Beispiel Linz an der Donau an, was die Ökodemokraten ansprachen, das notwendige Gleichgewicht zwischen Wohnangeboten und Arbeit in räumlicher Nähe, um die Mieten „leistbar“ für die Arbeitnehmer halten zu können.
    Das Angebot an älteren „Gemeinde“- bzw. geförderten Genossenschaftswohnungen ist in der Arbeiterstadt Linz wiederum groß (Es gab nach dem Weltkrieg Objekt- und Subjekt-Förderungen, die an Mietpreis“bindungen“ geknüpft waren) .
    Ganze Stadtviertel entstanden unter dem Diktator.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hitlerbauten
    Nach dem Krieg war der Anteil an Genossenschaftswohnbauten für Miete und/oder Eigentum groß.

    Jedoch besteht in jener Stadt inzwischen ein enormes Missverhältnis zwischen Arbeitsplätzen und vorhandenen Wohnungen.
    https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/linz/Jeder-dritte-Pendler-benoetigt-mehr-als-45-Minuten-zur-Arbeit-nach-Linz;art66,3018714
    Es „pendeln“ also täglich in eine Stadt mit bald 206 000 Einwohnern über 100 000 zum und vom Arbeitsplatz.
    Logisch, dass der Druck auf den Wohnungsmarkt daher sehr groß ist, Mietsteigerungen bilden das direkt ab.

    Fazit: Nur ein ganzes Bündel an Maßnahmen = das Zusammenwirken mehrerer Parteien im Bemühen um niedrigere Mieten, kann die Entwicklung in Regensburg wieder stoppen. (Das wird gerüchteweise so lange nicht der Fall sein, als man zu Investoren aus dem Immobilienbereich um Spenden für den Wahlkampf betteln geht.)

    Veränderungen zur wieder menschengerechteren Stadtentwicklung unter anderem:
    durch Verhinderung des Ausverkaufs der Stadt an Fremde – in Orten mit auf große Zahlen ausgerichteten = Massentourismus, eine akute Bedrohung!- ..

    Gleichgewicht zwischen Arbeitsplätzen und zu den Löhnen der heimischen Arbeitnehmerinnen passenden Wohnangeboten….

    ….in räumlicher Nähe zum Arbeitsplatz

    Bau von Gewerbeflächen/Arbeitsplätzen, für die es im Raum Regensburg auch die passenden Arbeitnehmer gibt

    Gewerbeflächen, die möglichst viele VOLLZEIT-Arbeitsplätze schaffen, bzw. Teilzeitstellen, von deren Gehalt eine Kleinfamilie wohnen und leben kann

    Statt Massentourismus, Förderung eines Tourismus, der Vollzeit-Arbeitsplätze schafft, s.o.

    Augenmerk auf Wertschöpfung in der Region…

    u.v.a.m.

  • Monetäre Kriterien

    |

    Das erwähnte Moratorium (Stillhalteabkommen) wäre ein guter Beitrag zur allgemeinen Entschleunigug. Damit wir uns alle mal in Ruhe darüber klar werden können, was wir hier eigentlich tun.

    Als ebenso sinnvoll erachte ich eine Diskussion über unser allerliebstes Kulturgut: die heiligen Arbeitsplätze. Damit verbunden auch gerne mal die Frage, ob der Arbeitslohn eigentlich nur eine Art Aufwandsentschädigung sein soll, oder ob er auch sämtliche Grundbedürfnisse abzudecken hat.

    Laut dem o.g. Moratorium wäre Kleingewerbe weiterhin möglich. Das passt doch zu der Idee, dass v.a. die hiesige Bevölkerung geeignete Verdienstmöglichkeiten haben sollte.

    Erleben wir nicht gerade wie ohnmächtig einen Wandel (oder Zeitenwende), der danach schreit die Arbeit neu zu denken? Wieso dann künstlich sog. „Arbeitsplätze“ schaffen? Das gestalten einer Stadt und ihrer wie-auch-immer-gearteten Marktwirtschaft obliegt doch eigentlich der Bevölkerung, ihren Bedürfnissen, Fähigkeiten und Ideen.

