Einstweilige gegen Bischof Müller

Dämpfer für Gerhard Ludwig Müller: Vergangenen Dienstag hat die Humanistische Union vor dem Berliner Landgericht eine Einstweilige Verfügung gegen den Regensburger Bischof erwirkt. Müller hatte Anfang März in einem Interview in Rom erklärt: „Unsere Justizministerin gehört zur Humanistischen Union, sozusagen zur Freimaurerei. … Für diesen Verein stellt die Pädophilie eine normale Realität dar. Sie wollen die Pädophilie entkriminalisieren …” Die Humanistische Union hatte Müller daraufhin ein Ultimatum gesetzt, um diese Behauptungen zurückzunehmen. Er reagierte nicht. Mit der Verfügung vom 13. April wurde Müller die weitere Verbreitung dieser Unterstellungen nun gerichtlich untersagt. Bischof Müller hatte sich mit Verweis auf die angebliche Befürwortung der Pädophilie durch die HU weitere Kritik der Justizministerin an der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirchen verbeten.

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Kommentare (12)

  • Mathilde Vietze

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    Als gläubige und praktizierende Katholikin freue ich mich, daß Müller, der seit seiner Amtsübernahme
    ausschließlich Porzellan zerschlagen hat, endlich mal eins auf die Mütze bekommt. Es war höchste Zeit.
    Wie gut hatten wir es doch unter seinem Vorgänger, Bischof M a n f r e d Müller. Er war ein echter Hirte,
    der auf die Menschen zuging, nicht ein arroganter Professor, der sich gebärdet, als wäre er der Vorgesetzte
    vom lieben Gott.

    PS. Und hoffentlich kriegt auch der Mixa bald die Platte dermaßen poliert, daß er seinen Hut nimmt und in
    Versenkung verschwindet. Es gibt soviele gute Hirten; o.a. gehören n i c h t dazu.

  • Thomas Pfeiffer

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    Hallo,

    ich frage mich gerade, ob es nicht sinnvoll wäre, eine eigene Rubrik in dieser Online-Zeitung zu eröffnenen: „Katholische Kirche“. Die liefern ja, leider Gottes, immer wieder Stoff. #kopfschüttelnd

  • Joachim Datko

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    Römisch-katholischer Bischof Mixa als „Aufklärer“ wichtig!

    Zu “ Mathilde Vietze 18. April 2010 um 21:15 Uhr … Und hoffentlich kriegt auch der Mixa bald die Platte dermaßen poliert, daß er seinen Hut nimmt und in Versenkung verschwindet. “

    Je länger die Diskussion um Herrn Mixa andauert, desto bewusster wird es uns, was hinter der christlichen Fassade ist.

    Das christliche Weltbild ist meiner Meinung nach veraltet. Es stammt aus einer kargen, meist kriegerischen Region und beruht weitgehend auf der Weltsicht von Hirtenvölkern.

    Deswegen auch die Betrachtung der Gläubigen als Schafe, die eines Hirten bedürfen.

  • Veits M.

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    Wie gelangt der Mensch zur Erkenntnis der Sünde?

    Paulus und Petrus in Antiochia: Glaube und Gesetz
    http://www.bibel-online.net/buch/48.galater/2.html#2,13

    Diese Darstellung nimmt Bezug auf Römer 3, 20, wo es heißt:
    „Wir wissen aber, daß, was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, auf daß aller Mund verstopft werde und alle Welt Gott schuldig sei; darum daß kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm gerecht sein kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.“ (Römer 3, 20)

  • Helmut Matias

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    @Mathilde Vietze:
    Erstklassige Formulierung. Genau das ist auch meine Meinung. MfG

  • grace

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    Schickts den M. doch nach Island, da soll er den Vulkan zuschütten.

  • R.J.Werner

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    @Veits
    Ihre Vielseitigkeit in allen Ehren, aber wollen Sie jetzt auch noch unter die Exegeten gehen?

    Juristisch und gesellschaftlich überaus interessant und wichtig fände ich eine Auseinandersetzung mit folgender speziellen bayerischen Problematik – die Vereidigung der bayrischen Bischöfe durch den bayerischen Ministerpräsidenten nach folgender Formel:
    „Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, Deutschland und Bayern Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtmäßigen Sorge um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte.“

    Diese bay. Besonderheit ergab sich aus einer überaus schwachen Position der katholischen Kirche nach der so genannten Säkularisation, die durch die Wittelsbacher Herzöge (hauptsächlich zum Ende des 18. Jh. und mit Vertragswerk 1803 -zum Reichsdeputationshaupschluß) vollzogen wurde. Dem folgte damals das erste Konkordat von 1817 – nach dem die bayerischen Könige die Bischöfe ernennen durften. Siehe:

    http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44680

    Wäre aus der Vereidigung der Bischöfe nicht ein gewisses „Fürsorgegebot“ des bay. Ministerpräsident für die vereidigten Bischöfe abzuleiten? Oder ein „Kontrollgebot“, wenn es um die bedingungslose Umsetzung von weltlichen bzw. staatlichen Gesetzen geht?

    Die neuere Entwicklung in der Debatte um die Beteiligung der Strafverfolgungsbehörden bei sexuellem Missbrauch in den „kirchlichen“ Bereichen scheint diesen Ansatz zu bestätigen – die Tatsache, dass die Bischöfe und das Domkapitel auf der Gehaltsliste des Freistaates stehen, ebenso.

    Nicht nur Bf. Müller nutzt gerne weltliche Gerichte und versucht dadurch, sich unbequeme Kritiker (und Medien) vom Hals zu halten bzw. überzieht diese mit Prozessen. Klagen gegen den Bischof, wie die der HU, könnten evtl. hilfreich sein, ihn auf den Boden des weltlichen Rechts zurück zu holen. Diesen scheint bisweilen zu verlassen.

  • Veits M.

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    @ Werner

    Das von Ihnen abgeleitete „Fürsorge- und Kontrollgebot“: In welche konkretere Richtung würden Sie tendieren?

  • R.J.Werner

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    @Veits
    Ich bin in juristischer Hinsicht ein Laie, mir ist aber schon klar, dass in den hierbei zugrunde liegenden Vertragswerken (den bayerischen Konkordaten von 1924, (1933), 1966-1988) kein reguläres Dienstverhältnis zwischen Freistaat und den Bischöfen formuliert wurde.
    Andererseits denke ich, dass aus Vereidigung und Besoldung der Bischöfe durch den Freistaat gewisse Verpflichtungen abzuleiten wären.
    Ein Ministerialdirigent, der etwa ähnlich hoch dotiert ist wie ein Bischof, könnte sich Peinlichkeiten und Lügengebäude a la Bf. Mixa nicht leisten. Auch Bf. Müllers Nazi-Vergleich-Presseschelte hätte bei regulären staatlichen „Führungskräften“ wahrscheinlich zu dienstrechtlichen Konsequenzen geführt.

    Der Eid und die Besoldung sind anachronistisch und bislang stillschweigend politisch gewollt. Wo kein Kläger, da kein Richter. Anscheinend gäbe es noch nicht einmal ein zuständiges staatliches Gericht?

  • Veits M.

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    „Angesichts des Ausnahmezustands im Bistum [Augsburg] lud Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die Bischöfe im Freistaat zum Gespräch. Das Treffen habe das Kabinett für die Zeit nach 4. Mai anberaumt, hieß es.“
    br-online.de

    Kommt hier der MP der von Ihnen angesprochenen Fürsorge- und Kontrollpflicht nach, Herr Werner?

    Der Landesvater mag dann gleichzeitig den Regensburger Bischof in Bezug auf die Meinungs- und Pressefreiheit und ihren verantwortlichen Umgang damit – siehe Bericht zur einstw. Verfügung – ins Gebet nehmen mit der Maßgabe, das Verfahren niederzuschlagen!

  • Veronika

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    Wenn ich auch Bischof GLM bedauere, weil ich mittlerweile weiss, was er da in der – die Niedermünstergasse ist es, oder? – zu erdulden hat, diese Einstweilige Verfügung hat er sich selbst zuzuschreiben. Vielleicht kommt er ja bald mal zu der Einsicht, dass er als Professor eine andere „Umgebung“ hatte.

  • Katholisch im EB Paderborn

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    Mixa darf nur der Anfang gewesen sein.
    Der Deutsche Episkopat bedarf einer gründlichen Reinigung.

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