    Hier schreibt einer dem so altbackene Null-Aussagen wie „…und wer soll das alles zahlen?“ oder „…und was wird dann aus den Arbeitsplätzen?“ zu den Ohren raushängen.

  • XYZ

    |

    Das dritte Foto mit allen neun Kanditaten von hinten sagt bildlich aus: Sie reden frontal in den Zuhörerraum was sie alles bei ihrer Wahl machen wollten/könnten. Die Zuhörer haben zu schweigen.
    Es geht auch anders, wenigstens stadtteilsbezogene Probleme in regelmässigen Bürgerversammlungen anzusprechen, der Bürger hat des öfteren gar nicht so dumme Ideen. Etwa zur Nutzung des ehemaligen Kasino- und Kantinen-Gebäudes auf dem Nibelungen-Areal.
    Das ist woanders bewährte Praxis.

  • R.G.

    |

    @Monetäre Kriterien
    Man braucht keinen katholischen Teufel zu bemühen, den trägt jeder Jungpolitiker bei sich. Im Fremdwörterbuch.

    Am konkreten Beispiel.
    Jemand Jüngeres rechnet nach und entdeckt, dass die bisherige Regensburger Politik zwischen auskömmlichen Arbeitsplätzen und zum Gehalt passenden Wohnangeboten jetzt schon ein krasses Missverhältnis geschaffen hat.

    Den Witz von Entscheidungsträgern, man müsse nur die Verkehrsprobleme lösen, unter anderem die Öffentlichen ausbauen, damit im Landkreis billiger Wohnenden gut zu ihren Betrieben in die Stadt kommen, hat er längst entlarvt, denn es gibt einfach zuwenig Wohnraum der passenden Preisklasse weitum. Und Straßen, Parkplätze, Schulen, Kindergärten etc. für die in der Stadt arbeitenden/angestellten Massen müssen trotzdem geschaffen werden für die „Einpendler“.

    Er stellt klug fest, man müsste dringend nachholen, was da versäumt wurde, nämlich genau hinsehen, welche Probleme man vor lauter Bauen nach der Idee von Immobilienleuten, dem Volk geschaffen hat.
    Das bedeutet für die Politik, endlich hart an den wirklichen Problemen arbeiten, kein bauwütiger Kini-Verschnitt werden, der die Folgen seiner Entscheidungen nicht bedenken mag.

    Dann kommt die Falle, der Femdwort-Teufel.
    Er greift, um kompetent zu wirken, auf ein Lieblings-Umdrehwort der Politiker zu: „Moratorium!“
    Klingt unheimlich studiert.
    Bedeutet jedoch das Gegenteil dessen, was er ursprünglich dachte.
    Er wünscht sich wirklich nicht, dass man noch einige Jahre stille hält, oder so tut, als ginge es ihm nur um das Verbot, Regensburg zur zubetoniertesten Fläche Deutschlands zu machen. Nein, er möchte, dass Politiker endlich das tun, wofür sie eigentlich dagewesen wären, Einzelentscheidungen in Beziehungen zueinander setzen, sehen welche Folgen etwas für die Bürger der Stadt hatte, und schnellstens nachholen, wo man säumig war, so in der Schaffung eines gesunden Gleichgewichts zwischen Arbeitsplätzen und passenden Wohnungen, zwischen irgendwelchen niedrig entlohnten Arbeitsplätzen und auskömmlichen, zwischen der Gier reicher Ausländer nach Zweit- und Drittwohnungen und dem Wohnbedarf der hier abeitenden und Steuern zahlenden „Sesshaften“.

    „Das erwähnte Moratorium (Stillhalteabkommen) wäre ein guter Beitrag zur allgemeinen Entschleunigug.“
    Ein bloßes Stillhalteabkommen beschleunigte die Katstrophe.

    „Damit wir uns alle mal in Ruhe darüber klar werden können, was wir hier eigentlich tun.“
    Ja, Reden, Handeln, Fachkompetenz entwickeln, Gemeinschaft bilden, um zusammen Zukunft zu bauen, das muss man schlechtreden! Meditieren wir zwei, drei Jahre, stellen wir unsere ganze Jugend noch viele Monate wie Autisten jeden Freitag auf die Straße, lassen wir sie aus lauter Angst depressiv stillehalten. Bis sie ihre Begabungen vergessen hat.

    Das Moratoriumslied:
    Schlaft, Kindlein schlaft…

  • Giesinger

    |

    Damit wir jetzt alle drei Bilder und hierzu subjektiv empfundene Aussagen komplett haben, nun noch zu Bild eins vom Publikum aus betrachtet.

    Bemerkenswert ist der große Abstand des Oppositionspolitikers Benedikt Suttner zur Bürgermeisterin.
    Nach links wird es dann immer enger, die Frau Freihoffer (auch Opposition) wirkt da voll eingekeilt, fast schon zusammengedrückt.
    Hoffentlich ist es nur die Perspektive durch das Bild. (Meine schwache Hoffnung).

  • Burgweintinger

    |

    @ Giesinger

    Es ist nur die Perspektive…

    Man kann aber auf diesem besagten Bild gut erkennen, wer die Nase am höchsten trägt…, und das liegt sicherlich nicht an der Perspektive…

  • Monetäre Kriterien

    |

    @R.G.:

    Ich kann Ihren Ausführungen schlecht bis gar nicht folgen.

  • Giesinger

    |

    @Burgweintinger

    Nach dem Desaster der bunten Koalition und deren Unwillen, komplett zurück zu treten, darf sich Frau Freudenstein das aber doch trauen!

    @Julian86: Sie müßen nicht gleich intervenieren, es reicht noch ein paar Wochen später.

  • Johann Brandl

    |

    @gustl
    @Mr. B.
    @Park am Pürkelgut
    1.Nachdem einige KandidatInnen bereits mit dem Verschicken des Fragebogens die Weitergabe an Dritte untersagt haben und andere den Wunsch äusserten dies nicht zu tun, halten wir uns auch daran.
    Wir werden jetzt an die KandidatInnen die Anfrage starten, ob der eine oder andere einer Veröffentlichung zustimmt. Evtl. stilistisch etwas überarbeitet…
    Bitte in ca. einer Woche auf unsere homepage gehen, wir würden es dann dort veröffentlichen. http://www.bueso-regensburg.de
    Danke.
    2. Frage: ….Verkauf des Casino- und Kantinenareals auf sich hat? Wann wurde es verkauft und wer hat von der Stadt den Zuschlag erhalten?
    Da tappen alle im Dunkeln, lt Schreiben der Stadt vom 28.6.19 dürfen diese …..“aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht weiter gegeben werden“…..
    3. Das Pürkelgut inkl. Umgriff ist bereits seit längerem nicht mehr im Eigentum der „Fürstin“ -letzter Stand war Immobilien Zentrum.
    Welcher Park wird in 500m Entfernung gerade platt gemacht?

  • Wolfgang Subirge

    |

    Ich danke dem Kollegen Aigner für die Berichterstattung über die stattgefundene Veranstaltung am 08.11.19
    Hier wird eindrucksvoll dargestellt, wie der Abend abgelaufen zu sein scheint.
    Für das anwesende Publikum in weiten Teilen informative Podiumsgespräch, waren manche „Kalauer“ nach Bekunden sehr erfrischend.
    Anders empfundene Wahrnehmungen, etwa eines Herrn Aigner, mag es gegeben haben. Und das ist auch gut so.
    Die Veranstalter hatten den Mut, gegen eine geballte Politik-Kompetenz, den Witz eines Radiomoderators zu stellen mit dem Hintergedanken, eine „trockene Faktenverlese“ aufzulockern
    Dies mag in Momenten ungewöhnlich angemutet haben.
    Hier den Bogen zu meiner „Flohmarkt-Show“ zu suchen, ist allerdings traurig. Ich versuche den Begriff „Dumm“ zu vermeiden.
    Wobei dieser fast schmeichelhaft wäre, wenn man weiß, dass ich die „charivari-Flohmarkt-Show“, auf die mich der Autor hier zu reduzieren versucht, von mir seit bereits über 10 Jahren nicht mehr moderiert, und insgesamt seit über 5 Jahren nicht mehr ausgestrahlt wird.
    Deshalb nur als wohlgemeinter Tipp an den Kollegen Aigner:
    Bloßes „googeln“ ist kein Ersatz für Recherche.

    W.Subirge

  • Mr. B.

    |

    Zu Johann Brandl
    12. November 2019 um 15:55| #
    Danke für Ihre Ausführungen!

    Es scheint dann also so, dass wieder einmal „Gemeingut“ von den Verantwortlichen der Stadt an die Immo-Haie verkauft wurde, oder irre ich mich da?
    Was hat das aus Sicht der Stadtverantwortlichen mit Datenschutz zu tun? Die haben hier ja schließlich nicht ihre eigenen privaten Grundstücke verkauft, oder?
    Hoffentlich liest auch hier die Staatsanwaltschaft mit. Es könnte ja schon wieder zumindest ein Anfangsverdacht…….. bestehen?
    Ich schreibe das so, weil ich kein Freund von Oligarchie bin! In einer Demokratie sollte das nicht von wenigen Einzelnen geheim gehalten werden dürfen, zumal hier ja auch wieder zumindest Grauzonen-Bereicherung im Raum stehen könnte!

  • Mr. B.

    |

    Wolfgang Subirge
    12. November 2019 um 18:12| #

    Sehr geehrter Herr Subirge, wenn Sie, wie ich, die Regensburger Medienlandschaft im Gesamten schon seit sehr, sehr vielen Jahren verfolgen, dann wird Ihnen persönlich aber
    auch nicht entgangen sein, dass R-D zu Mittelbayerischer Zeitung, Wochenblatt, Rundschau, Blitz, Charivari, TVA, Stadtzeitung… das einzige Medium ist, dass sachlicher umfassender, unabhängiger und neutraler formuliert und informiert! Das beste Beispiel für mich ist hier die Berichterstattung zum 1. Korruptionsprozess.
    Denn für mich zählen alle Fakten!

  • R.G.

    |

    Sehns’s Herr Wolfgang Subirge, Sie haben die Antwort schon gegeben, bevor mir die Frage noch eingefallen wäre;
    Schafft es der Herr Aigner, ganz ohne Gage einen Moderator von Weltformat wie den Subirge in seinem Blog was schreiben zu lassen?

    Er ist ein Fuchs! ; )

  • dünnster Künstler

    |

    @Johann Brandl
    Ribisl schickt dem BüSo gerne Antworten auf den Fragebogen – zur Veröffentlichung.
    Unsere Position zu Punkt 7 finden sich in oben stehendem Kommentar. Obwohl wir nicht eingeladen waren, haben wir uns doch kurzfristig auf die Veranstaltung vorbereitet und konnten kurz inhaltlich Stellung beziehen. Gerne tun wir das auch schriftlich zu den weiteren Fragestellungen.
    Im Sinne der Gleichbehandlung wäre es nur konsequent, wenn der BüSo auch uns anschreiben und unsere Positionen veröffentlichen würde. Wir freuen uns schon auf die ausführlichen Antworten der anderen Parteien, denen wir teilweise bereits Material zum Abschreiben gegeben haben. ;-)

  • „Park am Pürkelgut“

    |

    @Johann Brandl: na, ob der Haufen Kohle nun der „Fürstin“ oder dem IZ oder sonst wem gezahlt wird, spielt doch keine Rolle. Es bleibt dabei: Es wird ein Haufen Kohle gezahlt.

    Der besagte Park ist in dem Link zu finden.

    Und zum Glück wird er nicht gerade platt gemacht, sondern – wie da steht – soll das passieren, die Stadtverwaltung hat das vor.

  • R.G.

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    Nochmals zu:
    „Irmgard Freihoffer erläutert die Problematiken des „Mieterhöhungsspiegels“, die „Umverteilung von unten nach oben“, die sich aus den Richtlinien für geförderten Wohnungsbau ergebe. Damit würden letztlich hohe Mieten subventioniert. Sie verweist auf Wien mit seinem hohen Eigenanteil an Wohnungen als Vorbild.“

    Die vergangenen Tage habe ich versucht, mir ein Bild von den Wohnungsgrößen zu machen, vergleichend Städte in Bayern oder Hessen, und österreichische mit hohem Anteil an Gemeindewohnungen, voran Wien und Linz. Dabei fiel mir die geringere Wohnungsgröße in Österreich auf.
    Falsch ist die Gleichsetzung des deutschen Begriffs von Sozialwohnung mit Wiener Gemeindebau, letzerer war ursprünglich als Arbeiterwohnungen treffend bezeichnet. Der Modebegriff „leistbares Wohnen“ermöglicht dagegen Augenauswischerei, denn irgendjemand kann sich selbst die teuerste Wohnung leisten.

    Der Wiener und Linzer ( durchwegs ältere) Gemeindebau bietet eine Wohnung mit drei Zimmern = Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, ev. plus Kochnische und Winzigbad mutmaßlich durchschnittlich auf 48-70 m2 Fläche (Altwohnungen häufig immer noch höchstens mit Duschmodul in der Küche, erst bei Neuvermietung wird nachgerüstet).
    Im gewinnbringenderen (meist jüngeren, ab den Siebzigerjahren) Genossenschaftsbau sind die Räume schon um einiges größer, außerdem ist zu Beginn noch Eigenmittelanteil und Genossenschaftsanteil etc. zu zahlen. In beiden Wohnformen gibt es in der Regel pro Wohnblock nur mehr eine Waschküche.
    Für ältere Menschen, die in günstigen aber viel zu großen Wohnungen leben, widmete man in Wien kleinere Gemeindewohnungen für Senioren, mit Lift, Nähe zu einem Senioreneinrichtung mit frei zugänglichem Mittagstisch oder/und Essen auf Rädern (gegen Bezahlung). Verstirbt der/diese Mieter/in, kann kein jüngeres Familienmitglied in den Mietvertrag eintreten, weil es wirklich Seniorenwohnungen im Tausch gegen größere bleiben sollen.

    In beiden Städten ist es durchaus üblich, dass Mehrkind/Zweikindfamilien in der relativ kleinen Gemeindewohnung bleiben, die Eltern schlafen dann auf ausziehbaren Betten im Wohnzimmer, das Elternschlafzimmer wird den Kindern zugedacht.

    Zu „Wien mit seinem hohen Eigenanteil“.
    Es gibt dort außer den Gemeinde-Mietwohnungen mit ev. Abstandszahlungen von höchstens 5000 (?) Euro für Möbel des Vormieters (bei Direkt-Weitergabe), einen hohen Anteil an…

    … Objekt- und ev. Subjektförderungs(-fähigen) Genossenschaftsbauten (mit zu Beginn nötigen Eigenmittelanteil-Zahlungen aber günstigen Mieten), die dennoch über die Vermittlungsstelle der Gemeinde zu deren Kriterien vergeben werden.
    Quellen:
    https://www.wienerwohnen.at/interessentin.html
    Für die Wohnungsgrößen verwendete ich die Wohnungstausch- Inserate an, z.B. in:
    https://www.wienerwohnen.at/mieterin/tauschwechsel/wohnungssuche.html?flatSearchDistrict=&flatSearchStreet=&flatOfferNumberOfRooms=2-2&flatSearchNumberOfRooms=3&ckbox5=3&flatSearchArea=&flatSearchPrice=&page=1&rows=5&sorting=0,asc,0
    Die in den Tauschanzeigern ausgewiesenen Mieten ändern sich bei Neuvermietung. Sie enthalten nicht die Kosten für Fernwärme, Gas, Strom, Telefon,TV und Internet.
    Für interessierte Regensburger Politiker, die sich über die Wiener Subjektförderung = Wohnbeihilfe informieren möchten:
    https://www.wien.gv.at/sozialinfo/content/de/10/InstitutionDetail.do?it_1=2097850
    Der bedeutendeste Effekt des gerade noch bestehenden Wiener Gemeindewohnungs- Modells ist eine Sicherung der Mietobjekte für die Bedürfnisse der eigenen Bevölkerung.
    In Regensburg wäre interessant, wie hoch der Anteil der neu erbauten Wohnungen mit Besitzern und Hauptmietern mit Hauptwohnsitz außerhalb ist. Möglicherweise wurde zu einem Gutteil für Auswärtige gebaut.

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